40 Die Romanwerkstatt im Autorenhaus Verlag | Schreiben Sie mit! | Kapitel 37 mit Übungsaufgabe
(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 37 mit Übungsaufgabe

10.09.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 13.09.2008 von melly
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17751

Ich glaube, das größte Hindernis bin ich selbst. Statt am Schreibtisch auszuharren, erledige ich beim Nachdenken noch zig andere Sachen. Ich lasse mich ablenken und arbeite dann (fast immer) unter Zeitdruck. Es bleibt dann natürlich keine Zeit zum überarbeiten. Beispiel: Ich habe an einem Schreibwettbewerb im Radio teilgenommen, um 24 Uhr war Abgabeschluss, ich habe um 23.10 Uhr meine Geschichte versandt und bin unter die ersten 10 gekommen.
Glück oder Können, ich weiß es nicht, denn genau wie ihr, bleibe ich oft an Widrigkeiten hängen und gebe erst mal wieder auf. Ein weiteres Problem finde ich, dass bei mir nicht genug Aktion stattfindet, der Text dröselt zu langsam vor sich hin. Ich habe keine wirkliche Dramatik in meinen Texten. Aber, ich bin guter Hoffnung, - was lange währt, wird endlich gut!!!
Melanie


Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Melly! Den Kommentar habe ich unter Deinen Beitrag 13906 geschrieben. Weil ich Dich noch nicht kannte, habe ich erst da nachgelesen. Mir gefällt Dein Spruch: Was lange währt, wird endlich gut!!! Nur nicht aufgeben!!! LG Reiner PS: Stimmt mein Eindruck, dass Du eigentlich wohl etwas von Deinen Fähigkeiten hältst, Dich aber trotzdem gerne unterschätzt?

Eingetragen am: 16.09.2008

Kommentar von Monika Herwig

Hallo melly, das größte Hindernis sind wir uns immer selber. Außerdem ist der Mensch dazu gemacht, dass er unter Zeit- und Hochdruck am besten arbeitet. Und wenn du unter die ersten zehn gekommen bist, dann bist du ein Naturtalent mit großer Hoffnung. Liebe grüße Monika

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von Numungo

Dein erster Satz ist die Wahrheit. Und jeder Schreiber, der etwas anderes behauptet, lügt :-). Auch wenn es einfacher ist, die Schuld bei anderen (Menschen und Dingen) zu suchen. Der beste Weg, weiter zu kommen! Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 15.09.2008

Eingetragen am: 13.09.2008 von ml
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17742

Schreibprobleme:

Neben dem allgegenwärtigen Monster Zeitdieb, gesellen sich bei mir noch die folgenden Probleme hinzu.

Manchmal steuere ich auf einen wichtigen Punkt zu, schaffe es hin und wieder sogar die Spannung aufzubauen, und dann ist dieser Punkt vorbei ohne das er die ganze Dramatik verdient hätte. Nein, das ist nicht ganz richtig. Er hat die Dramatik verdient, aber ich hab ihn zu kurz abgehandelt.

Dann an anderer Stelle fangen meine Gestalten an zu philosophieren und ich weiß nicht, ob der Leser diese Gedankengänge nachvollziehen kann. Ob ihm das nicht wie Geschwafel vorkommt und ihn langweilt. Aber ich meine immer wenn ich dem Leser die Person nah bringen will muss er auch wissen, was sie denkt.

Hin und wieder habe ich Angst, dass ich zu viele Wiederholungen übersehe. Immer, dann, einmal und so weiter schleichen sich so oft ein, dass ich befürchte sie nicht alle zu erwischen, auch wenn ich den Text Wochen nicht angeschaut habe. Wenn ich ihn zu oft lese, bemerke ich gar keine Fehler mehr.

Ich habe manchmal Bedenken, ob ich nicht zu viel ein eine Geschichte packe. Aktuell habe ich sechs 'Helden', die die Welt retten wollen, miterleben wie der amerikanische Außenminister ermordet wird, denen ein Verrückter nach dem Leben trachtet. Es könnte durchaus sein, das noch etwas hinzu kommt. Versteht mich nicht falsch, ich mag lange Bücher, aber bei anderen Autoren passt immer alles zusammen, selbst wenn es erst nicht so aussieht. Behalte ich den Überblick? Ich hoffe.

Bislang war ich immer zu schnell fertig mit meinen Geschichten. Zu kurz für ein Buch, zu lang für eine Kurzgeschichte. Kleine blöde Zwitter, die sich nicht entscheiden können.

Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht weiterkomme. Wenn ich nach der Arbeit schreibe und merke ich kann mich nicht konzentrieren, weil mein Mann alle Nase lang durchs Zimmer läuft und die Stelle noch nicht ausgereift ist, wenn ich dann zu mir sage: "Ich kann nicht mehr." und lieber noch eine (na OK auch mehrere) Partie(n) Freecell spiele, dann schweben diese nur tausend Wörter über mir, als wollten sie mich alle gleichzeitig piesacken.

Aber das Schreiben bringt mehr Freude als Probleme. Ich finde es sehr spannend. Meine Enden stehen erst fest, wenn die Geschichte fertig ist. Ich möchte zwar, dass die Geschichte in eine bestimmte Richtung läuft, aber sie verselbständigen sich immer wieder. Ich finde das wunderbar.

Ich habe mir geschworen, nicht aufzugeben, damit ich nicht im Alter dasitze und mir selbst böse bin, weil ich es nicht wenigstens versucht habe. Und wenn es nochmal siebzehn Jahre dauern sollte, dann tut es das eben. Ja und....


Kommentar von Numungo

Wenn du so klar deine Probleme erkennst, sollte es nicht allzuschwer sein, sie abzustellen? Ich glaube, du bist auf einem guten Weg. Versuche mal, deine "abgelagerten" Texte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Achte beim ersten Mal nur auf den Inhalt, ist alles logisch, flüssig? Beim zweiten Mal solltest du dann den Inhalt vergessen und auf die Wortwahl achten. Sind zu viele Wiederholungen enthalten, passen manche Wörter nicht? Und beim dritten Mal achte auf dei Textmelodie. Hierbei hilft es oft, den Text laut zu lesen. Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 15.09.2008

Eingetragen am: 13.09.2008 von scacha
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17727

Ich lese und schaue gerne Krimis. Deswegen gehe ich davon aus, dass es nicht falsch ist, wenn ich Krimi-Geschichten-Ideen im Kopf entwickle. Aber ich kann einfach keine Gewaltszenen schreiben. Ich habe total Probleme, Antagonisten (die "Bösen", den "Bösen" oder die "Böse") zu erfinden, dass es glaubwürdig ist und dass das Schreiben "fließt". Es fließt überhaupt nichts, es wirkt gewollt, es frustriert mich. Woran liegt es? Ich weiß es einfach nicht. Hat jemand Tipps oder Ideen? Das wär toll. LG Scacha


Kommentar von Metta Maiwald

Spannende Kommentare, und wieder geht es mir so, dass ich an einer Stelle Antworten auf meine Fragen finde, wo ich gar nicht gesucht habe. Wie wird ein Mensch böse, ist eine zentrale Frage meines eigenen Romans. Wie kann ein eifersüchtiger Ehemann seine Frau umbringen? Wie ein Vater seine Tochter sexuell missbrauchen oder tagelang nicht mit seinen Söhnen sprechen? Aussetzer? Rache? Kompensation von Unterlegenheitsgefühl und scheinbarer Benachteiligung? Fehlen tragfähiger sozialer Bindungen? Die Hintergründe finde ich viel spannender als die Gewaltszenen. Hatte nicht Fledermaus in dem Kapitel mit den Gegenständen aus der Perspektive des Messers eines Mörders geschrieben? Es gibt bestimmt zahlreiche Möglichkeiten, ohne großes Blutvergießen auszukommen. Wenn Du nur andeutest und dabei sinnlich beschreibst (ein kurzes Röcheln, ein Schrei, der dumpfe Aufprall eines Körpers, das Klicken eines Revolvers, die Kühle einer Messerklinge, Pöbeleien), und so das Geschehen der Phantasie des Lesers überlässt, wird es möglicherweise sogar spannender. Oder wenn das Opfer gefunden oder in der Pathologie untersucht wird. Wenn es denn überhaupt um Mord gehen soll...

