(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 33 mit Übungsaufgabe

13.08.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 31.12.2008 von Bullerdiek
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21448

33/Üb. 17

Den Text mindestens um ein Viertel kürzen: Ohne Substanzverlust maximal reduzieren und kürzen:


Über die Person, die ihm das alles angetan hatte, war Hans außer jedem Zweifel: Seinen einzigen Existenznachweis, alles woran sein Herz hing, so nachhaltig zu zerstören, das konnte
nur der Alte gewesen sein: der nichts von dem, was er wollte und konnte, akzeptierte und der von ihm gerade so viel verstand, um alles, was er liebte und anstrebte, zerstören zu können. Das war kein Vater. Von dem wollte er auch nichts mehr wissen und annehmen, und mit dem wollte er nicht mehr unter einem Dach zusammenleben, keinen Tag länger.
Die Suche nach weiteren Skripten stellte Hans bald ein. Es war fast so schlimm, wie er es befürchtet hatte. Nichts war mehr da. Fast alles, was er jemals geschrieben hatte, verloren – eine ältere unvollendete Erzählung ausgenommen, die sie vor längerer Zeit auf Charlies Schreibmaschine ins Reine geschrieben hatten und einige Gedichtversuche, die im Original und als Durchschlag ebenfalls bei Charlie waren.

Veränderter Text:

Über die Person war Hans außer Zweifel: Alles woran sein Herz hing, zu zerstören, das konnte nur der Alte gewesen sein: der von ihm gerade so viel verstand, um alles, was er liebte und anstrebte, zerstören zuz können. Von dem wollte er nichts mehr wissen und annehmen, und mit dem wollte er nicht mehr zusammenleben.

Die Suche nach weiteren Skripten stellte Hans bald ein. Fast alles, was er jemals geschrieben hatte, war verloren – eine unvollendete Erzählung ausgenommen und einige Gedichtversuche, die bei Charlie waren. RieJ, Kap. 25, Üb. 13:


Eingetragen am: 17.12.2008 von Jasmin
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21333

Erste Fassung:

Es ist schon spät, als Sarah sich allein in einer Ecke des Sofas im Wohnzimmer bequem gemacht hat und in ihren Armen ein weiches Zierkissen hält. Sie sitzt im Dunkeln und sie hört nur den Wind draussen rauschen. Sie schaut durch das Fenster hinaus und schenkt ihre Aufmerksamkeit dem Vorboten eines Gewitters. Plötzlich ertönt ein lauter Knall direkt über dem Hausdach. Sarah zuckt erschrocken zusammen. Ein düsteres Donnergrollen folgt. Wie im Fernsehen schaut sie draussen einem bizzaren Blitz zu, der ein leuchtendes Muster am wolkenverhangenen Himmel malt. Einen Augenblick erhellt das Licht, das in Dunkelheit eingehüllte Wohnzimmer.

Gekürzte Fassung:

Es ist spät, als Sarah sich auf dem Sofa im Wohnzimmer bequem gemacht hat und ein Zierkissen hält. Sie sitzt im Dunkeln und hört den Wind rauschen. Sie schaut durch das Fenster und schenkt ihre Aufmerksamkeit dem Vorboten eines Gewitters. Plötzlich ertönt ein Knall über dem Hausdach. Sarah zuckt zusammen. Ein Donnergrollen folgt. Sie schaut einem Blitz zu, der ein Muster am Himmel malt. Einen Augenblick erhellt das Licht das Wohnzimmer.


Eingetragen am: 13.12.2008 von sjoukje
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21203

Vorher
Blind vor Tränen lief sie immer tiefer in den Wald hinein und hörte nicht, dass irgend jemand ihren Namen rief. An der Zwillingsbuche blieb sie stehen und lehnte ihr Gesicht gegen den alten Baum. Sie weinte, bis sie keine Tränen mehr hatte und drehte sich plötzlich um, weil sie ein Geräusch hörte. „John!“ Ein Schrei entfloss ihrer Kehle. Verzweifelt warf sie sich in seine Arme und er sprach tröstend auf sie ein, bis sie wieder ganz sie selbst war. Sie löste sich aus seinen Armen und sagte: “Danke John.“ „Ist schon gut“, sagte er sanft. „Komme mit, die anderen werden sich Sorgen machen.“ „Ist mir völlig egal“, begann sie wieder, aber dann sagte sie spontan: „John, warum bist du nicht verstrahlt?“ Er sah sie verdattert an. „Das ist eine lange Geschichte Lena. Vielleicht erzähle ich sie dir ein anderes Mal.“ „Na komm schon, beantworte wenigsten meine Frage ...“

Nachher
Heulend lief sie tiefer in den Wald und hörte nicht, dass jemand sie rief. An der Zwillingsbuche blieb sie stehen und lehnte sich dagegen. Sie weinte, bis sie keine Tränen mehr hatte und drehte sich um, weil sie etwas hörte. „John!“ Sie schrie und warf sich in seine Arme. Er hielt sie fest, bis sie wieder sie selbst war. Sie löste sich aus seinen Armen und sagte: “Danke.“ „Ist schon gut“, brummte er. „Komme mit, sie warten schon.“ „Ist mir egal“, begann sie und fuhr fort: "Warum bist du nicht verstrahlt?“ Er sah sie an. „Diese Geschichte Lena, erzähle ich dir ein anderes Mal.“ „Beantworte bitte meine Frage ...“


Eingetragen am: 13.12.2008 von britta khokhar
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21199

ich bin eine richtertisch und alles was ich erleben muss ist zum kopfschütteln


Eingetragen am: 04.10.2008 von Yvonne
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18876

Vorher:
Es war mitten in der Nacht. Draußen hörte man das Zirpen der Grillen die sich irgendwo in der Dunkeleit befanden. Melisa und ihre Familie schliefen seelenruhig. Doch halt: Melisa wandte sich im Schlaf, drehte sich hin und her. Und plötzlich saß sie Kerzengerade in ihrem Bett, hellwach, geweckt von einem Geräusch. Sie sah sich um. Melisa musste blinzeln, um etwas erkennen zu können, denn ihre Augen hatten sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt. Da war es wieder, dieses Geräusch, dass Melisa in ihrem Schlaf gestört und geweckt hatte. Es hörte sich an wie ein Schluchzen und Wimmern. Melisa stand auf und knipste auf dem Flur das Licht an. Sie kniff die Augen zusammen, denn das Licht blendete ihre Augen. Melisa ging zu Claras Zimmer, denn von dort kam das Geräusch. Sie öffnete leise die Tür und erblickte ihre kleine Schwester, die zusammengerollt auf dem Bett lag und schlief. Wieder dieses Schluchzen. Melisa sah sich im Raum um, dann sah sie die Lieblingspuppe von Clara, die weinen und lachen konnte, wenn man sie anschaltete. Melisa lächelte. Clara hatte vergessen die Puppe auszuschalten. Leise nahm sie die Puppe hoch und schaltete sie aus. Melisa setzte die Puppe zurück und ging in ihr Zimmer. Sie machte die lichter wieder aus und legte sich zurück ins Bett. Kaum hatte sie die Augen geschlossen, übermannte sie der Schlaf und schickte sie wieder ins Land der Träume. (231 Wörter)




Nachher:
Mitten in der Nacht. Draußen das Zirpen der Grillen die sich irgendwo in der Dunkeleit befanden. Melisa und ihre Familie schliefen seelenruhig. Doch halt: Melisa wandte sich im Schlaf, drehte sich hin und her. Plötzlich saß sie Kerzengerade in ihrem Bett, hellwach, geweckt von einem Geräusch. Sie sah sich um. Melisa musste blinzeln, um etwas erkennen zu können, ihre Augen hatten sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt. Da war es wieder, dieses Geräusch, dass Melisa in ihrem Schlaf gestört, geweckt hatte. Es hörte sich an wie ein Schluchzen und Wimmern. Melisa stand auf, knipste auf dem Flur das Licht an. Sie kniff die Augen zusammen, dass Licht blendete ihre Augen. Melisa ging zu Claras Zimmer, von dort kam das Geräusch. Sie öffnete leise die Tür und erblickte ihre kleine Schwester, die zusammengerollt auf dem Bett lag und schlief. Wieder dieses Schluchzen. Melisa sah sich im Raum um, da sah sie die Lieblingspuppe von Clara, die weinen und lachen konnte, wenn man sie anschaltete. Melisa lächelte. Clara hatte vergessen die Puppe auszuschalten. Leise nahm sie die Puppe hoch,schaltete sie aus und setzte sie zurück. Sie ging in ihr Zimmer. Sie machte die lichter aus und legte sich ins Bett. Kaum hatte sie die Augen geschlossen, übermannte sie der Schlaf und schickte sie ins Land der Träume.
(217 Wörter)


Eingetragen am: 02.10.2008 von Amanda
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18801

Vorher

Sie wundert sich, warum sie nicht schläft. Sie schlingt den Deckenzipfel über den Kopf, zieht die Füße hoch und umfasst sie mit ihren Händen. Doch alles nützt nichts, sie friert. Das Feuer ist ausgegangen. Verschwende kein Holz, sagte die Mutter. Nachts zu heizen, i s t Verschwendung. Sie tappt durchs Dunkel, stößt sich an der Truhe den Zeh. Nimmt sich eine Jacke, einen Schal und die Mütze. Und die furchtbaren Socken. Aus Wolle. Sie kratzen. Doch heute nacht ist es so kalt, dass alles in Wärme umgewandelt werden muss. So sehr, dass keine einzige Faser der Socken Zeit hat zu kratzen. Sie sind vielmehr Schutzschilder für die Füße. Es ist so dunkel, dass sie die Nacht hören kann. Eiseskälte weht von den Fenstern herüber. Birthe ist sicher, dass die voller Eisblumen sind. Obwohl sie nichts sehen kann. Schwarze, leichte Eisblumen. So schwarz ist die Nacht. Es kam ihr so vor, als könnte sie alles sehen,



