100 Die Romanwerkstatt im Autorenhaus Verlag | Schreiben Sie mit! | Kapitel 35 mit Übungsaufgabe
(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 35 mit Übungsaufgabe

26.08.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 28.08.2008 von Margyt Brewer
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16765

Kaum zu spüren war die sanfte Berührung ihrer Hände. In ihren Adern aber löste diese eine kaum zu steuernde Explosion aus.


Kommentar von Ro McGer

Als Bedienungsanleitungsverfasser kann ich sehr wohl eine Explosion steuern. Die „die sanfte Berührung ihrer Hände“ war doch auch eine vorhersehbare oder gar vorher geplante Handlung. War denn dann die dieser Berührung folgende Explosion wirklich nicht gewollt, also nicht doch gesteuert? (Ich liebe doppelte Verneinungen und diese ab und zu auch noch mehrfach sowohl in Reihe als auch parallel!)

Eingetragen am: 02.09.2008

Kommentar von Lillilu

Jawoll, die Explosion ist eine Metapher! Ich würde aber "eine kaum zu steuernde.." rausnehmen, denn das Charakteristikum einer Explosion ist nun mal, dass sie nicht zu steuern ist! LG Lillilu

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Lillilu

Jawoll, die Explosion ist eine Metapher! Ich würde aber "eine kaum zu steuernde.." rausnehmen, denn das Charakteristikum einer Explosion ist nun mal, dass sie nicht zu steuern ist! LG Lillilu

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Eine Explosion ist nicht zu steuern, wenn sie nicht vorher kalkuliert worden ist. Also " ... löste diese eine Explosion aus". Das ist zwar eine Metapher, aber ich habe dabei das Bild eines Herzinfarkts.

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Peter Gura
[ Lesezeichen ]

16763

Ich bin erst vor wenigen Tagen in dieses Schreibprojekt eingestiegen und derzeit noch am Aufarbeiten der ersten Kapitel, somit habe ich im Moment noch kein Romanmaterial anzubieten. Aus diesem Grund sind hier drei voneinander unabhängige Beispiele angeführt:

Die meisten Menschen sind sehr erstaunt, etliche reagieren geradezu empört, um nicht zu sagen aggressiv, und nur sehr wenige zeigen Verständnis, wenn ich ihnen erkläre, dass ich sämtliche Brücken hinter mir abgebrochen habe und zu meinen Verwandten keinerlei Kontakt mehr pflege, um mich nicht mit der Bürde meiner familiären Vergangenheit belasten zu müssen.


Als ich ihn vor einiger Zeit fragte, ob er die Richtige bereits gefunden hätte, antwortete er mit einem Schmunzeln auf den Lippen, dass er sich an manchen Tagen wie vor dem berühmten Heuhaufen fühlte, aber er wisse, irgendwo dort drinnen warte seine Nadel auf ihn und er müsse nur genügend Geduld und Ausdauer aufbringen, um all die wertlosen Strohhalme zur Seite zu räumen.


Obwohl er selbst sich inzwischen wieder stark genug und dem Leben gewachsen fühlte, vermittelten ihm die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung noch immer das Gefühl, als würden sie ihn mit Glacéhandschuhen anfassen, um nicht Gefahr zu laufen, seine zuvor so labile Psyche zum Einsturz zu bringen.


Kommentar von Wladimir

Der Text ist okay. Es geht bei dieser Übung doch nicht darum, neue Metaphern auf Krampf zu erfinden ( ist ja schön, wenn einige das machen und es manchmal sogar gelingt), es geht darum, Sätze, die Metaphern enthalten, zu schreiben, und damit sich und vielleicht auch die Leser für Metaphern zu sensibilisieren. Manche Texte hier in diesem Forum werden gelobt und gelobt, obwohl vor lauter Metaphern einem die Atemluft wegbleibt, man glaubt zu ersticken. Aber auch das ist nicht so schlimm. Oft wird vergessen, dass wir hier lediglich in einer SCHREIBÜBUNG sind und noch lange nicht in Klagenfurt. Also mach weiter, Peter, und lass dich nicht entmutigen. Wladimir

Eingetragen am: 02.09.2008

Kommentar von papaya10

Hallo Peter,ich schließe mich Malea an, der hat alles gesagt was ich auch denke, willkommen im Heuhaufen mit vielen Nadeln und wertvollen Strohhalmen Grüße von papaya

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Peter Gura

Vielen Dank, Jenni! Vielen Dank, Ginko! ad Kommentar Ginko) Bei dieser Übung ging es nicht darum, einen Satz so weit wie möglich zu kürzen, sondern einen Satz mit einer Metapher zu schreiben (und ich schreibe nun einmal gerne etwas längere Sätze). Auch wenn meine Beispiele schon vor geraumer Zeit als gängige Redensarten Einzug in die Alltagssprache gehalten haben, so handelt es sich dabei dennoch um Metaphern: Ich habe keine realen Brücken zerstört, mein Bekannter sucht nicht wirklich nach einer Nadel, und die letzte Person wird de facto von ihrer Umwelt keineswegs mit Handschuhen angefasst ...

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Willkommen, Beherrscher der Rechtschreibung! Zunächst scheint die Kürzungsübung angebracht. Und die Metapher der abgebrochenen Brücken gilt schon lange als gängige Redewendung, ebenso die Nadel im Heuhaufen und die Glacé-Handschuhe.

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Malea

Hallo Peter! Du musst dich doch nicht entschuldigen, das ist hier doch keine schlagenden Verbindung mit strikten Aufnahmeriten ;-) Am besten gefällt mir dein zweites Beispiel. Du hast zwar altbekannte Metaphern gewählt, aber dort recht hübsch in eine kleine Geschichte gepackt. Im ersten Beispiel wiederholst du die Aussage einfach auf verschiedene Art, das ist ein Fall für die Kürzungsübung. Das dritte Beispiel ist mir ein wenig zu überkonstruiert. Ich würde die Vermittlung des Gefühls weglassen, "fassten ihn die Menschen...". Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Jenni

Hier taucht sie wieder auf, die Nadel im Heuhaufen, aber sehr originell umgesetzt. Ich bin gespannt, was wir von Dir noch zu lesen bekommen! Viele Grüße Jenni

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Sarah Jakob
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16764

Auch wenn alles noch so gut organisiert war, es dauerte stets endlos, bis die bürokratischen Mühlen alle gut durchdachten Pläne so weit zu Mehl verarbeitet hatten, dass man mit einem gerüttelt Maß an gutem Willen, einer Prise Glück und einem Löffelchen Bestechungsmaßnahmen einen glatten Teig daraus kneten konnte.


Kommentar von Velarani

Hallo Sarah, für mich ist das keine abstruse Pampe, sondern ein schönes Bild. Kann mir auch vorstellen, was du meinst, und bei der Häufung der Metaphern kommt es ja sehr darauf an, wer da "spricht". Eine andere Möglichkeit wäre, nur das Mehl und den Teig zu nehmen, also "dass man mit gutem Willen, Glück und ein paar Bestechungsmaßnahmen einen glatten Teig daraus kneten konnte." Im ersten Satz stört mich zweimal "alle", also lieber "die gut durchdachten Pläne". LG Velarani

Eingetragen am: 03.09.2008

Kommentar von Ginko Korn

In dieser Sammlung metaphorischer Beispiele wirkt jedes für sich allein recht entzückend, aber durch die Anhäufung(!) ist der Satz nur eine abstruse Pampe.

