Schreiben Sie mit!
Mustertext von Kapitel 1 mit Übungsaufgabe
1. Woche
Vor einigen Jahren saß ich mit einem befreundeten Autor in einem Café. Er schrieb Sketche und arbeitete gerade an seiner ersten abendfüllenden Produktion fürs Fernsehen. Ich war Teilzeitsekretärin, die bisher einige Buchkritiken veröffentlicht, ein Hörspiel an BBC Radio verkauft hatte und gerade am ersten Roman arbeitete. Wir beide lebten in billigen Mietwohnungen, verdienten unser Geld hier und da und waren voll Hoffnung und Ehrgeiz, was unsere berufliche Zukunft betraf.
Mein Freund kam von einem Vortrag für Studienanwärter, und jemand hatte ihn gefragt, warum er Schriftsteller geworden war. »Weißt du was?«, sagte er, während er in seinem Cappuccino rührte. »Ich habe ihnen zwar irgendwas von der Freude an Sprache und dem kreativen Prozess erzählt, aber eigentlich bin ich Schriftsteller geworden, damit ich nach London ziehen, in Cafés sitzen und mich mit anderen Schriftstellern über das Schreiben unterhalten kann.«
Ich wusste genau, was er meinte. Für Menschen, die, wie wir beide, aus völlig nicht-literarischen Familien stammten, ist das Schriftstellerleben etwas Wundervolles, und zwar mit all den oberflächlichen Dingen, die wir eigentlich verachten sollten: das Cafégeplauder, die Neuerscheinungen, das Durchblättern der Literaturseiten inklusive der leicht schuldbewussten Befriedigung, wenn ein befreundeter Autor eine schlechte Kritik erhält. Vergessen Sie einen Moment lang die Einsamkeit und die Angst, die Paranoia und die finanzielle Unsicherheit, denn das Leben eines Schriftstellers macht Riesenspaß.
Die Sache hat bloß einen Haken. Man muss schreiben. Das ist etwas, was Anfänger manchmal nicht zu begreifen scheinen. Wie viele andere Romanautoren halte auch ich oft Reden auf Festivals oder gebe Schreibkurse, und die Standardfrage gleich am Anfang lautet immer: »Wie haben Sie es geschafft, einen Roman zu veröffentlichen?« Die Frage ist natürlich gut und berechtigt, aber manchmal habe ich das dumpfe Gefühl, dass die Motivation dahinter ein wenig suspekt ist. Was war der Trick?, heißt die eigentliche Frage. Verrat ihn mir, denn dann wird mein Buch auch veröffentlicht. Natürlich klingt es ziemlich arrogant, wenn ich sagen würde, mein Buch wurde veröffentlicht, weil es gut war, aber es wäre ehrlich und könnte angehende Autoren vielleicht von dem Irrtum befreien, die Veröffentlichung sei ein Mysterium oder man brauche entsprechende Beziehungen. Davon hatte ich nämlich keine einzige, nicht einmal, nachdem ich meinen Abschluss auf der University of East Anglia gemacht hatte, deren Schreiblehrgang allgemein (und irrtümlich) als Eintrittskarte in den Club der veröffentlichten Dichter gilt. Ich fand einen Agenten, weil ich bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb den zweiten Platz belegt hatte. Ich habe einen Verlag gefunden, weil ich irgendwann ein Buch geschrieben habe, das gut genug war, um von meinem Agenten verkauft zu werden.
Wenn Sie ein angehender Romanautor sind, finden Sie es vielleicht verblüffend, dass so viele schlechte Bücher veröffentlicht werden, aber das ändert absolut nichts daran, dass Sie erst ein gutes Buch schreiben müssen, wenn Sie es in den Buchhandlungen sehen wollen.
Nur wenige Menschen schaffen es gleich beim ersten Versuch, einen guten Roman zu schreiben. Ich auch nicht. Mein erster veröffentlichter Roman war der dritte, den ich geschrieben hatte, von den zahllosen Fehlstarts, die oftmals Tausende von Wörtern lang waren und an denen ich monatelang gearbeitet hatte, ganz zu schweigen. Wenn auch Sie schon viel angefangen und nicht beendet haben, dann lassen Sie sich davon nicht entmutigen; sehen Sie es als notwendigen Bestandteil des Lernprozesses an. Ich muss immer lachen, wenn ich in einer Biografie über Herr oder Frau Verstorbene Literarische Berühmtheit lese, »Hätte er/sie doch nur diese ersten Manuskripte nicht weggeworfen – was für Schätze mögen darin verborgen gewesen sein!«. Unsinn. Herr oder Frau Verstorbene Literarische Berühmtheit hat das frühe Zeug in den Müll gesteckt, weil es Müll war!