Nachher

Sie wundert sich, warum sie nicht schläft. Sie schlingt den Deckenzipfel über den Kopf, zieht die Füße hoch und umfasst sie mit ihren Händen. Doch alles nützt nichts, sie friert. Das Feuer ist ausgegangen. Verschwende kein Holz, sagte die Mutter. Nachts zu heizen, i s t Verschwendung. Sie tappt durchs Dunkel, stößt sich an der Truhe den Zeh. Nimmt sich eine Jacke, einen Schal und die Mütze. Und die Socken. Aus Wolle. Sie kratzen. Doch heute nacht ist es so kalt, dass alles in Wärme umgewandelt werden muss. So sehr, dass keine Faser der Socken Zeit hat zu kratzen. Sie sind vielmehr Schutzschilder für die Füße. Es ist so dunkel, dass sie die Nacht hören kann. Eiseskälte weht von den Fenstern herüber. Birthe ist sicher, dass die voller Eisblumen sind. Obwohl sie nichts sehen kann. Eisblumen. So schwarz ist die Nacht. Es kam ihr so vor, als könnte sie alles sehen,


Eingetragen am: 18.09.2008 von Anita Decker
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17939

Gregor wünschte sich der Tod käme für ihn genau auf die gleiche Weise, wie er seine Mutter geholt hatte. Völlig überraschend, in einem gut gelaunten Moment.
Am Tag ihres Todes war die Straße vor der Haustüre feierlich geschmückt. Tapeziertische waren aufgestellt, mit langen Bahnen Papiertischdecken bedeckt, und mit großen Thermoskannen voller Kaffee und dazu Pappteller und Tassen und Kuchen und allem bestückt, was zu einem Straßenfest gehörte.
Im Moment ihres Todes war die ganze Nachbarschaft zugegen. Seiner Mutter freute sich wie jedes Jahr über dieses Ereignis, dieser Tag war gut genug für ihr chicstes Kleid und ein Gläschen Likör.
Seine Mutter war vierundsechzig Jahre alt als der Tod sie ereilte, hatte ein paar Kopfschmerztabletten genommen, damit das Pochen hinter ihrer Stirn ihr nicht den Tag verderben würde, hatte ein Glas in der Hand und ein Lächeln auf den Lippen als Gregor sie zum letzten mal lebend sah.
Augenblicklich begann er sie zu vermissen. Er war in der notdürftig ausgebauten Dachkammer, in der er seit der Trennung von Lilien lebte ziemlich einsam gewesen. Lilli, die jetzt ausgerechnet mit seinem Cousin Achim zusammen war. Mit Achim, von dem sein Vater gesagt hatte:
"Der wäre mir recht als Sohn. Der taugt wenigstens was. Der hat zwei rechte Hände!" Im Gegensatz zu ihm.
Doch war er hier nicht wirklich allein gewesen. Den Geräuschen zu lauschen, die durch die Luke zu ihm heraufdrangen, war seine liebste Unterhaltung gewesen, während er auf seiner Matratze lag und seine letzte Flasche Doppelkorn leerte, bevor er sich aufraffen wollte am Leben wieder teilzunehmen. Das Leben, dass er da hatte hören können. Der Lärm des Staubsaugers, das klappern des Geschirrs, das Gurgeln der Kaffeemaschine, die grollende stimme seines Vaters, die Türglocke und alle die dadurch angekündigt wurden: der Briefträger, die Nachbarin mit dem neuen Ottokatalog, das Mädchen, dass ihre Katze suchte. Seine Geschwister läuteten nicht an der Tür, wenn sie zu Besuch kamen, sie gingen direkt durch die Garage zum Hintereingang, der stets offen war. Dann konnte man wieder die Kaffeemaschine hören, lebhafte Unterhaltung, Lachen. Manchmal hatten sie über ihn gesprochen. Sie machten sich Sorgen, ließen ihn aber unbehelligt. Das, so fürchtete er, würde sich nun ändern.
Sie würden nach oben kommen, in seinen Sachen herumwühlen und die ganzen leeren Flaschen finden. Wohlmöglich während er gerade ohnmächtig schlief. Sie würden mit leisen, gepressten, vorwurfsvollen Stimmen sprechen, würden sich beraten, eine Entscheidung treffen, über seinem Kopf hinweg. Sie würden die leeren Flaschen entfernen, sie würden auch ihn entfernen. Er musste sich aufraffen, endlich mal, und das tat er.
Er machte sich ordentlich zurecht, nahm am allgemeinen Kaffeekochen, Papiere ordnen, an der ganzen Geschäftigkeit teil, die das Begräbnis seiner Mutter mit sich brachte.
Er fand Gefallen daran dazu zu gehören. Aber zugleich spürte er, er gehörte nicht dazu. Warum war jedes Gespräch zu Ende wenn er dazu kam? was waren das für Blicke? Flüchtig. Prüfend.
Sie versuchten zu ergründen ob er was getrunken hatte. Hatte er nicht, er war Stocknüchtern! Jedenfalls fast. Ein bisschen was hatte er gebraucht, war das ein Wunder, wie konnte man das ertragen unter ständiger Beobachtung zu stehen und wenn er in ihre Gesichter sah, las er darin: "Du, Gregor bist schuld an ihrem Tod. Wegen Dir hat sie sich so viel Sorgen gemacht!"

Ja, er war ein Säufer. Seine Mutter hatte aber eine Menge Tabletten genommen, immer schon. das war auch so was wie Saufen und das hatte sie schon getan als er Obstsaft für das köstlichste Getränk hielt. Als der alte noch gesoffen hatte. Jetzt trank der Alte nicht mehr - das wurde von der ganzen Sippschaft geradezu ehrfurchtsvoll gewürdigt, und alles, was er ihnen angetan hatte, die Wutausbrüche und alles, das war vergessen. Jetzt hatten sie ihn, Gregor als Prügelknaben. Nun, sollten sie haben was sie wollten. Er legte sich einen guten Vorrat an Spirituosen an und wartete oben auf seiner Matratze darauf, dass sie kamen um ihn zu holen..






bearbeitete Fassung


Gregor wünschte sich der Tod käme für ihn genau auf die gleiche Weise, wie er seine Mutter geholt hatte. Überraschend, in einem gut gelaunten Moment.
Am Tag ihres Todes war die Straße vor der Haustüre feierlich geschmückt. Tapeziertische waren aufgestellt, mit Papiertischdecken bedeckt, und mit großen Thermoskannen, Kuchen und allem bestückt, was zu einem Straßenfest gehörte.
Im Moment ihres Todes war die ganze Nachbarschaft zugegen. Seiner Mutter freute sich wie jedes Jahr über dieses Ereignis, dieser Tag war gut genug für ihr chicstes Kleid und ein Gläschen Likör.
Sie war vierundsechzig Jahre alt als der Tod sie ereilte, hatte ein paar Kopfschmerztabletten genommen, damit das Pochen hinter ihrer Stirn ihr nicht den Tag verdarb, hatte ein Glas in der Hand und ein Lächeln auf den Lippen als Gregor sie zum letzten mal lebend sah.
Augenblicklich begann er sie zu vermissen. Er war in der notdürftig ausgebauten Dachkammer, in der er seit der Trennung von Lilien lebte ziemlich einsam gewesen.
Doch war er hier nicht wirklich allein. Die Geräusche, die durch die Luke zu ihm heraufdrangen, waren seine Unterhaltung, während er auf seiner Matratze lag und wie immer seine letzte Flasche Doppelkorn leerte, bevor er sich aufraffen wollte, um am Leben wieder teilzunehmen. Das Leben, dass er da hörte. Der Lärm des Staubsaugers, das Klappern des Geschirrs, das Gurgeln der Kaffeemaschine, die grollende Stimme seines Vaters, die Türglocke, die den Briefträger ankündigte. Seine Geschwister läuteten nicht an der Tür, sie gingen direkt durch die Garage zum Hintereingang. Dann konnte man wieder die Kaffeemaschine hören, lebhafte Unterhaltung, Lachen. Manchmal hatten sie über ihn gesprochen, doch sie ließen ihn unbehelligt. Das, so fürchtete er, würde sich nun ändern.
Sie würden nach oben kommen, in seinen Sachen herumwühlen und die ganzen leeren Flaschen finden. Wohlmöglich während er gerade ohnmächtig schlief. Sie würden mit leisen, gepressten Stimmen sprechen, würden sich beraten, eine Entscheidung treffen, über seinem Kopf hinweg. Sie würden die leeren Flaschen entfernen, sie würden auch ihn entfernen. Er musste sich aufraffen.
Er machte sich ordentlich zurecht, nahm am allgemeinen Kaffeekochen, Papiere ordnen, an der ganzen Geschäftigkeit teil, die das Begräbnis seiner Mutter mit sich brachte.
Er fand Gefallen daran dazu zu gehören. Aber zugleich spürte er, er gehörte nicht dazu. Warum war jedes Gespräch zu Ende wenn er dazu kam? Was waren das für Blicke? Prüfend.
Sie versuchten zu ergründen ob er was getrunken hatte. Hatte er nicht, er war Stocknüchtern! Jedenfalls fast. Ein bisschen was hatte er gebraucht, wie konnte man das ertragen unter ständiger Beobachtung zu stehen und in ihren Gesichter las er: "Du, Gregor bist schuld an ihrem Tod. Wegen Dir hat sie sich so viel Sorgen gemacht!"