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Maju
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16760

Dies ist auch aus dem Romanfragment Jasmin und Yasemin. Es handelt von dem Konflikt zwischen Holger, der Türken ablehnt und Yasemin, die sich wehren muss.

"Hey, Ölaugen wollen wir nicht in unserer Klasse haben!" Holger zeigt mit seinen Wurstfingern auf Yasemin.
"Stinkstiefel, du bist wie eine Wolke - wenn du dich verziehst, kann es noch ein schöner Tag werden", lacht Yasemin und schiebt ihn zur Seite.


Kommentar von Maju

Hallo Ginko, "Wie eine Wolke" sollte auch nicht als Metapher stehen. Wohl aber "Ölaugen, Wurstfinger und Stinkstiefel". Aber du hast recht, Schimpfwörter sind eine Fundgrube und es gibt sie fast wie Sand am Meer. LG. Maju

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Eine Wolke übler Gerüche wie öliges Bratwurstfett stieg aus dem Stinkstiefel auf. Vielleicht nicht ganz so viel auf einmal? LG Metta

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Schimpfwörter sind eine wahre Fundgrube(!) für Metaphern. "wie eine Wolke": keine Metapher.

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Tina
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16759

Da lag sie im Abendlicht: Einem Adler gleich thronte sie stolz auf dem Felsen, die bewehrten Zinnen wie scharfe Krallen, das mächtige Tor wie ein drohender Schnabel, die beiden Wachtürme wie zwei spähende Augen. Alles an ihr strahlte Macht und Erbarmungslosigkeit aus.


Kommentar von Metta Maiwald

Ein Vergleich ist so ähnlich WIE eine Metapher... Die Atmosphäre konnte ich nachvollziehen, obwohl ich mich schließlich fragte, ob der Burgadler gerade Yoga macht, weil doch das Schnabeltor unter den Krallenzinnen ist, und was er für merkwürdig geformte Augen hat. Ja, ja, die Illustratorin in mir... Der letzte Satz benennt die Ausstrahlung der Burg, die eigentlich vor dem geistigen Auge des Lesers von selbst entstehen sollte, wenn Du sie beschreibst. LG Metta

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Das sind alles keine Metaphern, sondern Vergleiche. Eine Metapher für die Burg zu verwenden, hieße den Begriff zu übersteigern, denn "die Burg" muss selbst für unzählige Metaphern herhalten.

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Carola Ottenburg
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16758

Auf Anregung von Malea:

Nachwuchszauberer auf Abwegen

Wie eine Nussschale auf dem Ozean trieb das Wüstenschiff durch die Dünen, die vom Zahn der Zeit unablässig benagt an einer Stelle dem Abend ihres Lebends entgegen gingen, um sich andernorts wieder aufzutürmen, aber es war keine Erfolgswelle, auf der Hans und Luise ritten. Obwohl sie immer gewusst hatten, dass die Suche nach der legendären Kaderschmiede für Zauberer ungefähr so einfach war, wie die nach der Nadel im Heuhaufen, und dass keine Warteschlange ihnen den Weg weisen würde, hatte sich mit der Zeit eine Mauer des Schweigens zwischen ihnen gebildet, nachdem sie Anfangs ihre Klugheit in den Himmel gelobt, ihre Rabeneltern verdammt und leeres Stroh darüber gedroschen hatten, dass niemand ihnen das Wasser reichen konnte. Aber nach drei Tagen unter sengender Sonne dämmerte ihnen die Erkenntnis, dass ihr Heimgang bevorstand, wenn sie nicht bald Wasser bekämen, was ihren Eltern zweifelsohne das Herz brechen würde, auch wenn sie das Recht ihrer Kinder auf Autonomie immer mit Füßen getreten hatten.


Kommentar von papaya10

Hey Carola, da hast du ja richtig geklotzt und mit Bildern um dich geworfen, vielleicht ein bißchen viel, auf alle Fälle aber ein feinsinniger Text, von einer die sich darauf versteht Fäden zu spinnen. Grüße von papaya

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Frog

Klasse! Du hast es drauf!

Eingetragen am: 29.08.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Carola Ottenburg
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16757

Auf Anregung von Malea:

Nachwuchszauberer auf Abwegen

Wie eine Nussschale auf dem Ozean trieb das Wüstenschiff durch die Dünen, die vom Zahn der Zeit unablässig benagt an einer Stelle dem Abend ihres Lebends entgegen gingen, um sich andernorts wieder aufzutürmen, aber es war keine Erfolgswelle, auf der Hans und Luise ritten. Obwohl sie immer gewusst hatten, dass die Suche nach der legendären Kaderschmiede für Zauberer ungefähr so einfach war, wie die nach der Nadel im Heuhaufen, und dass keine Warteschlange ihnen den Weg weisen würde, hatte sich mit der Zeit eine Mauer des Schweigens zwischen ihnen gebildet, nachdem sie Anfangs ihre Klugheit in den Himmel gelobt, ihre Rabeneltern verdammt und leeres Stroh darüber gedroschen hatten, dass niemand ihnen das Wasser reichen konnte. Aber nach drei Tagen unter sengender Sonne dämmerte ihnen die Erkenntnis, dass ihr Heimgang bevorstand, wenn sie nicht bald Wasser bekämen, was ihren Eltern zweifelsohne das Herz brechen würde, auch wenn sie das Recht ihrer Kinder auf Autonomie immer mit Füßen getreten hatten.


Kommentar von Numungo

Dieselben Metaphern immer wieder mit völlig verschiedenen Aussagen, gefällt mir gut. Wieviele Versionen geistern bereits herum? Vielleicht sollte jeder eine schreiben. Wäre doch auch mal eine Aufgabe :-). Viele Grüsse, Numungo (16807, 16809).

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Malea

Hihi! Ich weiß zwar nicht, warum du doppelt bist, am Alkohol kann es nicht liegen ;-) Aber ich bin begeistert. Zweifelsohne ein metaphorisches Kunstwerk... Das Wüstenschiff ist dämlich, stimmt`s? Es schickt einen nun mal auf die eine oder andere Weise in den Sand... Bin gespannt auf die Ideen der anderen Hypermetaphoriker ;-) Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

In drei Sätzen wird den Schulkindern ein Katalog von Metaphern angeboten, die sie als Hausaufgabe rot anstreichen sollen. Wie viele sind es ? Wer meldet sich?

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Miyu
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16755

Als Kind hatte Saki Regenfälle geliebt. Zuhause hatte sie mit angesehen, wie sich die Regentropfen auf dem Boden zu Seen und kleinen Ströhmen vereinten und, einem reißenden Fluss gleich, die Miniaturwelten der Insekten überschwemmten. Hier, in der Steppe, waren sie selbst die Insekten.


