80 Die Romanwerkstatt im Autorenhaus Verlag | Schreiben Sie mit! | Kapitel 19 mit Übungsaufgabe
(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 19 mit Übungsaufgabe

06.05.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Eingetragen am: 14.05.2008 von Frederike Wente
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Lisa ist in einer kleinen Stadt in Norddeutschland geboren. Ihr vollständiger Name ist Elisabeth, nach ihrer Großmutter.
Lisas Vater ist Ingenieur bei einem mittelständischen Unternehmen. Lisas Mutter ist Hausfrau.
Die Familie lebt seit Generationen in dem kleinen Ort. Das Haus gehörte den Eltern ihres Vaters, die früh verstorben sind. Die Eltern ihrer Mutter leben noch in einem Nachbardorf. In dem Ort kennt jeder jeden, und auch die meisten aus den Nachbarorten.
Lisa hat einen fünf Jahre älteren Bruder, Thomas. Er hat in Hamburg BWL studiert. Er war immer ihr Vorbild und sie hat ihm ihre Probleme anvertraut. Er hat sie mit in die Disco genommen und auch wieder mit zurück und wenn sie Ärger mit Typen hatte, hat er eingegriffen. Manchmal allerdings auch, wenn sie keinen Ärger hatte und er der Meinung war, der Typ wäre nichts für sie. Heute lebt er in den USA. Er hat während eines Urlaubs eine Amerikanerin kennengelernt und sie nach drei Stunden Bekanntschaft in Las Vegas geheiratet. Hinterher stellte sich heraus, dass seine Schwiegereltern ein großes Unternehmen haben. Nach einigem hin und her, ist er dann in die USA gegangen und hat in dem Unternehmen seines Schwiegervaters angefangen. Mittlerweile leitet er mit ihm zusammen das Unternehmen und hat zwei Töchter Ann, 3 und Rebecca, 5. Seine Frau Healy und er sind glücklich, trotz des seltsamen Anfangs.
Auf dem Gymnasium war Lisa was die Noten betraf immer im oberen Mittelfeld. Sie hatte nie viel Ehrgeiz. Es gab Fächer und Themen die sie interessierten, in denen war sie besser. Mit ihren Klassenkameraden kam sie gut aus, was unter anderem daran lag, das sie immer darum bemüht war mit niemand Ärger zu bekommen. Sie hatte eine beste Freundin, die beiden waren unzertrennlich. Heute haben sie keinen Kontakt mehr.
Sie hatte beschlossen, dass sie nach dreizehn Jahren Schule erstmal Geld verdienen wollte. Daher machte sie eine Ausbildung als Industriekauffrau. Das Studium wollte sie daran anschließen.
Nach ihrer Ausbildung ging sie für ein Jahr in die USA zu ihrem Bruder. Dort wohnte sie in einer kleinen Wohnung über der Garage und arbeitet in einer der Firmen seines Schwiegervaters. Sie hatte eine Beziehung zu einem Arbeitskollegen, die sie aber beendete, als sie heraus fand, dass er sich durch sie nach oben schlafen wollte. Nach einem Jahr ging sie zurück, weil sie in der Firma das Gefühl hatte nur geduldet zu werden, weil sie die kleine Schwester war. Außerdem bewachte ihr Bruder ihre Schritte viel zu sehr, fand sie.
Als sie zurückkam, wollte sie nicht mehr studieren. Sie fühlte sich zu alt, immerhin hatte sie durch die Ausbildung und die USA vier Jahre verloren. Sie wollte lieber arbeiten. Von ihrem Bruder und dessen Schwiegervater hatte sie viel über Verhandlungen gelernt und das wollte sie anwenden. Sie zog erstmal bei ihren Eltern ein und suchte sich einen Job, was ihr mit dem Jahr USA nicht schwer fiel. Sie war im Einkauf tätig.
Sie freundete sich schnell mit einigen Kollegen an. Mit ihr in einem Büro saß Esther, sie hatten bald ein starkes Vertrauensverhältnis. Es gab noch ein paar andere mit denen sie häufig am Wochenende wegging. Es wurde bald so etwas wie eine feste Clique daraus. Ein Kollege, der nicht zu diesem Kreis gehörte sich aber manchmal anschloss, war Arne. Er war ein netter hilfsbereiter Typ, die Art Mann, die man als guter Kumpel bezeichnet, mit der man aber keine Beziehung haben will. Zu mindestens wollte Lisa das nicht. Er sagte ihr nach einem Disco Abend, dass er sie für die Frau seines Lebens hielte und sie heiraten wolle. Sie sagte ihm, dass sie ihn nicht liebe und es wohl auch nie tun würde. Sie wählte ihr Worte sehr vorsichtig um ihn nicht mehr zu verletzten als notwendig, was ihn allerdings glauben ließ, er hätte vielleicht doch noch eine Chance. In der er sich prompt verrannte.
Sie versuchte den Kontakt zu vermeiden, wo es nur ging und er tat das Gegenteil. Es war sehr schwer ihm aus dem Weg zu gehen, da sie Tür an Tür arbeiteten. Das Ganze steigerte sich als er anfing ihr Blumen mit ins Büro zu bringen. Sie suchte nochmal das Gespräch und erklärte ihm, dass sie das nicht wollte, worauf hin er ihr Pralinen mitbrachte. Da ihre vorsichtigen Versuche ihm Einhalt zu gebieten nicht funktioniert hatten, suchte sie nach einem anderen Weg, der ihr dann durch einen Arbeitskollegen und Freund aus der Clique angeboten wurde. Sie spielte allen vor sie hätte eine Beziehung mit ihm. Leider brachte das weder Arne dazu aufzugeben, noch die Geschenke einzustellen.
Es förderte allerdings den Klatsch in der Firma. Dessen war sich Lisa bewusst, konnte aber nichts dagegen tun. Sie wusste auch, dass die meisten ihr wohlwollend oder mit Mitleid gegenüberstanden. Was sie nicht wusste war, dass Esther den Klatsch möglichst schnell mit neuen Informationen anreicherte. Da sie Lisas Freundin war und den ganzen Tag mit ihr in einem Büro saß, bekam sie alles hautnah mit und gab es so schnell wie möglich weiter.
Nach dem es zu einer Eskalation kam, in dem Arne versuchte sie zu küssen, ging Lisa zu ihrem Chef und reichte ihr Kündigung ein. Diesem war die Geschichte, die sich da abgespielt hatte, bekannt (auch Chefs hören Klatsch und Tratsch, besonders wenn sie eine nette kleine Affäre mit Esther haben) und empfand es als unfair, das Lisa leiden sollte, da sie keine andere Stelle hatte. Ihm konnte er nicht einfach so kündigen, denn Lisa wollte keine Anzeige wegen Belästigung machen. Daher hörte er sich bei Bekannten um, und fand eine Stelle in einer anderen Firma für Lisa.
Es stellte sich heraus, das ihr Abteilungsleiter ein alter Freund von Thomas war und mit einer ehemaligen Klassenkameradin von ihr verheiratet war. Das Arbeitsklima war sehr gut und sie fügte sich trotz der Bekanntschaft gut in die Abteilung ein. Sie hatte noch immer Kontakt zu der Clique aus der alten Firma und Esther war noch immer ihre beste Freundin.
Lisa ist freundlich, immer nett zu allen, ein wenig naiv. Sie denkt von allen erstmal nur Gutes. Sie ist gutmütig, nicht nachtragend und lässt meist alles mit sich machen. Sie kann nicht nein sagen und will nie jemanden verletzen. Sie wird noch lernen, dass es manchmal nicht anders geht.
Im Berufsleben ist Lisa anders. Sie ist eine harte Verhandlungspartnerin. Sie kann sich gegenüber Mitarbeitern, Vorgesetzten und vor allen Dingen Lieferanten durchsetzen. Ihr Bruder hat sie in eine harte Schule genommen, was sie aber nicht auf das Privatleben überragen wollte. Sie mag sich so wie sie ist und will sich nicht ändern.
Meine Geschichte beginnt damit, dass Esther einen neuen Freund hat und Lisa mit seinem Kumpel verkuppelt werden soll. Der erinnert sie aber an Arne. Weglaufen geht nicht immer. Man kann noch so weit kommen, es gibt Dinge oder Menschen, die holen einen ein.


Kommentar von Frog

Die, die nicht gelernt haben, nein zu sagen, sind für Stalker wie Arne meist willkommene Opfer. Wird sie das lernen? Wird sie die Konsequenzen ziehen? Was wird diese "Mitläuferin", die nicht gern aneckt, wachrütteln? Ich bin gespannt...

Eingetragen am: 15.05.2008

Eingetragen am: 14.05.2008 von Angela Thies
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11614

Elsa heißt jetzt Charlotte. Sie ist 1937 als viertes und letztes Kind geboren.
Ihre Mutter Martha, geb. 1901, ihr Vater Karl geb. 1901, der Bruder Franz geb. 1923, die Schwester Elfriede geb. 1927 und die Schwester Maria, geb. 1935.
Sie wächst auf einem Bauernhof in der Nähe von Schwerin auf. Die Eltern haben immer sehr viel zu tun, die Kinder werden früh in die Arbeit integriert. Charlotte ist ein sehr sensibles und ruhiges Kind. Das Elternhaus ist sehr religiös, evangelisch, und wird bestimmt durch sehr strenge und konservative Normen. Für Individualität bleibt kein Raum. Maria und Charlotte haben eine sehr enge Beziehung. Die ersten Jahre vergehen ruhig, dann beginnt der Krieg. In dieser Zeit stirbt Maria durch einem Unfall auf dem Hof und der Bruder muss in den Krieg. Charlotte kommt in die Schule, die immer wieder durch die Unruhen ausfällt. Eine Flüchtlingsfamilie wird ihnen nach dem Krieg zugewiesen. Eine Frau mit zwei Kindern. Der Bruder kommt aus dem Krieg zurück, nimmt sich aber ein paar Jahre später das Leben. Die Mutter verzweifelt, der Vater baut ein künstlich fröhliches Leben auf. Charlotte zieht sich in sich selbst zurück, da keiner in der Lage ist sich wirklich um sie zu kümmern. Der Glaube an Gott wird immer stärker zum Lebensinhalt der Eltern, und zwingt alle in ein enges Korsett. Als Charlotte die Schule verlässt ist sie 15 und hat nur eine geringe Bildung. Sie bleibt auf dem Hof der Eltern. Mit 17 lernt sie Rudolf kennen, sie heiraten, obwohl Charlotte ihn längst nicht mehr liebt. Mit 21 Jahren bekommt sie ihr erstes Kind und verliert es wieder. Der Schock lässt sie in eine lang anhaltende Depression fallen. Unfähig den Verlust ihres Kindes, ihrer Geschwister und ihrer Angst zu verarbeiten, verliert sie den Boden unter den Füßen. Sie verlässt ihren Mann, vegetiert vor sich hin, lässt sich auf andere Männer ein und sucht das Vergessen. Immer ist sie in dieser Zeit dem Tod näher als dem Leben.
Eines Tages, als sie längst alles verloren hat, steht sie auf und beginnt ein neues Leben. Sie wird Fotografin, bekommt drei Kinder. Schon weit über 30 beobachtet sie an ihren Kindern das ursprüngliche Leben und begreift sich selbst als Mensch, nicht als Frau.


Kommentar von Pollie Bley

Mir würde die Idee auch außerordentlich gut gefallen, wenn Elsa, zu dem Zeitpunkt, als sie zu sich selbst findet, sich auch selbst neu erfindet und sich einen anderen Namen gibt. Sie könnte ja auf einen Doppelnamen getauft sein (Elsa Charlotte). Wenn sie sich dann entschließt, ihren 2-Namen als Rufnamen zu wählen unterstreicht das die Entwicklung, die sie vollzieht. Charlotte klingt viel mondäner und emanzipiert. Finde, das passt zu einer Fotografin. Hingegen passt der Name Elsa zu ihrem bisherigen Lebenslauf.

Eingetragen am: 21.05.2008

Kommentar von Angela Thies

Danke für eure Kommentare.Der Namenswechsel ist in der Tat erstmal zufällig entstanden, da mir Elsa nicht mehr gefiel und dann habe ich gedacht, das passt Klasse in ihren Lebenslauf. Leider habe ich im Moment sehr wenig Zeit zum Schreiben und lesen und bin froh, wenn ich eine Übungsaufgabe noch einigermaßen hinkriege.

Eingetragen am: 19.05.2008

Kommentar von Angela Barotti

Der erste Satz fesselte mich sofort und ich suchte nach der Auflösung. Es gab keine. Dann fiel der Groschen. Deine Prota ist bereits in anderen Übungen aufgetaucht und hieß dort Elsa. Eine leichte Enttäuschung machte sich bei mir breit. Denn eigentlich ist die Idee der Namensänderung genial. Willst du das nicht ausbauen? Aber auch dein letzter Satz ist vielversprechend. Wann und weshalb ist ihr das Frausein abhanden gekommen? Das wäre ein Kaufanreiz für mich. Aber ehrlich gesagt würde ich lieber einen Roman von dir lesen im Stil der merkwürdigen Vater/Sohn-Beziehung aus einer älteren Übung von dir. Da hätte mein Haus abbrennen können, so fasziniert war ich von der Story. Und ich drücke dir die Daumen, damit es dir gelingt, auch aus Charlottes Geschichte einen Pageturner zu machen.

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Hallo Angela, Elsa heißt jetzt Charlotte - damit hattest Du mich sofort an der Angel. Der Namenswechsel ist ein gutes Charakteristikum für die Wandlung, die Deine Protagonistin durchmacht. Bei der Geschichte würde mich vor allem interessieren, was den Anstoß zu diesem Wandel gegeben hat. Wie Charlotte/Elsa es geschafft hat, sich aufzurappeln und ein Leben als Fotografin zu beginnen. Viele Grüße Carola

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Elisabeth

Charlotte habe ich schon in mein Herz geschlossen, dein Buch werde ich kaufen! Viel Erfolg!

Eingetragen am: 15.05.2008

Eingetragen am: 14.05.2008 von Eva Marcuse
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11611

Eva Marcuse ist 35 Jahre alt. Sie hat nichts wirklich gelernt, schlägt sich mit Fahrradreparieren und Schauspielerei durch. Zuletzt hatte sie ein Engagement beim einem Kabarett – eine Nummer ohne Text, was sie nicht besonders mochte. Nun tingelt sie bei Bauerntheatern rund um den Tegernsee und spielt kleine Solo-Sketche in Fußgängerzonen und vor Bierzelten.

Sie sieht nicht besonders sexy aus, ist relativ klein, deshalb gleitet der Blick aus der männlichen Hemisphäre meistens über sie hinweg. Sie muß sich schon was Besonderes einfallen lassen, will sie wahrgenommen werden. Allerdings wollte sie fast immer schon ein Junge sein. Das machte es schon in der Pubertät reichlich schwierig, einen eigenen Stil bei den Verführungskünsten herauszubilden. Ohnehin liegt Sex für sie eher auf der Ebene „Jugend forscht“, auch noch mit ihren 35 Jahren. Damit stößt sie bei netten Männern meistens auf wenig Gegenliebe. Ebenso wenig hilfreich sind ihre Studien der Schriften von Max Marcuse, des Dermatologen und Sexualwissenschaftlers.

Doch Rettung naht: Ihr Bayrisch klingt so blues-ig und ihre Stimme so rauchig, dass sie für eine kleine Rolle in einem ziemlich bluesigen Film gecastet wird.


Kommentar von Metta Maiwald

Hi Eva, bist Du ausgestiegen? :o( Schade!!! War seit Mai auf Sparflamme, deshalb fällt es mir jetzt erst auf. Am 18. Oktober soll es ein Treffen bei der Frankfurter Buchmesse geben. Wenn Du Lust hast, lies doch mal auf der Autorenpinnwand (Romanstartseite links) nach. LG Metta

Eingetragen am: 10.09.2008

Kommentar von Cora

Humor und Realität. Das gefällt mir. Viel Erfolg!

Eingetragen am: 19.05.2008

Kommentar von Eva Marcuse

@Angela: Die Geschichte wird auf jeden Fall ganz, ganz wahr sein, wenn auch weitgehend erfunden. @alle: Ich bin vor Jahren aus dem Süden in ein nördlicheres (Exil)Bundesland gegangen. Ich glaube, die Geschichte wird eine liebevoll-böse Liebeserklärung an (die) Bayern. Damit hoffe ich den Entzug zu schaffen und endlich zum Programmschluss nicht mehr heimlich die Bayernhymne vor weißblauem Himmel hören zu müssen. __Südamerika entwickelt sich auch, aber eher im Hintergrund. Dank euch fürs Feedback.