Ja, er war ein Säufer. Seine Mutter hatte aber eine Menge Tabletten genommen. Das war auch so was wie Saufen und das hatte sie schon getan, als er Obstsaft für das köstlichste Getränk hielt. Als der Alte noch gesoffen hatte. Jetzt trank der Alte nicht mehr - das wurde von der ganzen Sippschaft geradezu ehrfurchtsvoll gewürdigt, und alles, was er ihnen angetan hatte war vergessen. Jetzt hatten sie ihn, Gregor als Prügelknaben. Nun, sollten sie haben was sie wollten. Er hatte einen guten Vorrat an Spirituosen oben. Er wartete auf seiner Matratze darauf, dass sie kamen um ihn zu holen..


Eingetragen am: 13.09.2008 von kkaa
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17759

Vorher:

Im Arbeitszimmer stützte er die Ellbogen auf den Tisch und vergrub den Kopf in den Händen. Es war einfach alles viel zu viel, dachte er, und merkte, wie ihm Tränen in die Augen schossen. Der ewige Stress und Streit zuhause, sein Beruf, der ihn ungeachtet der Schrecken, die in sein Leben getreten waren, genauso forderte, wie eh und je, und nun noch diese quälende Angst vor der Bloßstellung, die seit Tagen immer gleichen, ausweglosen Grübeleien. Und weshalb das alles? Hatte er ein Verbrechen begangen? Hatte er sich seinen Pflichten im Dienst oder als Familienvater entzogen? Hatte er sich überhaupt jemals irgendeiner echten oder vermeintlichen Verpflichtung entzogen? Nein! Und selbst seine verborgene Lust, die ihm jetzt zum Verhängnis zu werden drohte, wenn er sie wenigstens voll ausgelebt hätte. Aber auch diesen Trieb hatte er immer klein gehalten, mühevoll versteckt vor den Augen der Welt, mit ängstlich-bewunderndem, manchmal neidischem Blick auf jene, die offen lebten, was ihre Neigung war. Plötzlich fühlte er sich kleinbürgerlich und erbärmlich. Und ganz allein. (167 Wörter)

Nachher:

An seinem Schreibtisch vergrub er den Kopf in den Händen. Es war einfach alles viel zu viel. Der ewige Streit zuhause, sein Beruf, der ihn ungeachtet der Schrecken, die in sein Leben getreten waren, genauso forderte, wie eh und je, und nun noch diese quälende Angst vor der Bloßstellung, die seit Tagen gleichen, ausweglosen Grübeleien. Und weshalb das alles? Hatte er ein Verbrechen begangen? Hatte er seine Pflichten verletzt? Hatte er sich überhaupt jemals einer echten oder vermeintlichen Verpflichtung entzogen? Nein! Und selbst seine verborgene Lust, die ihm jetzt zum Verhängnis zu werden drohte, hatte er niemals wirklich ausgelebt. Immer hatte er sie klein gehalten, mühevoll versteckt vor den Augen der Welt, mit ängstlich-bewunderndem Blick auf jene, die ihre Neigungen offen lebten. Plötzlich fühlte er sich kleinbürgerlich und erbärmlich. Und ganz allein. Tränen schossen ihm in die Augen. (138 Wörter)


Eingetragen am: 01.09.2008 von Monika Herwig
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17089

Vorher

Die Eltern von Sophie sitzen sich dumpf gegenüber. „Weil du immer Recht haben musst!“ Fast unhörbar spricht die Mutter Eva in den Tisch. Fritz, der Vater, ballt die Fäuste, zieht noch mehr den Kopf ein. Er weiß nicht mehr weiter. Denken kann er auch nicht. Er zählt leise murmelnd die Blumen auf der Tischdecke. Das Muster war ihm bisher noch nie aufgefallen.
Evas Tränen tropfen in immer schnellerem Rhythmus auf die Tischdecke.
Sophie lugt atemlos durch den Türspalt. Was ist los mit ihren Eltern? Sie reden so leise, dass sie nichts verstehen kann.
Eva greift nach einem Taschentuch und schnäuzt sich geräuschvoll. Fritz sieht zu ihr.
Sophies Herz zieht sich zusammen. So einen traurigen resignierten Blick hat sie bei ihrem Vater noch nie gesehen.

Nachher
„Weil du immer Recht haben musst!“ Fast unhörbar spricht Eva, die Mutter, in den Tisch. Fritz, der Vater, sitzt ihr gegenüber, ballt die Fäuste, zieht den Kopf ein. Er weiß nicht mehr weiter. Denken kann er nicht. Er zählt leise die Blumen in der Tischdecke. Das Muster war ihm noch nie aufgefallen.
Eva greift nach dem Taschentuch, schnäuzt sich. Fritz sieht zu ihr.
Sophies Herz zieht sich zusammen. So einen traurigen resignierten Blick hat sie bei ihrem Vater noch nie gesehen.


Kommentar von Elisabeth

Liebe Monika, du hast eine lähmende Situation gut beschrieben. Dein zweiter Text gefällt mir einwenig besser. Aber ich würde auch "durch den Türspalt lugen" drin lassen und ich würde vielleicht noch die Namen der Eltern weg lassen. Ganz toll wie du die Ausweglosigkeit des Vaters beschreibst, mit dem Zählen der Blumen auf der Tischdecke, die er zum ersten mal bewußt sieht..., sehr wirklichkeitsnah!!! Ich habe übrigens auch deine anderen Texte gelesen, dein Schreibstil gefällt mir! Liebe Grüße

Eingetragen am: 06.09.2008

Kommentar von scacha

Danke, Monika, für Deinen Kommentar zu meinem Text, und ich habe gleich Deinen gelesen. Irgendwie finde ich Deinen längeren Text (auch) besser! Das mit dem "durch den Türspalt lugen" kommt mir zum Beispiel wichtig vor. Deine Sätze scheinen mir schon sehr sparsam und prägnant. Interessant, Du hast was Ähnliches zu meinem Text gesagt. Ich finde das total schwierig und habe schon ganz negative Erfahrungen gemacht mit dem "zu sehr kürzen", bis ich hinterher gar kein Gefühl mehr für meinen Text hatte. Bei dem Übungstext hier hatte ich den Eindruck, der Text sei wirklich besser geworden. Aber Dir gefiel der längere besser? Danke jedenfalls! Viele Grüße, Scacha

Eingetragen am: 03.09.2008

Eingetragen am: 31.08.2008 von Kirsten
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17066

Variante 1
Ein kühler Luftzug weht ihr entgegen, als sie in das Dunkel tritt. Ganz schmal und eng ist alles um sie herum. Sie tastet mit den Händen. Überall um sie herum ist Fels. Erstaunlich trocken. Vorsichtig tastet sie sich weiter. „Autsch“ sie ist mit dem Kopf oben an die Decke gestoßen. Und immer noch ist es stockdunkel. Die Enge drückt ihr auf den Brustkorb und macht ihr das Atmen schwer. Aber sie fühlt erstaunlicherweise keine Furcht. Flüchtig greift sie nach dem Amulett und geht , mit den Händen tastend, weiter. Immer wieder b leibt sie stehen und lauscht, aber außer dem fernen Rauschen des Wasserfalles und dem Klopfen ihres Herzens gibt es hier im Innern keine Geräusche. Nach einer halben Ewigkeit als Kyra schon fast an Umkehr denkt, knickt der Weg plötzlich völlig unerwartet ab, weitet sich und sie steht auf einem Platz, der spärlich beleuchtet ist. Das Mädchen schreit erschrocken auf. Einen Augenblick benötigen ihre Augen, sich wieder an das Licht zu gewöhnen, ihr Atmen geht wieder leichter.

Variante 2
Mit einem Schritt tritt sie in die Dunkelheit ein. Nur mit den Händen tastend bewegt sie sich vorwärts, solange, bis sie fast den Mut verliert. Plötzlich jedoch macht der Weg einen Knick und sie steht auf einem schwach beleuchteten Platz. Nach dem ersten Schreck sieht sie sich um.


Kommentar von Monika Herwig

Hallo Kirsten, deine erste Version hat mir besser gefallen, weil hier viel mehr Stimmung eingefangen ist. Es ist ein wenig ausufernd und du könntest ein wenig kürzen. Die Variante 2 ist unpersönlich und nicht packend. Liebe Grüße Monika

Eingetragen am: 01.09.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Maju
[ Lesezeichen ]

16756

Liebe Schreiberlinge, habe leider einige Aufgaben noch nicht bearbeitet und auch das Kommentieren ist etwas zu kurz gekommen. Hoffe, dass ich noch einiges nachholen kann. Dies ist ein Abschnitt aus meinem Beitrag zum Wetterkapitel (16632)

Jasmin und Yasemin
Kapitel: Micky verschwindet
"Puh, ist das heiß", stöhnt Jasmin und trocknet sich mit einem Handtuch den Schweiß ab.
Sie sitzen am Swimmingpool von Pias Eltern und lassen die Füße im Wasser baumeln. Bei Pia ist es allerdings nur ein Fuß, weil der andere immer noch in einem Gipsverband steckt. Micky, Pias kleiner Kater hat es sich neben Pias ausgestrecktem Gipsfuß gemütlich gemacht und schnurrt entspannt.
"Macht es dir was aus, wenn ich 'ne Runde schwimmen gehe?" fragt Jasmin und schaut mitleidig auf Pias Fuß.
"Quatsch, warum denn das? Nur weil ich zu blöd war und mir den Fuß gebrochen habe, musst du ja nicht darunter leiden."
Sehnsüchtig sieht Pia auf das glitzernde Wasser.
"Man, bin ich froh, wenn der blöde Gips nächste Woche ab ist. Ich werd noch richtig fett vom Herumsitzen!"
(134 Wörter)

