(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 29 mit Übungsaufgabe

16.07.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 13.12.2008 von britta khokhar
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21197

susanne ist klein und mollig,. gutmütig,kann aber auch zornig sein wenn es um unrecht geht. Könnte etewas mehr aus sich machen. Liebt ihre söhne sehr, bewegt sich in zwei welten. Ist gerne verträumt,aber versucht auch ihre träume umzusetzten. Ist 51 Jahre alt. Hat aber einen frischen verstand und herz auf dem rechten fleck. Susanne könnte den ganzen tag am computer schreiben sie würde nie er schöpft sein. Oder könnte den ganzen tag lesen wenn sie nicht irgendwo unterwegs ist


Eingetragen am: 06.12.2008 von nora
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20965

Ich sei die Frau die er begehre. Meine himmelblauen Augen werden grau im Sommer durch die Sonnenstrahlen die sie wiederspiegeln. Im Winter sind die so kalt wie das Wetter. Ich bin sowieso ein ziemlich kalter Mensch wenn ich das Gefühl habe im Recht zu sein. Das habe ich von meiner alten besten Freundin die hat das auch immer so mit mir gemacht. Die Kartoffelnase habe ich von meiner Mutter, die wiederrum hats von ihrer. Mal schauen was mein Kind kriegt, meine oder seine Nase... Am schönsten fände er meine Narbe auf dem Nasenbein, für die bin ich selber verantwortlich. Hab mir als Kind Duplosteine ins Gesicht gehauen, was nicht bedeutet das ich einen schaden davon getragen hab. Ich meine was meine Intelligenz betrifft. An diesem Tag mit den Duplosteinen, da hatte meine Tante das Vergnügen auf mich aufzupassen und war total in Panik geraten als mir das Blut das gesicht herunterlief. Sie rief meine Eltern an, sie sollten sofort nach Hause zurück kommen, sie wüsse nicht mehr weiter und was machen und überhaupt. Meine Eltern hatten mir erzählt als sie Heim kamen sass ich vergnügt und friedlich da mit einem Lächeln im Gesicht und hab gespielt. Sie hatten sowieso kein weinen gehört als meine Tante anrief. Ich habs wohl mal wieder einfach weggesteckt. Ich soll doch meine Kastanienbraunen Haare, Aschblond färben meint er. Ich hatte aber schonmal blonde Haare und war damit nicht zu frieden, die bleiben so wie sie sind. Ausser die Länge, ich möchte sie unbedingt kürzen bevor unser Kind kommt, ich glaube nämlich die werden mich stören wenn ich mich mit unserm Kind beschäftigen möchte. Aber zurzeit fehlt mich das Geld für einen friseur also bleiben sie weiterhin bis zum Schulterblatt hängend. Meine Kartoffelnase ist feuerrot durch das Nase putzen aber auch durch die stechende Kälte von draussen.
Ich bin eine komische Schwangere, mein Freund möchte gerne Sex mit mir aber immer wenn er meinen Bauch berührt schrei ich ihn an er soll gefälligst runter. Aber auf meinem Bauch zu schlafen stört mich überhaupt nicht,im Gegenteil ich liebe es und es stört auch nichts. Das ich plötzlich grössere Brüste hab daran muss ich mich erst mal gewöhnen, ich hatte doch immer nur so kleine, eigentlich gar keine. Dazu tropfen die auch noch. sowas wie Vormilch oder so, das kommt weil ein Hormon zufrüh freigesetzt wurde. Besser kann ich das nicht erklären. Mein gigantischer Hintern passt jetzt zu meinen riesen füssen,der lenkt von ihnen ab. Das ist super aber mein Freund der liebt meine Füsse, jeden einzelnen Zeh. Ich mag die überhaupt nicht, nicht wegen der Grösse sondern wegen den vielen gutsichtbaren Adern. Letzten sommer hab ich sehr viel im Einkaufscenter gearbeitet und keine Sonne gesehen darum bin ich unglaublich bleich. Bin ich eigentlich auch so aber ich werde braun im Sommer. durch mein vieles tanzen hatte ich einen wunderschönen körper vor der schwangerschaft, ich hoffe den krieg ich wieder danach. Zwar tanzen kann ich die nächsten Monate vergessen. Meine Hände, ich hoffe die Leute betrachten meine Hände genauso wenig wie ich. Ich kümmere mich nicht um meine Fingernägel es ist mir vollkommen egal wie sie aussehen, ausser ich besuche meine oma. Ich klebe mir auch keine farbigen fingernägel für 120fr. an. wie kann man denn so arbeiten? einen stift in die hand nehmen oder auf der Tastatur schreiben? nein nein das ist eindeutig nichts für mich. Ich habe kleine Hände. eigentlich ganz süsse kleine hände:)


Eingetragen am: 05.12.2008 von sjoukje
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20949

An einem Sonntagmorgen saßen Lena und John an einem Fischteich. John hatte seine Angel ausgeworfen und versuchte Forellen zu fangen. Lena schaute ins grünliche Wasser und versuchte sich vorzustellen, wie sie jetzt aussieht. „John, wie sehe ich aus?“, fragte sie verlegen. „Schau doch ins Wasser, dann siehst du dich.“ John lachte. Lena stand auf und als sie sich nach vorne beugte, schmiss John kleine Steinchen in den Teich, so dass Lena vor lauter Kreise nichts mehr sah. „John, lass den Blödsinn, du bist gemein.“ Sie packte John bei den Schultern und schüttelte ihn. „Aber Lena, meine Beschreibung ist viel besser. Willst du hören, wie ich dich sehe?“ Sie setzte sich wieder hin und sagt neugierig: „Schieß los, ich höre.“ „Erstens bist du eine Heulsuse.“ Lena sagte: „Danke, das wollte ich eigentlich nicht hören.“ „Also, willst du jetzt wissen, wie ich dich sehe?“ Er schaute sie lange von der Seite an. Sie nickte. „Schön bist du nicht, aber du hast das gewisse Etwas. Du verlierst alle Hosen, weil du so dünn bist. Du bist sehr neugierig, kannst bitterlich weinen, wenn du traurig bist, aber auch herzhaft lachen. Das schönste an dir sind deine Augen. Sie sind so blau und so tief wie das Meer. Sie geben deine Stimmungen wieder und wenn du lächelst, geht die Sonne auf. Du bewegst dich wie ein Reh und bist manchmal ebenso scheu. Du kannst aber auch stur sein wie ein Maulesel.“ Er strich sich die Haare aus der Stirn und fuhr fort. „Du bist sehr klein für dein Alter, ich bin immerhin zwei Köpfe größer als du. Deine Haare sind zwar gewachsen, aber sie sind genau so widerspenstig wie du. Du hast eine starke Ausstrahlung. Still sitzen kannst du gar nicht, immer bist du irgendwie in Bewegung. Manchmal habe ich den Eindruck, dass du nur glücklich bist, wenn du unglücklich bist.“ „Bist du fertig John?“ „Nein, ich könnte dir noch viel mehr sagen, aber das ist für später.“ Lena lachte. „War eigentlich gar nicht so schlecht. Aber ich glaube, dass du Biss hast.“