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Azahar

Einen richtig fröhlichen, lustigen Roman würde ich gerne mal wieder lesen. Bin dabei! Ich hab das Gefühl, deine Figur muss man ganz einfach mögen, obwohl ich Südamerika auch ganz interessant fände. LG Azahar

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hört sich sehr lustig an,macht neugierig ich bin auf die Fortsetzung gespannt. Viel Spaß beim schreiben.Gruß Marie.

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Angela Thies

Das hört sich gut an. Eine originelle Frauengeschichte. Wahr oder nicht wahr?

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Eva Marcuse

Hi Frog, eben war leider mein Text weg. Neuer Versuch: Ob es eine ganze Komödie wird? Hopefully. Vielleicht aber auch eine Ansammlung kleiner Stücke. Jedenfalls habe ich gemerkt, dass ich keine eineinhalb Tage ernst bleiben kann; deshalb habe ich wieder mit dem Blödeln angefangen. Vielleicht arbeite ich auch parallel an zwei Projekten, falls mir mal zum Weinen ist. Und: Schoeps schuf schon schöne Schtunden – ist aber in der Warteschlange. Pfüat di

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Frog

Aha! Ist das etwa die Eva Marcuse mit dem Schoeps? :-) Mir gefällt sie, ich liebe schräge Frauentypen. Muss ein Albtraum sein, rund um den Tegernsee bierselige Bayern (eine kleine Alliteration, oder? :-)) zum Lachen bringen zu wollen. Da gönne ich ihr aber den Durchbruch beim Film – und beim Sex. Klar, dass ich diese Komödie (wird doch eine, oder?) lesen will. Das Südamerika-Abenteuer kann ja gern später kommen. Ich hoffe, Du gibst es nicht ganz auf...

Eingetragen am: 15.05.2008

Eingetragen am: 14.05.2008 von Momo
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Da liegt sie nun. Meine Lele.
Lele! Was ist das nur für ein unmöglicher Name? Marlene hatte mir so gut gefallen, doch diesen Namen fand sie doof. Genauso doof, wie das meiste in ihrem Leben, allem voran ihre Mutter. Ich weiß das, denn ich bin ihre Mutter und bekomme, beziehungsweise bekam es Tag für Tag zu spüren. Am liebsten hätte sie mich auf eine einsame Insel gewünscht, nur weit, weit weg von hier. Nun ist es umgekehrt. Lele befindet sich auf dieser Insel, eine Insel tief in ihrem Kopf, entstanden aus Wörtern, die irgendjemand einmal geschrieben hat. Dort lebt sie nun – unerreichbar für mich.
Seit meine Tochter sich auf der Schwelle zum Erwachsensein befindet – ich vermeide das Wort „Pubertät“ wo es nur geht, weil ich es nicht mehr hören kann! – sprechen wir eine andere Sprache. Ein friedliches Zusammenleben ist quasi nicht mehr möglich, obwohl, oder vielleicht gerade weil ich mich sehr darum bemühe.
Wer Lele kennt, weiß, dass sie noch nie besonders pflegeleicht gewesen ist. Bereits als Baby wusste sie genau was sie wollte. Später als Kleinkind ließ sie niemanden etwas durchgehen - am allerwenigsten ihren Eltern. Wehe dem, der es wagte, in ihr Hoheitsgebiet einzudringen. Bevor der freche Knirps auf dem Spielplatz wusste wie ihm geschah, war er das Sandförmchen auch schon wieder los, das er Lele soeben stibitzt hatte. Und zwar nicht in friedlichem Einvernehmen! Oh nein, Diskussion und Diplomatie waren noch nie ihre Stärke gewesen. Sie schrie jeden in Grund und Boden und schreckte auch vor den nötigen Handgreiflichkeiten nicht zurück, um ihren Standpunkt zu verdeutlichen.
Lele hatte immer schon Hörner. Vier Stück! Im Tierkreiszeichen Steinbock geboren gesellte sich auch noch ein Widder als Aszendent dazu. Nicht dass ich besonders viel von diesem Astrologiequatsch halten würde, doch in dieser Beziehung wurde ich eines Besseren belehrt.
Mit der Zeit lernte Leles Umgebung mit ihrer Energie und ihrer Sturheit umzugehen. Sogar ihr kleiner Bruder – er kannte sie ja nicht anders. Er wusste stets genau, wenn er der Sicherheitsabstand zu seiner Schwester besser verdoppeln sollte. Seit Beginn dieses unsäglichen Abschnittes in ihrem Leben traute sich eigentlich niemand mehr so recht an sie heran. Aus Angst, sich an ihrer schlechten Laune anzustecken, und zur Vermeidung von Hörschäden und Verletzungen durch fliegende Gegenstände.
Außer ihren Freundinnen, und es sind immerhin vier!, konnte sich bis vor kurzem nur ihr Vater weitgehend unbehelligt in ihrem Gefahrenkreis aufhalten. Einige Wochen vor ihrem Unfall beschloss sie, ihn "Pa" zu nennen, wahrscheinlich um ihr inniges Verhältnis zu demonstrieren. Mich nannte sie immer nur Mama. Einfach Mama. Ihr Vater war ihr Verbündeter, ihr Pa – bis sie eines Tages schmerzlich feststellen musste, dass er es nicht ist, sondern eben auch nur ein Erwachsener, noch dazu einer, der ihr etwas zu sagen hat.
Ihre einzigen Verbündeten sind ihre Freundinnen. Sie sind ebenfalls dreizehn - die einzige plausible Erklärung, die mir dazu einfällt. Wahrscheinlich sprechen auch sie diese komische Kaulquappensprache, die wir erwachsenen Frösche nicht verstehen können.
Eine von den vieren ist Leles beste Freundin: Sassi – eigentlich Saskia, aber der Name ist natürlich auch doof. Sassi darf eigentlich alles. Sie darf Lele Dinge sagen, die für alle anderen ein sicheres Todesurteil bedeutet hätten. Sassi wirkt auf Lele wie ein Katapult, ein Airbag oder ein Anker, je nach Bedarf.
Doch vor allem sie ist momentan der einzige Zugang, den ich zu meiner Tochter zu haben glaube, denn nur ihr gelingt es, in Leles Traumwelt vorzudringen. Nun hoffe ich inständig, dass Sassi es schafft, ihre beste Freundin aus dieser Welt herauszulocken. Zurück zu mir und zu ihrem „doofen“ Leben.


Kommentar von Velarani

Sehr schöne Beschreibung deiner Hauptperson! Ich bewundere ja die Mutter, die mit so viel Humor und Hoffnung über ihr "schwieriges" Kind erzählen kann! Und ich hoffe, dass Leles Sturheit und Eigensinn noch eine große Rolle spielen werden - ihr im Wege stehen und ihr letztlich auch zugute kommen werden. LG Velarani

Eingetragen am: 28.05.2008

Kommentar von Azahar

Die Beschreibung deiner Hauptfigur (ich nehme Lele ist die Hauptfigur und nicht die Mutter) aus dem Gesichtspunkt der Mutter hat mich sehr neugierig gemacht. Vor allem deutest du ja etwas ziemlich unheimliches an. Einen Unfall, und dass Lele jetzt in einer Traumwelt lebt. Ich würde wirklich gerne wissen, was hier vorgefallen ist. Bitte schreib unbedingt dieses Buch! LG Azahar

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Frog

Was für eine originelle Idee! Das könnte ein vielschichtiges Buch im Buch werden. Die "Mama" hat mich sofort auf ihre Seite gezogen, ich empfinde mit ihr, kann ihre Ohnmacht gegenüber diesem starken Charakter Lele nachvollziehen, erkenne ihre große Liebe und Sehnsucht, dem schwierigen Kind helfen zu wollen. Und die Figur der Lele ist auch lebendig skizziert. Ich kann mich als Mutter sofort mit der Mutter identifizieren und bin gleichzeitig neugierig, was im Kopf von Lele abgeht während ihres Zustandes. Ein perfekter Mix! Gepaart mit Deiner tollen Schreibe würde ich sagen: Das schreit nach Erfolg! Viel Glück weiterhin und hoffentlich bald mehr Textproben.

Eingetragen am: 15.05.2008

Eingetragen am: 14.05.2008 von Beate Kranz
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11607

Biographie

Name: Mel Jacobs
Alter: 1. April 1963 'der Aprilscherz' - nannten sie die Eltern und Geschwister
Größe: 174 cm
Gewicht/ Statur: 70 kg, (sie hat vor einem Jahr mit einer Ernährungsumstellung
angefangen und seitdem 12 kg abgenommen, der ganz normale
Frauentyp)
Geburtsort: irgendwo im Westen Deutschlands. 'Nur mein Paß kennt meinen Geburtsort,
ich habe sowieso keine Wurzeln mehr dort. Also ist es doch egal, wo ich her
komme' ist ihre Antwort auf diese Frage.
Haarfarbe/Augenfarbe: dunkelbraun, blau-grün
Physische Besonderheiten: ihre Oberarme und Oberschenkel sind recht kräftig (sie
bezeichnet sie als dick) deshalb trägt sie nie armfreie T-shirts
oder kurze Röcke und Hosen.
Erziehung/Ausbildung: freischaffende Journalistin
Beste Freunde/Freundinnen: sie meidet enge Freundschaften, der Tod ihrer Eltern hat sie
traumatisiert und sie selbst sieht sich eher als Einzelgänger,
denn als Gruppentier.
Feinde: sind ihr nicht bekannt. Sicher gibt es den einen oder anderen neidischen
Kollegen, aber direkte Feinde hat sie nicht. Auch gibt es in ihrem Umfeld
Menschen, die ihre distanzierte Art ablehnen, aber sie steht in keinem focus.
Familie (Mutter, Vater, Geschwister etc.):
Mutter: Alice geb. 1937 , gest. März 1988
Vater: Julius geb. 1937, gest. Oktober 1988
Brüder: Thomas, geb. 1960, wanderte 1986 nach Neuseeland aus und wurde Farmer
Matthias, geb. 1961, folgte Thomas Ende 1987.
Beide Brüder haben nur wenig Kontakt zu Mel. Man schreibt sich hin und
wieder eine e-mail, nur zu Weihnachten telephoniert man. Die Geschwister
haben es nicht geschafft die Beziehung zu halten und man kommt über Phrasen
nicht hinaus.
Kernbedürfnis: den freien Montagabend. Eine Freundin, damals lebten ihre Eltern noch,
erzählte ihr einmal, daß deren Tante sich grundsätzlich den Montagabend
frei hielte, um für die übrige Woche gewappnet zu sein. Mel, die Montage
nicht liebt, hat dieses Verhalten aufgenommen und nimmt sich an diesen
Abenden nichts vor und nimmt nur ungern Einladungen an.
Verhaltensweisen: Mel ist ein Einzelgänger und zieht sich bei Entscheidungen erst
einmal zurück und überdenkt alleine die Sache. Sie wird nicht
seßhaft und zieht immer wieder um. Pendelt zwischen Großbritannien
und Deutschland.
Ziele im Leben: c) will endlich ein normales Leben führen, ohne das Gefühl zu haben
immer noch nicht richtig entschieden zu haben.
b) will ihre Trauer um ihre Eltern zum Abschluß bringen. 'andere Frauen
treffen sich mit ihrer Mutter in der Stadt und gehen Eis essen, ich sitze
immer ohne Mutter im Cafe. Und ich wünschte mir, ich hätte nur
ein einziges Mal diese Gelegenheit dazu.
Ich hätte noch so vieles von ihr erfahren wollen. Ich habe ein Buch
voller Fragen. Fragen, die mir auf einmal so einfallen. Einfach so.
Und wenn es nur dieses dumme Rezept von diesen schlesischen
Apfeltasche wäre. Sie bekam es von ihrer Schwägerin und die
hatte es von ihrer Mutter. Ich kann noch nicht einmal meine Tante
fragen, denn Han starb noch vor meiner Mutter an Krebs. Diese
Apfeltaschen gehörten immer zum Herbst. Han buk sie als wir alle
Kinder waren und es waren die ersten Äpfel vom Baum. Jetzt habe
ich immer das Gefühl, daß es doch gar nicht Herbst ist, denn die
es gibt keine Apfeltaschen mehr’, erzählte sie einmal Fanny, die sie
schon fast ein wenig wie eine Freundin ansieht. Aber nur fast, denn
sie möchte nicht noch einmal einen Menschen verlieren, den sie mag.
c) will endlich einen Roman schreiben
Gesten beim Reden: nur wenn sie ihre Distanz aufgibt, redet sie frei.
Gangart: zügig und konzentriert. Sie bemüht sich bewußt ihre Füße abzurollen.
Weltanschauung: das Leben ist brüchig, also verschwende es nicht mit Banalitäten
Hobbys: sie ist ein Dauerleser - ein Buch ist immer in ihrer Tasche und wenn sie in den
Urlaub fährt, hat sie mindestens ein halbes Dutzend dabei.
Was anderen zuerst an ihr auffällt: Mel trägt immer einen großen Rucksack, in dem sie
Platz hat auch für ein Wochenende alles
mitzunehmen.
Charakterisierung: Mel Jacobs ist ein Mensch mit gekappten Wurzeln und einer daraus
gefestigten Distanz. Es fällt ihr schwer sich anderen Menschen zu
öffnen und anzuvertrauen. Häufig hat sie den Eindruck neben sich
zu stehen und sich zu beobachten.
'Vorbei ist eben vorbei und auch das Trauern bringt einen Menschen nicht zurück. Man sollte nicht in der Trauer erstarren und das Leben aufgeben und verpassen' schrieb sie ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter ins Tagebuch. 'Nur weiß ich plötzlich gar nicht mehr wer ich bin und was ich wollte und wie ich hier herauskomme und wie der Schmerz endlich aufhört. Ich komme mir wie ein Baum vor, dem man die Wurzel herausgerissen hat und der ohne Halt steht und eigentlich wartet, daß er nun stirbt. Aber ich möchte nicht sterben, nur weiß ich auch nicht wie man lebt.'


Kommentar von Barbara Theisen

Hallo Beate, auch ich bin gespannt, wie Deine Geschichte weiter geht und vor allem, wie es sein wird, wenn sich deine Protagonisten gegenüber stehen. Aber wenn Jemand eine Geschichte gut und zugleich spannend schreiben kann, dann Du. Viel Erfolg! Gruß Barbara

Eingetragen am: 29.05.2008

Kommentar von Beate Kranz

Hallo Maju, hallo Frog. Danke für Eure mutmachenden Kommentare. Inzwischen sitze ich vor meinem Textblock und schreibe und notiere mir so einige Einzelheiten und habe auch ganz schöne Zweifel. Irgendwie ist es nicht leicht, wenn die Protagonistin Mel Jacobs heißt und gerade die Entdeckung gemacht hat, daß sie zwanzig Jahre in einer 'nicht vorhandenen Wirklichkeit' gelebt hat. lg Beate

Eingetragen am: 20.05.2008

Kommentar von Maju

Jetzt ist der Groschen gefallen. Das ist die Frau, die entdeckt, dass ihre Eltern gar nicht tot sind. Wird sie sie wiedertreffen? Das Buch wird ein Knaller. Denn wenn ich richtig gerechnet habe, ist Mel ja dann schon 45 Jahre. Was wird passieren, wenn man nach 20 Jahren seine totgeglaubten Eltern wiedertrifft und warum waren sie weg? Fragen über Fragen tauchen auf und ich bin gespannt, was du daraus machen wirst. LG. eine neugierige Maju

Eingetragen am: 19.05.2008

Kommentar von Frog

Wow! Das ist ja eine gemeine Wende. Jetzt bin ich noch gespannter... Klasse!

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von Beate Kranz

Hallo Frog, hallo Birgit. Danke für Eure Kommentare. Bevor Mels Geschichte ein Ende findet, wird sie erst einmal entdecken, daß sie zwanzig Jahre umsonst um ihre Eltern getrauert hat... denn ihre Eltern leben und haben sich eine neue Identität und ein neues Leben aufgebaut. (siehe 11292). lg Beate

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von Birgit Malow

Hallo Beate, ich finde den Lebenslauf von deiner Figut "Mel" total interessant, eine vielschichtige Persönlichkeit, die du zeichnest, die sich dessen aber nicht bewußt ist, sondern eher unsicher ist und unter dem Tod ihrer Eltern leidet. Du beschreibst sehr gut, dass sie sich allein gelassen fühlt. Baust du noch einen Freund oder Verlobten ein und gibt es ein Happy-End? Nur nicht zu viel verraten. Ich bin jedenfalls gespannt, weiter zu lesen.