2. Fassung

"Puh, ist das heiß", Jasmin wischt sich den Schweiß ab. Sie sitzen am Swimmingpool und lassen die Füße im Wasser baumeln. Bei Pia ist es nur ein Fuß, denn der andere steckt noch in Gips. Micky liegt neben Pia und schnurrt.
"Ich muss ins Wasser! Ist das OK für dich?" fragt Jasmin.
"Na sicher, nur weil ich nicht ins Wasser kann, musst du ja nicht leiden." Sehnsüchtig schaut Pia in den Pool. "Ich bin froh, wenn der Gips nächste Woche verschwindet. Ich werde noch richtig fett vom Herumsitzen.
(92 Wörter)


Kommentar von Monika Herwig

Hallo Maju, mir gefällt dein erster Text besser. Auch hier ist viel mehr Stimmung eingefangen als in der 2. Fassung. Es ist allerdings die Frage, wann erscheint der Text im Buch, unter welchen Voraussetzungen, was weiß der Leser schon. Das finde ich bei den Aufgaben ein wenig schwierig, denn in diesen kurzen Ausschnitten kann man nicht alle Personen erklären. Der Dialog der ersten Fassung ist viel besser, finde ich. Liebe Grüße Monika

Eingetragen am: 01.09.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von Antigone
[ Lesezeichen ]

16731

Zeilen 12, Wörter: 125
Heute musste ich jedenfalls nicht ins Dunkle, heute steh' ich stolz auf der Kommode neben den edelsten Geschöpfen. Der Flakon rechts neben mir zum Beispiel duftet wie ein üppiger Paradiesgarten, die elegante Schale zu meiner Linken ist randvoll mit dem kostbarsten Schmuck beladen und der große Barockengel in der Mitte wurde sicher aus feinstem Porzellan gefertigt. Das ist die Gesellschaft, in der ich mich wohl fühle! Und keiner meiner neuen Nachbarn hat es nötig, auch nur ein bisschen anzugeben. Wer von ihnen wohl am besten über meine Liebste Bescheid weiß? Wen soll ich nur ansprechen? Ich glaube, der Engel sieht am freundlichsten aus und er hat bestimmt Ahnung von der Liebe. Vielleicht kann er mir sagen, ob das Herz meiner Schönen nur für mich schlägt?

Zeilen: 9, Wörter: 89
Heute musste ich nicht ins Dunkle. Ich stehe auf der Kommode neben den edelsten Geschöpfen. Der Flakon neben mir duftet wie ein Paradiesgarten, die Schale links ist mit Schmuck beladen und der Barockengel in der Mitte wurde aus Porzellan gefertigt. Das ist die Gesellschaft, in der ich mich wohl fühle! Und keiner meiner Nachbarn gibt an. Wer von ihnen wohl am besten über meine Liebste Bescheid weiß? Wen soll ich fragen? Der Engel sieht am freundlichsten aus. Kann er mir sagen, ob das Herz meiner Schönen nur für mich schlägt?


Kommentar von marc

Hallo Antigone, deine Kürzung ist gut gelungen, es liest sich flüssiger. Der Barockengel in der Mitte ist aus feinstem Porzellan. Würde mir besser gefallen, da das Wort "gefertigt" nicht zu der Atmosphäre passt. Es riecht nach Arbeit, Schweiß und Mühe.

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von scacha
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16728

Ihre Gefühle waren früher besser gewesen.
Es gab nichts Furchtbareres, als sich nicht mehr zu Hause zu fühlen. In dieser Mühle wäre überall an jeder Wand Platz gewesen für viele schöne Bilder, für gute Gestalten, für sprechendes Holz und lebendige Vergangenheit. Kasperlefiguren. Wassermann. Der Radgeist, der Mühlengeist. Das perlende Wasser, das vom Orient erzählen kann, nur weil es Wasser ist. Grashüpfer. Sie hätte hier im Heu gelegen, und es wäre eine schöne, ruhige, liebevolle Geschichte geworden, sie hätte in die Nacht gehorcht, sie hätte ins Dunkel gesehen und wäre nicht, nie allein gewesen, oder aber so allein, dass es einen süßen Reiz besaß. Jetzt war es so, als öffneten sich die Wände ein Stück weiter. Die Wände, ihr Grau und Schwarz war tiefer, größer, echter, wahrer, fieser, die Wände öffneten sich ... so fühlte es sich an.

Es gab nichts Furchtbareres, als sich nicht mehr zu Hause zu fühlen. In dieser Mühle wäre genug Platz gewesen für Bilder, Gestalten, Kasperlefiguren ... Einen Wassermann. Perlendes Wasser, das von Mühlengeistern erzählen konnte, nur weil es Wasser war. Sie hätte hier im Heu gelegen, hätte in die Nacht gehorcht, ins Dunkel gesehen und wäre nicht allein gewesen – oder aber so allein, dass es einen süßen Reiz besaß. Doch nichts davon. Das Grau und Schwarz der Wände wurde immer größer, echter, wahrer und fieser. Die Wände öffneten sich.


Kommentar von Velarani

Hallo scacha, ich werd's mal hier los: schön, dass du auch auf der Buchmesse sein wirst! Treffpunkt und -zeit hänge ich dann rechtzeitig an die Pinnwand. LG Velarani

Eingetragen am: 06.09.2008

Kommentar von Velarani

Hallo scacha, ich hätte gern eine Mischung aus beidem. Den Anfang finde ich in der zweiten Fassung prägnanter, nach "Wassermann" wünsche ich mir die Sätze "Das perlende Wasser, das vom Orient erzählen kann, nur weil es Wasser ist. Grashüpfer." Dann wieder Fassung 2 und am Schluss "Jetzt war es so ...", das finde ich viel eindrucksvoller, die kurze Fassung 2 klingt für mich zu sehr nach Horror. Schöner Text! Im übrigen wüsste ich gern mehr von dir - schreib mir doch mal unter Velarani@web.de! Liebe Grüße, Velarani

Eingetragen am: 02.09.2008

Kommentar von Monika Herwig

Hallo scacha, schade, dass du die "lebendige Vergangenheit" gestrichen hast und den Orient und die Grashüpfer. Ich finde, man darf nicht zuuuu rigoros streichen. Manches Geschnörkel und Beschreiben macht den Reiz und die Athmospähre aus. Schön, danke. Liebe Grüße Monika

Eingetragen am: 01.09.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von warnow
[ Lesezeichen ]

16678

ALT

Seit vielen Jahren habe ich einen festen Platz, von dem ich nur einmal im Jahr geholt werde. Der Winfried hat in seinem kleinen Kellerverschlag ein Regal hinein gezimmert, auf dem das oberste Brett für mich reserviert ist. In meinem Inneren bewahre ich bunte Glaskugeln, Tannenzapfen, Lametta, eine Lichterkette und solche Sachen zum Schmücken eines Weihnachtsbaumes auf.
Das Licht der Welt erblickte ich im Sommer 1930. Der Tischler Wenzel aus Leukersdorf baute mich zusammen. Bestellt hatte mich der Franz aus Rongstock, Winfrieds Vater, weil er am 1. Oktober zum Militär sollte, zum tschechischen Militär.
Mit meinen, inzwischen fast 78 Jahren, kann ich mich immer noch sehen lassen. Ich bin ganz solide gearbeitet. Die Ecken sauber verzahnt. Auch die beiden Scharniere und die Schnappschlösser funktionieren noch. Nur mein Tragegriff hat die Zeit nicht überstanden, der ist verloren gegangen und ich kann mich nicht erinnern, wann und bei welcher Gelegenheit das war.
Nur in zwei großen Ereignissen spielte ich eine wichtige Rolle. Das erste zu Beginn, Franz seine Militärzeit. Er war damals 22 Jahre und diente nur vom 1. Oktober bis zum 22. Dezember 1930 in Caslau. Unter dem Feldbett stehend verwahrte ich die persönlichen Sachen meines Soldaten. In den ersten Tagen hörte ich, wie die Soldaten tschechische Kommandos lernten. Sie waren deutschsprachig aufgewachsen, die Befehle während der Dienstzeit waren aber tschechisch. Kurios: So nebenbei bekam ich mit, dass 20 Jahre früher Reservisten aus der gleichen Kaserne zu Haftstrafen zwischen drei und dreizehn Monaten verurteilt wurden, weil sie sich mit dem tschechischen „Zde“, statt mit „Hier“ gemeldet hatten. Damals Österreich-Ungarn, heute Tschechoslowakische Republik.
Wenn ich so nachdenke, dann kommt mir in den Sinn, dass ich dieser kurzen Armeezeit mein Leben verdanke. Verreisen, Urlaub machen, solche Ambitionen hatte Franz und seine Familie nicht. Nach dem Militär war mein Platz auf dem Dachboden, im Sommer etwas zu warm, im Winter sehr kalt, aber trocken.
Und dann kam das Jahr 1946. Das Haus und das Dorf mussten mit unbekanntem Ziel verlassen werden. Die ganze Familie bestand aus Franz mit seiner Frau, drei Kindern von vier bis vierzehn Jahren und der achtzigjährigen Großmutter. Für jede Person durften 50 kg Gepäck mitgenommen werden. Da schlug die große Stunde für mich. Ich war solide und fest gebaut und was ganz wichtig war, sehr leicht. Je weniger die Koffer, Rucksäcke und Kisten wogen, umso mehr Kleidung, Wäsche, Geschirr usw. konnten mit genommen werden. Auf dem Pferdefuhrwerk, welches uns zur 12 km entfernten Kahnverladestelle an der Elbe brachte, lag ich ganz unten. Franz meinte dem Holzkoffer macht die Last der anderen nichts aus. An der Verladestelle lagen zwei Lastkähne, einer für die über 600 Menschen und der andere für das Gepäck. Vor der Abfahrt hatte Franz mich noch mit seiner Adresse beschriftet. Welche sollte er nehmen? Eine neue kannte er nicht, also nahm er seine gewohnte Heimatadresse. Sie ziert noch heute meinen Deckel. Im Bauch des Lastkahnes war es ganz dunkel. Ich war froh, als ich eine Woche später das Tageslicht wieder erblickte. Es dauerte noch etwas, bis wir über Quarantänelager und Notunterkunft uns ein festes Domizil einrichten sollten. Ich war ganz stolz, meine größte Bewährungsprobe bestanden zu haben. Mein Leben wurde wieder beschaulicher.
Als Franz und seine Frau verstarben, nahmen sich die Kinder das eine oder andere Stück vom Hausrat zur Erinnerung. Winfried strich ganz zart über mich und sagte: „Du bleibst bei mir.“

