(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 37 mit Übungsaufgabe

10.09.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 18.12.2008 von sjoukje
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21349

Ich habe Schwierigkeiten, die Gefühle und Gedanken auf den Protagonisten zu beschränken und neige dazu, die Emotionen der Nebenfiguren ebenfalls zu beschreiben.


Eingetragen am: 13.12.2008 von britta khokhar
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21200

Susanne denkt. ich muss endlcih anfnagen meine träume in die realität umzusetzten in einigen jahren ist es zu spät-

kasif. wenn ich doch endlcih die verdammte krankheit überwinden kann. serd in 2009 mache ich mch endgültig selbständig. ich habe keine lust mehr teller abzzuwaschen, ich denke an eine privatschule. wenn ich schon nicht lehrer werden kann, aber wenigtens direktor von einer schule. während er denkt bei der arbeit zerbrechen mehrere teller. sein chef sagte nichts zwar nichts, aber er hat ihn angeschaut mit blitzendeN augen

ali denkt schon wieder so ein verdammt langes wochende, wann öffenen sich für ihn endlich ih die türen. Hoffentlich hat seine Mutter bald den beiweis für seine unschuld und der Richter sich bei ihm entschuldigen


Eingetragen am: 10.11.2008 von Amanda
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20106

Was ist für mich beim Schreiben das Schwierigste?
Ich fange erst mal mit dem Grammatikalischen an. Ich bin unsicher mit den Verbformen im Konjunktiv, der Möglichkeitsform, und bei der indirekten Rede.

Beim Schreiben fehlt mir der lange Atem. Das ist zwar schon bessergeworden. Das versuche ich zu überwinden, indem ich erst meinen geplanten Text (bei kurzen Texten, denn lange Texte über 20 oder gar 40 habe ich sonst noch nicht geschrieben) herunterschreibe und etliche Male den Text verbessere und mich an die wichtigen Szenen herantaste. Das dauert eigentlich viel zu lange, besonders beim Roman, weil man erst den ganzen Roman schreiben müsste und dann immer und immer wieder korrigieren muss. Ich fürchte, das Ziel aus den Augen zu verlieren und keinen rechten Spannungsbogen zu haben.


Eingetragen am: 24.10.2008 von KaBoe
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19587

Das Ausdenken von Namen für meine handelnden und behandelten Personen bereitet mir große Mühe. Ganz oft habe ich den Eindruck, ich verpasse den Personen etwas Klischéhaftes, wenn ich sie mit Namen anspreche, oder es klingt irgendwie fade, abgedroschen. Hauptpersonen sollten meiner Vorstellung nach mehrsilbige Vornamen und aussprechbare Nachnamen habe, damit man variieren kann, je nach dem, mit wem sie sich unterhalten. Kommt hinzu, dass einige Personen aus heutiger Sicht Ausländer sind, klingen ihre Namen im ersten Moment merkwürdig fremd, obwohl ich extra in landestypischem Umfeld recherchiert habe.


Eingetragen am: 04.10.2008 von Yvonne
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18880

Ich habe manchmal ein problem damit, zwei Sätze so miteinander zu verbinden, dass es gut klingt. Bei mir wirkt es oft abgehackt oder passt nicht wirklich zusammen.
Außerdem kann ich mich nicht kurzfassen. Ich schreibe oft zu viele Details.
Und dann sind da noch die Schachtelsätze. Manchmal kann ich einen Satz nicht kürzen oder trennen. Und wenn ein Satz zu lang ist, steige ich nicht mehr durch. Dann verstehe ich den Sinn oft nicht.
Das sind so meine Probleme beim Schreiben.


Eingetragen am: 03.10.2008 von Michele
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18851

Kurzform
-Zeichensetzung, wenn es um die wörtliche Rede geht.
- Gedanken, Situationen bildlich zu beschreiben. Fasse mich oft sehr kurz und bündig.
- Ideen weiter zu verfolgen.
- Spannung aufzubauen.
- Springe oft in der Zeitform.


Eingetragen am: 23.09.2008 von gabi4113
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18191

Meine Hauptschwierigkeit liegt beim setzen der Kommas. Immer schon, auch während der Schulzeit habe ich mich damit nicht anfreunden können.
Ansonsten Zeitmangel in allen Formen.
Im Moment bedingt durch meine unterschiedlichen Tätigkeiten komme ich kaum vorwärts.
Während meines Hauptberufes regle ich schriftliche Anfragen und Reklamationen in einer großen Firma.
Dabei stehen die Korrespondenz in Firmensprache, die rechtlichen Gegebenheiten und die vorgegebene Einhaltung der Briefform im Vordergrund.
Bei meiner Nebentätigkeit (ich komme ursprünglich aus dem pädagogischen Bereich) gebe ich Förderunterricht für Mathematik in der Grundschule. Dabei stelle ich Aufgaben und Übungstexte der Klassenstufen 1 bis 4 auf. Diese natürlich völlig kindgerecht in einfühlsamer, verständlicher Sprache.
Dann sitze ich am PC und nehme am Autorenseminar teil. Das tue ich sehr gern und habe dennoch im Moment eine völlige Schreibblockade. Schiebe Familientreffen und Haushalt vor, weil ich nach Dienstschluss eine passende Ausrede brauche um nicht zu schreiben.
Jetzt wo die Tage wieder kürzer werden und der Garten nicht mehr so viel Zeit beansprucht wird sicher auch die Muse für das Schreiben wieder aus ihrer Ecke hervor kriechen.
Überleg dir, was du zu opfern bereit bist.
Ja, so hieß es schon am Anfang und genau das muss man sich immer bewusst sein.


Eingetragen am: 23.09.2008 von warnow
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18180

Kurz zusammen gefasst:

1. Den vielfach gepredigten und gewiss auch richtigen Ratschlag: „täglich schreiben“, beherzige ich zu wenig.
2. Eigene oder erzählte Erlebnisse in einen literarisch interessanten Text darzustellen, fällt mir noch schwer.
3. Personen im Handeln charakterisieren, leicht gesagt, für mich noch ein schwieriges Problem.
4. Bei der Konjungation der Verben bleibe ich nicht immer in einer Zeitform.


Kommentar von Metta Maiwald

1. Tröste Dich, die wenigsten von uns schreiben wohl täglich... 2. Was fällt Dir genau schwer beim Erzählen eigener Erlebnisse? Etwas Persönliches preiszugeben? Dich aufs Wesentliche zu beschränken? Wichtig ist, dass Du nicht nur zusammenfassend, sondern auch szenisch schreibst, damit es spannend wird. 3. Dazu habe ich bei Putzi ein Beispiel geschrieben. 4. Problem erkannt, Problem gebannt - selbst wenn Du beim Schreiben mal den Zeitenhopser spielst, beim späteren Korrekturlesen kannst Du gezielt darauf achten und die Fehler ausmerzen, auch wenn es mühsamer ist.

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Elisabeth

Hallo warnow, die gleichen Probleme habe ich auch. Ich glaube Punkt Nr. 1 sollten wir tatsächlich beherzigen, dann haben wir schon mal das Fundament geschaffen. Einfach aufschreiben was wir denken, beobachten ohne den Anspruch Schriftsteller zu werden. Aber das umsetzen ist so schwer. Obwohl wir uns ja auch täglich die Zähne putzen, so könnten wir uns das tägliche schreiben auch angewöhnen. Ich drücke dir die Daumen dazu!

Eingetragen am: 24.09.2008

Eingetragen am: 22.09.2008 von Mani Efthi
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18158

1. Mich kurz zu fassen:
ich baue zuviele Schachtelsätze und verfranze mich in Nebensächlichkeiten und Beschreibungen.....gemerkt? grins

2. Fertiges abschicken:
In meiner Kruschelschublade liegen 4 fertige Kurzgeschichten, 2 Kinderbücher, 1 lustiger Erziehungsratgeber (bin Erzieherin) und 1 dreiviertelser Roman. Meine Antwort auf "Feuchtgebiete" ist auch schon fertig....meine Bekannten finden alles Klasse, aber abgeschickt habe ich es nie.


Kommentar von Metta Maiwald

1. Text eine Weile liegenlassen. Später lesen. Was verwirrend ist, kürzen und umstellen. Wenn möglich, Kontakt zu anderen Autoren knüpfen - Bekannte sind oft euphorische Ratgeber, weil sie es überhaupt toll finden, WENN jemand schreibt. 2. Ich brauche zum Abschicken immer einen konkreten Grund. Im Uschtrin-Newsletter gibt es regelmäßig Informationen über Wettbewerbe, das motiviert, weil es da ein Abgabedatum gibt. Ansonsten: Auch eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. Im Ratgeber des Autorenhaus-Verlags über Kinder- und Jugendbücher von Heidemarie Brosche gibt es ein Verlagsverzeichnis mit Verlagsprogramm und gewünschter Bewerbungsform sowie genaue Angaben, wie ein Manuskript gestaltet sein sollte. Mir hat es sehr geholfen.

Eingetragen am: 24.09.2008

Eingetragen am: 22.09.2008 von Bibi
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18140

Eigentlich schreibe ich, um seelischen Müll loszuwerden. Meine Probleme lege ich auf einem Blatt Papier ab, danach sind sie nicht gelöst, aber ich fühle mich besser. Einen kompletten Roman zu schreiben ist ein Traum und eine große Herausforderung. Da man kein Roboter ist, schreibt man nicht jeden Tag gleich gut. Bisher habe ich immer versucht Probleme beim Schreiben zu umgehen und es vermieden mich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Womit habe ich also beim Schreiben Probleme?
- dass mein Kopf meistens schon weiter ist als meine Hand bzw. Hände
- gut zu schreiben ohne Alkohol
- zuviel Sarkasmus, zuviel Wut
- Angst davor eingewiesen oder verhaftet zu werden, wenn ich wirklich schreibe was ich denke, aber andere laufen auch noch frei herum
- Angst mich lächerlich zu machen, obwohl der Rest der Welt mir eigentlich egal ist
- den Faden komplett zu verlieren und die Arbeit von Monaten in der Schreibtischschublade vor sich hin vegetiert
- den inneren Schweinehund Tag für Tag zu überwinden und überhaupt etwas Gutes zu Papier zu bringen, denn Schreiben für den Papierkorb ist schlecht für die Seele
- dass keiner es liest
- zu unrealistisch und abgehoben zu schreiben
- Grammatik, Zeichensetzung, Rechtschreibung und Ausdruck

Das ganze Paket eben, aber wenn das Schreiben nicht soviel Spaß bringen würde, hätte ich damit aufgehört und wäre als chipsfressender Couchpotato dreißig Kilogramm schwerer, RTL 2 glotzend geendet und würde nicht über meine Elena nachdenken. Das wäre echt schade.


