(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 5 mit Übungsaufgabe

30.01.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 02.01.2009 von Audrey81
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21464

Ich hatte zum Glück noch nie einen wirklich tragischen Unfall (klopf auf Holz). Die meisten Unfälle die ich bisher in meinen Leben hatte, würde ich eigentlich auch nicht als solche bezeichnen. Mir ist bei der Überlegung, welchen meiner kleinen "Unfälle" ich gerne "veröffentlichen" möchte, auch zum ersten Mal aufgefallen, dass diese meist mit sportlichen Betätigungen einher gegangen sind. So auch dieser: Ich war ungefähr in der 5 oder 6 Klasse der Gesamtschule. Und wie sollte es anders sein, der Unfall ereignete sich natürlich im Sportunterricht. Ich war und bin nach wie vor eine sportliche Niete. Dazu kommt noch, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht gerade mein Idealgewicht hatte. Ich war also pummelig, unsporlich, trottelig und sollte mich nun an Hochsprung versuchen. Es war einfach grauenvoll. Wir Schüler durften uns in einer Schlange aufstellen und sollten nach einander über die blöde Latte springen. Ich war natürlich die letzte in der Reihe, was bedeutete, dass alle anderen mit ihrem Sprung bereits fertig waren und mir nun in aller seelen ruhe, bei meinem Sprung zugucken konnten. Ich nahm all meinen Mut zusammen und raste auf die Latte zu. Soviel konnte ja eigentlich nicht schiefgehen. Das nächste an das ich mich erinnern kann, ist das schallende gelächter meiner Klassenkameraden. Ich hatte es natürlich nicht über die Latte geschafft. Nein, ich war genau auf ihr gelandet und nun lag sie in zwei Stücken unter mir. Ich hatte es tatsächlich geschafft, dass Ding kaputt zu bekommen. Die Pein die dieser "Unfall" mit sich brachte, war natürlich wesentlich schlimmer als die blauen Flecken auf meinem Rücken. Dennoch hatte die ganze Sache auch etwas gutes: Ich musste nie wieder an den praktischen Übungen im Hochsprung teilnehmen. Ich durfte mich mit der Theorie beschäftigen und einen Aufsatz schreiben. Und der wurde sogar mit "gut" benotet. Meine beste Note, die ich je in Sport hatte!


Eingetragen am: 29.12.2008 von Carolin
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21436

Der Unfall geschah an einem Donnerstagabend in den Herbstferien vor 2 Jahren. Im Training sollte ich 10 Flick-Flack machen. Es fiel mir leicht. Diese Übung war schon Roozine für mich geworden, deshalb passte ich beim letzten nicht wirklich auf, sondern dachte schon an zu Hause. Da passierte es. Ich hielt mitten in den Rückwärsbewegung inne und drehte mich instinktiv zur Seite. Rumps. Ich viel auf meinen Arm. Als meine Trainerin es bemerkte, kümmerte sie sich um mich. Alle wollten natürlich wissen was passiert ist...
Am nächsten Tag wurde mein Arm geröncht: gebrochen. Es tat mir in der Seele weh meiner Mannschaft mitzuteilen, dass ich an der bevorstehenden Meisterschaft nicht teilnehmen konnte.


Eingetragen am: 28.12.2008 von Esther Dombrowsky (ED)
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21427

Da ist mir vielleicht etwas passiert! Du wirst es nicht glauben. Es war während meines Auslandspraktikums in Weißrussland, als ich gerade vom Internetcafé kam, um zurück ins Studentenwohnheim zu gehen. Da sah ich ein Mädchen aus dem zweiten Stock hängen, eng an der Wand, die Hände klammerten sich ans Fensterbrett, die Füße suchten verzweifelt nach Halt. Sie schrie nach Hilfe. Unten stand ein junger Mann und lachte. Er kam mir betrunken vor, jedenfalls krümmte er keinen Finger dem Mädchen zu helfen. So fasste ich mir ein Herz und stellte mich unter sie und wollte ihre Füße fassen, um sie auf meine Schultern zu stellen - schmerzhafterweise hatte die russiche Dame Pfennigabsätze, von denen ich hoffte, dass sie meine Schultern verfehlen würden. Es kam auch ganz anders, denn plötzlich ließ sie los und fiel nach unten, nicht ohne vorher mit ihrem spitzen Ellenbogen mein Auge zu erwischen. Ich verlor für einen kurzen Moment die Orientierung und war ganz benommen. Als ich wieder klar war, sah ich, das Mädchen und den jungen Mann weglaufen. Mit einer dicken Beule ums Auge ging ich in mein Zimmer und legte mir einen Beutel mit Eis zum Kühlen auf die schmerzende Stelle...


Eingetragen am: 22.12.2008 von Sarah Z.
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21391