Das, was dabei herauskommt, wenn Sie sich mit den Kapiteln dieses Buchs beschäftigen, könnte durchaus ein Fehlstart werden – nämlich dann, wenn Sie keine gute Idee für ein Buch haben. Denn die kann weder ich noch sonst irgendjemand Ihnen in den Kopf pflanzen. Wenn Sie diese Übungen machen, werden Sie am Ende keinen fertigen Roman und wahrscheinlich noch nicht einmal einen Erstentwurf haben. Aber sicher werden Sie Rohmaterial haben, aus dem eines Tages vielleicht ein Buch wird, wenn Sie es formen und bearbeiten.
Wie lange braucht man, um einen Roman zu schreiben? Das kommt darauf an. Mein erster Roman, Crazy Paving, entstand in achtzehn Monaten, während ich nebenbei als Sekretärin arbeitete. Eigentlich ist das ziemlich schnell, aber ich war damals jung, ohne Bindung und hatte keine häuslichen Verpflichtungen. Als ich meinen zweiten Roman begann, war ich Theaterkritikerin für eine Sonntagszeitung, was bedeutete, dass ich den ganzen Tag schreiben konnte, bis ich – wie eine Eule – abends das Haus verließ, um ins Theater zu gehen. Das war großartig. Dance with me war in sieben Monaten fertig. Mein drittes Buch wurde anhand eines einseitigen Exposés verkauft, als ich mit meinem ersten Kind schwanger war. Ich versprach meinem Verleger, das Buch würde vor dem Kind erscheinen, aber das war eine glatte Lüge. Das Baby kam, als ich beim ersten Kapitel war. Mein Partner arbeitete Vollzeit, und wir hatten keine Betreuung für das Kind. Trotzdem musste ich das Buch fertigstellen, zumal wir uns mit dem Vorschuss eine Wohnung gekauft hatten. Honey-Dew entstand in acht Monaten, der Preis war die totale Erschöpfung. Das ist übrigens der Grund, warum dieses Buch mein kürzestes ist.
Und dann das vierte, Fires in the Dark, das für mich einen echten Richtungswechsel bedeutete. Meine ersten drei Bücher spielten in der heutigen Zeit und waren bevölkert mit weiblichen Charakteren, die ungefähr in meinem Alter waren. Was darin geschah, war nicht einmal entfernt autobiografisch – Honey-Dew handelt von einem Mädchen, das seine Eltern umbringt -, aber ich muss zugeben, dass in Bezug auf Umfeld und Sprache vieles auf meiner eigenen Erfahrung beruhte. Fires in the Dark dagegen spielt in Mitteleuropa über einen Zeitraum von dreißig Jahren im zwanzigsten Jahrhundert. Hauptfigur ist ein Junge vom Stamm der Kalderasch-Roma. In Böhmen geboren, wächst er während der Großen Depression und dem Aufstieg der Nazis auf, kommt in ein Lager und flieht, um am Prager Aufstand im Mai 1945 teilzunehmen. Der Roman war dreimal so lang wie Honey-Dew und entstand in viereinhalb Jahren. Das nächste Buch, Die Wiege aus Stein, war ebenfalls ein langer, historischer Roman, kostete mich jedoch nur ein Viertel der Zeit, weil ich inzwischen wusste, dass man nicht alles über eine bestimmte Zeit wissen muss, wenn man einen historischen Roman verfassen will.
Mit anderen Worten: Ihr Buch wird so lange dauern, wie Sie brauchen. Aber ich werde mich etwas weiter aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass Sie, wenn Sie noch nie ein Buch geschrieben haben, es aber ernst meinen und mit den üblichen Belastungen wie Arbeit oder Familie oder – Gott bewahre – beidem gesegnet sind, von Anfang bis Ende gute drei Jahre brauchen werden. Dieses Buch kann Sie durch das erste Jahr bringen, in dem Sie Material sammeln, sich Notizen machen, erste Pläne entwerfen und erste Szenen schreiben. Im zweiten Jahr werden Sie verzweifeln, das Ding weglegen, es wieder hervorholen, sicher sein, dass Sie Ihre Zeit damit vergeuden und feststellen, dass Sie trotzdem weitermachen möchten. Im dritten Jahr dann wird die eigentliche Schreibarbeit beginnen.
Sie wollen immer noch? Gut. Wir fangen gleich an.
