20 Die Romanwerkstatt im Autorenhaus Verlag | Schreiben Sie mit! | Kapitel 19 mit Übungsaufgabe
(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 19 mit Übungsaufgabe

06.05.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 04.08.2008 von edda
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15694

Name: Silvia Delany
Geburtsdatum: 11.01.
Sternzeichen: Steinbock/Tanne
Stein: Onyx
Tier: Rabe
Mutter: Seraphina Delany, Countess of Blackfeather
Vater: Alan Tenaris
Beruf: Zaubertränkebrauerin/ Seherin

Silvia Delany wird am elften Januar im vierhundertsiebenundachtzigsten Jahr nach dem Sturz der Hexenkönigin im Sternzeichen Steinbock geboren. Sie ist die uneheliche Tochter der Regierungsbeamtin Seraphina Delany und des Doppelagenten Alan Tenaris.

Zunächst wächst Silvia am Hof ihrer Großmutter mütterlicherseits auf, während ihre Mutter eine Untersuchungskommission über sich ergehen lassen muss. Seraphina streitet jegliche Verbindung zu Alan Tenaris ab. Dass er Silvias Vater ist erfährt außer Seraphinas Familie niemand. Nach drei Jahren sieht es die Kommission es als erwiesen an, dass Seraphina Delany mit der Flucht des Doppelagenten Alan Tenaris nichts zu tun hatte. Seraphina Delany wird vollständig rehabilitiert und aufgrund ihrer militärtaktischen Erfahrung in den Stab des englischen Außenministers aufgenommen. Alan Tenaris wird für tot erklärt. Silvia hält ihren Vater für verschollen und erfährt seinen Namen nicht.

In den nächsten Jahren reist Silvia als Anhängsel ihrer Mutter durch halb Europa. Ab ihrem sechsten Lebensjahr wird sie von einem Privatlehrer unterrichtet. Währenddessen macht sich ihre Mutter als geschickte Diplomatin im Konflikt zwischen Irland und England einen Namen.

Mit zwölf wird Silvia auf ein französisches Internat geschickt. Etwa zur selben Zeit beginnen ihre Anfälle. Mit Einsetzen ihrer Mondblutung beginnt Silvia zu wahrzuträumen. Erst sind es nur Kleinigkeiten. Sie beobachtet im Schlaf die mäusejagende Katze auf dem Flur und die Taube auf ihrem Fensterbrett. Doch schnell nehmen ihre Visionen größere Ausmaße an. So folgt sie einer Möwe bis über den Ärmelkanal und ihrer Mutter in Verhandlungen mit Beratern des französischen Königs.

Im Laufe der nächsten vier Jahre hat Silvia immer häufiger Visionen. Nicht ohne Folge. Ihrer Vorraussagen machen sie zu eine gefürchteten Außenseiterin. Die heftiger werdenden Kopfschmerzen und Schwindelanfälle schwächen sie so sehr, dass sie ihre Ausbildung zur Kriegerin bereits mit sechzehn Jahren abbrechen muss. Der Abbruch ihrer Ausbildung führt zu heftigen Streitigkeiten mit ihrer Mutter.

Erst als Silvia nach einer ihrer Vision ihre Mutter vor einer geheimen Aufrüstung des französischen Militärs warnt, erkennt Seraphina das Talent ihrer Tochter. Über ihre Mutter such Seraphina eine Meisterin für Silvia. Maeve McDuff, so angesehen wie launische erklärt sich schließlich bereit Silvia in den Kreis ihrer Schülerinnen aufzunehmen.

Seit ihrem sechzehnten Lebensjahr wird Silvia von Maeve zur Seherin ausgebildet. Die Ausbildung ist hart, doch Silvia beißt sich durch und gewinnt nach einiger Zeit den Respekt ihrer aufbrausenden Meisterin. Unter Maeves anderen Schülerinnen findet Silvia einige Freundinnen, doch gleichzeitig gehört sie als angehende Seherin zu einer Gesellschaftsschicht, die gleichermaßen gefürchtet wie ausgeschlossen ist. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich als Zaubertrankbrauerin.

Ihre Visionen werden noch häufiger doch langsam lernt sie sie zu kontrollieren. Die Schwindelanfälle lassen langsam nach, die Kopfschmerzen nicht. Ohne drei Tassen Kaffe am Morgen kann sie kaum ihrer Arbeit nachgehen. Trotzdem beginnt sich ihr Leben um ihr zwanzigstes Lebensjahr herum zu normalisieren.
Bis in einer ihrer nächtlichen Visionen Zeugin eines Mordkomplotts wird...
Hier beginnt die Geschichte.


Eingetragen am: 03.08.2008 von Anna
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15643

Hugo kam aus einem streng erzogenen Haus vom Land. Zucht und Ordnung beherrschten seine Kindheit, seine Zuflucht ins Baumhaus war ihm nur kurz vergönnt.Hier träumte er, und Mister Flo erzählte ihm Geschichten. Die Leute hielten ihn für verrückt, weil sie niemanden sahen mit dem er sprach.
Endlich war erwachsen geworden, um in die Stadt zu fliehen. Hier konnte er endlich Märchenerzähler werden.Alles war anders, Stück für Stück fraß ihn der Alltag auf.


Eingetragen am: 03.08.2008 von Metta Maiwald
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15630

Ullas Großvater
(Ausschnitt aus einem längeren Text, in dem Ulla ihren Großvater besucht)
...
Die ganze, rechte Wand war mit einem Bücherregal bedeckt. Ulla kannte niemanden, der so viele Bücher besaß, wie Großvater, und er hatte sie alle gelesen! Fünf Tage für ein Buch, siebzig Jahre lang, das war doch gut zu schaffen, hatte er gemeint. Vor dem Fenster stand der große Schreibtisch – Großvater hatte erst im vorigen Jahr seine Anwaltspraxis aufgegeben.
...
„Darf ich mir noch mal deine Fotoalben ansehen? Das Bild mit den langen, schwarzen Haaren und dem Matrosenanzug, das hast du doch doppelt. Schenkst du mir eins? Ich möchte es gern in mein Zimmer stellen.“
„Das aus Finnland? Meinetwegen.“
„Warum wart ihr eigentlich damals ausgewandert?“
„Mein Vater, dein Urgroßvater, Friedrich Markwardt, war Außenhandelskaufmann. Ja, Finnland war schön. Aber mit Beginn des ersten Weltkriegs hat der Russe uns ja ausgewiesen."
...
Ulla legte die Beine über die Armlehne des Sessels und blätterte in einem der Fotoalben. Als junger Mann sah Großvater verdammt gut aus, wie er braun gebrannt mit zurückgekämmten, dunklen Haaren zwischen seinen Ruderkameraden stand, nachdem sie die Deutsche Meisterschaft im Schülerachter gewonnen hatten, oder hier mit seinem Cello.
...
„So, das wär’s.“ Großvater ließ sich in den anderen Sessel fallen, legte, genau wie Ulla, ein Bein über die Armlehne und zündete sich einen Zigarillo an. Heute zur Abwechslung keine Pfeife. Hinter den dicken Brillengläsern sahen seine Augen unnatürlich groß aus.
„Sag mal, was ist denn das hier für ein Bild? Das sieht ja aus, wie auf dem Schlachthof.“
„Ja, das war während meines Studiums in Tübingen. Erst war ich in Wien, dann in Tübingen, dann in Hamburg. Ich war ja bei den Ghibellinen, dieser Studentenverbindung. Da haben wir auch scharfe Mensur gefochten.“
„Was heißt das?“
„Ein Wettkampf mit scharfen Waffen. Daher habe ich auch meinen Schmiss hier in der Wange. Da konnte ich die Zunge durchstecken. Wurde ohne Betäubung genäht. Ich musste mich auf einen Stuhl setzten, so an der Lehne festhalten, und dann ging’s los. Aber ich habe noch weitergefochten, und dann, sst,“ er machte eine Handbewegung, wie wenn man geschmeidig eine Klinge führt, „habe ich dem anderen eine hohe Quart geschlagen, dass ihm das Toupet wegflog.“
„Und das habt ihr freiwillig gemacht?“
„Ja, mit einem Schmiss war man etwas Besonderes. Das war so eine Mutprobe. Eigentlich war es verboten, scharf zu fechten. Aber der Fechtboden gehörte zu einem Gasthaus. Da haben zwei von den Füchsen, das waren die Neuen, immer Schmiere gestanden, und wenn der Polizist kam, haben sie ihn mit Bier abgefüllt.“ Großvater schmunzelte.

„Und das Album, ist das aus dem Krieg?“
„Ja, hier war ich im Baskenland. Musste Kriegsgefangene beaufsichtigen. Da haben wir ordentlich alles auf Vordermann gebracht. Oui, oui, les Allemands. Das hier“, er deutete auf ein Bild, das eine lächelnde Frau im langen Schürzenkleid und mit hochgesteckten Haaren zeigte, die im Türrahmen eines Gasthauses lehnte, „ist Madam Thérèse, meine Zimmerwirtin. Monsieu ’ermang, so nannte sie mich immer. In der Schule haben wir noch gelernt, der Franzose ist der Erbfeind des Deutschen. Alles Quatsch!“
Ulla blätterte weiter. „Oh, Euer Hochzeitsfoto.“
„Ja, das war unsere Kriegstrauung 1940.“ Großvater nahm einen tiefen Zug aus seinem Zigarillo, steckte ihn zwischen die Lippen und beugte sich nach vorn. „Da, das war in Russland.“
„Krieg stelle ich mir schrecklich vor. Wie bist du denn damit klargekommen? All das Elend, die Toten…“
„Das ist irgendwann Alltag. Einmal mussten wir durchs Moor, über einen Bohlenweg. Da schauten rechts und links die Arme und Beine der Gefallenen heraus. Wenn ein Fliegerangriff gewesen wäre, hätten wir uns ohne zu zögern in den Matsch geschmissen. Dann kamen wir zu einer Wiese, da hatten sie die jungen Soldaten schon eingesammelt und in einer Reihe an den Rand des Schlachtfelds gelegt. Wir sind stehen geblieben und haben sie angeschaut und gedacht, Mensch, das ist ja jammerschade, so junge Männer. Aber Mitleid?“ Großvater schob die Unterlippe vor, streifte die Asche von seinem Zigarillo und schüttelte bedächtig den Kopf.
„Und wie kommt man damit klar, Menschen zu erschießen? Ich meine, man muss es ja tun, wenn man nicht selbst sterben will.“
Großvater steckte sich einen neuen Zigarillo an. „Nee, ick hab meine Knarre immer hochgehalten. Ich glaub nicht, dass ich da einen erledigt hab. In Russland hab ich tagelang im Schützenloch gelegen. Da hatten wir uns im Schnee eingegraben. Hab dann meine Knarre so vorm Bauch gehalten“, Großvater lehnte sich im Sessel zurück und verschränkte die Arme, „und meine Lampe angezündet. Schön warm hab ich’s da gehabt. Tja, ich hab immer nur an meine Jungs gedacht. Sonst hätte ich das alles wohl nicht durchgestanden. Später bin ich dann ja in Kriegsgefangenschaft gekommen.“
Ulla zog die Beine an: „Beim Russen?“
„Nein, da habe ich Glück gehabt. Auf einer Seite kam der Iwan und auf der anderen Seite stand der Ami. Dazwischen haben sie gerade ein Tor runtergelassen und da bin ich dann, ssst, auf dem Bauch noch drunter durch. Sonst wäre ich vielleicht in Sibirien gelandet. Als ich später nach Hause kam, wog ich noch neunzig Pfund, mit Bart.“
„Also habt ihr im Lager gehungert.“
„Ja. Aber ich hatte Glück. Direkt daneben war ein Acker. Da habe ich dann nachts mit einem Kameraden die Kartoffeln, die bei der Ernte in der Erde geblieben waren, gesammelt, mit bloßen Händen unterm Stacheldraht durch. Wir hatten eine alte Konservendose. In einen Deckel haben wir Löcher gemacht. Das war unsere Reibe. Den anderen haben wir als Pfanne genommen, überm offenen Feuer. Das waren die besten Kartoffelpuffer meines Lebens. Ich habe später meiner Frau, deiner Oma, davon erzählt, aber sie wollte es nicht glauben.“
„Wann bist du entlassen worden?“
„Ich bin abgehauen, im Juli ’45. Da hatten mein Kamerad und ich eine Blechdose mit Lebensmitteln vergraben und uns ein Schlauchboot organisiert. Als wir dann nachts über den Fluss setzen wollten, sind wir fast erwischt worden. Das Essen mussten wir da lassen, aber wir sind weggekommen. Na, in Lübeck war’s auch nicht viel besser. Da war ja alles zerstört, von dem großen Luftangriff Palmarum 1942. Als ich später Senator war, habe ich mich mit aller Kraft für den Wiederaufbau eingesetzt.“

Ulla legte das Fotoalbum beiseite. „Bestimmt war Lübeck früher viel schöner. Wenn man sich jetzt so die Fußgängerzone ansieht…“
„Tja, es ist ja ein Wunder, dass das überhaupt alles wieder steht. Wir hatten ja nischt. Dann noch die Flüchtlingsströme. Im Winter 1946/ 47 haben wir alle in der Küche vor dem Ofen gehockt - in der alten Wohnung, die du ja noch kennst - mit einem einzigen Brikett drin, Arnulf in seiner Kinderkarre, und er hat sich die Handschuhe immer wieder abgestreift, obwohl seine Fingerchen schon ganz blau gefroren waren. Ich hab sie ihm immer wieder angezogen, und er…“ Großvater strich sich über die Hände.
„Sag mal, meine Oma, warum wollte die eigentlich nicht mehr leben?“
Großvater saß zurückgelehnt, das rechte Bein übergeschlagen und nahm einen letzten Zug aus dem Zigarillo. Sein Blick wich Ullas aus: „Ick weeß auch nicht. Sie hat wohl im Lazarett ziemlich schlimme Sachen gesehen. Vielleicht ist sie diese Bilder nicht losgeworden.“ Er drückte seinen Zigarillo aus und sah auf die Uhr.“
...


Kommentar von Metta Maiwald

Hi Frog und Malea, danke, dass Ihr Euch noch mal hierher zurück bemüht habt. Mit der Alterseinschätzung liegst Du richtig, Frog, und Ulla IST da noch naiv, weil sie ihren Großvater als so toll erlebt hat, dass sie nichts Schlechtes von ihm denken kann. Die Bösen, das waren doch die anderen. Aus der Familie hat NIE jemand gewagt, ihn in Frage zu stellen. Erst nach seinem Tod findet Ulla Unterlagen, die ein anderes Bild von ihm zeichnen, da wird ihr selbst erst bewusst, dass sie zu wenig gefragt hat (wenn sie denn überhaupt eine ehrliche Antwort bekommen hätte - wohl kaum, denn schönreden war Großvaters Spezialität). Durch den späteren Suizid von Onkel und Vater gerät das Bild des idealisierten Großvaters erneut ins Wanken. Es stimmt, dass das hier zu oberflächlich und abgehackt klingt (eher an die Übungsaufgabe angepasst). Wenn ich eines Tages auf dem Fußboden hocke und Manuskriptseiten sortiere, werde ich diesen Bogen wohl zerschnippeln und hier und da in den Roman ein Häppchen einfügen, denn manche Geschichten hat Ulla schon in der Kindheit wieder und wieder gehört. Mit dem Zigarillo hast Du gut aufgepasst :o) Großvaters Handbewegung IST geschmeidig - eine Fechtbewegung erkennt man doch. Woher der Großvater sich das Berlinern abgehört hat (wobei ik auch Plattdeutsch ist, aber dann müsste es weet und nicht weeß heißen), weiß ich nicht ;o), jedenfalls ist es ein Eigenart von ihm, immer dann, wenn es ihm unangenehm wird, über etwas Persönliches zu sprechen - nicht nur Schlechtes, auch besondere Verdienste - statt 'ich' 'icke' zu sagen. Der nüchterne Sprachstil ist authentisch, da Großvater gern doziert und seiner Enkelin Bildung vermittelt. LG Metta

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Malea

Liebe Metta! So, endlich. Konstruktive Kritik ist angesagt. Am Anfang finde ich die Auslassungen etwas verwirrend - ich kenne zwar den ganzen Text, aber so wie es hier steht, ist es zu holperig an den Übergängen. All die Fragen zum Großvater kommen mir auch in den Sinn. Aber ein klein wenig muss ich auch Frog recht geben. Ulla kommt mir extrem naiv vor. Warum bohrt sie nicht nach? Der Großvater erzählt sehr distanziert, sowohl von Ulla, als auch von den eigenen Geschichten - die wirken an einigen Stellen fast steril (z.B. der Satz mit dem Senator). Ist das Absicht? Die Erinnerungen des Großvaters sind zwar interessant, aber ich finde, du solltest der Szene noch etwas mehr Leben einhauchen. Lass irgendwas passieren, das die Stimmung unterstreicht. Was mir auch auffällt: Der Großvater erzählt so, als würde Ulla all das zum ersten Mal hören, das kann doch nicht sein, oder? Wenn ja, musst du es thematisieren. Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Frog

Also, ich weiß nicht, wie alt die Enkelin ist, ich schätze sie mal auf 13 oder 14, die Fragen wirken jung. Es kommt ja auch keine Diskussion zustande, was vielleicht bei einem kritischen Teenager passiert wäre. Sage jetzt mal spontan, was mir auffiel. Wieso nimmt der Opa tiefe Züge aus dem Zigarillo, rauchte der auf Lunge? Au weia. Woher weiß das Mädchen, wie eine Handbewegung aussieht, die geschmeidig eine Klinge führt? Warum berlinert der Großvater? Dem Gespräch fehlt die psychologische Tiefe, man kann ohne Kenntnis der Geschichte nicht ahnen, was Ullas Absicht ist. Der Großvater erzählt so ein bisschen wie aufgesagt. Ulla bohrt ja auch nicht wirklich nach.... Ein Gefühl für die Problematik stellt sich bei mir objektiv betrachtet beim Lesen nicht ein... Vielleicht müsstest Du die Geschichte mit mehr Distanz noch einmal neu aufzäumen???