Kommentar von Numungo

Nicht die Welten der Insekten sind die Miniaturen, sondern die Insekten selbst leben als Miniaturen in der Welt. Wobei die meisten Insekten einen größeren Aktionsradius haben, als der Mensch, zumindest wenn letzterer zu Fuss geht. Viele Grüsse, Numungo (16807, 16809).

Eingetragen am: 29.08.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Andrea
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16751

Leonie fühlte den Boden fest unter ihren Füssen, ihre Arme hoben sich seitlich von ihrem Körper ab und ihr Atem floss ruhig. Langsam wiegte sie sich zu den Flötentönen. Sie tanzte, eine Weide im Wind.


Kommentar von Numungo

Natürlich tanzen Weiden, ich habe es selbst gesehen. Viele Grüsse, Numungo (16807, 16809).

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Karin

... eine Weide im Wind. Sehr schön. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Das ist geschummelt. Die Weide tanzt als Vergleich, nur das "wie" wurde weggelassen.

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Ann-Christin
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16750

Das Hochgefühl ließ sie alles vergessen. Ihr Kopf schwebte wie ein Vogel davon. Ihre Gedanken waren frei von den letzten schleierhaften Tagen. Endlich schien auch für sie wieder die Sonne.


Kommentar von Numungo

Ein Kopf schwebt davon wie ein entwischter Luftballon. Ich stelle mir das schrecklich vor! Warum lässt du den Körper nicht mitfliegen? Oder, besser noch: lass den Körper einfach da. Den braucht man nicht, um zu fliegen. Er ist nur unnötiger Ballast. Die "schleierhaften Tage" finde ich nicht ganz passend. Damit verbinde ich etwas unverstandenes. Wie wäre es mit: "Ihre Gedanken waren frei von den quälenden Erinnerungen an die letzten Tage" oder etwas ähnliches? Viele Grüsse, Numungo (16807, 16809).

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Entschuldige bitte die Nachfrage: War der Kopf mit Helium gefüllt? ;o)

Eingetragen am: 29.08.2008

Eingetragen am: 28.08.2008 von Angela Barotti
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16745

Nachdem ich eine private Mail auf meinen aktuellen Beitrag 16707 erhalten habe, deren Inhalt – mehr oder weniger – dem Symbol eines nach unten zeigenden Daumes entsprach, und ich vor Frust über diese Sch…öne Übung allerlei Flüche ausgestoßen habe, machte ich mir die Sache einfach, klinkte mich telepathisch in Ginkos Gehirn ein und förderte folgende Gedankenfetzen ans Tageslicht:

Hausfrauen allüberall!
Wer entfernt den Schleier, gewoben aus tödlicher Langeweile, der sich über mein müdes Haupt ausbreitet?
Ein satanischer Engel?

Und wenn das auch wieder keine Metapher sein sollte, dann bitte ich die studierten Germanisten unter uns um Aufklärung. Wer stellt sich freiwillig als Professor Higgins zur Verfügung? Eliza Doolittle-Barotti wäre dankbar dafür. Und sicherlich einige andere auch noch.


Kommentar von Angela Barotti

@Carola: Auch Missverständnisse können den Alltag würzen. Da wir momentan anscheinend alle eine Art Lagerkoller haben, ist es nur zu verständlich, dass es mal kracht. Ich finde das nicht schlimm. Allerdings sollte danach wieder die Sonne scheinen und nicht wochenlang eine Schlechtwetterfront das Klima bestimmen. Zum Glück siehst du es genauso. Wie wäre es deshalb mit Kaffeetrinken auf der Frankfurter Buchmesse? Ich würde mich sehr freuen.

Eingetragen am: 05.09.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Hallo Angela, es tut mir wirklich Leid, dass ich mich in meinem Kommentar derart missverständlich ausgedrückt habe. Ich will keine lange Rechtfertigung schreiben, nur kurz so viel: Eliza Doolittle (aus Shaws Pygmalion) ist für mich eine sehr positive Figur, für deren Leistung und Willensstärke ich große Hochachtung empfinde. Vielleicht kann ich Dir alles andere irgendwann mal bei einem Kaffee oder Glas Wein erklären. Erstmal bin ich froh, wenn Du mir glaubst, dass ich Dir wirklich nichts Böses wollte. Viele Grüße Carola

Eingetragen am: 04.09.2008

Kommentar von Angela Barotti

@Carola: Deine Irritation kann i c h wiederum nicht verstehen. Da ich mich scherzhaft als Eliza bezeichnet habe (Ich stehe, wie gesagt, zu meinen Schwächen) und du Eliza der Hochstapelei bezichtigst, zähle ich 1 und 1 zusammen und erhalte eine bittere Medizin, die zu nehmen ich mich weigere. Von mir aus darf jeder meine Texte bis in die letzte Kleinigkeit aufdröseln und zerreißen, aber bei derartigen Unterstellungen gegen meine Person gibt es von mir die rote Karte./ Dankbar bin ich für deine Erläuterung, wie dein Kommentar tatsächlich gemeint war. Obwohl ich denke, dass ich im Interpretieren von Texten recht gut bin, so wäre ich im Leben nicht auf die von dir gemeinte Bedeutung gekommen. Deshalb entschuldige bitte, dass ich dir unterstellt habe, dass du mir etwas unterstellen wolltest. Friede? / Fakt ist wohl, dass diese Übung uns nicht sonderlich bekommt. Irgendwie scheinen bei manchen – mich eingeschlossen – die Nerven blank zu liegen. Deshalb schlage ich vor, wir vergessen die ganze Angelegenheit. Ja?

Eingetragen am: 02.09.2008

Kommentar von Wladimir

Hallo Angela, ein schönes Bild, ein sehr schönes sogar.Ich liebe schöne Bilder, treffende Bilder, die mich hinein führen in die Stimmung des Textes, die meinen Blick öffnen für neue Perspektiven, die etwas bildhaft ausdrücken, was man selbst vielleicht immer schon sagen wollte,aber nicht das richtige Wort fand, nicht so treffend, nicht so schön. Und: Natürlich ist "satanischer Engel" eine Metapher. Das Seziermesser der linguistischen Analyse schneidet nicht immer richtig und manchmal hat der Chirurg vor lauter Krittelei zittrige Hände. Kurz, wenn jamand dir den Daumen nach unten entgegen hält, zeigt er mit vier Fingern auf sich selbst. Du kannst schreiben und du weißt es. Schöne Grüße aus Hamburg Wladimir

Eingetragen am: 02.09.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Hallo Angela, das Du Dich über die falsche Anrede ärgerst, verstehe ich. Das war nachlässig und daher unhöflich und tut mir wirklich Leid. Den restlichen Ärger kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Wie kommst Du auf die Idee, ich wollte Dir mangelnde Ausdauer oder ähnliches unterstellen? Ich kenne Dich ja nicht einmal näher; daher werde ich mich hüten, Deine Fähigkeiten einschätzen. Mit der Selbstüberschätzung bezog ich mich auf Luzifer (= der satanische Engel), der gegen Gott rebellierte und deshalb seinen Wohnort wechseln musste. Der Name bedeutet allerdings "Lichtbringer" und genau das war in der Antike auch seine Aufgabe. Offensichtlich hast Du etwas anderes gemeint, das entnehme ich Deinem Kommentar. Trotzdem ist mir Deine Reaktion ein Rätsel. Irritierte Grüße Carola