Aber vorher möchte ich Ihnen noch sagen, was dieses Buch nicht kann. Es kann Ihnen – abgesehen von wenigen generellen Hinweisen am Ende - keinen Tipp geben, wie man es schafft, einen Verlag zu finden, der Ihren Roman herausbringt. Als ich meine Zeitungskolumne »Ein Roman in einem Jahr« schrieb, sagte ich mir, dass jeder Brief, der mich nach Agenten oder Verlagen fragen würde, in einer feierlichen Zeremonie in meinem Garten verbrannt werden würde. Das mag etwas grausam klingen, aber ich stehe dazu. Jeder angehende Autor darf sich höchstens ein Prozent seiner Zeit mit der Frage beschäftigen, wie er an eine Agentur oder Verlag kommt; die restlichen neunundneunzig Prozent sollte man nutzen, um sich darauf zu konzentrieren, einen spannenden Plot zu entwickeln, überzeugende Charaktere zu erschaffen und klare, schöne Prosa zu schreiben. Zu viele Anfängerautoren machen das mit dem einen und den neunundneunzig anderen Prozent genau umgekehrt. Das Buch zu veröffentlichen, mag unmöglich erscheinen und ist es manchmal auch, aber wenn Sie noch kein gutes Buch geschrieben haben, dann sollte dies, ehrlich gesagt, Ihr allerletztes Problem sein. Das Einzige, was Sie im Augenblick im Kopf haben sollten, ist das Schreiben selbst. Schreiben Sie Ihr Buch, schreiben Sie es gut und schreiben Sie es noch einmal um, damit es noch besser wird.
Ich vermute, dass an dieser Stelle ein oder zwei von Ihnen verächtlich schnauben werden, vor allem dann, wenn Sie bereits ein noch unveröffentlichtes Buch geschrieben haben oder Stammgast in Schreibseminaren sind. Spannender Plot? Überzeugende Charaktere? Klare Prosa? Pah. Das ist doch was für Anfänger.
Ich habe früher öfter solche Abendschreibkurse geleitet. Meine am wenigsten talentiertesten Schüler waren stets die, die schon herablassend grinsend ankamen und davon überzeugt waren, dass es nur einer großangelegten Verschwörung, zu der natürlich auch ich gehörte, zuzuschreiben war, dass sie noch nichts veröffentlicht hatten. Einerseits wollten sie den Saum meines Umhangs berühren, als sei die Veröffentlichung ein übertragbares Virus, das überspringen würde, wenn man sich nur hartnäckig und lang genug an mich klammerte. Andererseits waren sie sich sicher, dass sie nichts mehr zu lernen hatten und verachteten sich selbst und die anderen Teilnehmer, weil sie hier saßen. Und hier kommt die Erkenntnis dieser Woche: Wir alle haben etwas zu lernen. Sogar Ian McEwan oder Margaret Atwood oder Toni Morrison haben noch etwas zu lernen, und sie sind deshalb so wunderbare Schriftsteller, weil sie das genau wissen – und an jedem Buch verdammt hart arbeiten.
Talent kann man nicht lernen, und wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie nicht mehr oder weniger talentiert sein als zuvor. Aber man kann sich das Handwerk aneignen, und beim Schreiben von Romanen gibt es mehr Techniken und Methoden zu erlernen, als die meisten Romanautoren zugeben würden. Nehmen wir zum Beispiel Plot und Struktur, eines meiner Lieblingsthemen: »Jede Geschichte hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende«, sagt Jean-Luc Godard, »nur nicht zwingend in dieser Reihenfolge.« Das ist hübsch, aber nicht wahr. Selbst Bücher, die scheinbar vollkommen kunstlos und handlungsfrei sind, haben eine gewisse Struktur, und sei es dadurch, dass es sich um Romane handelt, denn hätten sie keine Struktur, wären es nur aufgezeichnete Gedanken. »Jedes Mal, wenn ich einen Roman anfange«, sagte die überaus versierte Susan Hill, »erhebt er sich vor mir wie ein Berg, und ich sage mir, >Oh, nein, diesmal bist du zu weit gegangen.<« Wenn man sich einmal in Ruhe überlegt, an welche Größenordnung man sich heranwagt, wenn man ein Buch von, sagen wir, achtzigtausend Wörtern schreibt, dann erscheint und dies als einschüchternde und nicht zu bewältigende Aufgabe. Um sie weniger abschreckend zu machen, muss man sie in ihre Bestandteile zerlegen und diese nacheinander angehen. In den folgenden Kapiteln biete ich Ihnen verschiedene Aspekte der Techniken in nicht zu großen Portionen an. Natürlich überschneiden sich viele Themen, eine Dialogübung kann Sie durchaus direkt zu einem beschreibenden Abschnitt führen, aber daran ist nichts verkehrt. In dieser Phase muss Ihre Arbeit nicht perfekt geordnet sein, es wäre sogar reichlich merkwürdig, wenn es so wäre. Die Hauptsache ist, dass Sie so viel schreiben wie möglich. Das Chaos lässt sich später immer noch bereinigen.