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Frog

Ich empfehle Mel Agathe. Und im Ernst: Das ist eine intensive Charakterisierung, die mich anzieht. Meine Prota Vicky und Deine Mel sollten sich treffen, sie hätten sich viel zu erzählen, wenn sie sich trauen würden... Möchte unbedingt wissen, ob und wie Mel zu sich selbst findet.

Eingetragen am: 15.05.2008

Eingetragen am: 14.05.2008 von Angela Barotti
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11594

Ich heiße Albert Steiner, bin 59 Jahre alt und seit 35 Jahren verheiratet. In wenigen Monaten werde ich Vater. Zum ersten Mal. Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll. Ein Kind in diesem Alter macht alles noch komplizierter als es schon ist.
Meine Frau Gerda ist ein Jahr jünger als ich und weiß noch nichts von meiner bevorstehenden Vaterschaft. Für sie wird es ein Schock werden, wenn sie davon erfährt. Wir hatten uns immer eigene Kinder gewünscht. Zwei wollten wir haben, einen Jungen und ein Mädchen. Aber es hat nie geklappt. Irgendwann hatten wir uns mit unserer Kinderlosigkeit abgefunden, hatten akzeptiert, dass das Schicksal es nicht wollte.
Und nun werde ich Vater. Ich werde ein Kind haben, werde meine Gene weitervererben – und vielleicht auch meinen Nachnamen. Heutzutage ist es ja möglich, dass das Kind nach dem Vater heißt, auch wenn die Eltern gar nicht miteinander verheiratet sind. Das, was ich mir damals als junger Mann erhofft hatte, erfüllt sich nun dreißig Jahre später. Allerdings mit einer anderen Partnerin als damals vorgesehen.
Nein, das Kind war nicht geplant. Genauso wenig wie meine außereheliche Affäre. Ich bin da so reingestolpert. Einfach so. Ohne es zu wollen. Und ohne es zu brauchen. Mein Gott! Ich mag gar nicht daran denken, was meine Eltern dazu sagen werden. Meine Mutter ist 86, mein Vater 88 Jahre alt. Ich muss es ihnen schonend beibringen, damit es sie nicht ins Grab bringt. Wo sie sich doch immer über jede Kleinigkeit so sehr aufregen. Und nun das! Ihr erstes Enkelkind! Würden sie sich freuen, wenn es Gerda nicht so verletzen würde? Sie haben ein so gutes und inniges Verhältnis zu ihrer Schwiegertochter.
Meine Ehe würde ich als gut bis sehr gut einschätzen. Gerda und ich, wir harmonieren sehr gut miteinander. Wir haben die gleichen Interessen, den gleichen Geschmack. Wir streiten uns selten. Natürlich haben wir auch Meinungsverschiedenheiten. Doch wir diskutieren sie aus. Manchmal auch sehr lautstark. Doch das ist für uns kein Streit sondern eine Diskussion. Streit ist immer etwas Verletzendes, etwas, dass unter die Gürtellinie zielt, das den anderen klein machen soll. Das tun wir nicht, denn wir achten einander.
Gerda ist nach wie vor eine gepflegte und attraktive Frau für ihr Alter. Bis zu ihrem 55. Lebensjahr hatte sie einen Job als Chefsekretärin, in dem sie aufging und der ihr sehr viel Spaß bereitete. Dann meldete ihr Unternehmen Konkurs an. Seitdem ist sie zu Hause.
Mein Job als Pharmareferent beinhaltet sehr viel Reisetätigkeit. Allerdings bin ich nie länger als zwei Tage am Stück weg. Dafür jedoch ein- bis zweimal die Woche. Treue war für mich immer ein wichtiges Thema. Sich treu zu sein gehört sich einfach, wenn man miteinander verheiratet ist. Manche meiner Kollegen sehen dies anders. Doch ich bin da altmodisch. Obwohl ich für mein Alter sehr attraktiv aussehe und die meisten Menschen mich gut und gerne zehn Jahre jünger schätzen – wobei sicherlich mein noch immer volles Haupthaar auch eine Rolle spielt - , war ich nie ein Draufgänger. Andere Frauen haben mich nie gereizt. Gerda gab mir alles was ich brauchte. Ich vermisste nichts, was ich mir bei einer anderen Frau hätte holen wollen.
So gingen unsere Jahre ins Land. Wir erfüllten uns unseren Traum von einem Häuschen im Grünen. Und wir verreisten viel, sahen die halbe Welt. Unsere Leidenschaft füreinander ebbte natürlich im Laufe der Jahrzehnte ab, doch ich denke, das ist in jeder Partnerschaft der Fall. Alle vier bis sechs Wochen hatten wir zum Schluss noch Sex. Das mag nicht viel sein, wenn man Anfang zwanzig ist, doch wenn man Ende fünfzig ist, dann ist dies kein schlechter Schnitt. Ich jedenfalls war zufrieden.
Bis ich Britta traf.


Kommentar von Metta Maiwald

Bezeichnend, dass Albert sich auch Gedanken über die Reaktion seiner Eltern macht! Eigentlich hat er gar keinen Grund, fremdzugehen, wenn alles so harmonisch ist. Aber vielleicht IST das der Grund. Wenn Männer, wie Ginko seine Zweifel ausdrückt, so etwas nicht lesen wollen - Frauen sicher.

Eingetragen am: 22.05.2008

Kommentar von Lillilu

Wenn ich jetzt immer Horst Seehofer im Fernsehen sehe, denke ich an deinen Albert! Der hat sich ja aus Gründen der Staatsräson nicht von seiner Ehefrau getrennt, aber ich stelle mir Albert charakterlich und vielleicht sogar äußerlich so vor. Hast du eine feine Vorlage! LG Lillilu

Eingetragen am: 22.05.2008

Kommentar von Pollie Bley

Das ist richtig starker Tobak. Mit 59 zum ersten Mal Vater. Na danke, dachte ich und, dass er eine um 25 Jahre jüngere Frau hat. Aber nein, sie ist 58! Mein erster Gedanke, das sind so "Perverse", die die "Künste der Medizin" ausnützen. Dann kommt gleich der nächste Kracher: Das Kind ist ein außerehelicher Ausrutscher. Also ich will unbedingt mehr davon wissen. Da stecken unsagbare Konflikte drin. Die ganze heile Welt gerät extrem ins Schwanken. der sehnliche Wunsch nach einem Kind geht in Erfüllung und dann kann man sich noch nicht man wirklich darüber freuen. Lass es krachen!

Eingetragen am: 21.05.2008

Kommentar von Ginko Korn

Weil die Prämisse oberhalb der Gürtellinie angesiedelt ist, stolpert Albert mit Britta in den Kopfstand. Aus dieser Sicht erscheint der Lauf des Lebens keineswegs gebahnt und der Schlenker gerät zum Verkehrsunfall. Fast jeder Dreifachtwen hat ähnliches erlebt. Und anstelle von Schadensbegrenzung soll jetzt der GAU folgen. Welcher Mann will denn seine Eselei auch noch als Roman lesen?

Eingetragen am: 20.05.2008

Kommentar von Angela Barotti

Shit, in meiner Danksagung hat sich eine Namensverwechselung eingeschlichen. Der besondere Dank geht natürlich an Mata.

Eingetragen am: 20.05.2008

Kommentar von Angela Barotti

@alle: Danke ihr Lieben für Eure Kommentare. Ein besonderer Dank geht an Malea, die mir sehr gut vermittelt hat, wie Albert beim Leser ankommt. Zum Teil ist es so gewollt – bieder und langweilig, jedoch war es etwas weniger krass geplant, als es anscheinend rübergebracht wurde./ Ja, es ist ein neues Thema und ich versuche mich wieder als Mann (Penisneid? Keine Ahnung). Ob daraus ein Roman wird, weiß ich nicht. Ich sehe es erst einmal nur als Übung an, die mich weiterbringen soll./ Brittas Persönlichkeit bereitet mir noch Kopfzerbrechen, da sie sehr unkonventionell und zerstörerisch werden soll. Der arme Albert, der sich von Gerda trennen wird, da er der Meinung ist, ein psychisch gesundes Kind bräuchte beide Elternteile, wird von Britta Stück für Stück demontiert werden, bis sein komplettes Leben als Scherbenhaufen vor ihm liegt.

Eingetragen am: 20.05.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo Angela,Dein Text gefällt mir sehr gut,ich kann mir bildlich vorstellen wie Albert in der Zwickmühle sitzt und bin gespannt wie er sich aus der Situation rettet.Ich bin neugierig auf Britta.Gruß Marie.

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Angela, natürlich fehlen in deinem Text die Emotionen, doch die gehören ja auch nicht unbedingt in einen Lebenslauf. Ich jedenfalls finde die Informationen über Albert interessant und glaube auch, dass sich daraus eine gute Geschichte machen lässt. Und so, wie ich mich an deine früheren Texte erinnere, wirst du das auch schaffen. Viel Erfolg, Numungo (11474).

Eingetragen am: 17.05.2008

Kommentar von Birgit Jennerjahn-Hakenes

Hallo Angela, gefällt mir gut, Du hast einen super Konflikt geschaffen, wie er in einem Roman eben gebraucht wird. Dein Albert kommt mir so vor, als würde er sich selbst etwas vormachen.

Eingetragen am: 17.05.2008

Kommentar von Max

Ich habe kürzlich eine ziemlich identische Geschichte in meinem Bekanntenkreis miterlebt, in echt also; ich bin gespannt, wie die Story hier endet.

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von Mata

Hi Angela. Diese Situation birgt sicher Einiges an Brisanz, keine Frage, und man ist gespannt, wie das künftige Leben der Protagonisten weitergeht, beziehungsweise was sich daraus entwickelt. Jedoch, und da bin ich jetzt einfach ehrlich, bleibt der Charakter von Albert für mich zu farblos. Irgendwie ist er mir zu glatt. Ich meine, er hat so keine Ecken und Kanten. (Natürlich muss er welche haben, sonst hätte er diese andere Frau nicht geschwängert, aber das kann genauso gut ein „Versehen“ gewesen sein. Alkohol zum Beispiel ... soll ja vorkommen. ;-)) __ Guter Job, nette Frau, liebe Eltern, hübsches Haus und gestritten wird sowieso nicht ... das wirkt alles sehr bieder und eintönig und lockt nicht wirklich, den Mann näher kennen zu lernen. Er bleibt – für mein inneres Auge – nebulös und ohne Emotionen. Er erzählt das auch einfach so runter. Ohne große Gefühle. Wenn ich mir das so vorstelle? Für einen normalen Mann (in diesem Alter und dieser Position im Leben) müsste doch die Welt einstürzen, oder nicht? Entsetzen, Angst, Durcheinander, Resignation oder meinetwegen auch Freude, je nach Einstellung, aber der spricht lediglich von kompliziert. Halloo? __ Es kann natürlich sein, dass du ihn so haben willst, und man muss ja auch nicht so spinnerte Leute erfinden, wie ich das immer tue, aber mich würde Albert nicht hinter dem Ofen hervor locken. Aber ich bin ja auch nicht Britta. ;-) LG, Mata

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Angela Thies

So ein Früchtchen, dieser Typ. Bin gespannt, ob er es schafft seinen Lieben alles zu beichten oder ob er sein Doppelleben weiterführt. Hört sich nach einem ziemlich selbstgefälligen Mann an. Wenn du den Schreibstil so weiterführst, stelle ich mir dieses Thema auch sehr humorvoll vor.

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Birgit Malow

Hallo Angela, da du auch schon einmal einen Text von mir kommentiert hast, wollte ich mich mal revanchieren und mich nicht nur zurücklehnen... Ich finde es interessant, dass du als Frau in die Rolle eines Mannes schlüpfen willst. Keine Angst? Das Thema ist gut gewählt und macht Laune, weiter zu entwickeln. Hast du dich nun entschlossen, hierzu einen Roman zu verfassen, oder war das einfach eine spontane Schreibübung? Ich wünsche dir noch viel Freude in diesem Projekt, bis bald liebe Grüssse Birgit

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von fish

Sehr lebensnah und echt beschrieben, eigentlich für mich zu echt beschrieben. Es wird mir irgendwie ungut, wenn ich deine zeilen lese. Ich kann mich irgendwie in die situation deines protagonisten total reindenken. Es wirkt total belastend auf mich. Liebe angela, sei mir jetzt bitte nicht böse, aber ich würde deinen roman, auf keinen fall lesen.

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Frog

Hallo Angela! Nun bin ich verblüfft! Jetzt doch ein Mann? In seiner Haut möchte ich nicht stecken! In Gerdas allerdings auch nicht. Und in Brittas schon gar nicht, denn ich ahne, sie wird auf der Strecke bleiben, weil Albert nicht aus seiner Haut kann. Nur so eine Vermutung. In Deiner neuen/alten Idee steckt viel Potential. Die Problematik kann unter die Haut gehen. Wenn Du dran bleibst, wünsche ich Dir ein gutes Händchen. Ich persönlich könnte mich nur schwerlich so tief in einen Mann versetzen. Die Spannung steigt. Bis bald!

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Lillilu

Was Liebe und Begehren auslöst ist ein Mysterium! Da sind schon viele kluge Sachbücher drüber geschrieben worden. Albert sitzt im Mußtopp und weiß es nicht. Daher kommt Britta und die Mauern von Jericho stürzen ein! Er muss einfach irgend etwas haben, was Britta anturnt und sie natürlich erst recht! Eine diffizile Aufgabe für dich, Angela! Schön wäre es, wenn es jetzt richtig in der Kiste rappelte und wir das alle lesen dürfen! Im wahren Leben könnte es natürlich auch so ein ganz schlaffer, kleiner Ausrutscher sein. Ich drücke dir die Daumen! LG Lillilu

Eingetragen am: 14.05.2008

Eingetragen am: 14.05.2008 von Heidrun
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11591

Lebenslauf von Barbara Winter
Geboren im Mai Anfang der sechziger Jahre in einer Großstadt. Einziges Kind eines Lehrers, der seine Tochter sehr liebt und versucht, sie der Musik näher zu bringen und zum Studium zu bewegen. Die Mutter ist der ruhende Pool in der Familie. Barbara erlebt eine sehr behütete Kindheit, entwickelt wenig Selbstbewusstsein. Statt zu studieren erlernt sie den Beruf der Bürokauffrau. Ihre Mutter stirbt bei einem Unfall. Ihren Vater hält es nichtmehr an dem Ort, an dem seine Frau gestorben ist. Er zieht mit Barbara in seine ehemalige Heimat Schrobenheim. Schon bald klinkt er sich aus dem Leben aus, wird dement, kommt ins Altenheim. Barbara heiratet Gernot, einen erfolgreichen selbstbewußten Schrobenheimer Autoverkäufer. Er scheint ihr das Selbstbewusstsein zu geben, das ihr fehlt.
Barbara verliert ihre Arbeit, die Fabrik, in der sie arbeitet wird ins Ausland verlagert. Barbara nimmt einen Aushilfsjob im Altenheim an. Barbara entdeckt ihre kriminelle Energie, kommt durch viele Irrnungen und Wirrungen zu dem Schluss, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.


Kommentar von Angela Thies

Zum Glück kommt sie noch dahin ihr Leben in die Hand zu nehmen - ansonsten wäre es echt vergeudet. Ich bin gespannt, was sie alles so in sich entdeckt, nach diesen angepassten Jahren.

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Heidrun

Hallo Lillilu, Ja ja, die Verschreiber. Musste selbst lachen. Natürlich,das Leben selbst in die Hand nehmen bedingt normalerweise keine kriminelle Energie. Aber in diesem Fall ist es eben so. Mehr wird nicht verraten. Grüßchen: Heidrun

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Lillilu

Ein unruhiges Leben, aber ich verstehe den Zusammenhang zwischen "kriminelle Energie entdecken" und "ihr Leben selbst in die Hand nehmen" nicht. Bedingt das eine das andere? Und die Mutter ist doch sicher kein Pool sondern ein Pol?