Eingetragen am: 02.09.2008

Kommentar von Mata

Hallo Leute. Eventuell ist dieser Beitrag etwas vermessen von mir, aber bevor ich das jetzt unter jeden Metaphernversuch poste, versuche ich es mal auf diesem Weg. Ohne allzu lehrerhaft erscheinen zu wollen, aber mir fällt bei vielen Beiträgen auf, dass sich die meisten vermutlich noch nie mit Metaphern auseinander gesetzt haben. Von daher ist diese Aufgabe sicher eine gute Übung (und höchstwahrscheinlich wird uns Frau Doughty im nächsten Kapitel genau auf diese Punkte aufmerksam machen), man sollte sich aber vor Augen halten, dass es Metaphern gibt, die dermaßen ausgelutscht sind, dass sie dem Lesern eher sauer aufstoßen, als ihn zu beflügeln. Und was in der Lyrik verpönt ist, sollte für die Prosa genau so gelten. Zum einen wären da alle Blumenmetaphern, mit denen man Liebe, Frauen, Beziehungen etc. umschreibt. Seit der Romantik sind die nicht mehr modern oder wirken doch recht kitschig und zuckerig. Dann das Wort ‚dunkel‘ für trübe Gedanken, schlechte Stimmung, Leid, Tod, Trauer. Vielgebraucht und überhaupt nicht mehr originell. Weiter die Feuer-Metapher für Leidenschaft, Erotik, Liebe etc. Lockt keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Das sind nur einige Beispiele, zeigen aber vielleicht, was man besser nicht gebrauchen sollte. Auch die vielgelesenen geflügelten Worte, wirken bloß abgeschrieben und reichlich altbacken. Lieber keine Metapher, als eine, die schon seit Jahrhunderten immer wieder durchgekaut wird. Nichts für ungut und lG, Mata P.S. Ihr müsst übrigens jetzt nicht nach meinem Versuch graben; ich kanns (auch) nicht besser bzw. mühe ich mich selbst damit. ;-)

Eingetragen am: 01.09.2008

Kommentar von Maren

Ein grosses Danke, auch ich habe Mords-Schwierigkeiten mit "Metapher", manchmal steht man eben etwas länger auf der Leitung. Aber Du siehst, Dein Beitrag hat für einige - wie mich - viel Aufklärung gebracht. LG Maren

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Angela Barotti

@Carola: Dein Kommentar für Andrea-Metta stößt mir bitter auf. Auch wenn du dich auf einen Tippfehler beim Namen herausredest, wird es nicht besser. Seine Fähigkeiten überschätzt man nur dann, wenn man vorher alles auf die leichte Schulter nimmt, oder sich damit brüstet, etwas zu können, wofür einem das Wissen und das Durchhaltevermögen fehlen. Durchhaltevermögen besitze ich und zu meinen Bildungslücken stehe ich. Diese Übung hier zeigt aber sehr deutlich, dass Leute, die ihre Nase hoch tragen, dafür keinen Grund haben. Es ist eben ein Unterschied zwischen ‚etwas zu wissen’ – und dieses Wissen auch anwenden zu können. Hier hat es einige böse Überraschungen gegeben. / @Numungo: Deine Interpretation gefällt mir super gut. War allerdings anders gedacht: Die Hausfrauen sind unter Lektoren eine nicht gerade schmeichelhafte Metapher für die Minderqualität einer literarischen Arbeit. Klar, dass unser Anfängergeschreibsel einen Meister des Fachs selten vom Hocker haut und er sich durch die Beiträge gähnt. Das Oxymoron des satanischen Engels sollte auf Gut und Böse hindeuten, auf Knurr und Schnurr, auf eine Wechselbad der Gefühle, das der Langenweile entgegenwirken soll, um den Meister daran zu hindern, dass er beim Lesen unserer Texte einschläft. ;-D /@alle: Ich bitte zu bedenken, dass meine Metaphern n i c h t die Meinung von Ginko zu unseren Beiträgen widerspiegelt. Ähnlichkeiten wären Zufall.

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Frog

Wir schreiben hier doch nicht für Higgins. Ich fand den bei Magnum ohnehin cooler:-) Diese fieberhafte Suche nach Metaffern ist aber auch behindernd. Wenn man schreibt, greift man intuitiv dazu. Würden wir unsere alten Texte daraufhin überprüfen, ließen sie sich bestimmt zu Hauf (schreibt man das so?) finden. Also plage Dich nicht, das lohnt nicht – findet Housefrau Frog, die Deinen Satz sehr mag, weil sie sich gerade genau so fühlt.

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Beate Kranz

Hallo Angela, der Inhalt ist klasse und die Metapher auch. Gratulation! Mir geht es genauso wie Dir - ich komme einfach mit der Sache nicht so recht voran und habe nach den vielen Kommentaren noch keine Lust gehabt etwas ins Netz zu stellen. Möchte meinen Frustfaktor nicht noch erhöhen. lg Beate

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Lillilu

Hallo, du meine preussische Sonne! Ich finde Numungos Auslegung besonders gut. @Carola: Eliza hat nicht hochgestapelt! Das arme Blumenmädchen hat zu guter Letzt besser Englisch gesprochen als die Engländer und man erkannte sie als Ausländerin WEIL sie so korrekt war. Das war Shaws Seitenhieb auf seine eigenen Landsleute. Und ist es nicht wonniglich, dass wir hier auch unseren forumseigenen Prof. Higgins haben? LG Lillilu

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Liebe Andrea, mir fällt als Antwort nur ein, dass der satanische Engel sich und seine Fähigkeiten überschätzte... ;-) Alles wird gut! Auch Eliza hat nicht studiert, sondern im Wesentlichen hoch gestapelt und ist damit durchgekommen. Liebe Grüße Carola

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Numungo

Ein Hausmann auf der Flucht vor wild gewordenen Hausfrauen, die sich den Schleier der Langeweile vom eigenen Haupt reißen und ihn damit ersticken wollen? Viele Grüsse, Numungo (16807, 16809).

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Angela Barotti

Danke für die aufmunternden Worte. Klar, das Wikipedia meine erste Wahl war (geht am schnellsten). Doch für mich ergab sich daraus keine Eindeutigkeit. Und die dort angeführten Beispiele sind in meinen Augen alles ausgelutschte Redewendungen. Das hat mich nicht weitergebracht. Ginkos sehr hilfreicher Hinweis, den er in Kurzform auch bei anderen gepostet hat (wie = Vergleich, aber keine Metapher) war noch nicht geschaltet. Auch Lillilus Einwand mit der Kompatibilität finde ich sehr nützlich. / Was mir an Alberts ‚Puddingbeinen’ missfällt, fragt ihr? Da schwebt ein fettes unsichtbares ‚wie’ drüber. Deshalb ist es für mich ein Vergleich. Und ein unorigineller noch dazu :-( Aber ich denke, jetzt hab' ich's begriffen. Meine Laune ist jedenfalls deutlich besser geworden. Ich hoffe nur, es folgen nicht noch mehr solcher Übungen, bei denen ich erst einmal private Nachhilfestunden nehmen muss. Das ist sooooo peinlich. :-D

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Karin

Ich durfte mich auch mit diesem freundlichen Daumen auseinandersetzen. Nach meinem Ermessen sind Deine Gedankenfetzen völlig in Ordnung. Eine kleine Kritik: ... Schleier, der sich über mein Haupt breitet oder meinem Haupt ausbreitet. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Metta Maiwald

YESSSSS!!!!!!!!