Eingetragen am: 25.09.2008

Kommentar von Franziska Dunkel

Hallo Scacha, das Problem mit den Bösewichtern habe ich auch. Mein Trick besteht darin, daß ich mir, bevor ich eine derartige Szene schreibe, einen Menschen vorstelle, unter dem ich in meinem Leben schon einmal sehr gelitten habe, z. B. einen bösen Nachbarn, der mich jahrelang gnadenlos gezwiebelt hat, so daß ich schließlich umziehen mußte, um wieder in Frieden leben zu können. Ich male mir aus, daß er einfach bei mir zu Hause hereinplatzt und ich nun die einmalige Gelegenheit habe, es ihm mal richtig zu geben. Dann kommt der in Jahren gesammelte Haß ganz von allein hoch, und der reicht für eine drastische Gewaltszene locker aus. Ich bin dann selbst erschrocken, wie fies ich in der Fantasie sein kann, und auch erleichtert, daß es eben nur Fiktion ist. Ansonsten finde ich die Idee von Reiner Reinfeld sehr gut. LG Franziska

Eingetragen am: 17.09.2008

Kommentar von Bridget Olliver

Hi Scacha, keiner ist nur böse. Aber alle Menschen haben ein gewisses Aggressionspotential in sich. Wenn die passenden Rahmenumstände und die physisch/psychische Verfassung dementsprechend sind, denke ich jeder Mensch könnte etwas tun, was ihm selbst in "normalen" Zeiten als unmöglich erscheint. Bis demnächst viele Grüße Bridget

Eingetragen am: 16.09.2008

Kommentar von Gerhild Bauer

Ich schreibe an einem Krimi. Im Kopf ist er bereits fertig,nur das Schreiben dauert....Ich habe ein für mich interessantes Umfeld gewählt und kann viel hineinpacken. Donna Leon lese ich ja auch nur, weil ihre Romane in Venedig angesiedelt sind und ich mir immer wieder sage, da war ich ja schon, da auch... ihre Dialoge finde ich sehr gut.Mein erster Mord fand bereits statt, doch so wirklich "böse" ist niemand und "grauslige" Dinge vermeide ich. Vor zwei Jahren habe ich bei der Buchgemeinschaft Donauland die Reihe der Frauenkrimis bestellt. Ich habe einige Bücher davon verbrannt,( meine erste und ich hoffe, letzte Bücherverbrennung!) ich möchten nicht, dass jemand aus meiner Familie diese selten grausamen und brutalen Bücher liest. Bei Donauland habe ich mich beschwert, sie taten sehr erstaunt. Allerdings habe ich von Frauen gehört, denen es wie mir erging.L.G.Gerhild

Eingetragen am: 16.09.2008

Kommentar von C.F.Faulenbach

hallo scacha, wie du bin auch ich ein Krimifan und versuche gerade einen zu schreiben. Um Antagonisten (die Bösen) zu finden, habe ich einen Termin mit dem Pressesprecher der Kripo gemach, sowie mit anderen, die die Kompetenz dazu haben, mir etwas aus dem Nähkästchen zu erzählen. In meinem Freundeskreis sind Komissare und Polizisten, Anwälte, die ich mit Fragen mehr oder weniger auf die Nerven gehe. Und der Tip in Kapitel 5 an Gerichtsverhandlungen teilzunehmen und zu recherchieren, ist super. Lese Die Zeitung und frage nach bei Journalisten was der Hintergrund war oder ist. Auch wenn du dich ein wenig umsiehst findest du so viele Persönlichkeiten, die morden könnten. Grins. Ich glaube eins der mit am interessantesten Tätigkeiten am Romanschreiben ist das Recherchieren von allem. Habe mir die Chronik meines Dorfes im Moment vorgenommen. Oder die Geschichte eines der größten Arbeitgeber, aber auch die Geschichte des Dorfvorstandes etc. Dann stelle ich mir die Frage wieso? warum? weshalb? ein Mord oder was auch immer. Was würde solche Personen dazu treiben ein Verbrechen zu begehen? Intrigen, Hass, Macht, Geld, Liebe, falsch verstandener Stolz. Es gibt so vieles. Ich habe in einer geschlossenen Psychatrie gearbeitet, schau da mal rein und lerne diese Menschen kennen. Nicht nur die Patienten. Da lernst du viel von der menschlichen Psyche. Naja das sind einige Ideen, wie ich es halt versuche einen Antagonisten zu finden. Vielleicht hilft es dir ein wenig. Wünsche dir noch viel Spaß bei deinem Krimi. Liebe Grüsse C.F.Faulenbach

Eingetragen am: 16.09.2008

Kommentar von Cora

Liebe scacha, mir geht es genau so. Mich würde interessieren, warum Du gerne Krimis liest und schaust. Mich belasten Gewaltszenen, deshalb werde ich keine schreiben. Auf die Gefahr hin, dass meine Romanfiguren nett und lieb sind, sie sind so und ich befasse mich gerne mit ihnen. Reiner Reinfeld hat Dir einen guten Rat gegeben, vielleicht findest Du damit zu der richtigen Form in diesem Genre. Gruss Cora

Eingetragen am: 16.09.2008

Kommentar von Monika Herwig

hallo scacha, ich schließe mich Reiner an. Beschreibe die Menschen, denen Gewalt angetan wird, was sie fühlen, können sie noch gehen, sehen, fehlt ihnen ein Arm oder haben sie irgendwo im Körper ein Loch, beschreibe ein Geräusch oder die Leere nach dem Gewaltakt, fließt viel Blut oder keines. Ich denke, wenn du dem Leser mitfühlen lässt, dann musst du nicht schreiben, was genau der Gewaltmensch gemacht hat. Es gibt soviel Böses, das kannst du gar nicht erfinden. Liebe Grüße Monika

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von Numungo

Gut und Böse gibt es genauso wenig, wie es nur Schwarz und weiß gibt. Alles ist eine Mischung, die mal mehr von diesem und mal mehr von jenem enthält. Deshalb musst du dich auch nicht auf eines der Extreme fixieren. Du kannst ja versuchen, die Handlung im Mysteriösen zu belassen. Vieles wird angedeutet, doch nichts ist klar. Der Leser muss schließlich auch gefordert werden :-). Ich bin weder Krimi- noch Gewaltfan, doch ich glaube es gab mal so eine Fernsehserie (AKTE X?), bei der das so gehandhabt wurde. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es keine Details. Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von Sabine Mucha

Hallo Scacha! "Ein Krimi ohne Gewalt ist wie Kiffen ohne zu inhalieren, wie Sex ohne Orgasmus, wie eine Umarmung ohne Herzlichkeit. Es gibt viele Arten von Gewalt: Gute Unterhaltung, befriedigende Rache und die abstoßende, beängstigende Variante. Die Unterschiede haben weniger mit dem Inhalt als mit der Einstellung des Lesers zu tun." Diese Worte stammen nicht von mir. Ich wollte Dir nur einen kleinen Buchtipp geben: Larry Beinhart "Crime - Kriminalromane und Thriller schreiben". Könnte Dir vielleicht nützlich sein. Viel Glück! Du schaffst das! Liebe Grüsse Sabine

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von johanna kurschus

Es gibt auch Krimis ohne Mord und Totschlag. Es gibt leise Krimis mit Lügen, Betrug mit richtig fiesen Typen. Am schönsten ist es, wenn eifersüchtige Fauen gegen ihre Rivalin intrigiren. Grüße johanna

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo scacha! Wie wäre es, wenn Du die Gewaltszenen fortließest und statt dessen das Ergebnis der Gewalt zeigtest, oder nur die Reaktion auf den Anblick dieses Ergebnisses. Dann können in der Vorstellung des Lesers selbst die Gewaltszenen entstehen, hervorgerufen durch Deine Erzählung. Im Krimi brauchen auch die Täter nicht unbedingt "die Bösen" zu sein. Kannst Du Dir Situationen vorstellen, in denen Du selbst zum Täter werden könntest? Es würde den Leser doch überraschen, wenn er über zweihundert Seiten einen Bösewicht sucht, dann aber auf jemanden stößt, dem nur für einen Augenblick, und durchaus nachvollziehbar, die Sicherung durchgebrannt war. Und dann setzte der Fluch der bösen Tat ein, dass sie stets neue muss gebären, (nach Kleist) LG. Reiner

Eingetragen am: 13.09.2008

Eingetragen am: 13.09.2008 von Lilian Pen
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17704

Meine Probleme beim Schrieben?
Tja, erstmal will ich keinen Roman schreiben, bei dem das Ende sofort erkennbar ist. Deswegen bin ich nie so wirklich mit dem Ende zufrieden. Ich schreibe es oft um.
Ich schreibe alles, was mir einfällt in mein Notizbuch. Beim Redigieren und Eintippen entstehen neue Ideen und es hört mit Umschreiben nicht auf. Ich kann nicht sagen, jetzt ist die Geschichte fertig.
Ich habe manchmal Probleme das richtige Wort zu finden. Ich möchte so gerne eine Atmosphäre beim Lesen aufbauen, dass der Leser sich mit den Figuren identifizieren kann. Mir fehlen oft geeignete Synonyme und
Soll ich immer wenn ich ein Dialog aufbaue hinterher schreiben: sagte/hat gesagt, usw.?
Grammatik? Ja, manchmal. Ich habe aber mein Dudenkorrektor. Eine sehr große Hilfe.


Kommentar von Metta Maiwald

Deine Art, zu schreiben, hört sich doch gut an. Wenn der Mittelteil fertig ist, wird sich vermutlich ergeben, welcher Schluss am besten passt. Bei Dialogen solltest Du auf keinen Fall ständig sagen, dass jemand sagte. Es sollte nur deutlich werden, wer der Sprecher ist. "Weißt du, Gretel", Hänsel brach sich ein großes Stück Lebkuchen vom Dach des Hexenhauses ab, "eigentlich wäre mir ein Portion Pommes jetzt lieber."

Eingetragen am: 25.09.2008

Kommentar von M.P.

Hallo Lilian, das mit dem Ende kenne ich nur zu gut. Bei meinem aktuelle Projekt bestehen vier verschiedene Enden, für welches ich mich entscheide steht in den Sternen. Vielleicht überlasse ich es einem neutralen Beobachter, mal sehen. Bei den Synonymen habe ich einen Trick. Ich trage ja ständig Zettel und Stift bei mir, weil ich nicht regeln kann, wann mich die Muse knutschen will. So habe ich mir im Laufe der Monate eine beachtliche Sammlung an Synonymen zugelegt, die auch nicht immer ein Kind meiner Gedanken waren. In der U-Bahn hört man auch eine ganze Menge, immer wieder lustig, welche Wortkreationen erfunden werden. Es scheint so, dass fast alle die Schreiben, ein Problem mit der Grammatik haben. Liegt wohl in der Natur des Menschenschlages 'Autor', nie zufrieden zu sein. LG M.P.