»Die Kunst des Schreibens«, meint Kingsley Amis, »ist die Kunst, den eigenen Hosenboden auf den eigenen Stuhl zu setzen.« Also fangen Sie an. Nehmen Sie sich Stift und Papier ...
Übung 1
... und schreiben Sie einen Satz, der mit folgenden Worten beginnt:
»Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir ...«
Sie können natürlich auch mehr schreiben, aber wenn Ihnen nur ein Satz dazu einfällt, dann ist das auch in Ordnung.
Wenn Sie darüber nachdenken, wie Sie diesen Einstiegssatz beenden, kann es sein, dass Ihnen einer, dann ein anderer und dann noch weitere in den Sinn kommen. Wenn nicht, ist das nicht weiter schlimm. Natürlich kann es auch sein, dass Ihnen plötzlich ein ganz eigener Anfangssatz einfällt, oder nicht, was auch vollkommen in Ordnung ist. Vervollständigen Sie einfach nur den, den ich begonnen habe, wenn Sie zu mehr im Augenblick keine Lust oder Muße haben.
Möglich, dass Sie schon während dieser Übung die kleine spöttische Stimme im Kopf hören, die Ihnen sagt, dass Sie niemals einen Roman schreiben werden. Oder eine, die behauptet, dies hier sei blöd, weil zu einfach. Beide Sätze sind gleichermaßen destruktiv und Sie sollten sie ignorieren. Jeder muss irgendwo anfangen. Laurence Sterne, Emily Brontë und Nadine Gordimer haben auch einmal irgendwo angefangen. Jeder Roman in der Geschichte der Literatur beginnt mit einem Satz, also beginnen Sie jetzt.
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17376
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir ...
dass ich nicht sein Kind sei. Er gung sogar noch weiter und sagte mir, dass ich auch nicht das Kind meiner Mutter sei. Ich war gerade acht Jahre, als meine Welt zerbrach. Ich war acht Jahre, als meine Suche begann.
Nachdem mein Vater diesen Satz ausgesprochen hatte fühlte ich als hätte er mir eine Ohrfeige verpasst. Ich konnte nichts denken. Hinter ihm stand meine Mutter, oder besser die Frau von der ich bisher geglaubt hatte, sie sei meine Mutter und hatte Tränen in den Augen. Irgendwann fragte ich, beinahe ohne das ich es merkte. Die Worte kamen einfach aus meinem Mund, wer meine Eltern seien.
Der Mann, der mir nun plötzlich so fremd war setzte sich zu mir auf das alte Sofa, das damals noch in unserem Wohnzimmer stand und begann zu erzählen. Was ich zu hören bekam war so unglaublich, dass vermutlich jeder der es heute hört als eine nette kleine Geschichte abtun würde, doch für mich war und ist sie Realtät.
Als er und meine " Zieh" Mutter noch ein junges Paar waren , gerade mal ein Jahr verheiratet waren sie nachts auf dem Heimweg von einer Feier gewesen. Da es schon spät war hatten sie die Abkürzung durch den Park genommen. Irgendwann haben sie eilige Schritte gehört und eine Frau kam auf sie zu gerannt. Als sie sie sah steuerte sie direkt auf sie zu. Sie war schweissüberströmt und sah sehr verängstigt aus. In dem Armen hielt sie ein kleines Bündel. Sie sprach unsere Sprache nur sehr Bruchstückhaft. " Bitte helfen! " brachte sie schwer atmend hervor. Da mein Vater schon immer ein sehr hilfsbereiter Mann war wollte err sie nicht abweisen. " Komme nicht von hier.. . muss wiedwer zurück.. . bitte aufpassen.. . " Sie hielt meinen Eltern das Bündel hin und meine Mutter erkannte nun , dass es ein Baby war, ich. " Das geht nicht. " Hatte sie entsetzt gesagt, doch die Frau sei immer mehr in Panik geraten. " Acht Jahre.. . nicht lange.. . acht Jahre.. . ich hole wieder.. . oder es kommt zurück.. . kennt den Weg.. . lasst ruhig gehen wenn es will.. . " Dann habe es einen Knall gegeben. Meine Mutter war viel zu überrascht als dass sie sich hätte wehren können, als die Frau ihr das Baby in die Hände drückte und verschwand. Mein Vater rannte ihr noch nach und suche den ganzen Park ab um sie zu finden und zu fragen, was das allers bedeuten sollte, doch nichts. Er ging die Wochen darauf täglich in den Park um sie zu suchen , doch er sah sie nicht mehr.
