20 Die Romanwerkstatt im Autorenhaus Verlag | Schreiben Sie mit! | Kapitel 33 mit Übungsaufgabe
(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 33 mit Übungsaufgabe

13.08.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 24.08.2008 von Marie Stiehl
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16577

Lilli ist jetzt seit fünf Tagen in der Geschlossenen Psychiatrie. Sie ist eingeliefert worden, weil sie zuviel gearbeitet hat.(Notwehr, weil sie eine Adventsaustellung perfekt arrangieren wollte obwohl fast alle helfenden Hände abgesprungen sind.) Sie hat aus Dickköpfigkeit und falschem
Stolz und natürlich aus purer Ahnungslosigkeit, den Ernst der Situation nicht richtig eingeschätzt . Sie war die ganze Zeit in dem Glauben:Ich bin freiwillig hier, ich kann gehen wann ich will. Als sie dann nach 24 Stunden richtig ausgeschlafen, und wieder Fit ist, ist sie einfach Sonntagsabends zu den Stationsschwestern gegangen und wollte ein Taxi bestellen. Da kann ja jeder kommen. Als die Schwestern sie ignorieren, greift sie zu drastischen Mitteln. Am Schwesternzimmer ist auch die Tankstation. Hier kann man sich Wasser und Tee holen. Sie nimmt eine Teekanne und schüttet etwas Tee auf den Boden um ihrer Bitte Nachdruck zu verleihen. Die Schwestern reagieren prompt. Sie verständigen den Stationsarzt. Der verordnet sofortige Fixierung. Sie gibt auf. Sie lässt sich widerstandslos ans Bett „Ketten“. Der Doktor legt ihr noch eine Tablette unter die Zunge und im Nu ist sie im Reich der Träume. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf. Lilli wird am nächsten Morgen dem Richter vorgeführt. Dort benimmt sie sich natürlich total daneben. Auf die Frage wo sie wäre antwortet sie:“Ich bin auf der Schönheitsfarm.“ Die nächsten Antworten waren auch nicht besser. Das hat ihr sechs Wochen geschlossene eingebracht. Als sie die Tragweite ihrer Aktion kapiert ist alles zu spät. Niemand nimmt sie mehr ernst. Ihr Mann und ihre Familie können nichts mehr für sie tun. Am nächsten Tag ereignet sich die Elefanten Geschichte.
Ich hatte sehr schlecht geschlafen. Fast kam ich mir vor wie die „Prinzessin auf der Erbse“, aber das lag nicht an mir sondern an den alten Matratzen. Sie waren dreigeteilt und mindestens seit 1942 in diesem Bett. Wieviele Landser darin gestorben sind wage ich mir nicht vorzustellen. Außerdem konnte ich ohne meinen Rosario und sein melodisches Schnarchen nicht schlafen. Das Schnarchen der anderen drei „Mitverrückten“ die das Zimmer mit mir teilten, tat sein übriges dazu mich am schlafen zu hindern. Vorallen Dingen war es sehr schwer für mich, lautlos zu weinen. Niemand sollte sehen wie traurig und wütend ich war. Hatte die ganze Welt sich gegen mich verschworen? Es tat so verdammt weh, nur einmal im Leben hatte ich ähnliches erlebt. Als meine Oma gestorben war. Für mich brach eine Welt zusammen. Das ist aber eine andere Geschichte. Jetzt war ich hier in diesem alten Klostergebäude, das als Psychiatrische Klinik genutzt wurde. Ich hatte solche Sehnsucht nach meinem kleinen Sohn. Ich vermisste sein glückliches Lachen, seine kleinen Patschehändchen, mit den süßen Grübchen, die immer schmutzig waren. Das Licht wurde angeschaltet. Eine Schwester kam resolut zum wecken. Mit einem Energischen Morgen meine Damen,aufstehen!Es ist Zeit zum waschen! Danach wird gefrühstückt und dann ist Sprechstunde. Sie haben dann die Möglichkeit mit dem Stationsarzt und dem Oberarzt zu sprechen. Auf meine Damen! Sie klatschte in die Hände und verlies den Raum. Ich schnappte mir meinen Kulturbeutel und schlenderte Richtung Waschraum. Es gab fünf Waschbecken für ca. dreißig Personen. Ich reihte mich in die Warteschlange ein. Duschen gab es ganze drei. Toiletten immerhin vier. Ich war dran. Mehrere Augenpaare verfolgten wie ich meine Wäsche abstreifte. Schnell schlüpfte ich unter die Dusche um mir die teils gierigen Blicke abzuwaschen. Frisch geduscht sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Ich schlenderte zurück in mein Zimmer und begab mich, nachdem ich mich vollständig angekleidet hatte in den Frühstücks raum. Nachdem ich mir eine Scheibe Schwarzbrot hauchdünn mit Butter bestrichen hatte, nagte ich lustlos darauf rum. Ich hatte keinen Appetit. Mit einer Tasse Kaffee mit viel Milch, ich trank Kaffee, nur wegen der Milch, spülte ich das Brot herunter. Dann hieß es warten. Ich reihte mich in die Schlange derer ein, die zur Sprechstunde wollten. Einige kannte ich aus dem Raucherzimmer. Alles liebe nette Leute.
Wo mochten die „Verrückten“ sein? Hier und da beteiligte ich mich an einem Gespräch. Dann kam ich an die Reihe. Natürlich fiel ich mit der Tür ins Haus. Meine Worte überschlugen sich. Ich war schneller wieder draussen, als ich drinnen war. Mit dem Kommentar:“Sie sind Manisch!“ Der nächste bitte. Ich stand da wie ein begossener Pudel. Unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. Nach einiger Zeit kam ein Pfleger auf mich zu. Ich kannte ihn noch von der Fixierung. Er war ein richtiges Kantholz. Seine Oberarme waren dicker als meine Oberschenkel. Ganz schön respekteinflößend. Er hielt ein kleines Tablett mit einem Becher Wasser und einem Gefäß in dem sich Tabletten befanden. „Hier vom Dock.“ sagte er. Ahnungslos nahm ich die Tabletten. So richtig erinnern was dann passierte konnte ich mich nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass ich das Gefühl hatte wie in Watte gepackt,einen Meter über dem Boden zu schweben. Nur mein Magen hinderte mich daran bis an die Decke aufzusteigen. Er war mit Ziegelsteinen gefüllt. War ich der Böse Wolf, der die sieben Geißlein gefressen hatte und dem die Geißenmamma den Bauch mit Wackersteinen gefüllt hatte. Ich hob mein T- Schirt um zu schauen ob sich eine große Reißverschlussnaht über meinen Bauch zieht. Ich musste kichern. Mein kichern steigerte sich in hysterisches lachen. Wie lange dieser Zustand andauerte weiß ich nicht. Am nächsten Morgen hatte ich einen dicken Brummschädel. Mit dem Entschluss nie wieder irgendeine Tablette zu schlucken, in dieser Anstalt, mache ich mich auf den Weg zur Sprechstunde. Das Frühstück hab ich wegen Übelkeit ausgelassen. Nach wenigen Minuten war ich an der Reihe. Heute wollte ich mich ganz normal benehmen. Mein guten Morgen fiel wohl etwas zu fröhlich aus. Die Ärzte sahen sich nur an und schüttelten den Kopf. Kommen sie mal runter. Mit grossen Augen und offenem Mund starrte ich von einem zum anderen. Ich spürte, für heute hatte ich auch wieder verloren. Egal was ich tat. Es war wohl verkehrt. Der nächste bitte. Ich hatte gar keine Zeit mir großartig Gedanken zu machen. Der nette Pfleger eilte wieder mit seinem Tablett auf mich zu.

Hier beginnt die Elefanten- Geschichte.
„Ich bin gegen Drogen!“ rotzfrech sah ich den Mann, der in jeder schäbigen Bar mit Kusshand Türsteher geworden wäre an.
Ich ballte meine Hände zu Fäusten und kam mir mit meinem fünfzig Kilo und knapp einsfünfundsechzig wie ein erbärmlicher Fliegenfurz vor.
„Lilli, ich bitte Sie, es handelt sich um Medizin die Ihnen nur helfen kann.“ Er setzte das Tablett ab und nahm die Tablette und den Becher in die Hand.
„Ich bin immer noch gegen Drogen!“ sagte ich mit leicht weinerlicher Stimme.
„Gleich endet meine Geduld! Ich hab hier noch andere Aufgaben!“ sagte er mit Nachdruck.
Ich veränderte meine Taktik und versuchte es auf die Mitleidstour.
„Ich vertrage die Tabletten nicht! Es ist als ob mein Bauch mit Ziegelsteinen gefüllt ist und mir wird es komisch. Ich mag das nicht. Bitte!“
„Meine Gedult ist Zuende! Entweder schlucken, oder ich hole den Oberarzt, und dann gibt es eine Spritze, und ich hab meine Ruhe!“
Ich hatte verloren. Wieder mal. Ich nahm den Becher schluckte die Tablette und dachte: Blöder Sack!
Dann füllte sich mein Magen wieder. Ich glaube er hängt bis auf den Boden. Die wabbernde Watte. Heute schwebe ich etwas höher. Vielleicht ist der Magen doch nicht so voll. Meine Hände beginnen zu Zittern. Mir wird heiß und kalt. Alles an mir zittert. Ich will schreien und halte mir meine Hand vor den Mund. Alles ist rosa. Eine Elefantenherde in rosa schwebt an mir vorbei. Nehmt mich mit . Aus dem Rüssel des größten Elefanten steigen farbige Seifenblasen auf.

Gekürzte Fassung.
„Ich bin gegen Drogen!“ böse sah ich den riesigen Pfleger an. Ich stemmte meine Hände in die Hüften und dann standen sich fünfzig Kilo und eins fünfundsechzig und mindestens zwei Zentner und über eins neunzig gegenüber.
„Lilli, das ist Medizin, die hilft!“sagte er und setzte das Tablett ab. Dann nahm er die Tabletten und den Becher in seine Pranke.
„Ich bin immer noch gegen Drogen!“ sagte ich weinerlich.
„Meine Gedult ist zu ende!“ sagte er.
Ich änderte meine Taktik.
„Ich vertrage die Tabletten nicht. Sagte ich.
„Jetzt ist Schluss!Entweder schlucken oder ich hole den Oberarzt und dann gibt es eine Spritze.
Ich gab auf.
Resigniert nahm ich die Tablette.
Nach kurzer Zeit füllte sich mein Magen.
Ich dachte er hängt bis auf den Boden.
Alles ist wie Watte. Heute schwebe ich höher.
Meine Hände zittern. Alles an mir zittert.
Ich will schreien. Ich halte mir die Hände vor den Mund.
Alles ist rosa. Eine rosa Elefantenherde schwebt an mir vorbei. Nehmt mich mit,denke ich. Aus dem Rüssel des größten Elefanten steigen farbige Seifenblasen auf.


Kommentar von Marie Stiehl

Danke für die Kommentare. Sie haben mir sehr weitergeholfen. Ich finde eure Vorschläge wirklich gut. Nochmals Danke Marie.

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Angela Barotti

Ich bin ebenfalls für Version 1. Unter einem ‚Türsteher’ kann ich mir viel mehr vorstellen. Es mag zwar ein Klischee sein, aber: Hast du einen gesehen, kennst du alle. Im Gegensatz dazu könnte ein zwei Zentner Typ von 1,90 m gaaanz lieb gucken und sein Gewicht könnte auf Fett statt auf Muskelmasse beruhen. Daher finde ich den Türsteher präziser. Allerdings würde ich das ‚schäbig’ vor der ‚Bar’ streichen. So einen Typen triffst du auch vor Nobelschuppen an. / In Version 2 finde ich gut, dass der Satz: „„Lilli, ich bitte Sie, es handelt sich um Medizin die Ihnen nur helfen kann“ geändert wurde. Denn mit Sicherheit bittet Mister Brutalo die Patienten nicht artig darum, dass sie die Medikamente nehmen. Ginko würde es zwar freuen, dass er wieder ein Beispiel für Vornamen und ‚Sie’ hat, aber ich denke, selbst er würde hier verwundert die Stirn runzeln. Falls nicht, wird er uns das sicher wissen lassen. / Mir fällt gerade noch was ein: Ist das lange Intro nur als Erläuterung für uns gedacht, oder soll es 1:1 in den Roman mit übernommen werden? Ist letzteres der Fall, dann müssten dort noch Patschhändchen von ihren schmutzigen Grübchen befreit werden ;-)

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Wir sollten doch beispielhaft maximal 10 Zeilen als "Vorher -Text" einstellen und dann kürzen. Wie wäre es mit dem Absatz "Ich hatte sehr schlecht geschlafen ... Das ist aber eine andere Geschichte." Und zwar so, dass keine Information verloren geht?

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Gerhild Bauer

Den ungekürzten Text finde ich gut. Die Sprechweise der tüchtigen Schwestern hat du sehr gut getroffen. Die rosa Elefanten finde ich lieb, doch ich hoffe, sie nie zu sehen.Gerhild B.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von M.P.

Hallo Marie, ich mal wieder. Mir ist aufgefallen, dass ich mit dem Kürzen so meine Probleme habe. Bei dem Versuch eine Szene zu straffen gehen immer wieder Informationen verloren, bei denen ich glaube; 'brauchst du nicht, ist nur ne Füllung, also raus damit.' Aber, weit gefehlt. Ich denke, wir beide haben das gleiche Problem. Es eignen sich nicht alle Texte dafür, dass wir mit dem Radiergummi wie Wilde über die Buchstaben reiben und das zerstören, was wir schon einige Male für gut befunden haben. Ich finde den ersten Text besser, der hat mehr Atmosphäre. LG M.P.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Hallo Marie, der erste Text gefällt mir auch besser. Der letzte Abschnitt, "Dann füllte sich mein Magen..." ist dir gut gelungen. Bis dahin kannst du ihn noch einwenig überarbeiten. Vielleicht: "Dann/Schließlich versuchte ich es auf die Mitleidstour." "Ich hatte verloren! Wieder mal verloren! Ich schluckte das Zeug und hasste ihn dafür." Liebe Grüße

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Karin

Liebe Marie, ich musste beide Texte erst einige Male lesen, bevor ich mich entscheiden konnte. Obgleich die zweite Fassung etwas von der Atmosphäre verloren hat, entscheide ich mich für sie. Wie Azahar bereits erwähnte, kannst Du in einem Dialog sagte, meinte, fragte ... ruhig weglassen. Der Leser merkt auch so, wer spricht, und das Gespräch wird lebendiger. Ich habe noch eine Frage: Warum gehst Du nach dem Praeteritum plötzlich ins Präsens über? ... Ich dachte, er hängt bis auf den Boden. Alles ist wie Watte. Heute schwebe ich höher ... Da Du am Anfang schreibst, ich dachte, nehme ich an, dass Du Lillis Gedanken in einem Monolog wiedergeben wolltest. In diesem Fall musst Du 'ich dachte' und im vorletzten Satz 'denke ich' streichen. Im Übrigen hat mich Dein Text betroffen gemacht; er ist eindringlich und gut geschrieben. Es grüßt Dich Karin

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von Azahar

Hallo Marie, dieses Mal fand ich die erste Fassung besser. Der Leser bekommt Zusatzinformation und darf ein bisschen in Lillis Gedanken schauen! Das mit dem Türsteher ist z.B. viel bildlicher als blosse Zahlenangeben zur Grösse. Allerdings kann ich nicht so recht verstehen, wie Lilli noch rotzfrech sein kann, nachdem sie gerade die zweite unproduktive Sprechstunde hinter sich hat. Müsste sie nicht langsam verzweifeln? Der gekürzte Text klingt zu abgehackt, der Erzählfluss geht verloren. Worauf du unbedingt achten solltest ist, nicht immer das Wort "sagte" am Ende einer wörtlichen Rede zu verwenden. Wie wäre es z.B. mal mit meinte, antwortete, ergegnete etc. oder gar keinem davon? Manchmal sind schon Anführungszeichen genug um dem Leser anzuzeigen, dass hier jemand spricht. Wer es ist, sollte aus dem Kontext hervorgehen. LG Azahar

Eingetragen am: 25.08.2008

Eingetragen am: 22.08.2008 von Gina K.
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16541

Text von 8936:
Wenn ich im Schlüsselloch stecke, kann keiner mehr durchgucken.
Werde ich linksum gedreht, ist das Schloss zu, rechtsum geht es auf. Als Klotürschlüssel habe ich oft zu tun. Heute gibt es etwas neues, denn Gina hat mich von außen ins WC-Schloss gesteckt. Sie scheint irgendwie sauer auf ihren Lover zu sein. Wie er nämlich zur Toilette geht, muss ich auf ihr Geheiß von der unüblichen Seite absperren. Der Mensch im Kabinchen kann mich nicht zum Öffnen verwenden. Mein Drehgriff wird heiß. In der Diele lodern die Möbel, aber Gina ist fort gegangen.


Gekürzte Version von 8936:
Ginko sitzt im Klo eingeschlossen. Der Schlüssel steckt von außen und wird immer heißer, denn in der Diele lodern die Möbel. Gina ist fort.


Kommentar von Angela Barotti

Ach, deshalb also ist vom Meister weit und breit nichts zu sehen. Mach sofort die Tür auf und lass ihn auf der Stelle raus! ;-)

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von Frog

und...? Hat er sich das Hirn verbrannt?

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von Lillilu

Uups, ist kein Passiv. Gina schließt Ginko ein. Ginko sitzt im Klo eingeschlossen, oder doch? Hilfe! LG Lillilu

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von Lillilu

Süß, die beiden! Und so böse. Aber das Passiv macht die Sache nicht so spannend. Mir ist die erste Variante, aus Sicht des Schlüssels, lieber. Aber gekürzt wurde sie ja eigentlich nicht, sondern im Stenogrammstil umgeschrieben. LG Lillilu

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von papaya

Hallo Gina, kurze, gerade Sätze: der gekürzten Version ist nichts hinzuzufügen- außer vielleicht was Gina antreibt (gerne auch in solchen Sätzen). P.S. mein Gott, ich bin rot angelaufen wegen Belmondo und Sean Connery, sags den beiden nicht weiter, ja, kommt davon, dass ich die letzten 10 Jahre keine Glotze hatte.