Kommentar von Metta Maiwald

Ich finde es auch schwer, über ganz persönliche Dinge zu schreiben. Manchmal muss ich ein paar Stunden auf dem Sofa liegen und heulen, eine Szene wieder und wieder durchspielen, dann entsteht ein Film, Dialoge, einzelne Sätze - und irgendwann kann die Klappe aufgehen und die Gedanken aufs Papier entlassen werden. Wie bei einer Käsereibe. Da kurbelst Du auch erst eine Weile, bis Du den Parmesan über die Spaghetti kippst, weil es leichter ist, die Reibe auf dem Tisch festzuhalten, als freihändig über dem Mittagsteller zu drehen. Tja, der Alkohol ist vermutlich weniger für den Roman ein Problem, als für Dich, wenn Du so viel schreibst, dass Du abhängig wirst. Versuch's doch einfach mal ohne. Zu viel Wut für wen? Lass erstmal alles raus, sieh es Dir nach einer Zeit noch mal an, und streich dann das, was der Sache nicht dienlich ist. Vor allem: Zeigen, nicht beschreiben. Wenn Du versuchst, beim Leser Stimmung zu machen gegen jemanden, wird es möglicherweise Unmut hervorrufen. Wenn Du aber die Situation schilderst, in der Deiner Protagonistin Unrecht widerfährt, wird der Leser selbst wütend werden und dankbar sein, wenn Deine Protagonistin jemandem eine Blumenvase vor die Füße knallt und ihn wüst beschimpft. Angst, Dich lächerlich zu machen? Lauf nackt über den Marktplatz - das ist jetzt symbolisch gemeint. Angst überwindet man am besten, indem man das tut, was man am meisten fürchtet (vorausgesetzt, es ist bei nüchterner Überlegung nicht lebensgefährlich). Also, fang am besten gleich im Forum damit an! Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung kann man lernen. LG Metta P.S. Habe gerade noch mal in Deinen Beiträgen gestöbert - die sind viel besser als Du glaubst!

Eingetragen am: 24.09.2008

Eingetragen am: 22.09.2008 von Martina
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18137

Bei längerem Überlegen fallen mir einige Schwächen ein und auch bei mir sind es die gleichen, wie viele andere sie hier haben.
Als erstes das Durchhaltevermögen. Ich schaffe es selten eine Geschichte zu Ende zu schreiben. Mittendrin verlässt mich die Lust oder es überkommen mich Selbstzweifel. Da wäre Schwäche Nummer zwei. Oft denke ich, was ich schreibe ist zu banal und würde sowieso keinen Interessieren. Oft fehlen mir einfach die Worte. In Gedanken ist die Szene schön durchdacht und gut formuliert. Wenn ich dann etwas aufschreiben will, finde ich die Worte nicht wieder und es klingt oft nicht mehr so stimmig. Als Jugendliche war ich nicht so kritisch mit mir. Da habe ich dann auch wesentlich mehr geschrieben. Allerdings muss ich sagen, das mir das Schreiben hier im Forum sehr hilft. Ich schreibe nicht jede Übung mit, manchmal fällt mir dazu nichts ein, oder einfach keine Zeit. Aber da ich hier doch schon oft positive Kritik bekommen habe, fühle ich mich sehr motiviert zum Weiterschreiben. Danke dafür. Rechtschreibung und Grammatik machen mir nicht so sehr zu schaffen, auch Zeit kann ich mir oft freischaufeln. Und wenn ich doch mal länger keine Zeit hatte, habe ich auch wieder Lust richtig loszulegen. Ich habe meine Geschichte während des Projekts auch fast fertig geschrieben. Nur das Schlusskapitel fehlt mir noch. Aber da ich es in Gedanken schon fertig habe, fehlt mir die Lust es aufzuschreiben. Naja, irgendwann wird sie schon kommen.


Eingetragen am: 22.09.2008 von Dani
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18127

Liebe Autoren,

wie Herr Korn schon schrieb, die Probleme ähneln sich alle, was einen ja schon trösten kann. Passend zum Thema:
Ein Problem ist der reale Austausch. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit in verschiedenen Städten so etwas wie einen Stammtisch zu organisieren.
Ansonsten fehlt mir vor allem die Gründlichkeit bei der Recherche. Ich habe z.B. über Schwanger sein in einer Übung geschrieben, obwohl ich selbst kleine Kinder habe, waren meine Erinnerungen zum Teil falsch was die Fakten betrifft.
Das Schreiben an sich ist ansonsten zur Zeit kein Problem mehr aber ich habe echt Angst, das Manuskript, wenn es fertig ist, Verlagen etc. zu schicken, bzw. ich habe Angst, dass ich es einfach nicht tue, weil ich mir einrede, das Buch ist noch nicht gut genug und lieber ein neues anfange.
Viel Erfolg für alle hier im Forum, Dani


Kommentar von Benita

Hallo Dani, das mit den Stammtischen an verschiedenen Orten ist eine gute Idee. In meinen kleinen 800-Seelendorf finde ich niemanden mit dem ich mich austauschen kann. Gruß Benita

Eingetragen am: 03.10.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Da scrollst Du mal ganz locker nach oben und schaust immer schön nach links, da tauchen dann zuerst die Top-Links zu Buchtiteln aus dem Autorenhaus-Verlag auf und darüber die Pinnwand. Conny Faulenbach und Kerstin kommen auch aus der Kölner Region. Am besten gibst Du beim Posten die Überschrift "Fahrgemeinschaft" ein, dann kann Dein Text besser zugeordnet werden - ich habe Herrn Plinke gerade mal eine aufgeräumte Version mit Unterpunkten geschickt.

Eingetragen am: 29.09.2008

Kommentar von Dani

Danke für Eure Aufmunterung! Die Pinnwand habe ich hier noch nicht gefunden, wo ist sie denn? Ich komme aus Köln, falls es dort interessierte Autoren gibt. Viele Grüße, Dani

Eingetragen am: 25.09.2008

Kommentar von Antigone

Hallo, Dani! Einen Schreib-Stammtisch ins Leben zu rufen, ist eine prima Idee. Du musst sie nur noch in die Tat umsetzen!- Recherchieren kann man ganz gut im Internet oder Du besorgst Dir die entsprechende Lektüre in der Bücherei.- Tausch Dich doch mit jemandem aus, bevor Du Dein Buch wegschickst, aber schicke es auf jeden Fall weg! Wer nicht wagt, gewinnt auch nicht! LG Antigone

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Vielleicht hilft es, wenn Du ein Manuskript losschickst, parallel an einem neuen zu schreiben. Ich habe hier auch einen Stapel abgelehnter :o( und noch nicht eingereichter Manuskripte. Großes Geld zu verdienen oder berühmt zu werden, bleibt für die meisten sowieso Illusion. Deshalb finde ich es ein schönes Gefühl, überhaupt Leser zu finden, und da gibt es ja auch kostenlose oder kostengünstige Veröffentlichungsmöglichkeiten im Internet. Und ein fertig geschriebenes Buch ist ja trotzdem nicht verloren. Wenn ein Maler ein Bild erschaffen hat, ist es auch nur ein einzelnes Kunstwerk, das seinen Wert hat, ohne reproduziert zu werden. Realer Austausch: Hast Du schon mal auf die Pinnwand geschaut? Es gibt ein Treffen bei der Frankfurter Buchmesse. In welcher Region wohnst Du denn? Im Hamburger Raum gibt es bereits Kontakte untereinander.

Eingetragen am: 24.09.2008

Eingetragen am: 21.09.2008 von margyt brewer
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18097

Ich grüble über folgendes Problem:
Für mich ist die Biographie meiner Elvira (Durchschnittsfrau aus der ehem. DDR), so wie sie in Wahrheit gewesen ist,interessant. Wird sie es auch für Leser sein? Müssen gewesene Erlebnisse unbedingt noch unwahre Elemente erhalten, nur damit das Buch spannender wird?
Oder genügt es, sich emotional in die Vergangenheit zu versetzen?


Kommentar von papaya

Hallo Margyt, sie ist interessant deine Elvira. Habe eben nochmal nachgelesen. Für mich als Leserin braucht es keine extra spannenden Elemente. Was ich beim Überlesen an manchen Stellen vermisst habe, sind Dialoge (ich tu mir da selber schwer) statt komprimierter Zusammenfassungen, die einen eher erahnen lassen, was Helmuts und Elviras Weltbilder auf den Kopf stellte. Viel Glück und herzliche Grüße von papaya

Eingetragen am: 25.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Du musst nicht notwendigerweise dazuerfinden, aber auch nicht einfach chronologisch alles aufführen, sondern auswählen und zueinander in Beziehung setzen. Soll es tatsächlich eine Biografie werden mit Anspruch auf Vollständigkeit, eine Erinnerung oder ein Roman? Mir bietet der Roman die Möglichkeit, auch über Dinge zu schreiben, die ich nicht selbst erlebt habe, sondern die ich mir anhand von Gehörtem oder Gelesenen nur zusammenreimen kann. Außerdem ist es mir wichtig, obwohl ich auch Familiengeheimnisse aufdecken möchte, die Identität der Protagonisten in gewissem Grade zu schützen. Deshalb werde ich auch von der "Realität" ("Was ist das überhaupt?) abweichen.