554 Wörter



NEU

Seit vielen Jahren verweile ich im Keller. In meinem Inneren bewahre ich bunte Glaskugeln, Tannenzapfen, Lametta, eine Lichterkette und solche Sachen zum Schmücken eines Weihnachtsbaumes auf.
Im Sommer 1930 baute mich der Tischler Wenzel aus Leukersdorf für Wilfrieds Vater, der am 1. Oktober zum tschechischen Militär sollte.
Mit meinen 78 Jahren, kann ich mich noch sehen lassen. Solide gearbeitet, die Ecken sauber verzahnt, die beiden Scharniere und die Schnappschlösser funktionieren. Mein Tragegriff hat die Zeit nicht überstanden, der ist verloren gegangen und ich kann mich nicht erinnern, wann und bei welcher Gelegenheit.
In zwei großen Ereignissen spielte ich eine wichtige Rolle. Das erste zu Beginn, Franz seine Militärzeit. Er war 22 Jahre und diente vom 1. Oktober bis zum 22. Dezember 1930 in Caslau. Unter dem Feldbett stehend verwahrte ich die persönlichen Sachen meines Soldaten. In den ersten Tagen hörte ich, wie die Soldaten tschechische Kommandos lernten. Sie waren deutschsprachig aufgewachsen, die Befehle während der Dienstzeit waren tschechisch. Kurios: Nebenbei bekam ich mit, dass 20 Jahre früher Reservisten aus der gleichen Kaserne zu Haftstrafen zwischen drei und dreizehn Monaten verurteilt wurden, weil sie sich mit dem tschechischen „Zde“, statt mit „Hier“ gemeldet hatten. Damals Österreich-Ungarn, heute Tschechoslowakische Republik.
Dieser kurzen Armeezeit verdanke ich mein Leben. Verreisen, Urlaub machen, solche Ambitionen hatte Franz und seine Familie nicht. Nach dem Militär war mein Platz auf dem trockenen Dachboden, im Sommer warm, im Winter kalt trocken.
Und dann kam das Jahr 1946. Das Haus und das Dorf mussten mit unbekanntem Ziel verlassen werden. Die ganze Familie bestand aus Franz mit seiner Frau, drei Kindern von vier bis vierzehn Jahren und der achtzigjährigen Großmutter. Für jede Person durften 50 kg Gepäck mitgenommen werden. Da schlug die große Stunde für mich. Ich war solide und fest gebaut und ganz wichtig, sehr leicht. Ein geringes Eigengewicht der Koffer, Rucksäcke und Taschen bedeutete mehr Kleidung, Wäsche, Geschirr usw. Auf dem Pferdefuhrwerk, welches uns zur 12 km entfernten Kahnverladestelle an der Elbe brachte, lag ich unten. Franz meinte dem Holzkoffer macht die Last der anderen nichts aus. An der Verladestelle lagen zwei Lastkähne, einer für die über 600 Menschen und der andere für das Gepäck. Vor der Abfahrt hatte Franz mich noch mit seiner Adresse beschriftet. Welche sollte er nehmen. Eine neue kannte er nicht, so ziert mich noch heute die gewohnte Heimatadresse. Im Bauch des Lastkahnes war es dunkel und ich war froh, als ich eine Woche später das Tageslicht wieder erblickte. Es dauerte noch Wochen, bis wir uns nach Quarantänelager und Notunterkunft ein festes Domizil einrichten konnten. Ich war stolz, meine größte Bewährungsprobe bestanden zu haben. Mein Leben wurde wieder beschaulicher.
Als Franz und seine Frau verstarben, nahmen sich die Kinder das eine oder andere Stück vom Hausrat zur Erinnerung. Wilfried strich zart über mich und sagte: „Du bleibst bei mir.“

465 Wörter


Kommentar von Angela Barotti

Hallo Warnow! Ich fand eigentlich deinen ersten Absatz in der Urfassung sehr schön. Der Leser merkt sofort, dass es sich hier um einen ganz besonderen Koffer handelt, weil sein Besitzer ihm extra ein Regal gezimmert hat. Bitte nimm das wieder mit auf. / Mit den ganzen Datumsangaben verwirrst du mich nur. Auch in der Überarbeitung sind noch zu viele enthalten. Als Leser stresst mich das, weil ich in Bruchteilen von Sekunden entscheiden muss, ob diese Infos für den weiteren Verlauf des Buches eine Rolle spielen könnten – und ich sie mir deshalb merken muss -, oder ob ich diese Info getrost wieder vergessen darf, ohne später im Text „Durchblickschwierigkeiten“ zu bekommen. Mir würde es reichen, wenn ich erfahre, dass der Koffer im Sommer 1930 das Licht der Welt erblickt hat und im Alter von drei Monaten zum Militär eingezogen wurde. Zurzeit hast du den 1. Oktober auch noch doppelt drin: 1x beim Tischler, 1x bei der Militärzeit. / Besonders schön fand ich den letzten Satz. Hier wird die besondere Beziehung der beiden, die bereits im ersten Absatz der Urfassung zu spüren war, nochmals unterstrichen. Der Kreis schließt sich.

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Karin

Hallo, Warnow! Gut gekürzt, aber natürlich ist Dein Text - wie viele andere vor Dir - viel zu lang. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 27.08.2008

Eingetragen am: 26.08.2008 von Gerhild Bauer
[ Lesezeichen ]