Eingetragen am: 23.08.2008

Eingetragen am: 22.08.2008 von M.P.
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16539

Wenn ihr erlaubt, gebe ich euch noch die Überarbeitung der Überarbeitung zum Text der Nummer 16210.
1. Version = 181 Wörter, 2. = 111 Wörter und diese 3. Version mit 123 Wörtern. Ein Mix sozusagen ;O)

Tobias setzte sich aufs Bett, zog kräftig an den Schnürsenkeln und hakte sie in die Ösen der Springerstiefel ein. Er konnte die Dinger nicht ausstehen, sie machten ihn zu einem Radikalen. Er sah sich als Nationalist, nicht als blöder Nazi mit Bomberjacke oder Springerstiefel. Das waren seine einzigen Wasserfesten Schuhe, und es regnete seit Tagen. Er zog die Jeans über die Stiefel, stand auf und betrachtete sich in dem mannshohen Spiegel. So richtig deutsch sah Tobi nicht aus. Seine dunklen Haare waren zu lang und standen wild in alle Richtungen ab. Die fast schwarzen Augen unterstrichen noch den Eindruck, dass er eher einem Kanacken ähnlich sah, der vergessen hatte die Haare zu gelen.
Jörg, sein bester Freund, war hingegen das Abbild eines Deutschen.


Kommentar von Azahar

Hallo M.P. diese Version gefällt mir und eigentlich ist Carolas Kommentar nichts mehr hinzuzufügen. LG Azahar

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo M.P. Jetzt bist Du dran. Ich finde alle drei Texte von Dir voll Scheiße!!! War nur Spaß. Ich finde das Thema aktuell. Die Überschrift lässt schon einiges erahnen. Wird bestimmt eine spannende Geschichte. Ich finde genau wie Carola, die dritte Variante am besten. Du könntest auch schreiben: Durch seine langen dunklen Haare, die wild in alle Richtungen standen,und seine fast schwarzen Augen, sah er fast wie ein Kanacke aus , der vergessen hatte seine Haare zu gelen. Ich weis nicht ob der Satz zu lang geworden ist. Egal. Übrigens noch mal Danke für Deine Kommentare. Gruß Marie.

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Hallo M.P., diese Variante finde ich schon ganz gut, aber an einigen Stellen noch zu abgehackt. Wenn ich Dir einen Vorschlag machen darf: "[...] Er konnte die Dinger nicht ausstehen. Sie machten ihn zu einem Radikalen; dabei war er Nationalist, kein blöder Nazi mit Bomberjacke und Springerstiefeln. Aber es regnete seit Tagen, und das waren seine einzigen wasserfesten Schuhe. [...]. Niemand konnte ihn mit einem Skin verwechseln. Seine dunklen Haare waren zu lang und standen wild in alle Richtungen ab. (So richtig?) deutsch sah das nicht aus(, fand Tobi?). Die fast schwarzen Augen unterstrichen noch die Ähnlichkeit mit einem Kanacken, der vergessen hatte die Haare zu gelen. Jörg, sein bester Freund, entsprach hingegen dem Idealbild eines Deutschen" Den Satz, dass er nicht mit einem Skin verwechselt werden kann, habe ich wieder mit reingenommen, weil sonst die Betonung im nächsten Satz falsch ist. Tobis "undeutsches" Aussehen beruht schließlich nicht darauf, dass seine Haare lang und wirr sind, sondern darauf, dass sie dunkel sind. Für mich ist es (auch nach dem Anfang) logischer, dass Tobi 1. feststellt, nicht wie ein Skin auszusehen; 2. feststellt, dass er auch nicht besonders deutsch wirkt und 3., dass man ihn auch für einen "ungegelten Kanacken" halten kann, während 4. sein Freund Jörg typisch deutsch aussieht. Das wäre jedenfalls mein Angang. Viele Grüße Carola

Eingetragen am: 24.08.2008

Eingetragen am: 21.08.2008 von gabi4113
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16518

Hallo liebe Mitstreiter habe meinen ersten Text genommen, da hatte ich mich mit Gabi 4113 registriert. Die weiteren Beiträge laufen ohne Leerzeichen. Habe dies leider zu spät gemerkt.
Ich hasse Textkürzen, denn ich schreibe bei meiner beruflichen Tätigkeit regelmäßig Kundenschreiben die auch ständig nach Standard gekürzt werden müssen und dann für mich unpersönlich klingen.
Aber das sind zwei Welten. Da macht es hier viel mehr Spaß.

Der erste Text umfasst 153 Wörter beim überarbeiteten sind es 140 die noch geblieben sind.

Einen Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mir mein Vater: „ Es ist soweit. Mutter wird ein Brüderchen oder Schwesterchen holen fahren und Tante Gudrun kommt um uns zu helfen.“
In meinem Kopf drehte sich alles. Ich schaute aus dem Fenster. Der Schneesturm der Neujahrsnacht hatte aufgehört zu toben. Hohe Berge hatte er auf den Wiesen aufgetürmt. Die Sonne lachte und der Himmel war ganz blau.
Warum heute? Gestern war ich noch so fröhlich, durfte das große Stück Torte mit der Acht alleine essen. Und nun noch ein Geschwisterchen.
Warum noch eins? Ich hatte doch schon zwei kleine Brüder. Der größere Dicke mit den hellen Locken, der immer petzte und bei Mutti im Schoß lag und sich streicheln ließ. Und der andere, klein und dünn mit noch mehr Locken. Wo er war gab es Ärger. Aber egal was er anstellte, von Großvater bekam er immer eine extra Belohnung. Schokolade , Kaugummi manchmal sogar ein Spielzeug

Einen Tag nach meinem achten Geburtstag sagte mir mein Vater: „ Es ist soweit. Mutter wird ein Brüderchen oder Schwesterchen bekommen.Tante Gudrun kommt um uns zu helfen.“
In meinem Kopf drehte sich alles. Ich schaute aus dem Fenster. Der Sturm der Neujahrsnacht hatte aufgehört zu toben. Hohe Schneeberge türmten sich auf den Wiesen. Die Sonne lachte und der Himmel strahlte blau.
Warum heute? Gestern war ich so fröhlich, durfte das große Stück Torte mit der Acht alleine essen. Jetzt wieder ein Geschwisterchen.
Warum noch eins? Es gab schon zwei kleine Brüder. Der Große dicklich mit den hellen Locken, der immer petzte ,bei Mutti im Schoß lag und sich streicheln ließ. Der andere, klein und dünn mit noch mehr Locken. Wo er war gab es Ärger .Egal was er anstellte, von Großvater bekam er eine extra Belohnung. Schokolade , Kaugummi manchmal sogar ein Spielzeug.


Kommentar von Gerhild Bauer

Liebe Gabi! Der zweite Absatz in der gekürzten Fassung gefällt mir gut. Die Beschreibung der kleinen Buben, da schließe ich mich Angela Thies an, finde ich in der ersten Fassung lebendiger. L.G.Gerhild B.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Marc

Hallo Gabi, der zweite Text ist besser, aber deine Kürzung war sehr zaghaft. Es gäbe da noch einige Möglichkeiten zu kürzen. Zeile 01: mir / Es ist soweit. 04: Ich schaute aus dem Fenster. 06: statt „Die Sonne lachte und der Himmel strahlte blau.“ könnte: und darüber sonnenklarer Himmel. 08: Warum heute? Den Satz: Gestern durfte ich das große Stück Torte mit der Acht alleine essen. Finde ich sehr gut. Er sagt indirekt wie alt sie ist und dass sie sich allein besser fühlt. 09: Jetzt wieder ein Geschwisterchen. 10: Warum noch eins? Die übrigen Zeilen sind nach meinem Gefühl tadellos. Mit dem Vorschlag hätte dein Text 118 Wörter und es wäre alles gesagt. Ich kann mich aber auch irren. Probiere es einfach aus.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo Gabi,für mich lässt sich die zweite Geschichte besser lesen. Ich hab auch eine kleine Schwester,meine Mutter kam genau an meinem vierten Geburtstag mit ihr aus dem Krankenhaus. Sie sollte meine Geburtstagsüberraschung sein. Damals hätte ich mich über eine Puppe mehr gefreut,heute bin ich froh, dass ich eine Schwester hab. In deine Geschichte kann ich mich dadurch sehr gut reinversetzen, ist dir gut gelungen. Gruß Marie.

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Angela Thies

Hallo Gabi, die erste Kürzung, die mir sofort auffiel war, das aus „ganz blau“ nur „blau“ wurde. Das passt. "Ich hatte doch schon zwei Brüder" gefällt mir besser aus der ersten Version. Auch "der Dicke mit den hellen Locken" aus der ersten Version sagt mir mehr zu. Das klingt kindgerechter. Die anderen sind ok. Insgesamt finde ich deinen Text sehr gut.

Eingetragen am: 21.08.2008

Eingetragen am: 20.08.2008 von Karin-Elisa
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16501

Vorher, 164 Wörter
„Ja Are, hm seit ihr so was wie Gott?“
„Nun nach ermessen der Menschen nicht. Der Glaube einer Spezi entwickelt sich immer nach ihrem Verständnis zu ihrer Natur. Je mehr ein Lebewesen den Zusammenhang, zwischen den natürlichen Abläufen versteht desto mehr verändert sich auch der Glaube an Gott. Die Menschen haben anfangs nur Naturgötter verehrt zum Beispiel Donar, Odin und viele mehr. Später als dann die Menschen die zusammenhänge in der Natur verstanden, nahmen viele den Glauben an einen Gott an. Nun einen Gott wie die Christen und Moslem ihn verehren, den gibt es nicht. Das was die Menschen von Gott glauben, hat mit uns nichts zu tun. Ihre Bibeln und ähnliche Glaubensbücher sind einfach Erfindung von normalen intelligenten Menschen, die damit Gesetze für Menschen geschrieben haben. Und im laufe der Jahrhunderten ist immer wieder was umgeschrieben, und dem damaligen Interessen angepasst worden.. Der Glaube ist auf allen bewohnten Planeten die uns bekannt sind, eine ständige normale Entwicklung, die von uns nicht beeinflusst wird.“
*
Nachher, 140Wörter
„Hm Are, seit ihr wie Gott?“
„Nun nach ermessen der Menschen nicht. Der Glaube einer Spezi entwickelt sich immer nach ihrem Verständnis zur Natur. Je mehr ein Lebewesen den Zusammenhang, zwischen den natürlichen Abläufen versteht desto sehr verändert sich auch der Glaube. Die Menschen haben anfangs nur Naturgötter verehrt. Später als dann die Menschen die Zusammenhänge in der Natur verstanden, nahmen viele den Glauben an Gott an. Gott wie die Christen und Moslem ihn verehren, gibt es nicht. Was Sie von Gott glauben, hat mit uns nichts zu tun. Ihre Bibeln und ähnliche Glaubensbücher sind einfach Erfindung von Menschen, die damit Gesetze für Menschen geschrieben haben. Und im laufe der Jahrhunderten ist immer wieder was umgeschrieben, und angepasst worden. Der Glaube ist auf allen bewohnten Planeten die uns bekannt sind, eine ständige normale Entwicklung, die von uns nicht beeinflusst wird.“
*
Nun ich habe ehrlich gesagt, überhaupt nie den Wunsch irgend einen Text zu kürzen :-)


Kommentar von Elisabeth

Hallo Karin-Elisa, ich finde deinen zweiten Text auch besser und finde es gut, was Marie dir geschrieben hat. Viel Glück

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo Karin- Elisa, der zweite Text ist einfacher zu lesen. Dein Thema finde ich sehr spannend. Du könntest aber noch ein bischen umschreiben und zwar:Später als die Menschen die Naturgesetze verstanden, glaubten viele an Gott.Der Gott, den die Christen und Moslems verehren, den gibt es nicht. Ihr Gottesglaube hat nichts mit uns zu tun. Das war nur so ein spontaner Einfall von mir. Jeder hat seinen eigenen Stil. Übrigens, Rechtschreibfehler mach ich auch oft. Ich bin immer froh, wenn es jemanden gibt, der auch so blöde Fehler macht wie ich. Dann fühle ich mich nicht so allein. Viel Spaß beim weiterschreiben. Gruß Marie.

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Karin-Elisa, ich vergaß, dass auf Mendan der Duden sicherlich keine Rolle spielt, dort wird ja eine andere Sprache gesprochen., sorry :-). Ich finde es übrigens gut, dass du einen Roman ohne Hass, Krieg und Mord schreiben willst. Darauf verzichte ich auch in meinen Texten. Ich denke, es ist auch viel schwieriger, eine spannende Geschichte ohne Gewalt zu schreiben. Aber es geht, viel Erfolg dabei! Weshalb bleiben die Mendaner nur kurz? Sind sie so entsetzt von dem, was wir Menschen auf unserem Planeten treiben? Verstehen könnte ich das ja. Viele Grüsse, Numungo.

Eingetragen am: 23.08.2008

Kommentar von Karin-Elisa

Kommentar von Numungo Auch wenn weder der Wunsch nach der Bibel noch nach dem Koran vorhanden sind, würde doch der Wunsch nach dem Duden nicht schaden. Viele Grüsse, Numungo Lieber Numongo, es trafen sich zwei Nachbarn, meinte der eine:Wie bis Du denn in Spanien mit deinem spanisch zurecht gekommen?" Oh, ich ganz gut, aber die Spanier nicht!" Rechtschreibfehler, sind für mich kein Problem, wenn Du welche gefunden hast, darfst Du sie behalten...Lieber Gruß Karin-Elisa

Eingetragen am: 23.08.2008

Kommentar von m.petersen

Die zweite Version ist viel besser geworden. Auch, weil du dich nicht nur auf´s Kürzen beschränkt hast, sondern den Satzbau streckenweise verändert hast.

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Numungo

Auch wenn weder der Wunsch nach der Bibel noch nach dem Koran vorhanden sind, würde doch der Wunsch nach dem Duden nicht schaden. Viele Grüsse, Numungo (16250).

Eingetragen am: 21.08.2008

Eingetragen am: 20.08.2008 von papaya10
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16477

Hier der wieder ausgegrabene Anfang einer älteren Geschichte und die etwas mühsamen Kürzungsversuche. Mehr kürzen geht m.E. nicht, oder wie seht ihr das?
Habe wenig gelesen und nicht mehr kommentiert (das Tropenklima ist schuld natürlich...), mach mich jetzt aber wieder dran.


1. Fassung

Minzig

Eduard Minzig hatte die Beine auf den Couchtisch gelegt und fischte nach einem neuen Taschentuch. Seit heute Mittag fühlte er sich krank. Die Symptome waren ihm vertraut. Aufsteigende Müdigkeit, triefende Nase, leichter Schwindel, Gliederschmerzen, Empfindlichkeit gegenüber Kälte und Wärme. Jetzt am Abend, fühlte er sich geradezu dumpf und weit entfernt von allem und jedem. Es war als würden winzige Kaulquappen durch seine Arterien und Venen kreisen und sich von seiner Kraft nähren. Im Laufe weniger Stunden würde er wie ausgeblutetes Schlachtvieh zurückbleiben. Er kannte das.

Eduard seufzte und rekapitulierte die letzten Tage. Was hatte er falsch gemacht? Hatte er überhaupt irgendetwas falsch gemacht? Es waren ganz normale Tage in der Bank gewesen. Niemand hatte ihn sonderlich beansprucht. Ja, er konnte sogar von sich behaupten, dass er seine Sache gut gemacht und erfolgreich Kunden akquiriert hatte. Dank seiner in zähen Jahren weitgehend autark entwickelten Beratungstaktik!
Er hörte zu. Er lieferte Zahlen und Konditionen, informierte und verglich, ohne seine Kunden zu bedrängen. Er führte sie an der langen Leine und gewann damit ihr Vertrauen. Er ließ ihnen Zeit und nahm Bezug auf ihre Fragen und Klagen.

Eduard seufzte zum zweitenmal. Nein er hatte sich nichts vorzuwerfen. Er könnte zufrieden sein. Minzig fröstelte, zog die karierte Wolldecke bis übers Kinn und ließ sich noch tiefer in die Couch sinken. Er griff zur Fernbedienung auf dem Couchtisch, um weiteren Gedanken aus dem Weg zu gehen. Das würde in seinem momentanen Zustand nur unangenehm werden. Er würde womöglich nicht mehr darüber hinwegsehen können, dass seine Wohnung seit Sibels Auszug nur das Allernötigste enthielt. Er würde wieder einmal mit einem gewissen Widerwillen entdecken, dass auch dieses Allernötigste irgendwie heimatlos auf den verbliebenen Regalen herumlag und seine sämtlichen, großangelegten Renovierungspläne stagnierten.

Minzig seufzte zum drittenmal und zwang sich kurzfristig seine Insel zu verlassen, um sich Bier und Knabberzeug zu holen. „Lass das Grübeln Minzig und die Welt ist in allerbester Ordnung“, murmelte er vor sich hin, während er den Fernseher anwarf, sich ein Glas einschenkte und die Tüte aufriss. Er warf einen Blick durch die geschlossenen, in den Ecken vereisten Fenster und fröstelte erneut. „Mensch, irgendeinen Thriller wird die Kiste doch hergeben.“ Minzig wickelte sich wieder umständlich in die karierte Decke, zappte durch die Kanäle und hatte Glück! „Ach, der gute, alte Belmondo, sieh mal einer an, gibts dich noch?.“ 007 antwortete nicht , er saß in der Falle.
(392)



Zweite Fassung

Minzig

Eduard Minzig hatte die Beine auf dem Couchtisch und fischte nach einem Taschentuch. Er fühlte sich krank. Die Symptome waren vertraut. Müdigkeit, laufende Nase, Schwindel, Gliederschmerzen, Kälteempfindlichkeit, er fühlte sich dumpf und weit entfernt von allem. Als kreisten Kaulquappen durch seine Blutbahnen. Wie Schlachtvieh würde er zurückbleiben. Er kannte das.

Eduard seufzte und rekapitulierte die Tage. Was hatte er falsch gemacht? Hatte er etwas falsch gemacht? Es waren gewöhnliche Tage in der Bank gewesen. Niemand hatte ihn überbeansprucht. Er konnte von sich behaupten, dass er seine Sache gemacht und erfolgreich Kunden akquiriert hatte. Dank seiner in Jahren entwickelten Beratungstaktik!
Er hörte zu. Er lieferte Zahlen und Konditionen, informierte und verglich, ohne seine Kunden zu bedrängen. Er führte sie an der langen Leine und gewann damit ihr Vertrauen. Er ließ ihnen Zeit und nahm Bezug auf ihre Fragen und Klagen.

Eduard seufzte zum zweitenmal. Er hatte sich nichts vorzuwerfen und könnte zufrieden sein. Fröstelnd zog er die Wolldecke übers Kinn und ließ sich in die Couch sinken. Er griff zur Fernbedienung auf dem Couchtisch, um weiteren Gedanken aus dem Weg zu gehen. Das könnte in seinem Zustand unangenehm werden. Er würde nicht übersehen können, dass seine Wohnung seit Sibels Auszug nur das Allernötigste enthielt. Er würde mit Widerwillen entdecken, dass auch dieses Allernötigste heimatlos auf den Regalen herumlag und seine Renovierungspläne stagnierten.

