20 Die Romanwerkstatt im Autorenhaus Verlag | Schreiben Sie mit! | Mustertext von Kapitel 1 mit Übungsaufgabe
(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Mustertext von Kapitel 1 mit Übungsaufgabe

01.01.2008


1. Woche

Vor einigen Jahren saß ich mit einem befreundeten Autor in einem Café. Er schrieb Sketche und arbeitete gerade an seiner ersten abendfüllenden Produktion fürs Fernsehen. Ich war Teilzeitsekretärin, die bisher einige Buchkritiken veröffentlicht, ein Hörspiel an BBC Radio verkauft hatte und gerade am ersten Roman arbeitete. Wir beide lebten in billigen Mietwohnungen, verdienten unser Geld hier und da und waren voll Hoffnung und Ehrgeiz, was unsere berufliche Zukunft betraf.

Mein Freund kam von einem Vortrag für Studienanwärter, und jemand hatte ihn gefragt, warum er Schriftsteller geworden war. »Weißt du was?«, sagte er, während er in seinem Cappuccino rührte. »Ich habe ihnen zwar irgendwas von der Freude an Sprache und dem kreativen Prozess erzählt, aber eigentlich bin ich Schriftsteller geworden, damit ich nach London ziehen, in Cafés sitzen und mich mit anderen Schriftstellern über das Schreiben unterhalten kann.«

Ich wusste genau, was er meinte. Für Menschen, die, wie wir beide, aus völlig nicht-literarischen Familien stammten, ist das Schriftstellerleben etwas Wundervolles, und zwar mit all den oberflächlichen Dingen, die wir eigentlich verachten sollten: das Cafégeplauder, die Neuerscheinungen, das Durchblättern der Literaturseiten inklusive der leicht schuldbewussten Befriedigung, wenn ein befreundeter Autor eine schlechte Kritik erhält. Vergessen Sie einen Moment lang die Einsamkeit und die Angst, die Paranoia und die finanzielle Unsicherheit, denn das Leben eines Schriftstellers macht Riesenspaß.

Die Sache hat bloß einen Haken. Man muss schreiben. Das ist etwas, was Anfänger manchmal nicht zu begreifen scheinen. Wie viele andere Romanautoren halte auch ich oft Reden auf Festivals oder gebe Schreibkurse, und die Standardfrage gleich am Anfang lautet immer: »Wie haben Sie es geschafft, einen Roman zu veröffentlichen?« Die Frage ist natürlich gut und berechtigt, aber manchmal habe ich das dumpfe Gefühl, dass die Motivation dahinter ein wenig suspekt ist. Was war der Trick?, heißt die eigentliche Frage. Verrat ihn mir, denn dann wird mein Buch auch veröffentlicht. Natürlich klingt es ziemlich arrogant, wenn ich sagen würde, mein Buch wurde veröffentlicht, weil es gut war, aber es wäre ehrlich und könnte angehende Autoren vielleicht von dem Irrtum befreien, die Veröffentlichung sei ein Mysterium oder man brauche entsprechende Beziehungen. Davon hatte ich nämlich keine einzige, nicht einmal, nachdem ich meinen Abschluss auf der University of East Anglia gemacht hatte, deren Schreiblehrgang allgemein (und irrtümlich) als Eintrittskarte in den Club der veröffentlichten Dichter gilt. Ich fand einen Agenten, weil ich bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb den zweiten Platz belegt hatte. Ich habe einen Verlag gefunden, weil ich irgendwann ein Buch geschrieben habe, das gut genug war, um von meinem Agenten verkauft zu werden.

Wenn Sie ein angehender Romanautor sind, finden Sie es vielleicht verblüffend, dass so viele schlechte Bücher veröffentlicht werden, aber das ändert absolut nichts daran, dass Sie erst ein gutes Buch schreiben müssen, wenn Sie es in den Buchhandlungen sehen wollen.

Nur wenige Menschen schaffen es gleich beim ersten Versuch, einen guten Roman zu schreiben. Ich auch nicht. Mein erster veröffentlichter Roman war der dritte, den ich geschrieben hatte, von den zahllosen Fehlstarts, die oftmals Tausende von Wörtern lang waren und an denen ich monatelang gearbeitet hatte, ganz zu schweigen. Wenn auch Sie schon viel angefangen und nicht beendet haben, dann lassen Sie sich davon nicht entmutigen; sehen Sie es als notwendigen Bestandteil des Lernprozesses an. Ich muss immer lachen, wenn ich in einer Biografie über Herr oder Frau Verstorbene Literarische Berühmtheit lese, »Hätte er/sie doch nur diese ersten Manuskripte nicht weggeworfen – was für Schätze mögen darin verborgen gewesen sein!«. Unsinn. Herr oder Frau Verstorbene Literarische Berühmtheit hat das frühe Zeug in den Müll gesteckt, weil es Müll war!