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Lillilu

Liebe Margyt, ich finde Erlebnisse müssen nicht unbedingt durch Fiktion angereichert werden. Ausschlaggebend ist, dass der LESER und nicht der Autor emotional in die Vergangenheit versetzt wird. Alle Bilder und Gefühle in deinem Kopf müssen im Leser "geweckt" werden. Dabei helfen dir die hier geübten Techniken, wie z.B." zeigen" und nicht "erzählen". Das leben muss nie interessanter gemacht werden, nur die Art wie wir darüber schreiben. Viel Glück!

Eingetragen am: 22.09.2008

Eingetragen am: 21.09.2008 von Maju
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18091

Mein Problem liegt darin, dass ich mich zu leicht entmutigen lasse. Habe vor kurzem ein Bilderbuch für zwei- dreijährige Kinder an einen Verlag geschickt, hatte auch schon die Zusage einer sehr bekannten Illustratorin, die die Bilder dazu zeichnen wollte. Aber der Verlag schickte mir meinen Text zurück, mit der Begründung, dass er nicht ins Verlagsprogramm passt. Obwohl ich mir den Verlag genau deswegen ausgesucht hatte, weil ich glaubte, mein Text passt perfekt. Nach dieser Niederlage habe ich erst mal gar nicht weiter geschrieben.
Für mein Romanprojekt Jasmin und Yasemin habe ich schon etliche Kapitel geschrieben, finde aber manchmal keinen guten Übergang von einem Kapitel zum nächsten. Es holpert. Dann kommen sofort wieder die Selbstzweifel. So wie bei vielen von euch. Sogar bei denen, die ein unglaubliches Schreibtalent haben und man gar nicht glauben kann, dass sie noch nichts veröffentlicht haben. Dann denke ich oft 'Maju, warum willst du eigentlich schreiben, wo es doch so viele gibt, die es viel besser können. Wer wartet auf deine Geschichten?' Doch wenn dann eine nächste Idee kommt, die Zeit beim Schreiben wie im Flug vergeht und mein kleines Notizbuch fast voll ist, dann kommt plötzlich ein Glücksgefühl auf und eine unglaubliche Befriedigung. Ja, das ist es, was ich will. Also schreibe ich weiter.


Kommentar von Malea

Hallo Maju! Ein befreundeter Kinderbuchautor hat mir erzählt, dass ein Schreibstudium eine feine Sache sei, aber man solle es nicht gegenüber Verlagen erwähnen. Viele sind immer noch der seltsamen Meinung, dass das Schreiben eine göttliche Gabe und somit nicht erlernbar sei. Ein guter Schriftsteller hat eben kein Studium nötig. Wir wissen es besser ;-) Also freue dich im Stillen über das Erreichte und lass dich nicht von einer Standardabsage entmutigen. Weißt du, wieviele Absagen Frau Rowling für den ersten Harry Potter bekommen hat? Die Verleger würden sich jetzt gerne in den Hintern beißen ;-) Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Hallo Maju, was war das für ein Fernstudium? - Ich habe mal eine Verlagsbewerbung losgeschickt, einfach einen Leporello mit Anschreiben auf einer Seite, Kurzvita auf der anderen und vier Titelbildern und Inhaltsangaben (Bilderbücher) auf den restlichen - das reichte für die Standardabsagen: Passt nicht ins Verlagsprogramm. (Nur eine Lektorin schickte mir handschriftlich eine Postkarte, dass sich meine Bewerbung wohltuend von der Vielzahl unverlangt eingesandter Manuskripte abgehoben habe.) Aber Du siehts: Die Idee ist wichtiger als das schriftstellerische Können. Darum gibt es auch Fantasy-Romane, die von Jugendlichen geschrieben wurden, und Tratschbücher, die irgendwelche Prominenten verfasst haben. Ich werde von meinen abgelehnten Manuskripten vielleicht irgendwann mal per Farbkopie und Ringheftung ein paar Hefte anfertigen und sie über BookCrossing aussetzen. Das ist besser, als sie in der Schublade vergammeln zu lassen.

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Linda Cuir

Liebe Maju, versuche es beim nächsten Verlag! Das war eine „Standardabsage“. Vielleicht wurde dein Manuskript noch nicht einmal gelesen. Auch bei mir gibt es einige Absagen mit diesem Text. Nur Mut! Liebe Grüße Linda Cuir

Eingetragen am: 23.09.2008

Kommentar von Maju

Danke Velarani und Beate für's Mutmachen. Das Buch von Frau Brosche habe ich und arbeite auch damit (Anschreiben, Exposé etc.). Habe auch gerade mein Zertifikat für einen zweijährigen Fernlerngang mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur erhalten. Also in gewissem Sinne ist das eine Abschlußprüfung. Aber das nutzt ja heute in den meisten Berufen auch nichts. Zu diesem Fernstudium gehört auch ein Forum, das sich aus Mitstudenten, Tutoren und Lektoren zusammesetzt, die Texte kommentieren (ähnlich wie in diesem Forum). Das ist sehr hilfreich und kommunikativ. Aber den letzten Weg muss man wohl allein gehen und froh sein, dass es Menschen gibt, die einem Mut machen. Ob ich nach Frankfurt komme, ist noch ungewiss, deshalb habe ich auch noch nichts auf der Pinnwand hinterlassen. Wenn ja, dann wird es eher ganz spontan sein. LG. Maju

Eingetragen am: 23.09.2008

Kommentar von Beate Kranz

Hallo Maju, gib einfach nicht auf. Gefühle sind irgendwo immer subjektiv und wer sagt denn, das andere Geschichten besser sind als deine!! Du kennst Deine Geschichten und ihre Schwachstellen und schnell denkt man dann, daß alles schlecht oder seicht oder langweilig ist. Schreib weiter und mache Dir weiter Notizen und wenn Du die Möglichkeit hast - schließe Dich einer Schreib/Autorengruppe an. Und halte Dich an Deinem Glückgefühl fest - besonders dann, wenn alles gar nicht nach Glück aussieht. lg Beate

Eingetragen am: 22.09.2008

Kommentar von Velarani

Hallo Maju, ich lasse mich auch leicht entmutigen, schon wenn ein kritischer Kommentar kommt, bin ich manchmal verstimmt. Leider gibt es in diesem Beruf ja kein Curriculum mit Abschlussprüfung, die uns bestätigen würde, dass wir's jetzt können. Zum schwierigen Weg bis zur Veröffentlichung kann ich dir das Buch von Heidemarie Brosche empfehlen, gleich hier auf der Seite unter "Lesetipps" und "Kinder- und Jugendbuch schreiben". Ist zwar nicht grade ermutigend, aber macht das Verlagsgeschäft doch verstehbarer. Falls du auch nach Frankfurt kommst, bringe ich's dir mit. LG Velarani

Eingetragen am: 22.09.2008

Eingetragen am: 21.09.2008 von
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18080

Willkommen bei meinem Beitrag.

Ich fühle mich nicht als Künstler oder Schriftsteller, sondern als Spieler. Mein Spiel ist ein Spiel mit Worten. Bin nur guter Druchschnitt, kein Wunderkind und kein Genie!
Fantasie besitze ich genug, Ideen auch, schreibe jedoch nur schubweise.

Ich liebe die lebendige Sprache und schreibe auch so.
Das ist mein Stil, das bin ich....
Der Leser soll während des Lesens, in meine Geschichten eintauchen und sie miterleben können.
Wohlgemerkt...in Geschichten, die von meinen Gedanken und Emotionen, in meine Worte gekleidet sind.
Doch man kann es nicht jedem recht machen. So vielfältig die Charaktere der Schreiber, so sind auch die Charaktere der Leser.

Ich las vor Tagen in diesem Kapitel (ich lese immer mit)einen Kommentar....
es gibt grottenschlechte Bücher, die verlegt werden, wei der *Duchschnittsleser* sie bevorzugt.

Welch eine Aussage!

Warum sind denn die meisten hier?
Weil sie hoffen, dass ihre Romane oder Geschichten eines Tages verlegt und gekauft werden....von Durchschnittslesern, wie du und ich.

In diesem Sinne...
allen GLG und fließende Gedanken!


Kommentar von Metta Maiwald

Hallo Gerti, stimmt, den von Dir zitierten Kommentar habe ich bei Pollie geschrieben, weil sie arge Selbstzweifel bezüglich ihrer schriftstellerischen Fähigkeiten plagten. Natürlich möchte jeder von uns veröffentlichen und empfindet es als persönliche Niederlage, bei Verlagen eine Absage zu bekommen. Was ich ausdrücken wollte, ist, dass eine Zu- oder Absage nicht notwendigerweise ein Indiz für das eigene Können ist, sondern für das, was den größten Verkaufserfolg verspricht. Wir brauchen die Bürgerliche Küche genauso wie einige Vollkornbäcker, aber trotz der Vielfalt der Charaktere in der Leserschaft ist der Durchschnittsgeschmack eher Fast Food als Haute Cuisine. Ich habe hier schon Beiträge gelesen, die sehr viel ansprucksvoller geschrieben waren, als manches Buch, das veröffentlicht und sogar zum Bestsellser wurde, und dennoch wird es nicht jedem dieser angehenden Schriftsteller gelingen, einen Verlag zu finden. Sollte der Sternekoch deshalb nur noch Hamburger zusammenpappen?

Eingetragen am: 24.09.2008

Eingetragen am: 20.09.2008 von Elsie Eye
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18030

Was mir beim Schreiben am schwersten fällt?

Da sitzt er, genau vor mir und grinst mir frech ins Gesicht:
Mein innerer Schweinehund! In Form einer englischen Bulldogge sabbert er mich an:

Deine Energie ist heute nicht gut zum Schreiben. Lass es!

Dann verwandelt er sich in Joker mit der Grimasse von Jack Nicholson und zischt:

Du kannst gar nichts. Lass es einfach.

Dann wieder baut sich dieser berühmte ZDF-Regisseur vor mir auf und lacht:

Du willst schreiben? Wer soll denn das lesen?