Eingetragen am: 19.09.2008

Eingetragen am: 13.09.2008 von Velarani
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17696

1. Dialoge
2. Rückblenden / Zusammenfassungen
3. Mich von den Geschichten der Personen verabschieden, die grade nicht erzählt werden sollen. Die nötige Distanz zu den Figuren, um sie Unschönes oder auch Großartiges tun und erleben zu lassen.
4. Der eigene Stil (es gibt so viele wunderbare Arten zu schreiben)
5. Wie finde ich zu der Geschichte, die ich wirklich erzählen will, die etwas in mir zum Klingen bringt, dessen Nachhall über viele Seiten trägt?

Punkt 1-3 kann ich üben und gelobe hiermit, es zu tun! Punkt 4 + 5 hab ich immerhin mal formuliert, auch schon was.


Kommentar von Metta Maiwald

So, das Denkorgan hat sich etwas regeneriert, nachdem meine Tochter mich heute Morgen wieder ins Bett geschickt hat - Konflikte heißt es, nicht Kontakte.

Eingetragen am: 25.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Wieviele Dialoge man schreibt, ist ja nicht vorgegeben. Damit sie lebendig werden, stelle ich mir die Szene vor. Und ich schaue den Leuten aufs Maul. Genau wie Kinder sprechen lernen: Durch Nachahmung. Manchmal passiert es mir auch im Alltag, dass ich jemanden aus unserer Clique imitiere. Jemand, der das nicht kennt, ist dann leicht irritiert. Die Geschichten, die gerade nicht dran sind, kannst Du ja für eine andere Gelegenheit aufheben - ich sammle gerade Menschen für meine Requisitenkammer; so wie man Schauspieler für verschiedene Rollen engagieren kann, kann ich dann darauf zurückgreifen. - Der Stil, in dem Du bisher hier geschrieben hast, gefällt mir sehr gut, aber wie andere schon sagten: Er muss zur jeweiligen Geschichte passen. Das kann man nicht erzwingen. Ob Aquarell oder Federzeichnug - Dein Strich wird erkennbar bleiben. Hast Du bei Deinem Plot gerade das Gefühl, dass es einen Stillstand gibt? Irgendwie muss Dich Dein Thema doch angesprungen haben, oder? Das mit dem Stromausfall wäre mir nicht in den Sinn gekommen, ich weiß auch nicht, ob das reicht, aber in Deinen Beiträgen deuten sich ja bereits zwischenmenschliche Kontakte und Gewaltsituationen an, die den Roman voranrantreiben. Was bewegt Dich denn persönlich in Deinem wirklichen Leben? Welche Erfahrungen hast Du gemacht in der Familie oder dem Beruf? Da wird es sicher eine Geschichte geben, die Du erzählen willst, oder? - Ich kann gar nicht mehr klar denken, es ist schon so spät = früh...

Eingetragen am: 25.09.2008

Kommentar von Gerhild Bauer

Danke für deinen Kommentar. Du verstehst es , Mut zu machen. Eine Enttäuschung muß ich dir bereiten : Robert und die wunderbare Frau in der Berghütte trennen sich....ich kann dir nicht mehr erzählen, der "Krimi ruft !" L.G. Gerhild

Eingetragen am: 21.09.2008

Kommentar von Bridget Olliver

Hallo Velarani, Nr. fünf teile ich mit Dir. Ich bin sicher das dies der schwerste Punkt ist. Wie man etwas erzählt ist wichtig. Was man erzählt entscheidend. Viele Grüße Bridget

Eingetragen am: 21.09.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Velarani, es freut mich, wenn ich dir mit dem Tipp von "writerscafe" helfen konnte. Die alte Version ist schon ein highlight, die neue jedoch noch um Klassen besser. Vor allem auch die Formatierungsmöglichkeiten. Also trenne dich lieber heute als morgen von Windows 98. Zur Buchmesse werde ich nicht kommen; zu der Zeit aale ich mich mit meinem Raben im Mondenschein auf Usedom. Übrigens bin ich nicht der Meinung, dass ein "eigener Stil" bedeutet, immer auf dieselbe Art und Weise zu schreiben. Ein eigener Stil muss sich auch der Art der Geschichten anpassen, die du schreibst und kann somit auch verschieden sein. Solange du niemanden kopierst, ist es immer "dein" eigener Stil. Also schreibe auf so viele wunderbare Weisen, wie du willst! Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 20.09.2008

Kommentar von M.P.

Hallo Velarani, die Punkte 1-3 kannst du üben, das stimmt. Obwohl ich es selbst schwer finde, einen glaubhaften Dialog zu schreiben. Ich denke ja eindimensional, soll aber für zwei oder gar drei schreiben. Das ist schon eine Gratwanderung und erreiche ich nur, weil ich (3.) Abstand zu meinen Figuren habe. ´ Zu 4., den hast du doch schon, dazu noch einen guten. Und zum Schluß die Geschichte selbst. Lass laufen, füge ein, schnippel weg, wirf alles über den Haufen, schlage Brücken, reiß sie ein, notiere, feile, schreibe. LG M.P.

Eingetragen am: 19.09.2008

Kommentar von Gerhild Bauer

Ich habe deine Texte noch einmal durchgelesen (sie sind sehr gut!) und gesehen, dass du wirklich wenige Dialoge geschrieben hast. Ich glaube nur, dass sie niemand vermisst hat! Du hast auch ohne Dialoge deinen Stil gefunden.L.G.Gerhild

Eingetragen am: 16.09.2008

Kommentar von Elisabeth

Hallo Velarani, danke für deinen Kommentar zu meinen Schreib-Problemen! Zu 4: Ich habe auch noch nicht meinen Stil gefunden oder hab ich ihn schon? Oft fehlt einem die nötige Distanz zu seinen eigenen Texten, man ist doch noch zu sehr mit ihnen verwoben, da fällt kein "Stil" auf. Bei anderen Texten fällt einem das nicht so schwer, man kann einen bestimmten Stil erkennen. Deine Texte nehmen mich beim lesen richtig mit, sie haben einen Spannungsbogen und sind so schön lebendig. Liebe Grüße

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Velerani! Zu 5: Schreib einfach! Das Schreiben selbst macht Dir Freude, oder? Du steckst mitten drin, Du schreibst aus Dir heraus, also schreibst Du etwas, was in Dir klingt. Was in Dir selbst schon lange klingt, überrascht Dich nicht mehr so, erscheint Dir selbst vielleicht schon fad. Es kann aber durchaus den Leser überraschen. Warte auf Rückmeldungen. Es könnte Dich überraschen, was Du in Deinen Lesern zum Klingen bringst. Ich erinnere mich, dass mich Texte von Dir sehr gefesselt haben. LG Reiner

Eingetragen am: 13.09.2008

Eingetragen am: 13.09.2008 von papaya10
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17695

„Ja mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht und mach noch einen zweiten Plan gehen tun sie beide nicht..“ Mein auf den ersten Blick größtes Problem beim Schreiben ist die ewige innere Frage, worauf willst du eigentlich hinaus? Schon im Ansatz quengelt sie aus dem Off und produziert Staudämme.
Meine Ursprungsidee ist es die Geschichten, die ich im beruflichen Alltag (immer schwerverdaulich und nur in Bruchstücken) höre, zu einem Roman zusammen zu rühren.
Aber jedes Mal, wenn ich bisher in die Nähe eines roten Fadens gerate, tritt Madame Frage auf und zerhackstückelt alles zu undefinierbarem Brei. Okay okay, ich hab nachgedacht und grinsend ein wahres Wundermittel gefunden, dachte ich zumindest: ich setz mich hin wie beim Meditieren und warte geduldig bis sich die Worte von selbst erheben. Vielleicht habe ich eine Idee, ein Bild, einen Satz und dann formiert sich daraus mit entsprechender Ausdauer und Aufmerksamkeit ein Kapitel und noch eins und .... Ehrlich gesagt bin ich immer noch verliebt in die Vorstellung auf diese Weise einen Roman zum Leben zu erwecken. Ich das Medium am Ende staunend, was da heraustritt, über mich kommt usw. Es könnte so schön sein und mich nebenbei jeglicher Erklärungsnöte entheben , weil ich ja mehr oder weniger als Werkzeug agiere.
Braucht allerdings viel/zuviel Zeit , weil da sich manchmal wenig erhebt. Oder nichts Brauchbares, findet Madame stirnrunzelnd. Und ich werde zappelig und denke, dass ich die Zeit doch für anderes brauche. Eine zeitlang habe ich das seitenlange „automatische Schreiben“ mit Vergnügen beim Aufwachen oder vor dem Einschlafen praktiziert. Finde ich immer noch eine feine Sache, macht aber nur Sinn, wenn man hinterher aussiebt und weiterspinnt, was sich auftut.

Soweit so überspitzt. Mit diesem Konflikt zwischen Planung und Inspiration verbrate ich viel Energie und Zeit. Gibt’s da Tips?

Dialoge fallen mir auch schwer. In Kurzgeschichten kann man denen vielleicht aus dem Weg gehen, aber in einem Roman... Bridget, wenn sich Charly und Elsa unterhalten, lese ich das immer gerne und versuche zu verstehen, wie man Leute schreibend ins Gespräch bringt.