Eingetragen am: 04.12.2008 von Ornella
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20902

So sieht Franziska aus Sicht des Harfenlehrers aus:
Der Harfenlehrer betrachtete seine neue Schülerin, während sie sich vorbeugte, um die tiefen Töne zu ergreifen: solange diese Übung ihr noch Anstrengung abverlangte, presste sie die Lippen aufeinander. Sie werden dann noch schmäler als sie sind. Doch wenn ihr eine Übung gelingt, entspannen sich ihre Züge, die Wangen fallen weich der Mund öffnet sich leicht und die Lippen werden zu fein gezeichneten Engelsflügeln. Auch wenn sich ihre Schultern, die sie meistens irgendwie hochgezogen hat, entspannen, lässt sich erahnen, was für eine Schönheit und erotische Frau in dieser gestalt wohnt. Doch eine ganz andere Unberührtheit bewegt den Lehrer. Als sei dieses noch kindliche Gesicht nie gestreichelt oder angesehen worden, als hätte es nie vor Spaß laut gelacht. Es wirkte unbewegt eingerahmt in den dunkelbraunen Haaren, die sie in einem glatten Pagenschnitt trug. Es passte gut zu dem orangen Shirt und dem schwarzen Leinenrock
Wie wenn Franziska seine Gedanken spüren würde, sah sie ihn an um dann den Blick verlegen zu senken und die Übung an den Saiten erneut zu beginnen. Ihre Hände bewegten sich gut, streichelnd und bestimmt zupfend zugleich. In kurzer Zeit erzielte sie einen außergewöhnlichen Klang in diesem besonderen Instrument. Eine Einfachheit ging von ihr aus, die es möglich machte, zu entfalten, was an Möglichkeiten da war. Hinter diesem verletzbaren Wesen fand sich eine starke Entschlossenheit, als hätte sie erkannt, was sie an Musik in sich hatte, als sei sie entschlossen, diese Begabung weiter zu entwickeln.


Eingetragen am: 09.11.2008 von Jasmin
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20049

„Diese Halunken, ich hätte mit einer Platzwunde am Boden verbluten können!“ Sarah kann es nicht fassen. Ihre dröhnenden Kopfschmerzen wollen kein Ende nehmen. Sie holt sich aus dem Badezimmerkästchen eine Schmerztablette und schluckt die pelzige Pille mit einem grossen Schluck Wasser hinunter. Mit beiden Händen streicht sie sich ihr dunkles, voluminöses, gewelltes Haar aus dem fahlen Gesicht und schaut sich im Spiegel an. Aus dem Spiegel schauen sie zwei himmelblaue Augen mit schwarzen langen Wimpern an. Sarah erschreckt, als sie ihre sonst so fröhlichen Augen sieht, statt dessen blicken ihr traurige, melancholische Augenpaare entgegen. Ihr zarter heller Teint scheint um Jahre gealtert. Sarah versucht sich zuzulächeln, doch ihr bekanntes, charmantes Lachen, für das sie stets bewundert wurde, sieht heute aus wie ein erzwungenes, aufgesetztes Mundverziehen. Sarah fühlt sich in diesem Augenblick schrecklich und alleingelassen. Sie wirkt zusammengefallen und zerbrechlich. Da steht nicht mehr die selbstsicher auftretende, natürliche Frau. Niemand würde ihre Grösse von 170 und ihren leicht muskulösen Körper erahnen.
Sarahs Glieder beginnen vom Sturz zu schmerzen an. Sie zieht ihre Kleider aus, so, als hätte sie einen Rheumaschub. Die von Dreck und Grasflecken verschmutzten Lieblingsjeans und die weisse Bluse stopft sie in den überfüllten Wäschekorb. Halbnackt schaut sie sich im Spiegel an und wendet den Blick wieder ab, denn ihre so zarten Kurven empfindet sie im Moment gerade mehr als unerotisch. „Anstelle einer attraktiven, temperamentvollen Frau sehe ich hier nicht einmal einen Schatten davon. Bin ich das wirklich? Habe ich mich in ein paar Wochen so verändert? Ich habe zwar immer noch mein herzförmiges Muttermal an meiner rechten Halsseite, ich bin immer noch Sarah, aber was ist aus mir geworden? Ich breche meinen Daumen, habe Albträume und werde K.O. geschlagen, und nur weil ich auf der Suche nach meinem Baby bin!“ Sarahs Gedankenfluss wird durch ein herzzerreissendes Schluchzen unterbrochen. Ihr ganzer Körper schüttelt sich heftig, während sie mit dem Rücken an der Badezimmerwand entlang auf den kalten Plattenboden rutscht. Ihre wilde Mähne bedeckt ihr von Schmerz verzerrtes Gesicht, das der Ausdruck ihrer Seele ist. Wie ein misshandeltes, weinendes Kind kauert sie mit angezogenen Knien auf dem Boden. Ihr Kopf schmerzt. Ihr Körper schmerzt. Ihr Herz schmerzt!


Eingetragen am: 26.10.2008 von Bullerdiek
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19630

Aufgabenstellung: Die Hauptfigur betrachtet ihr eigenes Foto.