Ein steter Gast ist auch das weiße Kaninchen aus Alices Wunderland. Hastig hoppelt es ins Zimmer, zieht seine Uhr aus der Tasche und schüttelt schwitzend den Kopf:

Keine Zeit! Keine Zeit!

Manchmal, wenn ich mich dann wirklich hingesetzt habe und zu schreiben beginne, schaut mir meine kluge dreihundertjährige Tochter über Schulter, runzelt die Stirn und höhnt:

Aber Mama, wie naiv bist du eigentlich? Das weiß doch jeder! Das ist ja langweilig!

Soviel zu dem Schwierigkeiten mit meiner „Heartware“ – oder spielt sich das alles im Kopf ab?

Trotz alledem sprudeln manchmal Worte aus mir heraus und wollen aufs Papier, was noch einfach ist, da Papier und Bleistift - mit Radiergummi selbstverständlich – immer bereit liegen.

Schwieriger wird es schon, wenn ich gleich meinen Laptop benutze, um mir später das Abschreiben zu ersparen. Meinem geliebten Troll Puck gleich, springt der Cursor aus bislang unerfindlichen Gründen beim Schreiben ungewollt an andere Textstellen und verursacht ein kauderwelsches Textgewirr.

Dann höre ich das stete Stakkato meiner Grundschullehrerin: Wer nämlich mit „h“ schreibt, ist dämlich, was zur Folge hat, dass ich nämlich fast ausschließlich mit „h“ schreibe, wiederum eine Folge meiner inneren Programmierung auf „dämlich“.

Was auch gleich die schwere Entscheidung für oder gegen die neue deutsche Rechtschreibung auf den Plan ruft. Ich hasse sie und schreibe schon aus Prinzip Schiffahrt mit zwei „f“. Aber was, wenn man die Texte veröffentlicht? Welch täglicher Verrat! Und am Ende eine völlige Verwirrung von alten und neuen Regeln.

Oder: Wie setze ich die richtigen Zeichen bei der wörtlichen Rede? Einige Kollegen scheinen das gleiche Problem zu haben und setzen gleich gar keine Zeichen, was mich beim Lesen rasend macht, da ich oft die Äußerungen den handelnden Personen nicht eindeutig zuordnen kann.

Oder nochmal Zeichensetzung: Kommata! Ein schönes Wort. (Etwas für die Lieblingswörterkiste.) Ich bin ein Liebhaber von Kommas vor dem Wort „und“, dem ein vollständiger Satz folgt, auch wenn man diese Regel im Allgemeinen nicht oft beachtet findet, und auch, wenn es besch… aussieht!

Das ist nur einiges, was mir beim Schreiben am schwersten fällt.
Apropos: Wie mir die Rechtschreibprüfung meines Laptops sagt, schreibt man „einiges“ und „am schwersten“ klein, warum eigentlich? Schwierig, wirklich schwierig!


Kommentar von Metta Maiwald

Witzig geschrieben - lass Dir den Spaß nicht vermiesen. Das Cursor-Problem habe ich eigenartigerweise auch, aber erst seit der Reparatur nach der letzen Virusinfektion. Vielleicht war auch ein Fehler in einem automatischen Update, und irgendwann merken es die Programmierer von Mircrosoft und beheben das Problem. Bei der Rechtschreibung solltest Du Dich entweder für die alte oder für die neue oder konsequent für eine Mischform entscheiden (Ich habe mich bisher gegen das "Leid tun" gesträubt, was jetzt in "leidtun" geändert wurde, und kann mich mit "Stängel" und "Tollpatsch" noch nicht so recht anfreunden). Über die endgültige Schriftform entscheidet der Verlag, wenn er nicht sogar seinen Schriftstellern die Freiheit lässt, zwischen alter und neuer Rechtschreibung zu wählen. 'Am schwersten' schreibt man klein, weil 'schwer' ein Adjektiv oder Adverb ist. 'Einiges' schreibt man klein, weil die Kultusministerkonferenz und die Dudenreaktion es so beschlossen haben. ;o)

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Linda Cuir

Hallo Elsie Eye, das Problem mit dem Laptop kenne ich ebenfalls. Ich schaue in kürzeren Abständen meinen Text durch. Ich arbeite mit einer separaten Maus und streiche hin und wieder mit der Hand über die glatte Fläche bei der eingebauten Maus und schiebe so den Curser nach unten. Dann geht es sehr gut! Liebe Grüße Linda Cuir

Eingetragen am: 23.09.2008

Kommentar von Gerhild Bauer

Nämlich mit "h" ,gibt mit "ie", Fehler von gestern,( Beistrich oder nicht?) und alter Schnee! Willkommen im Club! Dein Beitrag ist wirklich gut! Gerhild

Eingetragen am: 21.09.2008

Kommentar von Benita

Hallo Elsie Eye, ich muß Numungo Recht geben. Fantasie ist das Wichtigste, laß deine Ideen nicht in deinen Kopf rumspuken. Schreib alles auf, was du gut findest. So eine Sammlung von Gedanken habe ich mir auch auf Papier angelegt, sonst könnte man gute Sachen vergessen. Gruß Benita

Eingetragen am: 21.09.2008

Kommentar von Numungo

Bei der Fantasie, die du entwicklest, scheinst du keine wirklichen Probleme zu haben? :-). Viele Grüsse, Numungo.

Eingetragen am: 20.09.2008

Eingetragen am: 20.09.2008 von Reiner Reinfeld
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Nachdem ich so viele Selbstkritiken gelesen habe, weiß ich kaum noch, was ich Neues schreiben könnte, denn in den meisten habe ich mich selbst wiedererkannt. Aber das ist ja auch der Sinn dieser Übung. Mein größtes Manko ist wohl, dass ich mir so gut wie nie Notizen mache. Da geht so viel verloren. Das zweite ist, dass ich mich von einmal Geschriebenem kaum trennen kann. Damit meine ich nicht das Streichen von häufigen Wortverdopplungen und überflüssigen Adjektiven, sondern das Rausschmeißen längerer, unwichtiger Textpassagen. Ich kann schlecht gewichten, also entscheiden, was wichtig oder unwichtig ist. Zeitmangel macht mir zu schaffen, aber objektiv ist es einfach so, dass ich mich nur selbst behindere. Dann sagt der Trotzkopf in mir: Da ist schon so viel Zeit weg, jetzt habe ich keine Lust mehr. Und wenn die Lust wiederkommt, ist die Restzeit flöten, die ich so gut hätte nutzen können. Dann ist da noch eine Besessenheit, endlich mit meinem alten "Werk" fertig zu werden, was mich oft davon abhält, mich von diesem Forum weiterbringen zu lassen. Auch der Hang zum Perfektionismus bremst mich, das Gefühl, Geschriebenes einfach noch nicht vorzeigen zu können. Oft steh ich bei den Aufgaben wie ein Ochs vorm Berg, weil mir der Gedanke, die Aufgabe nicht zu schaffen, die Phantasie narkotisiert. Wie das richtige Leben leidet auch mein Schreiben unter meiner Disziplinlosigkeit. Einerseits kann ich mich schlecht zusammennehmen und vorausschauend planen (Ausrede: Es kommt ja doch etwas dazwischen!) , andererseits fällt es mir schwer aufzuhören, also Unwichtigeres beseitezulegen, um mit dem Wichtigeren weiterzumachen. Die Balance zwischen Beharrlichkeit und Loslassen gelingt mir nicht richtig. Diese Charakterfehler führen natürlich dazu, dass ich mich gern vor bestimmten Aufgaben drücke, z.B., die "zentrale dramatische Frage" (heißt es nicht "dramaturgische Frage?" zu stellen (Steele, Kapitel 3), also den Plot festzulegen. Das sind, glaube ich, meine größten Fehler beim Schreiben, zumindest die selbst erkannten. Daran will ich dann mal arbeiten. Was handwerkliche Probleme anbelangt (Plot, Perspektive usw. nehme ich mir jetzt Alexander Steeles Romane und Kurzgeschichten schreiben zu Hilfe. Die Erklärungen da helfen mir, glaube ich, einige meiner Fehler zu überwinden, den Plot zu entwickeln z.B. LG Reiner


Kommentar von Pollie Bley

Gin-ko hat euch lieeeb ... ... und wieder eine 1a Metapher geliefert! Ja Reiner, ich teile deine Erfahrung mit dieser Übung. Ich habe auch in vielen Beiträgen meine eigenen Schwächen wiedergefunden und aufgedeckt. Deine Aussage: die Balance zwischen Beharrlichkeit und Loslassen gelingt mir nicht richtig - hat mich schwer beeindruckt. Das bringts voll auf den Punkt (für mich auf jeden Fall). Aber nur Mut, da dies alles scheinbar zum Autorenalltag dazu gehört, und beinahe jeder mit den selben Symptomen vertraut ist, leben wir halt damit und kämpfen dagegen an.

Eingetragen am: 26.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Notizen machen, gut, dass kann man sich angewöhnen. (Ich habe kein Notizbuch dafür und nehme, was ich gerade in die Finger bekomme. Folge: Chaos!) Wenn Du Sachen streichst, heb doch die alte Version erstmal auf. Ich habe es mit Illustrationen so gemacht. Bei einer spontanen Zeichnung war mir ein Gesichtsausdruck so gut gelungen, dass ich mir sicher war, es nie wieder so gut hinzubekommen. Aber der Rest war unfertiges Gekrickel, mehr Skizze. Dann habe ich die Zeichnung noch einmal neu gemacht. Als ich zwei Jahre später den Erstentwurf wieder in den Händen hielt, fiel es mir nicht mehr schwer, ihn wegzuwerfen, weil inzwischen auch in meiner Vorstellung das neue Bild den Platz des alten eingenommen hatte. Mit alten Klamotten geht es mir manchmal genauso. Dieses Selbstausbremsen kenne ich gut. Meistens hat man ja noch mehr unerledigte Aufgaben, die alle gemacht werden müssen, so oder so. Am besten läuft es, das zu tun, worauf man gerade am meisten Lust hat, wenn nicht etwas anderes viel dringlicher ist. Das kann bedeuten, dass man erstmal den Rasen mäht, weil gerade die Sonne scheint, aber auch, dass man schreibt und den Abwasch auf Mitternacht verschiebt. Sonst passiert es leicht, dass man gar nichts macht, außer darüber nachzudenken, was man tun sollte. Mir ist es auch am liebsten, gleich alles zu schaffen, aber auch, wenn man nur eine Seite schreibt, ist es wieder ein Stück weiter. Perfektionismus: Du kannst natürlich versuchen, Deinen Text erst allein zu schmieden. Dann kannst Du Deine Unzulänglichkeiten am besten verbergen. Aber wenn Du auch unfertiges einstellst und Dich mit anderen austauscht, kommst Du wahrscheinlich schneller zu einem guten Ergebnis. Charakterfehler ist aber eine harte Selbstkritik! Sei mal ein bisschen netter zu Dir!