Minzig seufzte zum drittenmal und zwang sich seine Insel zu verlassen, um sich Bier und Knabberzeug zu holen. „Lass das Grübeln Minzig und die Welt ist in Ordnung“, murmelte er, während er den Fernseher anwarf, sich ein Glas einschenkte und die Tüte aufriss. Er warf einen Blick durch die geschlossenen Fenster und fror. „Mensch, einen Thriller wird die Kiste doch hergeben.“ Minzig wickelte sich umständlich in die Decke, zappte durch die Kanäle und hatte Glück! „Ach Belmondo, sieh einer an, gibts dich noch?.“ 007 antwortete nicht , er saß in der Falle.
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Kommentar von Gerhild Bauer

Gratulation zu Herrn Minzig! Der zweite Absatz gefällt mir in der gekürzten Fassung besser. "Er würde mit Widerwillen......" finde ich großartig...es unterstreicht die Einsamkeit deines Minzigs. Gerhild B.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Frog

Intuitiv passt die coolere 2. Fassung besser zu den großartigen Namen. Ich würde gern einen Roman lesen, in dem die Protas Minzig und Sibel heißen. Ist das ein Frühwerk von Dir? Erst als ich Deinen Kommentar bei Ginko K. las, wurde mir das Ende hier klar. Ich hatte lange über einem tieferen Sinn nachgegrübelt und dann aufgegeben. :-)

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Papaya,, ich schließe mich den anderen an. Zu kurz ist zu kurz. Die erste Version ist fließend geschrieben und sollte weitgehend so bleiben. Im ersten Absatz könntest du vielleicht die Arterien und Venen durch Blutbahnen ersetzen (minus zwei Wörter). Die Kaulquappen würde ich übrigens nicht kreisen lassen. Auch wenn sie einen etwas chaotischen Schwimmstil haben, wäre "schlängeln" oder "drängen" vielleicht besser. Oder du nimmst statt der Kaulquappen Taumelkäfer. Die kreisen tatsächlich an der Wasseroberfläche. Sie sind allerdings relativ unbekannt, obwohl sie einheimisch sind. Im zweiten Absatz finde ich den Ausdruck "Er führte sie an der langen Leine" nicht gut. Besser wäre: "Er nahm sie als Menschen wahr und ..." Ansonsten gut wie immer. Viele Grüsse, Numungo (16250).

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von ml

Hallo Papaya, auch ich finde die erste Version besser. Es gibt bestimmt andere Stellen, die Du kürzen kannst. Einen Text, der sich so flüssig liest, verstümmelt man, wenn man zuviel kürzt. Das mit 007 wurde mir erst durch die anderen Kommentare klar, vorher war der Satz ein absolutes Rätsel für mich. Bis bald ml

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von papaya

Liebe Kommentatorinnen, mir gefällt Nr.1 auch besser, war ein Versuch.. @ Gina, hast mit allem recht.. @Azahar, danke für deine Ausführlichkeit. Mit Eduards Arbeitsgedanken bin ich ambivalent. Er ist ein Umstandskrämer, das sollte deutlich werden, ohne den Leser zu langweilen.@Velaranie, freut mich dass dir der Name so gefällt wie mir und "könnte" wird zu "sollte eigentlich"

Eingetragen am: 23.08.2008

Kommentar von Angela Thies

Hallo papaya, ich finde in der ersten Version nicht ein Wort zuviel. Da gibt es nichts zu kürzen. Ein flüssiger, guter Text.

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Gina K.

So nicht! Selbst als fanatische Kürzerin halte ich die zweite Fassung nur für eine Ruine der ersten. Drei Stellen würde ich dennoch streichen, wie bereits geschehen: "weitgehend autark" und "einem gewissen" (vor Widerwillen) und "irgendwie". Belmondo hatte nie etwas mit 007 zu tun!

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Azahar

Hallo papaya, wie immer habe ich zuerst die Kürzung und dann den Originaltext gelesen, und ich musste nicht lange überlegen, die erste Fassung gefiel mir besser. Ich mag es ganz einfach, wenn Sätze flüssig ineinander laufen und der Autor so richtig ins Erzählen kommt. Beim gekürzten Text fand ich manches abgehackt und kalt. z.B. bei "Die Symptome waren vertraut." fragte ich mich unwillkürlich. Wie? Wem waren sie vertraut, ausserdem Symptome für was? Der originale Satz dagegen "Die Symptome waren ihm vertraut.", liess keine solchen Fragen aufkommen. Aha, ihm waren sie vertraut, er wird uns also sicher gleich erzählen, was mit ihm los ist. Auch das mit den Kaulquappen, die sich von seiner Kraft ernähren, fand ich eigentlich ein recht gutes Bild. Genau so wie die an den Ecken vereisten Fenster. Das impliziert, dass es draussen nicht nur so ein bisschen kalt ist, sondern so richtig klirrender kalter Winter. Schade auch, dass die Wolldecke im gekürzten Text nicht mehr kariert war. Ich finde solche Dinge als Leser interessant, weil sie mir helfen, mir ein Bild von der Umgebung des Protagonisten zu machen. Indirekt kann man aus solchen kleinen Details sogar auf den Charakter der Person schliessen. Es ist auch ein Unterschied, ob jemand seine Sache gut macht, oder eben nur macht. Ich weiss, ich habe damit deine Frage nicht beantwortet, ob man noch mehr kürzen könnte. Ich persönlich würde den Rotstift vielleicht bei Eduards Gedanken ansetzen, die Erklärungen über seine Arbeit in der Bank fand ich etwas umständlich und langatmig. LG Azahar

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Velarani

Hallo papaya10! Deine Kürzung ist okay, wäre aber auch wieder nicht nötig gewesen - zu so einem redegewandten Typen passt doch auch ein etwas ausführlicherer Satzbau. Das "ausgeblutet" fehlt mir, so ist der Satz nicht recht verständlich. Bei "Er hatte sich nichts vorzuwerfen und könnte zufrieden sein" stört mich was. Muss es nicht eher heißen "sollte" oder "konnte"? Den Namen finde ich großartig! LG Velarani

Eingetragen am: 21.08.2008

Eingetragen am: 20.08.2008 von Angela Thies
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16455

Ich habe einen Auszug aus dem Text der letzten Übung genommen, zu dem fast alle Kommentatoren mir rieten ihn zu kürzen. Kürzer ging’s leider nicht.

Vorher
Es dämmerte. Eigentlich ein schöner Herbstabend, der mich empfing. Ich ging den langen Weg in das Dorf. Mächtige Bäume, zwischen deren Kronen sich nur wenige hellgraue Wolken am blassblauen Himmel zeigten, umsäumten die schmale Straße. Ein schwacher Wind kam aus Osten, er brachte klare Kühle mit. Mir im Rücken gab er mir Antrieb für meine ersten Schritte in ein anderes Leben. Am Wegesrand wurden die herab gefallenen Blätter mit mir getrieben. Die Blätter waren schon früh gefallen in diesem Jahr, es war zu trocken gewesen im Sommer. Sie waren meine einzigen Begleiter in dieser Stunde. Von Kälte spürte ich nicht mehr viel. Erst als nach und nach die Bäume von Wiesen und Feldern unterbrochen wurden und das Licht der ersten Häuser in noch weiter Ferne sichtbar wurde, wurde mir klar, was ich tat. Wohin konnte ich gehen, fragte ich mich in die immer schneller heranschleichende Dunkelheit. Immer dringender wurde die Frage. Der Koffer wurde mit jedem Schritt schwerer, ich blieb stehen, stellte ihn ab. Wohin sollte ich gehen, wo konnte ich diese Nacht verbringen, fragte ich mich und mein Blick entfernte sich von der Straße, ich schaute auf die nahen Wiesen, auf denen sich der erste Abendnebel legte. Noch ganz flach am Boden schluckte er das Gras der Wiesen, hin und wieder hob er sich eigenwillig empor. Nachdenklich und sehnsuchtsvoll betrachtete ich dieses vollendete Bild, das nur die Natur hervorbringen konnte.(231)

Nachher
Es dämmerte. Ein schöner Herbstabend empfing mich. Ich ging den langen Weg in das Dorf. Mächtige Bäume, zwischen deren Kronen sich nur wenige Wolken am Himmel zeigten, umsäumten die Straße. Der schwache Wind aus Osten trieb mich an, er brachte klare Kühle mit. Die Blätter am Wegesrand waren meine einzigen Begleiter zu dieser Stunde. Erst als nach und nach die Bäume von Wiesen und Feldern unterbrochen wurden und das Licht der ersten Häuser in noch weiter Ferne sichtbar wurde, wurde mir klar, was ich tat. Wohin konnte ich gehen, fragte ich mich in die immer schneller heranschleichende Dunkelheit. Der Koffer wurde mit jedem Schritt schwerer, ich blieb stehen, stellte ihn ab. Auf den nahen Wiesen legte sich der erste Abendnebel. Noch ganz flach am Boden schluckte er das Gras, hin und wieder hob er sich eigenwillig empor. Nachdenklich betrachtete ich dieses vollendete Bild.(143)


Kommentar von Gerhild Bauer

Vielleicht würde ich den Satz: Die Blätter waren schon früh gefallen.... streichen, Vielleicht. Eine sehr schöne Beschreibung! Bitte nicht kürzen! Gerhild B.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Angela Barotti

Hallo Namensschwester! Mir gefällt Version 2 besser. Doch auch ich finde, dass hier der Wind als Antriebsunterstützung für die ersten Schritte ins neue Leben wieder mit aufgenommen werden sollte. Das symbolisiert so schön, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Was ich etwas unglücklich formuliert fand: 1.) Die Wolken, die sich ZWISCHEN den Baumkronen zeigen = dann müssen sie sehr tief hängen. Es ist jedoch ein schöner Tag. Besser: ÜBER den Baumkronen. 2.) KLARE Kühle = gibt es auch eine unklare Kühle? Nein, daher sollte ‚klar’ hier entfallen.

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von Benita

Hallo Angela, deine erste Fassung gefällt mir viel besser. Dieser Text drückt soviel aus, das man sich als Leser schnell in diese Situation versetzen kann. Bei der gekürzten Fassung hzatte ich da Schwierigkeiten. Der Satz mit dreimal "wurde", paßt nicht so. Aber sicher wirst du das selbst merken, wenn du deinen Text noch einmal liest. L.G Benita

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von ml

Hallo Angela, der erste Text ist ein wenig zu lang, der zweite ist zu kurz. Ich denke auch, dass in der Mitte die optimale Fassung zu finden ist. Ich glaube nicht, dass Du ihn ruinierst, wenn Du es noch einmal versuchst. Er wird sich das nicht gefallen lassen. Tatsächlich habe auch ich die Vermutung, dass in der ersten Person Streichungen sehr schwer sind. Bis bald ml

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von Jenni

Hallo Angela. Einige Deiner Kürzungen fand ich sehr berechtigt. Den Absatz "Ein schwacher Wind..." bis "gefallenen Blätter mit mir getrieben" würde ich allerdings wieder reinnehmen, für die Stimmung und das Verständnis. Den trockenen Sommer finde ich dagegen überflüssig. Durch die Kürzung kommt mir der Anfang vom Rhythmus sehr schnell vor, vielleicht wäre es schöner, die Sätze etwas zu verbinden, z.B. "Ein schöner Herbstabend empfing mich auf meinem langen Weg in das Dorf" o.ä.? Die Kürzungen im zweiten Teil des Textes finde ich sehr gut. Abgesehen davon kommt mir "fragte ich mich in die (...) Dunkelheit" falsch vor: "fragte ich in die" oder "fragte ich mich in der (...) Dunkelheit", oder? *kopfkratz* So oder so, schöner Text. lg Jenni

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Angela Thies

Liebe Kommentatoren, vielen Dank. Das mit den vielen "wurde" stimmt. Lillilu, deine Anregungen helfen mir sehr. Aber ehrlich gesagt, ein Text, an dem ich viel herumoperieren muss, gelingt mir meistens nicht. Bei mir wird ein Text gut, wenn ich ihn in einem Zug hinunter schreibe, dann noch ein paar Korrekturen, fertig. Ein drittes Mal werde ich ihn nicht schreiben, dann wird er noch schlechter. Ich fand die Rohfassung zwar nicht ruhmreich, aber durch die Kürzung hat die Stimmung auch gelitten.

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Azahar

Kürzer muss es auch gar nicht sein! Für meinen Geschmack dürftest du sogar Dinge aus der Originalfassung wieder mit reinnehmen. Ich habe zuerst den kurzen Text gelesen. Die Tatsache, dass deine Prota in ein neues Leben aufbricht, ist mir aber erst nach der Lektüre des Originaltextes klar geworden. Dieser Satz muss unbedingt mit rein! Auch das Bild, wie der Wind in ihrem Rücken sie antreibt und ihr vorwärts hilft, ist z.B. sehr schön. Vorschlag: Wie wäre es mit einer dritten Version, die zwar kürzer als die erste ist, aber etwas fülliger und reichhaltiger? LG Azahar

Eingetragen am: 21.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Liebe Angela, dein zweiter Text hat einwenig an Stimmung verloren. Manchmal denke ich, dass Texte, die in der ersten Person geschrieben sind, durch Kürzung eher leiden, als Texte in dritter Person. Also, es ist wirklich sehr schwierig. Was Lillilu dir geschrieben hat finde ich sehr gut. ( Danke für deinen Kommentar! Dein Satz sagt das aus was ich sagen wollte! ) Liebe Grüße

Eingetragen am: 21.08.2008

Kommentar von papaya10

Hallo Angela, dein Text hat für mich im Vergleich zur Urversion sehr an Ausdruck und Klarheit gewonnen. Die zweite Fassung find ich noch besser und stimme bei dem einen Satz Karin zu.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von lillilu

Ich habe es ja kommen sehen! Da kürzt du mit dem Rechenschieber von 231 Wörtern auf 143! Das kommt davon, wenn wir hier uns beim Kommentieren nicht mehr Mühe geben! Louise Doughty hat deshalb die Vorgabe gemacht, nur 10 Zeilen zu schreiben, weil es für die Leser und die Kommentatoren sonst in zu viel Arbeit ausartet. Schließlich sollte ja der Inhalt und die Stimmung nicht zerstört werden. Deshalb noch einmal, liebe Angela: Deine Texte sind wunderschön und Du darfst nicht mit dem Rasenmäher darüber gehen! Hüte jeden deiner Sätze und Wörter und lass dir nie die Zügel aus der Hand nehmen (Tautologie). Verbinde Schreibtechniken mit deinem dir innewohnenden Sprachgefühl. Hier meine Korrekturen: ES DÄMMERTE. EIN SCHÖNER HERBSTABEND EMPFING MICH. ICH GING DEN LANGEN WEG IN DAS DORF. MÄCHTIGE BÄUME UMSÄUMTEN DIE STRAßE, ZWISCHEN DEN KRONEN ZEIGTEN SICH NUR WENIGE WOLKEN AM HIMMEL (1) EIN SCHWACHER WIND AUS OSTEN TRIEB MICH AN, ER BRACHTE KLARE KÜHLE(2). MIT IHM IM RÜCKEN HALF ER MIR BEI MEINEN ERSTEN SCHRITTEN IN EIN NEUES LEBEN. (3) DIE BLÄTTER AM WEGESRAND WAREN MEINE EINZIGEN BEGLEITER IN (4) DIESER STUNDE. ERST ALS (NACH UND NACH)(5) DIE BÄUME VON WIESEN UND FELDERN UNTERBROCHEN WURDEN UND DAS LICHT DER (ERSTEN) (6) HÄUSER IN NOCH WEITER FERNE SICHTBAR WURDE, (WURDE MIR KLAR,) (7: ERKANNTE ICH) WAS ICH TAT. WOHIN KONNTE ICH GEHEN, FRAGTE ICH MICH IN DIE IMMER SCHNELLER (HERANSCHLEICHENDE) (8:WERDENDE) DUNKELHEIT. DER KOFFER WURDE MIT JEDEM SCHRITT SCHWERER, ICH BLIEB STEHEN, STELLTE IHN AB. AUF DEN NAHEN WIESEN LEGTE SICH DER ERSTE ABENDNEBEL. NOCH GANZ FLACH AM BODEN SCHLUCKTE ER DAS GRAS, HIN UND WIEDER HOB ER SICH EIGENWILLIG EMPOR. (NACHDENKLICH) (9: WEHMÜTIG) BETRACHTETE ICH DIESES VOLLENDETE BILD. (1) EIN RELATIVSATZ IST HIER STÖREND. (2) DU DACHTEST AN „MIT SICH“, ABER DER ZUSATZ IST UNNÖTIG. (3) DIESEN SCHÖNEN SATZ HABE ICH AUS DEM ORIGINAL ZURÜCKGEHOLT. (4) ZU DIESER STUNDE IST EIN BEZUG ZUR ZEIT, „IN DIESER STUNDE“ BEZIEHT SICH AUF DIE SCHWERE STUNDE VON CHARLOTTE. (5) DIES IST EINE TAUTOLOGIE. BITTE LIES DAZU BEI WIKIPEDIA NACH ODER GIB „JUTTAS SCHREIBTIPPS“ BEI GOOGLE EIN. (6) NATÜRLICH, ES MÜSSEN JA DIE ERSTEN SEIN =TAUTOLOGIE. (7) WURDE MIR KLAR IST ZU KOPFLASTIG FÜR EINEN POETISCHEN TEXT, „ERKANNTE ICH“ PASST BESSER. (8) „SCHNELLER HERANSCHLEICHEND“ HÖRT SICH WIDERSPRÜCHLICH AN, DESHALB (VIELLEICHT) „WERDEND“. (9)“NACHDENKLICH“ IST RATIONAL, IM ORIGINAL HATTEST DU NOCH „SEHNSUCHTSVOLL“ GESCHRIEBEN. NIMM „WEHMÜTIG“, DANN HAST DU BEIDES. Einen lieben Gruß von einer erschöpften Lillilu

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Karin

Das hast Du gut gemacht! Nur ein Satz ist mir negativ aufgefallen: Erst als nach und nach die Bäume von Wiesen und Feldern unterbrochen wurden und das Licht der ersten Häuser in (noch) weiter Ferne sichtbar wurden, wurde mir klar, was ich tat. Sag selbst, sind das nicht dreimal 'wurde(n)' zu viel? Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 20.08.2008

Eingetragen am: 19.08.2008 von Marie Stiehl
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16436

„Ich will keine Drogen! Lassen Sie mich los,verdammt, nein bitte! “Lilli ist in Tränen aufgelöst. Der Stationsarzt ist bemüht ihr zu erklären, warum sie die Tabletten einnehmen muss.“Aber es ist als ob ich einen riesigen Ziegelstein im Bauch hab wenn ich die Tabletten nehme.“ Lilli laufen die Tränen. „Sofort einnehmen,oder ich hole die Spritze!“ Lilli gibt sich geschlagen. Sie schluckt die Tablette. Kurze Zeit später. „Ich will die rosa Elefanten fangen. Sie schweben zu hoch. Ich brauch eine Leiter, alles ist rosa, die Herde kommt auf mich zu. Bitte helft mir!“

„Ich will keine Drogen! Lassen Sie mich! Lilli weint.Der Stationsarzt erklärt ihr warum sie die Tabletten nehmen soll.“Aber die Tablette ist wie ein riesiger Ziegelstein in meinem Bauch.“Lilli laufen die Tränen.“Sofort einnehmen oder ich hole die Spritze!“ Lilli schluckt die Tablette. Nach kurzer Zeit sieht sie rosa Elefanten durch die Station fliegen.