Und das Cola ergoss sich über den ganzen Tisch, bis es auf der anderen Seite wieder heruntertropfte.
Mir war so etwas schon unzählige Male passiert. Und noch immer war uns blieb es fast unmöglich, es zu verhindern oder irgendwie vorzubeugen. Ein Moment der Unachtsamkeit, eine zu schnelle Bewegung – und der Becher kippte um, sodass sich der Inhalt auf den ganzen Tisch und womöglich noch diverse Teppiche oder Böden übergoss.
Einmal waren es Bohnen aus dem Glas gewesen, die ich umgeworfen hatte. Der Inhalt des Glases war ausgerechnet über die Tastatur meines Computers gelandet und mit Hilfe meines Vaters musste ich das Ding komplett auseinanderbauen, um die Tasten einzeln zu säubern.
Ein anderes Mal hatte ich ein viel zu zähes Schnitzel schneiden wollen und das auch noch zu knapp am Rand des Tisches. Wie bei einem Katapult wurde die eine Seite des Tellers heruntergedrückt und der Reis wurde zu Boden geschleudert, ausgerechnet auf den Teppichboden.
Ich schaffte es inzwischen, in solchen Situationen halbwegs ruhig und geistesgegenwärtig zu reagieren. Ich rannte sofort los, um Handtücher und Küchenrolle zu holen. Aber diesmal war etwas anders: die anderen Male, als mir so ein Unfall passiert war, war immer meine Mutter dabei gewesen. Sie regte sich immer unheimlich auf, während sie mir beim Aufwischen half, schimpfte, wieso ich nicht besser aufpassen konnte und stellte das Ganze geradezu dar, als hätte ich es mit Absicht gemacht. Und das, obwohl sie manchmal sogar Mitschuld war. Bei der Sache mit der Bananenmilch zum Beispiel. Sie hatte mir einfach so einen Becher auf den Tisch gestellt, was ich gar nicht mitbekommen hatte, und dann hatte ich ausgerechnet die Füße auf den Tisch gelegt, ohne die Milch dort zu bemerken – schon war es passiert.
Dieses eine Mal aber war mein Timing besser. Außer mir war nur mein Vater zu Hause, der auf so etwas viel gelassener reagiert. Meine Mutter hat immer sofort Angst, dass irgendwelche Flecken auf den Teppich oder den Boden kommen könnten, darum das Theater. Mein Vater aber half mir, nachdem wir die Flut gestoppt, alles mit Küchenrolle abgetrocknet und aufgesaugt hatten, die ganze Sache auch noch zu vertuschen. Der Teppich hatte keinen Schaden davongetragen, und auch sonst hatten wir das Chaos so gut wie vollständig beseitigt. „Wir sagen der Mama nichts davon.“, besiegelten wir mit einem Handschlag.
Nicht mit meiner Mutter. „Hat irgendwer etwas umgeschüttet?“, fragte sie am nächsten Tag skeptisch. Sie merkt so etwas immer. Wahrscheinlich hatte sie die vielen Papierhandtücher im Müll gesehen.


Eingetragen am: 17.12.2008 von doris delfendahl
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21338

ich bin 17 jahre alt gewesen, hatte schulschluss und stieg in den wagen eines schulkameraden, einer der wenigen mit auto in unserer klasse. kaum 15 meter gefahren im strassenwirrwarr unserer stadt, musik droehnt aus dem radio, wir unterhalten uns... macht es rums.... mein kopf knallt gegen die vorderscheibe.. ich war nicht angeschnallt..
ich wurde zum glueck nicht bewustlos , wir stiegen aus dem wagen schauten uns das desaster an.der schaden war nicht allzu gross aber mein schulkamerad weinte bitterlich, er war schuld, das war klar.
er rief seine mutter heulend an dass sie doch bitte vorbeikommen moege...


Eingetragen am: 17.12.2008 von
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21320

Ich war noch nicht sonderlich alt, wie jung genau, weiß ich nicht mehr. Irgendwas zwischen acht und zwölf Jahre.

Ich habe auf dem Anhänger eines Verwandten balaciert - lauthals dabei gelacht, wie gut ich mein Gleichgewicht halten konnte, während mein Bruder und meine Cousine mir dabei zusahen. Dann ging alles ziemlich schnell - ich bin ausgerutscht und von der Stange gerutscht, die Anhänger und Anhängerkupplung verband.
Als ich etwas benommen auf dem Boden aufwachte bemerkte ich nur einen großen Blutfleck auf dem Boden - und als ich an mir herunter sah, sah ich, dass ich mir meine Wade gut zwanzig Zentimeter aufgeschlitz hatte - woran auch immer.
Mit einem ordentlichen Schrecken habe ich meinen Bruder und meine Cousine angeschrien, dass sie meine Mutter holen sollen, aber sie waren starr vor schreck - so, dass ich selber um hilfe rufen musste.
Gott sei dank kam sie darauf hin auch sofort und wir fuhren ins Krankenhaus, wo die Wunde ersteinmal genäht wurde.


Eingetragen am: 14.12.2008 von Kassandrra
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21225

Meine Schwester steuerte den Wagen. Ich saß auf dem Beifahrersitz, Gabi, meine Freundin, saß hinten. Wir waren auf der Autobahn unterwegs zu einer Disko, wie so oft an Samstag abenden. Dieser Diskobesuch versprach dabei, ein besonderer zu werden: Wir freuten uns auf ein Konzert der Little Devils, einer Girlband, die wir alle sehr mochten. Mama ging es nicht sehr gut, weil Papa wieder ziemlich krank und sehr oft sehr unruhig war. Damit konnte sie nicht gut umgehen. Daran musste ich komischerweise denken, als es plötzlich von hinten einen Aufprall gab. Wir standen auf einer Ausfahrt und mussten den Autos, die sich auf der kreuzenden Vorfahrtstraße befanden, Vorfahrt gewähren. Ich habe es gar nicht richtig mitgekriegt, bis auf diesen Aufparall eben. Meine Schwester fluchte und schaute erst mal irritiert in der Gegend rum. Nach einigen Sekunden erst verstanden wir: Der hinter uns fahrende Wagen war uns hinten drauf gefahren. Ich drehte mich zu Gabi um: "Bist Du okay?" Ich bekam keine Antwort ...