An das Foto war er zufällig gekommen. Genauer gesagt gestolpert, nachdem Hans schon mehrfach ziemlich planlos durchs Zimmer gegangen war – wie ein Gefangener , der er ja irgendwie auch war – und schon wieder zu viel getrunken hatte.
Aus Fotos machte er sich nicht viel. Er hatte überhaupt noch nie fotografiert. Auch bei Gemälden, Gebäuden und so weiter kannte er sich nicht aus Seine Welt waren
Musik und Gedichte! Dieses Konfirmations-Foto aber mochte er ganz besonders nicht; er hasste es geradezu; weil er den hasste, der hier im Vordergrund stand: überlang, zu schnell gewachsen gegenüber fast allen Anderen, mit verrutschter Fliege; wäre nicht das, wenigstens, zu verhindern gewesen? Und dann vor allem mit diesem blöden Grinsen im Gesicht, fast schon wie ein Idiot, wie hätte sich für den da ein Mädchen interessieren sollen, damals. Aber es war er, wie er damals war: unsicher, verlegen, als wolle er jeden um Entschuldigung bitten, wofür denn bloß? Und die heruntergezogenen Schultern, so als könne niemals etwas gelingen und als sei die nächste Pleite schon selbstverständlich und unvermeidbar. Und so konnte es nicht gut gehen, auf gar keinen Fall
Und die Anderen: wie sicher, als wüssten sie schon sicher, dass sie genauso werden würden wie ihre Väter!
Und Hans wollte das Foto nicht mehr sehen, wollte sich nicht mehr sehen, so schwach, so lächerlich.
Und er fegte es vom Tisch.


Eingetragen am: 21.10.2008 von nica
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19499

Schlaftrunken betrete ich das Bad. Ein Blick in den Spiegel verrät mir sofort das mehr Schlaf von Nöten ist.Die Ringe unter meinen Augen sprechen Bände. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, mit dem was ich sehe. Die schwarzen, krausen Locken stehen wirr vom Kopf ab,doch eine Bürste wird sie zähmen. Meinen müden grünen Augen und den Falten, die sie umringen, werde ich mit einer Gurkenmaske zur Hilfe kommen, wenn ich meinen Körper mit dem prickelndem Wasser der Dusche wieder Leben ein gehaucht habe. Der Bauch könnte ein wenig flacher sein, schießt es mir bei einem weiterem Blick in den Spiegel, während ich mich abtrockne durch den Kopf, aber was soll es? Schließlich bin ich eine Frau. Und was ist eine Frau ohne Rundungen an den dafür, von der Natur vorgesehenen Stellen? Die Gurkenmaske, ein wenig Creme hier und da, die richtigen Klamotten und der Tag wird mein Freund. Bis zu dem erneutem Date heute Abend, werde ich mich erholt haben. Aber diesmal wird es früher enden.... .


Eingetragen am: 08.10.2008 von KaBoe
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19053

"Du siehst aus wie eine Vogelscheuche!" rief Elias ihr nach. Magdalena war entsetzt. Wie konnte so ein kleiner Giftzwerg nur so gemein sein. Eine Vogelscheuche, was für ein Vergleich. Stohiges Haar, ein dünnes Gerippre, abgetragene Kleider, durch deren Löcher der Wind weht. Ein Besenstiel statt Füßen und einen bunten Schal um den runden Kopf gebunden, dazu noch ausgerechnet obendrauf geknotet, dass die losen Enden im Wind flatterten. Magda sah keine Ähnlichkeit, so sehr sie ihre Verunsicherung zweifeln ließ, ob Elias nicht vielleicht doch Recht haben könnte. M war groß für ihre 12 Jahre, aber alle Mädchen in diesem Alter waren größer als die Jungen. Das schnelle Wachstum der letzten Jahre hatte sie dürr gemacht. Ihre Beine waren dürr, ihre Arme waren dürr, ihr ganzer Körper war dürr. Essen empfand M nur als lästige Pflichtaufgabe, was nicht zuletzt daran lag, dass die Verpflegung im Pensionat ausgesprochen eintönig und vor allem geschmacklos war. Wenn sie Sammstags nach Hause kam, hatte ihr Proviantbeutel, den die Köchin ihr am Montag immer mit gab, wenn sie zur Schule aufbrach, schon seit Tagen nichts mehr vorzuweisen. Aber das Sonntagsessen konnte nicht ausgleichen, was ihr unter der Woche fehlte. Ihr hellbraunes Haar war ein wenig stohig, zugegeben, aber mit einfacher Seife gewaschen, konnte man keinen Glanz erwarten. Ihre Wangen waren vor Blässe durchscheinend, aber ihre hohe Stirn und die hochstehenden Wangenknochen, die sich unter der dünnen, klaren Haut abzeichneten, spiegelten das Gesicht ihrer Mutter. So deutlich, dass sie erwartete, in einigen Jahren genau so schön auszusehen, wie sie. Dann würde auch ihre Nase nicht mehr so verloren aus dem Gesicht ragen, wie heute.
An ihrer Kleidung gab es nichts auszusetzen. Der dunkle Rock war fleckenfrei und von guter Qualität, wie alle ihre Kleidungsstücke. Das Hemdchen mit der Brüsseler Spitze am Kragenausschnitt war gut gestärkt und umspielte ihr spitz zulaufendes Kinn, wenn sie den Kopf neigte, um die Lehrer oder die Hospitzleitung zu grüßen. Ging sie in die Stadt, so trug sie nur Wintertags einen braunen Schal, locker um ihr Haar, dass in großen Wellen bis auf die Schultern reichte. Sie hielt sich in allen Belangen der äußeren Erscheinung an die strengen Regeln der Schule im Damenstift. Das konnte man ihr doch nicht zum Vorwurf machen.
Elias ist bloss sauer, dass ich seine Übersetzung von Ovid wieder einmal korrigieren mußte. Jungen sind halt nicht so genau, was lateinische Texte angeht, dachte sie, aber deshalb gehässige Beschimpfungen gegen sie zu äußern, dass bedurfte subtiler Rache. Donnerstag haben wir wieder eine Lateinstunde, dachte sie, mal sehen, was Ovids Methamorphosen dann für dich bereithalten du Großmaul. Im Stillen mußte M über Elias Beschimpfung lachen, hatte er ihr doch unbeabsichtigt klar gemacht, dass sie zu einer ansehnlichen jungen Frau heranwuchs, auch wenn es im Moment noch nicht vollkommen war.


Eingetragen am: 03.10.2008 von Michele
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18847

Lena lacht. Sie lacht fast immer. Dabei lacht nicht nur ihr Mund, sondern auch ihre großen, braunen Augen. Sie lacht oft und viel. Sie braucht dafür weder einen Grund noch sonst irgendwas. Von Natur aus ist sie sehr optimistisch und einfach ein natürlicher, offener Mensch, der nach außen hin sehr selbstsicher wirkt, aber innerlich oft unsicher ist. Lena ist nicht sonderlich groß und fühlt sich dick. Sie kann weder ihren Hintern noch ihre Beine leiden. Beides ist einfach nur fett in ihren Augen. Ständig hat sie Angst etwas falsches zusagen und andere damit zu verletzten. Passiert das doch mal dann macht sie sich tausend Gedanken über Dinge die der andere schon längst vergessen hat.Allerdings gibt es da auch die Lena, die total starrköpfig ist und wenn sie etwas absolut nicht will, dann auch dabei bleibt. Lena ist ein Mensch der viel Freiraum braucht und gerne mit sich alleine ist.Sicher hat sie auch eine gesellige Seite und diese lebt sie auch aus. Zudem liebt sie es Frau zu sein und zeigt das auch.