Das, was dabei herauskommt, wenn Sie sich mit den Kapiteln dieses Buchs beschäftigen, könnte durchaus ein Fehlstart werden – nämlich dann, wenn Sie keine gute Idee für ein Buch haben. Denn die kann weder ich noch sonst irgendjemand Ihnen in den Kopf pflanzen. Wenn Sie diese Übungen machen, werden Sie am Ende keinen fertigen Roman und wahrscheinlich noch nicht einmal einen Erstentwurf haben. Aber sicher werden Sie Rohmaterial haben, aus dem eines Tages vielleicht ein Buch wird, wenn Sie es formen und bearbeiten.

Wie lange braucht man, um einen Roman zu schreiben? Das kommt darauf an. Mein erster Roman, Crazy Paving, entstand in achtzehn Monaten, während ich nebenbei als Sekretärin arbeitete. Eigentlich ist das ziemlich schnell, aber ich war damals jung, ohne Bindung und hatte keine häuslichen Verpflichtungen. Als ich meinen zweiten Roman begann, war ich Theaterkritikerin für eine Sonntagszeitung, was bedeutete, dass ich den ganzen Tag schreiben konnte, bis ich – wie eine Eule – abends das Haus verließ, um ins Theater zu gehen. Das war großartig. Dance with me war in sieben Monaten fertig. Mein drittes Buch wurde anhand eines einseitigen Exposés verkauft, als ich mit meinem ersten Kind schwanger war. Ich versprach meinem Verleger, das Buch würde vor dem Kind erscheinen, aber das war eine glatte Lüge. Das Baby kam, als ich beim ersten Kapitel war. Mein Partner arbeitete Vollzeit, und wir hatten keine Betreuung für das Kind. Trotzdem musste ich das Buch fertigstellen, zumal wir uns mit dem Vorschuss eine Wohnung gekauft hatten. Honey-Dew entstand in acht Monaten, der Preis war die totale Erschöpfung. Das ist übrigens der Grund, warum dieses Buch mein kürzestes ist.

Und dann das vierte, Fires in the Dark, das für mich einen echten Richtungswechsel bedeutete. Meine ersten drei Bücher spielten in der heutigen Zeit und waren bevölkert mit weiblichen Charakteren, die ungefähr in meinem Alter waren. Was darin geschah, war nicht einmal entfernt autobiografisch – Honey-Dew handelt von einem Mädchen, das seine Eltern umbringt -, aber ich muss zugeben, dass in Bezug auf Umfeld und Sprache vieles auf meiner eigenen Erfahrung beruhte. Fires in the Dark dagegen spielt in Mitteleuropa über einen Zeitraum von dreißig Jahren im zwanzigsten Jahrhundert. Hauptfigur ist ein Junge vom Stamm der Kalderasch-Roma. In Böhmen geboren, wächst er während der Großen Depression und dem Aufstieg der Nazis auf, kommt in ein Lager und flieht, um am Prager Aufstand im Mai 1945 teilzunehmen. Der Roman war dreimal so lang wie Honey-Dew und entstand in viereinhalb Jahren. Das nächste Buch, Die Wiege aus Stein, war ebenfalls ein langer, historischer Roman, kostete mich jedoch nur ein Viertel der Zeit, weil ich inzwischen wusste, dass man nicht alles über eine bestimmte Zeit wissen muss, wenn man einen historischen Roman verfassen will.

Mit anderen Worten: Ihr Buch wird so lange dauern, wie Sie brauchen. Aber ich werde mich etwas weiter aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass Sie, wenn Sie noch nie ein Buch geschrieben haben, es aber ernst meinen und mit den üblichen Belastungen wie Arbeit oder Familie oder – Gott bewahre – beidem gesegnet sind, von Anfang bis Ende gute drei Jahre brauchen werden. Dieses Buch kann Sie durch das erste Jahr bringen, in dem Sie Material sammeln, sich Notizen machen, erste Pläne entwerfen und erste Szenen schreiben. Im zweiten Jahr werden Sie verzweifeln, das Ding weglegen, es wieder hervorholen, sicher sein, dass Sie Ihre Zeit damit vergeuden und feststellen, dass Sie trotzdem weitermachen möchten. Im dritten Jahr dann wird die eigentliche Schreibarbeit beginnen.