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Linda Cuir

Hallo Reiner, ich kann sehr gut verstehen, dass du dich nicht von Textteilen trennen willst. Diese "schmerzliche" Erfahrung habe ich ja gerade bei meiner "Adjektivitis" gemacht. Schneide einfach alle überflüssigen Zeilen aus und speichere sie ab. Vielleicht ist es beim nächsten Überarbeiten/Roman/Kurzgeschichte gerade der Textteil, der unentbehrlich ist. Liebe Grüße Linda Cuir

Eingetragen am: 23.09.2008

Kommentar von Birgit Jennerjahn-Hakenes

Hallo Reiner! Weißt Du, was ich glaube? Dass all diese Hindernisse zu einem Autor gehören. Die Beiträge hier zeigen es doch. Überspitzt gesagt sind wir alle mit unseren Problemen auf dem allerbesten Weg zum Erfolgsautor, den es ohne diese Probleme gar nicht gäbe! Liebe Grüße Birgit (hätte einen interessanten Workshop anzubieten - nein, ich halte ihn nicht - wenn Du in der Nähe von Karlsruhe wohnst; bei Interesse bitte Kommentar bei mir abgeben!)

Eingetragen am: 23.09.2008

Kommentar von Gerhild Bauer

Danke für deinen Kommentar. Es hat mich beruhigt zu lesen, dass auch du Schwierigkeiten hast und denke auch du daran, es ist viel zu spät aufzuhören! Das Buch von Alexander Steele ist für mich äußerst hilfreich, ich nehme es immer wieder zur Hand und habe auch die zentrale dramatische Frage in meinem Krimi gefunden und festgelegt. Den Kurzgeschichten von Raymond Carver kann ich allerdings wenig abgewinnen. Leider. L.G. Gerhild

Eingetragen am: 22.09.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Reiner, wahrscheinlich glaubst du selbst nicht, dass du fast alle Schwierigkeiten aller Teilnehmer in dir vereinigst. Jeder hat irgendwo seine Schwächen und jeder hat irgendwo seine Stärken. Doch kaum jemand hat alle Schwächen. Und du schon gar nicht. Wenn du noch immer im Zweifel bist, dann lies mal die Beiträge von Reiner Reinfeld :-). Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 20.09.2008

Kommentar von Angela Barotti

Sei nicht so streng zu dir, lieber Trotzkopf! Unter Charakterfehlern verstehe ich jedenfalls etwas völlig anderes. / Du kannst dich nicht von Geschriebenem trennen? Dann ergründe, warum das so ist. Oft ist es im Leben so, dass wir an etwas (fest)hängen, das uns daran hindert uns weiterzuentwickeln. Frage dich, was passiert, wenn du dich von bestimmten Textpassagen trennst. Es schmerzt, ja, aber für wie lange? Und dann? Vielleicht stellt es sich auch als Befreiung heraus, weil der Blick freigemacht wird für bessere Szenen. / Du leidest unter Perfektionismus beim Schreiben und magst deine Ergüsse nicht herzeigen, weil sie dir noch nicht ausgereift genug erscheinen? Lass ruhig mal Fünfe gerade sein. Es ist Fakt, dass fast jeder Autor eines veröffentlichen Buches am liebsten noch nachträglich Änderungen einbringen würde. Du bist mit deinem Problem also nicht allein. :-) / Deine Besessenheit, die sich auf die Fertigstellung älterer Werke bezieht, finde ich überaus positiv. Schneide mir doch bitte eine Scheibe davon ab und überreiche sie mir in Frankfurt. Ja? Ich leide nämlich unter mangelndem Ehrgeiz, was die Überarbeitung meiner alten Manuskripte angeht und bin für jede Motivationshilfe dankbar. :-)

Eingetragen am: 20.09.2008

Kommentar von Ginko Korn

Out as out can! Nachdem sich hier jetzt alle in Unterwäsche gezeigt haben, sind wir uns wohl einig, dass darüber keine Autoren-Uniform passt. Als Erkennungszeichen im Messebereich könnten wir uns höchstens eine (Schreib-)Feder an den Hut stecken. Soweit sich veröffentlichte Namensführer zum anstehenden Thema geäußert haben, lesen wir auch bei denen fast wörtlich all die angeführten Schwierigkeiten, wie in diesen 70 Beiträgen. Da sind die Forumsteilnehmer durchaus auf Augenhöhe. Fassen wir uns also schmunzelnd an den Händen im Kreis, und haben uns lieb!

Eingetragen am: 20.09.2008

Eingetragen am: 18.09.2008 von Ro McGer
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1. Meine Schreibprobleme bestehen zum einem in der Differenz zwischen dem großen „Wollen“ und dem noch größeren „Nicht-Können“. Diese Differenz kann ich vermutlich nur mit überdurchschnittlicher Motivation überwinden. Diese Probleme werden aber bei mir verstärkt durch die Demotivation, die zum Beispiel aus den zielgerichteten Bemühungen einzelner entstehen, die mir nicht nur in dieser Runde Lernunwilligkeit unterstellen. Da frage ich mich jedes mal, warum ich überhaupt noch weiterschreiben soll und mein Stift landet wieder für ein paar Tage in der Ecke. Da spielt natürlich auch die Angst hinein, dass ich die in meiner Jugend vielleicht mal vorhanden gewesenen Schreibfähigkeiten in der Zwischenzeit gründlich verlernt habe. Wer nur immer „Gebrauchsanleitungen“ geschrieben hat, ist vielleicht nicht mehr fähig, solch ein umfangreiches und auch komplexes Werk, wie es nun einmal ein Roman ist, anzufangen.

2. Verstärkt wird diese Demotivation noch durch die Behauptung, ich hätte überhaupt nicht die Absicht, mich zu ändern. Ich erfände nur immer wieder neue Ausreden, um mich vor dem Verändern zu drücken. Das trifft natürlich zu, sonst würde ich ja die gut gemeinten Ratschläge in dieser Richtung als unzutreffend hinstellen und den betreffenden Kritikern fehlende Analysefähigkeiten unterstellen. Zum anderen kann ich es aber auch positiv sehen, denn das Erfinden von Ausreden ist ebenfalls ein kreativer Prozess. Selbst im meiner Schulzeit wurde mir schon derartiges unterstellt. Wie oft haben die Lehrer meinen Eltern gesagt, ich bräuchte mich nur zu verbessern, dann würde ich auch ein besserer Schüler werden. Das hat natürlich nur ein Teil der Lehrerschaft gesagt. Der kleinere Teil der Lehrer verkniff sich solche Bemerkungen und in deren Fächern wurde ich wirklich besser. Diese Erfahrungen von damals kann ich nur sehr schwer analysieren, aber trotzdem noch heute als funktionierend bestätigen. Die Demotivation ist aber eine mächtig gewaltige Bremse und der Haufen Stifte in der Ecke wächst weiter an. Einer kritisiert mich, ich solle längere Sätze schreiben und wenn ich es nicht sofort mache, sei ich ein schlechter Mensch. Ein anderer kritisiert mich, ich solle kürzere Sätze schreiben und wenn ich es nicht sofort mache, sei ich ein schlechter Mensch. Die beiden Kritiker schreiben ihre Kommentare isoliert nebeneinander. Keiner geht auf den anderen ein. Egal ob und was ich mache, ich bin ein schlechter Mensch, denn ich bin vermutlich der einzigste, der beides liest. Und interessiert überhaupt jemanden, wie ich es in der Regel handhabe? Schreibe ich im ersten Entwurf lange Sätze und kürze/teile sie im Zuge der Überarbeitung? Oder schreibe ich zu Beginn nur kurze Sätze und fülle sie dann auf? Existiert überhaupt ein Mittelmaß, welches beide befriedigt? So lange ich hierüber nachdenke, vergilbt mein Papier, das der Roman hätte werden können.

3. Ich hatte mal bekundet, dass ich Probleme mit der wörtlichen Rede habe. Sie kommt ja in Gebrauchtanleitungen auch nicht vor. Und diese Probleme bezogen sich nicht nur auf die formelle sondern auch auf die inhaltlichen Seite. Natürlich hatte ich in meinen alten Grammatiken und Autoren-Handbüchern herum gesucht. Aber alle behandelten diesen Problemkreis etwas sehr forsch und ignorieren tiefer liegende Details. Nicht ein einziger Kommentar ging hier auf diese Offenbarung meinerseits ein. Ist es doch nicht so schlimm, bewerte ich dieses Problem über oder sind andere genauso unsicher? Dafür wurde ich eine angemessene Zeit später kritisiert, dass ich die „stumme“ Aussprache von Gedanken falsch darstelle. Ich sollte doch diese Satzteile kursiv schreiben. Kursiv lässt aber das Autorenhaus nicht zu. Also wieder ein Punkt, bei dem ich lernunwillig erscheine. Das ist ja nun ein rein technischen Problem. Und nicht einmal so etwas bekomme ich in den Griff. Meine Motivation erhielt einen neuen Schubser und der ging nicht gerade nach oben.