Eingetragen am: 03.10.2008 von Yvonne
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18822

Melisa stand im Bad. Sie kämmte ihre schulterlangen, haselnussbraunen Haare und band sie schließlich zu einem Zopf zusammen.
So stand sie nun vor dem Spiegel und betrachtete das Gesicht, dass sie dort sah. Ihre blauen Augen sahen noch etwas verschlafen aus , Augenringe hatte sie aber keine.
Melisa strich sich über das Muttermal, welches unter ihrem rechten Auge war. Sie selber fand es nicht so toll, andere aber sagten, es sähe total niedlich aus.
`Niedlich`, dachte sie. Sie musste lächeln. Manche fanden, das ihre vollen Lippen und ihre graden, weißen Zähne das beste an ihrem Gesicht seien.
Melsa war mit sich selbst zufrieden. Sie war nicht hässlich und auch nicht unnatürlich hübsch. Ihren Körper fand sie auch in Ordnung. Mit einer Größe von einmetersiebzig, war sie nicht zu groß oder zu klein, ihr Busen war für sie groß genug.
Melisa zwinkerte ihrem Spiegelbild zu, dann ging sie runter, um zu frühstücken.


Eingetragen am: 02.10.2008 von Amanda
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18799

„Sie kommt oft hier hereingehuscht.“, sagt die Köchin zum Kutscher. „Man glaubt, sie schwebt. Ihre raschen Bewegungen strahlen Ruhe aus. Und Leichtigkeit. Als gäbe es keine Sorgen für sie. Natürlich ist das ein Irrtum. Ich weiß noch, wie sie litt, als ihr Vater sie und die Mutter verlassen hatte. Dann musste ihre Mutter arbeiten. Sie weinte furchtbar, wenn die Mutter aus dem Haus ging. Eines Tages sagte sie einfach: ‚Da komm ich mit!’ Und ließ nicht locker. Seit dem saß auf einem Küchenstuhl, plauderte mit dem mit dem Küchenjungen, fragte den Koch, warum er Zwiebeln scheiden lässt, ob er sich nicht mit dem Messer in den Finger schneidet.“
Der Kutscher setzte sich an den Tisch und die Köchin schob ihm einen Becker Schokolade hin.
„Und sie half mit, so klein wie sie war.“
„Dieser kleine Hüpfer?“
Die Köchin nickte und sah aus dem Fenster. Dort stand die Kutsche. Die Pferde scharrten unruhig.
„Durfte sie als Kleine in der Küche rumtoben?“
Der Kutscher schüttelte missbilligend den Kopf.
„Wenn jemand in die Küche kam, der so etwas nicht wissen sollte, ging sie im Nu hinaus, leise und schnell, wie sie gekommen war“, lachte die Köchin. „Sie arbeitete schnell und geschickt. Und sie hielt durch! Oft sang sie beim Gemüseputzen. Ihre zarten Finger waren im Nu mit der Arbeit fertig. Ich bin ja schon groß, sagte sie oft. Ihr Gesicht errötet vor Fleiß, winzige Schweißperlen standen am Haaransatz und ließen das Haar kringeln. Das blonde Haar kräuselt sich um das zarte Gesicht. Ich sag dir, ein Engel war sie Im Laufe des Tages löst sich immer ihre Frisur auf und die Strähnen fielen ihr ins Gesicht. Sie hatte immer ein blaues Band dabei, das sie um den Kopf schlang oder sie flocht sich Zöpfe.“
Der Kutscher schlürfte laut sein Getränk.
„Aber dieser Blick. So klein und so einen erwachsenen Blick. Als ob sie dir ins Herz gucken kann, mit ihren graublauen Augen. Der konnte man nichts vormachen. So klein sie war, sie hörte immer aufmerksam zu. Und sagt kein unbedachtes Wort. Manchmal presste sie sogar die Lippen zusammen, damit ihr nichts herausrutschte.“
Draußen versorgte Birthe die Pferde mit Wasser. Sie streute Spreu auf das Wasser im Eimer. Die Tiere soffen gierig.
„Sie denkt an jeden“, sagte die Köchin. „Wir haben sie alle gern im Schloss. Sie hat nur Freunde hier. Aber die paar Feinde, die haben es in sich! Bisher ist noch alles gut gegangen. Es war ja immer jemand da, sie zu retten. Und sie bringt sich selbst in die verrücktesten Situationen! Sagt dem alten Mann einfach ihre Meinung. Da bleibt einem das Herz stehen. Das kann ja nicht gut gehen auf Dauer. Uns kann sie das sagen. Aber so einem Intriganten, das ist gefährlich. Auf dem Schloss kann das sogar lebensgefährlich sein. Und wie sie dann schon dasteht! So etwa“, die Köchin steht da wie eine Statue. „So aufrecht, den Rücken ganz grade. Man denkt unwillkürlich, sie sei groß und kräftig.“


Eingetragen am: 22.09.2008 von Anita Decker
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18131

Sie tut, was sie noch nie getan hat, sie setzt sich am Beckenrand in Pose. Zurückgelehnt, auf die Ellenbogen gestützt, mit offenem Haar. Die Augen hatte sie wieder Türkisfarben umrandet. Sie findet Frauen, die mit voller Kriegsbemalung zum Schwimmen gehen zwar ekelhaft, doch der wasserfeste Kajalstift ist ein guter Kompromiss. Sie kann ihr Gesicht ganz ungeschminkt nicht ausstehen. Zwar findet man sie hübsch, doch sie kann es nicht glauben.

Lilien hat dunkelbraune, jetzt überschulterlange Haare, störrisch gelockt, die sie immer abwechselnd und nervös mal offen trägt, mal mit einem breiten Elastikband zum Pferdeschwanz zusammenbindet, den sie mit einer weiteren lässigen Umdrehung des Bandes zu einer Art zerzausten Dutt verwandelt. Heute beobachtet man diese Angewohnheit oft bei jungen Frauen, damals war es eine kuriose Geste. Auch die Leggins schien sie schon vor der Zeit erfunden zu haben. Sie schneidet von Strickstrumpfhosen die Fußteile einfach ab. Dazu trägt sie selbst geschneiderte weite Minikleider, heute würde man Bigshirts sagen.