Mal abgesehen davon wie man mehrere Erzählstränge verbindet und die Spannung aufrecht erhält. Und ich bin langsam, schreibe nur sporadisch und kann mir nicht ausdenken wie ich so in zehn oder zwanzig Jahren auch nur einen Roman hinbekommen soll. Der obendrein nicht nur nach Schweiß und Quälerei riecht.

Derweil vertreibe ich mir die Zeit u.a. mit Gordon (eine Erinnerung an meinen jüngsten Bruder, wie vor einigen Jahren noch gewesen sein könnte)

6.12
ein nasskalter Wintermorgen. Gordon träumt gerade davon wie er vom Lama letzte Unterweisungen erhält, um seine Nachfolge anzutreten. Gordon ist so gerührt, dass er im Traum kein Wort herausbekommt. Was ihn ängstigt, weil er doch sonst um Worte nicht verlegen ist.

6.21
ein penetrant anschwellender Ton packt Gordon an seiner Lamahose und setzt ihn schließlich dort ab, wo er, wie es ihm scheint, schon einmal war: in Winterdeutschland im Herzen einer großen Stadt.

6.27
Gordon dämmert langsam, dass ein weiterer Tag seine Flügel gespreizt hat.
Und weil Gordon von Natur aus ein tapferer, entschlossen handelnder Mensch ist, entzieht er sich selbst Kissen und Bettdecke und steht bald barfuss auf zwei zittrigen Beinen.

6.33
Gordon folgt wie jeden Morgen einem höheren Plan: Wasser lassen, am Hintern kratzen, Radio anmachen, Teewasser aufsetzen, zwischendurch ein Taschentuch suchen (zur Not tut es auch Klopapier), duschen, anziehen und endlich. Tee trinken und genüssliche eine Mamaladensemmel kauen. Gordon fühlt sich allmählich bereit die Welt zu betreten.

7.16
Gordon steigt in seinen beruhigend gelben Twingo.

Aber für mich und heute ist jetzt ein guats Nächtle angesagt
papaya


Kommentar von papaya

wieder einmal vielen Dank für eure Kommentare. Dieses Forum ist mir wirklich wichtig geworden, auch dann, wenn ich phasenweise nicht ständig reinschaue. @ Ginko, ob sich Minzig und Gordon "treffen" weiß ich noch nicht. Aber ich beschäftige mich mehr mit Spielern und Gegenspielern und das ist ein Schrittchen weg von Einzelgeschichten.@ Gerhild, du hast mich inspiriert am Minzig dranzubleiben, bei nächster Gelegenheit taucht er wieder auf ! @ Numungo, die Idee das erste und letzte Kapitel zu schreiben, hab ich schon mal irgendwo von dir gelesen und dachte: unmöglich, dazu bräuchte ich ja einen Plan! Im Moment pirsche ich mich da ran, vielleicht ist es nicht ganz unmöglich...@Metta Spieler und Gegenspieler sausen eh durch meinen Kopf (s.o.) und das Puzzeln werd ich nutzen um verschiedene Charaktere aufzubauen, über deren gegensätzliche und für mich reizvollen Eigenheiten. Daraus könnten sich auch Geschichten entwickeln.... beruflich habe ich mit Gewaltopfern und darüber manchmal mit der Psychiatrie zu tun. Auf alle Fälle wird das "Scheitern" an Beziehungen, an den eigenen Träumen/Illusionen und das große: was dann? im Zentrum meines Romans stehen. Aber das ist ein riesiges Feld.. ich drück euch allen für eure Buchprojekte alle Daumen und schau vorbei papaya

Eingetragen am: 25.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Wenn's mit dem Meditieren nicht klappt, versuch es doch mal mit puzzlen. Die Bruchstücke auf Papierfetzen schreiben, in Haufen sortieren und daraus die Protagonisten formen. Ich weiß ja nicht, was Du beruflich machst, aber es klingt irgenwie nach Pschyiatrie? Gibt es da nicht auch Muster in den Biografien, die sich wiederholen? Wenn Du Spieler und Gegenspieler hast, zeichnet sich das Hauptthema vielleicht schon ab.

Eingetragen am: 25.09.2008

Kommentar von Numungo

Natürlich ist es schwierig, einen Roman vom Anfang bis zum Ende zu planen. Ich selbst habe das auch noch nie gemacht. Hat es überhaupt jemals jemand gemacht? Doch ich weiß aus Erfahrung, dass es hilft, zuerst das erste und das letzte Kapitel zu schreiben. Dann weiß ich wenigstens, wo ich her komme und wo ich hin will. Der Weg birgt freilich noch viele Hindernisse und oft muss ich Umwege gehen ... Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 20.09.2008

Kommentar von Gerhild Bauer

Ich finde Minzig in seiner hilflosen Einsamkeit (und in seiner karierten Wolldecke) äußerst liebenswert. Lass ihn leben. L.G. Gerhild B

Eingetragen am: 17.09.2008

Kommentar von Ginko Korn

Liebe Papaya, Deinen Gordon kennen wir ja schon. Und Du kennst ihn noch viel besser. Das ist doch der perfekte Protagonist, dem Du alle Deine Erfahrungen aufpacken kannst; eigene und solche, die berufsbedingt aus zweiter und dritter Hand kommen. Sobald er auf Minzig trifft, müssen sich die beiden auseinandersetzen. Dann kann der Roman krachen und rauchen.

Eingetragen am: 13.09.2008

Eingetragen am: 12.09.2008 von Elisabetha
[ Lesezeichen ]

17692

Mein größter Kreativitätskiller scheint das Internet zu sein. Das fängt damit an, dass ich - anstatt an meiner Geschichte weiterzuschreiben - zunächst die ORF-Seite mit den neuesten Nachrichten lese. Irgendwie gelange ich dann zu einem Gewinnspiel, an dem ich teilnehmen könnte. Will ich während meines Schreibens bloß mal schnell eine Info z.B. über einen Ort in Italien suchen, weil dort mein Protagonist gerade auf Urlaub ist, interessiert mich nicht nur der Ort im Allgmeinen sondern auch, welches Wetter derzeit dort herrscht, ja schlimmer noch, ich schaue in der Folge gleich mal nach, was bei uns das Wetter in den nächsten sieben Tagen so vor hat - womit ich also vollkommen abtrünig geworden bin. Zwischendurch ortet mein waches Ohr den Briefträger an der Hausür, der immerhin etwas ganz Wichtiges (und wenn es nur der neue Quelle Katalog ist) bringen könnte. Also schnell zur Haustür und einen lieben guten Tag gesagt! Und dass ich das Telefon nicht einfach läuten lassen kann, ist auch klar. Ist da doch ein Mensch am anderen Ende der Leitung, dem gegenüber ich nicht unhöflich sein will...Bald darauf habe ich es geschafft: Es wird (Gott sei Dank) Zeit, das Mittagessen zuzubereiten! Juhu - weg vom Computer!
Kein Wunder also, dass bei diesem Hirndurcheinander in meiner Geschichte die Übergänge von einer zur nächsten Situation auch ziemlich chaotisch anmuten.


Kommentar von Elisabetha

Hallo melly, Antigone, Maju und Azahar! Danke, dass ihr mich micht allein im Regen stehen lasst. Danke für eure Tipps. "Gemeinsam sind wir stärker", finde ich schön. Bei den nächsten Ablenkungen werde ich an euch denken. LG und viel Erfolg für euch!

Eingetragen am: 17.09.2008

Kommentar von Azahar

oh, das mit dem Internet kenne ich. Ist man einmal drin, weil man nur kurz was suchen oder nachschauen wollte, ist man auch schon verloren. Deshalb habe ich mir jetzt die eiserne Regel aufgestellt, dass ich in der "Schreibzeit" auf keinen Fall ins Internet gehen darf. Ja ich unterbreche sogar die Verbindung zum Wifi, damit ich nicht "aus Versehen" doch mal den Browser öffne und dann die Versuchung wieder vor mir habe. Alles was ich evtl. nachschauen will/muss, notiere ich auf einem Blatt und suche es nacher oder am nächsten Tag in der Arbeit. Konsequent mit sich selbst zu sein, ist wirklich sehr schwierig. LG Azahar

Eingetragen am: 16.09.2008

Kommentar von Maju

Damit hast du den Nagel auf den Kopf getroffen! Oh, eine Metapher.. Mir geht es ganz ähnlich, wenn ich nur mal eben was im Internet ansehen will, sind ruckzuck zwei Stunden um. Aber Antigone hat eine gute Strategie entwickelt, die man sich aneignen sollte. Versuchen wir es. LG. Maju

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von Antigone

Hallo, Elisabetha, Du hast aus Deinem Schreibproblem eine tolle Geschichte gemacht, die ich sehr amüsiert gelesen habe! Dein Problem, das Du mit vielen Mitstreitern dieses Forums, ansatzweise auch mit mir, teilst, ist trotzdem ernst, weil hartnäckig. Vielleicht sollten wir Betroffenen die besten Durchhaltestrategien austesten und weitergeben. Ich versuche, meinem inneren Schweinehund beizukommen, indem ich mir ein klares Zeitlimit zum Schreiben setze, also z.B. vormittags von 10 - 12 Uhr. Manchmal stelle ich mir sogar den Wecker, der mir dann lautstark verkündet, dass ich meine Zeit verplempert habe oder auch nicht. Kommt ein Termin dazwischen, wird die ausgefallene Zeit sofort auf eine andere Stunde verlegt. Bei Störungen setze ich Prioritäten. Ans Telefon gehe ich grundsätzlich nicht, kann ja später zurückrufen (AB). Das klingt so einfach, aber ich gebe zu, dass ich mich nicht immer an meine eigenen Vorgaben halte. Gemeinsam sind wir stärker. Versuchen wir zusamen, den Vermeidungsteufel auszutricksen!! Und ja - wir sollten uns nach jedem Erfolg eine kleine "Belohnung" gönnen, die uns motiviert, z.B. ausgiebig im Netz surfen! Bitte nur noch hinterher, Elisabetha! Viel Erfolg! LG Antigone