Kommentar von Numungo

Hallo Marie, du hättest nicht kürzen sollen, sondern die erste Fassung noch weiter ausbauen. Ein solches Thema kannst du nicht in ein paar Sätzen abhandeln. Was geht in Lilli vor? Welche Ängste plagen sie? Dass ihr die Tabletten wie Ziegelsteine im Magen liegen ist sicherlich nicht der Hauptgrund, auch wenn sie das so sagt. Vielleicht hat sie Angst, tablettenabhängig zu werden. Bei Menschen, die in ihrem Umfeld mit Tablettensucht konfrontiert sind, ist es oft so, dass sie tatsächlich meinen, nach der ersten Tablette süchtig zu werden. Die Idee mit den Elefanten gefällt mir gut und auch sie ist in der zweiten Version deutlich zu knapp abgehandelt. Aber müssen sie unbedingt rosa sein? Ich mag blaue Elefanten lieber :-). Viele Grüsse, Numungo (16250).

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von ml

Hallo Marie, ich bin gespannt auf die neue Version. Die Szene mit den Elefanten finde ich gut, würde Sie aber ein wenig ändern. Vielleicht so: Ich will die rosa Elefanten fangen. Sie schweben zu hoch. Ich brauch eine Leiter. Jetzt kommt die Herde direkt auf mich zu. Sie sind schnell. Viel zu schnell. "Helft mir, bitte helft mir doch..." bitte ich, aber keiner hört mich.

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo M.P. Ich bin total gerührt.Der kommentar ist wirklich lieb von Dir. Ich bin aber hart im nehmen.Du brauchst dich doch nicht bei mir zu entschuldigen! Danke für die Anregungen. Ich habe mich sofort hingesetzt und es nochmal versucht. Ich schlafe jetzt noch eine Nacht über meinen Text, und morgen früh setze ich meinen Neuen ein.Nochmal Danke für Deinen Kommentar.Ich weiss es zu schätzen wie viel Mühe es macht zu kommentieren. Alles Liebe Marie.

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von M.P.

Liebe Marie. Ich freue mich, dass du meinem Kommentar offen gegenüber stehst. Vielleicht ist er ein bisschen hart geraten, dafür möchte ich mich entschuldigen. Es ist nicht fair, einen Text so zu beurteilen. Wir alle freuen uns über konstruktive Kritik und erlangen dadurch Größe wenn wir die Sichtweisen unserer Mitstreiter kennen. Mein Kommentar ist kein gutes Beispiel dafür. Mit etwas Glück gelingt mir der Nächste besser. Ich würde an deiner ersten Version nicht kürzen. Viel mehr würde ich versuchen, die Erinnerungen zur Explosion zu bringen. Die Gegenwehr deiner Prota hervorheben, die nur eine Antwort der Pfleger kennt. In einer Anstalt ist der Patient doch nur Spielball der Launen seiner Betreuer. Dann würde ich noch weniger wörtliche Rede verwenden. Zeig uns, was sie durchmachen muß. Verheimliche nichts und gib uns die volle Breitseite, damit können die meisten in diesem Forum am Besten umgehen. Ich auch. Und wenn du dann alles geschrieben hast, wenn du ausgeblutet bist, dann lass es einen Tag reifen und lies es noch einmal. Das, was dir nicht gefällt streiche weg. Den Satz, der komisch klingt, schreibst du um und dann, wenn du zufrieden bist, gib uns alles. Dich kennt hier keiner, du hast alle Freiheiten dieser Welt. Ich würde mich über eine neue Version dieser Szene freuen. LG M.P.

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Azahar

Hallo Marie, ich habe deine Texte gestern schon gelesen, und wusste nicht so recht, was ich dazu schreiben sollte. Aus dem Bauch heraus, hätte ich den kürzeren Text besser gefunden, vor allem weil der letzte Teil mit den rosa Elefanten nicht mehr in der direkten Rede steht. Willst du ihn wirklich als solche bringen, solltest du eine kurze Erklärung davor setzen, wie z.B. Kurze Zeit später setzten wieder die Halluzinationen ein: ... oder ähnliches. Gleichzeitig ist aber auch der Originaltext bzgl. Informationen schon so kurz gehalten, dass ich eher Dinge hinzufügen würde, als zu kürzen. Bzgl. deinem eigenen Kommentar zum Kritisieren. Trau dich ruhig! Wir sind alle hier, weil wir genau das wollen, ehrliche Kritik an unseren Texten. Nur so können wir besser werden und erkennen unsere eigenen Fehler. Ich z.B. habe mich über deine Anmerkungen zu meinem Text sehr gefreut. LG Azahar

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Liebe Marie, ich würde in deinem Text, bis auf den ersten Satz, den Dialog weglassen. " Es ist als ob Steine in ihrem Bauch liegen." "Ungeduldig droht der Stationsarzt mit der Spritze." Liebe Grüße

Eingetragen am: 21.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo M.P., ich bin froh, wenn ich Kritik bekomme, dadurch lerne ich am meisten. Ich traue mich oft nicht andere zu kritisieren. Aber ich finde die meisten Geschichten sowiso schön. Liebe Grüsse Marie.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von M.P.

Hallo Marie. Auf die Gefahr hin, dass du mich verfluchen wirst, aber mir gefällt keine der Versionen. In der Ersten fühle ich mich an Sprechblasen in einem Comic erinnert. Die Sprache ist schon hier sehr knapp gehalten. In der zweiten Version sehe ich vor mir einen Zettel liegen, auf dem mit Bleistift ein paar Gedanken zu einer Szene aufgeschrieben stehen. Das ist die Idee, hier der Konflikt, die Maßnahme mit der Drohung und das Ergebnis der Schwäche meiner Prota. Bitte nicht böse sein, aber das ist meine Meinung. Einige andere werden es bestimmt nicht so sehen. LG M.P.

Eingetragen am: 20.08.2008

Eingetragen am: 19.08.2008 von Popinga
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16435

Nebel - Rohfassung - 101 Wörter

Nebelschwaden waberten in die Stadt. Wie eine feindliche Armee schoben sie sich Häuserblock um Häuserblock in die Stadt hinein. Schon waren die ersten Häuser nicht mehr zu sehen. Die Stadt schien zu schrumpfen. Sie schien nur noch auf die eine Straße begrenzt zu sein.
Eagle stand am Fenster. Der Wind trug Fetzen von Nebel in den Raum. Kühl legten sich die feuchten Klauen auf sein Gesicht. Tief inhalierte er die frische Luft. Endlich war der Beigeruch von Staub und Tod nicht mehr auszumachen. Dafür roch die Luft nun kalt und leer. Aber das war eine Steigerung und ihm alle mal lieber.

Nebel - 77 Wörter

Nebel zog in die Stadt. Wie eine feindliche Armee kam er näher. Block für Block. Die Häuser verblassten. Die Stadt schloss sich enger um ihn, als gäbe es nur diese Straße.
Eagle stand am Fenster. Der Wind trug Fetzen von Nebel in den Raum. Kühl legten sich die feuchten Nebelklauen auf sein Gesicht. Er sog die Luft ein. Endlich war der Beigeruch von Staub und Tod verschwunden. Die Luft roch kalt und leer. Das war ihm lieber.


Kommentar von ml

Hallo Popinga, ich finde die zweite Version größtenteils besser. Allerdings glaube ich, dass sich der Nebel um die Stadt schließt und nicht umgekehrt. Daher gefällt mir diese Passage in der ersten Version besser. Das Wort Beigeruch finde ich nicht so gut. Was hälst Du von: Endlich war der Geruch von Staub und Tod verschwunden. Werden wir die dritte Version auch zu sehen bekommen? Bis bald.... ml

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von Popinga

Hallo, vielen Dank für die vielen Kommentare. Ich denke, die Endfassung liegt irgendwo zwischen beiden Versionen. Ich finde die zweite Fassung auch fast zu hart gekürzt, wollte es aber mal voll durchziehen. Im ersten Text sind auch ein paar Schwachstellen. Ich denke eine Mischung aus beiden wird dann richtig gut werden. Danke für die Tipps und Kommentare Gruß Popinga

Eingetragen am: 21.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Schwierig, beide Texte hinterlassen in mir das trostlose Gefühl, wenn man aus dem Fenster schaut und alles ist nebelig. Der zweite Text bringt das doch deutlicher zum Ausdruck, er gefällt mir sehr. Liebe Grüße

Eingetragen am: 21.08.2008

Kommentar von Azahar

Hallo Popinga, einige der Kürzungen, die du vorgenommen hast, sind sicherlich berechtigt und natürlich funktioniert der zweite Text, wenn ich ihn allerdings mit der Ausgangsversion vergleiche, so muss ich doch sagen, dass mich manche Bilder dort mehr beeindrucken. z.B. "tief inhalierte er die frische Luft" ist viel aussagekräftiger als "Er sog die Luft ein". Aber das ist nur meine Meinung, da ich kein Fan von radikalen Kürzungen bin. Wie schon an anderer Stelle gesagt, sollte man beim Straffen nicht nach Prozenten, sondern nach Gefühl gehen, denn vielleicht ist der Ausgangstext an sich ja schon so gut, dass kaum mehr gekürzt werden muss. Insgesamt hat mir der Text gut gefallen, die Stimmung ist beeindruckend. LG Azahar

Eingetragen am: 21.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Hallo Popinga, die Kürzung tut dem Text gut: Eagles Anspannung überträgt sich auf den Leser. Genial finde ich den Satz "Die Stadt schloss sich enger um ihn, als gäbe es nur diese Straße"! Ein paar Änderungsvorschläge hätte ich trotzdem: Die Sätze zwei und drei würde ich durch ein Komma verbinden. Und im zweiten Absatz passen "kühl legen" und "Nebelklauen" nicht ganz zusammen. Mit "kühl legen" verbinde ich eine sachte, beinahe zärtliche Berührung - bei Klauen assoziiere ich etwas Hartes, Spitzes, Verletzendes. Außerdem würde ich diesen Satz wahrscheinlich mit dem davor verbinden. Viele Grüße Carola

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Jenni

Hallo Popinga, ich kann mich M.P. nur anschließen: mir hat der erste Teil des Textes in der ersten Version besser gefallen, sehr stimmungsvoll. Allenfalls könntest Du das Schrumpfen weglassen, nur "die Stadt schien nur noch auf die eine Straße begrenzt zu sein". Dem zweiten Teil hat die Kürzung dagegen gut getan. "Er sog die Luft ein" macht die Atemnot bildlicher als "inhalierte". Was mir allerdings gefallen hat, war das "allemal lieber", weil da ein persönlicher Tonfall/ Wertung des Charakters durchklingt. Vielleicht "Die Luft roch kalt und leer, doch das war ihm allemal lieber."? Gruß Jenni

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Mir gefällt die erste Fassung besser, weil die Stimmung besser rüberkommt. Bei der zweiten Fassung gefällt mir das Ende besser. Gruß Marie.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von M.P.

Hallo Popinga. Auch hier viel zu radikal. Die ganze Stimmung geht verloren, das ist schade. In der ersten Version war ich richtig drinn und konnte mir ein paar Stellen vorstellen, an denen ein anderer Satzaufbau möglich wär. Auch deswegen, weil du in den ersten Sätzen häufig mit dem Wort Stadt arbeitest. Der zweite Absatz ist dir dann richtig gut gelungen. Vielleicht in diesem Teil noch ein paar Sätze miteinander verbinden. LG M.P.

Eingetragen am: 20.08.2008

Eingetragen am: 19.08.2008 von Azahar
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16431

Das mit dem Kürzen ist gar nicht so einfach, und mich von Adjektiven und Adverbien zu trennen, tut mir in der Seele weh, obwohl ich festgestellt habe, dass manche Dinge sich in überarbeiteter Form tatsächlich leichter und besser lesen.
Ich habe das Gefühl, wenn ich alle verstärkenden und wertenden Ausdrücke rausnehme, verliert die Erzählerin (Tania) ihre Stimme. Sie ist nun mal ein bisschen flapsig und übertreibt gerne.

Zur Erklärung: Dieser Textausschnitt sind die ersten paar Zeilen des Romans über Daniel und Tania.

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Oiginalfassung 159 Wörter:

Silvia war in Panik, hetzte von einem Zimmer ins andere um Dinge zusammenzusuchen, und ihr Koffer lag noch immer offen auf dem Bett. Gerade eben hatte sie auf der verzweifelten Suche nach dem Vorrat Antibabypillen, für den sie heute Morgen extra noch schnell bei ihrem Frauenarzt um ein Rezept ersuchen musste, alle sorgfältig zusammengelegten T-Shirts und Blusen wieder herausgerissen und sie malerisch über dem anderen uneingepackten Kleinkram auf ihrem durchwühlten Bett verteilt.
Ich stand wahlweise etwas hilflos im Weg, in der Tür oder auf dem Flur. Natürlich wusste ich, dass ich ihr nicht helfen konnte, aber ihre wütenden Schreie, ihr Fluchen und schließlich ihr verzweifeltes Stöhnen hielten mich davon ab, mich aufs Lernen zu konzentrieren.
„Es ist schon zwei“, sagte ich und deutete auf meine Uhr als sie an mir vorbei ins Bad stürmte um die Zahnbürste und das Make up, das sie heute morgen noch gebraucht hatte, einzupacken. Um vier würde ihr Flug nach bella Roma starten.

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Um ein viertel gekürzter Text 117 Wörter:

In Panik hetzte Silvia von einem Zimmer ins andere und raffte Dinge zusammen. Ihr Koffer lag noch immer offen auf dem Bett. Gerade eben hatte sie auf der Suche nach dem, heute Morgen in einer dramatischen Aktion erstandenen, Vorrat Antibabypillen alle vorhin zusammengelegten Kleidungsstücke wieder herausgerissen und über dem anderen Kleinkram auf ihrem Bett verteilt.
Ich konnte ihr zwar nicht helfen, stand aber trotzdem im Weg, da ihr Schreien und Fluchen, das schließlich in Stöhnen überging, mich davon abhielten, mich aufs Lernen zu konzentrieren.
„Es ist schon zwei“, sagte ich und deutete auf meine Uhr, als sie an mir vorbei ins Bad stürmte, um Zahnbürste und Make up einzupacken. Um vier würde ihr Flug nach Rom starten.

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Fassung mit der ich mich wohl fühle und die ich jetzt so wohl auch im Roman stehen lassen werde, 138 Wörter:

In Panik hetzte Silvia von einem Zimmer ins andere und raffte scheinbar wahllos Dinge zusammen. Ihr Koffer lag noch immer offen auf dem Bett. Gerade eben hatte sie auf der Suche nach dem, heute Morgen in einer dramatischen Aktion erstandenen, Vorrat Antibabypillen alle vorhin sorgfältig zusammengelegten Kleidungsstücke wieder herausgerissen und malerisch über dem anderen uneingepackten Kleinkram auf ihrem Bett verteilt.
Obwohl mir klar, war, dass ich ihr nicht helfen konnte, stand ich wahlweise etwas hilflos im Weg, in der Tür oder auf dem Flur, da ihre wütenden Schreie und ihr Fluchen, das schließlich in verzweifeltes Stöhnen überging, mich davon abhielten, mich aufs Lernen zu konzentrieren.
„Es ist schon zwei“, sagte ich und deutete auf meine Uhr, als sie an mir vorbei ins Bad stürmte, um Zahnbürste und Make up einzupacken. Um vier würde ihr Flug nach Rom starten.

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Würde mich interessieren, was ihr davon haltet. Oder wäre die kürzeste Fassung tatsächlich die beste?