Eingetragen am: 16.08.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Hallo Reiner, es freut mich sehr, dass der Text genau das ausgelöst hat, was er sollte: Fragen aufzuwerfen. Lügt der Großvater? Genau das fragt Ulla sich auch. Sie weiß, dass es seiner Neigung entspricht, zu beschönigen, dass er andererseits tatsächlich großen Einsatz für andere gezeigt hat, also eigentlich nicht egoistisch oder "böse" war. Vielleicht eher ein Gefangener seiner eigenen Wertmaßstäbe? Diese Szene ist ein Rückblick. Ulla macht sich darüber Gedanken, ob ihr geliebter Großvater tatsächlich in der Lage war, willentlich Böses zu tun. Ob ihm bewusst war, wie sehr seine Söhne und vermutlich auch seine Frau unter ihm gelitten haben. Warum er Gespräche darüber nicht zugelassen hat. Waren Schmerz und Schuldgefühle so groß? Oder fand er sein Handeln richtig? Ulla möchte ihn verstehen. Von hier spannt sich der Bogen zu Arne. Wie nimmt er sein eigenes Handeln wahr? Wird Ulla es gelingen, zu verstehen, und ihre Liebe zu bewahren? Oder wird sie irgendwann das Bild, das sie von ihrem Großvater (und von Arne) hat, als Illusion entlarven und eine Trennung vollziehen?

Eingetragen am: 14.08.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Metta! Der Text gibt einen guten Überblick über den äußeren Lebenslauf des Großvaters und lässt wie von selbst Fragen im Kopf des Lesers aufsteigen: Lügt er die Vergangenheit schön? Nein nein, ich hab da nichts gemacht, ich war eigentlich gar nicht dabei, das alles ging mich so gut wie gar nichts an? Und dann hab ich es mir noch so gemütlich gemacht, wie es eben ging. Hat er sein Handeln im Krieg verdrängt? Nein. Dagegen spricht nicht nur die Erinnerung an die Leichenteile, an die er sich erinnert und zwischen die er sich ohne weiteres geworfen hätte bei einem Luftangriff. Und Mitleid, das scheint ihm fast ein Fremdwort. Das alles passt zu seiner Reaktion auf die Frage nach dem Selbstmord der Oma: Bequem sitzen, erst mal einen Zug qualmen, keinen Blickkontakt, nicht wissen, die Gründe im Irgendwo außerhalb ansiedeln und zum Aufbruch, zur Flucht vor der Konfrontation mit der eigenen Verantwortung schreiten. LG, Metta, und weiter viel Erfolg! Reiner

Eingetragen am: 13.08.2008

Eingetragen am: 14.07.2008 von petra
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Karin, 35

Karin ist eine einfache Frau, verheiratet und Mutter von 3 Kindern. Seit ihrer Heirat gab es in ihrem Leben keine großen Highlights mehr. Die Kinder wurden geboren, und langsam starben alle ihre großen Pläne, die sie im Leben hatte. Als Jugendliche wollte sie die Welt zerreißen und bereisen. Als Au-pair Mädchen in Amerika hatte sie Blut geleckt und auch eine leidenschaftliche Liebe kennengelernt. Seither hatte sie mehrere Lieben bis zu ihrem jetzigen Mann, die Leidenschaft, die sie als 21-Jährige spürte, die sollte nie mehr kommen. Jetzt allerdings hat sie sich dazu entschlossen, das Verbotene zu tun. Nach all den Jahren ohne ihren Amerikaner wollte sie es wissen: Brennt ihr Herz immer noch so stark, wenn sie ihn sehen wird? Es ist wahrscheinlich nur ein Traum, sagte sie sich immer wieder, aber was wenn diese Leidenschaft wirklich noch immer so stark ist?

Jack, 47

Jack war immer ein Lebemann, der nie etwas anbrennen ließ. Drugs, Sex and Rock'n'Roll, das war sein Lifestyle. Als Beach Boy in Kalifornien aufgewachsen, kam er auch nie viel weiter von zu Hause fort. Aber warum sollte er auch? Hier hatte er alles, Sonne, schöne Frauen und den "California Way of Life". Ob es Zufall war oder nicht, er fühlte sich immer wieder zu ausländischen Frauen hingezogen. Eine ging ihm nie aus dem Kopf: Karin. Sie war Österreicherin und verbrachte ein Jahr als Au-pair in seiner Stadt. Sie hatten eine Affäre, wobei er es mit der Treue nicht so ernst nahm. Sie war in seinem Leben zwar nur eine von vielen, aber irgendwie war sie etwas Besonderes. Auch seine Heirat mit der Engländerin Karla konnte das nicht ändern. Die Scheidung folgte wenige Jahre später. Jack begann wieder neue Frauen zu daten. Karin hatte er seitdem nie wiedergesehen. Sie schrieben sich ab und zu, aber das war's. Jetzt allerdings, jetzt wollte er es wissen. Ein Date in London sollte endlich seine brennende Frage beantworten: Sind seine Gefühle noch so stark für sie wie damals? Zwar sind 14 Jahre vergangen, aber ganz abwegig schien es nicht, dass Karin wirklich seine große Liebe gewesen sein könnte.


Eingetragen am: 08.07.2008 von Lisa becker
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Geburt und Umstände:
Moulina kam als uneheliche Tochter einer von der Elfenbeinküste stammenden Frau aus gutem Hause und einem in Ghana geborenen verheirateten Politiker und Freund im Sommer 1951 zur Welt. Er lernte sie in Tanger kennen, wo sie wieder einmal bei dem Schriftsteller Bowles und dessen Bruder für einige Monate eingeladen war. Der Vater Moulinas war eng befreundet mit dem ghanischen Historiker und liberalen Politiker, Albert Edu Moahen und mit dem Präsidenten Nkrihma.

Erfahrungszwang mit eigener Identität als Herausforderung gemeistert:
Die Geburt des Mädchens musste in Ghana unbekannt bleiben, in Tanger jedoch, fand die Mutter, nachdem ihre uneheliche Schwangerschaft offensichtich geworden war, als Geächtete in einer Höhlenartigen Unterkunft bei weiteren geächteten Frauen Unterschlupf. Zwei Jahre zuvor bei ihrer ersten Schwangerschaft mit einem Brüderchen von Moulina, von dem sie jedoch erst viele Jahre später erfuhr, gewährte der Bruder des Schriftstellers ihr, in seiner Wohnung unbehelligt leben zu können. Dass ihr zwei Jahre später so etwas, wie eine ungewollte Schwangerschaft trotz aller Vorsicht wieder passieren würde, hätte sie sich nie gedacht.

Doch was den Vater von Moulina anging, so war es Liebe auf beiden Seiten. Er schaffte es, eine wohlhabende Familie mit bereits drei eigenen Kindern in Tanger gefunden zu haben, die das Mädchen adoptierte und ihm die bestmögliche Ausbildung ermöglichte. Die Familie verzichtete aus moralischen Gründen auf Unterhaltsgelder aus Ghana, denn sie haben das neue Familienmitglied sehr bald in ihr Herz geschlossen. Moulina pflegte weiterhin guten und liebevollen Kontakt der leiblichen Mutter.

Das Kind fiel früh als wissbegierig auf und als mit der Kombination eines ausgesprochen ausgeprägten Gerechtigkeitssinns, derDemut und des analytischen und strategischen Denkens gesegnet. Sie konnte ausgezeichnet und wunderschön singen und ihr schauspielerisches Talent war nicht übersehen. Sie war und galt als fröhliches und aufmerksames Kind, das seine Beliebtheit offen genoss und bei kleinen Komplimenten sichtlich aufblühte, was zum weiteren aufrichtigen Komplimentemachen geradezu einlud.

Moulina besuchte jährlich für 3 Monate den Vater in Ghana, doch musste sich dort offiziell als seine Nichte ausgeben, sie akzeptierte dies.

erste ihre Lebensauffassung entscheidend mentale Prägung:
Dort lernte sie den 8-jährigem Neffen von Albert Edu Moahen kennen. Sie trafen sich zum Spielen, doch nicht nur. Gespräche von einer Art, die sie zuvor nie kannte, entwickelten sich zwischen den beiden, wobei sie ebenfalls trotz ihres jungen Alters dieses seltsame Aufblühen im Herzen bei sich wahrnehmen konnte, fühlten sich doch ihre inneren Anlagen stark angesrochen. Die Bekanntschaft mit diesem Jungen aus einem Hause mit derart politisch liberaler Prägung, ließ sich mit keiner bisherigen vergleichen und behielt bleibenden Eifluss auf die Art, Gott und die Welt zu betrachten.

Prägung durch erste schmerzliche Verlusterfahrung:
Mit fast acht Jahren erlebte sie ihren ersten größeren Herzensschmerz, als an einem schönen Sommermorgen ohne Vorwarnung damit konfrontiert wurde, dass die deutsche Familie, bei der sie sich auch schon wegen des Babys fast wie Hause fühlte, plötzlich weg war, und sie grad nur ein paar Abschiedsworte und eine Handvoll ihrer Lieblingspralinen vorfand.

Während ihrer Trauer über diesen Verlust schnappte sie zufällig den Namen der deutschen Familie auf, fand heraus, woher die Stimmen kamen, und konnte nicht anders, als die zwei Männer auf der Terasse des Café Hafas in Tanger zu belauschen.

Auf ungewöhnliche Weise kam es dazu, dass sie von ihr beeindruckt von Bowles, dem Schriftsteller eingeladen wurde, zu ihnen an den Tisch.

So lernte sie Ronny Batista kennen, der ebenfalls wie sie kaum mit der Abreise der Deutschen klar zu kommen schien, wie sie.

Als Moulinas tiefe Traurigkeit offenbar wurde, erhält sie mithilfe familiärer Beziehungen Batistas zum seit 1958 neuen Konsulat in Tanger, die Adresse der Deutschen. Dies empfindet das Kind aufgrund ihres starken tagelangen Betens zu Gott: - als eigentlich doch ein Wunder.

Ihr Wille und seine Ausprägung:
Durch ein Schulstipendium zusammen mit dem stark gebliebenen Wunsch, die deutsche Familie mit dem Baby Carmen wieder zu sehen, der 10-jährige Bruder interessierte sie zu diesem Zeitpunkt noch weniger, landet sie in Deutschland. Sie setzt nach vielem Bitten und Betteln ihren Vorsatz um, länger als im Rahmen des Stipendiums üblich, im Ausland zu bleiben und kehrt erst nach 2 Jahren nach Tanger zurück.

bewusste Sichtentwicklung auf Gott und die Welt:
U. a. aufgrund politischer Umwälzungen in Verbindung mit Nkrumah und dem Umstand dass der Vater sich vorwiegend geschäftlich im Ausland aufhielt, würden die gewohnten Besuche in Ghana nicht mehr erfolgen können.

Nachdem sie in Deutschland im Gegensatz zu ihren täglichen Gewohnheiten in Tanger, wo sie wohlbehütet aufwuchs, das Leben in relativ ärmlichen und bescheidenen Verhältnissen bei der deutschen Familie und nicht zuletzt durch den sie früh in ihrer Einstellung zu der Welt prägenden Einfluss dieses Jungen aus Ghana, ließ sie das gewonnene Bewusstsein bezüglich Unterschiede in der Lebensqualität nicht mehr los und wusste bald, was sie einmal studieren wollte: Gesellschaftswissenschaften und Sozialpolitik.

Doch nicht nur, um ihr Wissen zu erweitern oder gesunder Neugier wegen. Es lockte sie eine größere Sache in dieser Richtung, sie spürte jenes Drängen in ihr, für das sie noch keinen Namen finden konnte. Sie wollte, so hellte sich bald dieses Etwas auf, nichts unversucht lassen, um die Welt ein klein wenig im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu verbessern. Jüngstes Beispiel dafür, dass dies möglich war, gab das Land ihres leiblichen Vaters, wo eine feste Überzeugung eines einzigen Mannes zunächst, und stetiges Engagement in bereits sehr kurzer Zeit eine schnelle Steigerung des Wachstums der nationalen Wirtschaft, und eine sozialistisch geprägten Transformierung aller Wirtschaftsbereiche hervor brachte.

Orientierungsphase in Richtung eigener Zukunft:
Mit Carmen in Deutschland begann 1965, sobald das Mädchen flüssig zu schreiben gelernt hatte, eine enge Brieffreundschaft.

1968, stand sie mit Beginn ihres Studium wieder vor die Frage gestellt, in welchem Land, sie ihr einjähriges Auslandspraktikum machen würde und entschied sich ohne Zögern wieder für Deutschland. Doch hunderte Kilometer von der deutschen Familie entfernt. Sie nahm zwei Jobs an, um selbst zur Finanzierung des Studiums ihren Teil beizutragen. Einer davon war eine Anstellung als Hausmädchen im Hause eines Automobilherstellers in Oberbayern. Die große Entfernung bis nach Hamburg nahm sie in Kauf und verlegte ihre Besuche dorthin auf jedes zweite freie Wochenende im Monat.

Identitätskrise aufgrund ihrer HAutfarbe gemeistert:
Bisher von Beleidigungen aufgrund ihrer Hautfarbe als Halbghanaerin weitgehend verschont, erfuhr sie nun in der Rolle als Hausmädchen hautnah und gemäß dem, was sie einmal an Carmen geschrieben hatte: "höllisch schmerzlich", wie sich Diskriminierung anfühlt. Einziger Trost: derart konsequent nur von einem einzigen Menschen ausgeübt: vom jüngsten Sohn und gleichzeitigen Stiefsohn des Hausherrn, dem arroganten Gütermann, der an dieser Stelle gleichzeitig als Antagonist den Roman betritt.

Niemand innerhalb der Familie weiß zudem Zeitpunkt, dass sie eine junge Dame eingestellt haben, die ebenfalls sowohl durch ihre Gene als auch von ihrer schulischen Bildung und Erziehung, von vornehmer Herkunft ist. Das wollte sie vorerst nicht bekannt geben.

Von den Übrigen des Hauses geliebt und geschätzt findet sie rasch zu ihrer emotionalen Mitte zurück, Ebenfalls gut tut ihr die tief geistreiche und liebevoll entwickelte Freundschaft mit Carmen. Sie wächst, was ihre emotionalen Reaktionen auf die rassistischen Beleidigungen betrifft, über sich hinaus. Sie entdeckt eines Tages eine nie gekannte Gangart jener Kraft in sich: die sie der Empathie zuordnete, und den erwägenden Gedanken spürt sie aufkommen, dass vielleicht ja jener hässliche Charakter des jungen Herrn Gütermann lediglich ´die` bekannte sehr ´rauhe Schale` offerieren könnte von etwas viel zu lange unwahrscheinlich stark verwundet darunter Liegendem.

Erstes Schnuppern an möglichen Sinngebenden Lebensaufgaben und Optionen:
Mit jener neuen Kraft beginnt nun nahezu jeder weitere Tag für sie in Deutschland. Sie verfolgt vorwiegend über Zeitungsartikel aufmerksam die politischen Entwicklungen im Land ihres Vaters, in Ghana. Während sie in ihrer Pause einen Zeitungsbericht zum letzten 1968 erschienenen Buch des inzwischen bei einem Anschlag ums Leben gekommenen Nkrihmas mit dem Titel The Big Lie, am Studieren war, einen zweiten, jedoch eher selten benutzen Schimpfnamen von Seiten des jungen Gütermanns ein: Rebellenbrut. Bevorzugt gebrauchte er mit Absicht mit betont beleidigendem Beiklang: Mulattin. Nie nannte er, wenn er ihr etwas auftrug, ihren Namen.