Sie wollen immer noch? Gut. Wir fangen gleich an. Aber vorher möchte ich Ihnen noch sagen, was dieses Buch nicht kann. Es kann Ihnen – abgesehen von wenigen generellen Hinweisen am Ende - keinen Tipp geben, wie man es schafft, einen Verlag zu finden, der Ihren Roman herausbringt. Als ich meine Zeitungskolumne »Ein Roman in einem Jahr« schrieb, sagte ich mir, dass jeder Brief, der mich nach Agenten oder Verlagen fragen würde, in einer feierlichen Zeremonie in meinem Garten verbrannt werden würde. Das mag etwas grausam klingen, aber ich stehe dazu. Jeder angehende Autor darf sich höchstens ein Prozent seiner Zeit mit der Frage beschäftigen, wie er an eine Agentur oder Verlag kommt; die restlichen neunundneunzig Prozent sollte man nutzen, um sich darauf zu konzentrieren, einen spannenden Plot zu entwickeln, überzeugende Charaktere zu erschaffen und klare, schöne Prosa zu schreiben. Zu viele Anfängerautoren machen das mit dem einen und den neunundneunzig anderen Prozent genau umgekehrt. Das Buch zu veröffentlichen, mag unmöglich erscheinen und ist es manchmal auch, aber wenn Sie noch kein gutes Buch geschrieben haben, dann sollte dies, ehrlich gesagt, Ihr allerletztes Problem sein. Das Einzige, was Sie im Augenblick im Kopf haben sollten, ist das Schreiben selbst. Schreiben Sie Ihr Buch, schreiben Sie es gut und schreiben Sie es noch einmal um, damit es noch besser wird.

Ich vermute, dass an dieser Stelle ein oder zwei von Ihnen verächtlich schnauben werden, vor allem dann, wenn Sie bereits ein noch unveröffentlichtes Buch geschrieben haben oder Stammgast in Schreibseminaren sind. Spannender Plot? Überzeugende Charaktere? Klare Prosa? Pah. Das ist doch was für Anfänger. Ich habe früher öfter solche Abendschreibkurse geleitet. Meine am wenigsten talentiertesten Schüler waren stets die, die schon herablassend grinsend ankamen und davon überzeugt waren, dass es nur einer großangelegten Verschwörung, zu der natürlich auch ich gehörte, zuzuschreiben war, dass sie noch nichts veröffentlicht hatten. Einerseits wollten sie den Saum meines Umhangs berühren, als sei die Veröffentlichung ein übertragbares Virus, das überspringen würde, wenn man sich nur hartnäckig und lang genug an mich klammerte. Andererseits waren sie sich sicher, dass sie nichts mehr zu lernen hatten und verachteten sich selbst und die anderen Teilnehmer, weil sie hier saßen. Und hier kommt die Erkenntnis dieser Woche: Wir alle haben etwas zu lernen. Sogar Ian McEwan oder Margaret Atwood oder Toni Morrison haben noch etwas zu lernen, und sie sind deshalb so wunderbare Schriftsteller, weil sie das genau wissen – und an jedem Buch verdammt hart arbeiten.

Talent kann man nicht lernen, und wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie nicht mehr oder weniger talentiert sein als zuvor. Aber man kann sich das Handwerk aneignen, und beim Schreiben von Romanen gibt es mehr Techniken und Methoden zu erlernen, als die meisten Romanautoren zugeben würden. Nehmen wir zum Beispiel Plot und Struktur, eines meiner Lieblingsthemen: »Jede Geschichte hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende«, sagt Jean-Luc Godard, »nur nicht zwingend in dieser Reihenfolge.« Das ist hübsch, aber nicht wahr. Selbst Bücher, die scheinbar vollkommen kunstlos und handlungsfrei sind, haben eine gewisse Struktur, und sei es dadurch, dass es sich um Romane handelt, denn hätten sie keine Struktur, wären es nur aufgezeichnete Gedanken. »Jedes Mal, wenn ich einen Roman anfange«, sagte die überaus versierte Susan Hill, »erhebt er sich vor mir wie ein Berg, und ich sage mir, >Oh, nein, diesmal bist du zu weit gegangen.<« Wenn man sich einmal in Ruhe überlegt, an welche Größenordnung man sich heranwagt, wenn man ein Buch von, sagen wir, achtzigtausend Wörtern schreibt, dann erscheint und dies als einschüchternde und nicht zu bewältigende Aufgabe. Um sie weniger abschreckend zu machen, muss man sie in ihre Bestandteile zerlegen und diese nacheinander angehen. In den folgenden Kapiteln biete ich Ihnen verschiedene Aspekte der Techniken in nicht zu großen Portionen an. Natürlich überschneiden sich viele Themen, eine Dialogübung kann Sie durchaus direkt zu einem beschreibenden Abschnitt führen, aber daran ist nichts verkehrt. In dieser Phase muss Ihre Arbeit nicht perfekt geordnet sein, es wäre sogar reichlich merkwürdig, wenn es so wäre. Die Hauptsache ist, dass Sie so viel schreiben wie möglich. Das Chaos lässt sich später immer noch bereinigen. 