Eingetragen am: 09.12.2008 von kerstin
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21052

ich hatte meiner freundin versprochen, ihre katzen zu füttern solange sie verreist war. ich war nicht gerne in dem haus, wenn meine freundin nicht da war. ich mochte die katzen nicht besonders, es war kalt, es stank, und es würde gleich noch mehr stinken, wenn ich erst das widerliche katzenfutter aus der dose lassen würde. gründe genug, alles schnell zu machen...deshalb setzte ich den dosenöffner ab, bevor er ausreichend deckel von der dose getrennt hatte, schnell, schnell, es stinkt, deckel greifen, hochziehen und...blut. anstatt den deckel zu öffnen, schlitzte ich mir alle fünf finger an dessen rand auf.mir wurde schwindlig...komisch, es ging so leicht, geräuschlos, schmerzfrei...schwindlig, als wäre es direkt das blut aus dem gehirn, das jetztauf den boden tropfte. ich setzte mich, jetzt hasste ich die katzen und ihr stinkendes futter und ihre sinnlose, bettelnde, schnurrende existenz.


Eingetragen am: 05.12.2008 von nora
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20922

als Kind hatte ich immer diesen Traum von der dicken Frau, die mich augekitzelt hat wenn ich alleine im Auto, meines vaters, sass. Er war irgendwo, einkaufen, parkgebühren zahlen oder schnell pinkeln. Als dann eines Tages ein Lastwagen in unser Familienauto krachte weinte ich nicht weil dies geschah, sondern aus Angst die dicke Frau kommt jetzt und kitzelt mich, denn ich war wieder alleine. Mein Bruder stieg aus, mein Vater stieg aus und fasste sich an Kopf. Aber ich, ich war viel zu klein um mich abzuschnallen und sass da drin und heulte vor mich hin. Komischerweise kam die dicke Frau nie, dafür holte mich mein dicker Vater irgendwann raus und knuddelte mich=)


Eingetragen am: 04.12.2008 von Leni Mae
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20913

Eigentlich war es ein ganz gewöhnlicher Tag im heiter bis bewölkten Sommer unserer kleinen Stadt. Auch an diesem Tag nahm mich mein Arbeitskollege Markus in seinem kleinen, blauen Mittelklassewagen mit, um mich nach Hause zu bringen. Noch heute klingt leise dieser Song aus dem Radio in meinen Ohren, der noch lange weiterlief, als Markus schon ohnmächtig geworden war. Markus war wie immer zu gequälten Scherzen aufgelegt und ich fühlte mich träge, die Fadheit des Tages lag wie ein Schleier auf mir.
Wir kamen an diese große Kreuzung am Otsausgang, die Ampel schaltete auf diesen Grünton um, der sich seit meiner Kindheit unverwechselbar eingebrannt hatte. Markus bog mit einer geübten Lenkradbewegung links ab, eine allzu gewohnte Übung. Wir waren schon beinah in die Straße eingebogen, als mein Blick intuitiv nach rechts schweifte. Es war zu spät. Ich sah diesen anderen Wagen mit unaufhaltsamer Geschwindigkeit auf uns zukommen. Eine tiefe, innere Ruhe machte sich bei mir breit. Eine Ruhe, die wusste, dass das Unheil sich nicht abwenden lassen würde. Eine Ruhe, die Kraft sammelte, um das Kommende überstehen zu können. "Markus", hörte ich mich sagen, dann knallte es. Es schüttelte mich durch und ich fiel in ein Zeitloch. Ich erinnere mich, wie Markus ganz still an der Scheibe der Fahrertür lehnte. Es war alles so unwirklich. Das Radio summte fröhlich sein Lied. Blut rann auf seinem Gesicht herunter. "Markus?", fragte ich in die Leere hinein. Ich ertrug den Spott des Radios nicht mehr und schaltete es aus. Plötzlich waren viele besorgte und hektische Menschen um uns herum. Sie brauchten eine Weile, um Markus aus dem Auto zu bekommen. "Er ist ohnmächtig.", sagte ich nur und wunderte mich über meine Unscheinbarkeit in diesen Minuten. Niemand interessierte sich für mich. Ich stieg aus und beobachtete, wie sich eine Traube besorgter Mienen um Markus herum ansammelte. Ich fragte mich, ob ich wirklich bei dem Unfall dabei war?

Ich ging nach Hause. Er lag dort und ich ging nach Hause. Dies sollten die längsten 2 Kilometer meines Lebens werden. Plötzlich spürte ich jeden Knochen, jede Faser meines geschockten Körpers. Es war, als ob eine unfassbare Schwere sich meines Körpers bevollmächtigte. Ich bekam Angst. Würde ich es bis nach Hause schaffen? Hilflos spürte ich wie ich Meter für Meter starrer und langsamer in meinen Bewegungen wurde. "So muss sich ein Fisch fühlen, dem das Wasser genommen wird", dachte ich.
Irgendwie schaffte ich es bis ins Schlafzimmer meiner Mutter, welche, noch zermürbt von der Nachtschicht, zu schlafen versuchte.
"Mama, mir ist schlecht.", hörte ich mich sagen, bevor auch mich die Ohnmacht des Unfalls ereilte.