Erste Beobachtungen bezüglich der Macht des Scheins:
Die Anfeindungen des Sohnes ihr gegenüber ließen, je öfter er gegen eine Wand zu reden schien, nach, jedoch häuften sich die Gelegenheiten, die er suchte, um sein Seelengift anderswo zu versprühen.

Bis es aufgrund eines Wutanfalles in Verbindung mit erhöhtem Alkoholkonsum in einer WG in der Stadt durch ihn zu einem tragischen Unfall kam, wobei er einer an der Wohnungstür dieser WG, im zweiten Stock klingelnden Zeugin Jehovas einen Stups verpasste, bis diese die Treppe hinter sich hinunter stürzte und für Jahre gelähmt blieb. Als hiernach noch immer der Wert: Eigenverantwortung nicht die gebührende Aufmerksamkeit von ihm erfahren konnte, eine Steigerung dessen, was er bereits als die Hölle wahrnahm, sich ihm auftat: Eine für ihn nicht mehr länger aushalten zu können quälende Übermacht von ihn zu zerreißen drohender Leere. Zusammen mit dem jahrelang verdrängten jetzt aber endlich anklopfenden Bewusstsein, allseits verachtet und abgelehnt zu sein, wahrscheinlich unwiderruflich.

Entwickelte Überzeugungen bezüglich des Einmischens:
Moulina trägt zum Teil bewusst, zum Teil und manchmal beinah allein durch ihre Art entscheidend dazu bei, dass ein später einsetzender Metamorphoseprozess kurz bevor der Druck unerträglich geworden wäre, bei diesem Menschen möglich wird. Die gelähmte Frau schien ihm vergeben zu haben. Das wollte ihm nicht einleuchten, hörte nicht mehr auf, ihn zu beschäftigen, wie so eine Einstellung nur möglich sein konnte. Das Bibelwort "Besiege das Böse stets mit dem Guten!" erhält erst kurz vor den ersten Schmetterlingsflügelschlägen für ihn schleierhaft einen Sinn, und nicht auch zuletzt sorgte jene seltsame Kraftquelle in Moulina, die verhinderte, dass auch von ihr eine derartige Ablehnung ihm gegenüber bleibend ausgehen konnte. Diese eher diffuse Wahrnehmung diente ihm als ständiger vorbereitender Begleiter zu der Voraussetzung zur Möglichkeit eines überhaupt einsetzen könnenden Metamorphoseprozesses.

Erfahrungen mit dem Anschein von Liebe:
Nie spielt die Erosliebe zwischen der Protagonistin und dem Antagonisten eine Rolle, nie die Erosliebe.

Moulina wohnt mit ihrem Lebenspartner, einem sanquinischen Geist und Ghanaer, den sie bei Vorlesungen in Deutschland kennen lernte, und der seine Liebste nicht selten bis zum Anschlag zum Lachen zu bringen verstand, 10 Minuten Autofahrt vom Anwesen der Gütermanns entfernt.

Erste sie prägende Liebeserfahrung durch Beobachtung:
Für Spannung in der Liebe sorgt die zweite Protagonistin des Romans, die leibliche Tochter der Ehefrau des Automobilherstellers: Carina. Auch sie wohnt zusammen mit Moulina, ihrem leiblichen Bruder, der jedoch für ein Jahr in den USA als Fernsehjournalist tätig ist, mit den beiden Stiefgeschwistern: dem daneben geratenen Sohn und dessen in die Ehe mitgebrachten Schwester Gabi, sowie den Eltern in dem herrschaftlichen Anwesen mit Blick auf ein herrliches Alpenpanorama.

Carina findet ihre große Liebe, Helmut, - mit dem die sie vor Jahren aus einem Missverständnis aufgrund einer Intrige ihrer Stiefschwester, schwesten Herzens konsquent Schluss gemacht hatte -, ausgerechnet an dem Tag wieder, als dieser ahnungslos, - dass Gabi und Carina Stiefgeschwister sind -, sich wegen einer bevorstehenden Verlobung mit Gabi, bei einem Abendessen der Familie vorstellt, zu dem Carina ebenfalls eingeladen ist. Die macht sich dann, obwohl sie mitten in den Vorbereitungen ihres Examens steckt, eher ungern und eher aus Höflichkeit von weither auf den Weg...ahnungslos, dass dieser Weg alles bisher als verarbeitet Geglaubte, in erschütternder Weise wieder an die Oberfläche bringt. Moulina lernt sehr viele psychologische Momente, die im wirklichen und emotional beherrschten Leben die Geige spielen, in ihr mental aufgebautes Schatzzentrum aufzunehmen.

Moulina entwickelt die Überzeugung, sich von nun an, bewusst, dort wo es konstruktiv sein mag, einzumischen:

Moulina wird an diesem Abend, noch bevor Carina eintrifft, Zeugin eines Familiendramas, bei dem der Hausherr aufgrund eines Gefühlsausbruchs der Stieftochter heftigster Art, einen Schlaganfall erlitt. Sie beobachtet aufgewühlt, welche geballt geladene Energie ein Jahrelang verdrängtes Trauma an die Oberfläche zu schleudern vermag und hätte nie gedacht, dass außer den Seelenwunden im bösen Stiefsohn, offensichtlich auch ähnliche Katastrophenparameter in Gabi, seiner leiblichen Schwester, scheinbar ventillos und kaum kanalisiert angelegt waren. Zu ihr hatte sie bisher nie Sympathie entwickeln können, jedoch an diesem Abend sollte es sich finden, dass die junge Frau aufgewühlt und laut weinend wie ein Kind in den Armen Moulinas lag. Sich offensichtlich kurz vor dem Stoß in einen Abgrund fühlend, Trost suchte bei dem verständnisvollen Hausmädchen.

Wieder durch beinahe allein die Art Moulinas wachte Gabi, noch immer beinahe ausweglos in den Armen Moulinas sich befindend, aufgrund einiger treffender und tiefgehender von Moulina zu ihrem Herzen gesprochener Worte von einem Moement zum anderen, regelrecht auf in ihrer Fähigkeit, die Dinge um sie herum eigentlich und wieder eigentlich doch auch wirklich mal ganz anders sehen zu können.

Als würde jemand extra für sie, gerade dann, als sich die ohnehin schon angefüllte Ausweglosigkeit ihrer Seelenlage mit Panik zuzudecken drohte, die Gesetze des Lebens, das sie zuvor nie anders zu sehen gelernt hatte, neu umschreiben, wundersam neu, schien es Gabi bei einem neuen Blick in Moulinas wache Augen.

Der Preis dafür, zu sich selbst zu stehen und der Lohn dafür:
Die Protagonistin erlebt sich im Zuge ihrer Entwicklung selbst als eine Person, die sich ständig überall einmischt, ohne dies zu Beginn jedoch je beabsichtigt zu haben, doch wie nebenbei jeweils Dank besonderer Art erntet bei den Betroffenen. Diese Erkenntniserfahrung beginnt sie bewusst zu kultivieren in bester Herzensabsicht und -Überzeugung.
Doch darüber verliert sie jedoch ihren Tom, und für Moulina beginnt eine Zeit, in der sie selbst des Trostes und vieler Antworten auf neu geborene Fragen in ihr bedarf. Sie macht Höhen und Tiefen durch, verliert ihren Traum fast aus den Augen, doch weiß nicht, dass Carmen ihn für sie aufbewahrt hatte, nein sogar konsequent auf die Verwirklichung hinarbeitete: Carmen, die viele Briefe Moulinas gewissenhaft studiert hatte, begann sich im Laufe der Jahre ebenfalls irgendwann mit den Gesellschaftsfragen der Zeit und deren Aufgabenstellungen, und dies, aufgrund ihrer schwierigen Kindheitserfahrungen, sogar leidenschaftlich, zu beschäftigen und stellt der Freundin ihre Idee vor und holt sie somit zurück in ihre starke Mitte:

Der Traum von Moulina, zuerst auch in das Herz der Freundin eingepflanzt, um gemeinsam zu ernten:
Der Traum, die Idee: Coaching für Deutschland über das Medium Fernsehen, und dies, um den Zeigefingereffekt zu vermeiden, verpackt in einer Comedyserie auf hoch wissenschaftlichem Hintergrund mit jeweils aus dem Leben gegriffenen dreiminütigen Vorher-Nachher-Szenen.
Erklärtes hochedles Ziel: Soziales-Kompetenz-Training im nationalen Kollektiv, um am Besten Jedem in Deutschland mit einem Erziehungsauftrag jenes an die Hand zu geben, ohne das es in Sachen Bildung und wirtschaftlicher Fortschritt nicht effizient genug gehen mag: Die Fähingkeit nämlilch, die Anlagen und Talente der eigenen Kinder in kontinuierlich sozial kompetenter Weise zu fördern anstatt destruktiv und anstatt für die Wirtschaft kontraproduktiv. Um entsprechend der Individualität und der jeweiligen Begabungen, diese Menschen, die aufgrund gewissenhafter Anlagensichtung und -Förderung ihre Berufung zum Beruf machen konnten, in die Wirtschaft zu integrieren.

Heiratspläne, doch dann kommt es ganz anders:
Als ideal erweist sich bei diesem Vorhaben die Tatsache, dass der in den USA lebende Journalist und Bruder Carinas selbst Feuer und Flamme für diese Idee ist und während dieser Zeit Moulina vorgestellt wird...


Eingetragen am: 25.06.2008 von Ghost
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In meinem Roman spielen hauptsächlich, ein Mädchen aus Tahiti und ein deutsches Ehepaar mit. Das deutsche Ehepaar soll zunächst eine untergeordnete Rolle spielen und ich bin mir nicht sicher, wann und ich welcher Form es in den Roman mit eingreifen soll.

Das Ehepaar:
Geheiratet haben die beiden im Sommer 2007. Nicht aus Liebe, sondern weil sie schwanger war zu diesem Zeitpunkt und eine sehr konservative Umgebung die Hochzeit quasi erzwungen hat.
Das Baby aber sollte nicht zur Welt kommen, da die werdende Mutter schon zwei Monate nach der Hochzeit eine Schwangerschaftsvergiftung erlitten hatte. Das Baby starb und die Frau musste es auf die Welt bringen.
Eine Reise nach Tahiti sollte sie das böse Erlebnis vergessen machen, aber so wirklich funktioniert hat das nicht. Statt dessen sah sie nur das ganze Elend, wollte immer nur in die Elendsviertel und nicht an den Strand, um da zu helfen.
Zu Hause angekommen fiel die Frau in ein tiefes Loch, bekam Depressionen und fand keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Der Versuch, erneut schwanger zu werden scheiterte immer wieder und die Frau und der Mann lebten sich immer weiter auseinander. Das führte sogar so weit, dass er ihr erzählte, dass er auf Geschäftsreise sei, in Wirklichkeit war er aber wieder in Tahiti und gab dort den typischen Sextouristen. Besonders ein junges Mädchen hatte es ihm angetan. Fast täglich war er bei ihr und genoss das auch.
Doch irgendwann wachte der Mann auf. Er suchte das Mädchen erneut auf, doch diesmal um zu reden. So erfuhr er ihre Lebensgeschichte (Lebenslauf des Mädchens) und fasste den Entschluss, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.
Er nahm mit Hilfe einer Hilfsorganisation das Mädchen mit nach Deutschland, wo seine Frau sofort die liebende Mutter gab und sich rührend um das Mädchen kümmerte. Es stellte sich ein fast normales Familienleben ein und die Situation zwischen den Eheleuten wurde immer entspannter.
Eventuell wird die Frau zum Ende der ganzen Geschichte noch auf normalem Weg schwanger und bekommt dieses Kind diesmal auch wirklich.

Das tahitiansiche Mädchen
Geboren wurde sie im März 1988. Zu Hause, mit Hilfe einer alten Frau, welche sich als Hebamme für arme Leute etwas verdiente.
Das Mädchen selber wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Der Vater war Tagelöhner und die Mutter verdiente sich hier und da mit Gelegenheiten (Hure) etwas dazu.
Im Jahr 2000 geriet ihr Vater in eine Schieserei und starb dabei. Mutter und Tochter waren nun auf sich allein gestellt.
Die Mutter fand einen Zuhälter, der ein Bordell besitzt. Mutter und Tochter zogen dort ein und die Mutter befriedigte die Männer nun täglich und fast ständig. Das Mädchen hatte zwar ein Dach über dem Kopf, musste aber im Hintergrund bleiben und durfte sich kaum zeigen. Dazu kam, dass der Bordellbesitzer auch sie zu gern als Hure eingesetzt hätte, ihre Mutter das aber immer erfolgreich verhindern konnte.
Die Mutter wurde eines Tages von einem Freier ermordet. Wohl mehr aus Versehen, da er Würgespielchen mit ihr gemacht hatte, aber die Mutter war tot und das Mädchen stand nun ganz allein auf der Welt. Der Bordellbesitzer setzte sie auf die Straße und somit war sie eines der „Straßenkinder“ geworden.
Das Essen stahl sie sich zusammen und schlenderte ansonsten auf den Märkten in der Menschenmenge herum und versucht durch kleine Dienste etwas Geld zu verdienen. Auf diese Weise lernte sie auch eine Frau kennen, die ihr von Anfang an recht nett erschien. Sie lies sich von dem Mädchen die Taschen nach Hause tragen und stellte sie dann als „Kindersklavin“ ein.
Für das Mädchen begann eine harte Zeit. Sie durfte zwar mit den Kinder der Familie zur Schule gehen, hatte aber nicht viel Zeit zu lernen. Denn schon morgens musste sie lang vor der Familie aufstehen, um Wasser zu holen und das Frühstück vorzubereiten. Selbst die Kinder betrachteten sie als ihren Besitz und ließen sich immer die Bücher von ihr tragen.
Nach der Schule ging es mit der ganzen Hausarbeit weiter. Schlafen durfte sie unter dem Küchentisch, unter den sie sich immer zu verkriechen hatte, wenn ihre Arbeit erledigt war.
Eines Tages begann der Vater der Familie sie anzufassen. Es blieb zunächst bei den Berührungen, aber eins führte zum anderen und schon wurde sie zum ersten Mal vergewaltigt. Doch bei diesem einen Mal blieb es nicht. Fast zwei mal in der Woche musste sie nun auch die Liebessklavin des Hausherren spielen.
Es kam, wie es kommen musste. Das Mädchen wurde schwanger, verschwieg das aber. Doch irgendwann wurde es ja doch sichtbar und kaum war es raus, kam auch schon ein anderes Straßenmädchen ins Haus, welches sie in die Arbeit einweisen musste. Sobald sie sich dann aber nicht mehr bewegen konnte und die Schwangerschaft für ihre Arbeit immer hinderlicher wurde, wurde sie auf die Straße gesetzt.
Wieder stahl sie sich ihr Essen zusammen und wurde dabei wieder von einer nett aussehenden Frau angesprochen. Diese strich ihr liebevoll über den Bauch und nahm sie mit, um sie in ein Heim zu führen, in dem andere Mädchen waren, denen es ähnlich wie ihr ergangen war. Das Mädchen fühlte sich wohl in der Gesellschaft der anderen.
Aber der Schein trog. Dieses „Heim“ war nichts weiter als das Hauptquartier eines Kinderhändlerringes. Dem Mädchen wurde das Kind gleich nach der Geburt weg genommen. Dann wurde ihr eine kurze Phase der Erholung gegönnt schon fand sie sich in einem Bordell wieder. Sie wurde an einen Zuhändler für billiges Geld verkauft und musste dieses Geld nun als Prostituierte wieder einarbeiten. Da sie sich aber weigerte, wurde sie mit Drogen gefügig gemacht. So wurde sie nach und nach auch abhängig, da sie ohne dieses Zeug nicht in der Lage war, sich den Männern hinzugeben. Und schon war sie gezwungen täglich mehr Männer abzufertigen, da sie ja nun auch die Drogen finanzieren musste.
Der Mann, welcher vor seiner Frau nach Tahiti geflüchtet war, kam nun täglich zu ihr. Zunächst war er ein ganz normaler Freier, der recht harmlose Wünsche hatte. Doch eines Tage wollte er einfach nur mit ihr reden. Sie hatte Deutsch gelernt, da sie täglich mindestens einen deutschen Kunden hatte und konnte dem netten Mann so ihre Lebensgeschichte erzählen.
Um so größer war ihr Erstaunen, als dieser Mann eines Tages mit einer Frau und einem Mann in das Bordell kam und sie mitnehmen wollte. Der Bordellbesitzer schmiss sie förmlich raus und so blieb ihr nichts anderes übrig, als mit diesem Mann mitzugehen.
In Deutschland beginnt ein vollkommen neues Leben für sie. Nach der Entziehungskur wohnt sie dann bei dem Ehepaar zu Hause. Die Frau ist sofort wie eine Mutter zu ihr und schon bald sind die beiden die besten Freundinnen.
Das Mädchen geht nun zur Schule und lernt fleißig. Schon bald hat sie ihre Wissenslücken gefüllt und ist die Klassenbeste.
Nach der Schule macht sie dann eine Ausbildung zur Krankenschwester und geht voll in diesem Beruf auf.
Schon während der Ausbildung engagiert sich das Mädchen für Wohltätigkeitsvereine. Sie hat beschlossen, all das Gute, was ihr widerfahren ist, auf ihre Art weiter zu geben.
Später kehrt sie in ihre Heimat zurück und gründet ein Heim, in dem sie Straßenkinder aufnimmt. Diese gehen dann zur Schule und führen ein kindliches Leben. So lang, bis sie auch nach Deutschland oder andere Länder adoptiert werden.