»Die Kunst des Schreibens«, meint Kingsley Amis, »ist die Kunst, den eigenen Hosenboden auf den eigenen Stuhl zu setzen.« Also fangen Sie an. Nehmen Sie sich Stift und Papier ...


Übung 1

... und schreiben Sie einen Satz, der mit folgenden Worten beginnt:

»Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir ...«

Sie können natürlich auch mehr schreiben, aber wenn Ihnen nur ein Satz dazu einfällt, dann ist das auch in Ordnung.

Wenn Sie darüber nachdenken, wie Sie diesen Einstiegssatz beenden, kann es sein, dass Ihnen einer, dann ein anderer und dann noch weitere in den Sinn kommen. Wenn nicht, ist das nicht weiter schlimm. Natürlich kann es auch sein, dass Ihnen plötzlich ein ganz eigener Anfangssatz einfällt, oder nicht, was auch vollkommen in Ordnung ist. Vervollständigen Sie einfach nur den, den ich begonnen habe, wenn Sie zu mehr im Augenblick keine Lust oder Muße haben.

Möglich, dass Sie schon während dieser Übung die kleine spöttische Stimme im Kopf hören, die Ihnen sagt, dass Sie niemals einen Roman schreiben werden. Oder eine, die behauptet, dies hier sei blöd, weil zu einfach. Beide Sätze sind gleichermaßen destruktiv und Sie sollten sie ignorieren. Jeder muss irgendwo anfangen. Laurence Sterne, Emily Brontë und Nadine Gordimer haben auch einmal irgendwo angefangen. Jeder Roman in der Geschichte der Literatur beginnt mit einem Satz, also beginnen Sie jetzt.

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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 08.12.2008 von Frank Wendland
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21004

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir:
"Junge, es ist Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Ich werde Dir beibringen, was die Bestimmung für einen Wolarni ist."
Im normalen Leben schenken Väter Ihren Söhnen ein Fahrrad oder dergleichen. Ich wurde in den Keller geführt, worauf mein Vater eine versteckte Falltür öffnete (die ich noch nie gesehen hatte). Muffiger Geruch schlug mir entgegen. Ängstlich schaute ich die Treppe hinunter, die unendlich in die Tiefe führte.


Eingetragen am: 08.12.2008 von Lena
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21002

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater zu mir, dass meine Mutter jetzt im Himmel ist.
Mein Vater hatte mich von der Schule abgeholt. Mit dem Auto. Das tat er sonst nie. Ich spürte, dass es ein besonderer Tag war. Ich freute mich und war stolz, im Mittelpunkt zu stehen. Wir fuhren zu meiner Tante und ich durfte mich auf den guten Sessel im Wohnzimmer setzen. Meine kleine Kusine jammerte herum. Ich wünschte, sie würde endlich ihren Mund halten, aber ich traute mich nicht etwas zu sagen. Sie war die Prinzessin und ich musste dankbar dafür sein, dass ich bei meiner Tante wohnen durfte. Schließlich war sie endlich still. Alle standen um mich in dem großen Sessel herum. Plötzlich fühlte ich mich ganz klein. Ich wollte nicht mehr da sitzen. Ich machte die Augen zu und wünschte mich ganz weit weg. Schließlich sagte mein Vater: „Du musst nicht traurig sein, die Mutti ist jetzt ein Engel.“
Ich wagte nicht, die Augen aufzumachen. Er machte wahrscheinlich wieder einen Spaß. Er machte gerne Späße. Meine Mutter war kein Engel. Das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe, waren ihre Arme waren so dünn, dass sie ganz blau aussahen. Engel haben keine blauen Arme, Engel sind niedlich und mollig und haben Flügel.
Ich wusste, dass mein Vater nur einen Spaß machte. Meine Mutter war kein Engel. Sie war nur verreist. Und ich war mir sicher, dass sie wieder kommen würde. Davon träumte ich jede Nacht, seit ich bei meiner Tante wohnte. Ich sah meine Mutter jede Nacht, wie sie mit einem Koffer in der Hand auf mich zukam und mich anlächelte.
Ich träumte diesen Traum immer wieder. Ich träumte ihn in den Wochen nach diesem Tag, als ich noch bei meiner Tante wohnte. Ich träumte ihn in der Zeit im Heim, in der jeder eigene Wille gebrochen wurde. Ich träumte ihn, in der Zeit, als die Gestalt mir ihre Zunge bis zum Hals in den Mund steckte und mir befahl still zu halten. Mir sagte, dass mein Weinen nichts nützen würde, da ich keine Mama mehr hätte, die mir helfen könnte.
Das war vor vierzig Jahren. Ich träume immer noch und sehe, wie meine Mutter mit einem Koffer in der Hand auf mich zukommt und mich anlächelt. Hoffentlich erkennt sie mich. Jetzt, wo meine Haare ganz grau sind.