Sie hat ein Herzförmiges Gesicht mit kurzer Stirn, weder ihre braunen Augen, noch Mund und Nase sind besonders groß, dafür ihr Busen. Das lässt sie robuster und belastbarer erscheinen als sie ist. Sie ist nur 1,62m groß. Ihre Glieder sind zu kurz um eine echte Schönheit zu sein.

Sie wäre lieber die Zikade als der Frosch.
Trotz der schlechteren Position, die sie dann hätte.


Eingetragen am: 04.09.2008 von Manfred Mann
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17341

Sie war zu groß. Ihre grobe Gestalt, einschließlich einer prominenten Kinnpartie, entsprach eindeutig nicht dem Wunschbild des Durchschnittmannes. Doch auch wenn ihr jeden Anflug von Zierlichkeit fehlte, hatte sie etwas, das mich in ihren Bann zog. Vielleicht war es der klare, helle Blick, der mich auf Augenhöhe traf, oder die Ebenheit ihrer Stimme, die völlig frei jeglicher Anstalten war, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Vielleicht war es die spärliche Mimik, die ihr Lächeln wie eine Erscheinung wirken ließ. Alles an ihr, die zusammengebundenen Haare, die formlosen Kleider, sprach eine bestimmte Sprache. Dieser Frau lag es fern, eine Existenz anzunehmen, bei der sie den erfolgreichen Mann schmückte. Sie wollte einen Mann, der sie ihrer Person wegen liebte, der sie die sein ließ, die sie war.


Eingetragen am: 03.09.2008 von Thea Doris
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17324

„Mein Vater hat ja Recht, aber wer will schon so ein hässliches Mädchen wie mich heiraten. Ich bin zu groß, habe eine zu lange Nase, zu große Füße und eine fahle Haarfarbe!“ Lisa blickte in den Spiegel und schnitt eine Grimasse. Gabi, die ebenfalls blond war, schüttelte den Kopf: „Du bist ein hübsches Mädchen, in Deutschland wären sicher alle Männer verrückt nach dir. Du kannst nichts dafür, dass du nicht den chinesischen Schönheitsidealen entsprichst.“
Zweifeln sah Lisa erneut auf ihr Spiegelbild und versuchte, mit dem Finger den Nasenrücken flacher zu drücken, was natürlich völlig sinnlos war.


Eingetragen am: 02.09.2008 von Inge K.
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17189

Emily machte gerade Frühstück. Es war 7h morgens, da hörte sie bereits das Poltern der Treppen. "Maus, Schinken oder Salami?" "Ach Mama", sagte Sophie. Du weisst doch, dass ich kein Fleisch mehr essen möchte. Jeden morgen versuchst du mir das anzudrehen. Ich nehme Käse." Emily drehte sich zu Sophie um und lächelte. "Maus, ich kann es einfach nicht verstehen." Sie stellte Sophie einen Teller mit einer Scheibe Brot mit Käse auf den Tisch. Dann schaute sie sich Sophie an, während Sophie ihre langen schmalen Finger auf das Brot legte und die ersten Bisse machte. "Und der Kakao?" Emily drehte sich um und sagte dann in einem lustigen Ton: "Ach ich weiss heute nicht, wo mir der Kopf geblieben ist. Hier meine Maus". Sie hatte die Tasse mit dem Kakao in der Hand und stellte sie ebenfalls auf den Tisch neben Sophies Teller mit dem halb angebissenen Brot. Dann schaute Emily ihre Tochter an und verlor sich in Gedanken. Ein wundervolles Kind, klug und hübsch. Sie soll die besten Eltern der Welt haben, und das Leben von seiner besten Seite kennen lernen. Heute hatte sie ihre Haare ausnahmsweise mal offen. Sie waren lang und hatten ein strahlend helles blond. Das hatte Sophie wohl von ihrem Vater. Sophie trank zwei große Schlücke aus der Tasse und blickte ihre Mutter an. Um den Mund herum hatte Sophie einen Kakaorand, der sie wie ein Clown aussehen ließ. Ihre stahlblauen Augen schauten Emily direkt an. "Was ist Mama? So interessant wie ich esse?" Sophie grinste. Zwischen ihren weissen geraden Zähnen luckte ein Stück Käse hervor. Aber Sophie ließ sich nicht abhalten, und steckte das letzte Stück Käsebrot in den Mund. "Ich muss los" sprach sie mit vollem Mund. Sie stand auf und ging an den Kühlschrank. Sie war groß und schlank. Bald würde sie Emily überholen. Sie konnte Sophie jetzt schon auf einer Höhe in die Augen schauen. Sophie trug heute eine helle Jeans, die ihr ein wenig zu weit schien. Darüber war ein langer enger schwarzer Rolli. Darin machte sie eine sehr schlanke Figur. Ihre Haut war blass, und ihre Wangen schimmerten leicht rosa. Sophie trug seit neuestem Wimperntusche. Emily konnte darüber nur schmunzeln, da sie ebenfalls in diesem Alter begonnen hatte, die Schminke ihrer Mutter auszuprobieren. Sophie lächelte Emily an, und gab ihr einen schnellen Kuß auf ihre Wange. "Bis später, Mama. Ich habe heute nur bis 14h Schule." Emily rief ihr nach: "Maus, sei pünktlich, ich komme heute früher von der Arbeit und werde dein Lieblingsgericht kochen. Pellkartoffeln mit Heringssoße."
Sie hörte nur noch ein "Hmm" und dann knallte die Tür zu. Emily wusste nicht, dass sie ihre Tochter an diesem Nachmittag nicht mehr sehen würde.