4. Ich habe Probleme mit der Anwendung der richtigen Zeitformen. Niemand hat es aber interessiert, ob ich die richtigen Zeitformen beabsichtigte und nur handwerklich falsch umsetzte. Oder ob ich in meiner Ahnungslosigkeit grundsätzlich falsch an die Sache herangehe. Ich könne doch in der Wikipedia nach schauen. Unter welchem Aspekt bei der einen Unfähigkeit und unter welchem Aspekt unter der anderen Unwilligkeit? Oder wollte sich da jemand nur über mich erheben? Er kenne die „Wikipedia“ und ich sei sowieso zu unfähig diese zu benutzen? Das hilft mir fachlich nicht weiter. Die Wissenslücken, die ich vorher mein Eigen nennen konnte, haben sich um kein Deut gefüllt. Aber die Demotivation erfreute sich wieder über ein ordentliches Stück Wachstum. Und ich musste mir ein neues Paket Bleistifte kaufen, die alten häufen sich ja in trauter Gemeinsamkeit in der besagten Ecke.

5. Da erscheinen doch die Probleme, die ich mit dem eigentlichen Roman habe, recht unerheblich. Noch dazu, da der Roman noch gar nicht existiert. Ich versuche die Aufgabenstellungen der einzelnen Lektionen mehr schlecht als Recht zu erfüllen. Und diese unterliegen ja jedes mal einer bestimmten Zielrichtung. Diese entspricht aber nicht meinem Roman. Selbst mein recht systematischen Herangehen wie an die Gebrauchtanleitungen, hilft mir hier nicht so richtig weiter. Mir ist wie in einem fernen Nebel so ungefähr klar, was ich im Roman behandeln will. Vor meinem geistigen Auge erscheint in einem weiteren, aber vergleichbaren Nebel die Landschaft, in der die Handlung dieses Romans ablaufen soll. Er ist ein kleiner Ausschnitt auf der Zeitachse in der heutigen Zeit. Die Handlung besitzt keinen mit einem Knall beginnenden Startpunkt. Das Ende wird voraussichtlich wie in jedem Märchen aussehen: „Und wenn sie nicht gestorben sind, so betrügen sie noch immer ...“ Die Ironie in der Handlung, die ich überhaupt noch nicht herausgearbeitet habe, liegt darin, dass die Geschädigten infolge der illegalen Praktiken vermutlich weniger geschädigt werden. Bei ordnungsgemässen Handeln könnten einige der potentiellen Geschädigten überproportnal belastet werden, in letzter Konsequenz vielleicht bis zum Konkurs. Die betrügerisch handelnden können sich auf diese Weise das gemeinsame Überleben ihrer Betriebe sichern. Bei korrektem Vorgehen sind Konkurse auf ihrer Seite mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auszuschließen. Wie ich das aber in dem Roman im Einzelnen darstellen kann, steht bestimmt erst im dritten Nebel hinter dem ersten. Ein wesentlicher Punkt dabei ist die vertrauliche Kommunikation. Dieser sollte zwar deutlich sichtbar aber dezent im Hintergrund erscheinen. Wie kann ich mich mit diesem Problemkreis auseinander setzen, wenn ich noch nicht einmal die kursive Schreibweise des „wörtlichen Schweigens“ hin bekomme?

6. Ich reagiere recht empfindlich, wenn jemand mich auffordert, ich solle weniger Tippfehler machen. ... und dann nur einen einzigen benennt. Als ob ich den einen absichtlich gemacht habe und in meiner Lernunwilligkeit mich nicht ändern möchte. Häufig sind bei mir Tippfehler keine Tippfehler, sondern Überreste unvollständiger Umwandlungen oder Veränderungen. Für den Kommentator ist es natürlich unerheblich, denn der Fehler existiert in dem veröffentlichten Text, wird dort von einigen gesehen und kann dort nie geändert werden. Vielleicht habe ich ihn in meinem Entwurfsexemplar schon längst korrigiert? Aber wer fühlt sich nicht besser, wenn er mit einem lauten „Haltet den Dieb!“ auf den einen Fehler in einem fremden Text hinweisen kann. Das war hier natürlich eine rhetorische Frage. Mich interessiert wesentlich mehr, wie und wodurch der Fehler entstanden ist. Nur so kann ich ihn beim nächsten Mal vermeiden. Oder ich muss damit leben, dass ab und zu ein Schuss eben nicht daneben sondern voll in die Tastatur geht.

7. Ich ärgere mich über mich, wenn ich wieder einmal schneller denke als ich schreiben kann und deshalb „Sprünge“ in der Geschichte entstehen. Da kann es leicht passieren, dass ich schon nach kurzer Zeit selber nicht mehr weiss, was ich an dieser konkreten Stelle ursächlich beschreiben wollte. Obwohl ich als Bedienungsanleitungs-Verfasser eigentlich einer ereignisorientierten Logik unterliege, vermisse ich diese ab und zu bei meinem praktischen Schreibübungen. Weniger bei einer Textpassage, mehr bei einem Zusammenhang über mehrere Absätze hinweg. Mit den Gedanken bin ich schon im nächsten Kapitel, während sich meine Finger noch mit dem alten Text herum quälen.

Die Sieben ist meine Glückszahl. Vielleicht bringt es mir für die nächste Zeit Glück, wenn ich die Zusammenstellung mit der Sieben abbreche. Ich kann es natürlich auch praktisch sehen, soweit wird kaum jemand meine schwach-geistigen Ergüsse lesen. Und das auch noch aufmerksam konzentriert mit der Kommentar-Feder in der Hand.


Kommentar von Metta Maiwald

1. Warum schreibst Du? Wenn Du Spaß dran hast, ist es nicht schlimm, wenn das Ergebnis nicht allerhöchsten Ansprüchen genügt. 2. Die Kritik an Deinen Texten hat nichts damit zu tun, ob Du ein guter oder schlechter Mensch bist, sondern ob Dein Text Deinen Leser fesseln kann oder nicht. Kurze oder lange Sätze sind nicht per se gut oder schlecht, aber eines möchte ich doch betonen, nämlich, dass, wenn ein Satz zu lang und verschachtelt wird, es dem Leser, das ist meine Erfahrung, zunehmend schwerfallen könnte, die eigentlichen Aussage, die Du treffen wolltest, als Du den Satz zu schreiben begannst, zu erfassen. Kurz ist manchmal abgehackt. Beides ist ein Stilmittel, das Du gezielt einsetzen kannst. 3. Du kannst 'Gedanken' auch durch 'einfache Anführunszeichen' (Apostroph) kenntlich machen, durch neue Zeilen und Gedankenstriche, oder durch den in Klammern gesetzten Hinweis (kursiv) - alle Möglichkeiten habe ich hier schon im Einsatz gesehen. 4. Weißt Du wirklich nicht, wie man zu Wikipedia kommt? Meistens werden doch die Seiten an vorderster Stelle aufgelistet, sobald man einen Suchbegriff auf seiner Startseite eingibt. Du kannst es natürlich so verstehen, dass jemand Dich für blöd hält. Aber indem ich schreibe, dass jemand mal bei Wikipedia nachsehen soll, gebe ich doch nur bekannt, dass ich vorher genauso blöd war und mir das Nachschlagen geholfen hat. 6. Ich habe nicht das Empfinden, dass Du Nachhilfe in Rechtschreibung brauchtest. Bei Texten mit fünf Fehlern in einem Satz gebe ich auch gelegentlich nur einen Hinweis auf ein Rechtschreibprogramm, bei versierten Schreibern verlasse ich mich darauf, dass sie Korrekturen später selbst vornehmen. Aber bei Fehlern, die weit verbreitet sind und wo es darum geht, einfach die richtige Version oder Regel (neue Rechtschreibung!) zu speichern, korrigiere ich auch mal, denn da geht es nicht nur um den eingestellten Beitrag, sondern um die Verbesserung der Rechtschreibfähigkeit. Mich hat z.B. mal jemand darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht der sondern die Chaiselongue heißt - ist jetzt im Rechtschreibprogramm im Oberstübchen gespeichert. - Offensichtlich haben ja doch einige Deinen Beitrag zu Ende gelesen. Ich möcht Dir ans Herz legen, einmal den Beitrag über das Annehmen von Kritik unter folgendem Link zu lesen: schriftsteller-werden.de/kreatives-schreiben/kritik-ertragen/