Eingetragen am: 08.12.2008 von kerstin
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21000

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater immer noch nichts. Sein Schweigen lastete seit Tagen auf uns. Mein Geburtstag war meine Hoffnung diesmal. Ihn konnte er nicht übergehen. Lief ich sonst in diesen Zeiten väterlicher Depression nahezu unsichtbar durch die Wohnung, immer darauf bedacht,ein Zeichen dafür zu erhaschen, was er braucht, was ich tun muss,um diese Anspannung zu lösen, die sich von ihm auf die übrigen Familienmitglieder legte, so war ich diesmal nur zum Schein gefangen, fest davon überzeugt, dass an meinem Geburtstag die eigentlich in unser Familie übliche liebevoll lockere Atmosphäre zurückkehren würde.


Eingetragen am: 07.12.2008 von poline
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20975

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir:
"Ich muss dir etwas sagen. Du bist nun alt genug um die Wahrheit zu erfahren. Du hast dich sicherlich schon gewundert, warum wir solche großen Flügel auf dem Rücken haben. Diese Flügel kann aber niemand außer uns sehen. Die Kinder in deiner Schule denken, dass du ein ganz normales Kind bist. Wir sind aber nicht normal. Unsere Familie kommt aus dem Himmel und hilft dem Weihnachtsmann die guten von den bösen Kindern zu unterscheiden. Wir sind das ganze Jahr auf der Erde unterwegs und beobachten die Kinder. Wenn ein Kind etwas aussergewöhnliches tut, egal ob böse oder gut, dann schreiben wir es auf und bringen es kurz vor Weihnachten hinauf zum Weihnachtsmann. Er trägt es dann in sein dickes Buch ein und die Kinder bekommen dann entweder das, was sie sich wünschen oder nur eine Kleinigkeit und einen Begleitengel, der sie dann führen soll, damit sie nicht mehr böse sind. Du bist nun alt genug um in die Engellehre zu gehen. Wir werden ab heute täglich Flugübungen. Aber wunder dich nicht - die Menschen sehen uns nicht - sie glauben nicht an uns.


Eingetragen am: 06.12.2008 von meaty
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20958

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, dass nichts so bleibt wie es einst war. Ich konnnte nicht begreifen was er damit meinte, doch weiß ich heute, zehn Jahre später, was es bedeuten sollte, nichts bleibt für die Ewigkeit. Seit diesem letzten Satz, den mein Vater mir ins Gesicht sagte und der dem sonst so gestandenen Mann eine Träne abverlangte, habe ich ihn nie wieder gesehen.[...]


Eingetragen am: 04.12.2008 von Leni Mae
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20905

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, dass er ab nun nicht mehr für uns da sein könne. Er sah mich eindringlich an, ein schmerzlicher Schimmer huschte über sein Gesicht, als er mir die Verantwortung für meine nichts ahnende Mutter und immer aufgeregte Schwester gab.


Eingetragen am: 02.12.2008 von petramaria
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20860

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, daß die Sonne an unserem Himmel keine Sonne sei, sondern eine Glühbirne. Außerdem erklärte er mir, daß es nicht Gott war der unsere vier Schritte lange und acht Schritte breite Welt erschaffen hat. Draußen, was immer er auch damit meinte, gäbe es einen anderen, mächtigeren Schutzgeist, sagte er mir. Jetzt wäre ich alt genug ihm zu helfen uns von Gott zu befreien..