Vielen Dank und liebe Grüsse,
Azahar


Kommentar von Azahar

Hallo Jenni, vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast, den vorhergehenden Text noch einmal zu lesen! Mit dem vorsichtigen Kürzen bin ich einverstanden, zu verbessern gibt es immer etwas. Vor allem die Theorie mit den zwei Adjektiven finde ich interessant. Es stimmt schon, beim ersten Lesen eines Romans überfliegt man viele Dinge, weil man vor allem wissen will, wie die Geschichte weitergeht. Ich habe aber auch festgestellt, dass ich mich, wenn ich ein Buch nach einiger Zeit ein zweites mal lese, über gelungene Formulierungen und schöne Bilder freue, und dass es oft genau das ist, was später über Jahre in meinem Gedächtnis hängen bleibt. Wie immer sollte man wohl einen goldenen Mittelweg finden. Ich habe nur manchmal das Gefühl, dass sogar die Suche nach dem heiligen Gral einfacher wäre ;-) Kommentare wie der deine, die festgefahrene Denkmuster durchbrechen, sind wie kleine Wegweiser am Strassenrand. LG Azahar

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von Jenni

Da ich Deiner winterlichen Kälte ohnehin eine Chance an einem weniger heißen Tag geben wollte, habe ich die Gelegenheit genutzt - und dabei speziell auf Deine Frage bzgl des Kürzens geachtet. Die Kälte kam diesmal an :). Wegen des Kürzens... meiner Meinung nach: JA. Nicht radikal sondern vorsichtig. Aber ich habe das Gefühl, dass Du Dir was vergibst, wenn Du es nicht versuchst. Als ich jetzt den Text so konzentriert gelesen habe, fiel mir an vielen Stellen Deine besondere Beobachtungsgabe auf. Du schaffst unglaublich schöne Bilder. Bloß: wenn ich einen Roman lese, konzentriere ich mich nicht so stark, und womöglich geht das vielen Menschen so? Der Rest Deines Textes ist weiß Gott nicht schlecht, aber wenn Du ihn straffst kannst Du diesen echt genialen Stellen mehr Wirkung verleihen. Ich lese ja gerade Sol Steins "Über das Schreiben". Ihm nach neigen Autoren dazu, zwei Adjektive für eine Sache zu verwenden, von denen eines deutlich stärker ist. Das zweite solle man streichen. In Deinem Text habe ich dafür einige Beispiele gefunden. An der Stelle könntest Du vielleicht ansetzen. Meine subjektive Meinung und ohne den Willen zu verunsichern. Im Gegensatz zu Dir habe ich keine 15jährige Schreiberfahrung. Nur fast lebenslängliche Leseerfahrung. ;) lg Jenni

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Azahar

Hallo ihr Lieben, vielen Dank für eure Kommentare! Dieses mal habt ihr meinen Text ja so richtig zerpflückt, und das freut mich! Ihr habt mir sehr viel zum Überdenken gegeben und mich auf Dinge hingewiesen, die mir selbst sicherlich nicht aufgefallen wären. Eine ganze Fülle verschiedener Meinungen, aber einig waren sich alle über den Satz mit den Antibabypillen, (wie von @ M.P. als erstem erwähnt). Er war verschachtelt, das ist wahr, und ist nun korrigiert. @ Numungo: Das "dramatisch" bezog sich auf die Tatsache, dass es Silvia erst am selben Morgen eingefallen war, dass sie noch welche brauchte. Ich sehe schon, die "Kürzung" hat hier nicht zum Verständnis beigetragen. Wird geändert. Auch das "wahlweise" wurde zweimal beanstandet. (@ Elisabeth + Numungo) Ich dachte, es würde witzig klingen. Nun, tut es wohl nicht. Also weg damit. @ Marie Stiehl: das zweite "um" könnte man wohl wirklich ersetzen. @ Jenni: Du verunsicherst mich. Bin ich tatsächlich so an meinen eigenen wortüberladenen Schreibstil gewöhnt (mehr als 15-jährige Prägung), dass ich die Schönheit von kurzen, pägnanten Sätzen nicht mehr erkennen kann? Du hast meinen vergangenen Übungstext # 15489 kommentiert. Bei diesem z.B. würde ich kaum mehr etwas streichen. Würde er dir gestraffter auch besser gefallen? Nochmal vielen Dank an Euch alle! LG Azahar

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Hallo Azahar, ich gebe M.P. recht. Das Wort "Dinge" würde ich noch austauschen. Vielleicht: und raffte scheinbar alles Mögliche zusammen." Auch "wahlweise" gefällt mir nicht: "..stand ich etwas hilflos im Weg, in der Tür oder auf dem Flur. Ihre wütenden..." Liebe Grüße

Eingetragen am: 21.08.2008

Kommentar von Jenni

Hallo Azahar, Ich tendiere zur ganz kurzen Version, der Anfang gefällt mir hier besser. Silvias Hast beim Packen wird durch die kurzen abgehackten Sätze eindringlicher. Gerade "(...) und raffte Dinge zusammen" hat mir extrem gut gefallen: ich finde, in dieser Formulierung klingt schon völlig mit, dass der Erzähler "Dinge" sagt und "unnützes Zeug" meint. "scheinbar wahllos" finde ich deshalb verzichtbar. Genauso wie die Formulierung "Ich konnte ihr zwar nicht helfen, stand aber trotzdem im Weg": witzig, treffend, viel zu gut um sie durch viele Worte aufzuweichen. lg Jenni

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Mir gefällt auch der dritte Text am besten.Ich würde den letzten Satz ändern, weil dort wieder um steht. Wie im vorigen Satz.(um Zahnb....)Schreib vielleicht anstatt Um vier. Punkt vier würde.... Viel Spaß beim weiter schreiben. Gruß Marie.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Azahar, die dritte Version gefällt mir auch am besten; perfekt ist sie allerdings noch nicht. Der Satz mit den "dramatisch erstanden Antibabypillen" ist in der ersten Hälfte etwas umständlich; es stellt sich auch die Frage, was an der Beschaffung von Antibabypillen heute noch dramatisch ist. Im zweiten Halbsatz finde ich das Wort "malerisch" nicht passend. Vielleicht ist es ein buntes Chaos oder etwas anderes in der Richtung. Wenn du dann im nächsten Satz noch das Wort "wahlweise" streichst, dürfte nichts mehr schief gehen. Viele Grüsse, Numungo (16250).

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von M.P.

Schön, auch mal drei Varianten zur Auswahl zu haben. Die Letzte gefällt mir dabei auch am Besten. Ein Satz ist mir im Zusammenhang zu verschachtelt und ich würde ihn anders schreiben, sogar aufteilen um ihn verständlicher zu machen. Meine Idee: Ihr Koffer lag noch immer offen aber leer auf dem Bett. Um ihn herum verteilten sich malerisch Kleidungsstücke und Kleinkram. Silvia hatte den Koffer schon fast fertig gepackt, als sie in einem Anfall von Panik die sauber zusammengelegten Sachen wieder herausriss. Sie suchte den Vorrat an Antibabypillen, den sie am Morgen in einer dramatischen Aktion erstanden hatte. Oder so ähnlich eben. LG M.P.

Eingetragen am: 20.08.2008

Eingetragen am: 19.08.2008 von Thea Doris
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16426

Leider komme ich mit dem China-projekt im Moment nicht weiter, daher zwischendurch etwas anderes.

Vorher: 257 Wörter
Ein attraktiver junger Frischling - leicht zu erkennen an der fehlenden Bräune - fiel ihr auf, als sie sich noch einmal an den Pool legten. Gleich prüfte Sieglinde, ob er in Begleitung von Frau oder Familie war. Nein, er hatte nur drei weitere junge Herren um sich, zwei spielten Backgammon. Werner, der männliche Teil der Urlaubsbekanntschaft, hatte sich gerade mit seiner Liege mitten in die Sichtlinie auf Sieglindes Objekt der Begierde platziert. Unauffällig schob sie sich ein Stückchen nach rechts, eine Jägerin, die ihre Beute belauerte: Sein dunkles Haar stand am Kopf etwas in die Höhe, was Sieglinde an einen Gockel erinnerte. Als er jetzt aufstand, konnte sie ihn endlich genauer in Augenschein nehmen. Aha, ein ansehnlicher Oberkörper, ein niedlicher Bauchansatz und darunter eine weiße, ewig lange Billabong-Badeshorts. Gespannt wartete sie, bis er den Kopf drehte und sie seine Augen sehen konnte, sie waren haselnussbraun.

Zu Sieglindes Enttäuschung hatte man, genauer gesagt Hilde, ihre Urlaubsbekannte, gerade beschlossen, sich einen sonnigeren Liegeplatz zu suchen, schließlich war die Abendsonne jetzt sehr wohltuend. Sieglinde malte sich aus, wie wohltuend erst ein jugendlicher Liebhaber sein mochte. Wieso war sie noch nicht eher darauf gekommen? Unwillig erhob sie sich, um den anderen zu folgen, sie konnte schließlich nicht sagen, warum sie die Stelle im Schatten vorzog. Sie kramte geräuschvoll ihre Sachen zusammen und als der junge Mann zu ihr herübersah, hatte sie sofort seinen Blick erwidert und bei ihrem Abgang ihre körperlichen Vorzüge ins rechte Licht gesetzt. „Noch nichts verlernt“, dachte sie, als sie seine Blicke im Rücken spürte. Der Fisch zappelte am Haken.

Nachher: 182 Wörter
Ein Frischling fiel ihr auf, als sie sich noch einmal an den Pool legten. Sieglinde prüfte, ob er in Begleitung von Frau oder Familie war. Nein, er hatte nur drei Freunde um sich, zwei spielten Backgammon. Werner, ihre Urlaubsbekanntschaft, hatte sich gerade mit seiner Liege in die Sichtlinie auf Sieglindes Objekt der Begierde platziert. Sie schob sie sich ein Stückchen nach rechts, eine Jägerin, die ihre Beute belauerte: sein Haar stand am Kopf in die Höhe, erinnerte an einen Gockel. Als er jetzt aufstand, konnte sie ihn in Augenschein nehmen: Oberkörper, Bauchansatz und darunter Badeshorts. Sie wartete, bis sie seine Augen sehen konnte.

Zu Sieglindes Enttäuschung hatte Hilde, ihre Urlaubsbekannte, beschlossen, sich einen Liegeplatz in der Abendsonne zu suchen. Sieglinde malte sich aus, wie ein Liebhaber sein mochte. Wieso war sie nicht eher darauf gekommen? Sie erhob sie sich und kramte ihre Sachen zusammen, um den anderen zu folgen. Als der Mann zu ihr herübersah, erwiderte sie seinen Blick und setzte bei ihrem Abgang ihre Vorzüge ins Licht. „Noch nichts verlernt“, dachte sie, seine Blicke im Rücken. Der Fisch zappelte am Haken.


Kommentar von Marie Stiehl

Mir gefällt der erste Text besser. Da ist einfach mehr Stimmung drin. Der zweite Text ist etwas zu abgehackt.....ihre Vorzüge ins Licht. Da hört sich ins rechte Licht einfach vollständiger an. Sonst finde ich den Text aber vielversprechend.Bin gespannt wie es weitergeht. Gruß Marie.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Martina

Hallo Thea Doris. Ich finde den ersten Absatz in der ersten Version besser, weil mir die Situation verständlicher und stimungsvoller beschrieben wird. Im zweiten Absatz ist die Kürzung ok, da hier eine Handlung geschieht, die durch die Kürzung nicht an Deutlichkeit verliert.

Eingetragen am: 20.08.2008

Eingetragen am: 19.08.2008 von Heidrun
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16427

Erste Version:

Doktor Schädel war ein Psychotherapeut mit Prinzipien. Seit fünfzehn Jahren hatte er seine Praxis direkt neben dem Altenheim, das außerhalb Schrobenheims auf einem Berg lag. Dort erteilte er Einzeltherapie. Seine Spezialgebiete waren Hemmungen, Ängste, Kontaktschwierigkeiten und Beeinträchtigungen der sexuellen Erlebnisfähigkeit. Eine Behandlung, bei der keine Tabletten oder Spritzen verabreicht, keine Bestrahlung angewandt und keine Operation durchgeführt wurde, entsprach seinen Vorstellungen von der Heilung der Psyche.

Zweite Version:
Doktor Schädel war Psychotherapeut. Er hatte seine Praxis neben dem Altenheim. Seine Spezialgebiete waren Behandlungen, bei denen keine Medikamente verabreicht, keine Bestrahlung angewandt und keine operativen Eingriffe gemacht wurden.


Kommentar von Velarani

Hallo Heidrun, eine inhaltliche Anmerkung von mir: Der dritte und der letzte Satz der ersten Version sind unnötig, weil sich das von selbst versteht. Wenn der Psychotherapeut mit Gruppen arbeiten, Operationen durchführen oder Medikamente verschreiben würde, müsstest du das erwähnen, dass er es nicht tut, kannst du weglassen. Ansonsten schließe ich mich an: die erste Version ist besser. LG Velarani

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Mir gefällt der erste Text besser. Was mir noch aufgefallen ist:Kann die Psyche operiert oder bestrahlt werden? Vielleicht könntest Du statt dessen lieber schreiben:Er heilte die Psyche ohne Hilfsmittel.Gruß Marie.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von M.P.

Hallo Heidrun. Ich gehe davon aus, dass du provozieren wolltest und aus diesem Grund deinen Text vergewaltigt hast. ;) Ich stimme Elisabeth zu. Bis auf den letzten Satz kannst du alles stehen lassen. Und den würde ich nicht weglassen, sondern verändern um dann einen Einstieg zu seiner Arbeit und dem Umfeld zu finden. LG M.P.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Liebe Heidrun, im ersten Text erfährt der Leser viele wichtige Details, da würde ich nur den letzten Satz weglassen oder kürzen: "Seine Vorstellungen von der Heilung der Psyche waren bemerkenswert." ( oder ungewöhnlich, sonderbar, eigentümlich...) Der Leser wird ja dann erfahren, wie er seine Patienten behandelt.

Eingetragen am: 20.08.2008

Eingetragen am: 19.08.2008 von Beate Kranz
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16425

An diesem Tag im März parkte sie den Rover auf dem Parkplatz und spurtete durch den Dauerregen in das Gebäude.
Vom offen angelegten Restaurant roch es nach Frühstück, nach frisch gebratenen ham and eggs, nach Kaffee und Tee.
Mel schaute sich um. Die kleinen Geschäfte mit dem alltäglichen Bedarf machten gerade erst auf. In den Toiletten war es still, leer und klinisch sauber und Mel blickte in ihr übernächtigtes Gesicht. Sie entfernte den zerlaufenden Lidstrich und die Mascara, beugte sich nach vorn, ließ kaltes Wasser über das Gesicht laufen, trocknete es ab, kramte ihr Notfall-Make-up hervor und schminkte sich flüchtig, bürstete ihr Haar.
'Bis zuhause wird es reichen', dachte sie.
Sie ging ins Restaurant. Inzwischen war es zehn Uhr, die Pendler und die LKW-Fahrer waren schon lange wieder unterwegs und nur diejenigen, die Zeit hatten oder eine Pause brauchten, saßen an den Tischen, lasen in Zeitungen und tranken etwas.
Mel nahm sich ein Tablett, stellte sich in der winzigen Schlange, die aus drei Leuten bestand, an, bummelte mit ihren Gedanken, wartete darauf, daß sie dran kam.
'An all day English breakfast, please.', bestellte sie. Wartete dann, daß man ihr den Teller und die Metallkanne mit den Tee reichte. Ging zur Kasse. Drehte sich um, suchte nach einem Tisch und schaute direkt in die Augen ihrer Mutter.
"Mama", entfuhr es ihr.
Die Frau schaute sie an, ohne zu reagieren, ohne sich zu rühren, dann drehte sie sich weg, ging zu einem der Tische, dort wo ein älterer Mann mit dem Rücken zu ihr saß, setzte sich, schaute sich nicht um.
Mel stand noch immer regungslos an der gleichen Stelle. Schaute zu dieser Frau an diesem Tisch. Ihre Gedanken schlugen Kapriolen, drehten sich im Kreis und in Spiralen. Jemand rempelte sie an und sie zuckte zusammen.
'Du bist ein Idiot', dachte sie. 'Mama ist doch tot. Das weißt du doch. Du bist ganz schön peinlich. Was soll diese Frau nur von dir denken.'


gekürzter Text:

An diesem Tag im März parkte sie vor dem Eingang und spurtete durch den Dauerregen.
Vom Restaurant her roch es nach englischem Frühstück, nach Kaffee und Tee. Inzwischen war es zehn Uhr, es war wenig Betrieb und nur diejenigen, die Zeit hatten oder eine Pause brauchten, saßen an Tischen, tranken etwas.
Mel nahm sich ein Tablett, stellte sich in die Schlange, bummelte mit ihren Gedanken, wartete. Bestellte sich ein englisches Frühstück. Drehte sich um, suchte nach einem Tisch und schaute direkt in die Augen ihrer Mutter.
"Mama", entfuhr es ihr.
Die Frau schaute sie an, ohne zu reagieren, ohne sich zu rühren. Dann drehte sie sich weg, ging zu einem Tisch an dem ein Mann mit dem Rücken zu ihr saß, setzte sich.
Mel stand regungslos da und starrte zu dieser Frau. Ihre Gedanken schlugen Kapriolen, drehten sich im Kreis und in Spiralen. Jemand rempelte sie an und sie zuckte zusammen.
'Du bist ein Idiot', dachte sie. 'Mama ist doch tot. Das weißt du doch. Du bist ganz schön peinlich. Was soll diese Frau nur von dir denken.'


Kommentar von Beate Kranz

Liebe Elisabeth, danke für deinen Kommentar und Deine Vorschläge. Ich werde ihn mir kopieren und an meinen Text hängen und den Text in Ruhe dann bearbeiten. An sich gefällt mir der erste Text auch besser. Es war schwierig überhaupt etwas zu kürzen, da ich beim Schreiben in der Regel schon kürze und umformuliere. Hallo papaya, danke. Ich werde an meinem Text arbeiten und mal sehen, wie er sich positiv verändern läßt.

Eingetragen am: 21.08.2008

Kommentar von papaya10

ich stimme Elisabeth zu: nichts rauswerfen sondern Satz für Satz kürzen, sonst geht die Stimmung flöten und das wäre schade

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Liebe Beate, im zweiten Text hast du meiner Meinung nach zu viel gekürzt. Jeden Satz im ersten Text finde ich wichtig. Geh doch noch mal die Sätze durch. "Frühstück" würde ich streichen. Es roch nach ham an eggs....". "Die kleinen Geschäfte machten gerade erst auf." "Die frisch geputzten Toiletten waren leer und Mel..." "Sie wusch sich das Gesicht und machte sich schnell zurecht." Auch die weiteren Sätze kannst noch kürzen. Ich finde deinen Text schön, jeder Satz sagt was aus.

Eingetragen am: 20.08.2008

Eingetragen am: 18.08.2008 von Putzi
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16378

Traumdeutung 338 Wörter

Katia wachte mitten in der Nacht auf und verweilte noch ein bisschen in Gedanken bei dem wundervollen Traum, den sie gehabt hatte. Sie wollte ihn noch nicht loslassen, denn fast jedes Mal, wenn ihr Unterbewusstsein auf Reisen ging, konnte sie wieder laufen und die farbenprächtige Umgebung genießen.
So auch dieses Mal.
Sie sah sich als Kind, das auf einem Weg entlangspaziert, den sie früher oft gegangen war. Alles war so vertraut. Von den Häusern mit gepflegten Gärten angefangen, bis zu der kleinen Brücke, die einen Bach überquerte. Ihr Ziel war der Waldrand gewesen, von dem aus man das ganze Dorf überblicken konnte.
Bevor sie es erreichen konnte, kehrte ihr Bewusstsein in die traurige Wirklichkeit zurück.
Da lag sie nun in ihrem Bett, wie es sie auch in Krankenhäusern gibt. Mit Spezial-Matratze, damit der Rücken nicht wund wurde, weil sie unfähig war sich von einer Seite auf die andere zu drehen.
Katia dachte nach.
„Weshalb hatte ich gerade diesen Traum und warum wachte ich auf, bevor ich mein Ziel erreichen konnte? So oft streifte ich durch diesen Wald, zu gerne hätte ich ihn wieder gesehen.“
Dann erinnerte sich Katia an ihre Mutter, die, wie sie auch, an MS erkrankt gewesen war und schon lange nicht mehr lebte. Ein Mal hatte sie ihrer Tochter von einem Traum erzählt, der sie glücklich machte.
Ein freundlicher, schwarz gekleideter Mann, reichte ihr seine Hand und mit seiner Hilfe konnte sie ihren Rollstuhl verlassen. Dann war er mit ihr genau an diesem Waldrand entlang spaziert.
„Katia, ich werde wieder laufen können, ich muss nur auf diesen Mann warten“, sagte die Mutter voller Überzeugung.
Dieser Mann war der Tod gewesen. Katia spürte einen bitteren Kloß im Hals stecken, doch für ihre Mutter war er ein Freund, auf den sie freudig wartete.

Die Gedanken an ihre Mutter trieben Katia Tränen in die Augen. Sie fühlte sich mit ihr verbunden, wie nie zuvor.
Ihre Zeit zum Sterben war noch nicht gekommen. Doch wenn es soweit ist, dann wird ihre Mutter an diesem Waldrand auf sie warten.



Zweite Version von Traumdeutung 255 Wörter

Katia wachte auf und verweilte in Gedanken bei ihrem Traum. Jedes Mal, wenn ihr Unterbewusstsein auf Reisen ging, konnte sie laufen und die Umgebung genießen.