Kommentar von Lillilu

Hallo Ghost, ich habe mit Interesse diesen Lebenslauf gelesen! Bald bist du ja wieder in den laufenden Kapiteln, schön! Bei der Geschichte über deine Protagonistin finde ich es wichtig, dass du genügend Raum dem Teil ihres Lebens gibst, in dem sie dieses Heim für Straßenkinder führt. Sonst ist es eine von diesen vielen Sex and Crime-Geschichten, die nur zu gerne den Voyerismus der Leser bedienen. Was jetzt den Eintritt des deutschen Ehepaares in die Geschichte betrifft fällt mir auch nichts ein - dabei ist dies die Wende in deinem Roman und somit sehr wichtig. Aber ich glaube es gibt genügend wohlhabende ältere Leute in unserem Land, die gerne helfen würden. Vielleicht gründen diese Deutschen ja eine Hilfsorganisation für Frauen in Not? Das müsstest du nicht in aller Ausführlichkeit beschreiben, weil ja dein Fokus auf dem Mädchen liegt. Wie wirst du sie übrigens nennen? Ein Name ist immer total wichtig! Ich drücke dir die Daumen. LG Lillilu

Eingetragen am: 01.07.2008

Eingetragen am: 24.06.2008 von Bullerdiek
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ROMAN IN EINEM JAHR

Kapitel 19, Übung 10:

„Schreiben Sie für Ihre Hauptfigur einen Lebenslauf“.

Lebenslauf der Hauptperson meines Romans ( für einen Freund oder für einen Psychotherapeuten, nicht für eine Bewerbung usw.)

Mein Name ist Hans Blechle. Ich bin am 14. Januar 1940 als Sohn des Buchhalters Karl Blechle und dessen Ehefrau Mechthild geb. Schindler in Karlsruhe geboren. Ich bin evangelisch. Mein Vater ist in einem hiesigen Automobilgeschäft beschäftigt . Während des Krieges verlor er seinen linken Arm, und auch sonst ist er gesundheitlich stark beeinträchtigt (zu 25 % Invalide). Dadurch ist er im beruflichen Leben benachteiligt, und er war längere Zeit arbeitslos bzw. nebenerwerbsbeschäftigt. Meine Mutter ist Hausfrau, hat vor ihrer Ehe eine Lehre in einem Bäckereifachgeschäft gemacht und dort mehrere Jahre gearbeitet.

Das ganz Bestreben meiner Eltern zielt darauf ab, dass ich eine gute Schul- und Berufsausbildung bekomme und dass ich es einmal besser haben werde als sie. Leider habe ich ihnen bis jetzt nur wenig Freude gemacht:
Zuerst, nach der vierten Grundschulklasse, hat es schon mit der Aufnahmeprüfung ins Gymnasium nicht geklappt. Andere, die zuvor eigentlich schlechtere Schüler gewesen waren, sind durchgekommen, ich nicht. Das war eine große Schande für mich und meine Eltern. Von allen wurden wir angesprochen, . Wir wollten schon nicht mehr aus dem Haus gehen. Seither, hasse ich die Schule. Und dass ich mich mit meinen Eltern so schlecht verstehe, hängt auch damit zusammen, glaube ich.
Ein Jahr später hat es zwar dann geklappt mit der Aufnahmeprüfung. Aber ich hatte eigentlich immer Schwierigkeiten in der Schule, und niemals war es schön:, niemals hatte ich eine Freude. Von Anfang an, eigentlich, gab es Schwierigkeiten bei der Versetzung, meistens in Mathe ( obgleich ich Mathe manchmal richtig interessant finde !) und in den Naturwissenschaften. Obwohl: Manchmal habe ich gute Einfälle oder sogar sehr gute, sagen die Lehrer. Und einige Male habe ich sogar schon eine Eins bekommen, weil ich Sachen wusste, oder weil mir Sachen eingefallen waren, für die die Anderen sich bis jetzt noch niemals interessiert hatten. Dann war ich für kurze Zeit der Größte. Aber das war bald vergessen, und jedes Jahr drohte mir das Sitzenbleiben.
Das Problem ist, glaube ich, das ich mich nicht lange konzentrieren kann, auf eine Sache oder
eine Frage, zu Hause, wenn ich Schulaufgaben mache zum Beispiel, oder eben auch während des Unterrichts. Woran ich dann denke? Ich weiß es eigentlich selbst nicht so genau. Es zerfließt immer so und schwimmt dann weg ins Undeutliche. Und danach weiß ich es gar nicht mehr, was es eigentlich gewesen ist, ob überhaupt etwas gewesen ist. Oder ich denke immer noch über eine Sache, über ein Problem, das die Anderen schon längst verlassen haben, zum Beispiel über den Satz eines Gedichtes, der mir vorher in der Deutschstunde so gut gefallen hat oder den ich nicht verstanden habe, oder über eine Beweisführung in Mathe, die ich nicht verstanden habe. Das geht mir immer so nach. Das geht mir alles viel zu schnell, und ich bin ja so langsam.
Einige Lehrer und mein Vater schreien mich dann an, wenn ich so träume und „nicht bei der Sache bin“, wie sie meinen. Und mein Vater hat mich auch schon geschlagen, weil er ganz verzweifelt ist. Aber so einfach ist es nicht, wie die meinen: Ich will mich schon konzentrieren auf das, was wichtig ist. Aber es gelingt mir nicht. Und wer weiß denn schon so genau, was wichtig ist? Ich spüre genau, dass das, was in mir Fragen stellt, wichtiger ist, als das, was gerade gesagt wird!
Meine liebste Freizeitbeschäftigung ist das Lesen, das :Lesen von Büchern, die die Fragen stellen, die auch mich quälen, und einige auch davon so beantworten, dass auch ich sie verstehe und einigermaßen damit leben kann.. Das sind aber fast nie die Bücher, die ich für die Schule lesen muss. Oft lese ich abends, manchmal bis weit in die Nacht. Meine Eltern wollen das nicht, und sie nehmen mir die Bücher weg, wenn sie es merken. Aber meine Lieblingsautoren sind mir wie Freunde, eigentlich die einzigen, außer Karl vielleicht. Am liebsten sind mir die Bücher und die Autoren, die über Probleme schreiben und die Probleme habe, die auch ich habe in Wirklichkeit.. So zum Beispiel die Erzählungen und „Buddenbrooks“ von Thomas Mann, die Jugenderinnerungen und der „Steppenwolf“ von Hermann Hesse oder Ernst Wiechert. Sehr gerne lese ich auch philosophische Texte, die einfacher geschrieben sind, zum Beispiel „Also sprach Zarathustra“ von Nietzsche oder Gabriel Marcel.. Einiges davon versuche ich dann aufzuschreiben, in mein Tagebuch oder sonstwohin. Einige dieser Gedanken bringe ich dann auch in meinen Schulaufsätzen, und unser Deutschlehrer findet die dann meistens sogar interessant. Einige Male habe ich sogar den besten Aufsatz geschrieben..Aber manchmal ist es auch dem Deutschlehrer einfach zu viel: Ich grüble zu lange und unsystematisch am Thema herum. Zuerst komme ich nicht vom Fleck. Werde immer nervöser. Plötzlich ist die Zeit sehr knapp geworden. Ich gerate in Panik und schreibe wild darauf los. Am Ende liefere ich, meistens in der „Nachspielzeit“, ein Chaos von Gedanken und Blättern ab und bekomme selbst im Aufsatz, meinem Lieblingsgebiet, eine Fünf.
Ich habe heute, 1958, keine Hoffnung mehr, dass ich die Versetzung in die Unterprima noch schaffe und später vielleicht sogar das Abitur und dass überhaupt irgendwann was aus mir wird. Ich weiß momentan wirklich nicht, wie es weitergehen soll. Ein zweites Mal könnte ich die Klasse nicht wiederholen. Und für mein Berufsleben sehe ich schwarz, ganz schwarz: Vor einigen Wochen, als die Lehrer meinem Vater reinen Wein eingeschenkt hatten, ging mein Vater mit mir zu einem befreundeten Buchhändler ( weil ich ja gerne lese; auf dem ganzen, recht langen Weg, wir sind eigentlich, soweit ich mich erinnere, zum ersten mal so lange nebeneinander gegangen, sprach er kein einziges Wort!).. Am Ende aber, sagte der Buchhändler meinem Vater ab, so freundlich, wie es gerade noch ging: Als Lehrling wäre ich
wohl überhaupt nicht in Frage gekommen, viel zu schlecht waren meine Zeugnisse und mein Gesamteindruck!
Ich stehe ängstlich vor einem langen, dunklen Tunnel. Ich weiß nicht, wie es darinnen weitergeht. Ich weiß nicht, ob der Tunnel ein Ende hat, und welches Ende.das sein könnte. Und ein Leben danach, in einer Zukunft, in der einmal etwas klappen könnte, etwas Wichtiges, kann ich mir heute überhaupt nicht vorstellen.
An der zweiten Stelle bei meinen Freizeitinteressen, nach dem Lesen, kommt der Fußball. Fast hätte ich es vergessen! Seit zwei Jahren spiele ich hier in den Jugendmannschaften des hiesigen, örtlichen Vereins, zuerst in der B- und seit Beginn der neuen Saison in der A-Jugend. Das heißt : Ich spiele eigentlich nur sehr selten. Notgedrungen haben sie mich genommen, eher als Auswechsel- denn als Stammspieler. Und das verdanke ich Karl ( überall bekannt als „Charlie“; im Gegensatz zu mir überall ein Star: in der Schule, bei den Mädchen und eben auch beim Fußball; sogar ein Oberliga-Verein hat sich schon für ihn interessiert) Sie haben „Charlie“ überhaupt nur . bekommen, weil sie mich gleich mitgenommen haben.
Beim Fußball hilft mir Karl Auch in der Schule, auf dem Schulhof und in der Gruppe. Die Anderen müssen mich wohl oder übel zur Kenntnis nehmen, wenn sie mit ihm etwas zu tun haben wollen. Und das will fast jeder. Und Karl hält fast immer und überall zu mir, ich weiß selbst nicht genau warum, obgleich das bestimmt nicht immer einfach für ihn ist.
Und Karl ist jetzt meine einzige Hoffnung. Ich wollte, er wäre mein Freund. .


Eingetragen am: 18.06.2008 von scacha
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Majo

Düsseldorf. Majo wuchs in einem weiß gleißenden Altbau in irgendeinem Teil Düsseldorfs auf, in dem Viertel war es still, aber auch etwas bunt, heruntergekommen und großstädtisch, doch von ehrwürdigen Häusern mit Stuckschmuck durchsetzt, durchkräuselt, wirr, voll lauter Vögel, manchmal Straßenbahngebimmel, moderne Autos und so weiter. Das normale Haus, in dem Majo wohnte, stand in einer normalen Straße und an einem normalen Park.
Oben in der dritten Etage war ein normaler kleiner Verlag beheimatet. Majo wohnte mit den Eltern im Erdgeschoss. Majo ... die Eltern hatten bald das Gefühl, dass mit Majo was sei. Es zeigte sich dadurch, dass ihre Hoffnung schrumpfte und schließlich unsichtbar geworden war, dass aus dem tollen Kind etwas noch Tolleres werden könnte als aus den Eltern, ein wahr werdender Traum ... Unsichtbar harrte die Hoffnung irgendwo wie sirrende Luft. Egal. Majo keuchte dem entgegen. Schüttelte sich. Majo hatte einen Sehfehler, das eine Auge kullerte nach oben, das andere manchmal nach rechts, manchmal sah es auch konzentriert nach vorn. Sie spielte meistens für sich. Im Park. Mit den pinkfarbenen Blüten des Hagebuttenbuschs. Mit den getrockneten Blättern auf der sehr ausgedünnten Wiese unter den Platanen. Mit einem Ball, der auf die Straße rollte und den sie wiederholte. Und manchmal sah sie hoch zum dritten Stock. Dahinter war der Verlag. Da wurden Bücher gemacht. Manchmal sah ein Gesicht hinunter, still, etwas grau und bleich hinter der Milchscheibe und immer sehr ernst, schon durch die Kopfhaltung, das Herabblicken. Ein Frauengesicht. Majo hatte eine ältere Schwester und eine jüngere. Die beiden hatten aber vielmehr untereinander, als sie mit ihrer mittleren SChwester hatten. Die Eltern kümmerten sich mehr um Majo, und es war ein wenig so, als sei sie ein Einzelkind. Kümmern im Sinne von Brot schmieren, mit weicher Stimme auf sie einreden, geduldig-genervt das Normale beizubringen versuchen, dem Alter anzupassen. Majo ging in den Kindergarten, aber blieb immer für sich. Sie ging in die Schule und blieb für sich, es war nicht ihre Leistung, die Lehrer und Mitschüler sie ausgrenzen ließ, es war ihr Einzelgängertum, ihr "Asozialsein". Sie ging auf die Hauptschule, nicht wie die andern aufs Gymnasium. Ihre Noten waren immer okay. Eine besondere Beziehung baute sie eine zeitlang zu einer Deutschlehrerin auf. Das ging nicht mal um Noten, da blieb sie durchschnittlich. Aber es war so eine Art sozialer Kontakt, der anderthalb Jahre währte. Es war auch kein enger Kontakt, aber Freundschaft konnte man es schon nennen. Und dann war sie 16, und dann passierte, was in dem Roman passiert.

Zur Hauptschule musste sie immer mit der Bahn fahren, 8 Stationen, Heideweg, Krautweg, Sanddornweg, Margeritenring, Elisabeth-von-Hildegard-Schleuse, Krümelstraße, Mondweg, Blütenring. Oder so ähnlich. Sie wusste immer nur wegen des Gebäudes, wo sie aussteigen musste.

Sie war getauft, evangelisch, in der ... Rosenkirche. Wildrosenkirche. Die Familie ging nicht oft in die Kirche, aber doch ab und zu.

Ihr Lieblingstun war: beim Regen barfuss hinauszurennen, das T-Shirt durchnässt auf der Haut zu spüren, wie die Tropfen sich den Weg durch die Gänsehautkrater bahnten oder glatt runterregneten, wenn es warm genug war.

Und auf den Treppenstufen zu sitzen oben auf der zweiten Hälfte vom zweiten zum dritten STock. Die Stufen knarren dort, und sie musste verdammt aufpassen: Wenn sich eine Tür öffnete, musste sie sofort verschwinden. Das halb wachsame Warten da oben, ganz dicht vor der Tür. Gemurmelte Stimmen dahinter zu hören, die man nicht verstand. Tastaturtippen oder Telefonklingeln. Oder den Kopierer. Draußen ging die Sonne unter, es wurde dämmrig, dämmriger, und sie saß noch dort... bald käme sie heraus, die Frau, die Frau von hinter der Scheibe, Frau Liebenstein. Majo kam es so vor, als wäre Liebenstein der Name eines Vogels. Liebenstein stand unten an der Klinke, und der Vogel wohnte oben mit dem grauen Hinterscheibenfrauengesicht. Nur sie hatte ihn noch nie gehört...

Sie hatte Ringelstrümpfe. Sie zog immer welche mit verschiedenen Farben an. Ihre Mutter wusste nicht, ob die Tochter das nicht sah? War sie farbenblind? Rotgrünschwäche?

Majo lernte kein Instrument. Sie versuchte es und weinte viel. Leider war sie nicht begabt genug. Das sah die Mutter bald. Die Leihinstrumente gingen zurück. Ein bisschen war das Rache von der Mutter, wer ihr nichts gab, bekam auch nichts. Majo musste in den Park rennen, wenn die Schwestern spielen (Klavier, Saxophon). Sich in den pinkfarbenen Blüten der Heckenrosen verstecken.