Kommentar von Lillilu

Was für ein toller Anfang! Da würde ich weiterlesen wollen.

Eingetragen am: 18.12.2008

Eingetragen am: 01.12.2008 von minglang
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20832

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir," Himmel, du bist ja schon acht geworden! Du weisst nicht, wie froh ich bin, dass deine Mama und ich dich doch nicht direkt nach deinen Geburt zur Adoption freigegeben haben." Dann erzählte mein Vater, mein überalles geliebter Vater, mir nochmal wie bei jeden meiner Geburtstage, solange ich mich erinnen konnte, die Geschichte über die Beinahe-Adoption. Meine Mutter war wieder ungewollt schwanger, das war ja auch nicht schwer in den sechziger Jahren, da über Verhüttungsmöglichkeiten weder laut geredet noch sie befürwortet wurden. Meine Eltern waren schon völlig erschöpft, körperlich und finanziell von ihrer Vollzeitarbeit und wir waren fünf Kinder zwischen zwei und zehn, und da erzählte ein Freund meines Vaters von einem kindlosem Ehepaar, das sich seit über zehn Jahren vergeblich nach ein Kind sehnte. Ich wurde als ein riessiges Baby geboren mit 9 Pfund, mein Vater hatte den Brocken in seinen Händer hin und her gewogen und konnten sich von den zwei schwarzen, rosinenförmigen Babyäugelchen nicht mehr abwenden, die funkelnd und fragend sein Gesicht anstarrten. Dann murmelte er," nein, diese hier gebe ich nicht her. Nein, nein,nein." Die Geschichte konnte ich nicht oft genug hören. Danach bekomme ich meine Geburtstagnudel in einer weissen Schüssel mit roter Finsternrose von Mama aufgetischtet. Auf den langen Nudeln, die ein langes Leben symbolisieren sollten, lag noch ein zartes herrlich duftendes Spiegelei. Ich nahm die von Spülen immer glätteren und dünneren Stäbchen und spürte die Wärme von den Blick meiner Eltern. Draußen auf der Straße zog ein Umzug vorbei, die Leute riefen ganz laut und wütend Parolen gegen Klassenfeinde und gefährliche Intellektuelle. Es war 1970, der große Mao hatte ganz China in einen Rausch versetzt, ich aber als ein achtjäriges Mädchen konnte noch nicht ahnen, was das alles für meine wundervolle Familie bedeuten wurde.


Eingetragen am: 01.12.2008 von chantal
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20829

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir: "Hör mal Kleines, es wird Zeit allmählich erwachsen zu werden und du musst von nun an ganz stark sein. Jetzt, wo Mutter uns verlassen hat und in einer anderen Stadt lebt,mußt Du an ihre Stelle treten." Damals verstand ich überhaupt nicht die Tiefgründigkeit seiner Aussage. Ich sehe ihn noch heute vor mir, wie er mir lächelnd mitteilte, daß wir aber nicht lange einsam sein werden. Erst dachte ich, er hätte eine neue Freundin, aber er fuhr fort und erklärte: "Ich habe da sehr nette Freunde, die dich gerne kennenlernen würden. Was hälst du davon, wenn wir Dir zu Deinem Geburtstag einige wunderschöne Sachen einkaufen gehen?" Ich blickte schüchtern auf den Boden, ich kannte diese spendable Seite von meinem Vater gar nicht. "Na Prinzesschen, was hälst du davon?" Ich stammelte ein verlegenes "Weiss nich" vor mich hin. Vater sagte, wir hätten zwar nicht viel Geld zur Verfügung, aber für mich würde er das wirklich gerne tun. Dafür müsste ich ihm aber den Gefallen tun und ganz nett zu seinen Freunden sein.


Eingetragen am: 30.11.2008 von Sarah
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20821

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, wie hübsch ich sei. Ich weiss noch genau wie überrascht ich war. Denn es war das erste Mal, dass er so etwas nettes zu mir gesagt hatte.


Eingetragen am: 30.11.2008 von Carina Ludwig
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20809

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater zu mir, ich solle mir, jetzt, wo ich allmählich erwachsen wurde, einige Dinge einprägen, die mir womöglich durch mein ganzes Leben helfen konnten.
"Du darfst lügen.", sagte er, "wenn du es für andere tust, lüge niemals nur für dich. Du darfst dich verteidigen, aber greife niemanden an. Liebe ist eine heikle Sache; wenn du liebst, liebe ganz. Sei immer loyal zu deinen Freunden, aber verlasse dich nicht nur auf sie. Träume sind da, um gelebt zu werden. Wenn du etwas willst, es dir wünschst-mehr als alles andere, dann kämpfe auch dafür. Und zu guter letzt: ehre deinen Vater.", dann lachte er, gab mir einen Kuss und schickte mich zu meinen Freunden in mein Zimmer zurück.