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Ro McGer

Kurz vor der neuen Aufgabe möchte ich noch auf die eingegangenen Kommentare antworten. Wenn ein Kommentar unter meinem Text erscheint, so fühle ich mich kommentiert. Für mich zählt der Inhalt, weniger der Absender. Deshalb antworte ich häufiger allgemein auf den Inhalt, seltener zielgerichtet an einen Kommentator. Wer an einer „wörtlich übersetzten Bedienungsanleitung eines koreanischen Elektrogeräts“ Interesse hat, sollte eben eine solche lesen. Ich kann kein koreanisch. Wenn aber keine auf meinen Text bezogene Schlussfolgerung folgt, freue ich mich zwar für die Koreaner, mir hilft es aber nicht weiter. Wer „Allerdings kann man ein Thema auch zu Tode reiten“ losgelöst in den Raum stellt, provoziert nur die Antwort, dann solle er sich eben ein anderes Thema aussuchen. Ich kann mir hier genauso wenig vorstellen, dass ihm diese Empfehlung weiterhilft. Wer sich durch meine Antworten persönlich angegriffen fühlt, tut mir zu viel der Ehre an. Da komme ich mir wie ein Jäger vor, der keinen einzigen Schuss abgegeben hat und dem trotzdem eine ordentliche Strecke vorgelegt wird. Ich werde aus vielleicht moralisch nicht ganz einwandfreien Motiven dem aber nicht wieder sprechen. Sachliche Kritik an Mängeln kann man auch positiv ausdrücken. Habe ich mal in einem der vielen „Wie lerne ich einen Roman schreiben“-Büchern gelesen. Einer der vielen Hinweise, deren Umsetzung in die Praxis irgendwo anders stattfinden muss. Ich gebe zu, auch mir gelingt es nicht. Aber ich bin nicht stolz darauf. Ein „Das hast Du aber fein gemacht“ hilft mir nicht weiter. Ein „... bin beeindruckt, da ich in einer etwas "kühlen" Sprache, so viel Tiefe und Sensibilität empfinde“ sagt doch sehr viel mehr aus. So weiss ich jetzt, wie ich über meinen Text auf einen Leser wirke. Wenn ich in diesem Forum der einzigste sein sollte, der sich grundsätzlich konstruktive Kritik verschließt, so stehe ich in der Literatur nicht ganz allein da. „Ist der Ruf erst einmal ramponiert, lebt es sich weiter ganz ...“ Es macht zwar keinen Spaß, in dieser Schublade gelandet zu sein, aber rückgängig machen kann das niemand mehr. Weder ich mit neuen Ausreden noch andere ...(von der Selbstzensur gestrichen). „Jetzt kneif die ... zusammen und zeig es allen!“ wäre eine Möglichkeit, aber wer glaubt mir schon, dass ich mich in acht Tagen um 180 Grad gedreht habe? Etwas haut mir aber fast die Beine weg. „Ich dachte beim Lesen an Kafka ... der Typ war Jurist.“ Damals, als man anfing, sich über die Schule hinaus etwas intensiver mit der Literatur zu befassen, stellte ich mich vor die Wahl zwischen Goethes Faust und Kafka. Ich hatte mich für Gothe entschieden, dachte ich bis jetzt zumindest. Und als an die Berufswahl ging, stand ich vom Interesse und meinen Fähigkeiten her zwischen der technischen und der juristischen Laufbahn. Bricht nun doch der „Winkeladvokat“ durch, den ich in der Ex-DDR nie hätte werden können? Die Frage „Verstehst Du was ich meine?“ ist hier nicht die Frage. Es steht eher im Raum: „Wie gehe ich damit um?“ und diese Frage wird sich nicht in fünf Minuten mit einer paar platten Sätzen aus der Welt schaffen lassen. Weder von einem, der „... es ja auf den Punkt gebracht ...“ hat, noch von mir. Aber erst einmal einen dicken Dank ausnahmsweise ganz persönlich, mal sehen, ob es mit gelingt, daraus etwas zu machen.

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Linda Cuir

Hallo Ro MCGer, was jammerst du eigentlich? Keiner zwingt dich in diesem Forum mitzuschreiben! Auch die Kritik an deinen Lehrern interessiert hier nicht. Oder sollte alles versteckt witzig sein? Ginko Korn hat es ja auf den Punkt gebracht. Ich freue mich über jeden Kommentar. Natürlich ist mir das Positive auch viel lieber. Aber gerade die negativen Worte spornen mich an! Denk mal darüber nach. Liebe Grüße Linda Cuir

Eingetragen am: 23.09.2008

Kommentar von Ginko Korn

Aus dieser selbstironischen Darstellung funkelt die Möglichkeit zu einer Satire hervor, die mir ähnliches Vergnügen bereitet wie das Lesen der wörtlich übersetzten Bedienungsanleitung eines koreanischen Elektrogeräts. Der sprachliche Slapstick bietet unbeabsichtigte Unterhaltung. Allerdings kann man ein Thema auch zu Tode reiten. So scheint mir die Aussage "Der Ehrliche (Handwerker) ist der Dumme!" schon zum Allgemeinplatz verkommen.

Eingetragen am: 19.09.2008

Kommentar von Malea

Hallo Ro McGer! Warum stellst du deine Texte in ein öffentliches Forum, wenn du keine Kritik verträgst? Wenn du mehr Kommentare auf deine Beiträge willst, dann schreib bei den anderen mehr Kommentare! Das ist viel Arbeit, aber dabei lernt man eine Menge und wird Teil des sozialen Netzwerks. Übrigens: Wenn sich jemand die völlig freiwillige Mühe macht, deinen Text zu lesen, zu verstehen, zu analysieren und zu kommentieren, dann drückt er natürlich seine subjektive Meinung aus. Die kann dir gefallen oder nicht, aber das ist alles, was du hier kriegen kannst. Mach das Beste draus! Und ich will keine Ausflüchte mehr hören, warum du diesen oder jenen Fehler gemacht hast, sorry, aber das interessiert niemandem. Dein Job ist, deine Leser zu unterhalten, zu fesseln, zu informieren. Und nicht mit Selbstmitleid zu langweilen. Jetzt kneif die Pobacken zusammen und zeig es allen! Und hör auf zu Jammern! Nix für ungut, Malea.

Eingetragen am: 19.09.2008

Kommentar von scacha

Ha, das ist das erste Mal, dass ich Stift und Papier während des Lesens zur Hand genommen habe, um mir Ideen zu notieren und sie nachher aufschreiben zu können! :-) Hi Ro McGer, ich finde, Du solltest unbedingt Romane schreiben! Oder erst mal einen, aber unbedingt weitermachen. Schreibst Du wirklich beruflich Gebrauchsanleitungen? Ist das nicht ein klasse Stilmittel, gibt es nicht die Möglichkeit, dass Du einfach nimmst, was Du hast (also Sprache und Wege wählst, die Deine Synapsen erstmal vorgeben) und reinbringst, was Du sonst noch emotional auf Lager hast? Ich denke da vor allem an den Frust, der so aus Deinem Text heraus"schreit". Ich dachte beim Lesen an Kafka. Du hast eine gewisse Stärke, worin die liegt, habe ich noch nicht richtig analysiert... aber bei Kafka finde ich so enorm, so packend, so an den Nerven zehrend, dass er eben nicht die Konventionen einhält - der Typ war Jurist, und seine Texte spiegeln genau das wider. Gerichtssprache, Emotionslosigkeit, Ausgeliefertsein, Nichtverstehen, Gerichtssprache, Verurteilungen ... Verstehst Du was ich meine? Sonst schreib mir kurz und ich überlege noch mal, wie ich es klarer ausdrücken kann. 2) Lange oder kurze Sätze - schreib die Sätze, die Du brauchst, die Du schreiben willst, die gerade kommen! Das ist doch völlig egal, ob lang oder kurz. Wieso hältst Du Dich mit solchen Kritiken auf? 3) Du hast eine enorm gute Rechtschreibung, und beim Tippen machen wir alle Fehler. Verschwende bitte keinen Gedanken mehr an Fehler, für diese kleinen Reste sind Lektoren und Korrektoren da, das wäre Energieverschwendung - und ist als Autor auch echt nicht Dein Job. 4) Ich war leider nicht so arg aktiv im Forum und weiß nicht, ob ich schon Texte von Dir gelesen habe, aber als Du Dein Thema erwähntest, habe ich mich an einen Zeitungsartikel erinnert. Erinnerst Du Dich noch an diesen französischen Börsenbetrüger, ca. 30 Jahre alt, der mit MIllionen oder Millarden spekulieren und eine ganze Bank bankrott machen konnte? Im Zeitungsartikel stand: Wo sind die deutschen Nachwuchsautoren, die solche Themen in Romanen verarbeiten können? Warum schaffen sie es nicht, auf der Höhe der Zeit zu sein, über solche Unglaublichkeiten zu schreiben? (So ungefähr.) 5) Dass Gedanken beim Schreiben springen - da hilft nur schreiben schreiben schreiben (das "Problem" bleibt wohl auch, aber ist doch kein echtes Problem oder? Man kann sich auch Notizen auf einen Zettel krakeln und weitertippen ...) Liebe Grüße, Scacha

Eingetragen am: 19.09.2008

Kommentar von M.P.

Hallo Ro, Du wirst mit den Augen rollen, die Welt verfluchen und vielleicht landet wieder ein Stift in der Ecke der Demotivation. Ich werde mich nur auf Punkt sieben Deiner "Probleme" beziehen. Die ersten sechs Punkte siehst Du ja nicht als eigene Probleme, sondern versuchst sie uns in die Schuhe zu schieben. Dazu komme ich aber noch. Wenn Du Probleme hast, bei der einen Sache zu bleiben, dann empfehle ich ein Notizbuch. Beim Schreiben entstehen immer neue Gedankenstränge, die sich in die Geschichte fressen. Schreibe sie auf, dann sind sie aus deinem Kopf und der Text an dem du arbeitest, hat wieder deine volle Konzentration. Noch einmal kurz zu deinen Vorwürfen gegen uns. Ich fühle mich da übrigens persönlich angegriffen, weil ich einige Kommentare von mir erkenne. Es gibt Personen in diesem Forum, die noch nicht einen Kommentar erhalten haben. Dann gibt es welche, die sehr viele Kommentare bekommen. Lillilu, Malea, Metta Maiwald, Frog, Fledermaus, Ginko Korn, Numungo und Angela Barotti um nur einige zu nennen. Aber auch bei diesen Autoren sind nicht alle Kommentare positiv, im Gegenteil, einige sind sogar vernichtend. Der Unterschied ist, sie nehmen die Kritik an. Manchmal wird ein wenig gemotzt, aber grundsätzlich ist jeder offen für konstruktive Kritik. Bei dir sehe ich erst in der näheren Vergangenheit den Willen von anderen zu lernen. Um Ausreden bist Du nie verlegen, aber die helfen dir nicht weiter. Wenn Du Kommentare willst wie: 'Fein gemacht.', 'Super Text, da ist wirklich alles drin.' oder 'Deine Texte lese ich immer am liebsten.' mußt Du versuchen, dieses Klischee zu erfüllen. Dann solltest Du lernen, empfangene Kritik nicht persönlich zu nehmen, sondern als Verbesserungsvorschlag. In dem Du nämlich wieder eine Ausrede findest, warum es bei dir eben nicht geht, verlieren die Kommentatoren auch die Lust, weiterhin ins Blaue zu helfen. Irgendwann hast Du dann keine Kommentare mehr. Und das hilft dir gar nicht. Keiner ist Fehlerfrei. "Wer glaubt Jemand zu sein, hört auf Jemand zu werden." M.P.