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Malea

Nu mal schön die Bälle flach halten, liebe Eliza ;-) Das passt schon. Warum warst du denn mit dem Pudding unzufrieden? Falls du alles über die Metapher als solche wissen willst, dafür reicht Wikipedia. Da findest du mehr Erklärungen, als du brauchst. Denn du willst ja nicht Linguistik studieren, sondern einen Roman schreiben. Und dafür reicht es zu wissen, dass Metaphern manchmal sehr schön sind, aber zu viele davon den Text verkleben. Ist genau wie mit Gummibärchen ;-) Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Mata

Hallo Eliza! Man muss keine Germanist sein, wenn es um Metaphern geht. Man kann sich darüber ganz leicht im Internet schlau machen. ;-) Schau mal bei Wikipedia vorbei, oder lies ein Gedicht. In der Lyrik wird hauptsächlich mit Metaphern gearbeitet. Beispiel: Der Panter von Rilke (kennt wohl jeder). Anhand eines Tieres, das in einem Käfig lebt, wird über die Gesellschaft reflektiert bzw. über Menschen, die selbstentfremdet sind. Oder ein Beispiel, das evtl. etwas weniger hochgestochen ist. Sie hat ein Brot im Ofen = sie ist schwanger. Vielleicht hilft dir das ein wenig. LG, Mata

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Karin-Elisa

Liebe Angela Barotti, nicht verzweifeln Wikepeda fragen, ich habe auch erst mal geschaut was ein(e)Metapher eigendlich genau genommen ist ;-)Aber ich glaube deine Sätze enthalten schon so ein "Dingen" Lieber Gruß Karin- Elisa

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Die gute Nachricht: Ja! Das sind Metaphern. / Ansonsten: Achtung, Achtung, an alle! / Bitte nachschlagen im Lexikon oder wenigstens bei Wikiweißwas: Eine Metapher ist ...ein Begriff, in dem statt der eigentlichen Bezeichnung eine übertragene verwendet wird. Wenn das Vergleichswort "wie" benötigt wird, handelt es sich um einen Vergleich, nicht um eine Metapher. / Der metaphorische Gebrauch des Wortes "Kopf" bedeutet beispielsweise: Denkfabrik, Führer, Schaltzentrale, Vorausabteilung, Salatpflanze, Gelenklager, Überschrift, Motorteil, vorderes Ende ... / Niemand käme auf die Idee, zu vergleichen: "ein Kopf wie eine Überschrift". Vielmehr ist die oberste, die "Kopf"-zeile als Metapher sofort eingängig, denn sie sitzt genauso obenauf wie ein Kopf. Hier wäre die Vergleichsformel fehl am Platz.

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von Metta Maiwald
[ Lesezeichen ]

16739

Die Dürre schritt übers Land. Sie fraß alles Grün und ihr heißer Atem ließ die Felder verdorren.


Kommentar von Wladimir

Hallo Metta, gehört nicht ganz hier her. Ich werde nun doch nicht zum Treffen in Kassel kommen.

Eingetragen am: 02.09.2008

Kommentar von Wladimir

Nein, das ist metaphorische Sprache. Nur Oberlehrer sehen hier eine Allegorie. Der "heiße Atem der Dürre" ließ die Felder verdorren, das ist eine Metapher! Wo bin ich hier? Sehen wir doch alles etwas lockerer! Wladimir

Eingetragen am: 02.09.2008

Kommentar von Numungo

Natürlich ist es eine Metapher. Fragt sich nur, ob es wirklich die Dürre war. "Eine Hitzewelle schritt übers das Land. Sie fraß alles Grün und ihr heißer Atem ließ die Felder verdorren. Zurück blieb nichts, nur verdorrtes Land." Genausogut kannst du es aber auch so stehen lassen, wie du es geschrieben hast. Jeder weiß, was gemeint ist. Viele Grüsse, Numungo (16807, 16809).

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Frog

Ein starker gefährlicher Satz. Wo war Tanit? :-) Schreiten klingt mir zu vornehm. Marschieren hätte zu dem kriegerischen Akt vielleicht noch besser gepasst. Und: Warum nicht "über das Land"?

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von papaya10

super und lass dir da von Herrn Korn nicht dreinreden Grüße von papaya

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Bridget Olliver

Hi Metta, Eine First Class Meta(pher). viele Grüße Bridget

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Beate Kranz

Hallo Metta, keine Ahnung, ob es nun eine reine Allegorie oder doch eine Allegorie plus Metapher (ich denke, es ist das letztere...) aber sie ist Dir hervorragend gelungen und ich kann die Hitze förmlich spüren. Die Dürre bringt Hitze und sie atmet eben auch Hitze aus. Ganz große Klasse. lg Beate

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Wenn die Dürre übers Land 'schreitet', entsteht vielleicht wirklich ein allegorisches Bild, aber man muss sie sich ja nicht als klapprige Alte vorstellen, Ginko, sondern eben metaphorisch, also nicht wörtlich, sondern im übertragenen Sinne. Ob das mit einem anderen Verb besser geht? Sie wehte, zog, kroch... Die Dürre kroch über den Laufsteg. Besser? Oder was war das jetzt wieder für eine rhetorische Form?

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Ob Allegorien nun Metaphern sind (was ich bejahen würde) oder nicht - die Beschreibung der Dürre gefällt mir. Dir ist eine sehr poetische und trotzdem griffige und keineswegs überzogene Formulierung gelungen. Klasse!

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Lillilu

Dies ist mein zweiter Versuch- mein erster Kommentar hat sich wohl in Wohlgefallen aufgelöst. Wenn die Dürre schon so gravitätisch schreitet, was macht die Dicke dann erst? Entschuldigung, nun mal im Ernst: Die Dürre hat keinen heißen Atem, da sie das Resultat der Hitze ist! Deshalb muss es heissen: Die Hitze zog/walzte/ über das Land. Sie fraß alles Grün und ihr heißer Atem ließ die Felder verdorren. LG Lillilu

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Karin

Wow! Die dunklen Vögel in meinem Kopf sind aufgeflogen und haben Freude Platz gemacht. Besser gehts nicht. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Marc

Hallo Metta, die siebzehn Worte deiner Metapher lassen mich eine wochenlange Hitzewelle sehen und spüren. Dies halte ich für eine sehr gute Metapher.