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von melly

Hallo Elisabetha, als ich deinen Text las, musste ich schmunzeln; genauso geht es mir. Ich habe mich in deiner Vermeidungsstrategie erkannt, wie aber können wir das ändern??? Hab schon so viele kluge Anweisungen gelesen und versucht mich daran zu halten. Mein innerer Schweinehund ist stärker. Du beschreibst die Situation so humorvoll, mach weiter so. Melly

Eingetragen am: 13.09.2008

Eingetragen am: 12.09.2008 von scacha
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17675

Endlich kann ich mal hier drüber schreiben!
Ich habe Probleme mit dem Plot, mit der Konstruktion der Handlung und damit zusammenhängend mit Situationen, in denen viel Handlung passiert. Ich habe etliche Ideen einer Romanhandlung, aber wenn ich dann beginne zu schreiben, kann ich nicht einfach diese geplante Handlung ausführen - es wird total unlebendig und langweilt mich, auch wenn ich meinen ausgedachten Plot vorher gut fand. Es ist ein totales Dilemma! Denn es reicht auch nicht, einfach nur zu schreiben, was einem beim Schreiben gerade so einfällt - irgendwann braucht man einfach einen roten Faden, braucht man einen Plot! Ich versuche jetzt, ganz locker an meiner groben Idee festzuhalten, ohne mich zu sehr festzulegen. Ich habe eine der Szenen ausgewählt, die mir entsprechend besonders schwerfallen: Konfrontationen, wo Protagonisten mit Antagonisten zusammentreffen. Im Prinzip kann ich das ja nicht schreiben, wenn nicht der Plot komplett feststeht??!! Es ging aber doch und hat mich wieder ein Stück weitergebracht.

Zum Verständnis: Hinnerk arbeitet in einer Bootsbau-Werkstatt; sein Chef Gunnar bekommt eines Tages den Auftrag für eine Rennjolle. Der Konstruktionsplan der Jolle ist streng geheim, aber Hinnerk hat ihn sich aus Interesse runtergeladen und zu Hause weiterentwickelt. (Hinnerk Petersen ist die Jugendliebe von Rachel Liebenstein, der Nachbarin von Majo.)

„Das ist der?“
Hinnerk zog an seiner Zigarette, der Raum war kahl und hatte keine Fenster. Er wusste überhaupt nichts.
Der neu Hinzugekommene, ein Muskelpacket in weißem T-Shirt, lehnte sich an die Tür, die er vorher mit Schlüssel abgeschlossen hatte und deren Schlüssel jetzt tief in seiner Hosentasche versunken war. „Hm. – Hm, hm.“ Der Typ stieß sich ab und ging mit langsamen Schritten auf Hinnerk zu, der auf einem simplen Stuhl an einem simplen Tisch saß; sonst beinhaltete der Raum nicht viel. Er ging hinter Hinnerk hin und her, kam ihm sehr nahe und ließ den Blick nicht von dessen Hinterkopf. „Was ist denn das für ein Scheißer?“
Seine Stimme war heiser, und er sprach zu dem, der Hinnerk hierhergelockt hatte. Hinnerk wusste nicht, warum er mitgekommen war, aber er vermutete, dass das wohl jeder gemacht hätte – „entschuldigen Sie, ich habe ein Problem mit einem Wasserrohr und brauche zwei Hände, würden Sie mir helfen?“ –, Hinnerk zog an seiner Zigarette und wusste nicht, was sie wollten. Der mit der heiseren Stimme trat plötzlich von hinten gegen den Stuhl, dass der Stuhl kurz vorkippte und die Lehne schwer in Hinnerks Rückgrat rammte. „Was ist denn das hier für ein neugieriger kleiner Widerling?“ Die heisere Stimme stieg im Ton, der Mann atmete schwer. Jetzt ging er um den Tisch herum und blieb nahe davor stehen, sodass er nur einen Meter von Hinnerk entfernt stand, und er beugte sich hinunter. Die Adern traten an Kiefer und Armen hervor, die Augen flimmerten und waren doch ruhig, starrten ihn ruhig und kalt an. Sie waren viel zu hell. Als ihm offenbar nichts einfiel, schlug er so hart auf den Tisch, dass die Beine knarrten, und wandte sich ab. „Scheiße“, sagte er. „Scheiße, scheiße, scheiße.“ Der andere stand dabei und sagte nichts, es war still, Hinnerk hatte Angst vor dem Moment, wo seine Zigarette aufgeraucht war. Seine Packung war leer. Er sog noch mal.
„Jetzt hör doch mal mit der verdammten Qualmerei auf!“, schrie der Typ los, kam mit zwei Schritten zurück, und bevor sich Hinnerk versah, hatte er ihm die Fluppe aus den Lippen gerissen und zertrat sie auf dem Betonboden.
„Scheiße, was soll das, man“, brach Hinnerk heraus.
Der Typ grinste. „Süchtig? Pech, Lieber.“ Und er haute ihm kurz mit der flachen Hand auf den Hinterkopf. Er trat gegen die Wand und haute mit der Faust noch mal. Dann ließ er sich auf den zweiten Stuhl fallen.
„Worum geht es?“, fragte Hinnerk schließlich mit schmalen Augen. Der Typ lachte auf. „Der tut so, als wüsste er nicht, worum es geht!“
Der andere hustete. Dann sagte der mit der heiseren Stimme: „Oder weiß er es wirklich nicht?“ Er lachte wieder los, und das Lachen wurde übergangslos zum Schnauben.

Becolo wusste es selber nicht. Er wusste nur, dass Hinnerk zu viel wusste und alles in die Hose gehen konnte. Auch seine eigenen zweihundertausend. Ganz abgesehen von seiner ganzen Arbeit, dem ganzen jahrelangen Training mit Beth.

„Du eingebildeter, beschissener Sack“, sagte Becolo.
Hinnerk sah ihn an, sein Hirn arbeitete. Becolo sah ihn an. „Ja, Sack. Du glaubst, du wärst ein echter Mann, was? Arbeiten mit Holz. Boote bauen. Wow!“
Hinnerk sagte noch immer nichts. Er sehnte sich nach einer Zigarette. Er saß zurückgelehnt auf dem Stuhl. – Es musste mit Gunnars Auftrag zusammenhängen. Er wusste ja immer noch nicht, was das für ein Auftrag war, und er würde es auch nie wissen, weil Gunnar nie was sagen würde. Aber dieser Typ konnte doch nicht wissen, dass er am Rechner gesessen und sich die Konstruktionspläne angesehen hatte, geschweige denn, was er zu Hause im Alkoholrausch daraus gemacht hatte.
Würde es ihm helfen, das herauszubekommen?
Er beschloss zu bluffen.
Er lachte schwach. „Ach was. Das war ein Kinderspiel.“ Er starrte Becolo an, wie hypnotisiert auf eine Reaktion wartend.
Der starrte zurück. „Was war ein Kinderspiel?“
Nach einer Pause stand Becolo auf. Er sah den anderen an, der schweigsam an der Tür stand. „Was war ein Kinderspiel?“ Es war so still, dass man etwas knistern hörte. Hinnerk wusste nicht, was es war. Es war ihm auch egal. Ihm brach der Schweiß aus, er versuchte zu verhindern, das Röte in sein Gesicht stieg. Den Blick hielt er noch immer auf den Typen vor sich gerichtet, auf die viel zu hellen Augen.
„Was hat der getan, Kumpel?“ Langsam ging er um den Tisch herum. Er ergriff Hinnerk am Hemdkragen, so fest, dass Hinnerk keuchen musste, und er zog ihn hoch. HInnerk kam sich vor wie ein schwerer Kartoffelsack, seine Fersen glitschten aus und einen Moment hing er mit dem Kragen an der Hand des anderen. „Lass mich los.“
„Ich will wissen, was du gemacht hast, du Arschgesicht“, und das Muskelpacket schmetterte ihn einfach so gegen die Wand. Hinnerks Gedanken arbeiteten fieberhaft – er fand keine Lösung. Er konnte nichts sagen, kein Stück Wahrheit half hier. ‚Na, ich habe mir die Dateien heruntergeladen und an der Konstruktion herumgebastelt.’ Die er gar nicht sehen, von der er gar nicht wissen durfte. Er saß komplett in der Zwickmühle. Nachdem es in seinem Rücken mächtig geknackt hatte, glitt er zu Boden, er schaffte es nicht, sich auf den Beinen zu halten. Ist etwas mit meinen Beinen?, fragte er sich noch kurz, sind sie plötzlich Pudding, hat das was mit dem Rücken zu tun?
Das Muskelpacket baute sich vor ihm auf. „Sag mal, glaubst du, du müsstest hier nichts sagen, oder was? Ich habe zwei Stunden Zeit, die soll ich eh hier sein. Und ich hasse dich sowieso schon. Jetzt allerdings noch mehr. Ich könnte dich einfach so fertigmachen. Aber irgendwie verbirgst du noch was.“ Er trat zu. Und dann trat er noch mal zu und noch mal.
Vor dem nächsten Tritt klingelte plötzlich ein Handy in seiner Hosentasche. Er drehte sich um, als hätte er wie jeden Abend gerade Holz gehackt oder Fitnessübungen gemacht, und klappte sein Handy auf. „Ja?“ Schweigen. „Dehnen. – Mobilat. – Eine Stunde reicht nicht, Beth. – Ich kann gerade nicht. Ich komme nachher vorbei.“ Er legte auf. Und drehte sich um.
Hinnerk hatte es geschafft, sich auf den Stuhl zu setzen. „Hey komm“, sagte Hinnerk, „ich habe nichts getan, ich wollte bluffen.“
„Bluffen?“
Er blieb dicht neben Hinnerk stehen, schwieg kurz. Dann holte er aus und schlug ihn auf die Wange, so kräftig, dass der Stuhl hintenüberflog, Hinnerks Kopf knallte auf den Boden, Blut schoss aus seiner Nase, ein Stuhlbein brach.
„Bluffen?“ – Der Mann ging zur Tür, schloss sie auf. ging ohne ein Wort raus und knallte die Tür hinter sich zu. Der andere baute sich wieder schweigend vor ihr auf.