Eingetragen am: 14.05.2008

Eingetragen am: 14.05.2008 von fish
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11581

Lebenslauf von a bit fishy

Geboren in der zweiten hälfte des 20. Jahrhunderts. Als kind einer arbeiterfamilie erlernte er den beruf des elektromechanikers und absolvierte die meisterprüfung.
Im alter von 18 jahren beschloss er, daß er mit 35 jahren unabhängig sein will und soviel geld verdient haben will, dass er nicht mehr arbeiten gehen muß.
Er war in folge extrem zielorientiert und ehrgeizig , wurde abteilungsleiter und später dann erfolgreicher technischer leiter einer maschinenbaufirma. Er verdiente sehr gut und konnte letzendlich sein ziel das arbeitsleben zu beenden, bereits vorzeitig mit 34 jahren realisieren.

Sein instinktives interesse für fische, ließ ihn aber noch nicht zur ruhe kommen.Er gründete einen fischzuchtbetrieb und erlernte den beruf des fischer und fischzüchters, legte auch in diesem berufsbild die meisterprüfung ab und verdiente gut.

Er hatte sich nun einerseits die fähigkeit des logischen denkens in einem technischen beruf angeeignet,. andererseits erarbeitete er sich wesentliche kenntnisse der natur in seinem zweiten beruf. Verbunden mit ausreichenden kapital hat er nun die besten voraussetzungen für seinen nächsten lebensabschnitt.

Mit 40 Jahren beendete er dann tatsächlich jegliche berufliche tätigkeit und widmete sich endlich seinem eigentlichen ursprünglichen interesse, ja und auch dem eigentlichen grund warum er mit 18 jahren beschloss, mit 35 jahren sein arbeitsleben beenden zu wollen.
Er entwickelte und präsentierte ein neues system einer völlig neuen gesellschaftlichen und politischen ordnung und denkweise:
Das ABF model.
Er propagierte nun sein model, schrieb einen roman darüber und hielt viele vorträge. Nach dem zweiten anschlag, der aufgrund der revolutionären gedankengutes seines models auf ihn verübt wird, stirbt er.

Hier tritt nun der zweite protagonist meines romans in erscheinung.

Peace, wurde als sohn wolhabender eltern geboren. Sein vater ist amerikaner und angesehener wissenschaftler. Seine mutter ebenfalls akademikerin.
Peace studierte sozialwissenschaften mit ausgezeichneten erfolg und war in jeder hinsicht musterschüler.
Er ist ein smarter, sympathischer gutaussehender mann, der es versteht durch seine witzige redegewandheit einerseits und seiner intelligenz andererseits, menschen von seinen ideen zu überzeugen und darüber hinaus zu begeistern.
Er war in leitender position einer bank beschäftigt und nebenbei als gemeindepolitiker äußerst aktiv.
Alles lief normal, bis zu dem tag an dem a bit fishy starb.

Die Idee des ABF models ergriff ihn derart heftig, daß er zusammen mit freunden eine ABF interessensgemeinschaft gründete.

Diese interessensgemeinschaft wurde immer stärker und fester, bis letztendlich unter der führung von peace eine politische partei gegründet wird, die auf anhieb sehr viele unterstützer findet allerdings, bei den ersten wahlen nicht so gut abschneidet.

Peace war eben doch in seinen meinungen und absichten, im ersten anlauf, teilweise etwas zu radikal und euphorisch.

Seine nachfolger hatten dann die durchschlagenden erfolge mit dem abf model und so leben wir heute in einer so völlig anderen welt als damals, kurz nachdem beginn des dritten jahrtausends.
In der damaligen zeit schien es noch unmöglich, irgendwann einmal in einer welt zu leben, die weitgehend frei von hunger, gewalt, strafe und korrupten politikern ist.
Absoluter weltfrieden, wie wir ihn heute haben, wurde zwar von vielen angestrebt, war aber im damaligen weltbild noch absolut unvorstellbar.


Kommentar von Malea

Wenn man deine vorherigen Texte betrachtet, so deutet ja einiges darauf hin, dass der erste Lebenslauf zumindest teilweise autobiographisch ist - ich hoffe nur, du verzichtest in der Realität auf die Sache mit dem Attentat ;-) Ich finde die Idee zwar etwas verschroben, aber warum nicht. Leider kann ich mir so gar nichts unter dem "ABF model" vorstellen. Für mich hört sich das nach einem utopischen Gesellschaftsmodell an. Ich glaube nicht, dass es funktionieren wird - die Geschichte zeigt, dass die Natur des Menschen einem gleichen, gerechten, stabilen, nicht totalitären System zuwider läuft. Also musst du einen pfiffigen Roman über deine Idee schreiben, der den Leser sprachlich mitreisst und inhaltlich fesselt. Das stelle ich mir schwer vor in deiner Lage, wenn du dich wirklich schon 20 Jahre in dem System deiner Theorie bewegst. Ich drücke dir aber dennoch die Daumen, dass es klappt! Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 14.05.2008

Eingetragen am: 14.05.2008 von Max
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11574

Max ist in der Lage, sich in besondere energetische Zustände zu versetzen. Sie kann so ohne technische Hilfsmittel Materie geringfügig verändern. Sie ist mit dieser Fähigkeit immer spielerisch umgegangen und hat niemand davon erzählt, weil sie befürchtete, für verrückt erklärt zu werden. Olaf, ein Naturwissenschaftler taucht in ihrem Leben auf. Er erkennt die außergewöhnliche Gabe von Max. Er möchte sich nicht auf die Love Affair mit ihr beschränken, sondern das Phänomen dieser Energie erforschen. Ehrgeiz packt ihn. Max will weiter nur spielen und nicht in den Verwertungsprozess wissenschaftlicher Forschung geraten. Sie entdeckt die zerstörerische Seite ihrer Begabung.


Kommentar von Frog

Hi Max, Dein Kommentar zu meinem Text hat mich nachdenklich gemacht und hilft mir sehr. Vielen Dank. Unter Deiner Romanidee hier kann ich mir sehr wenig vorstellen, bin aber überzeugt, dass Max eine Figur wird, mit der ich viel anfangen kann. Bis bald

Eingetragen am: 17.05.2008

Kommentar von Max

Hi Malea, Max ist tendenziell eher eine Loser-Figur. Sie entdeckt zwar destruktives Potenzial in sich, aber als gewohnheitsmäßge Spielerin setzt sie eher auf Sieg (oder eben auch Niederlage) durch Intelligenz als durch Macht. Max als Romanfigur ist in der Tat noch nicht wirklich ausgereift. Dank für deinen Kommentar.

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Malea

Mmh, das klingt für mich nach dem Stoff eines guten alten Marvel-Comics. Supergirl mit Superkräften, Liebe, Enttäuschung, die Verlockung der Macht. Da fehlt mir noch ein bisschen der zündende Funke, das Besondere, um mich zu überzeugen. Vielleicht liegt es auch an der Kürze des Textes, ich kenne leider keine längeren von dir. Mit einem guten Schreibstil könntest du mich auf jeden Fall kriegen ;-) Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 14.05.2008

Eingetragen am: 14.05.2008 von Ginko Korn
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11567

Als Fünfjähriger verwaist Jasper Husen bei einem Landstraßenunfall. Prominenten Adoptiveltern erscheint es gerade nützlich, ein Verkehrsopfer in ihrer Kindersammlung zu haben. So wächst er in deren Anwesen auf, verkrüppelt, denn die letzte sinnvolle Operation unterbleibt, weil sein Öffentlichkeitswert nachlässt. Äußerlich verunstaltet, wird er nach drei Jahren einem kirchlichen Internat "gespendet". Allmählich findet er heraus, dass die Verletzungsfolgen für ihn nicht nur Qual bedeuten, sondern mit außergewöhnlichen Fähigkeiten einhergehen. Er bringt es fertig, sich auch bornierte Lehrer geneigt zu machen. Da er um deren sonstige Neigungen weiß, verschafft er sich augenzwinkernd Zugang zu allen Quellen, auch solchen, die dem religiösen Geist der Anstalt widersprechen. Vom Vormund befreit, studiert er Naturwissenschaften mit Botanik als Schwerpunkt. Mit seinen Dissertationsversuchen rüttelt er an den Dogmen einiger Professoren und wird abgelehnt. Schließlich findet er Beschäftigung in einer landwirtschaftlichen Versuchsanstalt. Dort rettet er Elly Bestel aus einer lebensbedrohlichen Lage und findet in ihr seine Lebenspartnerin. Während ihrer Genesung entwickelt sie ähnliche Ausnahmesinne wie Jasper. Gemeinsam verfolgen sie das (zunächst unglaubliche) Anliegen dieses Romans.


Kommentar von Metta Maiwald

Wunderbar sarkastisch, das Kind für die Publicity zu opfern,aber worum es genau geht, bleibt noch ein wenig nebulös.

Eingetragen am: 04.06.2008

Kommentar von Lillilu

Das passt alles irgendwie zu dir - meine subjektive Meinung. Und deshalb ist die Ausgangsbasis schon einmal klasse. Wunderbare Namen und interessante Locations! Bleib dran an diesem Roman, damit wir hier noch mehr lesen können. Ich vermisse seit einiger Zeit deine spritzigen Kommentare - you're the cream in my coffee....LG Lillilu

Eingetragen am: 20.05.2008

Kommentar von Frog

Perfide und kryptisch. Aber es scheint Dich sehr zu beschäftigen, sonst würdest Du Dich hier öfter "lesen" lassen. Ich harre der Weitergestaltung, zumal mich Ausnahmesinne in jeder Form faszinieren (solange der Name Harry Potter dabei nicht fällt). Und ich wüsste gern, ob die Adoptiveltern in der Zukunft noch eine Rolle spielen werden... Außerdem finde ich den altmodischen Namen Elly Bestel gut, da er Ausnahmesinne für meine Begriffe schon impliziert.

Eingetragen am: 19.05.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hört sich alles sehr interessant an, macht Appetit auf mehr.Bin schon gespannt um welches Anliegen es sich handelt und welche Ausnahmesinne gemeint sind.Ich freue mich schon auf mehr! Gruß Marie.

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Numungo

Könnte interessant werden. Könnte! Es ist nicht klar, was das für "außergewöhnliche Fähigkeiten" sein sollen. Es ist auch nicht klar, was das Anliegen des Romans sein soll, ob nun unglaublich oder nicht. Es fehlen weitere Informationen. Oder hast du die in einem früheren Text versteckt? Viele Grüsse, Numungo (11474).

Eingetragen am: 17.05.2008

Kommentar von Max

Ich vermute Pädophilie/Homosexualität sind es, die dem religiösen Geist der Anstalt widersprechen. Botanik war ja in Klöstern seit je in den Klöstergärten (=Versuchsanstalten) bevorzugtes Fach, und die "pharmazeutischen" Planzen teilweise ähnlich gut bewacht wie ketzerische Schriften, die im Skriptorium nicht von jedem Mönch kopiert werden durften. Ausnahmesinne? Ich tippe auf Gedankenlesen, Wahrsagekünste, die selbst hartnäckig uneinsichtige Lehrer zum Umdenken brachten.

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von Gina K.

Bis zum Internat läuft das Leben dieses Kaspar Hauser gepfropft auf die Gegenwart.Dann gerät das Paar ins Schwärmen. Ein Tsunami von Andeutungen rollt heran. Schätzingsweise wird es böse enden.

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Malea

So, jetzt verrätst du uns etwas mehr. Aber immer noch nicht so viel, dass ich wirklich verstehen würde, was du planst. In welcher Zeit spielt denn dein Roman? Es gibt für mich widersprüchliche Hinweise. Prominente Adoptiveltern deuten auf die Gegenwart hin (Madonna und Co. lassen grüßen). Das Studium allgemeiner Naturwissenschaften ist allerdings heutzutage nicht möglich, sie gliedern sich in versch. Disziplinen wie Physik, Chemie, Biologie etc.; Schwerpunkt Botanik geht nur im Studienfach Biologie. Die mysteriösen Fähigkeiten sind mir etwas zu nebulös. Kann er das Gelächter der Pflanzen hören? Will er seine Ausnahmesinne bei der Dissertation verwenden und scheitert deshalb, weil seine Ergebnisse von niemandem reproduzierbar sind? Momentan deutet für mich alles auf einen Bio-SciFi-Thriller mit philosphischem Tiefgang hin. Ich bin gespannt. Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 14.05.2008

Eingetragen am: 13.05.2008 von Frog
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11563

Ich bin Vicky, 44, Einzelkind, im April 1964 in einem Kaff in Niedersachsen geboren.
Meine Eltern Werner (Kaufmann) und Thea (Hausfrau) wollten mich nicht wirklich haben, Kinder kriegte man damals halt. Wirkliche Nähe bauten sie zu mir nie auf, ich wurde streng erzogen (Leitsatz "sowas tut man nicht"), meine Wildheit und Fantasie wurde von früh an der Einfachheit halber unterdrückt. Sie ließen mich spüren, dass ich als Junge bessere Karten gehabt hätte. Ich wollte aber nie ein Junge sein, weil ich die in meiner Nachbarschaft alle blöd und feige fand. Die Mädchen allerdings auch. Ich war lieber allein mit meiner Fantasie und meinem naiven Wunderglauben – und mit meiner Angst.
Krankheit, seltsame Todesfälle – in meiner Nachbarschaft gab es alles. Ich hatte ständig Horror, etwas Schlimmes könnte passieren.
Alles änderte sich, als ich mit 12 bei einem meiner geliebten Streifzüge durch den Wald den gleichaltrigen Tibor kennenlernte. Das war nach meinem ersten Absturz – mit der Schaukel. Schaden: Gehirnerschütterung!

Tibor aus Hamburg, der blauäugige Arztsohn mit den tausend Sommersprossen und den hochnäsigen Eltern, wurde mein Geheimfreund (unsere Eltern sollten nie davon erfahren). Wie ich war er ohne Freunde, fremdbestimmt, musste an seiner Pianistenkarriere feilen und Wettbewerbe gewinnen, obwohl er lieber ein ganz normaler Junge gewesen wäre und davon träumte, Tischler zu werden.
Unsere geheimen Abenteuer waren eine Klasse für sich – unser Leben abseits vom familiären Alltag machte plötzlich Sinn. Wir konntne uns alles sagen, ich hatte endloses Vertrauen zu ihm.
Den zweiten Absturz erlebten wir gemeinsam – vom Hochsitz. Schaden: Armbruch (Tibor!) Er war mir dankbar, weil er drei Monate nicht Klavier üben musste.
Als Teenager trieb sich Tibor plötzlich mit ätzenden Typen herum und verriet auf schäbige Weise unsere Freundschaft. Ich brach den Kontakt ab und beschloss, niemandem mehr zu trauen (am allerwenigsten mir selbst).

Nach dem Abi zog es mich in die Stadt, aus der Tibor stammt: Hamburg!
Hier habe ich alles gemacht, ein bisschen studiert, gejobbt, gereist, Party (Ich tanze für mein Leben gern, weil ich mich in der Musik, die ich über alles liebe, verlieren kann).
Ich traue mir nicht viel zu, deshalb arbeite ich seit Ewigkeiten für Zeitarbeitsfirmen, am liebsten als Empfangsdame. Da kann ich schön Menschen beobachten, was ich gern tue. Außerdem bin ich neugierig, und sie vertrauen mir ihre Probleme an, weil ich gut zuhören kann und patente Problemlösungen parat habe.
Aber wenn ich mich mal verliebe oder zaghaft zu einem Menschen Vertrauen fasse, droht Absturz. Sie gehen weg oder sterben gar. Wie mein Ehemann, der schwul war (was ich wusste, es war eine Zweckehe) und an Aids starb (was ich nicht wusste). Eigentlich mein dritter Absturz. Schaden: Witwe mit 33, aber kein Rentenanspruch!
Seitdem kommen die Abstürze in kürzeren Abständen. Ich beschere sie mir selbst, ich trinke zu viel, ich schlafe zu wenig, ich gehe mit zu vielen Männern mit, die mich nicht "sehen" können, vielleicht weil ich auch nicht gesehen werden möchte.
Aber ich habe mir eine harte Schale zugelegt im Laufe der Jahre. Mich kann so schnell nichts und niemand mehr erschüttern.
Glaubte ich zumindest, bis ich erfuhr, dass mein Nachbar (ich nenne ihn den "Teufel"), den ich lange Zeit als Freund in meine Wohnung gelassen hatte, ein Kinderschänder war. Als er an Krebs starb, brach ich zusammen und begann eine Therapie.
Meine Therapeutin Agathe ist ein blonder Stinkstiefel, der alles besser weiß und immer zu große High Heels trägt. Aber irgendwie hilft sie mir mit ihren ungewöhnlichen Methoden und ihren Zauberglobuli, obwohl ich mir anfangs jede Woche schwor, ich gehe da nie mehr hin.
Seit sie mir vor den Latz geknallt hat, ich sei innerlich tot und könne damit aufhören, ändere ich Schritt für Schritt mein Leben. Es geschieht wie von Zauberhand.
Ich gehe jetzt wieder öfter raus statt vor der Glotze zu hängen,
treibe Sport, statt allein zu trinken. Ich treffe mich mit meinem verwitweten Vater und traue mich, ihm Fragen zu stellen. Ich pflege freiwillig das Grab meiner Mutter und verzeihe ihr langsam die abweisende Kälte, mit der sie mich erzogen hat.
Ich rufe meine einzige Freundin Inga, die frisch verlassene Mutter von zwei halbwüchsigen Kids, regelmäßiger an, ich helfe meinem pubertierenden Nachbarjungen Nick bei den Hausaufgaben und Problemen mit seiner alleinerziehenden Mutter, ich bin weniger neidisch auf die Menschen um mich herum, die in "glücklichen" Beziehungen leben. Ich trauere weniger um die Kinder, die ich nicht bekommen habe.
Das soll nicht heißen, dass ich jetzt zum positiven Gutmenschen mutiere. Natürlich habe ich Zweifel. Aber ich beobachte an mir eine Lebendigkeit, die ich von ganz früher kenne. Ich scheine erwachsen zu werden. Ich gewinne Selbstvertrauen, ich beginne, an mich zu glauben. Ich finde mich sogar wieder schön.
Und jetzt gerade bin ich völlig außer mir. Der Nachbarjunge Nick hat mir eben von seinem ungewöhnlichen neuen Klavierlehrer erzählt, der eigentlich Tischler ist...