Sie sah sich als Kind, das auf einem Weg entlangspaziert, den sie gut kannte. Alles war so vertraut. Von den Häusern angefangen, bis zu der Brücke, die einen Bach überquerte. Ihr Ziel war der Waldrand gewesen, von dem aus man das Dorf überblicken konnte.
Bevor sie es erreichen konnte, kehrte ihr Bewusstsein in die Wirklichkeit zurück.

Katia dachte nach.
„Weshalb hatte ich diesen Traum und warum wachte ich auf, bevor ich mein Ziel erreichen konnte? So oft streifte ich durch diesen Wald, zu gerne hätte ich ihn wieder gesehen.“
Dann erinnerte sich Katia an ihre Mutter, die auch an MS erkrankt gewesen war. Ein Mal hatte sie ihrer Tochter von einem Traum erzählt, der sie glücklich machte.
Ein freundlicher, schwarz gekleideter Mann reichte ihr seine Hand und sie konnte ihren Rollstuhl verlassen. Dann war er mit ihr an diesem Waldrand spazieren gegangen.
„Katia, ich werde wieder laufen können, ich muss nur auf diesen Mann warten“, sagte ihre Mutter voller Überzeugung.
Sie hatte von ihrem Tod geträumt. Katia spürte einen Kloß im Hals stecken, doch für ihre Mutter war er ein Freund, auf den sie wartete.

Die Gedanken an ihre Mutter trieben Katia Tränen in die Augen. Sie fühlte sich mit ihr verbunden, wie nie zuvor.
Ihre Zeit zum Sterben war noch nicht gekommen. Doch wenn es soweit ist, dann wird ihre Mutter an diesem Waldrand auf sie warten.


Kommentar von Carola Ottenburg

Hallo Putzi, da zeigt sich die Wichtigkeit von kleinen Worten. Was ich wissen wollte war, ob es _an dieser Stelle_ wichtig ist, dass Katia in jedem Traum laufen kann. Das es generell wichtig ist, war mir bewusst. Aber das lässt sich - gerade in einem langen Text - auch anders darstellen (z.B. indem Katia es jemandem erzählt oder schreibt - so wie Du es hier eben auch noch einmal erklärt hast). Wenn ich Deinen Text richtig verstanden habe, ging es Dir hier aber weniger um ihre eingeschränkte Bewegungsfreiheit, sondern vor allem um die Auseinandersetzung mit dem Tod und die Feststellung, dass Katia trotz allem noch weiter leben will. Wenn das so ist, würde ich auch genau darauf den Focus setzen und alles weglassen, was davon ablenkt. Das Deine Geschichte (überwiegend) autobiographisch ist, wusste ich schon aus Deinen vorherigen Kommentaren. Mir war und ist deshalb vollkommen klar, dass ich Dein Buch nicht schreiben kann, weil ich Deine Situation höchstens annähernd nachempfinden kann. Daher werde ich mich hüten, Dir irgendwelche inhaltlichen Vorschläge zu machen. Was ich aber kann - und das kann ich wirklich, glaub's mir - ist, die Kernaussage eines Textes herauszuarbeiten, indem ich von ganz vielen Fakten diejenigen herausdestilliere, die _an dieser bestimmten Stelle_ wirklich wichtig sind. Genau darauf zielte meine Frage ab, weil ich das Gefühl, dass Du hier zwei Ebenen vermischt (und damit letztlich unklar bleibt, worauf Du eigentlich hinaus willst), weil Du Dir selbst nicht 100% bewusst warst, welchen Aspekt Du an dieser Stelle schildern wolltest. Wenn das anmaßend war oder ich Dir damit zu nahe getreten sein sollte, tut es mir sehr Leid! Viele Grüße Carola P.S.: Wenn Dir das zu privat wird oder Du aus anderen Gründen lieber direkt mit mir diskutieren willst kannst Du mir auch direkt mailen: carola.ottenburg@web.de

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Mir gefällt eindeutig die erste Version besser. Gruß Marie.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Putzi

Vielen Dank an alle Seminarteilnehmer, die mir geantwortet haben. Ich speichere sämtliche Beiträge MIT Antworten in einem speziell dafür angelegten Ordner. So geht auch Frogs Vorschlag nicht verloren. Liebe Carola. Mit Deiner Frage, ob es wirklich so wichtig ist, dass Katia in all ihren Träumen wieder läuft, gibst Du mir die Bestätigung, dass kaum ein anderer Autor mein geplantes Buch schreiben kann. Ja, es ist enorm wichtig, dass ihr Geist noch nicht aufgegeben hat und weiterhin an vergangene Fähigkeiten festhält. Doch um zu wissen, ob etwas wichtig ist, oder nicht, muss man es am eigenen Leib erfahren. Ich BIN Katia, meine Mutter hatte auch MS und ich träume regelmäßig von den verschiedensten Situationen, bei denen ich mich auf eigenen Beinen fortbewege. Kann man sich auch auf fremden Beinen fortbewegen? Ja. Wenn man getragen wird. Selbstverständlich heiße ich anders. Ich werde kaum kürzen, sondern so viel Gefühl wie möglich in mein Buch einfließen lassen. Herzliche Grüße, Putzi

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Liebe Putzi, deine erste Version klingt sehr einfühlsam. Die zweite verliert einwenig an Sensibilität. Liebe Grüße

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Margyt Brewer

Hallo Putzi, ich habe bei der längeren Version richtig mitgefühlt, während ich in diesem Falle die Kürzung zu sachlich finde.

Eingetragen am: 19.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Hallo Putzi, diese Sequenz hat m.E. durch die Kürzung gewonnen. Ich denke aber, dass Du sogar noch mehr straffen könntest, ohne dass etwas vom Inhalt oder von der Stimmung verloren geht. Ich weiß zwar nicht, ob es wichtig ist, dass Katia in allen Träumen laufen kann, aber der Halbsatz "und die Umgebung genießen" ist in jedem Fall entbehrlich. Im zweiten Absatz würde ich die ersten beiden Sätze zusammenfassen: "Sie sah sich als Kind einen Weg entlangspazieren, an dem alles vertraut war." Katias Gedanken würde ich kürzer und weniger elaboriert formulieren. (z.B.: Warum hatte ich diesen Traum? Warum konnte ich mein Ziel nicht erreichen?" Ich bin so gerne durch diesem Wald gestreift - es wäre schön gewesen, ihn wieder zu sehen.) Im letzten Absatz würde ich die Mutter in den zweiten Satz schieben und es im ersten Satz damit bewenden lassen, dass Katia die Tränen in die Augen steigen. Sonst muttert es ein bisschen viel auf einmal; außerdem weiß der Leser schon, an wen Katia denkt. Liebe Grüße Carola

Eingetragen am: 19.08.2008

Kommentar von Frog

Ich finde beide Texte schön, wobei ich mit dem ersten sympathisiere. Er ist noch eindringlicher, ich kann mich besser in Katia versetzen. Es ist kein Thema, das man straffen sollte, oder? Nur einen Satz solltest Du in beiden Texten umstellen, im vorletzten Absatz: "Sie hatte von ihrem Tod geträumt, doch für sie war er ein Freund, auf den sie wartete. Katia spürte einen Kloß im Hals..." Oder: "Katia spürte einen Kloß im Hals. Für ihre Mutter war der Tod ein Freund, auf den sie wartete...." So wie Du es schreibst, bezieht sich Freund auf Kloß. Liebe Grüße. Frog

Eingetragen am: 18.08.2008

Eingetragen am: 17.08.2008 von Sarah S.
[ Lesezeichen ]

16341

Straffung des Textes

Vorher:
Am Himmel jagten kleine und größere Wolkenpakete dahin. Schlagartig ließ der Sturm wieder nach, war fast ganz weg. Dafür begann es erneut zu tröpfeln.
„Na prima“ schimpfte ich vor mich hin. Ich wollte unbedingt zu Anne, doch alle Umstände schienen sich gegen mich verschworen zu haben, da mischte nun auch noch das Wetter mit. Ich hob Justin wieder vorsichtig auf meinen Schoß, zog die Jacke an und wickelte meinen Sohn mit hinein, nur der Kopf blieb draußen. Das bisschen Nieselregen würde ihn nicht gleich umbringen, verdammt noch mal. Ich würde hier nicht weggehen. Nicht, bevor ich bei meiner Schwester war.

Nachher:
Am Himmel jagten Wolkenpakete dahin. Der Sturm ließ nach. Es begann erneut zu tröpfeln.
„Na prima“ schimpfte ich vor mich hin. Ich wollte zu Anne, doch alle Umstände schienen sich gegen mich verschworen zu haben, da mischte nun auch das Wetter mit. Ich hob Justin auf meinen Schoß, zog meine Jacke an und wickelte meinen Sohn mit hinein, bis auf den Kopf. Der Nieselregen würde ihn nicht umbringen, verdammt noch mal. Ich gehe hier nicht weg. Nicht, bevor ich bei meiner Schwester war.


Kommentar von Angela Barotti

Keine Frage, Version 2 ist besser. Am ‚verdammt noch mal’ bin ich ebenfalls hängen geblieben und habe gegrübelt, ob es passt. Bisher steht es im Satz mit dem Kind und wirkt auf mich wie: „Wenn du wegen dem Regen flennst, ist mir das egal. Verschieb das Fluchen doch einfach um einen Satz: „Verdammt noch mal, ich gehe hier nicht weg!“ Das würde besser betonen, dass sie ihre Schwester um jeden Preis noch einmal sehen möchte.

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von Lillilu

Liebe Sarah, danke für deine lieben Worte unter meinem Märchentext! Wenn du über das Autorentreffen nachlesen möchtest, musst du die "Autorenhaus Pinnwand" anklicken. Auf der Startseite, unterhalb des Fotos von Louise Doughty. Metta hat dies angeregt. LG Lillilu

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von Sarah S.

Hallo liebe Kommentatoren, vielen Dank fürs Lesen und Gedankenmachen! Ich war beim Kürzen echt erstaunt, wie wenig vom Inhalt verlorenging in der gekürzten Version. Werde auch die neuen Vorschläge umsetzen, die Kommentare von Euch sind Gold wert! Vielen Dank besonders an Lillilu, auch schon für die Verbesserungvorschäge meines letzten Beitrages, die ich 1:1 umgesetzt habe. Man merkt, das hier viel Schreiberfahrung hinter den Vorschlägen steckt. Also nochmals herzlichen Dank an alle und viele GrÜße Sarah S.

Eingetragen am: 23.08.2008

Kommentar von Jenni

Hallo Sarah, Ich habe Deinen Text gelesen, dann die Kommentare, und habe festgestellt: Lillilu hat bzgl. des ersten Absatzes schon genau geschrieben, was ich auch gedacht habe. Da schließe ich mich also an. Den zweiten Absatz finde ich sehr gekonnt gekürzt. "Ich gehe hier nicht weg" würde ich trotz Zeitsprung so lassen: es wirkt so unmittelbar und das hat mir gut gefallen. Viele Grüße Jenni

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo Sarah.Der zweite Text ist besser.Du könntest das verdammt noch mal einfach weglassen. Gruß Marie.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Liebe Sarah, der zweite Text ist eindeutig besser und genauso lebendig! Liebe Grüße

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Lillilu

Wunderbar, Sarah! Hier ist alles ganz klar, der gekürzte Text enthält alles, was wichtig ist. Ich würde allerdings das Wort "schlagartig" wieder einsetzen, weil es ein besseres Bild macht. Danach noch ein "und", damit die drei ersten Sätze nicht so abgehackt dastehen. Und am Ende wieder das "würde". Schön, dass du die Geschichte mit Justin und Anne hier für die Übung benutzt hast. LG Lillilu

Eingetragen am: 20.08.2008

Eingetragen am: 17.08.2008 von ml
[ Lesezeichen ]

16329

17. Übung

Hallo alle zusammen. Ich bin auf Eure Reaktionen gespannt. Ist der kürzere Text wirklich der bessere? Ich habe den ersten Text so übernommen, wie ich ihn schrieb. und bin mir bewußt, dass die Kaiserin die Fackel nicht die ganze Zeit hielt. Aber wir sollten ja ein Stück Text nehmen, das noch nicht überarbeitet war. Je mehr ich beide Texte lese, desto überzeugter bin ich eigentlich, dass die Qual noch nicht richtig rüber kommt und ich den Text eigentlich noch ausbauen müsste. Was meint Ihr?

Während ich vor körperlichem und seelischem Scherz nicht mehr ein noch aus wusste und schon dachte, es könne nicht mehr schlimmer kommen, merkte ich wie eine der Wachen mein Gewand anhob und meinen Penis in die Hand nahm. Er spickte ihn mit Seeigelstacheln und auch dieses Blut wurde aufgefangen. Dann führten sie Ixhun hinein und befahlen ihr sich hinzuknien. Sie sah mich an und ihr Blick war voller Mitleid. Wie ich mich schämte. Sie gehorchte. Die Kaiserin selbst köpfte sie. Dann nahm sie mein Blut und goß es über das meiner Tochter und hielt eine Fackel daran bis alles verbrannt war. Ein Teil meiner Seele und die ganze Seele meiner geliebten Tochter stiegen in den Himmel auf, um die Götter wieder zu besänftigen. Man entfernte die Fäden und Stacheln und ließ mich nach Hause schaffen.


Und hier um ein viertel gekürzt:

Während ich vor Schmerz nicht mehr konnte und meinte das Schlimmste hinter mir zu haben, spürte ich wie eine Wache mein Gewand anhob und meinen Penis in seine Hand nahm. Er spickte ihn mit Seeigelstacheln und auch diese Blut wurde aufgefangen. Dann führten sie Ixhun herein und befahlen ihr sich hinzuknien. Sie sah mich mitleidig an. Ich schämte mich. Die Kaiserin persönlich Köpfte Ixhun. Mein Blut wurde über den Körper meiner Tochter gegossen und dann verbrannt. Ihre Seele und ein Teil meiner eigenen stiegen in den Himmel auf, um die Götter zu besänftigen. Dann ließ man mich nach Hause schaffen


Kommentar von ml

Hallo Angela, nett dess Du auch mal wieder vorbeischaust. Ixhun liebt Ihren Vater. Sie sieht wie er gefoltert wird, er tut ihr leid. Sie weiß, dass nichts auf der Welt ihr Schicksal ändern kann. Sie hat mit Ihrem Leben abgeschlossen. Sei hat keine Angst vorm Sterben. Sie glaubt daran wieder geboren zu werden. Warum Zac sich schämt hast Du vollkommen richtig erfaßt. Ja, es müssen auch noch andere Gefühle rein. Wie Wut auf sich selbst, wie totale Verzweiflung, weil sie ja der einzige Mensch war, den er noch hatte. Aber in dem Moment, wo er sieht, dass ihr seine Qual wichtiger ist als ihr eigenes Ende, da schämt er sich, weil sie ein so guter Mensch ist, den er auf dem Gewissen hat. In dem Du diese Fragen gestellt hast und ich sie Dir beantworte, ist klar, dass ich sie in dem Roman unterbringen muss. Damit ein anderer Leser sie sich nicht mehr stellen muss. Vielen Dank für die Hinweise. Übrigens habe ich auch einige Deiner Texte gelesen und finde die meisten sehr gut. Hattest du nicht im Anfang gezögert mit zu schreiben? Oder verwechsle ich Dich da mit jemand anderem? Also wenn Du es gewesen sein solltest, war es Quatsch. Mit deinen Texten brauchst Du dich wirklich nicht zu verstecken. Bis bald.........ml

Eingetragen am: 02.09.2008

Kommentar von Angela Barotti

Zu den Kürzungen bzw. Erweiterungen ist schon alles gesagt worden. Daher zum Inhalt: Ixhun sieht ihren Vater MITLEIDIG an? Also wenn ich nur noch wenige Minuten/Sekunden zu leben hätte, würde ich wahrscheinlich verängstigt/verzweifelt aussehen und das Schicksal anderer würde kein Mitleid in mir auslösen, da meine Angst alles überdeckt. Und weshalb schämt sich Zac? Weil er Schuld daran ist, dass seine Tochter gleich sterben muss? Passt Scham zu diesem wichtigen Moment? Müssten nicht ganz andere Gefühle in ihm toben? Für Scham ist später noch Zeit, wenn er wieder in seiner Kammer ist./ Das hier ist auf alle Fälle eine Kernszene des Romans. Spannung pur.

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von ml

Hallo alle zusammen; vielen Dank für Eure Anregungen. Numungo, danke für Deine Bestätigung, Ich werde den Text ausbauen. Ich denke auch, dass die gekürzte Version irgendwie "platt" ist. Scaca, für dich gilt das gleiche, Karin, nicht nur "dann" sondern noch "irgendwie" und was weiß ich wie viele andere Wörter auch noch. Ja, wenn ich die kleinen Biester bemerke, streiche ich sie. Sie halten sich aber manchmal so gut versteckt, dass ich sie nicht entdecke. Auch deshalb ist Eure Unterstützung so hilfreich. Ihr entdeckt sie alle. Carola, warum sollte ich Dir den Kommentar übel nehmen? Ich bitte ja ständig um Hilfe. Selbstverständlich werde ich den Text noch überarbeiten. Was meinst Du genau mit laxer Formulierung? Ich habe noch nie Maya Comics gesehen, Die tränken das Papyrus mit Blut und verbrennen es dann? Habe ich das richtig verstanden? In meinen Recherchen war immer davon die Rede, dass die Leichen verbrannt wurden, Vielleicht hatten sie eine Art Petroleum? Auf jeden Fall wurden die Leichen verbrannt, wie auch immer sie das angestellt haben. Hallo M.P, herzlich willkommen im Kreise. Vielen Dank auch dir. Ja, ich werde ordentlich draufpacken, um dann einen Teil wieder zurück zu nehmen. Das mit dem Wechsel ist eine gute Idee, die ich aber leider nicht umsetzen kann, weil mein Zac ein Ich Erzähler ist. Aber wenigstens kann ich ihre Blicke schildern, wie sie die Mundwinkel nach unten zieht, wie die Tränen in Ihren Augen erscheinen, wie sie im letzten Moment doch noch zittert und eine Schluchzen nicht unterdrücken kann. Oder was meinst Du? Glaubst du wirklich, dass man erwähnen muss, dass der geköpfte Körper tot ist? Hallo Marie, hallo Jenni, noch zwei neue Namen unter meinen Kommentatoren. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit. Ihr habt beide Recht, die Geschichte ist so nur gesteift. Aber es ist eine Geschichte in der Geschichte. und da muss man auch wieder vorsichtig sein, damit der Leser nicht immer wieder ganz den Faden verliert. Ich werde versuchen alle Eure lieben Ratschläge zu berücksichtigen. Macht bitte weiter so... bis dann ..... Eure ml

Eingetragen am: 23.08.2008

Kommentar von Jenni

Hallo ml. Ich stimme den anderen zu, dass Du die Gefühle hier noch greifbarer machen musst. Auf der einen Seite den körperlichen Schmerz. Aber vor allem: die Scham, die er vor seiner Tochter spürt. Es ist ja gleichzeitig eine Abschiedszene, weil beide wissen, dass sie sterben wird, das solltest Du viel intensiver gestalten. Nicht sagen "sie sah mich mitleidig an", sondern beschreiben, wie sie den Blick abwendet, so dass man seine Scham und seinen Schmerz spürt. "Dann ließ man mich nach Hause schaffen"? Müsste er nicht verzweifelt sein? Auf jeden Fall eine krasse Szene, hört sich nach einer extrem interessanten Geschichte an. Ich muss wohl mal ein paar Texte von Dir nachlesen. Gruß Jenni

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Also ich bin auch für die längere Version.Du könntest das Köpfen noch viel grausiger machen und ganz genau beschreiben. Womit hat sie sie geköpft, spritzt Blut? Fällt der Kopf auf den Boden? Viel Spaß beim weiterschreiben. Gruß Marie.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von M.P.