Kommentar von Eva Marcuse

Hallo scacha, ich denke du solltest diesen Text nochmal kräftig überarbeiten: Wiederholungen vermeiden, an manchen Stellen Unverständliches neu formulieren, dann hast du eine gelungene Konfrontation. Wie du selbst sagst, es ging doch.

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von Gina K.

Was kann an einer Jolle so Besonderes sein, dass mit Mord und Totschlag das Geheimnis gehütet wird?

Eingetragen am: 14.09.2008

Eingetragen am: 12.09.2008 von Angela Barotti
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17670

Womit habe ich beim Schreiben die größten Schwierigkeiten? Ganz klar damit, dass meine Protas mir oftmals nicht gehorchen. Ich brauche den Antagonisten nur einmal lieb lächeln zu lassen und schon ist es passiert. Er weigert sich von Stund an vehement, seine ihm vorbestimmte Rolle zu spielen. Dieser neue Charakterzug wertet zwar seine Figur auf, aber es bringt mein Konzept durcheinander. Für das ihm zugedachte Ende ist er nun unglaubwürdig geworden. Entweder ich erfinde ein neues Ende, oder ich muss die Domina in mir raushängen lassen und ihn mit Macht unter meinen Willen zwingen. Beides kostet mich Zeit, Kraft und Nerven. Das sind die Momente, in denen ich anfange meine Protas zu hassen.
Und dann sind da die Figuren, die zu absonderlichen oder perversen Handlungen neigen. Als Beispiel ist da dieser gestörte Typ, der heimlich Beerdigungen beobachtet, sich am Leid der Angehörigen ergötzt und sich hinter dem Busch einen runterholt. Wo zum Geier kommt der her? Autobiografisch ist das mit Sicherheit nicht. Dann überkommt mich ein äußerst mulmiges Gefühl, weil ich nicht weiß, was mein Hirn noch alles zutage befördern will. In diesen Momenten wünsche ich mir, dass mich jemand an die Hand nimmt und dafür sorgt, dass ich nicht im Morast meiner Gedanken versinke.

Und dann ist da noch das Zeitproblem. Und das Problem mit der fehlenden Ruhe. Ständig wuselt jemand um mich herum. Bei uns geht es zu wie in einer Bahnhofshalle. Es ist ein permanentes Kommen und Gehen. Eigene Familie, Besuchskinder. Es wird gezankt, geflucht, gelacht. Telefone klingeln, der Fernseher läuft, aus mindestens einem der Kinderzimmer schallt laute Musik. Türen werden geknallt, der Geschirrspüler rauscht und plätschert und es läutet an der Wohnungstür. An manchen Tagen kann ich die Geräuschskulisse, die permanent bei uns herrscht, gut ausblenden, an anderen klappt das leider gar nicht. Macht aber nichts, denn ich muss mich zum Glück an keinen festen Abgabetermin für meinen Roman halten. Schreiben ist deshalb kein Stress für mich, sondern immer noch Entspannung. Und Glück. Und Befriedigung. Und …


Kommentar von Linda Cuir

Liebe Angela, ich kann mich Maju nur anschließen. Ich habe Ruhe, ein schönes, hin und wieder auch aufgeräumtes Arbeitszimmer, einen verständnisvollen Ehemann, der mich auch noch mit Kaffee versorgt und.... und trotzdem siecht meine Patientin weiter vor sich hin. Sie will nicht leben und nicht sterben. Es ist zum Mäusemelken. Liebe Grüße Linda

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Angela Barotti

Vielen Dank an alle. Es tut gut, für meinen Gedankenmüll, aus dem die merkwürdigsten Typen entstehen, nicht pauschal verurteilt zu werden. Und noch tröstlicher ist es zu wissen, dass auch andere sich damit auseinandersetzen müssen. Mein besonderer Dank geht an Pollie Bley, die hierzu eine sehr tröstliche These entwickelt hat, die mir sehr geholfen hat.

Eingetragen am: 16.09.2008

Kommentar von Maju

Ja, da tobt doch das Leben! Wenn das kein guter Stoff ist, um einen Roman zu schreiben. Ich habe drei Tage in der Woche, in der ich die absolute Ruhe zum Schreiben habe. Meine beiden Katzen sind sehr pflegeleicht und mein Freund bei der Arbeit. Und was tue ich in dieser Zeit? Ich bin im Internet, lese eure Texte, versuche auch mal eigene einzustellen usw. Also bringt auch die absolute Ruhe nicht das gewünschte Ergebnis. Bei mir kommen die besten Ideen, wenn ich mit vielen Menschen zusammen bin, mit ihnen rede und lache, sie mir ihre kleinen Sorgen und Nöte erzählen, dann bin ich mitten drin. Also sei nicht frustriert, du schaffst das! LG. Maju

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von Elisabeth

Liebe Angela, das erinnert mich sehr an meine Situation. Geräuschkulissen von oben bis unten, deshalb möchte ich unbedingt früh am Morgen schreiben - da ist es noch so schön ruhig. Beim Schreiben greifen meine Gedanken oft fest nach mir, dass ich aufstehen muss, um vor ihnen tatsächlich wegzulaufen. Das sind dann Gedanken, die mich erschrecken, ich möchte sie nicht wahr haben. Liebe Grüße

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von Pollie Bley

"wo zum Geier kommt der her"? 11 Mio Bit Reize nimmt unser Hirn pro Sekunde auf; nur 40 Bit nimmt der bewusste Verstand/Sekunde auf. Reizüberflutung ... sind so Schlagworte. Kreativität bedeutet Schöpfung - Als Autoren schöpfen wir also unser Hirn aus und bringen es aufs Papier. Das muss nicht zwangsläufig das sein, was unserem Ego entspricht. Es ist vielmehr so, dass ein Reiz (ein Same) in unserem Gehirn austreibt und sich dann darstellen will. Was dir beim Schreiben widerfährt - dass deine Figuren sich selbständig machen - ist ein wunderbarer Schöpfungsprozess. Das Problem liegt viel eher darin, dass man als Mensch Probleme damit hat, dazu zu stehen - was da passiert oder entsteht. Man fühlt sich so bloßgestellt - was werden die anderen jetzt von mir denken; die Familie, die Freunde... Das ist wohl die schwierigste Aufgabe von Darstellern. Ich denk mir dann immer, Schauspieler sind da noch viel besch... dran. Die müssen mit ganzem Körper und mit ganzer Seele, die Figur leben, die sie spielen. Und viele Schauspieler werden als Personen gar nicht wahrgenommen, sondern nur in den Rollen, die sie verkörpern. Als Schriftsteller sind wir da Gott sei Dank nicht so ausgestellt. Wir können uns doch besser irgendwo zwischen den Seiten unseres Buches verstecken. Die Sache mit der fehlenden Ruhe kann ich zu 111% unterstreichen. Geht mir ganz genau so mit der lieben Familie.

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Cora

Liebe Angela, meine Bewunderung, dass Du in dieser turbulenten Situation, die Du anschaulich beschrieben hast, Zeit zum Schreiben findest. Seinen eigenen Elfenbeinturm muss sich wahrscheinlich jeder selbst mental einrichten. Wenn sich die eigene Struktur mit der realen Umgebung, sprich den Lebensbedingungen, als fruchtbares Substrat ergibt, wird der Roman gedeihen. Dein Thema wird die reale Abgrenzung sein. Gruss Cora

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von MaDe

Hallo Angela, DAS unterschreibe ich Dir sofort :o)! Protas, die ein Eigenleben führen + erschreckende Ideen (was hat man nicht alles gehört/gelesen/gesehen/erlebt ;o), was man dann im Rausch des Schreibens rauskramt). Und das Zeitproblem im wahren Leben - also, ich habe gerade dann die "besten" Ideen - und sage meiner Familie und Freunden auf diesem Wege einfach mal Danke für den Stress :o)

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Ginko Korn

Kritik anzunehmen, erfordert manchmal ein Gebaren, wie es von Schenkenden erwartet wird, die ihren geklonten Schnickschnack weiter geben. Konstruktives aber, verpackt in neckischer Hülle, empfinde ich als Zuneigung, denn damit zeigt die Kollegin, wie weit sie in das Produkt des kritisierten Autors eingedrungen ist. Ihr Geschenk besteht aus dem Zeitopfer und der Sorgfalt in ihrer Wortwahl. Dafür leuchtet die Ampel immer grün.