Kommentar von Metta Maiwald

Und daran willst Du wirklich nicht weiterschreiben??? Oh bitte, tu es! Manchmal muss man schreiben und ein bisschen vorm Computer hocken und flennen. Dann fühlen sich all die Vickys unter den Leserinnen nicht mehr gar so allein.

Eingetragen am: 17.07.2008

Kommentar von Bridget Olliver

Oui ;-) liebe Grüße Bridget

Eingetragen am: 19.05.2008

Kommentar von Frog

@Danke Angela, schöner Einwurf von Dir. In der Zwischenzeit ist der Kinderschänder in den Hintergrund gerückt, ein anderer Todesfall (der einer sehr guten Freundin) treibt Vicky zu dieser Therapeutin. @Max (danke für den Tipp, kenne ich noch nicht, das Buch) Agathe ist kein Stinkstiefel, sondern wird von Vicky nur so gesehen, weil Agathes krasse Wahrheiten zunächst unangenehm sind. Wer hört schon gern, dass er tot ist, obwohl er lebt? Aber Vicky wird besser klarkommen, nachdem sie bei Agathe gelernt hat, sich besser abzugrenzen, um nicht mehr ständig "Energievampiren" anheim zu fallen. Es geht jedenfalls nicht darum, durchschnittlich zu werden, nur weniger ambivalent. Gloob ick jedenfalls hier und heute. Gruß Frog (seit zwei Tagen rauchfrei und daher ein bisschen weich in der Birne. Hoffe nicht, das läuft auf eine Schreibblockade hinaus)

Eingetragen am: 19.05.2008

Kommentar von Maju

Liebe Frog, endlich komme ich dazu, mehr Kommentare zu schreiben, nachdem ich meine Protagonisten zur Welt gebracht habe und bis zur nächsten Übung noch 3 Tage Zeit sind. Das klingt nach einer aufregenden Ver- und Entwicklungsgeschichte, die hoffentlich mit deinem feinen Humor gewürzt ist. Ich habe nämlich gerade deine sämtlichen Übungen hintereinander gelesen. Das ist auch eine gute Übung, weil da plötzlich ein roter Faden durchläuft und man sich gut vorstellen kann, wie derjenige seine Geschichten entwickeln wird. Ich freue mich jetzt schon auf mehr von dir und weiß, dass es gut wird. LG. Maju

Eingetragen am: 19.05.2008

Kommentar von Angela Barotti

@Frog: Doch, deine anderen Übungen habe ich gelesen. Aber beim Wort ‚absturzgefährdet’ hat meine Phantasie überdreht und ich habe mir noch mehr dazu gedichtet, weil es so schön passte. / Kennst du den Spruch (ich weiß nicht mehr, von wem er ist): Wenn ein Wolf in der Nacht einem anderen Wolf im Wald begegnet, dann denkt er: Oh, ein Wolf. Wenn ein Mensch einem anderen Menschen nachts im Wald begegnet, dann denkt er: Oh, ein Mörder. Vicky jedoch sieht nie zuerst die negativen Eigenschaften in den Menschen, sondern stets die positiven. Dass dies ‚dunkle’ Gestalten anzieht, versteht sich von selbst. Denn bei Vicky dürfen sie Mensch sein und können ihre negativen Seiten für eine Zeit vergessen. Verstehe ich es richtig, dass Agathe ihr diese wunderbare Charaktereigenschaft ‚abtrainieren’ soll? Und damit auch Vickys Hilfsbereitschaft? Schade eigentlich, wenn ein ganz besonderer Mensch auf Durchschnitt getrimmt werden soll.

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Max

Hallo Frog! Noch ein Nachtrag - ein Beispiel, wie eine Psychotherapeutin in einen guten Roman gut eingebaut werden kann, als Anregung vielleicht: in Robert Menasse, Don Juan de la Mancha.

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Azahar

Es freut mich, mehr über die Frau die du schon im letzten Beitrag angedeutet hast, zu erfahren. Ich hatte zwar etwas anderes erwartet, aber auch diese Geschichte interessiert mich sehr. Wird sie Tibor tatsächlich wiedertreffen? Und was wird dann passieren? Bin sehr gespannt, wie es weitergeht. LG Azahar

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Ich finde sehr gut wie sich Vicky entwickelt.Nach diesen ganzen Tiefschlägen und der unglücklichen Kindheit finde ich es schön,dass Sie lernt an sich zu glauben und endlich selbstbewusst und glücklich zu werden. Ich denke natürlich mit einigen Umwegen und vielleicht kleinen Rückschlägen, denn von so einem Chaosleben in ein glattes glückliches Leben wäre langweilig.Dein Schreibstiehl gefällt mir sehr gut,die Themen die Du anschneidest zum Beispiel mit dem schwulen Ehemann und dem Kinderschänder sind sehr Aktuell und ausbaufähig.Ich kann mir gut vorstellen das Du kein Blatt vor den Mund nimmst und uns alle weiterhin gut unterhältst mit Deiner Idee. Ich freue mich auf die Fortsetzung. Lieber Gruß Marie.

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Birgit Jennerjahn-Hakenes

Ein Tick weniger ironischen Unterton, denn für mein Empfinden wird das, was Du schreibst dadurch schlechter, als es ist. Äh, verstanden? Aus dem Bauch raus möchte ich sagen: Du musst Dich nicht hinter Ironie verstecken. Der Stoff ist gut genug!

Eingetragen am: 17.05.2008

Kommentar von Max

... Nähe bauten sie zu mir nie auf, Wildheit und Fantasie unterdrückt, fremdbestimmt – da ist ne Menge Psychovokabular, das mich in der Literatur eher stört. Du kannst aber ganz anders schreiben, wie wir aus deinen Texten wissen. __Warum mußte Tibor aus Hamburg für immer Geheimfreund bleiben? __Die „Abstürze“ in allen Facetten als Leitmotiv finde ich auch gut. Besonders fies, weil die Kinder durch Abstürze Räume schaffen können, in denen die Eltern nichts zu melden haben. __Paßt die Empfangsdame zu Vicky? Und ist der fehlende Rentenanspruch mit 33 eventuell auch Teil des Totseins? __Ich stelle mir vor, dass nicht der Tod des Kinderschänders verantwortlich für den Zusammenbruch war, sondern die grausige Erkenntnis, die neuerliche menschliche Enttäuschung. __Warum muß Agathe ein Stinkstiefel sein. Es gibt viele Arten von schrill und schräg, die nicht ganz so abstoßend sind, mit denen du vielleicht im Lauf der Geschichte mehr spielen kannst. __“ändere ich Schritt für Schritt mein Leben. Es geschieht wie von Zauberhand.“ Das ist okay als Arbeitsthese, die sich vielleicht noch wie von Zauberhand weiterentwickelt. Du hast die Veränderungen ja schon sehr lebendig und eben nicht Gutmenschenmäßig dargestellt. __“Definitiv hat der klavierspielende Tischler aber keine Frau zu Hause. Und wenn, lasse ich sie sterben. .“ Warte es ab. Es kann zu Überraschungen kommen; manchmal überschreiten Problembären Grenzen, das sind dann keine zahmen Diskoteddies. __Insgesamt hast du hier ein wirklich tragfähiges Szenario für einen Roman, glaube ich (ich bin ja nicht vom Fach).

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von Frog

Hi@Bridget, Du verstehst immer genau, was ich meine, Du baust mich total auf. Thanks. Warst Du das eigentlich mit dem baguette? @rosamsa, bisher fängt meine Geschichte nach der "Tot"-Sitzung bei Agathe an und es gibt einen Mix aus Rückblicken und aktueller Entwicklung. Ich finde es schön, dass Du mitfühlen kannst. Das macht Mut @ Malea, danke für Deinen profunden Kommentar, treffende Gegenüberstellung, ich nehm ihr die harte Schale auch nicht ab. Aber so viele Frauen (ich denke immer, ich schreibe für Frauen) verstecken sich ja dahinter @Momo, danke für Deinen Zuspruch. Offenbar bin ich eine gute Adresse für abgefahrenen Geschichte, ich höre manchen Menschen gern zu und erfahre dabei tatsächlich ziemlich abgründige und traurige Geschichten. Aber vielleicht ist es auch zuviel, aus so viele Abgründen einen Roman zu stricken? Keine Ahnung. Vicky (kommt wirklich von Viktoria=Sieg, die Bedeutung begreift Vicky erst sehr spät) ist eine Mischung aus allem, und ich will das irgendwie in Worte fassen. @Angela, gern erkläre ich Dir, wie ich mir das gedacht habe: Eigentlich hätte ich noch in die "Bio" schreiben müssen, dass Vicky Lügen nicht erträgt und keine Nähe zulassen kann, obwohl sie sich danach sehnt. Trotzdem fange ich mal mit dem Sehen an. Schon Vickys Eltern haben sie nicht "gesehen" in ihrer ureigenen Art. Sie musste sich verdrehen. Auch Tibor wurde von seinen Eltern nicht "gesehen", weil er etwas musste, was er nicht wollte. Deshalb verband diese beiden heranwachsenden Kinder diese Geheimfreundschaft, denn sie konnten sich "sehen", oder noch besser: "erkennen". Als diese Freundschaft zerbrach, beschloss Vicky, niemandem mehr zu nahe zu kommen. Darum heiratete sie später einen homosexuellen Mann, weil der ihr nicht gefährlich werden konnte. Wenn er nicht gestorben wäre, hätte sie es sich in dieser falschen Ehe ganz bequem machen können. Wahrscheinlich wollte sie ihm einen Gefallen tun, weil sie ihn mochte und er Probleme mit seinen Eltern hatte. (Vicky rettet ja gern) . Sie hat immer das Leben der anderen gelebt, nicht ihr eigenes. Ich stelle mir vor, dass sie trotzdem bei Männerbekanntschaften schon mal darauf gehofft hat, so ganz zaghaft, "gesehen" zu werden, oder errettet, wie damals von Tibor. Der alte manipulative Teufel, na, da musst Du Dich halt überraschen lassen. Ich kennen viele Menschen, sie sehr betroffen und verstört waren, als sie erfahren haben, dass sie mit einem Kinderschänder befreundet waren. Und dann mit der ganzen Wahrheit konfrontiert zu werden, na, ich glaube mal, da erstarren selbst kinderlose Menschen. Andere tanzen lieber auf dem Grab, die Menschen sind halt verschieden. Wer weiß, worauf Vicky durch diesen Teufel noch alles kam....und was schließlich zu ihrem Zusammenbruch führte.... Ich denke, der vorläufige Titel "Absturzgefährdet" erklärt sich ganz gut durch meinen Text. Es gibt halt verschiedene Formen von Abstürzen, tut mir leid, dass Du Dir was ganz anderes darunter vorgestellt hast. Vielleicht hast Du meine ersten beiden Texte hier nicht gelesen...(730, 2660). Da habe ich das wohl schon mal angedeutet... Gut ,dass Fragen gestellt werden, da muss man dann nachdenken und überdenken. Definitiv hat der klavierspielende Tischler aber keine Frau zu Hause. Und wenn, lasse ich sie sterben. .. Sie war sicher nicht halb so klasse wie Vicky es eigentlich ist und hoffentlich im Laufe der Geschichte lernt, das auch zu fühlen und zu leben.

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von Angela Barotti

Mmh. Irgendetwas kommt mir hier nicht ganz stimmig vor. Warum ist der Nachbar der Auslöser, um eine Therapie zu machen? Weil Vicky nicht hinter seine Maske schauen konnte? Na und? Wer kann das schon. Das Kainsmal ist leider für uns Menschen unsichtbar. Und Vicky ist doch kinderlos. Also ist es zwar ärgerlich auf solch einen Typen hereingefallen zu sein, aber es bleibt ohne Konsequenzen. Anders wäre es, wenn Vicky ein Kind hätte und der Nachbar sich an diesem Kind vergriffen hätte. Wenn sie also den Teufel ins Haus geholt hätte und nun unter den Schuldgefühlen zusammenbricht. Kurz gesagt: wenn du Vicky kein Kind andichten möchtest, dann bräuchte es für mich einen besseren Auslöser für die Therapie. (Ich hätte auf seinem Grab getanzt) Am interessantesten erscheint mir die Zweckehe. Warum heiratet Vicky einen bekannt schwulen Mann? Hatte sie Mitleid, weil er ein Ausländer war und ausgewiesen werden sollte, oder was steckt hinter dieser Ehe? Und was ist mit den Männern gemeint, die Vicky nicht "sehen" können? Die Stelle habe ich nicht verstanden./ Nach deiner Logline aus der vorigen Übung habe ich mir deine absturzgefährdete Vicky immer auf dem Dach eines Hochhauses vorgestellt, von dem sie sich herunterstürzen will. Sie wird gerettet und landet dann bei Agathe. / Dass sich mit Tibor der Kreis wieder schließt, gefällt mir gut. Hoffentlich hat er keine kranke Frau zu Hause (Kneipenbärsyndrom ;-)) und Vicky kann endlich glücklich werden.