Nach dieser Erzählung versicherte mir mein Vater, dass er und meine Mutter midch lieben als sei ich ihr eigenes Kind uznd dass sie immer für mich da sein würden. Er wollte nur, dass ich die Wahrheit kenne, da die Frau damals etwas von acht Jahren gesaght hatte nach denen sie mich wieder holen wollte. " Ich will nicht weg. " schluchzte ich und meine Mutter versicherte mir, dass sie nicht zulassen würde, dass mir jemand etwas antue. Ich konnte all das damals noch nicht begreifen und wollte es möglichst schnell wieder vergessen. Ich dachte , dass es mir egal sei ob sie meine echten Eltern wären. Ich war doch schon immer bei ihnen und würde es auch bleiben. Ich wollte nicht, dass sich etwas ändert. Es änderte sich auch nichts, zumindest nicht sofort. Es kam niemand, der mich abholen wollte ud ich hatte auch nicht das Bedürfnis irgendwohin zu gehen. Dennoch begann ich nach einigen Wochen seltsame Träume zu haben.
Ich träumte von Gegenden, die ich nie gesehen hatte, die mir aber doch bekannt vor kamen. Ich sah immer wieder die gleichen seltsamen Wesen. Ich konnte sie nicht ansprechen und sie schienen mich nicht zu sehen , aber ich konnte sie hören , wie sie sich miteinander unterhielten. Diese Träume machten mir zunächst Angst, weil ich fühlte , dass sie etwas bedeuteten und ich erzählte sie meinen Eltern. Sie wussten auch nichts damit anzufangen, hörten mir aber geduldig zu. Ich begann den Wesen Namen zu geben, immerhin sah ich sie nun immer häufiger. Anfangs kamen die Träume nur alle paar Wochen , dann immer öfter bis ich beinahe täglich in diese Gegend zu reisen begann.
Es vergingen Jahre darüber in denen diese Träume einfach ein Teil von mir wurden. Ich ging zur Schule und wurde von meinen Lehrern für meine Kreativität gelobt, meine Mitschüler liebten die Geschichten die ich ihnen erzählte und wollten immer mehr von Buki, Semar und Rinoni hören. Das waren die Namen der drei am häufigsten auftauchenden Wesen in meinen Träumen und ich machte sie zu den Helden meiner Geschichten. Hierzu gelang es mir meine Träume so auszuschmücken , dass die drei richtig spannende Abenteuer erlebten während ich ihnen in Wahrheit meist nur dabei zusah , sie sie ihren Alltag verbrachten. Was ich auch verschwieg war, dass die drei niemals zusammen in meinen Träumen auftraten und sich vielleicht nichtmal kannten. In meinen Geschichten waren sie Freunde, die gemeinsam für das Gute kämpften. Buki war ein ziemlich altes Wesen mit einem grossen Buckel auf dem Rücken. Er schien in einer art Hütte zu leben und braute immer wieder seltsame Tränke. Manchmal bekam er Besuch von Leuten, die ihm um gewisse Tränke baten. Er war also eine Art Arzt , in meinen Gschichten wurde er zu einem mächtigen Zauberer. Semar war eine junge Frau, wobei sie mit einem Menschen nicht viel gemein hatte. Ihr Kopf war der einer Schlange und ihre Haut war je nachdem ob sie sich aufregte braun oder rot. In meinen Träumen sah ich sie nie jemanden beissen , aber in meinen Geschichten versetzte ein Biss von ihr den Gegner in eiinen 100 tägigen Schlaf. Rinoni war ein junger Mann, wobei auch er nicht sehr menschlich aussah. Er war wohl eine Mischung aus Mensch und Vogel. So hatte er an Stelle von Haaren Federn auf dem Kopf und zwei riesige dunkle Flügel auf dem Rücken. Ich hatte ihn nie fliegen sehen, aber natürlich erzählte ich meinen Mitschülern ausfürlich davon wie er über die Mauern der Feinde flog und diese in jedem Kampf besiegen konnte. Um so älter wir wurden umso mehr begann ich meinen weiblichen Mitschülerinnen eine Liebesgeschichte zwischen Remar und Rinoni zu spinnen. Bis wir sechzehn waren war allen in Ordnung. Ich machte mir nicht größer Gedanken darüber, war diese Träume wohl zu bedeuten hätten und was sie mit mir zu tun haben könnten. Ich hatte die Geschichte, meine Eltern mir an meinem achten Geburtstag erzählt hatten bereits verdrängt. Ich hatte viel zu viel Angst davor nachzuforschen. Ein wenig neugierig mochte ich wohl sein, doch wann immer ein Gedanke daran auftauchte schob ich ihn beiseite. Ich wollte, dass alles so bileb wie es war. Doch dann veränderten sich meine Träume.. .