Kommentar von Kirsten

Das Bild der Tochter aus Sicht einer Mutter. Schön beschrieben. Und ich wüsste gerne wie es weiter geht, heute Nachmittag um 14:00 Uhr. kirsten

Eingetragen am: 04.09.2008

Eingetragen am: 31.08.2008 von Kirsten
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17064

Kyra blickt auf ihr Spiegelbild. „Was sehe ich?“. Tja, gar nicht so einfach. Sie sitzt im Halbdunkel und ihr Kopf ist völlig leer. Der Boden fühlt sich kühl an. Gedankenverloren kratzt sie mit den Fingernägel am Fels. Das Geräusch lässt ihr einen Schauer den Rücken hinunterlaufen.
Kurzentschlossen steht sie auf, um sich komplett im Spiegel betrachten zu können.
„Ich sehe ein blondes Mädchen, ungefähr 13 Jahre alt, mittelgroß, blaue Augen, Stupsnase.“ Haspelt sie schnell herunter , greift nach der Türklinke und - Nichts. „Puh, das war es dann wohl nicht. Also dann die Langversion:
Ich sehe ein Mädchen, 13 Jahre alt, aber das sehe ich nicht, das weiß ich nur. Schätzen würde ich wahrscheinlich weniger. Ich bin ein bisschen klein. Naja, so 1,50 m ungefähr.“ Sie hält kurz inne, und tritt dann ganz nah an die Türe heran, um ihr Gesicht besser sehen zu könne, „ ich habe blaue Augen, geht aber so ein bisschen ins graue, und direkt unter dem rechten Auge ein klitzekleines Muttermal. Stupsnase, sagte ich ja schon und einen Mund, der ist das schönste an mir. Volle Lippen und rot. Mein Gesicht ist eher oval als rund und ziemlich hell, außer wenn ich mich ärgere, das kommt aber vom Leben unter der Erde. Dunkelblonde Haare mit einzelnen hellen Strähnen umrahmen mein Gesicht. Sie sind lang, fast bis zur Taille und gerade, verständlicherweise, da ich das Mitführen eines Kammes nicht als lebensnotwendig erachtet habe, ziemlich zerzaust. Normalerweise müssen sie unter meine Kappe, da sieht man sie nicht, aber die habe ich in der Zwischenzeit verloren. Außerdem, wer sollte auch etwas dagegen haben, sieht ja keiner. Ich habe einen wadenlangen Trägerrock an, und ich hasse ihn. Der war schon immer sowas von unpraktisch. Beim Klettern, beim Spielen und überhaupt. Und darunter eine Leinenbluse, die mir immer noch zu groß ist. Der rechte Ärmel hat ein großes Loch. Beides war mal hellblau, aber inzwischen ist es schmutziggrau bis erdbraun.
Meine Hände sind einigermaßen sauber, nur die Fingernägel haben schwarze Ränder. An zwei Fingern ist der Nagel eingerissen, die anderen sind zu lang. Und meine Füße, die Füße die sind der Hit. Die Fußsohlen sind schwarz, rabenschwarz. Die darf ich niemandem zeigen. Also sonst ist mir das auch egal, aber wenn wir schon mal dabei sind. Und oben drauf sind sie eher gemustert. Dunkel grau von Staub, ziehen sich einzelne schwarze Linien über den gesamten Fußrücken, wie kleine Straßen. Alles in allem würde Tante Helma sagen: Zeit für eine große Wäsche.
So von der Statur her schätze ich, eher schmal, aber nach den vielen Tagen mit zu wenig Essen, wäre das inzwischen jeder. Und ich habe lange Beine, mit denen ich schnell rennen konnte. Serge hat mich nie erwischt.“, Kyra geht einen Schritt zurück, und lehnt sich wieder an die Wand, „Und wenn ich mich jetzt nicht kennen würde, dann würde ich sagen, was für ein schmutziges kleines Mädchen, und wie ängstlich sie aussieht. Völlig unmöglich, ihr diese schwere Aufgabe, diese Verantwortung zu übertragen. Never! Und, eigentlich würde ich das von mir selber auch behaupten. Und ich grübele ununterbrochen, wer auf DIESE Idee kam.“ Kyra hält die Luft an. Vor ihr blinken die Wörter auf der Glastüre. Langsam tritt sie auf die Türe zu, stößt mit den Fingern dagegen, vorsichtig, aber nichts passiert. Mutlosigkeit durchflutet sie wie ein schwarzer Strom, reißt ihren ganzen Mut, ihre Zuversicht mit sich, spült alles aus ihrem Herzen. Wut macht sich in ihr breit. „Was willst du von mir? Was willst du? Musst du in Rätseln mit mir sprechen? Ich habe jetzt gleich keine Lust mehr auf diesen ganzen Quatsch, hörst du!“ , brüllt Kyra in die Dunkelheit und tritt ärgerlich gegen die Tür. Mit einem leisen Knarren schwingt sie langsam auf und gibt den Blick frei, auf einen weiteren Gang, dessen Wände grün fluoreszieren


Kommentar von Anita Decker

Sehr anschaulich und dicht! LG

Eingetragen am: 23.09.2008

Eingetragen am: 20.08.2008 von Karin-Elisa
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16446

Britta, war Glücklich, endlich hatte sie den Mann gefunden, den sie sich schon immer gewünscht hatte. Sie lächelte entspannt, und rekelte sich auf dem Bett. Sie dachte darüber nach wie sie eigentlich aussah. Sie wusste sie hatte mit 172cm, eine gute Größe. Sie wog genau 100kg, und besaß trotzdem eine schöne weibliche runde Figur. Sie hatte Taille, und einen üppigen Busen, auch ihr Po saß stramm in der Jeans. Ja meistens sagte man, „du bist zu mollig“, aber sie lachte, Arwed liebte jedes Gramm an ihr, und sie fühlte sich richtig wohl in ihren Körper. Ihr Gesicht war oval, sie hatte dunkelbraune Augen, und einen wunderschönen roten Kussmund mit vollen weichen Lippen. Sie trug die dunkel braunen Haare ein bisschen verrückt, vorne sah es aus wie eine Kurzhaarfrisur mit fransigen Pony, hinten von der Oberkante der Ohren hatte sie die Haare lang wachsen lassen, bis unter die Schulter. Es gefiel ihr, von vorne eine ordentliche Frisur zu haben, und hinten konnte sie mit den Haaren noch interessante Frisuren ausprobieren. Britta setzte sich an ihre Spiegelkommode und schminkte geschickt ihre Augen, nein Makeup benutzte sie nie, aber ihre Augen umrahmte sie zu gerne mit schöner Wimperntusche, hell blauen Lidschatten und ihre Lippen mit einen dunklen Lippenstift.


Eingetragen am: 16.08.2008 von Reiner Reinfeld
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Nicht wundern, ich schreibe wieder. Ich habe mich ziemlich lange mit meinem fast-fertig-geglaubten Buch aufgehalten. Jetzt will ich doch was Neues anfangen. Ich habe mich für "36 Stunden" entschieden, wozu schon etwas eingestellt worden war. Mit der Person, die ich hier beschreibe, soll es im Roman in ungemütlicher Atmosphäre ein überraschendes Zusammentreffen mit der Hauptperson geben.