Eingetragen am: 28.11.2008 von Joakina
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20775

Es dämmerte und die Kälte kroch mir in die Knochen. Es wäre besser gewesen, der Stimme zu gehorchen, die mir irgendwo tief drin geraten hatte, jetzt endlich nach Hause zu gehen. Aber hinterher ist man immer klüger. Außerdem wollte ich nicht als Feigling dastehen, ich hatte schließlich einen Ruf zu verteidigen. Alle Kinder, die in unserem Dorf Rang und Namen hatten, tummelten sich noch auf der Schlittenbahn. Nur die Mamasöhnchen und Papatöchter lagen schon längst daheim in der Badewanne. Wir Wilden wollten noch ein letztes Mal die Wiese hinunter sausen, Kopf voraus und auf dem Bauch versteht sich. Ich erinnere mich genau, es roch nach verbranntem Holz und gefrorenen Äpfeln, als ich kurz Anlauf nahm und mich bäuchlings auf den Schlitten warf. Schließlich wollte ich als erste unten sein. Die anderen jagten mir sofort nach, also hielt ich die Füße am Ende des Schlittens oben, bloß nicht bremsen. Ich merkte schnell, dass das sowieso unmöglich war. Ich befand mich auf purem Eis, mein Holzschlitten war unkontrollierbar geworden. Also schoss ich ungebremst auf das Ende der Bahn zu und dachte noch, „Macht nix, dann fährst du halt in den Acker.“ Und so kam es, ich raste in den vereisten Acker, wurde mitsamt meinem Schlitten in die Luft geworfen und landete mit dem Hintern auf einer vereisten Ackerscholle. Alle lachten, ich auch, obwohl es kurz höllisch weh tat. Den anderen erging es auch nicht besser, wir purzelten nur so durch die Winternacht. Danach wollten alle nach Hause. Als ich dort ankam, dachte ich schon fast nicht mehr daran und ging auf die Toilette. Dort sah ich die Bescherung: Das Blut lief mir nur so die Beine entlang und plötzlich schmerzte es hinten. Der Arzt, den meine Mutter voller Angst noch am Abend holte, meinte, ich hätte Glück gehabt, es sei nur eine Platzwunde. Allerdings keine zehn Zentimeter vom Afterausgang entfernt. Ein bisschen tiefer und das Teil wäre gerissen, womit nicht zu spaßen sei. Außerdem hätte ich auch auf den Rücken stürzen können oder auf das Steißbein. Ja, also tat ich brav, was mir nahe gelegt wurde, und war dankbar, obwohl ich im Krankenhaus genäht werden musste, was mir mit 13 Jahren natürlich oberpeinlich war. Ich verbrachte anschließend zwei schlimme Wochen auf dem Rücken und dachte oft darüber nach, ob mir wohl der Bauch geplatzt wäre, wenn ich im Sitzen runter gefahren wäre.


Eingetragen am: 28.11.2008 von Rahan Neris
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20762

Ein frostiger Dezembermorgen, das Auto im Hof mit vereisten Scheiben. Habe wenig Lust zu kratzen, besonders die Frontscheibe ist sehr groß, außerdem wird die Zeit knapp. Kratze nur das Nötigste frei, fahre los, friere.
Klamme Finger am kalten Lenkrad, mein Atem dampft. Schon an der ersten Ampel liegt wieder ein schwacher Eisfilm über der Scheibe, der Wischer hilft nicht viel. Egal, bin ja gleich da.
Noch eine letzte Kreuzung. Blick nach links, frei. Geradeaus auch keiner, schiebe den Gang rein. Schau nach rechts, nichts zu sehen, was mich aufhalten sollte. Gebe etwas Gas, schlage das Lenkrad nach links ein, blicke beim Einbiegen in die Straße, die sich vor mir öffnet – da, ein heller Schatten von rechts, Scheiße, da ist doch noch ein Wagen. Erkenne hinterm Steuer schemenhaft ein Gesicht im Profil, weiße Haare ... ein Schlag, eine Ruck, der mein Fahrzeug mit dem andern parallel setzt. Ich will diesen Film anhalten, Rückspultaste, Löschen, alles auf Anfang. Geht nicht, rolle aus.
Jetzt ist mir warm, der Eisfilm hat nun ein Loch, groß genug, dass ich gut sehen kann, wie das Auto vor mir rechts ran fährt, Warnlichter setzt. Nagelneuer Mercedes. Die Tür geht auf, es steigt eine ältere Dame aus, Entsetzen im Gesicht. Ich schalte meine Warnlichter ein, bleibe einen ganz kleinen Moment lang sitzen. „Du musst aussteigen!“, sage ich halblaut.


Eingetragen am: 28.11.2008 von kadulila
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20758

Ein Unfall aus meinem Leben? Nun ja, wer setzt sich schon gern mit Unfällen auseinander. Und auch noch mit solchen, an denen man schuld war? Glücklichweise ist nicht gefordert, dieses Erlebnis in schöne Sätze zu kleiden.
Ich bin 30 Jahre alt und Studentin in Berlin. Teilzeitstudentin vielmehr, denn ich bin vor einigen Monaten in eine kleinere Stadt gezogen, etwa 170 Kilometer von Berlin entfernt. Hier lebt mein Freund, hier lebe nun auch ich. Ich bin schwanger. Im vierten Monat. Nur noch selten fahre ich nach Berlin an die Uni, um meine Diplomarbeit zu planen. So auch an diesem Tag. Es ist noch früh, etwa11 Uhr am Vormittag. Der Termin mit meinem Professor ist gut gelaufen. Ich bin mit dem Auto unterwegs in die Berliner City. Ich möchte den Rest des Tages zum Shoppen nutzen. ich kenne die Strecke, bin sie in den vergangenen fünf Jahren oft gefahren. Ich stehe mitten in einer Autoschlange an einer Ampel. Mit meinen Gedanken bin ich woanders. Ich warte auf die nächste Grünphase, das Radio läuft, die neuen Jeans sind fast schon in greifbarer Nähe. Das Auto vor mir fährt an, ich folge ihm.
Das Geräusch werde ich nie vergessen. Mein Auto wird über die Straßegeschoben und erst durch einen Baum am Rande gebremst. Jemand in Uniform reißt die Fahrertür auf und holt mich aus dem Auto. Ich verstehe das alles nicht, die Ampel war doch grün. Man sagt mir, die Ampel sei defekt, man sei gerade mit der Reparatur beschäftigt. Der Krankenwagen bringt mich in die Klinik. Ich weine um mein Kind, um mich, um mein Auto. Im Krankenhaus sind alle sehr bemüht um mich, alle sind nett. Und das, obwohl ich schuld war. Die Untersuchung zeigt, dass es dem Kind gut geht. Auch ich habe nur eine kleine Kopfverletzung. Eine Nacht muss ich zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Alles ist gut ausgegangen. Meine Beule war nach etwa vier Wochen nicht mehr zu sehen. Meine Tochter ist heute neun Jahre alt.
Und sonst? Die Hoffnung, dass es kein Totalschaden sei, hat sich nicht erfüllt. wir mussten lange für ein neues Auto sparen. Nicht zu vergessen die Rechtsanwaltskosten, Punkte in Flensburg usw.