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Beate Kranz

Hallo Frog, jetzt weiß ich endlich wer Agatha ist... Deine Vicky hat ja schon einen sehr kurvenreichen Weg hinter sich und ich denke, der vor liegende Weg dürfte auch recht steinig sein. Bin gespannt darauf, was aus Vicky wird. Gute Idee. lg Beate

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Momo

Hallo Frog, nachdem Du mir nun schon zu jedem meiner Texte einen Kommentar geschrieben hast (vielen Dank!), habe ich mir alle Deine Beiträge durchgelesen und für sehr wertvoll befunden. Dein Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut, ebenso wie Deine Themen und Figuren; besonders Vicky (den Namen finde ich toll - kommt er von: Viktoria - die Siegerin?). Ich kann mir gut vorstellen, dass in dieser Vicky ein gehöriges Stück von Dir selbst steckt und warum Du diese Geschichte schreiben musst. Wahrscheinlich genau aus dem gleichen Grund, warum ich meine "Lele-Geschichte" schreiben muss. Ich freue mich auf mehr von Dir! Liebe Grüße, Momo

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Bridget Olliver

Hallo Frog, nein, ich habe nur unter Bridget gepostet. Und sollten jetzt nicht fünf andere Bridgets auftauchen, bleibts dabei. Versprochen;-)) liebe Grüße Bridget

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Frog

Das ist der Lebenslauf von Vicky, nicht meiner. Aber seit ich sie "erfunden" habe, wird sie langsam zu meiner Freundin. Klar steckt ein Stück von einem selbst in jeder Geschichte. Das macht Geschichten meiner Ansicht nach glaubwürdig. Aber ohne Distanz geht's halt auch nicht. Schwierig, das alles. Danke für die Kommentare. Jeder bringt mich ein Stückchen mehr auf den Weg. Bin selbst gespannt, wohin der führt. Aber ohne Euer Feedback hätte ich niemals weitergemacht. Hoffe, dass mir und allen anderen hier der Atem nicht ausgeht. Und ich sage jetzt mal ganz profan: Es gibt Hoffnung! Und, liebe @Andrea, hast Du mir jetzt eigentlich doppelt geschrieben? :-)

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von andrea

Hallo Frog, emotionales Auf und Ab. Dieser Lebenslauf fesselt und ich wünschte mir, ich könnte das jetzt gleich weiterlesen. Es klingt, als ob Vicky grad für sich die Freude am Leben entdecken. Und jetzt scheint Tibor wieder da zu sein. Spannend, spannend... Dir liebe Grüße und auch vielen Dank für Deine Beiträge zu meinen Texten. andrea

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Malea

Du hast Recht, es gibt gewisse familiäre Ähnlichkeiten zwischen Vicky und Theodora. Und ihre Lebenswege stellen die zwei klassischen Varianten von "Überlebensstrategien" emotional vernachlässigter Kinder dar: Theodora geht in die innere Emigration und umgibt ihr Herz mit einem Stahlpanzer (Motto: Ich brauch gar keine Liebe...). Vicky hat keinen Stahl (ihre "harte Schale" nehm ich ihr nicht ab), deshalb wird sie ständig verletzt, bringt sich in Situationen, in denen sie verletzt wird (blöde Männer), verletzt sich am Schluß selbst (Sucht, Absturz) (uneingestandenes Motto: Ich habe gar keine Liebe verdient). Ich bin sehr gespannt auf deinen Roman, zumal du uns noch einen netten teaser einschenkst, den Hoffnungsschimmer das alles noch gut werden kann. Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von rosamsa

Hallo frog, Dein Lebenslauf, oder besser gesagt der Deiner Protagonistin ist schon eine interessante Geschichte für sich. Erzählst Du uns alles noch ausführlicher, über die diversen Abstürze oder fängt Deine Geschichte bei der letzten Zeile an? Irgendwie erinnert mich dieser Lebenslauf auch an mein Leben. Nicht in den einzelnen Ereignissen aber in den Selbstzweifeln, den Abstürzen, dem zu sich finden und schön langsam einen Sinn in allem finden. Mich würde alles was ich bis jetzt gelesen habe noch ausführlicher interessieren, baust Du es in Rückblenden ein. Blöde Frage, natürlich tust Du das. Ich wünsche Dir einen langen Atem, denn den braucht man für einen Roman, wie ich immer deutlicher merke. LG rosamsa

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Bridged Olliver

Hallo Frog, schade, dass der Text schon zu Ende war!!! In diesem Lebenslauf tobt das pralle Leben. Besonders unter die Haut ging mir, dass die Protagonistin einen Phädophilen in ihre Wohnung gelassen hat ohne von seinen Neigungen zu wissen. Das Bilanz ziehen nach den Abstürzen könnte sich wie ein roter Faden durch den ganzen Roman strecken. Es gibt ja jetzt schon verschiedene Erzählstränge. Eltern, Kindheit, Ehe und Nichtehe, Betäubung durch Männerbekanntschaften, den Teufel, einer vielleicht durchgeknallten aber fähigen Psychoanalytikerin... Agathe fand ich übrigens richtig witzig. Und die Idee mit dem pubertierenden Jungen dem man mal dringend bei den Problemen mit seiner Mutter unter die Arme greifen müsste hat mir gut gefallen. Sonst jammern immer nur die Mütter über ihre hormongeschüttelten Kinder. Gut, dass sie ihrer Mutter verzeihen kann und das Leben wieder an Sonnenschein gewinnt. Ein klavierspielender Tischler. Aha. Das kann doch hoffentlich nur Tibor sein. Der Bogen ist gespannt. Genau so gespannt bin ich, wie es weitergeht. Liebe Grüße Bridget

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von fish

Hört sich nach einem ereignissreichen leben deiner protagonistin an. Ich habe das gefühl, daß dein roman mindestens genauso ereignisreich und interessant wird. :)

Eingetragen am: 14.05.2008

Eingetragen am: 13.05.2008 von Marie Stiehl
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11555

Man, immer muss ich im Keller auf die Toilette gehen, jedes mal ist einer von euch auf Klo. Laut schimpfend springe ich die Stufen der Holztreppe runter, immer mindestens zwei auf einmal nehmend. Im Keller angekommen öffne ich mir im gehen schon den Reisverschluss. Bei mir muss immer alles schnell gehen. Unsere kleine Kellertoilette ist genau unter der Kellertreppe. So drei Meter entfernt, ist ein Kellerfenster, das geöffnet ist, darüber befindet sich ein Gitterrost. Wenn sich oben an der Straße jemand unterhält, dann hört man es im Keller. Eigentlich wollte ich dringend auf die Toilette, aber reizvoller ist das heimliche Lauschen, dachte ich. Die unterhalten sich bestimmt über mein Schaufenster. „Die ist nur am arbeiten, kümmert sich gar nicht um Ihren Mann und das Kind.“ „Und wie die immer aussieht, als ob die nie was zu essen kriegt.“ „So dünn und ungepflegt, hast Du schon mal der Ihre Hände gesehen?“ „Einfach ekelhaft!“ „Wenn ich der Ihr Mann wäre, der sieht doch wirklich gut aus, der könnte doch ganz andere haben.“ „Hast Du schon mal dem seine Augen gesehen?“ „Ja, so geil blau und dann die schwarzen Haare, ich glaube der ist Italiener.“ „Der kann aber gut Deutsch, heißt der nicht Schwarz?“ Doch, komisch!“Die können auch nicht den Namen von Ihr angenommen haben, die hat doch schon immer hier gewohnt, die ist doch sogar hier auf der Straße im alten Krankenhaus geboren.“ „Ihrer Schwester sieht Sie aber auch nicht ähnlich. Die ist doch blond.“ „Ich glaube die kommt auf Ihre Mutter.“ „Aber nicht mit der Oberweite, gegen ihre Alte ist die aber ein Weisenkind.“ „Stimmt da hat die Schwester mehr zu bieten.“ „Na die Haarfarbe hat sie wie die Mutter, so Kastanienbraun,die Schwester kommt auf den Vater.“ „Ob die den Laden noch lange macht?“ „Früher war alles besser, bei Ihrer Oma da gab es noch richtig schöne Blumen.“ „ Die hat mir zu viel verändert. Dauernd streicht die den Laden in anderen Farben, dann steht die Theke hier,zwei Tage später kommst Du wieder, steht die Theke ganz wo anders.“ „Mir gefällt der ganze neumodische Kram, den die macht nicht!“ Die Stimmen werden leiser. Ich erinnere mich das ich die Toilette benutzen wollte. Zu gern hätte ich gesehen wer das war. Ach egal, hier unten hab ich schon schlimmeres über mich gehört.


Kommentar von Lillilu

Moment, ich habe verstanden: der Lebenslauf von Elke steht hier unter #11559, oder?

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Lillilu

Schöne Idee die Personenbeschreibung auf dem Klo zu hören! Jetzt wissen wir, wie sie aussieht, aber was für ein Mensch die Prota ist und wie ihr Lebenslauf aussieht nicht.

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von fish

Witzige perspektive, aus der du hier erzählst. Warum eigentlich diese perspektive ? Hängt das mit dem inhalt deines roman zusammen ?

Eingetragen am: 14.05.2008

Eingetragen am: 13.05.2008 von Marie Stiehl
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11559

Lebenslauf von Elke Schwarz.
Geboren am 16. 02.1969 in Dormagen.(Karnevalssonntag)
Tochter von Heinz und Anna Schwarz.
Sturzgeburt, wäre beinahe im elterlichen Blumenladen geboren worden.
Glückliche Kindheit in Blumenladen und Gärtnerei.
Nach Beendigung der Realschule,
Lehre in einer Gärtnerei an der Holländischen Grenze.
Nach 1,5 Jahren die Lehre abgebrochen, da Lehrherr nicht im Bett geduldet wurde.(Dieser Blödmann,wenn der dachte mit den anderen geht das, aber nicht mit Elke, die steht nämlich auf dunkelhaarige Typen und nicht auf blondgelockte mit Schnäuzer!)
Dann den Rest der Lehrzeit, in einer anderen Gärtnerei verbracht. Dort hat Sie erlebt das es auch geregelte Arbeitszeiten gibt, Chefs die in Ordnung sind, nette Arbeitskollegen, zu dieser Zeit lebt Elke wieder zuhause bei Ihren Eltern. Nach der Gärtner Lehre,die Sie mit Note 1,2, beendet hat sucht sie sich eine Lehrstelle als Floristin die sie nicht antritt, da sie einen dunkelhaarigen Halbitaliener heiratet. Ein Jahr nach der Hochzeit übernimmt sie den Blumenladen Ihrer Eltern.1993 bekommt sie einen Sohn. Zwei Jahre vorher hat sie eine Fehlgeburt, weil sie zu schwer gehoben hat. Nach der Geburt stellt sie eine Floristin ein, Ihr Mann versogt den Sohn sie arbeitet weiter. Nach ein paar Jahren kommt sie auf die Idee eine Adventsausstellung vorzubereiten, dort überarbeitet sie sich total, eine Bekannte die angehende Psychologin ist schleppt Elke nach der Ausstellung, die ein großer Erfolg war, zur Hausärztin. Dort erzählt sie das Elke drei Tage und Nächte durchgearbeitet hat, das sie sich anders als sonst verhalten hat und das sie zuviel Geld ausgegeben hat, das alles ist nicht normal. Die Hausärztin und die Psychologin beschließen Elke in die Psychiatrie einweisen zulassen, nur zur Beobachtung. Elke lässt vor lauter Erschöpfung alles über sich ergehen. Wenn andere sagen, das sie nicht normal ist, dann glaubt sie es, sie hat zu diesem Zeitpunkt keine eigene Meinung. Die Psychologin und Ihr Mann fahren sie in die Psychiatrie. Dort angekommen benimmt Elke sich unmöglich. Sie ist aufgebracht und total sauer. Als die gute Psychologin die Einweisungsformalitäten erledigt , spielt Elke verrückt. Sie erzählt,das sie zwei Selbstmordversuche hinter sich hat, das alles kommt in Ihre Akte. Als Elke nach drei Tagen nach Hause will, wird sie nicht ernst genommen. Sie wird nach Schema behandelt, mit Tabletten ruhig gestellt und vor einen Richter gestellt, der entscheiden muss, ob sie normal ist oder nicht. Natürlich benimmt sie sich Total daneben. Das bringt Ihr sechs Wochen Geschlossene ein. Danach muss sie noch drei Wochen offene Psychiatrie ertragen. Danach ist Ihr Leben nicht mehr das Gleiche. Sie muss Tabletten einnehmen, darf nicht mehr so viel arbeiten, niemand nimmt sie mehr ernst. Sie selbst gibt aber nie auf, schafft es alleine die Tabletten abzusetzen und ändert Ihr Leben von Grund auf.


Kommentar von Max

Also so einfach geht das nicht mit Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie. Niemand kann z.B. gezwungen werden, Medikamente zu nehmen. Und Zwangseinweisungen finden nur nach ganz bestimmten Voraussetzungen statt, nämlich Gefährdung anderer oder der eigenen Person. Das sollte schon korrekt dargestellt sein, es sein denn, es wird aus der Perspektive der Kranken erzählt. Dann wäre aber auch eine Gegenüberstellung gut - etwa ein ärztliches Gutachten, damit man sich als Leser eine Vorstellung machen kann (Psychose, Neurose, Paranoia etc) vom Innen-Außen dieser Person.

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von rosamsa

Hallo Marie, typischer Fall von ... denke ich gerade. Aber genau so ist es. Die meisten Menschen verdrängen erfolgreich einen Schicksalsschlag nach dem anderen, ein unangenehmes Gefühl, einen Streit, eine nicht verarbeitete Fehlgeburt, Schuldgefühle, Abhängigkeit von den Eltern, (warum der gleiche Beruf, wirklich aus eigenem Antrieb?), Aufopferung, Überarbeitung das ganze Programm. Und zum Thema Psychatrie @frog, wenn Du Dich aufführst, Widerstand leistest, bist du gleich weg vom Fenster, wirst mit Medikamenten ruhig gestellt und musst erstmal beweisen, dass Du noch "normal" bist. Ich kenne einige Leute die in der Psychatrie waren. Und Deine Protagonistin, sie muss die Tabletten von selbst absetzten das weiß sie, denn kein Arzt wird ihr das vorschlagen und es ist sehr mutig. Aber wir alle müssen unser Leben selbst in die Hand nehmen, kein anderer tut es für uns. Bin gespannt wie Deine Geschichte weitergeht. LG rosamsa

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Frog

Hilflosigkeit auf allen Ebenen, das ist ein trauriges Schicksal, nicht unüblich in dieser Zeit. Ich wüsste gern, warum sich Elke bei der Ärztin unmöglich benimmt und damit ihren Leidensweg noch vorantreibt. Ob tatsächlich so früh schon ein Richter zum Einsatz kommt und ob die Einweisungs- und Behandlungswege tatsächlich genauso ablaufen, wage ich zu bezweifeln, das weißt Du hoffentlich besser. Ich wünsche mir, dass Elke sich vom hilflosen Mädchen zu einer selbestbewussten, reflektierten Frau wandelt und dass Du das mit der nötigen Distanz auch so aufschreibst. Elkes Geschichte könnte vielen Leserinnen Mut machen...

Eingetragen am: 14.05.2008

Eingetragen am: 13.05.2008 von Haribo
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11552

Meine Hauptfigur wurde Anfang der sechziger Jahre im schönen Thüringer Land geboren. Ihre Eltern lebten in einem kleinen Dorf. Mutter war Briefträgerin und ihr Vater war Schlosser bei den Wasserwerken. Ihr Name ist Luise Schatz, sie war das Jüngste von vier Kindern. Nach der Zeit im Dorfkindergarten und dem guten Abschluss der Schulausbildung erlernte sie den Beruf des Porzellanmalers. Damit ging ein Traum in Erfüllung. Der Vater starb als sie zwölf Jahre alt war und von da an musste sie die Männerarbeit zu Hause übernehmen.
Zu früh wurde sie selber Mutter, heiratete und hängte ihren Beruf an den Nagel. Diese Ehe hielt nicht lange. Luise verließ das Thüringer Land und heiratete zum zweiten Mal. Mit der Aufnahme einer neuen Arbeitstelle bekam sie die Möglichkeit für eine Ausbildung als Kabelmechanikerin. Diese Arbeit war für sie keine befriedigende Alternative. Nach ihrem zweiten Kind schulte Luise abermals um, dieses Mal zur Wirtschaftskauffrau.
Sie erhielt eine Anstellung als Schulsekretärin, kündigte diese nach fünf Jahren, weil sie merkte, dass sie diese Arbeit krank machte.
In der Zeit ihrer Arbeitslosigkeit machte sie einen Fernlehrgang und schloss diesen mit einem Diplom ab. Gleichzeitig nutzte sie das Angebot vom Arbeitsamt, und belegte eine Weiterbildung zur Finanzbuchhalterin. Ihr Praktikum verschlug sie in eine Hausverwaltung und sie konnte endlich zeigen, was sie gelernt hatte. Luise liebte diese Arbeit. Leider hatte dieses Glück einen Wehrmutstropfen. Sie hatte eine vom Neid geplagte Kollegin, die immer bestrebt war, Luise das Arbeiten zu erschweren. Doch Luise hielt durch.
Nach fünf Jahren wurde sie auf Grund einer unbedachten Handlung entlassen.
Eines Tage lernte sie im Geschäft ihres Mannes einen Mann kennen, der ihr ein interessantes Angebot machte. Darüber brauchte sie nicht lange nachdenken. Zur selben Zeit bekam Luise ein Angebot als freie Mitarbeiterin von einem Buchhandel aus der Nachbarschaft. Da Luise an keinem Bücherstand vorbei kam, freute sie sich besonders über dieses Angebot. So konnte sie, wann immer sie wollte, im Buchladen stöbern. Im Buchjournal fand sie eine Webseite, die ihr Leben abermals verändern sollte.


Kommentar von Sylvia M.

Hallo Haribo! Erkenne ich da Parallelen zu deinem Leben? Schreib los. Das kann interessant werden. Liebe Grüße Sylvia M.