Ich spürte das Lächeln in meinem Gesicht entstehen und nahm den Fuß vom Gas. Da musste ich doch genauer hinsehen! Ein Idealtyp von Mann, männlicher konnte man gar nicht laufen als der, der da vor mir auf dem Bürgersteig auf und ab wippte. Der Körper quadratisch, praktisch, gut! Nein, nicht quadratisch, eher wie ein auf der Schmalseite stehendes Rechteck. Nicht nur der Körper war kartonartig, sein kahler Kopf war es ebenso, nur stimmte das Größenverhältnis nicht. Auf diesen Fleisch- und Muskelkasten hätte besser eine etwas größere Schaltzentrale gepasst. Nicht dass der Kopf klein war, er war nur zu klein für diesen Körper. Er schien auch direkt an den Rumpf geschraubt oder daraufgelegt, ein Kasten direkt auf dem anderen. Dieser Mensch schien der absolute biologische Gegenpart der Giraffe, nur die Ohren hätte man austauschen können. Unwillkürlich suchte ich nach Hörnerstummeln. Es waren aber keine da.
Bei jedem Schritt federten, nein hüpften die zwei Rechtecke um mindestens anderthalb Dezimeter rauf und runter. Ein besonders lustiges Aussehen gab dem Kerl, dass seine Arme unbewegt an ihm herabbaumelten, ohne jede Pendelbewegung. Die Arme lagen nicht an, der Mann hatte sie aber auch nicht vom Körper gestreckt, wie Menschen es tun, die kräftiger wirken wollen als sie sind. Nein, seine Schultern waren so breit, dass er die Arme schon zu sich an den Körper hätte heranziehen müssen.
Alles an dem Kerl war riesig. Seine verwaschene Jeans voller reinigungsresistenter Flecken hatten mindestens Größe 38. Im Bund! Die Länge konnte ich schlecht schätzen, aber die Proportionen stimmten schon. Aus der Haut seiner Arme, die aus dem schlodderigen T-Shirt baumelten, beulten sich schlangenhafte Muskelstränge. Die verdreckten Turnschuhe an seinen Füßen fielen fast auseinander. Eine Sonderanfertigung in dieser Größe müsste ein Vermögen kosten.
Gut, dass noch nichts los war auf der Straße, ich hätte einen Auffahrunfall bauen können, als sich mein Gesicht beim Überholen wie von selbst dem Profil dieser Kraftgestalt zuwandte.
Auf den Körperbau achtete ich nicht weiter, als ich ihn von der Seite sah. Der fiel mir erst wieder im Rückspiegel auf. Ich sah nur den Kopf, und der ähnelte einem verbeulten Schuhkarton mit Nase. Solch ein Gesicht hatte ich in Natur noch nicht gesehen. Zu vergleichen war es am ehesten mit den Killergesichtern von KGB-Agenten in Spionagethrillern aus der Zeit des Kalten Krieges. Die Züge waren grob, das Kinn ausladend, die Backenknochen traten aus der schlecht rasierten Haut hervor. Einen Nussknacker brauchte der nicht! Wenn er denn die Nüsse nicht sowieso zwischen mit den Fingern zersplitterte. Seine Stirn war steil, trotzdem hatte ich nicht den Eindruck, einen Denker zu beobachten. Dichte Brauen beschatteten seine Augen, unter denen schwere Tränensäcke hingen. Die Nase ragte nicht sehr weit hervor, man hatte sie ihm im Laufe seines langen Lebens wohl immer weiter ins Gesicht geschoben.
Als der Mann in meinem Rückspiegel erschien, war sein Gesicht schon zu klein, um Einzelheiten zu erkennen. Deutlich sah ich aber, auch auf diese Entfernung, dass sich seine Bauchmuskeln durch das T-Shirt und die Bizeps durch die Ärmelstummel drückten. Seltsam mutete mich das Ausmaß seiner Brüste an, das einer Frau alle Ehre gemacht hätte .


Kommentar von Metta Maiwald

Selbst schuld, Du hast mich drum gebeten... Stimmt, in "Natur" ist mir so einer auch noch nicht begegnet, eher im Comic oder als Knetemännchen oder im Ü-Ei ;o) Erstaunlich, dass so einer hüpft und federt und sich nicht bewegt wie ein Ork. Die Idee mit dem Autospiegel gefällt mir gut. Was die Beobachtungszeit angeht (habe gestern mal bei Radfahren die Probe gemacht - habe sich alle gewundert, dass ich sie so anglotze ;o), teile ich Velaranis Meinung. Erzählzeit ca. 3-4 Minuten, erzählte Zeit 12 Sekunden in der 30er-Zone. Vielleicht geht der Typ an einem haltenden Auto vorbei? Dann könnte der Fahrer tatsächlich das Gesicht genauer wahrnehmen und die Flecken auf der Hose (und sogar die Bundweite schätzen, Respekt!). Du könntest eine Menge kürzen (mach es doch gleich in Kapitel 33), indem Du als erstes alles streichst, was NICHT ist: er ähnelte keiner Giraffe, es waren keine Hörnerstummel da, die Arme lagen nicht am Körper an, ich achtete nicht auf den Körperbau, keine Denkerstirn, die Nase ragte nicht sehr weit hervor. Als nächstes alle Wiederholungen: Rechtecke, Armmuskeln, Nase... Killerface oder KGB-Agent muss zum Verständnis nicht unbedingt so ausführlich erläutert werden. Einige Ausdrücke finde ich nicht so treffend: baumelnde Arme klingt kraftlos, schlangenhafte Muskelstränge erinnert mich an Gummiarme, Ärmelstummel hört sich nach Conterganschädigung an, lieber "kurze Ärmel". Warum schreibst Du "anderthalb Dezimeter" statt "15 cm"? Ist doch gebräuchlicher, oder? Kann ein schlodderiges T-Shirt über den Muskeln spannen? Auf sorgfältige, aber umständliche Formulierungen wie "spürte ich ein Lächeln entstehen", "zu vergleichen war es am ehesten" oder "seltsam mutete mich das Ausmaß seiner Brüste an, ..." könntest Du verzichten. Lies den Text mal laut, dann findest Du die Längen heraus. So einer soll ein Idealtyp sein? Kann der auch sprechen oder nur grunzen? "Jango zahlt heute nicht. Jango hat Monatskarte." Er grinste und biss mit lautem Krachen in die Kokosnuss, die er in seiner Pranke hielt. Warum lächelt der Autofahrer und was findet er an dem Aussehen lustig? Weil der Typ so etwas neandertaloides hat und sich dabei anscheinend ganz toll vorkommt? Velaranis Verständnis von Karton könnte regional geprägt sein: Zeichenkarton ist ein Bogen, ein Pappkarton ein Behälter - ein Gesicht wie ein verbeulter Schuhkarton ist originell und witzig. Quadratisch, praktisch, gut! :o) Kennst Du den Vergleich, "ein Gesicht wie ein Romika-Schuh"? - Reintreten und sich wohlfühlen! Die Beschreibung der mäßig ausgeprägten Schaltzentrale und des unproportional kleinen Kopfes ließ mich grinsen. - Tja, lieber Reiner, viel Kommentartext, aber im Grunde nur eine Kernaussage: Kürzen! Liebe Grüße von Metta