16668

Blut – Neubearbeitung 8297
„Du stehst vor dem Steinrelief, hörst die Stimme deines Begleiters, Du siehst, wie der Wind mit dem Schatten und dem Licht spielt und der Stein zu leben beginnt. Du hörst Worte, die Du noch nie gehört hast und Du gleitest in eine völlig fremde Welt, in die magische Welt eines Traumes.
Es waren einmal zwei unabhängige Städte im Tiefland von Petén, eine alte, namens Uaxactún und eine neue, namens Tikal. Beide wurden von Königen regiert und lebten weitgehend friedlich nebeneinander, nur wenn Opferblut für die Götter brauchten, um diese gnädig zu stimmen, führten sie Krieg.
Natürlich beobachtete der König von Uaxactún mit wachsender Besorgnis die aufstrebende Stadt Tikal, er wusste, die Götter verschenkten nichts, sie wollten immer Blut und sie waren gierig und unersättlich. Er war sich jedoch sicher, jedem Angriff seines Nachbarn standhalten zu können.
Den König von Tikal, Groß Jaguar Tatze, plagten wiederum ganz andere Sorgen. Er vernahm den immer drängender werdenden Ruf der Ahnen sich zu ihnen zu begeben und endlich seinen Sohn Schnute als seinen Nachfolger einzusetzen. Groß Jaguar Tatze schob diese Zeremonie immer wieder von sich, er wusste, dass sich sein Volk ständig vermehrte und einen klugen und entschlossenen jungen König brauchte. Seinem Sohn fehlte es nicht an Intelligenz oder Tapferkeit, er war ein eifriger und aufrichtiger Kämpfer und verhielt sich demütig den Ahnen gegenüber. Zu demütig, wie Groß Jaguar Tatze fand. Wie ihm seine Priester berichteten, zog sich sein Sohn nur zu gerne in die Tempelkammern zurück, um sich mit Weihrauch und seltenen Düften zu umgeben und mit den Ahnen Gespräche zu führen. Groß Jaguar Tatze wäre es lieber gewesen, er übte sich im königlichen Ballspiel und im Kampf.
„Er braucht die Herausforderung eines Krieges,“ rieten ihm die Priester, „ in einem Krieg kann er seine Überlegenheit und Stärke beweisen und das Volk wird ihm vertrauen, wie es dir vertraut hat.“ Groß Jaguar Tatze fand den Vorschlag gut, zögerte jedoch, denn er wusste, seine Kräfte ließen nach und eine Niederlage bedeutete unweigerlich seinen Opfertod, und, wie er befürchtete, den Untergang seines Volkes.
Zur selben Zeit fiel ein Mann namens Rauchfrosch durch spektakuläre Taten und provozierende Sprüche auf. Er verhöhnte die Kriegsführung des königlichen Heeres, ließ immer wieder verlauten, die Waffen seien veraltet und ein Krieg wäre heute nur mehr mit der modernen Speerschleuder zu gewinnen. Die Menschen flüsterten sich zu, er hätte noch nie einen Zweikampf verloren und er wäre der beste Mann im Ballspiel. Sie bewunderten ihn, die Soldaten warfen ihm anerkennende Blicke zu und die Mutigeren verlangten gar, er solle ihr zukünftiger König sein.
Die Priesterschaft und der Adel warnten vor ihm und warfen ihm vor, er verhalte sich den Ahnen gegenüber respektlos und er opfere heimlich dem grausamen Todesgott. Über seine Herkunft wurde spekuliert, die einen sagten, er komme aus einer vornehmen alten Familie, die anderen wiederum taten sehr geheimnisvoll und flüsterten, er sei gottähnlicher Abstammung.
Sollte er diesen Menschen zu sich rufen und zum Gefährten seines Sohnes machen? Groß Jaguar Tatze beschloss den Zeremonientempel zu besteigen, sein Blut auf das heilige Papier tropfen zu lassen, es zu entzünden und sich mit den Ahnen zu vereinigen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Nachricht in der Stadt und das Volk strömte zum Tempel, ließ sich davor nieder und wartete aufgeregt auf das Erscheinen des Königs. Drei Tage blieb der alte König unsichtbar, dann füllte sich die Luft mit dem Geruch verbrannten Papiers und weißer Rauch quoll aus den heiligen Kammern.
Der König erschien im strahlend weißen Gewand und sprach laut und kraftvoll zu seinem Volk: „Ich sah unsere Stadt groß und berühmt, gefüllt mit unermesslichen Reichtümern, gleich einem glitzernden Stern am Himmelsbogen und ich sah meinen Sohn hier an meiner Stelle stehen. Dieses Bild wird zu leben beginnen und die Götter werden mit uns sein, doch sie verlangen Opferblut, das wir uns mit den Waffen des Fremden aus Uaxactún holen.
Tosender Jubel stieg zum Heiligtum auf. Die Priester und der Adel schwiegen. Mochte der Kampf mit den fremden Waffen gewonnen werden, sie würden niemals den anerkennen, der sie zu ihnen gebracht hatte.
Rauchfrosch selbst nahm beides wahr, den Jubel des Volkes und die Abwehr des Adels. Mit ernster Miene verneigte er sich vor Groß Jaguar Tatze und überreichte dem Königssohn die Speerschleuder.
„Du fragst dich nun, wer Du in diesem Traum bist. Bist Du ein Zuschauer, ein Würdenträger, bist Du gar der König, sein Sohn oder bist Du der Fremde? Ich sehe, Du schüttelst deinen Kopf – nicht der Fremde, der möchtest Du nicht sein – doch kennst Du einen Traum, in dem Du dir deine Rolle aussuchen kannst? “
Schon am nächsten Tag begannen die Vorbereitungen für den Krieg. Rauchfrosch übernahm es persönlich besonders verwegener Soldaten, den König und seinen Sohn im Umgang mit der Speerschleuder zu unterweisen .
Für seinen Aufstieg musste Uaxactún fallen, er wollte es wieder im neuen Glanz erstehen lassen und es sollte seine Königsstadt werden.
König Groß Jaguar Tatze ging aus diesem Kampf völlig unversehrt hervor, doch er sah, wie der Gegner erbarmungslos und mit großer Grausamkeit bis zum letzten Mann niedergemetzelt wurde und das kostbare Blut nicht in die Opferschale, sondern in der Erde des Schlachtfeldes sinnlos versickerte. Der König schritt über das dampfende und stinkende Kampffeld und stieg hinauf zum Tempel und betrat die heilige Kammer. Sein Sohn fand ihn vor der Opferschale sitzend, in die er sein Blut fließen ließ.
„ Nicht ich, der Fremde hat diesen Krieg gewonnen und er wird die Führung des Landes beanspruchen. Wir können es nicht verhindern. Nun bin ich bereit zu den Ahnen zu gehen und mich mit ihnen zu verbünden. Gemeinsam sind wir stark und mächtig. Und jetzt geh hinunter zu deinem Volk, denn der König von Tikal bist du, vergiss das nie, mein Sohn.“
„Du hörst die Worte verklingen, erwachst aus deinem Traum und gehst langsam weiter. Du siehst zum Boden hinunter und suchst nach Blutspuren, vergeblich. Und dann bleibst Du wieder vor einem Stein stehen und dein Reisebegleiter weist auf die Schriftzeichen hin:
Ein Herr namens Rauchfrosch nannte sich König von Tikal, regierte jedoch in der Stadt Uaxactún. Doch zwei Jahre später bestieg Schnute, der rechtmäßige Nachkomme der Dynastie den Thron in Tikal und seine Nachkommen machten die Stadt zu der mächtigsten Stadt im ganzen Mayareich.

. 1036 Wörter

Blut – Kürzung 1
„Es waren einmal zwei unabhängige Städte im Tiefland von Petén, eine alte, namens Uaxactún und eine neue, namens Tikal. Beide wurden von Königen regiert und lebten weitgehend friedlich nebeneinander, nur wenn Opferblut für die Götter brauchten, um diese gnädig zu stimmen, führten sie Krieg.
Natürlich beobachtete der König von Uaxactún mit wachsender Besorgnis die aufstrebende Stadt Tikal, er wusste, die Götter verschenkten nichts, sie forderten immer Blut und sie waren gierig und unersättlich. Er war sich jedoch sicher, jedem Angriff seines Nachbarn standhalten zu können.
Den König von Tikal, Groß Jaguar Tatze, plagten wiederum ganz andere Sorgen. Er vernahm den immer drängender werdenden Ruf der Ahnen sich zu ihnen zu begeben und endlich seinen Sohn Schnute als seinen Nachfolger einzusetzen. Groß Jaguar Tatze schob diese Zeremonie immer wieder von sich, er wusste, dass sich sein Volk ständig vermehrte und einen klugen und entschlossenen jungen König brauchte. Seinem Sohn fehlte es nicht an Intelligenz oder Tapferkeit, er war ein eifriger und aufrichtiger Kämpfer und verhielt sich demütig den Ahnen gegenüber. Zu demütig, wie Groß Jaguar Tatze fand. Wie ihm seine Priester berichteten, zog sich sein Sohn nur zu gerne in die Tempelkammern zurück, um sich mit Weihrauch und seltenen Düften zu umgeben und mit den Ahnen Gespräche zu führen. Groß Jaguar Tatze wäre es lieber gewesen, er übte sich im königlichen Ballspiel und im Kampf.
„Er braucht die Herausforderung eines Krieges,“ rieten ihm die Priester, „ in einem Krieg kann er seine Überlegenheit und Stärke beweisen und das Volk wird ihm vertrauen, wie es dir vertraut hat.“ Groß Jaguar Tatze fand den Vorschlag gut, zögerte jedoch, denn er wusste, seine Kräfte ließen nach und eine Niederlage bedeutete unweigerlich seinen Opfertod, und, wie er befürchtete, den Untergang seines Volkes.
Zur selben Zeit fiel ein Mann namens Rauchfrosch durch spektakuläre Taten und provozierende Sprüche auf. Er verhöhnte die Kriegsführung des königlichen Heeres, ließ immer wieder verlauten, die Waffen seien veraltet und ein Krieg wäre heute nur mehr mit der modernen Speerschleuder zu gewinnen. Die Menschen flüsterten sich zu, er hätte noch nie einen Zweikampf verloren und er wäre der beste Mann im Ballspiel. Sie bewunderten ihn, die Soldaten warfen ihm anerkennende Blicke zu und die Mutigeren verlangten gar, er solle ihr zukünftiger König sein.
Die Priesterschaft und der Adel warnten vor ihm und warfen ihm vor, er verhalte sich den Ahnen gegenüber respektlos und er opfere heimlich dem grausamen Todesgott. Über seine Herkunft wurde spekuliert, die einen sagten, er komme aus einer vornehmen alten Familie, die anderen wiederum taten sehr geheimnisvoll und flüsterten, er sei gottähnlicher Abstammung.
Sollte er diesen Menschen zu sich rufen und zum Gefährten seines Sohnes machen? Groß Jaguar Tatze beschloss den Zeremonientempel zu besteigen, sein Blut auf das heilige Papier tropfen zu lassen, es zu entzünden und sich mit den Ahnen zu vereinigen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Nachricht in der Stadt und das Volk strömte zum Tempel, ließ sich davor nieder und wartete aufgeregt auf das Erscheinen des Königs. Drei Tage blieb der alte König unsichtbar, dann füllte sich die Luft mit dem Geruch verbrannten Papiers und weißer Rauch quoll aus den heiligen Kammern.
Der König erschien im strahlend weißen Gewand und sprach laut und kraftvoll zu seinem Volk: „Ich sah unsere Stadt groß und berühmt, gefüllt mit unermesslichen Reichtümern, gleich einem glitzernden Stern am Himmelsbogen und ich sah meinen Sohn hier an meiner Stelle stehen. Dieses Bild wird zu leben beginnen und die Götter werden mit uns sein, doch sie verlangen Opferblut, das wir uns mit den Waffen des Fremden aus Uaxactún holen.
Tosender Jubel stieg zum Heiligtum auf. Die Priester und der Adel schwiegen. Mochte der Kampf mit den fremden Waffen gewonnen werden, sie würden niemals den anerkennen, der sie zu ihnen gebracht hatte.
Rauchfrosch selbst nahm beides wahr, den Jubel des Volkes und die Abwehr des Adels. Mit ernster Miene verneigte er sich vor Groß Jaguar Tatze und überreichte dem Königssohn die Speerschleuder. Schon am nächsten Tag begannen die Vorbereitungen für den Krieg. Rauchfrosch übernahm es persönlich besonders verwegener Soldaten, den König und seinen Sohn im Umgang mit der Speerschleuder zu unterweisen. Für seinen Aufstieg musste Uaxactún fallen, er wollte es wieder im neuen Glanz erstehen lassen und es sollte seine Königsstadt werden.
König Groß Jaguar Tatze ging aus diesem Kampf völlig unversehrt hervor, doch er sah, wie der Gegner erbarmungslos und mit großer Grausamkeit bis zum letzten Mann niedergemetzelt wurde und das kostbare Blut nicht in die Opferschale, sondern in der Erde des Schlachtfeldes sinnlos versickerte. Der König schritt über das dampfende und stinkende Kampffeld und stieg hinauf zum Tempel und betrat die heilige Kammer. Sein Sohn fand ihn vor der Opferschale sitzend, in die er sein Blut fließen ließ.
„ Nicht ich, der Fremde hat diesen Krieg gewonnen und er wird die Führung des Landes beanspruchen. Wir können es nicht verhindern. Nun bin ich bereit zu den Ahnen zu gehen und mich mit ihnen zu verbünden. Gemeinsam sind wir stark und mächtig. Und jetzt gehe hinunter zu deinem Volk, denn der König von Tikal bist du, vergiss das nie, mein Sohn.“
Ein Herr namens Rauchfrosch nannte sich König von Tikal, regierte jedoch in der Stadt Uaxactún. Doch zwei Jahre später bestieg Schnute, der rechtmäßige Nachkomme der Dynastie den Thron in Tikal und seine Nachkommen machte die Stadt zu der mächtigsten Stadt im ganzen Mayareich.