Eingetragen am: 14.05.2008

Eingetragen am: 13.05.2008 von Malea
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11546

Wenn ich die ungewöhnlich geringe Zahl an Beiträgen sehe, dann liegt die Vermutung nahe, dass es vielen wie mir geht: Für den Lebenslauf meiner Romanheldin ist es noch zu früh. Weil er noch am Wachsen und Gedeihen ist. Und weil er die Essenz der Geschichte ist. Würde ich ihn jetzt schon verraten, wäre die Spannung weg. Aber es gibt andere sehr wichtige Figuren in meiner Geschichte von der Frau mit den Henkeltassen. Eine davon ist:

Die Psychiaterin

Theodora Wissmann, geboren am 24.12.1954, hasst deswegen Weihnachten, weil es ihr immer die Geburtstage versaut hat. Sie hasst auch ihre Eltern für deren schlechten Geschmack bei der Auswahl ihres Namens. Weil sie schon mittendrin ist beim Hassen, hasst sie auch ein bisschen die anderen Kinder, eben weil sie anders sind. Ihre Gefühle werden erwidert.

Theodora wächst als einziges Kind von Margarete Wissmann, geborene Enderlich, und Fridolin Wissmann auf. Der Vater ist Ingenieur mit Fachgebiet Landmaschinen, die Mutter führt als Hausfrau ein strenges Regiment und geht Mann und Kind auf die Nerven. Sie ist sehr aktiv im Pfarrgemeinderat, leitet den Kirchenchor, organisiert Pfarrfeste und geht auch den Mitgliedern der Pfarrgemeinde auf die Nerven.

Theodora hat kein Interesse, sich mit ihrer Mutter anzulegen, aber sie will sich auch nicht völlig unterordnen. Deshalb verkriecht sie sich in ihre eigene Welt, die im Wesentlichen aus Büchern besteht. Theodora ist eine Außenseiterin, hat keine Freundinnen, aber das stört sie nicht. Der Erfolg in der Schule fällt ihr leicht und befriedigt sie, macht aber ihren sozialen Status nicht gerade besser.

Die Familie Wissmann lebt in einer beschaulichen Kleinstadt in der Mitte Deutschlands in einem schmucken Vorstadthäuschen mit Gartenzwerg im Rosenbeet. Während Theodoras Pubertät kommt es überall in Deutschland zu einer gesellschaftlichen Erneuerung, die wilden 68er. In Theodoras Kleinstadt finden sie nicht statt, schon gar nicht in ihrem Elternhaus.

Das einzige Streitthema mit ihrer Mutter ist die Tatsache, dass Theodora seit ihrem 12. Geburtstag – o du Fröhliche – den sonntäglichen Kirchgang verweigert. Nicht aus religiösen Gründen, sondern weil sie die Zeit zum Lesen nutzen will. Mit ihrem Vater könnte sie gar nicht streiten, da er praktisch nicht anwesend ist. Er flieht, wie so viele Männer, vor seiner dominanten Frau in die Arbeit. Ist er zu Hause, so ist er nur körperlich anwesend, nimmt Nahrung auf und bastelt ansonsten in der Garage an einem alten Traktor herum. Mit seiner Tochter beschäftigt er sich kaum, Erziehung ist in seinen Augen Aufgabe der Mutter, eine sehr praktische Einstellung, die (mindestens) einer ganzen Generation Männer eine Menge Ärger und Aufregung erspart hat.

Ohne Sex, Drugs und Rock`n Roll auch nur von Ferne kennen gelernt zu haben, macht Theodora ihr Abitur, natürlich mit 1,0. Theodora beschließt, Medizin zu studieren. Menschen von innen findet sie durchaus interessant. Am interessantesten von ganz innen. Deshalb wählt sie Psychiatrie als Fachgebiet. Sie hält sich nicht mit Studentenparties, Liebschaften oder Revolution auf, sondern konzentriert sich ganz auf ihr Studium.

Eigentlich ähnelt sie in ihrer zielstrebigen und strengen Art sehr ihrer Mutter. Aber darauf sollte man sie besser nicht ansprechen. Der Erfolg im Studium mündet kerzengerade in eine glänzende Laufbahn als Psychiaterin. Am Höhepunkt ihrer Karriere leitet Theodora eine psychiatrische Klinik. Sie ist eine strenge Herrscherin in ihrem Reich, präzise, brillant und gnadenlos.

An einem ganz normalen Dienstag steht am Vormittag ein ganz normales Therapiegespräch mit einer ganz normalen Verrückten auf dem Plan. Theodora ist routiniert, ihr Leben verläuft in sicheren, ruhigen Bahnen, nichts kann sie mehr überraschen. Dachte sie bis zu diesem Tag…


Kommentar von Metta Maiwald

Ach schade, ich hatte mich schon so auf die Henkeltassenfrau gefreut! Heißt sie nicht Annabell? (Insiderwitz) Aber es stimmt: Alles braucht seine Zeit. Ein ganz normaler Verrückter, oder eine? Ach, Du meinst den Feng-Shui-Berater, der Deiner Protagonistin empfohlen hat, ihre Tassen nach Südwesten auszurichten? Ich finde übrigens, dass man hier im Forum die Spannung nicht wahren muss. Es geht ja nicht darum, dass alle hier später unser Buch kaufen, sondern dass man schon ausprobieren kann, ob einzelne Ideen funktionieren und ankommen. Also ich selbst habe schon hemmungslos alles mögliche preisgegeben. Ansonsten gefallen mir Deine Charakterbeschreibungen sehr gut, etwas skurril, und doch wieder gewöhnlich. Der ganz normale Wahnsinn eben.

Eingetragen am: 20.05.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Das hört sich schon sehr spannend an,ich freue mich schon auf mehr und mache mir Gedanken wie es weitergehen kann.Gruß Marie.

Eingetragen am: 18.05.2008

Kommentar von Birgit Jennerjahn-Hakenes

So, das ist noch nicht die eigentliche Romanheldin! Zum Glück aber wenigstens eine sehr wichtige Figur, denn das steht ihr auch zu!

Eingetragen am: 17.05.2008

Kommentar von Benita

Hallo Malea, Theodora ist nur eine Nebenfigur? Wow, wie interessant wird da die Hauptfigur!? Was geschieht an diesen ganz normalen Dienstag? Ich bin sehr gespannt. Schreib weiter so. L.G Benita

Eingetragen am: 17.05.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Hallo Malea, diese Figur finde ich wunderbar beschrieben. Für eine Nebenfigur ist das schon fast Verschwendung. Aber nun bin ich natürlich noch mehr auf Deine Protagonistin gespannt. Ein Kinder- oder Jugendbuch wird das hier aber nicht - oder irre ich mich? Viele Grüße Carola

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von Max

Ich hatte beim Lesen ganz vergessen, dass es nicht die Hauptfigur ist. Fiese Frauen - Mutter und Tochter, ganz schön schrecklich-gut charakterisiert. Mir jagen kalte Schauer den Rücken hinunter.

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von M.P.

Was für eine Vita! Deine Nebendarstellerin wird mit Sicherheit einen festen Platz in deinem Roman finden, mich würde es zumindestens freuen. Diese schrullige Besserwisserin hat mein Herz erobert. Mal schauen, wie Du deine Hauptdarstellerin bastelst, ich freu mich drauf. LG M.P.

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von fish

hi malea, ich lese deine einträge immer sehr gerne. Deine ironischen phrasen wie "eine ganz normale verrückte" sind genial. Ist das eigentlich die, die henkel ihrer tasten nach südwesten ausrichtet ? Schade, daß noch nicht mehr preisgibst, von deiner romanheldin. :-)

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Lillilu

Liebe Malea, wenn das deine "Nebenfigur" ist, die schon so gut dargestellt wurde, dann rauscht mein Erwartungspegel bzgl der eigentlichen Romanheldin steil nach oben! Die zarte Ironie in diesem Text gefällt mir gut, es gibt hier viel zu wenig davon! Das wurde mir eben klar und ich nehme mir hier - an deinem Beispiel - vor, meine Protas Nr. 6 und Nr. 7 aus der Jetztzeit ironisch daher kommen zu lassen! LG Lillilu #11492

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Angela Barotti

Herrlich!

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Frog

Die familiären Ähnlichkeiten zu meiner Prota gefallen mir, schon allein deshalb möchte ich diese Geschichte lesen. Außerdem macht das Ende hier neugierig. Wie geht Theodora vom Innen ins Außen, was macht der Bruch mit ihr? Faszinierender Plot mit zahllosen Möglichkeiten. Ich warte gespannt auf mehr.

Eingetragen am: 14.05.2008

Eingetragen am: 13.05.2008 von Thomas Gohlke
[ Lesezeichen ]

11529

Peter Pasternak (heute 55 Jahre) sah sich nach seiner durchwachsenden Schulzeit außer Stande, einen festen Job anzunehmen. Er war von der Idee fasziniert, mal ein berühmter Schriftsteller zu werden.
Viele Jahre schrieb der Mann, der nie ein Kleidungsstück mit Knöpfen trug, kleinere Geschichten, längere Abhandlungen und fing hier und da auch mal einige Romane an, welche er jedoch nie zu ende brachte. Sein Geld verdiente er sich als Proband für klinische Studien.
Da er körperlich gesund war, von kräftiger Statur, kein Übergewicht, nahm ihn die Pharmaindustrie gern auf, um neue Medikamente zu testen.
Seine Eltern zeigten nie großes Interesse an Peters Traum ein Schriftsteller zu werden, daher zerstritten sie sich und hatten außer Geburtstagskarten und weihnachtliche Glückwünsche, nichts mehr gemein.
Nach dreißig Jahren Probandentum und Schriftstellerei, kam endlich der ersehnte Durchbruch, das erste Buch wurde veröffentlicht, das zweite und dritte folgte.
Seine Tochter Elea, die bereits zwanzig Jahre alt war und seine Frau, die immer zu ihm hielten, waren sehr stolz auf ihn.
Eines Tages jedoch sollte die Welt um ihn herum wieder zusammenbrechen.
Seine Frau schrieb eine Biographie über diesen langen Leidensweg zum ersten Buch und stellte dabei fest, dass sein Körper seit fünfzehn Jahren nicht mehr am Alterungsprozess teilgenommen hatte.
Sie durchsuchte all seine Probandenakten und machte eine weltverändernde Entdeckung, die sie für alle lesbar mit in die Biographie aufnahm.
Zwei Mittel, die an ihm ausprobiert wurden, bei dem die Dosis etwas zu hoch berechnet war, konnten im Körper mit einander reagieren und verursachten eine ständige Selbstverjüngung der Körperzellen.
Die Jagd auf Peter Pasternak war eröffnet, sein Körper, seine Gene waren unbezahlbar geworden.


Kommentar von Thomas Gohlke

Danke für die Kommentare und wenn ich ehrlich bin, diese Idee schwirrt schon seit fast zwanzig Jahren in meinem Kopf herum, wußte jedoch nie, wie ich sie weiter entwickeln sollte. Jetzt habe ich da wohl eine größere Aufgabe vor mir!

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von fish

Tolle idee finde ich. Und irgendwie gar nicht so unrealistisch, daß so etwas in irgendeiner art und weise mal möglich sein wird. Wird er am ende der geschichte in einem kinderwagen liegen und nach seinem schnuller schreien ? Oder entwickelt er sich gar bis zum ursprung des universums zurück ? :)

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Jenni

Ich habe die Seite gerade erst entdeckt und selber noch nichts geschrieben, hoffentlich darf ich trotzdem kommentieren? Ich finde Deine Idee hört sich sehr spannend an (sofern die Geschichte dann erst da beginnt, wo die Biographie erscheint, oder sogar erst wenn die Jagd auf den Protagonisten beginnt). Nur rate ich Dir (ich bin Biologin, deshalb fiel es mir auf), bevor es richtig losgeht mal in ein gutes Genetikbuch zu schauen. Wie Du Dir das bis jetzt beschriebst funktioniert nicht: durch Pharmaka kann man nicht die Gene eines Menschen verändern (allenfalls zufällig in einzelnen Zellen, so können z.B Tumorzellen entstehen). Du könntest es aber z.B. so machen, dass Peter genau die genetischen Voraussetzungen hat, die diese Wirkung der Medis hervorrufen. Dann würde es Sinn machen, dass die Forscher ihn suchen, um "das Gen" zu finden, welches diese Wirkung verantwortet. Braucht auf jeden Fall viel Ausarbeitung... aber das kann ja auch genau Spaß machen. Und Da schaffst das eh, nachdem ich grad noch einige Deiner älteren Beiträge gelesen habe (ich bin gerührt und begeistert von Deiner Zuckerdose!). Ich hoffe Du fast meinen Beitrag nicht doof sondern als Anregung auf. Ich will mich hier schließlich nicht gleich unbeliebt machen. :) Jenni

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von andrea

Mir gefällt am besten "...der Mann, der nie ein Kleidungsstück mit Knöpfen trug..." Das gibt mir das Gefühl viel über Peter Pasternak zu wissen, ohne ihn zu kennen. Ich hatte mich gefragt, wohin der Lebenslauf führt, was für eine Art Erzählung es wird. Eine super Idee finde ich. Wird es ein Wissenschaftsthriller? Ich bin gespannt auf viel mehr. Herzliche Grüße andrea

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Malea

Der Lebenslauf hat es in sich! Fängt erst ganz harmlos an, aber das dicke Ende kommt mit Macht. Daraus könnte ein spannender Roman werden. Bio-SciFi ist gerade sehr hip, damit könntest du Erfolg haben. Aber eine Bitte: Recherchiere etwas gründlicher die biologisch-medizinischen Zusammenhänge. Die Gene des bedauernswerten Peter Pasternak sind nämlich völlig uninteressant. Die Wunderdroge wirkt auf den Körper, die Regulation der Zellen, aber sie kann nicht die Struktur der Gene aller Zellen verändern. Das wäre auch biologisch nicht notwendig bzw. sogar unsinnig. Einzig eine Veränderung der Gene in der Keimbahn wäre biologisch vorstellbar (siehe Erbkrankheiten), die aber keine Auswirkung auf den Ist-Zustand des Körpers hat. Körpergene = Sackgasse; Gene in Keimzellen = mögliche Veränderung am Körper in der nächsten Generation. Kurz gesagt: Peter hat kein Jugendgen, sondern vom Jungbrunnen getrunken. Der ist interessant genug, und für die Erforschung der biochemischen Abläufe im Körper ist Peter mit Sicherheit ein heiß begehrtes Untersuchungsobjekt.

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Thomas, ein interessantes Thema hast du dir ausgesucht, kommt schon im Lebenslauf spannend rüber. Das einzige, das mich etwas gewundert hat, ist seine Frau, die fünfzehn Jahre nicht gemerkt hat, dass Peter das Altern eingestellt hat ... Viel Erfolg bei der Umsetzung und viele Grüsse, Numungo (11474).

Eingetragen am: 13.05.2008

Eingetragen am: 13.05.2008 von Lothar Fink
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11528

Constantin Creutz
Geboren 1960 in Berlin, er hat noch weitere fünf Geschwister, zwei ältere Brüder und zwei jüngere Schwestern mit noch einem jüngeren Bruder. Seine Mutter ist Hausfrau und brachte immer viel Heimarbeit von verschiedenen Firmen mit. Da wurden im Winter hunderte von Adventskränzen gebunden und den Rest des Jahres schnippelte die Familie an kleinen Stoffaufklebern herum. Der Vater arbeitete in einem großen Konzern wo Flugzeugteile gefertigt wurden.
Constantin, kurz Connie, hatte schon eine bewegte Schulzeit, ehe er auf einer Oberschule kam, wechselte er fünfmal eine Schule.
Nach abgebrochenem Abitur ging er von Berlin nach Frankfurt um dort bei der Bahn zu lernen. Nach seiner Ausbildung lernte er auf dem Frankfurter Hauptbahnhof seine große Liebe kennen. Sie war Berlinerin und hieß Marianne. Somit wechselte er mit zwanzig Jahren den Beruf und ging zur Berliner Polizei.
Er war zu einem Mann herangewachsen, 178 cm groß, kurze dunkelblonde Haare und blaue Augen. Er lernte Auto und Motorrad fahren, letzteres wurde zur Leidenschaft. Er fuhr mit Marianne auf dem Motorrad durch halb Europa und es entwickelte sich eine harmonische Beziehung.
Seine große Liebe betrog ihn jedoch mit seinem Ausbildungsleiter und nach fünf Jahren Polizei wechselte er zu einer Computerfirma, wo er alles über diese elektronischen Geräte lernte.
Im Kopf spuckte seine alte Liebe herum und um zu vergessen griff Connie zum Alkohol. Er verspielte fast jeden Job den er anfing, ob als Paketzusteller, als Kaufmann in einem Einzelhandelskonzern oder wieder in der Computerbranche. Er trank zu viel und verlor alles, auch seinen Führerschein.
Eine neue Chance sah er, als er ein Angebot von der Lufthansa sah und diesen Job bekam.
Leider war Führerschein Voraussetzung. So belog er das Team um seinen Arbeitgeber und fuhr ohne Erlaubnis.
Sechs Jahre später wurde Connie wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis in fünf Fällen verurteilt und in das Untersuchungsgefängnis Berlin Moabit inhaftiert.
Laut Urteil, Richterspruch, Schöffen und Staatsanwalt sollte Constantin Creutz in den offenen Vollzug, damit er seinen Arbeitsplatz behalten konnte und der soziale Abstieg verhindert wird!
Schließlich sagte ihm seine Geliebte, einen Tag vor der Inhaftierung, dass sie schwanger von ihm sei.
Der Kampf um Freiheit und seine werdende Familie begann!