Sie zerbrach natürlich oft Dinge, weil sie sie nicht richtig orten konnte... aber auch, weil ihre Hände oft wehtaten. Sie wusste nicht warum. Und sonst wusste es keiner, wieso sollte man das vermuten, dass Hände wehtun.

Sie hörte gern Musik im Radio. Sie hatte ein kleines eigenes.

Sie liebte Tiere.

Sie liebte die Dschungelmalerei auf ihrem SChulranzen und hatte ihn, bis sie sechzehn war.

Geburtsdatum: 13. März 1989. In Düsseldorf.
Lieblingsfächer: Biologie, Deutsch.

Zukunftsträume: Himmel mit Wolken.


Kommentar von scacha

Hallo Velarani, danke für Deinen Kommentar! Für meine Thriller-Idee bräuchte ich noch Monate zum Recherchieren, deshalb habe ich hier erst mal eine andere Idee genommen ... Liebe Grüße!

Eingetragen am: 21.06.2008

Kommentar von Velarani

Gefällt mir sehr gut. Sehr poetisch, sehr ungewöhnlich, sehr schöne Sprache ("Hinterscheibenfrauengesicht")! Toll gemacht! Und was hat das mit deiner Romanidee zu tun? Oder hast du eine neue? Bin gespannt! LG Velarani

Eingetragen am: 19.06.2008

Eingetragen am: 13.06.2008 von Anninka
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Hier ist der zweite Teil des Lebenslaufs meiner Hauptfigur Darcy Lee. Und eigentlich möchte ich auch nur wissen: Ist es Schrott oder nicht? Also, ich würde mich sehr über Kommentare freuen, da ich mir an vielen Stellen nicht sicher bin.

Nachdem Darcy aus der Entzugsklinik gekommen war hatte sie der Ehrgeiz gepackt. Sie wollte ihrem Ex-Freund zeigen wie erfolgreich ihr Leben ohne ihn, abseits von aller Illegalität sein könnte. Mit 19 Jahren machte sie ihr Abitur und bewarb sich für ein Stipendium, sodass sie für ein halbes Jahr nach China konnte. Dort lernte sie einige Christen kennen, die ihr von den Leiden der Verfolgung berichteten. Darcy war schockiert und nahm sich vor für die Menschenrechte in China zu kämpfen. Als sie wieder zurück nach London ging schrieb sie sich an einer Universität ein, um Dolmetscherin zu werden. Dann wollte sie in China Fuß fassen und mithilfe ihres Berufes Kontakte zu höheren Rängen knüpfen, bei denen sie sich für ihr Ziel einsetzen wollte. Darcy war die ehrgeizigste Schülerin und zudem sehr begabt. Ihr Plan schien unrealistisch, doch sie war bereit dafür zu kämpfen. Während des Studiums lernte sie die zwei Jahre ältere Sarah Smith kennen. Die beiden Frauen wurden sehr gute Freundinnen. Nach einem Jahr verliebte Darcy sich erneut in Steve Meyer. Sie wurden ein Paar und er bot ihr einen Job an, der spannend und gut bezahlt wäre. Als Darcy nach näheren Informationen fragte und erfuhr, dass die Arbeit auch gefährlich ist und mehr als nur ein weiterer Nebenjob (sie arbeitete bereits in einem Café, einer Disco und als Nachhilfelehrerin), wollte sie ablehnen, um ihre Pläne für China nicht zu gefährden, doch Steve zeigte sich verletzt, indem er ihr mehrmals sagte: „Du liebst mich nicht, würdest Du mich lieben, hättest Du angenommen.“ Weil die Beziehung ihr wichtiger war als ihre eigenen Pläne und Vorstellungen, nahm Darcy an und war damit in der I.S.O. als Schmugglerin. Ihre Aufgabe war es Drogen, Geld, Informationen und anderes für die Highsociety zu schmuggeln, zum Beispiel für It-Girls, Manager, Schauspieler und Musiker. Sie musste ihr Studium abbrechen und wurde selbst zum It-Girl gemacht. Sie bekam eine Stilistin und eine Menge neuer Sachen zum Anziehen, sowie Schmuck. Dann musste sie sich in den angesagtesten Clubs zeigen, während Vertreter der Organisation in allen möglichen Boulevardzeitschriften Positives über sie berichteten. Bald war sie gegen ihren Willen zum Star geworden. Sarah stand ihr immer noch zur Seite, obwohl sie absolut gegen die I.S.O. war. Dadurch wurden die beiden Frauen beste Freundinnen. Darcy war Sarah, die ihr Studium weiterführte, zutiefst dankbar und froh, dass sie alles erzählen konnte, was sie auch tat. Das war natürlich für die I.S.O. nicht von Vorteil, da sie ja weiterhin verdeckt bleiben wollte, doch zu Beginn wussten Darcys Kollegen und Vorgesetzte noch nicht von Sarah. Bald beendete Steve die Beziehung und Darcy entschied sich auf eindringliches Bitten ihrer Familie (die nur wusste, dass sie irgendetwas Illegales tat) und Sarahs aus der I.S.O. auszutreten, doch darauf folgte eine Morddrohung. Darcy war nun gezwungen in der Organisation zu bleiben. Bald darauf bekam sie eine neue Vorgesetzte: Amy Stone. Darcy und Amy wurden Freundinnen und Darcy bekam wieder etwas Freude an der Arbeit, zu der man sie zwang, zumal sie das Gefährliche liebte. Ein weiterer Freund, Gabriel Miller (50), der sie vor dem Beitritt zur Organisation gewarnt hatte, obwohl er selbst darin tätig war, gab ihr das Gefühl zu einer Familie zu gehören, zu einer Gemeinschaft, in der gilt: Einer für alle, alle für einen! Sie begann nach dem Prinzip „einer für alle“ zu leben, doch das „alle für einen“ bekam sie selten zu spüren. Dennoch tat sie nach einer Weile alles für die I.S.O. Das Gefühl eine Sklavin, ja eine Hure der Organisation zu sein wurde sie trotzdem nicht los, doch sie verdrängte es. Langsam kam Routine in ihre Arbeit, bis…

Lebenslauf
1994-Geburt
2004-Mutter verlässt die Familie, Umzug nach Cambridge
2005- Ende der Depression
2011- Drogen, Freund Drogendealer
2012- Entzug
2013-Abitur, halbes Jahr in China
2014- Studium, Freundin Sarah
2015-Beitritt zur I.S.O.
2016- Steve verlässt sie, Arbeit wird Pflicht
2017- Beginn des Buchs


Eingetragen am: 13.06.2008 von Michelle Mancini
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Hauptfiguren :

Name : Ginevra Capecchi , heißblütige Halbitalienerin ( mehrere Filme gedreht)
Model und Filmschauspielerin , 1985 gelingt ihr im Alter von 21 Jahren der Durchbruch im Filmgeschäft in Hollywood ,
so das sie Hals über Kopf, dafür ihr Studium in Italien abbricht.
Sie wird auf einem Wochenendtrip ,( den ihr langjähriger Freund , Ettore Vendesso ihr zur Verlobung geschenkt hat.... sie verreist allein. )
in Hollywood , von einem Agenten angesprochen , der sehr lange Zeit , nach einer Frau , mit ihrem perfekten Aussehen gesucht hat.
Für eine Erstausstrahlung eines Filmes, der von einer armen Italienerin handelt, die in der Ferne ihr Glück findet.

Ohne Casting und ohne Vorkenntnisse , steigt sie zum Superstar der Filmbranche auf und lebt von nun an , im oberflächlichen Hollywood, wo sie sich auch wohlfühlt.

Größe :1,84m

Gewicht : 64 gut verteilte und vom täglichen Joggen am Strand, durchtrainierte Kilo, ein zart gebräuntes Puppengesicht, mit einem vollen Schmollmund.

Geburtsort : Sizilien auf Lipari

Haarfarbe: sehr lang und schwarz , wie die düstere Nacht und doch glänzend durch die vielen und unzähligen Haarkuren .
Augenfarbe: die Augenfarbe gleicht flüssigem Teer, in denen kleine grüne Teufelchen tanzen.



Physische Besonderheiten: Ginevra möchte nicht viel, sondern sie will alles und hat es bisher auch immer bekommen.

Ihre rothaarige , sommersprossige Mutter Grace , ausgestattet mit katzengrünen Augen , ist in Irland geboren und ihr Vater Edoardo ist Italiener.

Ihren sturen Dickkopf, hat sie wohl von ihrer Mutter vererbt bekommen , denn ihr Vater ,richtet sich nur nach der Stimme seines Herzens.
Seitdem sie eine berühmte Schauspielerin ist , ist sie streitlustig , oft zornig und zickig.
Ginevra scheint Körperlich makellos, gleicht einer faszinierenden Leinwandgöttin , mit ihrem knackigen Po und dem wohlgeformten Busen.
Sie ist durch ihre Schönheit, vom Leben verwöhnt.



Gesten beim Reden: Sie fuchtelt mit den Händen beim reden , als vertreibe sie böse Geister und ihre Stimme klingt viel zu laut und auch ein wenig heiser, als sei sie eine starke Raucherin.
Beim Gespräch , haftet ihr intensiver Bick, immer an ihrem Gesprächspartner und fixiert ihn durchgehend, wodurch sich so manch einer unsicher fühlt.


Erziehung: Ginevra ist noch nie gern zur Schule gegangen und war deshalb auch nicht sonderlich gut.
Sie mochte nur die gutaussehenden Lehrer und hat sich auch gleich den zehn Jahre Älteren Ettore Vendesso geangelt, anstatt zu lernen.
Kinder mochte sie nie, sie beabsichtigte stets nur , begehrt zu werden.
Ginevra besitzt keine Freundinnen , ihr kleiner Freundeskreis besteht nur aus italienischen Männern und ausländischen Urlaubern( mit denen sie oft auch ein Verhältnis beginnt) , die nach kurzer Zeit, wieder abreisen.

schwächster Körperzug: Sie kann keinem schönen Mann wiederstehen.

Am 21. Mai reist sie unwillig, für ein wichtiges Fotoshooting nach Rußland ( Für eine Anti- Pelz- Kampagne ,obwohl sie gerne sündhaft teure Pelze trägt und jegliche Art von Tieren hasst)
(sie ist International für Fotoshootings tätig und hat ihren Verlobten schon lange nicht mehr in Italien besucht)

Eines Morgen erwacht sie und verspürt unbegründete Angst.
Ginevra weiß nicht , woher diese Furcht stammt, jedoch spürt sie eine unerklärliche Angst, das dieses wunderbare Leben , mit seinem ganzen Wohlstand, eines Tages vorbei sein könnte und sie zurück in ihre Heimat Italien muss.
Dort wo auch Ettore Vendesso , mit Hochzeitsplänen , auf sie wartet.



Hauptperson 2 :

Jegor ist 1,75 m groß , wiegt 75 Kilo, stottert extrem und in seinem breiten Gesicht, sitzt eine etwas zu klobige Nase.

Er haßt die ganze Menschheit für das , was man ihm Jahrelang angetan hat.
Jegor ist nicht mal klar, ob er wirklich Russe , oder in einem anderen Land geboren ist.
Seine dichten Haare , zeigen die Farben , einer ausgewachsenen Natter und die schmalen Augen , besitzen den intensiven Farbton einer Kornblumenblüte , durchzogen von einem matten blau und sind umrahmt von dichten dunkelbraunen Augenbrauen.
Er liebt Schlittenhunde, die er aus den Bilderbüchern ,der Klinikbibliothek in der Psychiatrie kennt .

Hund sind treu, Menschen nicht.

Er kennt seine Eltern nicht, da er in einem Kinderheim in Rußland aufgewachsen ist.
Warum er dort gelandet ist, wird er niemals erfahren , denn es gibt weder Unterlagen noch einen Hinweis darauf, wer seine leiblichen Eltern sind.

Jegor ist oft ausgebüxt , um den harten Klinikvorschriften zu entfliehen, doch man versucht immer wieder , ihm in das Heimkollektiv einzufügen.
Er besitzt allgemeine Schwierigkeiten sich anzupassen und unterzuordnen, er ist ein Rebell.
Ein Rebell , der gebrochen wurde , indem man ihn mehrmals , aus disziplinarischen Gründen in psychiatrische Kliniken steckte , um ihn mit starken Medikamenten ruhigzustellen, so das er endlich willenlos ,in das System eigegliedert werden konnte.
Niemand von dem unqualifizierten Personal , kann Jegor auf das Leben , nach dem Heim vorbeiten .

Als er erwachsen und endlich volljährig ist , lernt er auf der Strasse , die Obdachlose und Kokainabhängige Joy aus Deutschland kennen und zeugt mit ihr ungewollt ein Kind, das behindert zur Welt kommt.
Jegor spürt zum ersten Male in seinem Leben , was wahre Liebe ist- seinem kranken Sohn Paul gegenüber.
Doch er sieht sie beide vorerst nie wieder.


Der schwierige Jegor entschließt sich, dieser enttäuschenden Welt den Rücken zu kehren und plant eine lange Reise ohne Rückkehr , in die Antarktis, dort möchte er Schlittenhunde züchten .

Das Schicksal beabsichtigt , das die Wege zwischen den absolut Grundverschiedenen Jegor Voskresenskij und Ginevra Capecchi sich ein einziges Mal kreuzen und es geschieht etwas ungewöhnliches:

Ginevra Capecchi verliebt sich in den abweisenden und keineswegs schönen Jegor.

Kurz vor dem Antritt seiner Reise in die Antaktis, erhält Jegor Post, von Joy aus Deutschland, sein Sohn Paul ist Sterbenskrank, hat Chronische lymphatische Leukämie (CLL) und benötigt eine Knochenmarktransplantation von seinem Vater.

Obwohl sie bereits mit Ettore Vendesso aus Italien verlobt ist und nicht wirklich weiss , ob sie Jegor so sehr liebt das sie auf Ruhm , Sonne und ihren Beruf verzichten kann , folgt sie ihm in die kalte Antarktis .
Ebenso ist unklar, ob Jegor sie liebt, denn er kann keine ehrlichen Gefühle zeigen und das ist Ginevras Lebensinhalt.

Sie hat bisher alles bekommen , was sie wollte und nun will sie Jegor , so ist sie bereit , den lebenswichtigen Brief von Joy ,zu unterschlagen .

Ginevra ist nach Monaten in der kalten Antarktis totunglücklich und entschließt sich nach einiger Zeit, wieder abzureisen , um ihrer Leidenschaft im oberflächlichen Hollywood wieder nachzugehen - der Schauspielerei.

Dann geschieht das Unfassbare...
Jedors Hund fällt über sie her und zerstört mit seinen scharfen Zähnen, ihr schönes Gesicht.
Während die verwischten Spuren der Vergangenheit , Ginevra ebenso unbarmherzig einholen.

Jegor findet den unterschlagenen Brief.

Die grausame Wahrheit , die den 34 Jährigen Jegor Voskresenskij von nun an widerfährt , hat Ginevra niemals gewollt .
Beide befinden sich nun in der Antarktis, vor einem riesigen Scherbenhaufen, aus miesen Lügen , stiller Verachtung, Lieblosigkeit, Hass und Trauer .
Erst als das Flugzeug, das sie nach Russland zurückbringt abstürzt und Jegor sein Augenlicht dabei verliert, erkennt Ginevra ,den wirklichen Sinn , ihres Daseins.


Kommentar von Lisa Becker

ein paar Eindrücke: herrlich temperamentvoll! wunderbar mitreißend zu lesen, verlangt danach, an der Oberfläche aufgerissen zu werden, um Tiefe zu entdecken in ihren verschiedenen Facetten. Tiefe und Konsequenzen... Liebe Grüße Lisa Becker

Eingetragen am: 14.07.2008

Eingetragen am: 13.06.2008 von Lars W.
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13225

Ich setze hier nur den Lebenslauf einer Hauptperson in gekürzter Fassung ein, aus dessen Sicht der Hauptteil des Romans erzählt wird.


Name
Horst Kaminski (Name wird im Roman aber nicht genannt)

Alter
45

Größe
175 cm

Gewicht/Statur
85 kg

Haarfarbe/Augenfarbe
Seine Haare sind braun, werden aber grau an den Schläfen

Physische Besonderheiten
Er hat einen kleinen Bauch, sein blasses Hautkolorit kommt durch die Büroarbeit, die ihn selten mal ans Tageslicht lässt.

Erziehung/Ausbildung
Horst besuchte nach der Grundschule das Gymnasium und machte sein Abitur mit einem Durchschnitt von 1,5. Danach begann er ein Jurastudium, das ihn aus seiner Heimatstadt raus und in die Großstadt führte. Nach dem Studium, welches er mit 3 abschloss, arbeitete er zunächst einige Zeit als Anwalt in einer kleinen Kanzlei, bewarb sich dann aber aufgrund privater Umstände bei einem OLG als Richter. Er bekam die Stelle.
Nachdem er seine Gerichtsstationen und seine Erprobung beim OLG absolvierte, bekam er eine Planstelle zugewiesen, die ihm die Möglichkeit gab, in der Stadt zu bleiben, in der er während des Studiums gelebt hat.