888 Wörter


Eingetragen am: 26.08.2008 von Marc
[ Lesezeichen ]

16664

103 Wörter:
Damals achtete ich noch das Gesetz. Draußen, vor der Kneipe standen die Ewigen, die noch nicht nach hause wollten. Wir drängelten uns durch und während Elli sich den Helm überstülpte machte ich das Mottorad an. Die meisten fuhren noch Moped und ich war mächtig stolz auf das Teil.
Elli hatte es donnern gehört und wollte noch vor dem Sommergewitter zuhause sein, also fuhr ich etwas schneller. Aber der eigentliche Grund des Unfalls, war meine Eitelkeit. Vor uns, auf einer langen Geraden knatterten zwei Mopeds und ich blendete ab. Gleichzeitig beschleunigte ich, denn schließlich hatte ich ja ein Mottorad und musste sie ehrenhalber überholen.

70 Wörter:
Draußen vor der Kneipe standen die Ewigen die nicht nach hause wollten. Wir drängelten uns durch. Elli stülpte sich den Helm über und ich machte das Mottorad an, auf das ich sehr Stolz war. Die meisten fuhren noch Moped. Elli hatte es donnern gehört und wollte trocken nach hause kommen, so fuhr ich etwas schneller. Vor uns auf einer langen Geraden knatterten zwei Mopeds und ich blendete ab, beschleunigte aber.


Kommentar von Marc

Vielen Dank an alle. Den Rüffler habe ich gebraucht. Seine Faulheit hinter einer Schreibschwäche zu verstecken ist auch nicht die feine Art. Nun setze ich mich auf den Arsch und pauke. @Karin, ich werde alles beherzigen. Noch setze ich Kommas wie andere Pausenzeichen auf einem Notenblatt. @Elisabeth, ich glaubte „Stolz / Die meisten fuhren noch...“ würde reichen, aber viele mögen es wohl direkter. @Angela: Starten klinkt besser. Ehrenhalber zu überholen – werde ich der direkten Eitelkeit vorziehen. @Ginko: Dein Wortspiel ist wieder sehr originell. Ich verstehe: Die Eitelkeit das Motto des Radbesitzers. @Jenni, bei mir ist der Genitiv dem Akkusativ sein Tod. Ich werde das Buch noch mal lesen müssen, um es zu verstehen. Übrigens, habe ich kein Motorrad mehr angefasst und fahre einen rostigen Kleinkraftwagen. Was aus der Eitelkeit geworden ist hat Ginko verraten.

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Jenni

Hallo Marc. Bei diesem Text finde ich keine der Kürzungen unbedingt notwendig. Vor allem aber würde ich unbedingt den Satz "Aber der eigentliche Grund für den Unfall war meine Eitelkeit." (ohne Komma, und ohne Genitiv übrigens) stehen lassen. Dieser macht gerade den spannenden Moment in Deinem Text aus, macht neugierig, was da passieren wird, und charakterisiert noch dazu den Protagonisten. Auf Rechtschreibung und Kommata könntest Du etwas besser achten. Z.B. fährt der Erzähler Motorrad und nicht Mottorad. Viele Grüße Jenni

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Hier ist beim Stutzen des Textes wesentlicher Inhalt verloren gegangen, nämlich die Eitelkeit des Motto - Rad - Besitzers.

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Angela Barotti

Lieber Marc! Zwar weiß ich um deine Schreibschwäche, möchte dich aber dennoch bitten, aus dem Mottorad ein Motorrad zu machen. / Ein Motorrad ‚anzumachen’ finde ich kraftloser als ein Motorrad ‚zu starten’. Was meinst du? / Der Wunsch, die Mopeds ehrenhalber zu überholen, sollte in Version 2 wieder mit aufgenommen werden. Er war schließlich Auslöser für den kommenden Unfall. Und außerdem gibt er dem Leser einen so schönen Hinweis auf den Charakter des Fahrers.

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Hallo Marc, ohne zu überlegen, kann ich sagen, dass mir die erste Version viel besser gefällt! Deine Sprache in diesem kleinen Text ist einzigartig und findet sich im zweiten nicht mehr. Außerdem spiegelt sich die Eitelkeit des Motorradfahrers im ersten Text viel mehr, was ich für sehr wichtig halte. Liebe Grüße

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Karin

Gut gekürzt! Doch in der neuen Version muss unbedingt der Satz bleiben: ... Aber der eigentliche Grund war meine Eitelkeit ... Dafür kannst du ruhig weglassen: So fuhr ich etwas schneller. Das steht am Ende noch einmal. Dass irgend etwas passieren wird, ahnt der Leser schon. Noch ein Tipp: Befasse Dich mal mit der Kommasetzung. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 27.08.2008

Eingetragen am: 25.08.2008 von Angela Barotti
[ Lesezeichen ]

16634

Hallo ihr Lieben! Leider korrigiere ich nicht sofort beim Schreiben, denn meine Schreibaktivitäten passieren immer zwischen Tür und Angel. Für mich ist es wichtig Meter zu machen, damit ich eine Idee festhalten kann und sie mir nicht verloren geht. Hier also ein Rohtext von März plus erster Überarbeitung von heute. Die Szene spielt in einem Hotelzimmer. Albert hat kurz zuvor Britta kennen gelernt. Er ist noch vollständig bekleidet, sie hat frisch geduscht und trägt einen aufklaffenden Bademantel.

Version 1:
Wieder tupfte ich mir mit meinem Taschentuch die Stirn ab, diesmal weniger des Schweißes wegen, der sich dort bildete, sondern um davon abzulenken, dass es einen Körperteil an mir gab, der sich meinem Willen entzog und sich selbstständig machte; den der dünne Stoff meiner Hose nicht bändigen konnte und dessen Gier nach mehr Platz sich durch kleine zuckende Bewegungen in meinem Schrittbereich bemerkbar machte. Machen musste. Denn ich wagte es nicht meine Augen dorthin zu senken, um zu überprüfen, ob dieser Vorgang auch für Dritte sichtbar wäre.
Sie griff die Flasche nun fester, beugte den Kopf nach hinten und leerte sie in einem Zug. Ein Rülpsen entfuhr ihrer Kehle. Wir lachten beide. Ich ein wenig verlegen, um ihr über diese Peinlichkeit hinwegzuhelfen, sie unbefangen und voller Lebenslust. (127 Wörter)

Verdion 2:
Ich tupfte mir mit dem Taschentuch meine Stirn ab, weniger des Schweißes wegen, sondern um davon abzulenken, dass es einen Körperteil an mir gab, der sich meinem Willen entzog und den der dünne Stoff meiner Hose nicht bändigen konnte. Dessen Gier nach mehr Platz sich durch kleine zuckende Bewegungen bemerkbar machte. Ich wagte es nicht, meine Augen dorthin zu senken, um zu überprüfen, ob dieser Vorgang auch für Britta sichtbar wäre.
Sie setzte die Pikkoloflasche Sekt an den Mund, beugte den Kopf nach hinten und leerte sie in einem Zug. Ein Rülpsen entfuhr ihrer Kehle. Wir lachten beide. Ich, um ihr über diese Peinlichkeit hinwegzuhelfen, sie unbefangen und voller Lebenslust. (110 Wörter)


Kommentar von Putzi

Habe mir Deinen Beitrag durch den Namen geben lassen, weil ich neugierig bin, woran Du zu knabbern hast. Du machst es schon ganz richtig! Erst die Eingebung aufschreiben, weil sie sonst verloren geht und danach kommt Textarbeit dran. Dafür kannst Du Dir Zeit lassen und wenn nötig, zwei, bis drei Mal ändern. Am besten ist es, die Geschichte eine Weile ruhen lassen um inneren Abstand zu gewinnen. Nur so entdeckst Du lässliche Fehler. Textarbeit kann auch Freude machen, vor allem wenn die Geschichte dadurch runder und interessanter wird. Viel Glück und gutes Gelingen, Putzi

Eingetragen am: 12.09.2008

Kommentar von Maju

Hallo, Angela, mir gefällt die zweite Fassung auch besser. Sie ist kurz und knackig. Aber Piccolo würde schon genügen, da wird es klar, dass es Sekt ist. Glaube allerdings nicht, dass man den in einem Zug leeren kann. LG. Maju

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Jenni

Hallo Angela. Im ersten Absatz finde ich die Kürzungen gut, insbesondere weil der erste Satz ungekürzt sehr lang ist. Die Formulierung "Sie griff die Flasche nun fester" finde ich allerdings besser gelungen als in der 2. Version. Das wirkt so entschlossen, und sollte doch eigentlich auch Ginkos Frage beantworten: sie scheint sich Mut anzutrinken. :) lg Jenni

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Hallo Angela, dein zweiter Text gefällt mir besser. Ich denke auch wie Marc, dass du nach "..der sich meinem Willen entzog.." einen Punkt setzen kannst und dann gleich weiter mit "Ich wagte es nicht..." . Dadurch ist es etwas reizvoller, weil " versteckter". Auch würde ich es bei der "Flasche" belassen, sicher weiß der Leser schon, dass es ein Piccolo ist und Flasche passt besser zu allem was danach folgt. Liebe Grüße

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Karin

Hallo, Angela! Ich schließe mich dem Kommentar von Numungo an, entwende Dir jedoch noch einen weiteren Satz. Wenn Du aus einer Flasche trinken willst, ist es immer nötig, dass Du den Kopf nach hinten beugst. Also weglassen. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Frog

Hi Angela! Hoffe, Du hattest einen tollen Urlaub. Mir gefällt Text 2 auch besser, Alberts Verklemmtheit wird hier deutlicher. Glaube, er lacht dankbar über den Rülpser, da er auch von der ihm peinlichen Sache in seiner Hose ablenkt.