Eingetragen am: 19.09.2008

Kommentar von Elisabeth

Hallo Ro McGer, schwierig für mich auf deinen langen Text zu antworten, das können geübte Kommentatoren sicher besser. Aber ich habe deine Texte gelesen und bin beeindruckt, da ich in einer etwas "kühlen" Sprache, so viel Tiefe und Sensibilität empfinde. Text 14741 gefällt mir ausgesprochen gut! Liebe Grüße

Eingetragen am: 19.09.2008

Eingetragen am: 18.09.2008 von Judith
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Hallo mal wieder. Ich habe mit Begeisterung die einzelnen Kapitel gelesen. Die Übungsaufgaben habe ich zwar nicht explizit ausgeführt, aber dann die ein oder andere Überlegung in meinem eigenen Roman versucht einzubauen. Anfangs war alles total chaotisch. Mir sind einzelne Szenen eingefallen, die ich dann aufgeschrieben habe, einzelne Dialoge usw. Die Geschichte habe ich komplett im Kopf, aber es stellt sich dann immer die Frage nach der Erzählperspektive. Soll der Leser den Täter kennen oder soll er im Unklaren gelassen werden. Welche Namen bekommen meine Figuren. Ich gebe ihnen momentan einfach irgendwelche und werde das ändern, sobald mir was ein passender über den Weg läuft. Ja, mit was habe ich noch Probleme? Wie ich meinen Text spannend mache. Oder eben das Problem mit der "Weitschweifigkeit" vor allem am Anfang (obwohl ich momentan noch nicht weiß, welcher Text überhaupt am Anfang stehen soll), wie in dem aktuellen Kapitel beschrieben.
Es gibt viiiiel zu tun und ich bewundere jeden Menschen, der es geschafft hat, auch nur ein einziges Buch ZU ENDE zu schreiben!!!
Viele Grüße
Judith


Kommentar von Judith

Hallo Reiner, ich bin die Judith, die schon lange nichts mehr hier rein geschrieben hat. Vielen Dank für deine motivierenden Zeilen :-) Ich werde auch ganz bestimmt nicht aufhören zu schreiben (geht gar nicht, ist wie eine Sucht). Es ist beim Schreiben nur manchmal schwer, über seinen eigenen Schatten zu springen. Und oft bringt einen die Geschichte selbst in eine ganz andere Richtung als geplant. Manchmal ist das ungemütlich, aber wenn ich mir den Text später wieder durchlese, denke ich, dass die neue Richtung gar nicht mal schlecht war. VG Judith

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Vielleicht ergibt sich die Erzählperspektive ja beim Ordnen der Szenen? Ginko schrieb hier irgendwo von einer Technik mit einem Diagramm, das den Haupthandlungsstrang (den des Protagonisten) darstellt, und die Nebenstränge der anderen Personen oder anderen Zeitebenen. Die werden dann an bestimmten Punkten zusammengeführt. Möglich ist verschiedenes. Entweder weiß der Leser die Lösung und ist gespannt, wann der Protagonist sie findet, oder er bleibt genauso unwissend wie der Protagonist und muss selbst nach der Lösung suchen. Analysiere doch mal - vielleicht auch bei einem Fernsehfilm - wie andere das machen, also mit Notizblock davor setzen und mitschreiben. Hast Du ein Namenslexikon. Ich habe die Namen meiner Protas fast alle noch einmal geändert, weil ich gemerkt habe, dass die ursprünglich gewählten Namen mich an bestimmte Personen erinnern. Wenn jemand in Wirklichkeit Hubert hieß, habe ich ihn z.B. zunächst Harald genannt, musste dabe aber immer an einen Onkel von mir denken. Hermann ist jetzt der richtige Name. Es ist gut, wenn erfundene Namen auch etwas über die betreffende Person aussagen. Brunhild und Elisabeth sind Schwestern. Na, hast Du ein Bild vor Augen? Spannung erzeugst Du durch offene Fragen und auch durch Cliffhanger, wenn Dir das etwas sagt. In dem Moment, in dem Dein Protagonist an der Klippe hängt und im Begriff ist, abzustürzen, schwenkt die Kamera zu einer anderen Szene (und verleitet Leserinnen wie mich dazu, soweit vorzublättern, bis der Name desjenigen wieder auftaucht ;o).

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Judith - aber welche der Judiths grüße ich da? Ein Tipp, den Metta schon mal jemandem gegeben hat: Alexander Steele: Romane und Kurzgeschichten schreiben. Hier aus dem Autorenhaus Verlag. Ich habe gerade ein paar Kapitel gelesen, und mir sind ganz viele Schuppen von den Augen gefallen. Perspektive, Dialog, Plot, Korrektur, wie anfangen ... - zu allen Schwierigkeiten findet man wirklich wohltuende Hilfen. Schreib zu Ende, dann gehörst auch du zu dieser Art bewundernswerter Leute, egal ob veröffentlicht oder nicht. Nicht zu Ende schreiben bedeutet, immer ein schlechtes Gewissen zu behalten. Also schreiben, schreiben, schreiben. LG Reiner

Eingetragen am: 19.09.2008

Eingetragen am: 17.09.2008 von Antigone
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Der Schreibtisch ist ein einsamer Ort, manchmal einladend, oft herausfordernd und mitunter auch unser schlimmster Gegner, mit dem wir täglich kämpfen. Jemand sagte einmal: "Ich könnte die Welt erobern, einen Freund gewinnen oder wenigstens einen Kuchen backen, aber stattdessen plage ich mich mit Wörtern herum." Nach dieser Plage scheinen alle Mitstreiter unseres Forums süchtig zu sein. Kein Wunder, sie haben erfahren, dass aus manchem textlichen Rohdiamanten nach einer Menge Schweiß und Mühe oft ein funkelnder Edelstein wurde, dessen Glanz die Herzen vieler berührte. Auf diesem Weg zu den Herzen der Menschen sind wir alle hier, wenn es auch ungewiss ist, wie weit wir ihn gehen dürfen. Trotz mancher Dornen und Stolpersteine ist es für die meisten von uns der wunderbarste Weg, den man auf dieser Welt beschreiten kann. Deshalb sollten wir uns gegenseitig Mut machen, "auf den rauen Pfaden des Schreibdschungels" irgendwann vielleicht zu den Sternen zu gelangen."
Die "Disteln" auf meinem Weg: - Nichtigkeiten des Alltags, inklusive Hausarbeit, die sich oft gewichtig aufblähen und unsere Schreib-Zeit verschlingen, - die Ungewissheit, ob ruhigere Texte mit viel "tristesse", wenn auch gewürzt mit Humor, ihre Leser finden, - das nahtlose Zusammensetzen der einzelnen "Versatzstücke" und - Wiederholungen, eine Hass-Liebe von mir.


Kommentar von Antigone

Hallo, Pollie, Reiner, Numungo, papaya und Gerhild! Vielen Dank für Eure Kommentare! Pollie und Reiner: Da sind wir schon drei in schwieriger Mission, aber geistiger Verbundenheit. Freut mich total! Weiterhin Durchhaltevermögen, Freude und Erfolg auf Eurer Schreibtisch-Insel! Numungo: Ich denke, lesen und schreiben ist gleich wichtig. Die Welt ist übrigens immer noch nicht komplett erobert (es gibt auch heute noch unerforschte Stämme!) und an manchen Kuchen denkt man lieber zurück als an sogenannte Freunde, wobei ich hoffe, dass sich bei Dir noch nicht alle "verflüchtigt" haben?! Papaya: Die Vorstellung vom gemeinsamen Bleistiftnagen gefällt mir! Weiterhin viel Erfolg beim Einhämmern auf die Tastatur!- Gerhild: Stimmt, die Einsamkeit des Schreibtisches hat auch etwas Tröstliches, das uns auffängt, wenn die Brandung des Alltags mal wieder zu stürmisch wird. Putzis Luftmatratzen-Text ist wirklich toll und ein Beispiel dafür, dass auch Wiederholungen richtig schön sein können, danke dafür! LG Antigone

Eingetragen am: 28.09.2008

Kommentar von Gerhild Bauer

Die "Einsamkeit" meines Schreibtisches ist eine tröstliche Vorstellung für mich, wenn ich unterwegs bin und zu ihr zurückzukommen, ist wie nach Hause zu kommen.Den textlichen Rohdiamanten in einen funkelnden Edelstein zu verwandeln, ist eine gute Vorstellung für mich : Schleifarbeit ist mühsam,Sorgfalt und Genauigkeit sind gefragt, dann kann sich das Ergebnis sehen lassen.Wenn man zu viel schleift.... (ich bin Heimwerkerin und alte Möbel haben es mit angetan) Wiederholungen.... hat du Putzis Beitrag (17599) gelesen ? Wiederholungen sind auch eine Kunst! L.G. Gerhild

Eingetragen am: 22.09.2008

Kommentar von papaya

Hallo Antigone,ob dieser Weg des Schreibens der wunderbarste ist weiß ich wirklich nicht, es könnte da auch andere geben...Die Vorstellung aber, dass da draußen vor der Tür noch andere einsam an ihren Schreibtischen hocken und an Bleistiften herumnagen oder auf Tastaturen einhämmern hat was Tröstliches. Viel Erfolg beim Diamanten schleifen und Grüße von papaya

Eingetragen am: 21.09.2008

Kommentar von Numungo

Die Welt ist bereits erobert, manche Freunde verflüchtigen sich in rasantem Tempo und ein Kuchen ist schnell aufgegessen. Was also gibt es sinnvolleres zu tun, als zu schreiben? Die Antwort lautet: Lesen! Doch hier stellt sich wie so oft im Leben die Frage: wer war zuerst da, die Henne oder das Ei? Es wird immer welche geben müssen, die Bücher legen. Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 20.09.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Antigone! Was soll ich nach Pollies Kommentar noch schreiben? Sie hat es auf den Punkt gebracht. Schöner kann man unsere schwierige Situation nicht beschreiben. LG Reiner

Eingetragen am: 19.09.2008

Kommentar von Pollie Bley

Das hast du schön ausgedrückt! Ja, genau so ist es.

Eingetragen am: 19.09.2008

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