Sexualleben
Hatte in seinem Leben bisher eine Beziehung, die aber nur wenige Jahre hielt und schließlich in die Brüche ging. Sie hieß Bettina und war 3 Jahre mit ihm liiert.
Doch bereits nach 2 ½ Jahren zeichnete sich ab, was schließlich bittere Realität wurde.
Bettina zog sich immer mehr zurück und fand immer wieder Ausreden, um nicht mit ihm schlafen zu müssen, sie ließ Zärtlichkeiten und Liebkosungen seinerseits nicht mehr zu und drehte sich permanent fort, auf dass er sie erst gar nicht erreichen konnte. Als es ihm nach drei Monaten schließlich zu bunt wurde, da er ihr Verhalten nicht einordnen konnte, sprach er sie schließlich darauf an. Manchmal wünscht er sich heute noch, er hätte es früher getan. Vielleicht wäre der Schmerz dann nicht ganz so heftig gewesen.
Es kam heraus, dass Bettina sich zu einem Mandanten hingezogen fühlte und sich im Laufe der Zusammenarbeit in ihn verliebte. Dies führte zum Bruch zwischen den Beiden. Tief getroffen und dabei zerrissen hat Horst allerdings die Tatsache, dass Bettina noch während der Zeit mit ihm mit dem anderen Mann geschlafen hatte. Dies führte dazu, dass sich Horst von seinem Umfeld abnabelte, sich zurückzog und niemanden an sich heran ließ. Das Vertrauen, dass er in eine Frau gesetzt hatte, war ausgenutzt worden. Eine bittere Pille, die dafür sorgte, dass er sich auf keine Frau mehr ein ließ.
Natürlich verspürte er manchmal den Drang, seine sexuelle Gier zu befriedigen, aber auf mehr als Sex wollte er sich nicht mehr einlassen. Dabei passierte es, dass Horst gänzlich auf Sex verzichtete, was nicht ganz freiwillig geschah, da er weniger auf sein Äußeres gab, und somit einen Teil seiner Attraktivität, die er durchaus hatte, einbüßte. Er ließ sich einen Bauch wachsen, gab wenig auf seine Kleidung.

Beste Freunde/Freundinnen
Luigi ist sein bester Freund, bei dem er sich nach etwas Wein gelegentlich öffnet. Er weiß, dass das, was dann aus ihm herauskommt, gut bei ihm aufgehoben ist.
Ansonsten gibt es ein bis zwei Arbeitskollegen, zu denen er eine oberflächliche Bekanntschaft hält

Feinde
Feinde hat er keine, nur einen Mitarbeiter, der ihm gehörig auf den Nerv geht. Dieser biedert sich allem und jedem an, möchte allen gefallen. Trotz der Unverschämtheiten von Horst lässt der Mitarbeiter aber nicht von ihm los, was bei ihm kurzweilig die Vermutung nahe legte, dieser sei schwul und wolle was von ihm. Doch zu seinem Glück (oder seinem Pech, denn schließlich hatte er sich doch etwas geschmeichelt gefühlt ob der Aufmerksamkeit eines Mannes- "Na ja, eine gewisse Attraktivität konnte ich mir also bewahren!"- ) stellte sich alsbald heraus, dass der Mitarbeiter eine Liaison mit einer Justizsekretärin/Justizangestellten hatte, welcher der Mann im hiesigen Kopierraum gewahr wurde.

Familie
Horst wuchs als letztes von drei Kindern in einem kleinen Dorf auf. Sein Vater ging einem Beruf als Dachdecker nach, seine Mutter war anfangs nur Hausfrau, arbeitete aber schließlich halbtags in einer Reinigung, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Mit ihr verstand er sich besser als mit seinem Vater, der durch seine anstrengende Arbeit meist schlecht gelaunt nach Hause kam, keine Geduld zeigte bei der Überwachung der Hausaufgaben und auch sonst wenig Interesse an seinem jüngsten Sohn zeigte. Es war und ist auch jetzt noch ein angespanntes Verhältnis, das Vater und Sohn haben.
Was seine Geschwister betrifft, so wuchsen seine ältere Schwester und sein Bruder mit ihm auf, ohne das ein Kind von der Mutter bevorzugt behandelt wurde. Gerda Kaminski war die gute Seele der Familie, die versuchte, alles beisammen zu halten.
Das Verhältnis zu seinen Geschwistern war gut, gelegentliche Kabbelein zwischen den Brüdern gehörten dazu, wurden von der Mutter respektiert, vom Vater lautstark missbilligt. Seine Söhne hatten sich zu benehmen und ruhig zu sein, wenn der Vater daheim war. Es gibt nur wenige Augenblicke, an die sich Horst gerne erinnert in Zusammenhang mit seinem Vater.
War das Verhältnis zu Siegfried im Laufe der Pubertät gestört und im Erwachsenenalter schließlich vollständig hinüber, so waren Gisela und Horst eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich im Laufe der gemeinsamen Kindheit entwickelt hatte. Sie ist sechs Jahre älter als Horst, hatte ihn aber immer als gleichwertig behandelt.


Kernbedürfnis
Tief im Inneren sucht Horst nach Verbundenheit und einem Menschen, mit dem er zusammen sein und bei dem er sich aufgehoben fühlen kann. Nach Außen Transportiert er allerdings eine andere Botschaft. Er signalisiert jedem, der ihm näher kommen will, dass er alleine sein möchte, keinen Kontakt braucht, sondern Ruhe und Einsamkeit.
Sein Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten ist durch den erlebten Betrug Bettinas erschüttert worden. Eine Angst, dies erneut erleben zu müssen, lähmt ihn dabei, wieder jemand anderes in sein Leben zu lassen und sich zu öffnen. Er nimmt dadurch nicht wahr, dass es jemanden gibt, der ihm nahe sein will und den Menschen mit all seinen Wunden und Narben und Verletzbarkeiten in ihm wahrnimmt. Seine Nachbarin.


Gesten beim Reden/Gangart/Kleidung
Was der Mann ausstrahlt, ist eine Körperhaltung, welche deutlich zeigt, dass er von seiner Umwelt in Ruhe gelassen werde möchte. Dabei gelingt es ihm jedesmal, wenn sich ihm einer nähert, einen Gesichtsausdruck zu machen, der seinen Mitmenschen erst gar nicht in Versuchung führt, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Übereinander geschlagene Beine und verschränkte Arme sind ein weiteres Indiz seiner Verschlossenheit der Umwelt gegenüber.
Beim Gehen hat er es sich aufgrund der Tischarbeit angewöhnt, sich mit den Schultern leicht nach vorne geneigt fortzubewegen.
Kleidung ist seinem Typ angepasst. Bei der Arbeit im Anzug, da zwingend, nach seiner Ansicht. Privat wenig leger, aber nicht so förmlich. Trägt auch durchaus mal eine Jeans, wobei er nicht unbedingt als Modern durchgeht.



Stärkster Charakterzug
Hat insgeheim doch ein weiches Herz, auch wenn er es nicht zugibt. Tut manchmal etwas für die Schwachen. Hält sich aber für gut, einmal einem armen Vogel aus Sanftmut geholfen zu haben. Wurde von einer Katze angegriffen, welche ihn liegenließ, halb tot. Konnte Mann nicht ertragen, holte eine Schüppe und schlug damit auf den Vogel ein, um ihm die Qualen zu ersparen. Beerdigte ihn dann schließlich im Hinterhof. Dies wurde von einer älteren Hausbewohnerin beobachtet, welche geschockt den Mann für gefühllos/gefühlskalt hält und ihm aus dem Weg geht. Den Grund kennt der Mann nicht, fühlt sich aber darin bestätigt, dass die anderen Mieter nicht alle Tassen im Schrank haben.

Schwächster Charakterzug
ist nachtragend, tut sich schwer, mit Kritik umzugehen.

Lacht oder macht sich lustig über
Schadenfreude bereitet ihm große Freude, wobei er eher ein schwarzhumoriger Typ Mensch ist.



Hobbys
Sein Hobby ist zum einen Rotwein, wie oben bereits erwähnt. (Zu viel, und du musst Kotzen.) er liest viel darüber, besitzt unzählige Bücher über das Thema, und kostet gerne. Und italienisches Essen, ist aber zu faul, sich selbst etwas zu kochen, ernährt sich eher vom kleinen Italiener von Nebenan (Luigis)

Zum anderen sind Bücher ein wichtiger Teil seines Lebens.


Charakterisierung in einer Zeile
Der Mann ist ein leicht mürrischer, manchmal unfreundlicher Zeitgenosse, der die Einsamkeit zwar nicht gewählt hat, sie aber auch in Hinsicht seines Berufes und seiner Arbeit als nunmehr gegeben hinnimmt und sich selbst nicht eingestehen will, dass er es manchmal doch gerne anders hätte.


Ändert sich die Figur in der Geschichte? Wie?
Im ersten Moment erscheint der Charakter nicht gerade sympathisch und etwas verstaubt, wird aber durch den jungen und sein Schicksal aus sich heraus gelockt und lernt, seine Umwelt mit den Menschen und den Gegebenheiten darin, neu zu sehen und zu erleben.

Bedeutendes Ereignis, das ihren/seinen Charakter geformt hat
Was hat ihn zu dem gemacht, was er heute ist? Vielleicht der viel zu frühe Tod seiner Mutter, als er grad sein Studium beendet hatte, der Verlust seiner Beziehung und der fehlende Kontakt zu seinen Mitmenschen?


Kommentar von Lars W.

Hallo Metta! Lieben Dank für Deinen Kommentar. Im Moment hadere ich mit mir selbst. Ich habe das Gefühl, echt nicht genug Zeit investieren zu können, um hier weiter zu machen. Ich habe schon bei der einen oder anderen Übung aussetzen müssen, da die Zeit mir Nacken ist. Ebenso hadere ich mit der Art der Geschichte. Ich habe das Gefühl, dass mir der eigentliche Zugang zu der Geschichte fehlt. Deshalb um so schöner , den und auch die anderen Kommentare zu lesen, die mich meist sher motivieren, trotz der fehlenden Zeit, weiter zu machen! Lieben Dank dafür an Alle!

Eingetragen am: 06.07.2008

Kommentar von Metta_Maiwald

Hallo Lars, ich bin gerade zu müde, die Charakterbeschreibung detailliert zu lesen, aber was ich gelesen habe, wirkte lebendig und schlüssig. Die Art kennenzulernen, wie Du vorgehst, war für mich außerordentlich hilfreich. Du hast diese Aufgabe sehr gründlich bearbeitet, was ich klasse finde, aber vielleicht auch der Grund ist, dass noch niemand kommentiert hat. Es gibt so viel zu lesen! LG Metta

Eingetragen am: 04.07.2008

Eingetragen am: 08.06.2008 von Lars W.
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In dem Roman gibt es drei Hauptfiguren und diverse Nebenfiguren. Am Beispiel der vielschichtigeren Figur Quincey stelle ich Euch hier meine Art der Ausarbeitung vor. Ich habe mich dabei an das Soufflierblatt von Elizabeth George gehalten.

Quincey Jonathan Arthur John Abraham Harker

Alter
Menschliches Alter: 104

Größe
1,80 Meter

Gewicht/Statur
75 kg/ schlank und athletisch

Geburtsort
Exeter, England

Haarfarbe/Augenfarbe
braunes glattes Haar, trägt es schulterlang zu einem Zopf, braune aufmerksame Augen

Physische Besonderheiten
Hat eine Narbe, die sich über die rechte Wange zieht, zugezogen bei einem Kampf gegen den Kapitän der Demeter.
Die den Vampiren typische Blässe überschminkt Quincey mit den heutigen Möglichkeiten der Schminktechnik, was für seinen Drang steht, sich unter den Menschen unbemerkt zu bewegen.
Desweiteren trägt Quincey einen Ring, welchen er von seiner Ersatzmutter und Lehrerin übernommen hat. Es ist ein Siegelring mit einem Wappen, der weniger auffällt. Er hat nur einen persönlichen Wert.

Gesten beim Reden/Gangart
Hält beim Reden ruhig die Arme hinter dem Rücken verschränkt, beim Gehen fällt dabei sein Blick nach vorne gerichtet, schweift dann gelegentlich auf den Boden, aber nie in Richtung seines Gesprächspartners. Spricht für Quinceys Arroganz, niemand kann ihm etwas anhaben. Der Blick wird beim Reden erst im Stehen gesucht, um sein Gegenüber genau zu fixieren.
Sein Auftreten ist ruhig und beherrscht, sein Schritt sicher und gleichmäßig, die Arme nach hinten verschränkt.
Sein Auftreten hat etwas aristokratisches, was nicht in die heutige Zeit passt.

Erziehung/Ausbildung
Erzogen wurde Quincey von der deutschen Klara, die über mehrere Jahre hinweg als Kindermädchen und Erzieherin in England arbeitete, aber später als gebrochene Frau unter dem Kapitän in Gefangenschaft gehalten wurde.
Klara wurde mit der Obhut des Jungen beauftragt. Diese Aufgabe nahm sie sehr ernst, holte sie sie aus der grauen Gefangenschaft raus und sorgte dafür, vor dem Kapitän sicher zu sein. Desweiteren wusste sie sehr wohl, wen sie vor sich hatte. Den Spross der gebeutelten Familie Harker.
Bei ihr lernte Quincey alles, was ein Kind aus besseren Verhältnissen in dieser Zeit lernen musste. Gestik, Haltung, Sprache, die Welt. Dafür erhielt er Wärme und Zuneigung von einer Frau, welche ihm die Familie ersetzte. Und sie brachte ihm die deutsche Sprache bei, welche beide später nutzen, um sich ungehört vor dem Kapitän und seinen Schergen unterhalten zu können.
Durch die Erfahrung und Reife, aber auch Kraft, und den Ersatz der Mutter in der ersten Dekade seines Lebens wuchs Quincey zu einem kleinen Aristokraten heran.