Kommentar von Lothar Fink

Antwort für Angela Barotti Ich kenne Thomas schon seit vielen Jahren und er hat mich animiert hier mit zu schreiben. Jetzt habe ich ihn überredet, seine Geschichte schreiben zu dürfen.

Eingetragen am: 17.05.2008

Kommentar von Angela Barotti

Hat uns nicht Thomas Gohlke diese Geschichte bereits in ähnlicher Form erzählt? Allmählich bekomme ich den Eindruck, Lothar und Thomas sind ein und die selbe Person. Und für jedes Romanprojekt gibt es ein eigenes Pseudonym. Aber vielleicht täusche ich mich auch und ihr kennt euch einfach nur sehr gut.

Eingetragen am: 15.05.2008

Kommentar von Frog

Hallo Lothar! Die Geliebte kommt für mich wie Kai aus der Kiste. Ist es doch Marianne oder eine ganz andere Frau? Das müsstest Du schon klarer machen, sonst weiß ich nicht, wofür Connie wirklich kämpft. Er müsste ja eigentlich auch lernen, sich selbst mehr klar zu kriegen und die Opfer-Täter-Position in seinem Kopf zu ändern und ergründen zu wollen, warum er es sich immer selbst versaut? Lebendig und interessant hört sich für mich die gemeinsame Heimarbeit an... Es ist doch Familienzusammenhalt da, wird ihm seine Familie helfen, als es ihm dreckig geht? Welche Bedeutung hat die Familie?

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Lothar, zuerst dachte ich, das wird ja ganz schön klischeehaft. Die Frau läuft weg, der Alkohol soll es lösen und dann dreht sich die Spirale immer schneller abwärts. Am Schluss kam mir die Geschichte plötzlich sehr bekannt vor. Ich meine einmal einen Artikel über einen Mann gelesen zu haben, dem genau das wiederfahren ist. Auslöser war ebenfalls Fahren ohne Führerschein und dieser Mann hat auch bei der Lufthansa gearbeitet. Mag jetzt wohl fünf oder sechs Jahre her sein, vielleicht auch etwas länger. Kann es sein, dass du dessen Lebensgeschichte verewigen willst oder ist es nur Zufall? Viel Erfolg und viele Grüsse, Numungo (11474).

Eingetragen am: 13.05.2008

Eingetragen am: 13.05.2008 von andrea
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11527

Susa wurde am 01.02.1988 als jüngstes Kind von Alexander und Kathrin Canestre geboren.
Alexander Canestre ist selbständiger Tischler, Kathrin hat nach einem Studium der Kunstgeschichte ihre Leidenschaft für Familie und Garten entdeckt.
Die drei älteren Brüder studieren alle in ihrer Heimatstadt Hamburg.
Susa war ein verträumtes Kind.
In Kindergarten und Schule eher unauffällig und angepasst.
Als sie zwölf ist stirbt die Lieblingstante der Familie.
Susa leidet sehr unter diesem Verlust. Sie hat von ihrer Tante das alte Cello geerbt und beginnt es zu erlernen.
Ihr aussergewöhnliches Talent wird von ihrer Familie und ihren Lehrern gefördert.
Für Susa steht ihre Laufbahn fest. Abitur, Konservatorium, Konzerte.
Kurz nach dem Abitur gewinnt sie einen Wettbewerb für junge Musiker. Auf dem Weg nach hause verunglückt sie mit dem Wagen. Ihre beste Freundin kommt bei diesem Unfall ums Leben.
Wieder muss Susa den Verlust eines ihr nahestehenden Menschen erleben.
Sie beginnt an allem zu zweifeln.
In ihrer Wut und ohnmächtigen Trauer beschliesst sie, einfach zu verschwinden.
Auf dieser langen Reise lernt sie in Frankreich Jan kennen, der sie im Auto Richtung Portugal mitnimmt.


Kommentar von Malea

Das klingt für mich nach einer spannenden Geschichte, freue mich auf mehr! Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Andrea, ein trauriges Schicksal, das Susa hat, daran würden die meisten Menschen verzweifeln. Das "Verschwinden" wird ihr sicherlich nicht weiter helfen, doch vielleicht kann es Jan. Nach Frogs Kommentar müsste dieser Jan ja bereits bekannt sein. Habe ich eine Geschichte von dir verpasst? Viel Erfolg, Numungo (11474).

Eingetragen am: 13.05.2008

Kommentar von Frog

Ach, so willst Du die Geschichte nun aufbauen. Ich dachte zuerst, Du wolltest sie aus der Sicht von Jan erzählen. Sehr schöne Idee, das hört sich für mich total vielversprechend an. Die Person Susa ist mir sehr sympathisch und ich freue mich auf die Geschichte einer heilsamen "Flucht".

Eingetragen am: 13.05.2008

Eingetragen am: 12.05.2008 von Ralle
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11513

Lebenslauf Amir:

Ich heiße Amir, bin 48 Jahre alt und in Mashhad, im heutigen Iran, geboren. Dort habe ich auch mein Abitur gemacht. Meine Eltern sind moslemische Bauern und sehr religiös. Als ich 1980 nach Deutschland kam, um zu studieren, war ich auch sehr religiös. Nein, das stimmt nicht ganz, ich bin immer noch ein gläubiger Moslem und esse kein Schweinefleisch. Aber ich gehe nicht jeden Freitag in die Moschee, bete nicht fünf Mal am Tag gen Mekka und das Fleisch, das ich esse, muss nicht von geschächteten Tieren sein. Am meisten habe ich mich, glaube ich, hier in Deutschland von meinem Frauenbild entfernt. Das ist zum größten Teil dem Einfluss von Jenny zuzuschreiben, würde ich sagen. Gleich nach meiner Ankunft hier habe ich mich in sie verliebt. Da war ich zwanzig und glaubte noch, die einzige Aufgabe einer Frau sei es, Kinder zu gebären. Jenny und ich, nun, wir hatten eine schwierige Zeit. Ich denke, je intoleranter ich ihrem Verhalten gegenüber war, um so mehr versuchte sie, sich frei zu fühlen und auch so zu leben. Letztendlich haben wir uns,so würde ich es heute sehen, 'aufeinander zu entwickelt'.



Lebenslauf Jenny:

Ich heiße jenny und bin 47 Jahre alt. Geboren bin ich in einer mitteldeutschen Industriestadt, deren Name für die Geschichte bedeutungslos ist. Es begann damit, dass ich mich im WS 1980/81 in H. zum Germanistikstudium immatrikulierte und mich prompt in einen Jungen verliebte, der mein ganzes weiteres Leben bis heute prägen sollte. Es war nicht irgendeine Liebe, es war eine ganz große, eine wunderbare, eine einzgartige Liebe - und wie es eine solche Liebe an sich hat - sie schien zum Scheitern verurteilt. Amir hatte sich auch an der Uni eingeschrieben, für Landwirtschaft, wir lernten uns im Studentenwohnheim kennen. Um zu verstehen, wieso alles so schwierig war zwischen uns, ist es, glaube ich, wichtig, meine damalige Einstellung zu kennen. Die Lehrer an der Schule, an der ich Abi machte, waren zum größten Teil langweilige Biedermänner. Bis auf einen, sehr jungen, engagierten, der aus der 68er Studentenbeewegung hervorgegangen war und den Kopf voll hatte mit 'Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit'. Bei ihm lernte ich die große Literatur kennen, Dostojewski, Tolstoi, Balzac undviele mehr. Irgendwie war er aber auch eine Gefahr für uns junge Leute, das sehe ich heute so. Er stopfte uns den Kopf voll mit Gedankengut über Individualismus und Freiheit, und zwar ziemlich unreflektiert und, ich würde heute sagen, grenzenlos. Meine Mutter sagte von ihm, er hätte keine Moral. Als ich nach H. kam, war ich überzeugt davon, dass ich dem bürgerlichen Mief meines Elternhauses endgültig entkommen und eine freie Frau war, die auf dieser Erde tun und lassen konnte, was sie wollte und wie es ihr beliebte. Grenzenlos. Und dann traf ich Amir. Frisch aus Mashhad eingeflogen. Moslem. Ein Mann mit Ehre. Ich denke, nur unsere Liebe füreinander und unser beider Versuch, immer wieder aufeinander zuzugehen, zu reden und zu versuchen, den anderen zu verstehen, haben uns davor bewahrt, uns gegenseitig umzubringen.


Kommentar von Velarani

Das ist ja ein ungewöhnliches Paar! Und eine große Aufgabe, die Konflikte und die Lösungslinien glaubwürdig darzustellen. Ich dachte, die Beziehung solle scheitern, hast du dich umentschieden oder scheitert sie nach 28 Jahren noch? Gewundert hat mich, dass Amir als Bauernsohn Abitur macht und dann auch noch in Deutschland studiert, das kostet ja eine Menge, wie erklärt sich das? Bin jetzt zeitlich nicht so genau orientiert, aber die islamische Revolution in seinem Heimatland wird Amir ja auch sehr beschäftigt haben? Und gibt es noch Informationen zu den Familien, Geschwister, Eltern, haben die beiden Kinder oder nicht? Ich werde dein Projekt mit Interesse weiter verfolgen, viel Erfolg und LG, Velarani

Eingetragen am: 28.05.2008

Kommentar von Eva Marcuse

Die Geschichte der beiden kann sehr spannend werden. Bisher sind mir aber die beiden Protas zuu gute Menschen. Ihnen haften keine Makel an, sie haben für meinen Geschmack zuviel "verstanden". Sie sind mir in ihrer Einsicht zu perfekt.

Eingetragen am: 16.05.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Ralle, endlich mal eine Liebesgeschichte, die nicht von Pseudo-Konflikten lebt. Zwei Welten prallen aufeinander und anscheinend willst du beweisen, dass es geht. Und es geht wirklich, wenn jeder der beiden Partner bereit ist, auf den anderen zuzugehen. Viel Erfolg, Numungo (11474).

Eingetragen am: 13.05.2008

Eingetragen am: 12.05.2008 von gabi4113
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11511

Meta wird 1900 als 3. Kind von sieben Geschwistern einer angesehenen Familie in Danzig geboren.
Sie genießt eine hervorragende Erziehung und kann auf Grund der guten finanziellen Situation ihrer Eltern eine höhere Mädchenschule besuchen.
Nach Abschluss der Hauswirtschaftsschule, besucht sie die Schwesternschule in Danzig, arbeitet im sozialen Dienst und reist später mit dem Schiff nach Amerika um bei den Verwandten, Inhaber einer großen Handelskette, in Ausbildung zu gehen. Durch ihr freundliches und fröhliches Wesen findet sie überall Anschluss und Freunde.
Entschlossen geht sie als junges Mädchen ihren Weg und heiratet mit 28 Jahren den Fleischermeister Mertens.
Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, meistert sie alleine mit ihren vier Söhnen das schwierige Leben .Ihre Gewissenhaftigkeit, Gründlichkeit, Beständigkeit und Willensstärke lassen sie die großen und kleinen Schwierigkeiten bewältigen.
Mit Kriegsende wird sie wie viele Landsleute vertrieben. Nur mit dem Nötigsten ausgestattet kommt die einstige Geschäftsfrau in einen Flüchtlingszug und landete im tiefsten Osten des damaligen Deutschland, getrennt von allen Verwandten. Ohne Ihren Mann, der noch einige Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft ist, schafft sie den schweren Neubeginn.
In den sechziger Jahren erwerben sie ein schönes Anwesen und lassen den jüngsten Sohn mit seiner hochschwangeren Frau und der gemeinsamen zweijährigen Tochter mit einziehen. Es wird lebendig auf den Dreiseitenhof.
Meta führt akkurat den kleinen Bauernhof. Diplomatisch lenkt sie die Geschicke der Großfamilie.
Binnen kürzester Zeit schenkt die junge Schwiegertochter drei Enkelsöhnen das Leben und ist mit der Situation völlig überfordert. Anna, die Älteste, wird von ihr gnadenlos missachtet und erleidet die Ungerechtigkeit der Mutter in vollen Zügen. Meta nimmt das Schicksal des Mädchens in ihre Hände. Eine wunderbare, innige Beziehung entwickelt sich zwischen ihnen.
Meta die kleine, drahtige Frau mit den weißen, in einem Haarnetz geordneten Locken und wachen blauen Augen, meistens mit wollen Socken, Holzpantinen und Trägerrock und sauberer, dunkler Schürze bekleidet nimmt den Kampf gegen die Schwiegertochter auf. Kümmert sich auch noch um die Geschicke der anderen Familien ihrer Söhne.
Gemeinsam verbringen sie die Zeit mit den aktuellen Ereignissen in der DDR.
Meta und ihr Franz sind trotz ihres Alters aktiv und geistig rege und halten das Leben am Hof in Aktion.
In den siebziger Jahren kämpfen sie gegen die Enteignung von Kleinbauern und Selbständigen Handwerkern und kümmern sich speziell um die Geschicke und Schicksale ihrer Söhne immer im Konflikt, dass einer dieser Armeeoffizier ist.
Feiertage und Familienfeste sind für Meta immer ein Grund Höhepunkte zu gestalten und den Familienclan zu überraschen. Sie schaffte es die Großfamilie über Jahrzehnte zusammen zu halten. Anna wird in dieser Zeit eine junge Frau und heiratet 1980 gerade 18jährig.
Meta noch immer Quicklebendig und geistig voll auf der Höhe erlebt die rasante Entwicklung Osteuropas und die Veränderung der Menschen in ihrer Umgebung.
Sie genießt die Vorzüge der Neuen Zeit, ihr jüngster Bruder aus Amerika kommt zu Besuch, sie fährt in die große Stadt um zu sehen was es im Westen alles zu kaufen gibt.
In den neunziger Jahren erleidet sie erst einen Gehirnschlag, erholt sich aber zur Freude fast aller sehr schnell. Doch die jüngste Schwiegertochter macht ihr das leben noch schwerer.
Für Meta ist es schwer zu akzeptieren, dass sie ihre ruhelose, begeisterte Lebensphilosophie nicht mehr ausleben kann. Auch der nächste gesundheitliche Schlag, ein Oberschenkelhalsbruch, kann sie noch nicht unterkriegen.
Entschlossen bestellt sie die vermeintlichen Erben ins Krankenhaus und teilt ihnen mit, dass es aus dem Erbe noch nichts wird und sie nach Hause kann.
Erst als die Ehe ihrer Lieblingsenkeltochter zerbricht und ihr jüngster Sohn einen Herzinfarkt erleidet, sieht sie keinen Sinn mehr im Leben und gibt sich auf.
Fast 100jährig geht sie 1996 leise von dieser Welt.


Kommentar von gabi4113

Hallo Frog, Danke für Deinen Kommentar, ist ja vorerst nur ein kurzer Lebenslauf. Auf all Deine Fragen gibt es sicher in den nächsten Aufgaben Antwort. Auch die Wendezeit hat im Roman einen großen Anteil, da es ja um den letzten dramatischen Abschnitt in Metas Leben geht. Anna, versichere ich,geht ihren Weg stark und mutig. LG bis bald Gabi

Eingetragen am: 14.05.2008

Kommentar von Frog

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt... Eine sehr traurige Geschichte. Mir kommt die Wende etwas zu kurz. Und: Wird denn in Anna trotz privater Fehlschläge der Überlebenswille der Großmutter weiterleben, wird sie eine positive Entwicklung nehmen? Ich wünsche mir als Leserin, dass diese starke Frau etwas weitergeben kann. Eine Botschaft sollte es schon geben, sie wird hier nicht so deutlich.

Eingetragen am: 13.05.2008

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