Eingetragen am: 27.11.2008 von Dani
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20719

Nicht daß ich nur einen Unfall gehabt hätte, da gab es schon mehrere,- kleinere, mittlere, unangenehme und kostenintensive oder auch peinliche Schusseligkeiten. Aber nur ein großer, dramatischer Unfall führte mich dorthin, wo ich heute bin. Er hatte das Potenzial, daß ich über den Sinn meines Lebens nachgedacht habe. Ich habe einige alte Pfade verlassen und bin zu neuen Ufern aufgebrochen.
Es war zu der Zeit, als ich noch in ländlicher Gegend, in einem kleinen Ort mit meinem Bruder ein Gasthaus führte. Wir teilten uns ein Auto. An jenem Abend hatte ich mich mit meinem damaligen Freund Andreas verabredet. Auch er wohnte etwa 15 km entfernt, außerhalb in einem Baurndorf und besaß kein Fahrzeug. Mein Bruder benötigte unser Auto an diesem Abend geschäftlich , und so war ich gezwungen, mich nach einer alternativen Fahrgelegenheit umzusehen. Ein Bekannter auf dem Heimweg, der in meine Richtung fuhr, erbot sich, mich bis zu einer Straßenkreuzung mitzunehmen. Er hielt seinen Wagen am rechten Fahrbahnrand an und ich stieg aus. An einer vielbefahrenen Landstraße schossen PKW´s an mir vorbei. Ich stand lange dort, in einsamer Gegend am Straßenrand, totmüde vom langen Arbeitstag, und meine Gedanken hatten die Aktenordner noch nicht geschlossen. In weiterer Entfernung auf der anderen Straßenseite registrierte ich , wie ein Auto anhielt und ein mir bekanntes Gesicht, mich zu sich winkte. Bis heute weiß ich nicht, wer mir damals zugewunken hat. Offensichtlich wollte ich die Straße überqueren, hatte mich dabei nicht um den Verkehr gekümmert und wurde von einem Fahrzeug erfaßt. Bis heute weiß ich nichts über den genauen Verlauf des Unfalls, denn ich erwachte erst Wochen später in einem völlig unbekannten Raum. Da lag ich ganz allein in einem Bett, um mich herum viele Geräte und Schläuche. Mein Körper schmerzte, mein Kopf fühlte sich an, als würde er in einer Taucherglocke stecken. Da stand ein Schrank, worauf Kisten gestapelt waren. Ich lag lange da und zermarterte mir den Kopf über meine Situation. In meinem Kopf wirbelten zusammenhanglose Gedankenfetzen herum. Ich fragte mich immer wieder, wer ich war, wo ich war. Stellte mir die Frage, was für ein Schrank, was für Kisten das seien. Was war nur darin? Alles um mich herum war mir ein Rätsel gewesen. Ich hatte entsetzliche Angst vor dieser Leere. Davor, zu wissen, daß es etwas gab. Aber was war es nur?
Alles war einfach weg.
Bestimmt wollten sie mich quälen!
Es waren bestimmt böse Menschen, die mir so weh tun!
Mir wurde plötzlich klar, daß ich alle Kraft aufbringen mußte, um zu fliehen, sonst wäre ich bestimmt verloren. Ich zitterte am ganzen Körper, konnte meine Hände kaum steuern, aber ich schaffte es, die Nadel aus meiner Armbeuge zu ziehen und mich aller Schläuche und Gerätschaften zu entledigen.
Ich setzte mich auf, spürte mein Bein nur als gleichmäßigen Schmerz, der mir Übelkeit hervorrief. Ich wußte nicht, wer ich war oder wo ich war, aber ich wollte leben. Ich mußte fliehen, damit die, wer immer die waren, mir nicht noch mehr Angst und Schmerz zufügen konnten. Ich rutschte vom Bett und wollte mich auf meine Beine stellen. Ein durchdringender Schmerz, der wie eine Kugel vom Fuß ins Hirn schoß, raubte mir augenblicklich die Sinne und ich fiel zu Boden. Wann ich im Krankenhaus von einer Krankenschwester auf dem Boden liegend gefunden wurde, weiß ich nicht. Am nächsten Tag besuchte mich eine alte Dame, welche behauptete, daß sie meine Tante sei. Sie setzte sich zu mir ans Bett und erzählte mir von meinem Unfall, daß ich Gehirnblutungen hatte und deshalb lange im Koma lag, sowie von meinem zertrümmerten noch nicht behandelten Unterschenkel. Sie kam daraufhin jeden Tag und saß viele Stunden bei mir und berichtete mir alles, was sie über mich und mein Leben wußte. "Du wirst dich schon bald wieder erinnern", sagte sie. So war es auch. Leider hat mein Bein den nächtlichen Fluchtversuch nicht ganz unbeschadet verkraftet, und so spüre ich heute noch manchmal einen stechenden Schmerz, der mich dankbar sein läßt, daß mich gute Menschen damals gerettet und wieder zusammengeflickt haben.