Familie
Quincey hat das, was man als Familie bezeichnen würde, nie kennengelernt.
Im zarten Alter von 2 Jahren wurde er von einem unbekannten im Auftrag des Kapitäns der Demeter aus seinem Bettchen entführt. Unter der Obhut von Klara erlebte er die ersten Jahre seines Lebens etwas wie Zuneigung von einem Menschen, die ihm das Lesen und Schreiben beibrachte, und von welcher er die englische und deutsche Sprache erlernte. Durch den Kapitän getötet da die Beziehung der beiden Menschen zu eng wurde, übernahm er schließlich die "Erziehung" des Jungen. Sein Bezug zu dem Kapitän war und ist auch heute noch eher zurückhaltend, galt er doch lange Zeit als eine Art Gesellschafter für den Kapitän, der ihn erst in späteren Jahren näher an ihn heran ließ.
Die folgenden Jahre nach dem Tod der Frau verbrachte Quincey in einer Art Gefangenschaft., traumatisiert von der Ermordung, welcher er als Zehnjähriger beiwohnte, und die ihm zum ersten Mal das wahre, gefährliche Gesicht des Kapitäns zeigte. Über Tag gefangen, in der Nacht der Gesellschafter des Kapitäns, nach dem dieser getrunken hatte.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine Art Zweckgemeinschaft zwischen dem Kapitän und dem Jungen, der mittlerweile fast erwachsen war.
Er schaffte es, den Kapitän in mehreren Nächten zu bereden und davon zu Überzeugen, dass diesem keine Gefahr von Quincy drohe, da dieser nur ihn habe und ihn als Familie ansehen würde. Er stellte sich in seine Dienste, in dem er dem Kapitän anbot, den Vampir über Tag zu beschützen und Aufgaben für ihn zu erledigen, um des Nachts mit diesem gelegentlich umherzustreifen, um die Welt des Vampirs kennen zu lernen. Der Kapitän ging darauf ein und fasste schließlich Vertrauen zu Quincy. Dieses Vertrauen ging sogar so weit, dass Quinceys Peiniger ihm in einer Trunkenen Nacht, nachdem er ein alkoholisiertes Opfer hatte, von seinen Plänen der Wiedererweckung des Grafen und dem dazu nötigen verschollenen Relikt erzählte. Quincy war bereits achtzehn Jahre alt (1922) und ging besonnener mit diesen Informationen um. Es zeigte ihm nur mehr, welche Rolle er zu spielen hatte in diesem Stück. Doch er wollte sich nicht geschlagen und sich seinem Schicksal hingeben. Vielmehr reifte in ihm der Plan, die Infos für sich und gegen den Kapitän zu nutzen. Er hatte im Laufe der Zeit die Macht gesehen, welche der Vampir besitzt. Und diese wollte er für sich.
Durch niedere Umstände verschwanden die Helfer des Kapitäns. Er und der Junge blieben alleine.
Die Jahre vergehen, Quincy hatte seinen Entschluss gefasst. Mit dreißig schließlich unterbreitete er dem Kapitän sein Angebot. Er begründete seinen Entschluss mit dem Vertrauen, welches er genoss, mit der langjährigen Partnerschaft, die sich in der langen Zeit entwickelt hatte. Diese Partnerschaft konnte über den Tod hinaus weitergehen; die Chancen, an das Amulett zu gelangen ständen besser, wenn Quincy ihn dabei unterstützte, aber nicht als Mensch, sondern als Vampir. Um den Kapitän vollends zu überzeugen sprach Quincy seine Familie an, welche ihn im Stich gelassen hätte. Quincy spielte dem Kapitän vor, Rache üben zu wollen an denen, die ihn mit dem Kapitän allein gelassen hatten. Und falls dies heißen sollte, dass einer der Seinen sterben musste für den Zweck der Rückführung, so sei dies seine Rache.
Quincey erfuhr in der Nacht seines Entschlusses, ein Vampir zu werden, schließlich von den Umständen seiner Entführung, ebenso, aus welchem Hause er stammt. Das führte dazu, dass der Mann das Geschehen seiner eigentlichen Familie von da an verfolgte und sie nicht mehr aus den Augen ließ. Nicht nur zur Erfüllung seines Zieles, sondern auch aus Gründen des Gefühls der Zugehörigkeit einer wirklichen Familie, zu der er allerdings nie Kontakt haben würde, wenn er seine Absichten erfüllt sehen wollte.
Am Tag der Beerdigung seines Vaters beobachtete Quincey aus der Ferne. Es war ein Abschied für ihn. Von dem Mensch sein, da er kurz davor stand, ein Vampir zu werden. Es war aber auch ein Abschied von seiner Familie, welcher er nie zugehörig war. Die Gefühle, die ihn überkamen, konnte Quincey nicht einordnen. Sie waren eine Mischung aus Wut, Trauer, Verlust. Wut, da er glaubte, seine Eltern hätten die Suche nach ihm aufgegeben, ihn im Stich gelassen und seinem Schicksal überlassen. Eifersucht auch seinem Bruder gegenüber, der alle Aufmerksamkeit bekam und das Leben in einer Familie kennenlernen durfte, etwas, was Quincey versagt blieb. Trauer über den Verlust seiner Familie, seines Vaters und seiner Mutter. Wie wäre es gewesen, hätte er die Chance gehabt, in einer wirklichen Familie aufzuwachsen. Hass gegenüber den Kapitän, der ihm all dies genommen hatte. Dieser Hass besteht auch in der Gegenwart und ist Richtungsweisend für Quinceys Ziele und sein Verhalten!

Kernbedürfnis/Absichten und Ziele
Quinceys Kernbedürfnis ist das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Familie, zu wissen, wer er ist und woher er kommt, und Rache.
Durch den Kapitän wurde ihm seine Familie genommen, die es weiterhin gab, zu der er aufgrund seiner frühen Entführung und Gefangenschaft aber keinen Kontakt hatte und die es nach einigen Jahren aufgegeben hatte, ihren erstgeborenen Sohn zu finden. Die Hoffnungslosigkeit hatte sich eingestellt, ihn jemals wieder lebend zu sehen.
Quincey erfuhr über den Kapitän von der Existenz seiner Familie. Die fehlende Nähe aufgrund der langen Zeit hielt ihn davon ab, Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Er unterließ es aber nicht, seine Blutsverwandten zu beobachten und sich über sie zu informieren. So erfuhr er von seinem Bruder und seinem Leben, sowie von dessen Eltern. Es wäre ein leichtes für Quincey gewesen, zu fliehen und zu seiner Familie zurück zu kehren. Gleichzeitig wusste er aber auch, dass er sich durch seine Erlebnisse in der Kindheit nicht in die Familie eingefügt hätte. Die Zeit war vorbei, sich in sie zu integrieren, zu traumatisch das Erlebte, als dass er sich davon hätte lösen können.
Hier kommen seine Ziele und Absichten zu Tage. Denn sein Bedürfnis einer Familie lässt in Quincey "zwei Herzen schlagen"! Zum einen will er Rache nehmen an dem Kapitän der ihn um sein Mensch sein und um seine Familie gebracht hat. Zeitgleich will er als Vampir eine eigene Sippe gründen. Ziel ist es, die Informationen über das Amulett und seine Bestimmung, die er von dem Kapitän erhielt, zu nutzen und für seine Zwecke zu missbrauchen.
Um an das Amulett zu gelangen begab er sich nach Amsterdam, um von dort auf die Spur des Kleinods zu gelangen. Er beobachtete anfangs die Mitglieder des Ordens der Hüter, welcher von Abraham Van Helsing ins Leben gerufen wurde. Später heftete er sich an die Fersen desjenigen Mitgliedes, welches er für das Schwächste hielt und gelangte somit an die ersten Informationen über den Verbleib des Reliktes des Grafen Dracula. Der eigentliche Aufenthaltsort aber blieb ihm Verborgen. Der Verräter wurde von dem Clan zur Rechenschaft gezogen und ausgeschaltet, so dass die Quelle des Vampirs versiegte. Dadurch, und aufgrund des Zweiten Weltkriegs verlor sich die Spur des Ordens.
Erst viele Jahre später, zu Beginn der Neunziger, wurde Quincey von einem Mann aufgesucht, der sich ihm als Mitglied des Ordens vorstellet, über Recherchen an ihn gekommen sei und ihm seine Hilfe anbot bei der Beschaffung des Amuletts. Als Gegenleistung verlangte er das Blut des Vampirs. Quincey ging auf diesen Deal ein, formierte mehr Männer um sich und begann, den Clan systematisch von innen heraus zu vernichten, bis schließlich der letzte Hüter übrigblieb, welcher das Amulett allerdings bereits verschickt hatte. Trotz Drohung konnte Quincey den Empfänger nicht aus dem Mann herauspressen. Doch es gab nur wenige Möglichkeiten, an wen das Amulett gehen konnte. Deshalb postierte er in England bei den Holmwoods einen Späher, welcher ein eventuelles Ankommen des Amuletts beobachten sollte. Die Überwachung der Nachfahren der Harkers, Familie Tenbrink in Münster, übernahm er selbst.
Quincey will, hat er erst einmal das Amulett in seinen Händen, ein Mitglied der Harkers opfern, Damit dessen Blut den Graf Dracula wieder erweckt, um dann sein Blut zu trinken und dessen Stärke darüber zu erlangen. Mit dieser neu erlangten Kraft und Stärke schließlich will er einen eigenen Clan begründen.
Zweites Ziel ist es, den Kapitän zu vernichten. Aus Macht der Gewohnheit und aufgrund der Gesellschaft bleibt der Kapitän vorerst am Leben, wobei Quincey sein Nebenziel, ihn zu vernichten, nicht aus den Augen verliert.

Sexualleben
Emma ist eine Frau aus der Mittelschicht in den zwanziger Jahren in England, welche Quincey als Jüngling kennen lernt. Es bahnt sich eine Art Liebesbeziehung an, die Quincey aber nur über Tag halten kann. Als Begründung gibt er Arbeit vor, welche er über Nacht zu erledigen hat. Emma ist ein kleines naives Ding, welches die Arbeit des Mannes nicht hinterfragt.
Mit ihr hat Quincey seine ersten sexuellen Erfahrungen, wobei das erste Mal für ihn weniger befriedigend ist, da er einen frühzeitigen Samenerguss hat. Danach genießt er den Sex mit ihr.
Als schließlich die Entscheidung ansteht, zu einem Vampir zu werden, ist Quincey von Anfang an bewusst, dass seine Liebe zu Emma nur weiter existieren kann, wenn er sie ebenfalls zu sich holt. Er will sie zu seiner Begleiterin machen, ohne den Kapitän davon zu informieren.
Doch sein Plan wird an dem Abend vereitelt, als Quincey ihn in die Tat umsetzen will. Emma spürt die Veränderung, welche Quincey ereilt hat. Ebenso kann sie deutlich sehen, was sich verändert hat. Dies macht ihr Angst. Obwohl Quincey versucht, beruhigend auf sie einzureden, wächst ihre Angst vor diesem Wesen und macht sich in einem lauten Schrei freie Luft. Wütend über diese Reaktion stürmt Quincey schließlich auf sie los, um ihr den Mund mit der Hand zu schließen und somit den Schrei zu unterdrücken. Doch da der junge Vampir noch keine wirkliche Ahnung über seine neuen Kräfte hat, packt er zu fest zu und bricht der jungen Frau das Genick. Als er sieht, was er angerichtet hat, flieht er in Panik.
Durch seine Tat, welche eine polizeiliche Ermittlung nach sich ziehen würde, zieht er den Zorn des Kapitän auf sich, der Quincey für seine Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit bestraft.
Doch der Tod von Emma ist Strafe genug für den jungen Vampir, der den versehentlichen Mord an den Menschen, den er zu seiner Gefährtin machen wollte, nie verwinden kann. Im Laufe der Jahrzehnte verdrängt er seine Tat und die Gedanken an seine erste Liebe.

Vertraute
In den Jahren als Mensch ist seine erste und Vertraute Klara, das deutsche gefangene Kindermädchen, welche zu seiner Lehrerin und Ersatzmutter wird. Bei ihr fühlt sich der Junge geborgen und beschützt vor dem Kapitän. Ihr Tod, welchen Quincey mit ansehen muss als er Zehn ist, ist ein großer Verlust für ihn und sehr traumatisch.

Als Vampir ist sein einziger Vertrauter Wolf, welcher ihn fast immer begleitet. Dieser genießt sein volles Vertrauen und seine Zuneigung.

Emma siehe Sexualleben

Feinde
Der Kapitän der Demeter ist insgeheim sein Feind, dieser merkt aber nichts von den Machenschaften Quinceys und schenkt diesem weiterhin sein Vertrauen

Bedeutendes Ereignis, das seinen Charakter geformt hat und seine Persönlichkeit illustriert
Der Tod seiner Ziehmutter durch die Hand des Kapitäns! Dieses Ereignis lässt Quincey vorsichtig werden. Durch die Unberechenbarkeit des Kapitäns verliert er an Vertrauen.
Der Tod seiner Geliebten durch seine eigene Hand als Vampir sorgt zusätzlich dazu, sich nicht sehr schnell an jemanden zu binden und auf sich einzulassen, da er keinen Verlust erleiden will.
Es macht ihn vorsichtig und sorgt dafür, nur sehr schwer Vertrauen zu jemanden zu fassen, der sich in seine Gesellschaft begibt. Er entwickelt sich zum Einzelgänger, der paradoxer Weise dennoch die Gesellschaft und Zugehörigkeit sucht.
Der Kampf gegen den Kapitän, bei der sich Quincey eine Narbe zugezogen hat. Hier wird der Mut und die Entschlossenheit des Menschen deutlich, sich einem stärkeren Gegner zu stellen.

Schwächster Charakterzug
Quincey ist an sich ein ruhiger, fast erhabener Charakter, gerät aber, einmal in Wut außer Kontrolle.

Quincey als Vampir
Doch wie ist Quincy als Vampir? Er obliegt den Gesetzten, die ihm auferlegt wurden mit seiner Verwandlung. Er ist zwar unsterblich, muss aber, um am "Leben" zu bleiben das Blut der Lebenden trinken, wodurch er neue Lebenskraft und Energie erhält, welche ihm ungeahnte Stärke verleiht. Beim Töten seiner Opfer kennt er kein Erbarmen. Er spielt mit seinen Opfern, beobachtet sein Opfer aus dem Hinterhalt, lässt es spüren, dass es verfolgt wird. Kurz bevor sich das Opfer in Sicherheit wiegen kann schlägt er schließlich zu und löscht seinen Durst. Hier zeigt sich dann seine grausame Ader als Vampir, wobei er nicht zum Spaß tötet, sondern nur, um sich zu ernähren. Nur selten überkommt es ihn, dass er ein Opfer leben lässt, welches sich schließlich an nichts mehr erinnern kann.
Die Tatsache, keinen Schatten zu werfen und kein Spiegelbild zu haben, stört ihn nicht weiter, da er sein Spiegelbild nie betrachtet hatte. Seine Fähigkeiten der Verwandlung nutzt er nur selten, da er es mag, wie ein normaler Sterblicher unter den Sterblichen zu wandeln, was indirekt für seine Sehnsucht spricht, wieder einer von ihnen zu sein. Doch nur selten gibt er sich dem Gedanken hin. Doch wenn er sich verwandelt, kann er dies nur bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang tun, da er an fremden Plätzen an diese Zeiten gebunden ist.
Er kann als Vampir nur mit Einladung ein Haus betreten, hat aber danach die Möglichkeit, dort ein und aus zu gehen.


Eingetragen am: 06.06.2008 von Thea Doris
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Lebenslauf von Elisabeth Böing
Lisa Böing wird geboren am 24.4.1880 in Berlin, als Tochter von Johann Böing und Johanna, geb. Siebenhaar, aus Hohenlimburg. Ihr Vater arbeitet für die Siemens-Telegraphengesellschaft. Als diese auch in China Fuß fassen will, bekommt er den Auftrag, dort, im aufstrebenden Küstenort Quindao eine Zweigstelle aufzubauen. Um festzustellen, ob ein Umzug mit der ganzen Familie dorthin in Frage kommt, fährt Böing im Frühjahr 1888 nach China. Auf der Reise werden sie von chinesischen Banditen überfallen. Kaiserliche Polizei wird zwar gerufen, aber nur die Tochter Lisa und ihr Kindermädchen Gaby können gerettet werden. Lisa erhält den Spitznamen Turandot und wird als „Tochter“ des nur 9 Jahre älteren Kaisers Guangxu an dessen Hof erzogen, Gaby bleibt bei ihr.
Als sie 18 Jahre alt wird, soll sie endlich verheiratet werden, aber hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Bewerber, die eine Testfrage des Kaisers nicht beantworten können, geköpft werden. Schließlich kommt der abgestürzte amerikanische Flugpionier Teddy Calaf in den Kaiserpalast. Er sucht Hilfe für die Reparatur seiner Maschine und findet Lisa.


Kommentar von Anninka

Das ist eine tolle Idee! China hat mich schon immer interessiert und ich würde gerne wissen wie es weitergeht.

Eingetragen am: 13.06.2008

Eingetragen am: 05.06.2008 von Sarah Jakob
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12762

Uwais ist 13 Jahre alt und wächst als ältestes von sechs Geschwistern in Ostafghanistan, nahe der chinesischen Grenze, auf.
Er muss früh mitarbeiten, schafft sich aber immer wieder Freiräume, um seinen Träumen nachzuhängen.
Uwais ist freundlich, hilfsbereit, umsichtig und sehr fleißig. Im Laufe der Jahre wird aus dem Jungen ohne Schulbildung, ein Mann, der durch harte Arbeit eine Brücke schlagen wird zwischen drei Kulturen – der westlichen, europäisch orientierten, und den nah- und fernöstlichen Kulturen.
Der Junge versucht von Beginn des Romans, einen Spagat zwischen den Vorgaben des Islam und den eigenen Gedanken und Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit.


Eingetragen am: 03.06.2008 von Putzi
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Meine Protagonistin wurde in den fünfziger Jahre geboren und hat eine Schwester, die vier Jahre älter ist.
Ihr Vater war enttäuscht, dass er schon wieder mit einem Mädchen „gesegnet“ wurde, denn er hätte zu gerne einen Stammhalter gehabt.
Bei seinem Familiennamen MEIER, war dieser Wunsch Unsinn, doch als Kind seiner Generation, machte er noch Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Geschlecht.
Nachdem seine Frau, die Mutter der Protagonistin an MS erkrankte, fand er sich mit seinem Schicksal ab und entdeckte die Vorteile, welche er durch seine Mädchen nutzen konnte. Sie wurden früh dazu erzogen, den ganzen Haushalt zu übernehmen, weil ihre Mutter ihn nicht mehr machen konnte. Für meine Protagonistin zu früh, denn durch das Schleppen der Kohleeimer und anderen schweren arbeiten, verbog sich ihre Wirbelsäule. „Steh gerade, sonst kriegst Du später Mal keinen Mann“, hörte sie oft genug, doch niemand nahm ihr die Arbeit ab.