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Lillilu

Ich hab ja hier eigentlich gar nichts zu vermelden, weil ich in meinem Beitrag mir nur Blödelkram gestattet habe, aber hier kann ich nicht widerstehen: Was macht dann die Dicke, wenn die Dürre schon so böse ist? Aber mal im Ernst: Die Dürre hat keinen heißen Atem, denn sie ist das Ergebnis der Hitze! Vielleicht: "Die Hitze versengte das Land. Sie fraß alles Grün und ihr heißer Atem ließ die Felder verdorren." Nun ist es eine stimmige Metapher, aber "heißer Atem" ist immer noch kitschig. Nun beiß mir mal den Kopf ab, Metta! LG Lillilu

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Malea

Tja, liebe Metta. Das ist eine solide Metapher, ohne Schnickschnack, yo ;-) Ich hätte die Dürre nur vielleicht nicht schreiten, sondern kriechen lassen. Aber das nur wegen konstruktiv und so. Und jetzt bin ich auf dein Wüstenschiff im Heuhaufen gespannt... Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Langsam, langsam! Metta schießt über das Ziel hinaus. Die metaphorische Dürre ist hier schon Allegorie. Denn sie handelt als grammatische Person, schreitet, frisst und atmet heiß.

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von Malea
[ Lesezeichen ]

16735

Hat jemand Lust auf ein bisschen Spaß mit Wortspielerei? Ich rufe hier jetzt mal zu einem nicht ganz ernst gemeinten, kleinen Nebenwettbewerb auf. Bei Wikipedia unter „Metapher“ findet ihr dreizehn Beispiele für redensartliche Metaphern. Die sollen alle in drei (!) halbwegs sinnvollen Sätzen untergebracht werden. Mein Beitrag:

Tunesische Urlaubsimpressionen

Die Rabeneltern hatten das Recht mit Füßen getreten und sich durch die Warteschlange an der Mauer des Schweigens vorbei bis zum Wüstenschiff geschummelt. Während des schwankenden Ritts droschen sie wie immer leeres Stroh, wie wunderbar sie mit dieser Kaderschmiede die Nadel im Heuhaufen der Bildungsangebote gefunden hatten und wie souverän ihre Kinder auf der Erfolgswelle schwammen. Sie lobten die Kinder in den Himmel, aber in Wahrheit konnten sie ihnen nicht das Wasser reichen, hatten ihnen das Herz gebrochen und sie einsam wie in einer Nussschale auf dem Ozean ausgesetzt.


Kommentar von papaya

mein Gott ich geh in die Knie vor soviel metaphorischem Stroh und verstehe endlich woher all die Heuhaufen, Wüstenschiffe, Warteschlangen und die Reiter kommen hinreißend Malea ganz hinreißend- ich versuchs erst gar nicht. Grüße von papaya

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Verzeihung, bitte! Der Groschen ist erst gefallen, als ich ohne Scheuklappen zum Kunstgenuss vorgedrungen bin. Die kleinen gerissenen Luder entfalten ihre zauberhaften Möglichkeiten am stärksten als Einzelwesen; als Flutwelle erschlagen sie den Leser.

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Malea

@ Bridget: Ich hoffe, du hast nicht noch die ganze Nacht von Nussschalen, Nadeln und Wüstenschiffen geträumt. Schön, dich hatte ich auch im Verdacht, dass du auf so einen Quatsch von wallendem Wortgewaber anspringst ;-) Wenn du noch mehr davon, oder anderes loswerden willst, dann kannst du das gerne unter malea23@web.de :-) @ Jenni: Du hast meinen aufklärerischen Impetus verstanden. Ja, zu viele, flache, ausgelutschte Metaphern killen jeden Text. Aber es war natürlich vor allem ein Spaß! @ Karin: Du hast natürlich recht, aber ich dachte, ich hätte es ausreichend als kleinen Quatsch am Rande kenntlich gemacht ;-) @ Ginko: Um Himmels willen, verstehst du denn gar keinen Spaß? Natürlich ist das der falsche Weg, das ist ja der Witz daran! Nein, gereimt wird nicht, das ist doch die Domäne eines gewissen Feingeistes, der doch bitte nicht zum Kleingeist werden sollte ;-) Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Karin

Liebe Malea, wir sollten ja eigentlich keine redensartlichen Metaphern verwenden, sondern neue, möglichst noch nie dagewesene (schwierig, schwierig!), erfinden. Metta ist da beispielhaft voran gegangen. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht, Deinen Text zu lesen. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Frog

Großartige Idee, genial umgesetzt. Und in so wenigen Sätzen... Hut auf!

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Bridget Olliver

David die Nussschale In der Kaderschmiede der Rabeneltern, weit hinter der Mauer des Schweigens, dort, wo sich Warteschlangen zischelnd hinter gelben Wüstenschiffen verbergen, wird Nadeln aus Heuhaufen das stählerne Herz gebrochen. Eine auf meterhohen Erfolgswellen reitende Nussschale erfuhr davon und konnte nicht länger tatenlos zusehen, wie man sich dort gegenseitig in den Himmel lobte aber gleichzeitig das Recht mit den Füßen trat ohne auch nur einer einzigen Nadel das Wasser reichen zu können. Die Zeiten, in denen leeres Stroh gedroschen wurde gingen zu Ende, jetzt würden Worten Taten folgen. Deine tunesischen Impressionen haben mir sehr gut gefallen. Vor allem der letzte Satz. Bis bald liebe Grüße Bridget

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Bridget Olliver

Hallo Malea, ich konnt nicht anders. Noch eins: Das Labyrinth Er wurde in den Himmel gelobt, sein Recht wurde mit Füßen getreten, ihm wurde das Herz gebrochen, er musste Warteschlangen bezähmen, stundenlang auf Erfolgswellen reiten, in dieser verdammten Kaderschmiede seiner Rabeneltern. Morgen würde er mit dieser Nussschale von einem Wüstenschiff den Ausgang aus diesem Labyrinth der schweigenden Mauern finden. Warum reichte man ihm gerade jetzt das Wasser, dass lila-grün zwischen dem leergedroschenen Stroh schimmerte? Fertig methaphert möge Sternenstaub die Häupter aller Schreibenden umglänzen. gute Nacht Bridget

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Ach so! Carolas Beitrag habe ich zuerst gelesen und kommentiert. Gut. Die Metaphern sind also vorgegeben. Und genau das ist der falsche Weg. Erst sollte die Aussage konstruiert werden, dann kann der Autor eine Metapher einsetzen, wenn er sich des gewünschten Bildes sicher ist und er sich umständliche Erläuterungen oder Nebensätze sparen möchte. Lasst euch aber bitte nicht vom Spielen abhalten! Als Steigerung könnte noch gereimt werden, passend zu einer bekannten Melodie. Mit Schellenbaum und Trommelklang marschiert dann das Fähnlein vom Fridericianum zum Herkules. Und schon haben wir neuen Romanstoff.

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Jenni

Sehr treffende Satire auf einige Beiträge hier. Solche Anhäufungen von Metaphern nehmen einem tatsächlich jegliche Chance, den Inhalt beim ersten Lesen zu verstehen. Ich versuche jetzt nicht, in dieser Disziplin gegen Dich anzutreten. ;) Gruß Jenni

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von Frog
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16738

Mein Schwanengesang hat den Drachen aus seiner Höhle gelockt. Typisch, dass er ausgerechnet jetzt Witterung aufnimmt, wo ich gerade mein altes Lebenskonstrukt niederreiße. Im neuen Bauplan von Architektin Linn ist kein Zimmer für Godo eingezeichnet, aber diese Neuigkeit wird sein vernebeltes Hirn erst erreichen, wenn ich über alle Berge bin.