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Angela, natürlich hast du recht, erst mal alles nieder zu schreiben, was dir einfällt. Verbessern kannst du immer noch, doch verlorene Ideen sind meist für immer weg. Ich mache das auch so. Die zweite Fassung gefällt mir besser; sie könnte jedoch noch weiter gekürzt werden. Im ersten Satz könntest du den Teil "weniger des Schweißes wegen, sondern" komplett streichen. Im dritten Satz würde ich das "dorthin" herausnehmen; wohin sollte er auch sonst seine Augen senken wollen. Weiter würde ich aus der Pikkoloflasche Sekt einen Piccolo machen. Falls die Flasche wichtig sein sollte, kannst du sie ja noch stehen lassen. Viele Grüsse, Numungo (16250).

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo Angela, mir gefällt der zweite Text besser, weil er sich einfach flüssiger lesen lässt.Durch das Kürzen ist meiner Meinung nach nichts verloren gegangen. Der Text gefällt mir. Gruß Marie.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo Angela, mir gefällt der zweite Text besser, weil er sich einfach flüssiger lesen lässt.Durch das Kürzen ist meiner Meinung nach nichts verloren gegangen. Der Text gefällt mir. Gruß Marie.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Marc

Hallo Angela, die zweite Version gefällt mir schon besser, dennoch könnte nach meinem Gefühl folgendes noch raus: und den der dünne Stoff meiner Hose nicht bändigen konnte. Dessen Gier nach mehr Platz sich durch kleine zuckende Bewegungen bemerkbar machte. Es ginge nicht wirklich Bedeutendes verloren, weil sich jeder der Fantasie besitzt und etwas Erwachsen ist, sich sehr gut vorstellen kann, was du meinst. So indirekt würde ich es spannender finden.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Die Version 2 wirkt nicht nur durch Kürzen knackiger, sondern durch treffendere Wortwahl. Albert nennt seinen selbstständigen Penis nicht beim Namen. Er vermeidet prüfende Blicke und nennt die freundliche Regung "einen Vorgang". Das lässt ihn verschämt wirken, sogar verklemmt. Schließlich will Britta durchaus einen Erfolg sehen mit ihrem offenherzigen Angebot. In Alberts Situation, wenn mein Vervielfältigungsapparat seine Bereitschaft anmeldete, dächte ich "Sekunde noch, Freundchen, gleich darfst du ins Freie!" Brittas Schluck "auf ex" bedarf einer Erläuterung. Entweder stand der kleine Henkell schon so lange offen, dass er fast schal geworden ist, oder das Fläschchen war höchstens noch zu einem Viertel gefüllt, denn sonst wäre ihr das schäumende Gesöff zu Nase und Ohren hinausgesprudelt.

Eingetragen am: 26.08.2008

Eingetragen am: 25.08.2008 von Bibi
[ Lesezeichen ]

16633

Vorher:

Er sprach die Abendkleider, Täschchen und Schuhe an, die Anna in den letzten Wochen und Monaten mit nach Hause gebracht hatte. Sie hatte behauptet, sie wäre im Schneideratelier über eine betuchte Kundin günstig an die Sachen herangekommen. Aber in Wirklichkeit waren es alles Geschenke von Francois.
Schon als Teenager hatte sich Anna solche Sachen gewünscht und die Seiten der Hochglanzmagazine durchgeblättert, in der Hoffnung irgendwann einmal auszusehen wie die Modelle auf den Fotos. Gilles hatte ihr diesen Wunsch nie erfüllt, weil er davon gar nichts wusste. Sie hatte sich stets ihre Kleider selbst genäht. Sie hatte ihren eigenen Stil und dazu war es kostengünstig. Außerdem hätte es ihre finanziellen Mittel überschritten. Aber der Wunsch war geblieben.


Nachher:

Er sprach die Abendkleider, Täschchen und Schuhe an, die Anna in letzter Zeit mit nach Hause gebracht hatte. Eine Kundin des Schneiderateliers hatte ihr die Sachen angeblich günstig überlassen. Aber es waren alles Geschenke von Francois.
Schon immer hatte sich Anna solche Sachen gewünscht, die Seiten der Hochglanzmagazine durchgeblättert und die Modelle bewundert. Gilles wusste davon nichts. Sie nähte ihre Kleider selbst, hatte ihren eigenen Stil. Dazu war es kostengünstig, sie mussten sparen. Aber der Wunsch war geblieben.


Kommentar von Karin

Das ist gar nicht einfach zu entscheiden. Den ersten Absatz der gekürzten Fassung finde ich besser. Im zweiten Absatz würde ich die beiden vorletzten Sätze umbauen; die gefielen mir auch in der alten Fassung nicht besonders: "Sie hatte ihren eigenen Stil und ihre Kleider immer selbst genäht. Aus finanziellen Gründen. Aber ..." Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Gerhild Bauer

Die erste Version gefällt mir besser. "Er sprach an..." finde ich ein wenig unpersönlich, hat er sie ausgefragt.....hat er mit ihr darüber gestritten.... hat er sie gedrängt ihm zu sagen... L.G. Gerhild B.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo Bibi, mir gefällt der erste Text besser. Der ist irgendwie farbiger, ich kann mir alles besser vorstellen. Gruß Marie.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Marc

Hallo Bibi, deine zweite Variante finde ich tadelos.

Eingetragen am: 26.08.2008

Eingetragen am: 25.08.2008 von Ginko Korn
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16624

Dies ist ein Kommentar auf alle Beiträge zum Kapitel 33 :

Sperrangeln hindern das Gleiten der Worte.
Ach, wären sie doch nicht erst eingeklinkt!
Welch ein Gemetzel nun allenthalben!


Kommentar von Metta Maiwald

Ginko gab kern Radschläge, aber mit seiner Metapher hielt er hinterm Berg, oder? Hausaufgabe bei Carola: 13 Metaphern waren gefordert von Lehrerin Malea (16735). Und bei 16022 hast Du mich auch noch nicht besucht. :o(

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Frog

Hallo Ginko! Antwort auf Deine Frage zu #15960: gründlich schief. Der Hund wittert Kummer und nichts anderes. Interessant, dass das von den Frauen hier auch so verstanden wurde. Ansonsten@Marie, ich ziehe vor D i r den Hut, weil Du die Kommentare von Ginko immer verstehst. Da hast Du mir etwas voraus.

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Also Ginko, ich will Dir mal was sagen: Ich hab einen mordsmäßigen Respekt vor Dir, weil Du immer so perfekt bist und weil Deine Kommentare immer so zutreffend sind.Ich hab mich nur nie getraut Dir irgendetwas zu schreiben, weil ich immer oft Fehler mache. Das ist nicht ironisch gemeint! Hut ab vor Dir. Gruß Marie.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Marc

Hallo Ginko, für diejenigen, die Erfahrung haben und schon gut schreiben, mag es zutreffen. Wem aber noch die nötige Selbstkontrolle fehlt, kann es nur nützen. So einige Zeilen sind wirklich besser geworden.

Eingetragen am: 26.08.2008

Eingetragen am: 24.08.2008 von Daniela
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16578

Gestresst kam ich von der Arbeit nach Hause. Ich hatte es eilig, da ich eine Einladung zu einer Feier hatte und schon spät dran war. Viel zu schnell brauste ich auf den letzten Metern kurz vor meinem Zuhause mit verbissenem Gesicht durch die Zone 30 um hier noch etwas Zeit rauszuholen, die mir vorher ein Schleicher auf der Autobahn gestohlen hatte.Mit einer Portion extra viel Schwung ging es um eine scharfe Linkskurve, hinter der ich durch einen Möbeltransporter knallhart ausgebremst wurde.

Gekürzte Version:
Gestresst kam ich von der Arbeit. Ich hatte es eilig, da ich zu einer Feier eingeladen und schon spät dran war. Viel zu schnell brauste ich auf den letzten Metern mit verbissenem Gesicht durch die Zone 30 um hier noch etwas Zeit rauszuholen, die mir ein Schleicher auf der Autobahn gestohlen hatte. Mit einer Portion extra Schwung ging es um eine scharfe Linkskurve, hinter der ich durch einen Möbeltransporter knallhart ausgebremst wurde.


Kommentar von Gerhild Bauer

Hallo Daniela, Die zweite Version gefällt mir besser. Der zweite Satz klingt nun viel eleganter.L.G.Gerhild B.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Benita

Hallo Daniela, ich dachte schon Deinen ersten Text kann man garnicht mehr kürzen. Du hast es aber gut hin bekommen.L.G Benita

Eingetragen am: 25.08.2008

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