Als ihre Schwester auf die Realschule ging, hatte meine Prot. auch diese Hilfe verloren. Katrin muss lernen, mach Du das – egal, um was es sich handelte. Das einzige, was Katrin lernte war, wie sie sich um Wäsche waschen, oder Essen kochen drücken konnte.
Die Zeit verging und meine Prot. wollte aufs Gymnasium wechseln, doch ihre Eltern waren strikt dagegen.
„Später heiratet sie ja doch“, war das Hauptargument ihres Vaters. Selbst ein Besuch des Gemeindepfarrers konnte die Eltern nicht umstimmen.
„Paula wird, wie Katrin, Chemielaborantin. Dafür reicht die Realschule, Basta“.
Doch Paula wollte nicht in die Fußstapfen ihrer Schwester treten. Nach dem Abschluss der mittleren Reife ging sie in die Landeshauptstadt, um an der Fachhochschule für Design, ihr Fachabitur zu machen. Dort lernte sie auch ihren späteren Mann kennen. Unsterblich verliebt, heiratete sie mit 18 Jahren. Es war kein Kind unterwegs, sie wollte ihn einfach heiraten und war auch moralisch dazu erzogen worden.
Zwei Jahr später studierte sie an der Fachhochschule Architektur.
Obwohl Paula von Anfang an keine Kinder wollte und ihr Mann auch damit einverstanden war, kam sieben Jahre nach dem Eheschluss, der erste Sohn auf die Welt. Die Natur war stärker, als ihre Befürchtung, auch an MS zu erkranken. Nichts war geschehen, Paula blieb gesund. Dass ließ sie nachlässig werden, denn kurz nachdem ihr zweiter Sohn geboren wurde, brach die MS aus.


Eingetragen am: 02.06.2008 von Pia Petersen
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Rosanlinde, genannt Rosy oder Traumgirl, ist die einzige Tochter von Pamela und Otto Koller
Rosy wurde 1998 in Zürich geboren, wo sie heute mit ihren Eltern lebt.
Ihr Vater arbeitet bei einer Bank, die Mutter ist freie Mitarbeiterin in einem Verlag, sie arbeitet meistens von zu Hause aus.
Rosy besucht die 3.Klasse, sie ist eine mittelmässige Schülerin, gerade so, dass die Eltern ihr das Tanzen noch erlauben.
Die Tanzschule ist ihr Lebensinhalt, es sind 8 Mädchen und 3 Buben, sie tanzen und spielen Theater, die Lehrerin ist eine Spanierin, sie heisst Dolores Morales
Rosy vergisst beim Tanzen alles, auch sich selbst.


Norman , ein Junge von 12 Jahren, der bei Pflegeeltern lebt, seine Eltern sind spurlos verschwunden. Norman besucht die Sekundarschule, weiss immer alles, dadurch ist er bei seinen Mitschülern nicht sehr beliebt.
Seine Pflegeeltern Madeleine und Maurice Moudan haben ihn aufgenommen als er 3 Jahre alt war, die Pflegestelle erzählte ihnen, dass seine Eltern auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Sie haben Norman sehr gerne, auch wenn er manches Mal überrascht, aber das sind die Pflegeeltern schon gewohnt.
Auch er besucht die Tanzschule und ist ein genialer Tänzer und Schauspieler. Dort trifft er Rosy.


Hanni, Rosy`s Grossi ist 70 Jahre alt geworden, sie ist Witwe und Rosy ist ihr ein und alles. Auch Rosy liebt die Grossi. Hanni, die Grossi ist eine aktive und noch sportliche Frau, die immer ins Fitnessstudio geht, sie möchte sich noch lange gesund erhalten
Meistens hilft sie Rosy bei den Hausaufgaben.
Grossi Hanni mag Norman auch, aber sie weiss nicht, was sie über ihn denken soll.


Eingetragen am: 28.05.2008 von Nedea
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Meine Hauptfigur Julia ist 24 Jahre alt und wohnt in der Schweiz. Sie wurde mit zwei Jahren adoptiert. Ihr genaues Geburtdatum ist nicht bekannt. Ihre Eltern, Marion und René konnten keine Kinder haben und sind über ein Kinderheim an Julia gekommen. Als einzige Information erhielten sie das angenommene Alter, ein Gesundheitszeugnis und den Namen Julia. Das Weisenhaus teilte ihnen zudem mit, dass Julia aus Grossbritannien stamme und dort von einer drogenabhängigen Prostituierten abgegeben wurde. Man brachte sie ins Ausland, da angeblich ihr Leben in Gefahr war.

Julia hat die Grundschule und die Oberstufenschule absolviert. Anschliessend verbrachte sie ein halbes Jahr in Kanada auf einer Ranch um Englisch zu lernen. Danach machte sie eine Lehre als Buchhändlerin. Nach vier Jahren wurde ihr gekündigt und der Buchladen ging Konkurs. Ihr Traum wäre einen eigenen Buchladen oder ein Atelier, denn sie malt sehr gerne und hat schon einige Bilder verkaufen können. Momentan arbeitet sie in einem Supermarkt mit der Einstellung "Hauptsache Geld verdienen".

Mit achtzehn ist sie von zu Hause ausgezogen und mit ihrem damaligen Freund Andi zusammengezogen. Die Beziehung ging nach vier Jahren in die Brüche. Kurz darauf fand sie eine Dachgeschosswohnung im gleichen Ort, in dem ihre Eltern wohnen. Um sich abzulenken stürzte sie sich in die Arbeit und schaffte es innerhalb eines Jahres Filialleiterin des Supermarktes zu werden. Mit ihrem ganzen Freundeskreis hat sie keinen Kontakt mehr. Auch aufgrund der gescheiterten Beziehung zu Andi. Einzig Katie ist nach wie vor ihre beste Freundin. Die beiden haben sich in der Oberstufenschule kennen gelernt. Julia war genauso wie Katie eine Aussenseiterin und so konnten sie sich wenigstens gemeinsam gegen die Hänseleien der Mitschüler verteidigen. In der Pubertät hatten sie so manchen Streich gemeinsam ausgeheckt und ihre Freundschaft wuchs von Tag zu Tag.

Äusserlich unterscheiden sich die beiden Frauen enorm. Katie ist grossgewachsen und hat eine wohlgeformte weibliche Figur mit breiten Hüften. Sie hat lange blonde Haare und braune Augen. Charakterlich ist sie eine aufgeschlossene, abenteuerlustige und kontaktfreudige Person. Genauso ist sie aber auch manchmal das blonde Dummchen und lässt sich gerne um den Finger wickeln. Zudem ist sie absolut durchschaubar und berechenbar. Katie ist mit dreizehn von England in die Schweiz gezogen und ausschlaggebend für die bevorstehende Reise, da sie ihren Stammbaum erweitern möchte.

Julia hingegen ist eher klein und hat eine jungenhafte Figur, schulterlange braune Haare und graublaue Augen. Sie hält sich gerne im Hintergrund und ist zwar eher schüchtern, kann aber auch ziemlich aufbrausend, zickig und dickköpfig sein wenn ihr was nicht passt. Ihre Mimik ist schlecht zu durchbrechen. Nur jemand, der sie kennt kann hinter die Fassade sehen und entdecken, was für Träumereien und Fantasien sich dahinter verbergen. Sie liess sich gerne zu der Reise nach England überreden, da sie das Gefühl hatte, sie müsse unbedingt mal aus ihrer gewohnten trüben Umgebung heraus.

Ein weiterer Hauptfigur ist Ryan Barclay, Earl of Durham und "lebt" natürlich im Durham Castle. Genauer gesagt lebte er in den Jahren von 1730 bis 1763 denn er ist ein Geist der sich in der Gegend von Durham herumtreibt. Vorzugsweise hält er sich im Durham Castle oder auf seinem ehemaligen Gutshaus auf. Nach London traut er sich nicht mehr, da sich die Stadt in all den Jahren zu sehr verändert hat. Er ist kein Geist wie man sich ihn vorstellt. Er navigiert sozusagen lieber im Hintergrund und erschreckt die Leute nicht gerne. Seine Vergangenheit liegt anfangs sehr im Dunkeln. Er starb sehr früh und um seine Familie ranken sich die schlimmsten Schauermärchen die man sich vorstellen kann. Mit 28 Jahren musste er seine Frau heiraten um schnellstmöglich einen Erben zu zeugen. Seine Frau war geisteskrank und machte es ihm unmöglich ein normales Leben zu führen. Er verliebte sich in eine fremde Frau aus London und begann eine Affäre. In seiner Abwesenheit geschahen immer wieder merkwürdige Morde in und um Durham. Seine Gattin ließ zuletzt die Geliebte ermorden, begann Ryan zu erpressen und trieb schlussendlich auch ihn in den Tod. Somit war der Titel Durham ausgestorben.

Hinzu kommen bis jetzt noch folgende Charaktere.

Emily Patton, eine rüstige Dame in den Sechzigern haushaltet und unterhält den Touristentrakt in Durham Castle mit den Unterkünften. Die Aufgabe als Haushälterin übernimmt sie laut eigener Aussage bereits in der achten Generation. Sie ist unverheiratet und eine gesellige und gesprächige Frau.

Professor Dr. Haddock ist Geschichtslehrer an der Durham Universität die sich ebenfalls in einem Teil von Durham Castle befindet. Er unterstützt die beiden jungen Frauen Julia und Katie in ihrem Vorhaben den Stammbaum von Katie um ein paar weitere Ahnen zu erweitern.

Ciaran McInnis ist ein junger Student und selbsternannter Geisterjäger. Er stammt aus Schottland und studiert Naturwissenschaft auf der Durham Universität. Leicht konfus und unglaublich klug aber auch der Hang zu anormalen Aktivitäten machen ihn für Katie und insbesondere für Julia sehr interessant nachdem sie zum ersten Mal mit Ryan zusammen getroffen war.


Im Verlauf der Geschichte geraten Julia und Ryan aneinander, was diverse Auswirkungen auf ihr Leben, oder eben auf ihren Tod hat, denn Ryan hält Julia für seine damalige Geliebte aus London.


Eingetragen am: 27.05.2008 von GiselaE
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Meine Hauptfigur ist 40 Jahre alt und arbeitet seit 10 Jahren in derselben Firma. Vorher hat sie Germanistik studiert und eine zeitlang als Journalistin freiberuflich gearbeitet - dies war aber eher die Zeit zzwischen Studium und Beruf (wer gibt schon zu, eigentlich arbeitslos zu sein).
Ihre Eltern waren beide Beamte, eigentlich sind alle in der Familie auf Sicherheit aus - ein Hintergrund, der sich in der Geschichte noch fatal für meine Akteurin auswirken wird. Denn wer wird sich schon selbständig machen wollen.


Eingetragen am: 26.05.2008 von warnow
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Idee 3:
Mein Roman beginnt 1957 (die Jahreszahl 1960 war ein Schreibfehler) in Westberlin. Meine Hauptfigur ist zu dem Zeitpunkt 22 Jahre, hat zwei Semester Studium an der TH Dresden, Fakultät für Ingenieur-Ökonomie, Fachrichtung Bauwesen, hinter sich. Er besichtigt mit einem Studienfreund das sich im Bau befindliche Westberliner Hansaviertel.
Eindrücke Westberlin: Beim Verlassen der S-Bahn wird kostenlos die Zeitung „Junge Welt“ verteilt. Titelseite wie Originalzeitung, ab Seite zwei andere Artikel.
Eintritt Kino: 0,50 Mark Ost gegen Vorlage Personalausweis. Speisen und Getränke im Kurs 1 : 5 (ob der Kurs zu diesem Zeitpunkt so war, muss ich noch recherchieren).
Bekanntschaft mit einem Westberliner Studenten, der sein Studium durch Arbeit finanzierte, in dem er in Westberlin arbeitete und in Ostberlin einkaufte.
Die Frage: Bleibt hier, wurde konsequent mit dem Hinweis auf Stipendium vom Staat und damit unfaires Verhalten gegenüber diesem, abgelehnt.
Studium wird erfolgreich beendet.
In den folgenden Jahrzehnten ist die Hauptfigur mit verschiedenen Aufgaben in der volkseigenen Baustoffindustrie betraut. Die Sonnen- und Schattenseiten des neuen gesellschaftlichen Systems offenbaren sich ihm.

In zwei Rückblenden, wie und wo weiß ich noch nicht, möchte ich zwei weitere wichtige Figuren einführen, die das Denken der Hauptfigur wesentlich beeinflussten.

Seine Großmutter, geboren 1866 in einem kleinen böhmischen Dorf, welches damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Eine einfache, wissbegierige und intelligente Frau. Leider erlaubten ihr die Verhältnisse „nur“ eine Acht-Klassen-Schule. Kinderbetreuung, Lohnarbeit in einer Manufaktur, landwirtschaftliche Hilfsarbeiten bestimmten ihren Lebenslauf bis zur Eheschließung mit einem selbständigen Dachdeckermeister. Sie fand Zeit für eigene Interessen. Sie schrieb Tagebuch, befasste sich mit der Geschichte ihres Ortes und bemühte sich viel um ihren Enkel, der Hauptfigur. In einem katholischen Elternhaus groß geworden war ihr das tägliche Gebet, der kontinuierliche Kirchgang, Gewohnheit. Nur, den religiösen Klimbim mochte sie nicht, für sie galten die Grundregeln des menschlichen Miteinanders.
Unter ihrem Einfluss besucht der Enkel den wöchentlichen Religionsunterricht und wird nach Kriegsende bis Mitte 1946 Ministrant.

Die zweite wichtige Figur ist seine Deutschdozentin an der ABF. Diese stammte aus eine künstlerisch-intellektuellen Familie. Im Sommer 1945, bereits im Alter von über fünfzig Jahren, trat sie der KPD bei. Mit beeinflusst durch den Tod eines nahen Verwandten im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944. Einfühlsam und aufrichtig nutzte sie die Möglichkeiten im Deutschunterricht gesellschaftliche Zusammenhänge zu erläutern und darzustellen. Unter ihrem Einfluss und mit ihrer Bürgschaft wird die Hauptfigur Kandidat der SED.


Eingetragen am: 25.05.2008 von AJB
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Sydney Tyutugg

Ich bin in einem Wiener Bezirk in einer Standard-Familie aufgewachsen. Wir hatten auch mit den Problemen zu kämpfen, die alle hatten. Alles wurde teurer und mein kleiner Bruder Zacharias verschlimmerte die finanzielle Situation der Familie noch. Nach dem Kindergarten kam ich in eine Volkschule mit anderen bürgerlichen Kindern.
Dort lernte ich auch meinen besten Freund Bobby kennen. Er war halb Thailänder und halb Österreicher. Wir waren den ganzen Tag zusammen, haben die Gegend erkundet und anderen Leuten Streiche gespielt was uns oft in Schwierigkeiten brachte. Die restliche Zeit half ich meinem Vater in der Werkstatt. Gordon war ein Motorradfanatiker, er hatte eine Vorliebe für Oldtimer, die er von seinem Vater K. geerbt hatte. Gordon liebte die Freiheit die er auf dem Motorad erlebte und erzählte mir immer davon, dass die Zeit kommen würde, in der ich mich zwischen Sicherheit und Freiheit entscheiden müsse. Die Stadt sei zu einem einzigen Überwachungsapparat verkommen meinte er. Nur auf seinen Fahrten habe er seine Ruhe und komme in einen sonst unerreichbaren Flow. Mutter mochte seine Fahrten nicht, sie seien zu gefährlich, doch mein Vater brauchte die Freiheit.
Als er mich wieder einmal auf eine seiner Fahrten auf dem Soziussitz mitnahm, geschah dass, was Mutter immer befürchtet hatte. Vater hatte einen Unfall. Er starb, ich überlebte doch ich hatte meinen rechten Arm verloren. Das Motorrad hatte ihn abgetrennt. Ich wurde ohnmächtig. Damals war ich elf Jahre alt. Danach veränderte ich mich grundlegend.
Ich ließ den Kontakt zu meinem besten Freund abrechen, trennte mich von meiner Volkschulfreundin Zora und verlor meinen Siegeswillen. Alles war mir egal.
Ich kam nach diesem schrecklichen Sommer auch in eine neue Schule in die ich mich nicht integrieren konnte und es auch nicht wollte.
Meistens blieb ich zuhause und verfolgte die Kurse vom Computer aus. Selten spielte ich mit meinen Klassenkameraden oder meinem Bruder Zacharias. Wann auch immer Bobby vorbeikam, wimmelte ich ihn wider ab.
Ich wollte meine Ruhe haben und allein sein und führte ein sehr introvertiertes Dasein.
Bis ich nach sieben Jahren eine Meldung erhielt. Von meinem Vater.


Kommentar von Dani

Das klingt spannend, wenn auch sehr hart für den Jungen. Auf jeden Fall bin ich neugierig, wer sich hinter dem Vater verbirgt, war der andere nicht der wirkliche Vater oder der Tod nur "vorgespielt"? Ich freu mich aufs Weiterlesen.

Eingetragen am: 27.05.2008

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