Kommentar von Bridget Olliver

Hi Frog, schöner Text- dummer Godo! viele Grüße Bridget

Eingetragen am: 01.09.2008

Kommentar von Pollie Bley

Im neuen Bauplan von Architektin Linn ist kein Zimmer für Godo eingezeichnet... das ist eine gelungene Aussage um festzustellen, dass für Godo kein Platz in ihrem Leben vorgesehen ist.

Eingetragen am: 01.09.2008

Kommentar von Frog

Stimmt,@Lillilu. Der Satz kann weg. Eigentlich wollte ich damit den Schwanengesang noch einmal erklären, @Carola, ich habe diese Methapher gewählt, weil ich dachte, sie passt gut zu der Häutung, das letzte Lied vor dem Tod des alten Lebens... Na ja, ich hatte die Aufgabe eh falsch gelesen, dachte, in jeden Satz soll eine Metapher. Gut, dass es nicht unbedingt als Zuviel rüberkommt... @Jenni. Interessante Frage... Wie ist das denn bei Dir?

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Numungo

Den "Schwanengesang" habe ich oft schon gehört oder gelesen und erst jetzt, wo ich ihn bei dir lese, fällt mir auf: Ich habe noch nie einen Schwan singen gehört! Viele Grüsse, Numungo (16807, 16809).

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Hallo frog, nimm's mir nicht übel, aber bei dem Schwanengesang habe ich leichte Bauchschmerzen. Ich kenne den Begriff als Bezeichnung für das letzte große Werk, das man vor seinem Tod vollendet. Aber Linn hat doch keinesfalls vor, zu sterben, sondern ist gerade in Aufbruchstimmung und sprüht geradezu Funken vor Wut(?) und Tatendrang. Liebe Grüße Carola

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Birgit Jennerjahn-Hakenes

Warum "fühlt" sich das Zuviel gar nicht als Zuviel an? Wohl, weil Du gut schreiben kannst! Liebe Grüße Birgit

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Karin

Mit Lob, ohne Tadel! Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Oh, das ist aber eine geballte Ladung! Singender Schwan und Witterung aufnehmender Drache sind mir ein bisschen zu ville. Lebenskonstrukt ohne Zimmer für Godo gefällt mir gut und passt zusammen, Nebel und Berge stehen wieder in einer anderen Landschaft. LG Metta

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Lillilu

Hallo Frog, hier wimmelt es nur so von Metaphern! Und alle gefallen mir und sind kompatibel! Ich würde allerdings " wo ich gerade mein altes Lebenskonstrukt niederreiße" rausnehmen, denn der folgende, schöne Satz über den Bauplan trägt das Bild besser! LG Lillilu

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Wahrscheinlich denke ich wieder an etwas völlig anderes. Jedenfalls passen alle Metaphern fugenlos in die Satzgebäude.

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Malea

Boah, Frog! Die fette Packung Metaphern, und voll aus dem Leben gegriffen ;-) Du bist ganz offensichtlich eine ideale Kandidatin für meinen bescheuerten Metaphorismus-Wettbewerb (nein, nicht Meteorismus!). Ach, und isser jetzt weg? Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Jenni

Eigentlich müsste ich jetzt schreien: zuviel. Tue ich aber nicht. Das ist so schön sarkastisch, treffend und witzig formuliert, passt absolut zu Linn (oder zu Frog? Wieviel Frog ist eigentlich in Linn?) - das muss! Lg Jenni

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von Antigone
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16736

Angst
Der Tag war verflogen wie eine heitere Symphonie, deren letzter Akkord noch in ihr nachklang. Doch nun, mit den Schatten der Nacht, breitete die Angst wieder ihre düsteren Flügel aus und landete wie ein Raubvogel schwer und bedrohlich auf ihrer Brust. "Ich werde ihr nie entkommen!" dachte Lena und griff nach der Wodka-Flasche.


Kommentar von Antigone

Bin ganz Deiner Meinung, Jenni, der Text ist überfrachtet. War auch mehr als ein Spielen mit dem neuen Thema gedacht; hab ihn zu schnell Online gegeben. Schau doch mal nach, ob Dir mein 2. Versuch besser gefällt?? LG Antigone

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Einprägsame Bilder. Formale Kritik: "Wie" eine heitere Symphonie oder ein Raubvogel sind (in diesem Falle: leider!) Vergleiche. Die Angst breitete ihre düsteren Flügel aus ist eine starke Metapher. Die Atmosphäre, die Du erzeugst, berührt mich.

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Lillilu

Das Wörtchen "wie" leitet einen Vergleich ein und keine Metapher. Aber das ist ja nicht so wichtig - wichtiger ist, dass "Schatten der Nacht", "düstere Flügel" und "Raubvogel" auf der Brust in einem Satz total überladen ist und damit nicht das Drama einer Alkoholikerin zeigt, sondern Kitsch. Drei Metaphern in einem Satz könnte man nur ertragen wenn sie völlig neu und originell wären. Du darfst mir auch den Kopf unter meinem Beitrag abbeissen! LG Lillilu

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Jenni

Das finde ich viel zu viel des Guten. Die stärkste Metapher hier scheint mir die der Angst: die solltest Du mehr in den Vordergrund stellen. Ich würde es ganz radikal kürzen: "Der Tag verflog, und mit den Schatten der Nacht breitete die Angst wieder ihre düsteren Flügel aus und landete bedrohlich auf ihrer Brust." Meiner (subjektiven!) Meinung nach würde es so an Wirkung gewinnen. Viele Grüße Jenni

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von Mata
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16730

„Mörder“, schrie sie hysterisch, und ihr Busen wogte unter dem geblümten Kleid. Sie stampfte durch die Menge, rollte wild die Augen und verschwand hinter der Kirchenmauer. Für einen Moment hielt mir ihr Kielwasser die Menge vom Leib, dann spürte ich, wie der Hass über mir zusammenschlug.


Kommentar von Jenni

Das gefällt mir sehr. Das Kielwasser trägt dazu bei, die Präsenz der Frau im geblümten Kleid zu betonen. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie die Menschen ihr einen Moment verblüfft nachsehen, bevor sie sich Deinem armen Prota zuwenden. Doch, ich glaube fast Dein Beitrag ist für mich bisher der beste. Gruß Jenni

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von gabi Kern
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16724

Länger würde ich mir von ihm nicht mehr auf dem Kopf herumtanzen lassen! Ich kann auch meine Krallen zeigen. Ich stecke auf gar keinen Fall den Kopf in den Sand.


Kommentar von Metta Maiwald

Auf diese Metaphern trink ich einen Gin mit Korn!

Eingetragen am: 30.08.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von Lillilu
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16726

Die Metapher (vier Sätze = die gelbe Karte!)