Kommentar von Joakina

Hallo Dani, der Anfang hat mich in die Geschichte gezogen, ich würde gern mehr darüber wissen, welche neuen Pfade du eingeschlagen hast.

Eingetragen am: 28.11.2008

Eingetragen am: 25.11.2008 von Ferdinand Buschmann
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20656

ich habe Dicken abgeholt und wollte mit ihm eigentlich nur zur Arbeit fahren, mein kleiner 35 PS Renault war fast abbezahlt es war ein kalter morgen, die Strasse war glücklicherweise gestreut so das kein Eis auf der Strasse war. An einer Teekreuzung sagte Dicken zu mir "Rechts ist frei." "Die letzten Worte eines Beifahres", sagte ich zu ihm. Ich bog rechts ab und wir fuhren die lange Strasse entlang. Ich zog eine Zigarette aus meiner Schachtel und habe wenns hoch kommt 3 sekunden nicht auf der Strasse gescaut, da kam der Porsche Cayenne Rückwärts aus der einfahrt und rammte meine kleine rote Knutschkugel. Dicken hatte Glück, nur eine kleine Prellung an seinem rechten Arm. Mein R5 war hinüber.


Eingetragen am: 23.11.2008 von milktea
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20607

ich warte im flur. Die "Aa" (abgekürzt, wir wollen ja keine Namen nennen) wie sie sich heute nennt, hatte mir einen termin zugewiesen. Den wollte ich auch wahrnehmen. Wenn ich nicht durch einen unleserlichen Zettel - vorallem das letzte wort war nicht zu entziffern - darauf hingewisen wurde das er sich verspätete. Zu meinem Glück war da eine andere Beraterin die mir sagte mit wieviel warte zeit ich mind. zu rechnen habe. Ich saß da also im flur, in begleitung von meinem freund. Unendlich viele Broschüren vor mir und unter anderem eine Umfrage wie zufrieden ich mit der "Aa", dem Berater usw. bin. Ich habe dazu schon jetzt eine Meinungdurch meinen erfahrungen im vorfeld denke ich, aber erst mal das gespräch abwarten. 27 Minuten vergehen. Meine ungeduld hat ihren höhepunkt erreicht. Mein Freund schweigt. Ich schweige. Die harten Plastik Stühle machen die wartezeit nicht angenehmer. Ein Mann läuft den Flur entlang, ist aber auch genauso schnell wieder weg. 1 Minute später, ein zweiter Mann läuft den Flur entlang. Meine ungeduld treibt mich dazu ihn mit meinen Blicken zu verfolgen. Er klopft circa 1,5m weiter an eine der milchigen glastüren, diese geht im selben moment auf. Eine Frau steht in der Tür. Der Mann bleibt im flur stehen. Ohne begrüssung macht er seiner verärgerung luft. "Ich habe einen Termin mit einer so ner jungen Frau. Erst meint die: "Es ist so wichtig. ich muss schnell einen termin bekommen. sofort ambesten. es geht um mein kindergeld". Ja erst theatermachen und dann nicht auftauchen. Die sind doch alle gleich. Sowas von unzuverlässig. Immer wollen, aber dann nicht kommen". Mit einem rutsch wird mein verdacht bestätigt. Dieser Mann auf den ich nun über eine halbe stunde mitlerweile warten muss. Besitz die frecheit und dreistigkeit mich unbeachtet zu lassen und mich nicht aufzurufen, da es sowieso einfacher ist ein Glas als halb leer zu bezeichnen. Ich unterbreche ihn mit den Worten: Ich bin hier! Sie reden da über mich. Wie wäre es erst mal meinen Namen aufzurufen, anstatt auf den Flur über mich auf die unverchämte art zu reden. Wie unhöflich. Ich stehe auf. Er Entschuldigt sich für garnichts. Nicht mal für seine verspätung. Stattdessen meint er nur das so viele unzuverlässig seien. Da liegt ja die vermutung nahe das ich bin wie alle anderen. Ich sage ihm nur das wir auf dem Flur soetwas nicht besprechen müssen und das er damit warten kann bis wir im Büro sind. Ich sitze seitlich von ihm. Er beschuldigt mich nicht erreichbar zu sein. Ich sage ihm das dass nicht sein kann. Ich bin fast immer zuhause und wenn nicht ist es jemand anderes. Wir sind ein grosser Haushalt. Er beschuldigt mich der selben sache nochmals. Ich will antworten. Er verbietet mir den mund und fängt ein telefonat an. 10 minuten lang, redet er mit einer Frau? am telefon, immer wenn diese wohl gerade irgend etwas nachschaut beschuldigt er mich eines neuen und verbietet mir draufhin wieder den mund. Immer und immer wieder. Er legt auf. Dieser Berater, sein Name ist im übrigen Herr M., meint wohl das dieser Termin dazu da ist damit er sich reden hören kann. Eine wirklich böse stimme hat er. Zumindest bemüht er sich sehr laut und bedrohlich zu reden. Ich gebe ihn zu verstehen, das ich aussprechen möchte. Es stellt sich heraus das Herr M. nicht meine Telefon nummer hat. Die nummer die er mir vorliest um zu beweisen wie oft er mich angerufen hat? Ist garnicht meine. Ich sag Ihm die richtige. er erkennt an das es nicht meine schuld ist das er mich nicht erreichen kann. Naja aber ihn fällt was neues ein. Er schlägt verbal immer wieder auf mich ein. Beschuldigt mich. Lässt mich kaum zu wort kommen. Dementiert das was ich sage mit verwirrenden weiteren Anschuldigungen. Das ist ein Beratungstermin. Es geht eigentlich um meine Zukunft. Stattdessen muss ich mich verteidigen. Schlimmer als Verhöre die ich im TV gesehen habe. Die waren nicht so kreativ in der auswahl an anschuldigungen die man einen vorwerfen kann und egal wie oft man ein und die selbe sache wieder und wieder erklärt und die nächste ebenso, es nimmt kein ende. Es ist sehr aufbrausend. Schreit. Macht mich runter. Sagt ich habe sowieso keine chance in dem bereich ne Ausbildung zu finden und ich nicht engargiert genug bin. Ich erzähle ihn das ich sehr wohl schon genug Vorstellungsgespräche hatte und ich einen OP termin verschoben habe um an einem Auswahlverfahren teilzunehmen. Er dreht durch. Sagt ich soll ihn sofort sagen warum ich ins Krankenhaus müsste, wann und sagt ich hätte anrufen müssen um das mitzuteilen. Ich sage ihm das es ihn nichts angeht wiso. Das sei meine sach und priva. Er hat ja nicht das recht das ich vor ihm alle soffenlegen muss. nach 40 minuten knicke ich ein. ICh bin wütend. ICh sage ihm das ich wirklich wütend bin. Fange an zu weinen. Ich kann dieser wand an immer neuen beschuldigungen. Der immer wieder kehrenden anschuldigungen nicht mehr stand halten. Die art wie er mit mir umgeht macht alles noch schlimmer. Er redet noch zehn minuten auf mich ein. Er verbleibt dabei das ich mich alle 2 wochen bei ihm melden muss. Als sei er mein Bewährungshelfer und zahlreiche auflagen gibt er mir auch noch mit. Bevor ich das Büro verlasse richte ich noch letzte worte an ihn. "Wenn sie mich zittieren wollen, dann tuen sie es richtig. Ich habe das was sie gesagt haben mitten auf dem Flur niemals gesagt und das wissen Sie!. Ich war an der information, fragte was das für ein schreiben sei was ich erhalten habe, diese sagte mir sie könnten mir da nicht weiter behilflich sein. Ich bräuchte einen Termin mit meinen Berufsberater (dieser ist im übrigen nicht erreichbar. Man kann und darf ihn nicht anrufen. Nur eine call center nummer für allg. aauskünfte steht zur verfügung). Ich sagte okay, denn ich weis nicht was das für ein schreiben ist. ich suche doch ne ausbildungsstelle. Die Frau an der information sagte das man mich nicht erreichen konnte und das dann automatisch das Kindergeld gestrichen würde und ich nicht mehr als aubildungssuchend gelten würde. Sie sagte ich müsste warten bis ich einen Termin zugewiesen bekommen würde postalisch und das mir ein neuer berater zugewisen worden sei, vor einige Zeit. Meinen alten gebe es nicht mehr".
Meinen Berater lasse ich stehen und sammele im treppenhaus meinen freund auf. Ich bin völlig aufgelöst und kann einfach nicht auf hören zu weinen. er beruhigt mich und schlägt vor was man gegen diesen Mann, der sich für allmächtig hält unternehmen kann. Doch das ist nicht so einfach. Man kann sich an niemand bestimmten bei der "Aa" beschwerren, oder vorfälle melden. Nicht mal den Berater kann ich wechseln. Ich soll mich an die "Aa" in meiner Stadt wenden und mich an der Information melden. Viel wird man da nicht machen können.