Eingetragen am: 28.11.2008 von Anne Saur
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20765

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater zu mir: "Geh weg, Todesengel, ich will nicht sterben." Er bog den Kopf nach hinten, öffnete langsam den Mund und röchelte. Meine Mutter, die auf einem Stuhl neben seinem Bett gesessen hatte, stand auf und beugte sich über ihn. Unendlich zärtlich küsste sie seine schweißnasse Stirn. Ich ging zur Tür. Dort drehte ich mich noch einmal um. Als ich die beiden sah, wusste ich, dass er mich erkannt hatte, ich bin ein Todesengel.


Eingetragen am: 28.11.2008 von kadulila
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20754

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte meine Mutter mir, dass ich eine Jüdin sei.


Eingetragen am: 28.11.2008 von Christine
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20748

Ein Roman in einem Jahr
Übung 1

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir:
komm her mein kleiner Schatz, lass mich dich in deinem neuen Kleidchen bewundern.
Er drehte mich einmal im Kreis und in seinem Gesicht sah ich, dass er stolz auf sein kleines Töchterchen war und er hob mich mit einem liebevollen Lächeln auf seinen Schoß und drückte mich mit seinen starken Armen liebevoll an seine Brust.
Er war fröhlich und ich fühlte mich geborgen und geliebt. Ich fühlte seine Sicherheit, sein Vertrauen, alles was außerhalb unserer Welt lag zu bewältigen.
Und seine Energie machte mich stark und mutig, ich war geborgen und gleichzeitig fühlte ich eine Zuversicht, alle Abenteuer dieser Welt zu bestehen.

Mein Vater – immer für mich da, - der mich beschützt, - der stolz auf mich ist und mich ermuntert meine Wünsche und Abenteuer zu ergründen.
So einen Vater hatte ich mir immer gewünscht, nicht nur an meinem 8.
Geburtstag.

Doch mein Vater verließ meine Mutter noch bevor sein kleines Mädchen geboren wurde.
Inzwischen ist aus dem kleinen Mädchen mit der großen Abenteuerlust eine Omi mit 3 Enkelkindern geworden und sie ist sich ziemlich sicher, dass auch ihr Vater sich so einen Vater gewünscht hätte wie sie selbst.


Eingetragen am: 27.11.2008 von U-selfmaster
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20727

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir:"Wir zwei müssen Mama jetzt unterstützen,sie bekommt bald das Baby und kann nicht mehr so viel arbeiten."
Meine Eltern waren zu der Zeit Pächter einer Gaststätte im Sauerland und mein Vater musste noch jeden Tag weg in die Kaserne.Er war ein echter 12-ender im Rang eines Oberfeldwebels und Schirrmeister in einer Panzerwerkstatt.


Eingetragen am: 27.11.2008 von Dani
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20710

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater zu mir, daß ich nun alt genug wäre, um schon Aufgaben und Pflichten zu übernehmen. In meinen Augen leuchtete Feuereifer und mit unglaublichem Stolz, daß ich schon mit den Erwachsenen arbeiten dürfe, wartete ich spannungsgeladen auf meinen ersten Auftrag. Ich konnte nicht spüren, daß sich ab dieser Stunde mein Leben verändern würde. Zu ahnungslos und zu jung, um erfassen zu können, daß es ein trauriger Moment war, an den ich, beraubt meiner Kindheit, noch viele Male in meinem Leben verbittert zurückdenken würde.


Eingetragen am: 26.11.2008 von heartbeat15
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20671

am tag nach meinem achten geburtstag sagte mein vater zu mir, dass dies nun der anfang einer immer härter werdenden zeit sein würde. -einer zeit mit wachsender verantwortung, wachsenden problemen, wachsendem zukunftsdruck und natürlich wachsender strafmündigkeit.was für ein arschloch! "ich solle mich vor sehen", hat er gesagt und dabei auch noch gedacht ich würde den neid in seinen augen nicht sehen. mein vater war schon immer auf alles und jeden neidisch gewesen -jetzt missgönnte er auch noch seiner eigenen tochter die kindheit. ich weiß, das war auf sein mangelndes selbstbewusstsein zurück zu führen. trotzdem: was für ein arschloch!