Nachdem ich die Adverbien und die Adjektive ausgemerzt hatte, ging ich auf die Jagd nach den Metaphern. Lange musste ich suchen, da sich mir die Vergleiche, die idiomatischen Redewendungen und zu guter Letzt auch noch die Kollokationen in den Weg stellten. Aber dann bog ich um eine Straßenecke und stolperte fast über das Objekt meiner Begierde: eine aufgeblähte Metapher, grün und glibberig, die gerade dabei war in den Gully zu versickern! Meine Augen folgten ihr und ich blieb einsam und mit leeren Augenhöhlen zurück – ich hatte den Kampf verloren!


Kommentar von Lillilu

Nachdem zu meiner Überraschung in diesem Kapitel doch mit Zähneknirschen um die Theoriehoheit gekämpft wird, möchte ich vorsorglich etwas zu meiner "Augen-Metapher" sagen. "Meine Augen folgten ihr" habe ich recht oft gelesen und natürlich ist das barer Unsinn! Augen gehen nicht bei Fuß wie unser Dackel. Nur Blicke können folgen. Und deshalb hab ich mir diesen Scherz gestattet. Aber man lernt ja auch gut von Fehlern, nicht? LG Lillilu

Eingetragen am: 01.09.2008

Kommentar von Tina

Hallo Lillilu, ich lieb dich so oder so; denn in Deinen Texten kommt so schön meine eigene Verzweiflung über diese verflixte Metaphern-Aufgabe zum Ausdruck - obwohl Du sie mit Bravour gelöst hast und ich zu dem Schluss gekommen bin: Metaphern sind nicht mein Ding! Liebe Grüße - Tina

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Numungo

Manche Metaphern kommen aus der Gosse und dahin gehören sie auch zurück. Doch gib gut acht: wenn sie es nicht verdient haben dort zu (ver)enden, so hebe den Gullydeckel schnell wieder an und hole sie zurück! Viele Grüsse, Numungo (16807, 16809).

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Lillilu

Hallo Alle! Metta hat es erfasst, das glibberige Biest ist ins Internet gerutscht und wird nun gejagt. Ja, Ginko, ich bin nun blind, aber demnächst bringt mir jemand meine Augen zurück. Liebe Birgit, oh je, ich habe doch nur diesen einen kleinen Preis für die "Weiße Katze "bekommen! Ruinier hier nicht meinen Ruf als liebes Dummchen! Dann liebt mich doch niemand mehr. LG Lillilu

Eingetragen am: 30.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Die Gefahren der Jagd: Man muss sehr aufpassen, worauf (oder wonach) man seine Augen wirft. Sie bleiben leicht hängen ;-)

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Birgit Jennerjahn-Hakenes

Liebe Lillilu, Du hast ja bereits erwähnt, dass Du Preise gewonnen hast. Das wundert mich nicht, denn Du kannst grandios schreiben, kennst alle Regeln. Gibst Du noch woanders Unterricht? Liebe Grüße Birgit

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Karin

... Sollte das ein quakender Märchenprinz gewesen sein? Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Klasse! Und dann glibberte das Biest durch ein Leck im Kanalrohr und drang in den Schacht mit den Telefonkabeln ein, so dass es schließlich doch noch den Weg ins weltweite Netz gefunden hat. ;o)

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Malea

Liebe Lillilu! Danke für die Nachhilfe in Semantik ;-) Und für den herrlichen Text. Ich dachte mir schon, dass du die Aufgabe auch mit einem Augenzwinkern lösen würdest. Hoffentlich frisst sich die glibbrige Metapher jetzt nicht durch die Kanalisation. Ich finde Metaphern übrigens eine feine Sache. Nur sollte man sparsam damit umgehen, sonst kommst so was Gruseliges wie mein Quatschtext dabei raus ;-) Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Lillilu, bist du jetzt blind? Wenn nicht, dann hast du mit den "leeren Augenhöhlen" eine außergewöhnliche Metapher aus der Taufe(!) gehoben.

Eingetragen am: 28.08.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von Efa
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16713

Wo blieb er nur? Meine neuen Schuhe begannen zu drücken, während ich auf dem Bahnsteig hin und her schlenderte. "Das wird Blasen geben", murmelte ich vor mich hin.

Metapher: was drückt hier wohl sonst noch?


Kommentar von Papaya10

Hallo Efa, du wirst es vielleicht nicht glauben, aber hier musste ich wirklich schallend lachen. Wunderbar danke!

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Ginko Korn

Vorschlag: Die Schraubstöcke aus der Bahnhofsboutique begannen, meine Füße einzuklemmen.

Eingetragen am: 29.08.2008

Eingetragen am: 27.08.2008 von Sarah S.
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16714

Mein Vater war natürlich auch heute nicht zur Arbeit gegangen. Diese Wodkaflasche auf zwei Beinen lag immer bis Mittags im Bett, wenn er seinen Rausch ausschlafen musste. Gegen 15 Uhr zerfielen die Schatten der hochprozentigen Dämonen allmählich und die Realität traf ihn dann in Form von Magenschmerzen oder Kopfschmerzen sowie allgegenwärtigem Selbstmitleid.


Kommentar von Sarah S.

Hallo liebe Kommentatoren, vielen Dank für Eure Hinweise. Habe beschlossen, beide Formulierungen so zu belassen, nur eventuell räumlich und zeitlich ein bisschen zu trennen. Eure Kommentare machen immer wieder Mut, am Ball zu bleiben, auch wenn man manchmal die Flinte ins Korn schmeißen möchte... Also weiterhin viel Kraft und Erfolge für alle Fleißigen Sarah S.

Eingetragen am: 28.09.2008

Kommentar von Antigone

Ein interessanter Text mit originellen Metaphern. "Zerfielen die Schatten der hochprozentigen Dämonen" ist eine Knaller-Formulierung, die einem erst mal einfallen muss! Sie ist kein bisschen hochgestochen, passt zum Text und trifft ins Schwarze! Klasse! LG Antigone

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von papaya10

Hallo Sarah, toller Text! Hätte nur kleine Änderungsvorschläge: "...wenn er seinen Rausch auschlafen musste." ist unnötig m.E. man weiß ja schon was er macht. Am Schluß würde ich auch straffen: "...in Form von Magenschmerzen...und allgegenwärtigem Selbstmitleid.Grüße von papaya

Eingetragen am: 31.08.2008

Kommentar von Carola Ottenburg

Die "Wodkaflasche auf zwei Beinen" transportiert Wut und Verachtung, passt aber m.E. stilistisch nicht zu den hochgestochenen "Schatten" der "hochprozentigen Dämonen". Da wäre weniger mehr gewesen.

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Marc

Hallo Sarah, eine schöne Metapher die nicht so konstruiert klingt. Einfach und Lebendig. „...die Schatten der hochprozentigen Dämonen...“ gefällt mir auch sehr.

Eingetragen am: 29.08.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Gelungene Eigenkreation, wobei er nicht mehr AUF zwei Beinen steht, sondern liegt. Der zweite Satz holpert etwas. LG Metta

Eingetragen am: 28.08.2008

Kommentar von Jenni

"Diese Wodkaflasche auf zwei Beinen" gefällt mir. Das klingt so empört, verrät etwas über den Erzähler. Schön! Gruß Jenni

Eingetragen am: 28.08.2008

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