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17347
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, dass er überhaupt gar kein Kind wollte. Er sagte es nicht, um den Satz mit einem "und heute bin ich glücklich, wenn ich in deine leuchtenden Augen sehe" zu beenden. Nein, so etwas sagte er nicht. Zwar hätte es so sein sollen, doch in Wirklichkeit war alles anders: Dass mein Vater keine Kinder wollte, zeigte er mir ganz deutlich. Er war nicht die Art liebevoller, fürsorglicher Papa, wie ich es mir gewünscht hatte. Leider war er alles andere als das. Seine Unzufriedenheit richtete er auf seine kleine Familie - meine Mutter und mich.
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Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir dass ein Baby unterwegs sei und wir jetzt Nachwuchs erwarten würden. Er sagte dies ruhig und gelassen, direkt in mein sprachlos staunendes Gesicht. Während meine Mutter daneben stand, mein Verhalten studierte, und ziemlich blöd grinste.
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Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir ...
wie dankbar er für die Fügung des Schicksals war, mich als sein Kind in die Arme schließen zu dürfen. Er erzählte mir zum für mich unzähligsten Mal die Geschichte, wie er mit meiner Mutter ins Krankenhaus kam um mich nach meiner Geburt mitzunehmen. Ich wurde damals von meiner leiblichen Mutter direkt nach der Geburt zur Adoption freigegeben. Nachdem er mich für einen Bruchteil von Sekunden nur gesehen hatte, sagte er:”Das ist meine Tochter!”
Diese Geschichte erzählt mein Vater immer wieder sehr gerne, und er ist auch nach allem was ich im Leben richtig oder nicht richtig gemacht habe stolz auf mich. Und mehr kann man sich von Eltern nicht wünschen, ob sie nun die leiblichen sind, oder nicht. Damals verstand ich die Gefühle meines Vaters nicht, aber heute weiß ich was sie bedeuten und wie sie mein Leben geprägt hatten und heute noch prägen.
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17323
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, dass es ihm Leid täte. Er kniete sich vor mich, so dass wir in etwa auf gleicher Augenhöhe waren und sah mich mit seinen sonst so strahlend blauen Augen an. Aber ich konnte ihm nicht in die Augen blicken, also sah ich hinab auf meine Füße die in den neuen rosanen Schuhen stecken. Es waren hübsche Schuhe. Oma und Opa hatten sie mir gestern geschenkt. Sie hatten vorne an der Spitze rote Schleifchen. Ein perfektes Geschenk. Leider würden sie mich jedes Mal an einen Geburtstag erinnern, an dem Papa nicht dabei war. Papa hatte versprochen nach Hause zu kommen. Er war oft unterwegs und wochenlang nicht zu Hause. Arbeit nennen die Erwachsenen das. Was das genau ist was Papa da macht weiß ich nicht. Aber es kann nichts Gutes sein, wenn es ihn davon abhält zum achten Geburtstag seiner Tochter zu kommen. Und zu dem siebten Geburtstag im letzten Jahr war er ebenfalls nicht da, obwohl er es versprochen hat. Im Versprechen brechen ist Papa spitze.
Ich spürte seine Hand unter meinem Kinn als er versuchte meinen Kopf ein Stück nach oben zu drücken, damit er mein Gesicht sehen konnte. Ich versuchte mit aller Kraft dagegen zu halten, aber er war natürlich stärker als ich. Als ich ihn direkt in die Augen blickte konnte ich erkennen, dass es ihm wirklich Leid tat und er mich ebenso traurig ansah wie ich mich wohl gerade fühlte. Und dann lief ihm eine einzelne Träne die Wange hinunter, ganz leise.
„Papa,“ schluchzte ich nur und umarmte ihn mit meinen kurzen Armen. Ich spürte wie sehr sein Herz raste, als er mich fest an seine Brust drückte.