Eingetragen am: 23.11.2008 von marie
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20577

Ich kam gerade vom Flughafen. Mein Opa war ein paar Tage zuvor gestorben und so hatte ich meinen Schüleraustausch für 10 Tage unterbrochen. Meine Mutter und meine Oma holten mich vom Flughafen ab. Als wir bei der Auffahrt meiner Oma ankamen sagte meine Mutter: "So und nun fährst du die Auffahrt hoch, du kannst doch fahren oder?"

Ja klar konnte ich fahren. Seit zwei Wochen durfte ich mit einem erfahrenen Begleiter an der Seite einen Automatik-Wagen in der unendlich einsamen Prärie von Süd Dakota rumfahren! Den schönen ehemaligen Post-VW-Passat meiner Mutter hatte ich nach mehr als 20 Stunden Reise, einer netten Unterhaltung mit Vitali Klitschko zwischen Amsterdam und Hamburg und dem frischen Tod meines Opas allerdings samt Oma auf dem Beifahrersitz rückwärts gegen den nächsten Baum gesetzt.


Eingetragen am: 22.11.2008 von chrissi
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Ich fühle mich noch nicht in der Lage, einen Roman zu schreiben, sondern versuche vielmehr kleine Geschichten zum Alltag zu sammeln, die ich meist vergesse, aufzuschreiben...

Anfangs dachte ich, in meinem Leben gab es keine dramatischen Unfälle, doch nach über einer Woche des Überlegens, habe ich dennoch drei gefunden:

-- Beinaheunfall

Ich fuhr wie jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Schule. Jedoch gab es an jenem Morgen Blitzeis und auf dem letzten Stück, als ich auf die Hauptstraße bog, die damals noch durch Kopfsteinpflaster gekennzeichnet war, rutschte mir der Reifen weg und ich landete auf der Straße in einer Pfütze. Die Autos fuhren glücklicher Weise selbst so langsam, dass sie mich trotz Dunkelheit nicht erfasst haben.

-- allergische Reaktion

Mein Bruder wurde von einer Wespe gestochen und wurde in ein Krankenhaus geliefert. Als wir ihn im Krankenhaus besuchten, sagte man uns, dass er hätte sterben können, wenn die Erzieherin nicht so schnell gehandelt hätte. Sein Körper reagierte so allergisch darauf, dass sein Gesicht anschwoll.