Eingetragen am: 25.11.2008 von Ferdinand Buschmann
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20653

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir die harte Wahrheit: "Geoffrey, ich denke du bist nun alt genug, so dass ich dir sagen kann wo deine Mutter ist." Seitdem meine Mutter vor 2 Jahren verschwunden war, hatte ich meinen Vater fast täglich mit der Frage genervt wo sie war. "Sie ist tot, das Flugzeug das sie nach Tokyo bringen sollte, wurde über China abgeschossen." Ich konnte es nicht glauben, auch wenn ich gestehen muss, das ich zu der Zeit nicht verstanden habe was mein Vater mit "abgeschossen" meinte...


Eingetragen am: 25.11.2008 von Blair Murphy
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20652

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir, mein Junge Weihnachten fällt in diesem Jahr aus.
Mir wurde schwindelig und ich merkte wie mir die Tränen in die Augen schossen, heute war der 22. Dezember und eine schlechtere Nachricht hätte es nicht geben können.
Was sollte das nur bedeuten, mein Gehirn arbeitete wie ein Hochleistungsrechner an der Antwort für die Frage, was habe ich bloß falsch gemacht.
In der Schule lief doch alles soweit ganz gut und im Haushalt helfe ich jeden Tag, also was war da nur los.
Es ging mir nicht um die großen Geschenke, die es sowieso nicht gab, ich stammte halt aus einer Arbeiterfamilie, aber die Bescherung in der Familie war für mich das Größte.
Mama, Papa und ich in der Wohnstube unterm Weihnachtsbaum und das sollte in diesem Jahr ausfallen.
Plötzlich sah ich ein leichtes Lächeln in meines Vaters Gesicht, ich verstand jetzt gar nichts mehr.
Meine Mutter kam jetzt auch noch dazu und fragte meinen Vater, ob er mir schon die Neuigkeiten erzählt hat.
Er lachte nur und sagte, nein, gesagt habe ich es ihm nicht aber wir werden nachher hinfahren.
Es dauerte nicht lange und wir fuhren mit unseren Fahrrädern durch die Plattenbausiedlung, ein Auto hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Der Weg führte uns in Richtung Wald, dort wo wir oft spazieren gehen und die leckersten Pilze finden.
Wir fuhren an einer kleinen Siedlung vorbei, dort wo die Kinder der Besitzer in einem eigenen kleinen Garten spielen konnten.
Auf einigen Rasenflächen standen kleine Fußballtore und jedes Mal wenn wir daran vorbei fuhren träumte ich Papa würde mit mir dort Ball spielen.
Meine Eltern hielten plötzlich an und schoben ihre Fahrräder auf ein verlassenes Gehöft. Es war ein kleines Haus mit einem noch kleineren Schuppen und einem grünen Rasen mit einem kleinen Fußballtor darauf.
Papa sah mich an und fragte, hättest du Lust auf deinen eigenen kleinen Fußballplatz.
Jetzt war ich völlig durcheinander, was hatte das nur zu bedeuten.
Mama und Papa erklärten mir, dass sie das Haus gekauft hatten und morgen schon der Möbellaster für den Umzug kommt.
Da war ich plötzlich nicht mehr zu halten, ich rannte jubelt durch die kleine Siedlung und schrie vor Freude, hurra ich habe einen eigenen Fußballplatz.
Weihnachten ist dann natürlich nicht ausgefallen, wir ließen uns die Gans in unserem neuen Zuhause schmecken.


Eingetragen am: 23.11.2008 von Kerstin Hannich
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20589

Am Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mein Vater mir mal wieder das ich nicht sein Zimmer betreten dürfte. Er hatte mich bei einer meiner Erkundigunstouren erwischt. Mein Vater ist ein Forscher und in seinem Arbeitszimmer stehen viele Gläser mit trüber Flüssigkeit in denen tote, merkwürdige Dinge schwimmen. Eigentlich weiss ich ja, das in seinem Arbeitszimmer Kinder nicht willkommen sind, doch manchmal muss ich einfach nach sehen ob neue Gläser in seinen Regal stehen. Jedesmal wenn ich dann ein neues Glas sehe, mit einem bisher nicht gekannten teigig fahlen Ding in sich eingeschlossen, läuft es mir schaurig gut den Rücken runter und ich fröstele voll Aufregung vor mich hin.
Immer wenn er mich erwischt legt er die Stirn unter seinen grauen Haaren in Falten und erklärt mir das ich hier nichts zu suchen hätte, womöglich würde ich etwas kaputt machen.


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