„Prinzessin,“ sagte er leise und ließ mich wieder los, „Dein Geschenk habe ich drüben in der Reisetasche. Aber ich möchte Dir jetzt schon ein Geschenk geben, worüber Du Dich hoffentlich auch ein wenig freust. Ich habe meine Arbeit gekündigt. Ich werde ab sofort hier in der Stadt arbeiten und muss nicht mehr weg fahren. Ich kann es einfach nicht länger ertragen, dass ich es verpasse, wenn meine kleine Prinzessin zu einer wunderschönen Königin heranwächst. Ab sofort bin ich immer bei Dir und Mama.“ Er lächelte mich erwartungsvoll an. Meine Tränen verschwanden und statt dessen machte sich ein Grinsen auf meinem Gesicht breit und ich umarmte Papa noch einmal feste. Endlich würde ich meinen Papa bei mir haben, keine leeren Versprechen mehr – und das glaubte ich ihm auch. Es war das schönste Geschenk, das er mir machen konnte.
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17266
Am Tage nach meinem 8.Geburtstag sagte mein Vater zu mir:
"Anita, Du enttäuscht mich."
Augenblicklich begann ich zu schrumpfen. Mein Herz wurde zu einem Kieselstein, mein Gehirn zu einer vertrockneten Walnuss.
"Was habe ich denn getan?" gelang es mir noch herauszupressen.
"Na denk doch mal nach!"
Aber genau das konnte ich eben nicht mehr.
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17174
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir etwas, dass mein gesamtes Leben auf den Kopf stellen sollte. Ich konnte mir nicht erklären warum ausgerechnet heute, aber vielleicht war er der Ansicht, ich sei nun alt genug es zu erfahren.
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17173
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater zu mir,
„als du noch so ein kleines Baby warst“ - er zeigte mir die Größe mit beiden Händen-,
„wollte deine Mutter dich in den Rhein schmeißen“. Ich sah Ihn groß an und glaubte kein Wort, denn dazu liebte ich meine Mutter zu sehr. Eines Tages fragte ich doch meine Mutter und war neugierig, was Sie dazu sagte.“ Aber nein mein Kind, glaubst du ich könnte so etwas tun. Ich wollte nur dein Vater Angst machen, dass er sich ein bisschen um dich kümmert“.
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17167
am tag nach meinem achten geburstag sagte mein vater mir in einem brief, den er aus seiner neuen heimat an mich schrieb, ich solle mir keine sorgen machen. kinder neigen dazu, sich immerzu gedanken und sorgen zu machen, frauen und mütter übrigens auch. er sagte mir also, mache dir keine sorgen, mein kind, eines tages werden wir wieder eine richtige familie sein und dann wird alles gut. ich liebe dich, weißt du, sagte er noch, doch daß ich fortging, war eine entscheidung, die du heute noch nicht verstehen kannst. warum väter und mütter und erwachsene so wie so immer glauben, wir kinder verstünden nichts. dabei sind wir schlauer und sensibler und wissen so vieles, was erwachsene gar nicht mehr erkennen, weil sie sich mit so anderen dingen, wie arbeit und geldverdienen beschäftigen müssen. sie leben ihr leben, wir kinder träumen es noch. und ich habe so viele wunderbare träume - doch daß wir wieder eine familie sein werden? nein davon träume ich nicht. ich finde das leben mit mama so wunderbar - so einfallsreich und vor allem so unkompliziert. ich brauche meinen vater nicht, denn er trinkt und er schlägt mama und dann ist sie so furchtbar traurig. das erträgt meine kleine seele nicht - nein, ich träume von schönen tagen und fröhlichen spielen und von besseren zeiten, ohne angsterfüllte albträume, vor allem aber ohne vater.
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17086
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, dass meine Oma in der Nacht gestorben sei. Es wurde für der traurigste Tag in meinem Leben, denn ich liebte Omi sehr. Als Oma noch gesund war, unternahm sie immer sehr viel mit mir. Wir machten tolle Ausflüge, ich durfte öfter bei Oma übernachten und sie war überhaupt nicht streng mit mir, so wie Mutti oder Vati. Doch vor noch gar nicht allzu langer Zeit wurde Omi schwer krank. Seitdem lag sie fast nur noch im Bett und hatte kaum noch kraft aufzustehen, und leider ist sie dann am Tag nach meinem 8. Geburtstag gestorben. Noch heute denke ich oft an Oma, wenn ich an ihrem Haus, indem schon längst fremde Leute wohnen, vorbei gehe, oder wenn ich Fotos von ihr sehe.
Meine Omi fehlt mir sehr!!