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Numungo

Wenn deine Protas dir bedingungslos gehorchen würden, wären sie Marionetten. Und dann bräuchtest du noch mehr Schubladen, um auch diese wegräumen zu können :-). Übrigens, nicht nur beim Schreiben tun sich die Abründe der Seele auf. Wer das dann schreibend verarbeiten kann, hat anderen oft etwas voraus. Viele zerbrechen daran. Viele Grüsse, Numungo (17566).

Eingetragen am: 12.09.2008

Eingetragen am: 12.09.2008 von Pia Petersen
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17669

Mühe bereitet mir den Plot in Form zu bringen, ich reagiere zu spontan und anschliessend "schwimme" ich, andrerseits gefällt es mir, spontan zu reagieren.
Mein Fachwissen in bezug auf Grammatik und Ausdrucksweise möchte ich (schon lange)verbessern,ohne die Lust dabei zu verlieren.

Ernsthafter und konsequenter an das Schreiben zu gehen, bis jetzt ist es Spass mit Arbeit, es könnte aber auch Arbeit mit Spass sein.


Kommentar von Benita

Hallo Pia, bei mir ist es auch Spaß mit Arbeit. Aber Arbeit mit Spaß ist doch ein Traum, es wird wohl immer einer bleiben, denn ich habe zuviele Streßfaktoren zu bewältigen. Ich kann nur hoffen, daß es bei dir erfüllt wird! Gruß Benita

Eingetragen am: 21.09.2008

Kommentar von Angela Thies

Hallo Pia, so geht es mir auch: es ist Spaß mit Arbeit. Aber ich denke, wenn es Arbeit mit Spaß wird ist es auch genau das Richtige.

Eingetragen am: 16.09.2008

Eingetragen am: 12.09.2008 von Mata
[ Lesezeichen ]

17666

- Ich bin grundsätzlich extrem faul, wenns ums Überarbeiten geht.

- Mit der Disziplin hakt es auch ein wenig. Manchmal schreibe ich eine Woche nichts und dann wieder nächtelang durch.

- Bei Recherchen verzettle ich mich gerne mal. Ich kann locker zwei Stunden recherchieren, nur um das neu erworbene Wissen lediglich für einen Satz zu gebrauchen.

- Dann leide ich auch ab und zu unter Betriebsblindheit. Fehler, die mir bei anderen sofort ins Auge stechen, übersehe ich meist bei meinen eigenen Texten.


Kommentar von Mata

Wie ich sehe, bin ich nicht allein mit dieser "Schwäche" ;-). Was mir selbst immer sehr geholfen hat bzw. noch hilft, ist ein kritischer Erstleser, der mich ehrlich auf meine No-Gos, Logikfehler und Übertreibungen hinweist. Was auch sehr produktiv sein kann, ist, das Manuskript mal eine Weile (mindestens zwei Monate, wenn nicht mehr) ruhen zu lassen und erst danach mit dem Überarbeiten zu beginnen. Die Distanz zur Handlung, den Figuren und allgemein zur ganzen Idee macht es einem danach möglich, ganz kritisch mit dem Rotschtift zu hantieren. Und solange wir (noch) keine Abgabetermine im Nacken haben, gönnen wir uns doch diese Ruhephase. LG, Mata

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von Eva Marcuse

@Betriebsblindheit. Es ist wohl ein ziemlich überzogener Anspruch an sich selbst, sofort mit vollkommener kritischer Rationalität an eigene Texte gehen können zu wollen. Dazu ein Beispiel aus einem anderen Metier: eine großartige und hochprofessionelle Schauspielerin wie Martina Gedeck braucht Monate, ehe sich sich ihre eigenen Filme ansehen kann, und darin dann ihre eigene schauspielerische Leistung erkennen und einordnen kann. Ich glaube, die beiden Bereiche kann man sehr wohl vergleichen.

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von Angela Barotti

Ja, die ungeliebte Überarbeitung. Kenne ich! Ich schiebe so etwas mitunter jahrelang vor mir her. Lieber arbeite ich an neuen Themen, als den alten Kram wieder vorzuholen. :-) Und natürlich die Betriebsblindheit. Wer erfindet endlich ein Heilmittel dagegen? Es ist mir unbegreiflich, warum ich logische Fehler in fremden Texten sofort erkenne, meine eigenen dagegen nicht herausfiltern kann. Und ich habe das ungute Gefühl, dass sich mein Gehirn hierbei für alle Zeit einem Upgrate verweigern wird. Denn bisher konnte ich bei mir auf diesem Gebiet keine Fortschritte feststellen. Hat jemand anderes positive Erfahrungswerte hierzu?

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von ml

Hallo Mata, das Problem mit der Betriebsblindheit ist mir leider sehr bekannt. Passiert mir auch immer wieder. Ich hoffe, wir bessern uns. Bis bald ml

Eingetragen am: 12.09.2008

Eingetragen am: 12.09.2008 von MaDe
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17655

Mein Problem war/ist eher die Kürze meiner Geschichten. Thema/Idee - Um-/Beschreibung - Ende/fertig. Aber seit ich meine Texte ab und zu in einem Forum engagierter Hobby-Autoren einstelle, erfahre ich, was fehlt oder was ein Leser gerne noch wissen möchte. Auch eine schludrige Recherche ;o) hat so keine Chance. Ach, und falls einer von Euch noch ein Problem sieht,das ich habe, bitte ich um einen kleinen Kommentar. :0) lg


Kommentar von ml

Hallo MaDe, auch dieses Problem ist mir nicht unbekannt. Die Geschichte mit dem Unfall in Berlin, die wirklich Potential hat, kommt gerade mal auf 172 Seiten. Und ich glaube, ich muss noch kürzen. Aber selbst gekürzt, ist es wohl zu lang für eine Kurzgeschichte. Ich merke aber auch, wie mir dieses Projekt dabei hilft, besser zu werden. Mit der Zeit werden wir es sicher auch noch packen. Hoffe ich jedenfalls. Bis bald ml

Eingetragen am: 12.09.2008

Eingetragen am: 12.09.2008 von Maren
[ Lesezeichen ]

17653

Mir bereitet Mühe:

Die Richtung beizubehalten.
Die Grammatik in allen Feinheiten.
Auszudrücken, was ich im Kopf habe, es ausspucken….
Spannung aufbauen.

Ich selbst erkenne mich wieder - ich habe in einem handwerklich-kreativen Beruf gearbeitet und immer alles vorgeschoben, was nur möglich war – die Arbeiten habe ich dann in allerletzter Minute unter Druck vollzogen.
Und genauso habe ich es hier getan.
Mühe bereitet mir, wie geht es weiter? Ich habe sehr viel Freude am Schreiben gefunden. Habe auch schon alle erdenklichen Schreibseminare angeklickt, aber nur sehr teure gefunden…..


Kommentar von M.P.

Hallo Maren, jetzt komme ich endlich dazu, auf deinen Eintrag zu reagieren. Hm, wie behält man die Richtung bei? Ich mache mir Notizen, weil beim schreiben immer wieder neue Ideen entstehen, die mich am arbeiten hindern. Wenn ich es aber in mein Notizbuch geschrieben habe, sind sie aus dem Kopf und ich kann jederzeit darauf zugreifen. Die Grammatik mit allen Facetten zu kennen ist erstrebenswert. Wenn du weißt wie es geht, gib mir bitte Bescheid, und allen anderen die damit Probleme haben auch. ;O) Tja, wie geht es weiter Maren? Klingt ja schon fast nach Resignation. Lass dich nicht verbiegen von Selbstzweifeln, die haben hier alle. Es gibt Tage, an denen halte ich mich für ein Geschenk an die Menschheit, und dann gibt es Tage, an denen ich grübelnd in der Dunkelheit sitze und verzweifelt nach Antworten suche. Wir erfinden Geschichten oder geben wahren Begebenheiten unsere Sichtweise mit, was gibt es schöneres. Wie kann ich heute versuchen zu entscheiden, welche Überraschung morgen auf mich wartet. Mach so lange weiter, wie es dir etwas bringt. Nur du entscheidest, ob das Projekt ein Ende findet und wie es aussehen wird. Ich freue mich auf mehr von dir, viel Erfolg weiterhin. LG M.P.

Eingetragen am: 19.09.2008

Kommentar von melly

Hallo Maren, hast du dich schon mal bei der VHS umgehört? Ich habe zwei Jahre am Literaturkreis unserer VHS teilgenommen. Es war preisgünstig, außerdem hat es super großen Spaß gemacht, an jedem Montag seine Arbeit vorzutragen; auch wenn ich sie erst eine Stunde vor Kursbeginn fertig gestellt habe....Liebe Grüße Melanie

Eingetragen am: 13.09.2008

Eingetragen am: 12.09.2008 von Cora
[ Lesezeichen ]

17650

Probleme mit dem Schreiben?
Wenn ich schreibe, vergesse ich alle Probleme. Die Frage ist für mich eher, was mache ich mit der Zeit zwischen dem Schreiben. Wovon lasse ich mich beeindrucken? Wovon lasse ich mich ärgern, verunsichern und ablenken? Da gibt es mühselige und schöne, lustige Dinge, die mich gefangen nehmen. Ich brauche Zeit, um mich von den Eindrücken zu befreien.

Die Grammatik beherrsche ich nicht in der Theorie. Beim Schreiben versuche ich im erzählerischen Fluss zu bleiben. Ich akzeptiere, dass ich nur so schreiben kann, wie ich Worte finde und die Sprache empfinde. Die zeitliche Distanz zu dem Geschriebenen weckt meine kritische Seite und dann kann ich den Text überarbeiten. Spätestens da tauchen die Fragen nach der Grammatik auf.