Aber auf alle Fälle musst du diese Szene ausbauen ml. Sie ist viel zu brisant, als dass du sie mit ein paar Worten abfertigen könntest. Ich denke eher, dass sie deinen Roman beeinflussen wird. Also nicht geizig sein und ordentlich drauf packen. Ich würde die Szene gerne im Wechsel sehen. Zuerst aus der Sicht des Vaters, dann die der Tochter und zum Schluß wieder die des Vaters. Das hat einen Vorteil, du kannst mit Gedanken und Gefühlen spielen. (Auch wenn einige bestimmt der Meinung sind, dass die Szene dann an Bissigkeit verlieren könnte) Im Vergleich gewinnt deine gekürzte Version an Präzision. Ich würde noch erwähnen, dass sein Blut über den TOTEN Körper seiner Tochter gegossen wird.

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Nimm es mir bitte nicht übel, aber ich finde beide Versionen überarbeitungsbedürftig. Der Ausdruck ist in beiden Texten aufgrund der laxen Formulierungen schwach. Und Blut brennt selbst dann nicht, wenn man eine Fackel daran hält. M.W. tränkten die Maya deshalb eine Art Papyrusstreifen damit und verbrannten diese. In den Codices gibt es jedenfalls diverse derartige Abbildungen.

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Karin

Der zweite Teil der gekürzten Fassung ist deutlich besser. Der erste Teil dagegen noch etwas "holprig". Mein Vorschlag: ... hob eine Wache mein Gewand an und spickte meinen Penis ... und fing das Blut auf. Die Kaiserin ... nahm mein Blut und goss es über das meiner Tochter. Mit ihrer Fackel verbrannte sie alles. (...) Man ließ mich nach Hause schaffen. Du benutzt ständig 'dann'. Alle streichen. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von scacha

Hallo ml, ich finde, der ungekuerzte Text ist besser. In dieser Szene passiert ja unheimlich viel, und insofern ist das ja schon eine kurz gehaltene Version. (Die Szene liesse sich seitenlang ausbauen - und dann liesse sich einiges kuerzen.) Die zweite Version wirkt irgendwie aermer. Also ich vermute mal, dass L. Doughty nicht unbedingt so eine hochdramatische, dichte Textstelle meinte. Lieben Gruss, scacha

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Numungo

Grausige Story! Trotzdem halte ich die erste Fassung für die bessere. Die Kürzung liest sich irgendwie mechanisch. Wahrscheinlich hast du sogar recht: du hättest verlängern sollen. Aus dem ersten Satz hättest du einen ganzen Absatz machen können, der das Leiden erläutert. In der ersten Fassung finde ich übrigens alle Formulierungen besser (z.B. eine der Wachen statt die Wachen). Viele Grüsse, Numungo (16250).

Eingetragen am: 17.08.2008

Eingetragen am: 17.08.2008 von Margyt Brewer
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16326

gekürzter Text aus Übung 31:
An diesem Samstag war Elvira ganz allein zuhause.
Sie wollte, so wie an jedem Wochenende, die Wohnung putzen.
Ein Blick aus dem Fenster genügte, um festzustellen, dass die Scheiben wohl
noch etwas auf das Fensterleder warten müßten.
Schließlich verspürte die junge Frau Lust dazu, den gewohnten Alltagsrythmus
zu unterbrechen und die lästigen Hausarbeiten einfach warten zu lassen.
Irgend etwas in ihr ließ ihr schon seit dem Erwachen keine Ruhe.

Wie wäre es? Würde sie es sich trauen? Durfte sie das?

Schnell verwarf sie ihre verrückte Idee wieder. Sie nahm das Staubtuch und begann
wie automatisch lustlos die Anbauwand zu putzen. Ihre Söhne und Helmut würden heute erst
gegen Nachmittag heimkommen.

Wenn sie nun doch? Aber wohin sollte das alles noch führen?

Wie ferngesteuert zog sie sich an, nahm einen großen Regenschirm und fuhr mit der
Straßenbahn ins Stadtzentrum.
"Ich werde einfach nur die Kunstausstellung besuchen!".
Doch anstatt sich geradewegs dorthin zu begeben, um damit auch schnellsten ins Trockene
zu gelangen, schaute sie immer wieder auf die Uhr.
Mit der nächsten Straßenbahn müßte Er kommen, um dann in den Bus umzusteigen, der ihn
nach Hause zu seiner Familie brachte.
Der Himmel war immer noch total verhangen. Es goß wie aus Kannen. Elvira schloß ihre Jacke
und hielt den Schirm so dicht am Kopf, dass dieser ihre frisch gelockten Haare platt drückte.
Eigentlich fand sie das Wetter ideal. Die vielen Passanten, die noch schnell ein paar Einkäufe
fürs Wochenende tätigten, huschten ohne aufzusehen, aneinander vorbei.
Heute würde niemand auf Elvira achten.
Da kam auch schon die nächste Bahn. Die regennasse Frau stellte sich in den Hintergrund und
dachte: "Ich werde mich nicht zu erkennen geben, ich will ihn nur einmal kurz sehen.

Doch da war es schon zu spät! Die Türen der Straßenbahn öffneten sich und Christian stieg
genau dort aus, wo Elvira wartete.
Er steuerte geradewegs auf Elvira zu, war kein bißchen erstaunt, genauso als hätte er sie dort erwartet.
Wie selbstverständlich nahm er ihr den Schirm ab und beide liefen erst einmal von der Haltestelle weg, um den Menschenmassen zu entkommen. Jetzt erst kam seine Frage:" Was machst denn du hier? Und das bei diesem Wetter?
Er wartete aber keine Antwort ab.
Wie von Geisterhand gezogen, liefen die beiden Verliebten in Richtung Kunstausstellung.
"Willst Du da wirklich hinein? Vielleicht sieht uns da ein Bekannter? fragte er vorsichtig.
Plötzlich war ihr die Kunstausstellung überhaupt nicht mehr wichtig. Hauptsache sie waren
beisammen.
Unaufhörlich hielt der Himmel seine Schleusen geöffnet. Doch es gab zwei, die merkten nicht
es einfach nicht mehr. Sie waren wohl die Einzigen, die an diesem verregneten Samstag
auf der Brühlschen Terasse spazieren gingen. Die Zeit und die Wirklichkeit rückte für sie
in weite Ferne. Zwischen den zärtlichen Umarmungen und heißen Küssen sprachen sie
kein einziges Wort miteinander.
Den Schirm hatten sie schon lange zusammengeklappt.
Es gab nur noch Christian und Elvira.


Kommentar von Margyt Brewer

10 Zeilen würde ich nur dann schaffen, wenn es sich um eine Zusammenfassung handelt. Als Kurzgeschichte würden sonst viele Details verloren gehen. Oder? Kürzung2 Elvira begann, so wie an jedem Wochenende, die Wohnung zu putzen. Lustlos begann sie mit dem lästigen Staubwischen ihrer Anbauwand. Wie wäre es, wenn ? Würde sie sich trauen? Durfte sie das denn? Schnell verwarf sie ihre verrückte Idee wieder und putzte weiter. Ihre Gedanken ließen aber keine Ruhe. Wenn sie nun doch? Aber wohin sollte das alles noch führen? Seit dem frühen Morgen regnete es in Strömen. Mit dem Fensterputzen würde es heute eh nichts werden. Helmut und die beiden Söhne würden erst am Abend heimkommen. Warum sollte sie eigentlich nicht? Wie ferngesteuert zog sich Elvira an, nahm einen großen Regenschirm und fuhr mit der Straßenbahn ins Stadtzentrum. "Ich werde einfach nur die Kunstausstellung besuchen!". Doch anstatt sich geradewegs dorthin zu begeben, schaute sie immer wieder zur Uhr. Mit der nächsten Bahn müßte er kommen, um weiter mit dem Bus heim zu seiner Familie zu fahren. Der Himmel war immer noch total verhangen. Es goß wie aus Kannen. Elvira schloß ihre Jacke und hielt den Schirm noch dichter am Kopf. Viele Passanten huschten ohne aufzusehen vorbei. Heute würde niemand auf Elvira achten. Da kam auch schon die nächste Bahn. Schnell versteckte sich die junge Frau hinter einem Ehepaar und dachte: "Ich will ihn doch nur einmal ganz kurz sehen." Doch da war es schon zu spät! Die Türen der Straßenbahn öffneten sich und Christian stieg genau dort aus, wo Elvira wartete. Er steuerte geradewegs auf sie zu, so als hätte er sie dort erwartet. Wie selbstverständlich nahm er ihr den Schirm ab und beide liefen in Richtung "Kunstausstellung". Jetzt erst kam seine Frage:" Was machst denn du hier? Und das bei diesem Wetter? Er wartete keine Antwort ab. Wie von Geisterhand gezogen, liefen die beiden weiter. "Willst Du da wirklich hinein? Vielleicht sieht uns ein Bekannter? fragte er vorsichtig. Plötzlich war ihr die Kunstausstellung gar nicht mehr wichtig. Hauptsache sie waren beisammen. Unaufhörlich hielt der Himmel seine Schleusen geöffnet. Doch es gab zwei, die merkten es einfach nicht mehr. Sie waren die Einzigen, die an diesem verregneten Samstag auf der Brühlschen Terasse spazieren gingen. Die Zeit und die Wirklichkeit rückte für sie in weite Ferne. Zwischen den zärtlichen Umarmungen und heißen Küssen sprachen sie kein einziges Wort miteinander. Den Schirm hatten sie schon lange zusammengeklappt. Es gab nur noch Christian und Elvira.

Eingetragen am: 19.08.2008

Kommentar von Karin

Entschuldige, aber nach meinem Geschmack gibt es noch viel zu kürzen. Außerdem ist Dein Text viel zu lang, *ein Absatz / ca. zehn Zeilen* hieß die Aufgabe. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 18.08.2008

Eingetragen am: 17.08.2008 von RoseCanyon
[ Lesezeichen ]

16318

Alte Version:
In diesem Moment ließ ein lautes Donnern Anne zusammen zucken. Sie konnte von Glück sagen, dass sie vor lauter Schreck nicht von dem Stein herunter in den sie umgebenden Morast gefallen war. Anne zitterte am ganzen Leibe und es fiel ihr schwer, ihre beiden Füße unter Kontrolle zu halten, die sich nun den Rückweg über die Steine bahnen mussten. Unsicher wankte sie von einem Stein zum anderen, nur darauf bedacht, so schnell es ging von hier wegzukommen. Nicht nur ihre eigene Angst, auch der einsetzende heftige Regen machten es ihr hierbei nicht einfach. Die dicken Tropfen verwandelten die Steine schnell in rutschige, glatte Gebilde, auf denen es keinen Halt mehr gab. Anne glitt ab, schlug mit dem Oberschenkel heftig auf dem Stein auf. Ihr Gesicht verzog sich vor Schmerz, doch immerhin hing sie noch auf dem Stein und nicht in der braunen Masse. Sie zog sich auf die Knie hoch, richtete sich wieder auf und wagte einen weiteren Schritt nach vorne, doch dieser Stein war noch glitschiger und nun gab es kein Halten mehr….


Überarbeitete Version:
Donnergrollen ließ Anne zusammenzucken. Fast wäre sie vom Stein herunter in den Morast gefallen. Ihr ganzer Köper zitterte und ihre Füße wollten ihr nicht mehr gehorchen – doch sie musste zurück. Stein für Stein schwankte sie vorwärts. Der einsetzende Regenguss verstärkte ihre Panik, indem er den Weg in eine Rutschpartie verwandelte. Anne verlor den Halt, glitt aus und prallte mit dem Oberschenkel auf dem vor ihr liegenden Stein auf. Schmerz stieg in ihr auf, verzerrte ihr Gesicht, aber sie rappelte sich wieder auf und eilte weiter. Sie atmete auf: „ Gott sei dank, der Stein hatte sie nochmals vor dem Morast bewahrt!“ Doch schon beim nächsten Schritt rutschte sie ab und geriet außer Balance….


Kommentar von Angela Barotti

Mag Version 2 auch straffer sein, für mich kommt in Version 1 besser zum Ausdruck, wie sie sich vorsichtig mit den Füßen von Stein zu Stein vortastet. Da bin ich dichter dabei.

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von Lillilu

Es ist fast alles schon gesagt worden. Nur dies noch: "..prallte auf dem vor liegenden Stein auf" ist doppelt gemoppelt, den sie kann ja nur auf einem vor ihr liegenden Stein aufprallen. LG Lillilu

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Azahar

Die überarbeitete Version ist auf jeden Fall besser, vor allem, weil das Wort Stein nicht mehr so oft vorkommt. Vorsicht vor Wortwiederholungen! In dem folgenen Abschnitt würde ich z.B. versuchen das Wort "auf" in mind. der Hälfte der Sätze zu ersetzen oder wegzulassen: "Anne verlor den Halt, glitt aus und prallte mit dem Oberschenkel auf dem vor ihr liegenden Stein auf. Schmerz stieg in ihr auf, verzerrte ihr Gesicht, aber sie rappelte sich wieder auf und eilte weiter. Sie atmete auf:" LG azahar

Eingetragen am: 19.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Die gekürzte Version liest sich wesentlich besser und steigert die Dramatik dadurch sogar noch.

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von m.petersen

Hallo RoseCanyon, die zweite Version lässt die Panik besser durch. Sie ist knackiger, gefällt mir ausgesprochen gut. Bis auf einen Satz: 'Schmerz stieg in ihr auf, verzerrte ihr Gesicht, aber sie rappelte sich wieder auf und eilte weiter.' Mein Vorschlag: 'Mit schmerzverzerrtem Gesicht rappelte sie sich auf, sie musste weiter.' Nur eine Idee, denn das Problem ist, auch der folgende Satz müsste dann verändert werden. Mir persönlich gefällt diese Termometersprache nicht besonders, mit 'aufsteigendem Schmerz' oder 'sinkender Stimmung' kann ich nicht viel anfangen. Aber auch das ist nur eine Meinung. Viel Erfolg weiterhin.

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Karin

Gut gemacht! Die zweite Version ist deutlich besser. Eine weitere Änderung von mir in Zeile sieben: Schmerz verzerrte ihr Gesicht, aber ... Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Numungo

Hallo RoseCanyon, ich bin mir nicht sicher, welche Version besser ist: die überarbeitete ist straffer, die alte dafür nicht so "glatt" (im positiven Sinn). Ein paar Dinge sind (für mich) nicht ganz schlüssig. Unter Donnergrollen verstehe ich ein abziehendes oder weit entferntes Gewitter, dessen Donner ich zwar höre, der mich jedoch nicht erschreckt. Wie wäre es mit: "Ein krachender Donnerschlag dröhnte (rumste) über das Land. Anne zuckte vor Schreck zusammen." Den "Regenguss" würde ich auch ändern. "Rutschpartie" solltest du durch "Rutschbahn" ersetzen. Statt "Schmerz stieg in ihr auf ..." wäre vielleicht besser: "Mit schmerzverzerrtem Gesicht rappelte sie sich wieder auf und eilte weiter." Die folgende wörtliche Rede passt auch nicht, weil Anne so nicht denkt. Wenn du wörtliche Rede verwenden bzw. einen Gedanken ausdrücken willst, muss es heißen: "Gott sei Dank, der Stein hat MICH nochmals vor dem Morast bewahrt". Wobei letzterer sicherlich weniger schmerzhaft gewesen wäre :-). So, ich hoffe ich habe nun nicht zu viel zerpflückt! Viel Erfolg, Numungo (16250).

Eingetragen am: 17.08.2008

Eingetragen am: 17.08.2008 von Elisabeth
[ Lesezeichen ]

16317

Erster Text: (Nr.13017) 162 Wörter

Mitten in der Nacht wachte ich auf. Es war still und vollkommen dunkel. Kein noch so winziger Lichtschein drang irgendwo zu uns ins Zimmer. Ich setzte mich im Bett und riss meine Augen weit auf. Ich schaute im Zimmer umher und fand keinen Lichtschein. Das erschreckte mich so sehr, dass ich Duyal wecken wollte. Doch er lag nicht mehr neben mir! Wo war er? Ängstlich stieg ich aus dem Bett und tastete mich zur Tür. Ich öffnete sie leise und war erleichtert, als im Flur die Dunkelheit gebrochen war, durch einen Lichtstreifen, der aus dem Wohnzimmer zwischen Tür und Fussboden spähte.
Ich blieb stehen. Die Türklinke fest in der Hand und horchte. Ich hörte eine Stimme. Frau Kurtoglu! Angestrengt leise warf sie türkische Worte in die Nacht. Was hatte sie zu bereden? Und war Duyal auch dabei? Hatte sie ihn aus dem Bett geholt, so lautlos, dass ich es nicht bemerkte?
Vorsichtig schloss ich wieder die Tür. Ich fühlte mich hintergangen.


Zweiter Text: 123 Wörter

Mitten in der Nacht erwachte ich.
Es war still und dunkel.
Ich setzte mich im Bett und riss meine Augen auf.
Kein Lichtschein drang zu uns ins Zimmer. Das erschreckte mich, ich wollte Duyal wecken. Doch er lag nicht neben mir! Wo war er? Ängstlich tastete ich mich zur Tür und öffnete sie vorsichtig. Ich war erleichtert, als im Flur die Dunkelheit gebrochen war: Ein Lichtstreifen spähte zwischen Wohnzimmertür und Fussboden hervor.
Ich vernahm eine Stimme.
Die Türklinke in der Hand, horchte ich.
Frau Kurtoglu!
Angestrengt leise, warf sie türkische Worte in die Nacht. Was hatte sie zu bereden? War Duyal auch dabei? Sie hatte ihn aufgeweckt und ich bemerkte es nicht.
Vorsichtig schloss ich die Tür.
Ich fühlte mich hintergangen.