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17045
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir dieses Wort zum ersten Mal. Noch heute steigt jener Geruch in mir auf, Zigarettenasche schwebt im Alkoholdunst und kalte Angst kriecht über den Rücken in den Kopf. Gelähmt und vollkommen starr sitze ich da. Nur eine kleine Bewegung, ein Zittern und der grobe Handrücken kracht wie eine Explosion in mein Gesicht. Blut, süß und metallisch füllt es meinen Mund, ich hasse diesen Geschmack. Mein linkes Auge schwillt an und mir wird übel.
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17051
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater zu mir wie sehr er mich liebte. An sich nichts ungewöhnliches, möchte man meinen. Dennoch hatte ich solche Worte noch nie von ihm gehört und die Verwirrung meines achtjährigen Ichs war groß. Ich schwieg und er tat es mir gleich.
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16974
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, dass meine Mutter nicht tot war. Sie hatte uns verlassen, als ich ein Jahr alt gewesen war. Warum wollte meine Mutter nichts mit mir zu tun haben? So sehr ich mich auch bemühte, begreifen konnte ich das nicht.
Der Tod war endgültig. Lange hatte ich gebraucht, um zu verstehen, was er bedeutete. Sie hatte uns nicht freiwillig verlassen. Und ich würde sie niemals kennenlernen. Das hatte ich mein Leben lang geglaubt. Nun erfuhr ich, dass sie aus freien Stücken gegangen war.
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16939
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir die Wahrheit über die Frau, die mich gebar, die Frau, die mich einfach im Stich gelassen hatte, mich, die ich noch so jung war und deshalb nicht verstand, dass der Tod keine Rückkehr erlaubte.
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16894
Am Tag nach meinem achten Geburtstag,saßen wir alle gemütlich beisammen am Frühstückstisch. Es war Sonntagmorgen. Ich hatte zwar einen schönen geburtstag, aber ich war trotzdem ein wenig traurig. Den ein Geschenk habe ich nicht bekommen, was auf meinen Wunschzettel stand. Eine große Babypuppe.
Mein Vater bemerkte meine Traurigkeit. Nicht traurig sein Anne, vielleicht bekommst du die Puppe nächstes Jahr. Aber du weißt das wir dich ganz doll lieb haben. Auch wenn du die Puppe nicht bekommen hast. Doch leider können wir uns nicht alles leisten im Moment.
"Dass weiß ich doch eigentlich Papa."
Sie gab ihren Eltern noch einen Kuß.
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16882
Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, er sei von mir enttäuscht. Sofort zog sich alles in meinem Bauch zusammen und ich senkte den Blick. Der Teppich in unserem Wohnzimmer hatte ein Muster mit vielen geschwungenen Linien. Ich kannte jeden Knotenpunkt, jeden Bogen, war ihnen schon oft gefolgt. Doch als mein Vater weiter sprach, konnten mich auch diese Linien nicht mehr ablenken, mich über das Bauchweh führen.
„Ich gebe dich auf. Du hast nun acht Jahre lang keine Leistung erbracht, bist auf keine Hilfeleistung von mir eingegangen, ich vergeude meine Zeit nicht länger mit dir. Sei künftig anständig angezogen und höflich, halte dich aber ja im Hintergrund.“
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Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir eigentlich wie immer, was ich anziehen sollte und welchen Belag mein Schulbrot hatte. Warum ich mich aber genau an diesen Tag mehr erinnere als an meinen eigentlichen Geburtstag war die Tatsache, daß ich zum ersten Mal meine Mutter kennenlernen sollte, was ich an diesem Morgen noch nicht ahnte...
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Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, dass er für eine Weile fortgehen würde. Er habe Arbeit in einem fremden Land gefunden und wenn alles gut ginge, könnten Mama, Freddie und ich bald nachkommen. Ich glaubte ihm kein Wort, aber um ihn nicht zu kränken, setzte ich eine hoffnungsvolle Miene auf und wünschte ihm viel Glück. Noch am selben Abend packte mein Vater einen alten braunen Koffer und verließ uns.
Ich habe ihn bis heute nicht wiedergesehen.
Und jetzt dieser Brief.
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Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, dass ich damals adoptiert worden sei, als ich noch ein Säugling war ...
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Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater zu mir, das ich jetzt alt genug sei ein wenig mehr Verantwortung zu übernehmen. Er nahm mich bei der Hand und ging mit mir zum Nachbarn auf den Bauernhof. Dort gab es junge Kaninchen und ich durfte mir eines aussuchen. Ich war so unbeschreiblich glücklich. Endlich hatte ich das langersehnte Haustier bekommen.
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