-- Schreibtisch

Als Kind stieg ich auf meinen Rollstuhl und hielt mich dabei an dem Schrankaufsatz meines Schreibtisches weg. Der Stuhl rollte weg und ich zog den ganzen Schrank mit mir. Meine Eltern fanden mich darunter, die Tischkante hatte auf meinem Bein einen großen Bluterguss verursacht. Sonst war mir nichts passiert, doch erinnern kann ich mich an nichts.

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Da ich den ersten Unfall bereits auf ca. 500 Wörter beschreibene Geschichte ausformulieren konnte, möchte ich mich einfach für die Anregung bedanken.


Eingetragen am: 21.11.2008 von megajulchen
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vor ziemlich genau 4 jahren hatte ich eine unheimliche begegnung mit 2 LKWs auf der autobahn. mein freund und ich waren in erlangen in einer rockdisko. ich war zum fahrer auserkoren und trank somit nur ein bier und einen martini. ich fühlte mich sehr nüchtern, sonst wäre ich ja auch nicht in meinen corsa eingestiegen. es regnete schon den ganzen abend und die autobahn auffahrt war mir bisslang noch nicht bekannt, was dazu führte, dass ich zu früh gas gegeben habe, obwohl da noch ein kurve kam, bevor es auf den beschleunigungsstreifen geht. vollbremsung, lenkrad verrissen und schon rutschte ich seitwärts auf die fahrbahn, wo in diesem moment ein lastwagen fuhr. durch den seitlichen aufprall wurde ich wieder in die andere richtung gedrängt. noch mal lenkung verreissen. da war auch schon der zweite lkw. er fuhr, wie ich später von der polizei erfuhr, gebremst in meine fahrerseite. mein erster gedanke galt meinem freund, dem es glücklicherweise gut ging. im gegensatz zu mir, das merkte ich aber auch erst als das adrenalin in mir abgebaut war. ich wurde ins krankenhaus gefahren. gebrochenes schlüsselbein, schnittverletzungen am kopf und riesige blaue flecken an meiner kompletten linken körperhälfte. ich wurde für 6 wochen krank geschrieben, was an sich kein problem gewesen wäre, wenn ich nicht erst vor 2 monaten nach nürnberg gezogen wäre. ich kannte hier niemanden außer meinem freund, der ja zum glück noch in die arbeit gehen konnte und meiner mitbewohnerin die eh nie da war. also saß ich wochenlang allein zuhause, konnte mich anfangs kaum bewegen vor schmerz und mir fiel die decke auf den kopf. ich drehte durch vor lauter langeweile, dachte viel zu viel nach... letztendlich schmiss ich meinen freund dann aus meiner wohnung. den grund weiß ich nicht mehr so recht. ich bin nur froh dass er mir nach einigen wochen wieder verziehen hat, sonst wär ich heute noch allein.


Eingetragen am: 18.11.2008 von Noriberto
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Der Unfall

Wie so oft bin ich als Zivi mit meinem roten Renault 5 von Ichenhausen in Richtung Günzburg unterwegs. Groß und von weitem sichtbar prangern die weißen Wörter „Sozialstation Günzburg“ an den Seitentüren. Die Straße ist stellenweise noch nass. Mein Tachometer zeigt auf 80km/h. Nicht weit voran fährt ein weiteres Auto, das abrupt abbremst, um links abzubiegen. Ich muss schnell reagieren und stark auf die Bremse treten. Mein Blick fällt automatisch auf den Innenspiegel und sehe, wie von hinten ein Auto auf mich zurast. Blitzschnell schießen mir Gedanken wie „Unfall“ und „Jetzt ist es zu spät“ durch den Kopf. Kurz bevor ich mit meinem Auto zum stehen komme, wird mir klar, dass zwar ich es noch rechtzeitig schaffen werde mein Auto anzuhalten, aber der Fahrer hinter mir seinerseits dazu keine Chance mehr hat. Dann höre ich mich nur noch laut schreien und es gibt einen dumpfen Knall. Papiere fliegen durchs Auto und mein Sitz wird durch die Wucht des Aufpralls nach hinten in Liegeposition gebogen. Der Schreck sitzt tief. Nach kurzer Zeit öffnet jemand meine Fahrertür und erkundigt sich nach mir. Ich spüre ein unangenehmes Brennen auf meiner Brust. Es stammt von den Sicherheitsgurten, die mich sicher gehalten hatten. Nicht jedoch ohne ein paar Blutergüsse zu hinterlassen. Ansonsten schien ich unverletzt. Den anderen Fahrern war Gott sei Dank auch nichts schlimmeres passiert. Außer Blechschaden gab es keine großartig Verletzten. Die Polizei war rasch zur Stelle und nahm sämtliche Daten und Aussagen auf. Drei Autos waren aufeinander geschoben. Dann konnte ich im Schritttempo mit stark demoliertem Wagen weiterfahren. An der Sozialstation schilderte ich meinem Chef die Geschichte und wurde unmittelbar zum Arzt geschickt. Dieser diagnostizierte ein HWS-Syndrom, also eine Stauchung der Nackenwirbel, was meine Steifheit und erst später auftretenden Schmerzen in diesem Bereich erklärte. Schließlich wurde ich für eine Woche krankgeschrieben und erhielt noch über 1000 DM Schmerzensgeld, da die alleinige Schuld derjenige trug, der auf mein Auto aufgefahren war. Mein Dienstauto war übrigens ein Totalschaden und nicht mehr zu gebrauchen. Bis heute noch habe ich die Bilder des Rückspiegels mit dem herannahenden Auto vor Augen, begleitet mit dem damalig erlebten, schrecklichen Gefühl der Ohnmacht. Heute bin ich nur froh, noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen zu sein.


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