Kommentar von Angela Barotti

Version 2 ist dir gut gelungen. Carola hat bereits erwähnt, dass du einen Grund für das Erschrecken finden solltest. Vielleicht wacht sie auf, will sich wieder an ihren Liebsten kuscheln, um weiterzuschlafen und stellt mit Schrecken fest, dass er fort ist?

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Danke euch allen für eure Kommentare! Ich lerne sehr viel daraus. @Azahar, du sagst genau das, was ich sagen möchte, wenn man Texte in der ersten Person schreibt, danke!

Eingetragen am: 23.08.2008

Kommentar von Azahar

Hallo Elisabeth, Der zweite Text liest sich flüssiger, allerdings würde ich, wie schon von Carola angemerkt, die Formatierung ändern. Auch mir erschien er beim ersten Lesen recht abgehackt, doch dann dachte ich mir die Zeilensprünge weg und er floss. Du hast die richtigen Dinge gekürzt z.B. "Ich schaute im Zimmer umher..." war definitiv überflüssig. Der folgende Satz, hat sich mir nicht so recht erschlossen: "Sie hatte ihn aufgeweckt und ich bemerkte es nicht." - Soll das eine Frage sein? Im Sinne von: "Hatte sie ihn etwa aufgeweckt und ich hatte es nicht bemerkt?" oder eher eine Feststellung?: "Sie hatte ihn wohl aufgeweckt und ich hatte es nicht bemerkt." LG Azahar

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Azahar

Was ich noch sagen wollte... Deinen Kommentar bei Angela Thies, dass Texte in der ersten Person durch Kürzen eher leiden, als solche, die in der dritten Person geschrieben sind, fand ich interessant. Dieses Gefühl hatte ich nämlich auch schon oft. Ich denke, Texte, die in der ersten Person geschrieben sind, sind eigentlich fast so etwas wie eine wörtliche Rede. Der Erzähler wendet sich direkt an seine Leser und erzählt ihnen seine Geschichte. Dass dabei öfter Füllwörter auftreten oder dass der Erzähler seine eigene Stimme, ja seinen Charakter mit einbringt, ist unvermeidbar, wenn er nicht kalt und seelenlos erscheinen soll. LG Azahar

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von Jenni

Hallo Elisabeth. Die zweite Version finde ich um Längen besser. Gerade weil der Text durch die vielen Absätze so abgehackt wirkt. Das spiegelt gut diese Schreckhaftigkeit wieder, die man nachts haben kann. Wenn jedes Geräusch plötzlich verdächtig und bedrohlich ist. Nur vor dem letzten Satz würde ich keinen Absatz machen: hier kann die Geschwindigkeit etwas raus, da die nächtliche Unruhe ja aufgelöst ist. Gruß Jenni

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Angela Thies

Hallo Elisabeth, mir sagt der zweite Text fiel mehr zu. Die folgenden zwei Sätze würde ich noch anders straffen, weil es in der Nacht immer dunkel und still ist:-) "Mitten in der Nacht erwachte ich. Es war still und dunkel." Vielleicht: Mitten in der Nacht erwachte ich, die Dunkelheit und Stille waren noch eindringlicher als sonst.

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von scacha

Ich glaube, mein Kommentar von gestern ist nicht durchgekommen, also hier noch mal: Hallo Elisabeth, in der zweiten Fassung werde ich viel schneller ins Geschehen gezogen, es ist dramatischer. Toll! Hier ist das Kuerzen eine gute Sache! Viele Gruesse, scacha

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

In der zweiten Version wirkt Dein Text abgehackt, was allerdings auch an der Formatierung liegen kann. Was mich allerdings mehr irritiert ist, das ich keinen Grund für das Erschrecken Deiner Protagonistin finde. Stille und Dunkelheit erwartet man nachts doch. Das Aufreißen der Augen finde ich entbehrlich und der "spähende" Lichtstreifen liegt mir auch quer. "Sickern" ist zwar nahe am Klischee und "dringen" nicht sehr originell, aber beide Verben beschreiben die schmale Lichtpfütze m.E. besser. Die geworfenen Worte finde ich dagegen sehr schön.

Eingetragen am: 18.08.2008

Eingetragen am: 17.08.2008 von Lillilu
[ Lesezeichen ]

16313

Ich kürze meist während des Schreibens und habe damit kaum Probleme. Ich kann mich auch gnadenlos trennen. Meine persönliche Angst bezieht sich auf Kitsch, Klischees und Pathos. Ich habe für die Übung das Ende eines Märchens ausgesucht, mit dem ich einen Preis gewann. Dieses Genre kann nicht ohne Adjektive auskommen. Mit diesem Zeichen (X) hab ich die Kürzungen gekennzeichnet.

Die weiße Katze (311 Wörter)

Dieses Jahr nun war der Winter trocken und kalt, und weil der Riese nicht hatte heizen können, waren alle Fenster mit Eisblumen zugefroren und an den Dachrinnen hingen Eiszapfen. Als er das Kaminfeuer in Gang setzte und sich im Sessel ausstreckte, taute ganz langsam das Eis von den Fenstern. Und aus den kleinen Rinnsalen heraus hob sich der Umriss einer Katze ab. Eine schneeweiße, große, schöne Katze. Sie hatte die Augen geschlossen, saß ganz still und gerade, als wenn sie wartete.

Der Riese sprang auf, streckte die Hände nach ihr aus und sagte zum zweiten Mal in diesem Winter die Zauberworte: "Geh nicht weg! Bleib bei mir! Ich brauche dich!" Da öffnete die Katze ihre leuchtenden Augen und kam zum Leben. Sie ließ sich umarmen, liebkosen und mit einem leckeren Häppchen Kaninchen begrüßen.

Als der Riese in diesem Winter in den Garten ging und in den weißen Schnee sah, war immer die weiße Katze bei ihm, die er aber nur sah, wenn sie die Augen öffnete. Sie war nicht nur im Schnee, sondern auch im weißen Raureif, im glitzernden Frost und im dichten, kalten Nebel. Sogar in der langen, weißen Gardine konnte er sie nun sehen.

Sie war schon immer dagewesen, nur hatte er sie nicht sehen können, weil sein Herz so schwer gewesen war. Sie hatte all die Jahre gewartet, dass man sie erkennt und ruft, sie weckt und mit ihr den Winter genießt. So erkannte der Riese dass es im Winter eine stille und weiße Liebe gab, die nach der warmen und lauten Liebe des Sommers kam.

Und die weiße Katze wurde zu der kleinen, weißen, heißen Flamme in seinem glücklichen Herzen und würde nie wieder weggehen, wenn er sie nur immer erkennen wollte.

Das Jahr hatte nun nie wieder eine Lücke. Es war rund, mit zwölf Monaten, vier Jahreszeiten, vier Katzen und der lauten und der leisen Liebe.


Die weiße Katze (282 Wörter)

Dieses Jahr nun war der Winter trocken und kalt, und weil der Riese nicht hatte heizen können, waren alle Fenster mit Eisblumen zugefroren. (X) Als er das Kaminfeuer in Gang setzte und sich im Sessel ausstreckte, taute (X) das Eis von den Fenstern. Und aus den kleinen Rinnsalen heraus hob sich der Umriss einer Katze ab. Eine schneeweiße, große, schöne Katze. Sie hatte die Augen geschlossen, saß ganz still und gerade. (X)

Der Riese sprang auf, streckte die Hände nach ihr aus und sagte zum zweiten Mal in diesem Winter die Zauberworte: "Geh nicht weg! Bleib bei mir! Ich brauche dich!" Da öffnete die Katze ihre leuchtenden Augen und kam zum Leben. (X)

Als der Riese in diesem Winter in den Garten ging und in den weißen Schnee sah, war immer die weiße Katze bei ihm, die er aber nur sah, wenn sie die Augen öffnete. Sie war nicht nur im Schnee, sondern auch im weißen Raureif, im glitzernden Frost und im dichten, kalten Nebel. Sogar in der langen, weißen Gardine konnte er sie nun sehen.

Sie war schon immer dagewesen, nur hatte er sie nicht sehen können, weil sein Herz so schwer gewesen war. Sie hatte all die Jahre gewartet, dass man sie erkennt und ruft, sie weckt und mit ihr den Winter genießt. So erkannte der Riese, dass es im Winter eine stille und weiße Liebe gab, die nach der warmen und lauten Liebe des Sommers kam.

Und die weiße Katze wurde zu der kleinen, (X) heißen Flamme in seinem Herzen und würde nie wieder weggehen, wenn er sie nur immer erkennen wollte. Das Jahr hatte nun nie wieder eine Lücke. Es war rund, mit vier Jahreszeiten und vier Katzen.


Kommentar von Gerhild Bauer

Die ungekürzte Version gefällt mir besser."Sie war schon immer dagewesen, nur hatte er sie nie sehen können..." Über diese Zeilen werde ich noch viel nachdenken...Danke! Gerhild B.

Eingetragen am: 27.08.2008

Kommentar von Marie Stiehl

Hallo Lillilu, ich bin ein absoluter Märchenfan. Wenn ich dein Märchen lese fange ich sofort an zu träumen. Ich hab ein bischen Zeit gebraucht um mich für eine Version zu entscheiden. Ich hab mich dann für den Zweiten entschieden, weil nichts verloren gegangen ist. Obwohl, den ersten hab ich auch gern gelesen. Gruß Marie.

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Lillilu

Noch einmal vielen Dank für eure schönen Kommentare! Für Angela Barotti: Frisch aus dem Urlaub zurück und schon mit Habichtsaugen einen Wurm der Kritik erspäht: die geschlossenen und offenen Augen der weißen Katze! Wundersam sind die Wege des Herrn - ich habe keine Ahnung wieso das so ist! Ob Oscar Wilde es weiß? Mit H+K grüßt dich deine Lillilu!

Eingetragen am: 26.08.2008

Kommentar von Angela Barotti

Ein wunderschönes Märchen. Ich kann mich für keine Version entscheiden. Mir gefallen beide sehr gut. Allerdings betonst du, dass der Riese die Winterkatze nur sehen kann, wenn sie die Augen öffnet. Bei der ersten Begegnung sieht er sie jedoch auch, als sie die Augen geschlossen hält. Warum?

Eingetragen am: 25.08.2008

Kommentar von Nobby

Hallo Lillilu, diesen Beitrag habe ich bereits kommentiert, aber jetzt danke für deinen Kommentar zu meiner Nummer 16277! Zu deiner Frage: Hierbei handelt es sich um ein "Jugendwerk", eigentlich schon längst vollendet, aber muss ich wohl erst noch ordentlich "entrümpeln". Danke für deinen Alternativvorschlag, liest sich wirklich besser! Liebe Grüße Nobby

Eingetragen am: 24.08.2008

Kommentar von wupilie

Hallo Lillilu, etwas spät, aber ich wollte es dennoch nicht versäumen, Dir mein Kompliment aussprechen für diesen zauberhaften Text. Der ertse gefällt mir wesentlich besser. Weiter so, liebe Grüße, Wupilie

Eingetragen am: 23.08.2008

Kommentar von Sarah S.

Liebe Lillilu, Dein Märchen ist wunderschön! Es ist in beiden Fassungen zauberhaft, der zweiten geht durchs Kürzen keine Stimmung verloren. Mich hat besonders beeindruckt, das Du so kommentar-freundlich gearbeitet hast mit den Kreuzchen. Du hast viel Schreiberfahrung, das ist spürbar. Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg mit dem Schreiben und freue mich, in diesem Forum gelandet zu sein... Noch eine Bitte: mit dem Vorschlag von dem Autorentreffen habe ich leider nicht mehr mitbekommen als das eins stattfinden soll, aber nicht wo und wann. Ich würde gerne teilnehmen, aber das ist ja vor allem eine Frage der Entfernung... Liebe Grüße Sarah S.

Eingetragen am: 23.08.2008

Kommentar von Elisabeth

Liebe Lillilu, Märchen sind sprachlich immer ausgeschmückt und geben damit dem Detail noch mehr Kraft. ( Zumindest die alten Märchen ). Wenn ich deinen ersten Text langsam vorlese, gewinnt er an Stimmung und so muss es sein. Liebe Grüße

Eingetragen am: 22.08.2008

Kommentar von papaya10

ich finde da gibt es nichts zu kürzen bei so einer Geschichte von der lauten und der leisen Liebe, Lillilu

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Angela Thies

Hallo Lillilu, erst mal ganz lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar auf meinen Text. Damit muss ich mich noch eingehend beschäftigen. Obwohl du jetzt schon so viele Kommentare bekommen hast, gebe ich meinen noch dazu. Der Ausschnitt deines Märchens ist sehr tiefsinnig, viel müsste da nicht gekürzt werden. Bei der ersten Kürzung würde ich nur das „und“ mit einem Komma tauschen. Die Zweite ist passend. Die Dritte würde ich nicht machen. Die Vierte kann bleiben. Lieben Gruß, Angela

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Lillilu

@Alle: Habt vielen Dank! @Numungo: Du hast mich bei diesem „man“ erwischt! Über die Eisblumen werde ich nachdenken. Es gibt auch noch die Sommerkatze! Ich danke dir. @Karin: bei den „Rinnsalen“ stimme ich dir völlig zu! Ist eine Tautologie, während ich bei der „schneeweißen“ Katze auch noch „groß“ und „schön“ brauche. Bei meinem „Birkenbären“ #5969 und#6171 schrieb mir Angela Barotti, sie hätte gedacht der Bär sei so groß wie ein Koala und in Wirklichkeit war er ein Eisbär. Dass ich mehr als einen Absatz geschrieben habe, lag daran, dass ich meinte, es mir leisten zu können, weil es nicht allzu viel zu streichen und korrigieren gäbe und das Lesen Freude machen könnte. Ich bin halt 17 Jahre lang Lehrerin gewesen und habe dabei immer auf einen kreativen Unterricht geachtet. @Carola: Schön, dass du mich punkto Kitsch und Klischees beruhigst und dass wir beide da auf einer Linie sind. @ Nobby: Danke, lieber Toby (?)! Sicher ist eine Flamme immer heiß, wenn man dies rein wissenschaftlich betrachtet. Lies doch bitte bei Wikipedia nach, was es über „Tautologie“ und über „Pleonasmus“ zu lesen gibt. Auch „Juttas Schreibtipps“ sind sehr nützlich. Du gehst bei Google rein und dann klickst du weiter. Es reicht auch, sich diesen Satz laut vorzulesen, dann merkst du, dass da etwas fehlt, wenn du das „heiß“ rausnimmst. LG Lillilu @Malea: Danke! Ende des Jahres richte ich eine Website ein und dann kannst du das ganze Märchen lesen. Hier ist ja kein Platz. @Birgit: Vielen Dank! Den Preis habe ich erwähnt, weil es mein erster war – ich wollte nicht einschüchtern. Die Geschichte selbst habe ich hundert Mal überarbeitet und an ihr so gründlich gelernt, dass mir der Spaß an Kitsch, Klischees und Tautologien zu 50% vergangen ist. Die anderen 50% geistern noch immer durch meine Texte, aber ich bin ihnen auch heiß auf den Fersen! Hauptsache der Blick hat sich für diese Probleme geschärft. Mehr will Louise Doughty auch nicht erreichen. Und dafür danke. Lieben Gruß an alle. Es ist schön euch auf meinen und euren Seiten zu treffen! Lillilu

Eingetragen am: 20.08.2008

Kommentar von Birgit Jennerjahn-Hakenes

Hallo Lillilu, beide Texte sind toll. Ohne genauer hinzusehen gefällt mir nach dem schnellen Lesen der ungekürzte besser. Gefährlich finde ich zu erwähnen, dass Du damit einen Preis gewonnen hast. Wer will schon einen Sieger kritisieren? Liebe Grüße, Birgit (mein Kommentar zu Deinen Hinweisen steht unter meinem Text)

Eingetragen am: 19.08.2008

Kommentar von Malea

Liebe Lillilu! Nee du, lass mal. Mir gefällt die erste Version besser. Ein Märchen braucht kraftvolle Bilder, die Worte müssen glitzern, da ist Wortfeilscherei fehl am Platz. Übrigens schade, dass du uns nur das Ende der Geschichte schenkst ;-) Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Nobby

Hallo Lillilu, die Geschichte wirkt anrührend, soweit man das vom Ende her beurteilen kann. In der Tat kann man hier einige Adjektive stehen lassen - dafür aber ist eine Flamme wohl immer heiß! Schönen Gruß Nobby

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Hallo Lillilu, Kitsch, Klischee und Pathos sind auch meine persönlichen Lieblingsfeinde. Von ihnen ist in beiden Versionen nichts zu spüren. Die zweite gefällt mir allerdings noch ein bisschen besser, weil mir der erste Text doch ein bisschen zu weiß war und im zweiten das Erleben komprimierter ist. Viele Grüße Carola

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von scacha

Hallo Lillilu, auch wenn die erste Fassung schon gut war, ist es enorm, was die Kuerzungen ausmachen - der Text wird noch besser. Du verstehst es, gerade das herauszukuerzen, was ueberfluessig ist. Z.B. am Ende "und vier Katzen" ist viel pointierter, dramatischer, schoener als mit dem Zusatz der leisen und lauten Liebe oben. "als wenn sie wartete" und das Kaninchenhaeppchen sind auch nicht so wichtig. Schoen! LG, scacha

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Maju

Hallo Lillilu, kein Wunder, dass du mit diesem Märchen einen Preis gewonnen hast. Ich würde gar nichts kürzen, denn in der 1. Fassung wirkt das Ganze noch märchenhafter und poetischer. LG. Maju

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Karin

Hallo, Lillilu! Auch Dich treibt die Begeisterung über die neue Aufgabe voran. Stopp, von *einem* Absatz war die Rede. Ich nehme mir Deinen ersten Absatz vor, und der ist gelungen. Naja, war ja auch nicht viel zu kürzen. Trotzdem - obwohl Märchen - würde ich der Katze nur das Adjektiv schneeweiß gönnen. Und die kleinen Rinnsale machen sich genau so gut ohne klein. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 18.08.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Lillilu, eine wunderschöne Geschichte! Die zweite Fassung ist besser, da einige Verdoppelungen gestrichen wurden. Im ersten Satz würde ich das "zugefroren" von den Eisblumen wegnehmen; geschmückt oder verziert ist besser. Im vorletzten Absatz solltest du das "man" durch "er" ersetzten. Viele Grüsse, Numungo (16250). P.S. Die Frühjahrs- und die Herbstkatze hast du uns nicht vorgestellt!

Eingetragen am: 17.08.2008

Kommentar von Frog

Mein Favorit ist Text 1, mehr kann ich dazu kaum sagen, außer das ich den letzten Satz ganz zauberhaft finde...

Eingetragen am: 17.08.2008

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