Eingetragen am: 23.08.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Velarani! (Siehst Du, jetzt weiß ich Deinen Namen richtig zu schreiben.) Da dieser Beitrag in einem früheren Kapitel steht, nehme ich nicht an, dass noch andere Kommentare kommen, daher die schnelle Antwort: Ich weiß noch nicht genau, wie ich Deine Ratschläge verarbeite. Aber sie sind gespeichert. Danke! Die Entstehung dieses Textes war schon eigenartig. Metta hatte mich gerade angeschubst, ja sogar angeleitet, wie ich weitermachen könnte. Ich war mir aber noch nicht sicher, ob ich das auch tun sollte, da fiel mir so ein Mensch bei der morgendlichen Einkaufsfahrt um halb neun auf. Der war so beeindruckend, dass ich sofort wusste, dass ich weitermache, dass ich mit seiner Beschreibung anfange, welchen Part er im Buch spielen soll. Das war schon klar, bevor ich ihn weiter beobachtete. Diese "Erscheinung" auf dem Bürgersteig tauchte wirklich in dem günstigsten Moment für meine Entscheidung auf. Natürlich habe ich die Person etwas überzeichnet, doch diese Eindrücke haben sich wirklich in dem kurzen Moment des Vorbeifahrens ergeben. Mit den frischen Eindrücken im Kopf habe ich mich an den PC gesetzt, und mittags war der Text eingesandt. Ich stelle mir das so vor, dass der Protagonist - wahrscheinlich nicht Ich-Erzähler - diese Person in der Nähe des späteren Konfliktortes sieht. Dann ist der Leser vorab informiert, was er erwarten kann, wenn die beiden aufeinandertreffen. LG, Velarani. Danke noch mal für Deine Hinweise. Hoffentlich ist der Zug noch nicht abgefahren. Es wäre für mich jetzt noch so viel nachzulesen. Auch Deine späteren Texte. Die ersten haben mich ja schon sehr beeindruckt. Wie komm ich da nur nach. Tschüss, Norbert

Eingetragen am: 19.08.2008

Kommentar von Velarani

Hallo Reiner, schön, dass du wieder dabei bist! Deine Beschreibung gefällt mir, aber für den kurzen Moment des Vorbeifahrens im Auto finde ich sie zu lang. Manches ist schwer vorstellbar, z.B. "kartonartig" ließ mich eher an Pappendeckel denken, also einen flachen Kerl, aber dann ist es ein "Fleisch- und Muskelkasten", mit den "anderthalb Dezimetern" und den Armen ging's mir genauso. Schön finde ich die vielen Einzelheiten und den flapsigen, etwas überheblichen Ton - wahrscheinlich brauchst du eine andere Situation. Den Moment der Konfrontation vielleicht, wo dann zwischen "action"-Szenen solche übergenauen Wahrnehmungen eingeschoben werden können? So, ich hoffe, das hilft dir weiter, und ich freue mich auf mehr von dir! LG Velarani

Eingetragen am: 19.08.2008

Eingetragen am: 14.08.2008 von Angelika Wagner
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"Was hat sie, was ich nicht habe?", Cora richtete diese Frage an ihre beste Freundin. Eva war manchmal etwas zu direkt, aber Cora wollte es wirklich wissen.
"Rehbraunes, seidig glänzendes Haar, das ihr bis zu ihrer Vespentailie reicht. Maße, schätzungsweise 90/60/85. Lange, makellose Beine, die sie im Minirock gerne zeigt und, die auch ohne Stilettos ihre Wirkung nicht verfehlen. Dazu dieses offene, freundliche Gesicht. Grüne Katzenaugen, volle Lippen und ein paar unschuldige Sommersprossen auf einer Stubsnase?" "Aber wenn er auf so einen Frauentyp stehen würde, hätte er sich doch gleich so eine suchen können. Warum hat er dann mich geheiratet?" "Tja, da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, er weiß auch nicht mehr, warum er dich geheiratet hat. Oder sie hat noch weitere Vorzüge, die nicht äußerlich erkennbar sind. In beiden Fällen hast du wohl ein Problem."...


Eingetragen am: 10.08.2008 von Sabrina Moriggl
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Er stand dort im Dunkeln und wartete auf seine Befehle.
Mir kam er vor wie einer dieser Steinsoldaten aus China, und sein verfurchtes Gesicht mit den schmalen Augen verstärken den Eindruck nur. Ich grüße ihn. Keine Antwort, seine Lippen bleiben fest aufeinander gepresst, aus den Augen funkelt mich blosser Hass an. Soll er doch, er muss sich eben damit abfinden das wir Brüder sind. Ich akzeptiere seine wilde Erscheinung mit den langen Haaren und versuche erst gar nicht ihn zu ändern. Warum auch? Wir haben nichts gemein, mein oberstes Ziel ist es, so wenig Schaden wie möglich anzurichten, er hingegen geht wie ein Beserker mit den Schlagring auf Menschen los. Das ist eben seine Art das Leben in diesen verbrauchten, kollossartigen Körper zu spüren.


Kommentar von Velarani

Du warst aber fleißig in den letzten Tagen! Dieser Beitrag hier gefällt mir sehr gut, vor allem der Vergleich mit dem Steinsoldaten und die knappe Charakterbeschreibung der beiden Brüder. Seit deinem letzten Beitrag grübele ich darüber nach, wie Gänseblümchen riechen, meine im Garten riechen nämlich gar nicht. Hat da jemand eine besonders feine Nase? LG Velarani

Eingetragen am: 11.08.2008

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