Die essenzielle Frage ist: Schaffe ich es, mich so zu schätzen, dass ich mir die Zeit nehme, zu schreiben? Ich schreibe, langsam, aber ich schreibe.


Kommentar von Numungo

Allein schon die Tatsache, dass du beim Schreiben alle Probleme vergisst, ist Grund genug, um weiter zu schreiben ... Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 12.09.2008

Eingetragen am: 12.09.2008 von Elisabeth
[ Lesezeichen ]

17638

Ich habe große Probleme mit der Grammatik, ich habe Probleme mit der Wortfindung, ich bin unzufrieden mit meinen Texten, ich brauche Stunden um einen kleinen Text zu schreiben und sicher habe ich einiges vergessen hier aufzuschreiben was mir noch Probleme bereitet, weil mein Kopf immer so voll ist mit meinem Alltag. Manchmal ist er auch leer.
Es fällt mir auch schwer mich zu konzentrieren und, was meine Texte anbelangt, bin ich mir immer unsicher.
Ich nehme mir jeden Tag vor früher aufzustehen, um in aller Ruhe entspannt ein paar Zeilen zu schreiben. Der Wecker klingelt und ich denke "noch fünf Minuten"...aus den fünf werden mehr, schnell aus dem Bett, der Alltag hat mich wieder.
Dann setze ich mich doch an den Computer, wenn alle aus dem Haus sind und alles andere bleibt liegen, weil eine Stunde wie eine Sekunde vergeht. Chaos liegt vor mir, ich muss zur Arbeit.
Irgendwie schaff ich das alles nicht, es muss sich ändern aber wie? Wenn ich ans schreiben denke, spüre ich ein Glücksgefühl in meinem Bauch, das schreiben erfüllt mich ganz für mich allein, auch wenn ich es nicht so gut kann.


Kommentar von Angela Thies

Ich finde, du kannst schreiben, auch wenn es hie und da manchmal etwas an Formulierungen hapert. Außerdem ist dein Romanthema sehr interessant, zumindest für mich. Wir sind alle nicht perfekt und hier dabei etwas zu lernen. Deinen Texten merkt man nicht an, dass sie dir sehr schwer gefallen sind. Wenn du deine Schreibprobleme so aufzählt, denke ich an den Rat von Louise: einfach eine ganz feste Zeit für das Schreiben zu nehmen und einen Stacheldrahtzaun darum ziehen.

Eingetragen am: 16.09.2008

Kommentar von Velarani

Hey! Ganz genauso geht es mir auch. Ich brauche auch oft Stunden, um einen kleinen Text zu schreiben. Aber das ist ja wie mit allem Lernen: da hilft nur Übung! Das Gehen haben wir ja auch nicht an einem Tag gelernt, und wenn wir damals gedacht hätten 'ich kann das halt nicht so gut', hätten wir wahrscheinlich aufgegeben und würden immer noch krabbeln. Und wie leicht geht es jetzt. Deinen Texten merkt man die Mühe jedenfalls nicht wirklich an. LG Velarani

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von ml

Hallo Elisabeth, ich finde, dass es nicht schlimm ist, wie die Zeit am PC vorbeirauscht. Wenn einem nicht gefällt was man tut und jede Sekunde sich zu einer Ewigkeit aufbläst, finde ich das viel schlimmer. Das ist übrigens bei allen Dingen so, die einem Spaß machen. Wenn ich male ist es fast noch schlimmer. Damit fange ich nicht an, wenn ich nur ein zwei Stunden Zeit habe. Umso erstaunlicher finde ich dann zu erleben wie schnell so ein ganzer Urlaubstag davon gerannt ist. Oder wenn ich ein spannendes Buch lese, dann weiß ich auch nie, wer da am Zeiger gedreht hat. Also bitte tröste Dich. Du bist nicht alleine. Bis bald ml

Eingetragen am: 12.09.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Elisabeth, denke dich einfach in jeder freien Minute in deine Geschichten hinein, auch wenn du gerade nicht schreibst. So kannst du deine Geschichten weiter entwickeln und du vergisst für eine Weile auch den ganzen anderen Quatsch. Natürlich ist nicht alles Quatsch, aber ... Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 12.09.2008

Eingetragen am: 12.09.2008 von Bridget Olliver
[ Lesezeichen ]

17639

Hallo Ihr,
ich habe mindestens zwei, mir bekannte Schwachpunkte:
Erstens, der sogenannte innere Zensor

Ein leises aber stahlhartes Stimmchen

Neulich Nacht, es war ein Freitag, bin ich aufgewacht und kam ins Grübeln. Eine leise aber stahlharte Stimme sprach zu mir „: Na, Bridget, schon wieder liegst du faul im Bett, statt am Schreibtisch zu sitzen und endlich mal etwas Vernünftiges zu Papier zu bringen.“
„Wer spricht denn da?“
„Ich bin es, dein innerer Zensor.“
„Halt einfach die Klappe und lass mich schlafen.“
„Na, na, na, so redet man aber nicht mit dem letzten Rest Verstand der dir innewohnt.“
„Ist ja gut. Oft wirst du ja auch gebraucht. Vielleicht sollte ich dir einen Namen geben. Wie wäre es mit Fred?“
„Da sieht man es mal wieder. Und so etwas will Schriftstellerin sein. Fred, was für ein erbärmlicher Name.“
„Es muss also ein Name sein, der Klarheit und Kontrolle transportiert.“
„Schon besser, aber noch nicht fertig.“
„Christor. Da ist Kristall drin und Hector. Ich finde meine Einfälle genial.“
„Ich will ja nicht schon wieder alles niedermachen, aber du solltest den Namen noch einmal überdenken. Wenn es dir schon so schwer fällt, einen guten Namen zu finden, wie willst du gewöhnliche Frau in einem einzigen Menschenleben einen Roman zu Stande bringen? Gib es auf und widme dich Kindern, Küche und der Kirche. Zu mehr reicht es eben nicht.“
„Bei dir reicht es doch ausschließlich zum Mäkeln. Lass mich in Ruhe und geh´ schlafen Christor. Ich habe gerade eine gute Idee.“
„Na, mal sehen, was dabei wohl herauskommt. Wenn du fertig bist, komme ich wieder!“
„Gern, Gute Nacht.“
„Nacht. Aber ob das eine gute ist? Zum Schreiben meine ich...“
„Ja, es ist eine wundervolle Nacht. Eine Nacht zum Marmelade einkochen, zum Schlafwandeln, zum Sterne am samtenen Himmel zählen, zum Fellfarben von streunenden Katzen raten oder eben zum Schreiben.“
„Ja, wenn du das so siehst, viel Spaß.“
„Danke Christor und schlaf recht lange.“

Zweitens
die Grammatik, insbesondere spontaner Zeitenwechsel innerhalb eines Textes. Es ist schwer in der Vergangenheit zu schreiben, wen das Geschehen doch eben in diesem Moment im Kopf stattfindet. Ich arbeite daran und versuche den folgenden Text mal streng im Präteritum und Plusquamperfekt. Ich hasse Grammatik!!!

Als Charly und Elsa wieder in Elsas Kladde blickten, war der gelbe Fisch verschwunden. Elsa sah Charly mit ihren violetten Augen an und sagte „: So etwas passiert mit in letzter Zeit öfter. Gestern habe ich eine grüne Maus gezeichnet. Plötzlich ist sie über meinen Schreibtisch gehuscht.“
Charly sah sie ernst an und versuchte mit der Wange seine große Herrenbrille nach oben zu schieben. So standen sie voreinander und überlegten, wie so etwas denn möglich sei, als ein lautes „Platsch“ sie aus ihren Gedanken riss. Das Geräusch kam vom Brunnen. Obwohl es gerade zur dritten Stunde gongte, liefen beide zum Neptunbrunnen und sahen im blauen Wasser einen kleinen gelben Fisch schwimmen. Er schien sie mit goldenen Augen anzusehen, um sie zu begrüßen.
„Das gibt’s doch gar nicht“, staunte Charly.
„Doch“, gab Elsa zurück und zuckte mit den Schultern.


Kommentar von Reiner Reinfeld

Wenn ich schon einen Scherz machen will! Man sollte nicht vom PC weggehen, bevor man die Mail abgeschickt hat. Als ich mich wieder an den PC setzte, habe ich einfach abgeschickt. Entschuldigung! Das mit dem Zustandspassiv ist, wie es da steht, natürlich Schwachsinn, einfach vergessen! Das sollte ein Scherz werden. Reiner

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Bridget! Wo ist Dein Problem mit der Vergangenheit? Mit den Zeiten überhaupt? Ich sehe nur das Futur nicht vertreten (oder habe ich es übersehen?) Das Präsens ist da, das Perfekt, das Präteritum und der gelbe Fisch verschwand an der richtigen Stelle im Plusquamperfekt. (Oder ist das hier das Zustandspassiv im Präteritum wie "Die Tankstelle war geöffnet"? Es wird ja hier keine Vorzeitigkeit ausgedrückt. Schöner Text, und gar nichts ist falsch. Lohnt es sich da, weiter über Grammatik zu grübeln? LG Reiner

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von scacha

Hallo Bridget, was für eine tolle Idee, Fische und Mäuse weglaufen/-schwimmen zu lassen! Ganz toll! - Hm, ich habe das Problem mit Vergangenheit oder Gegenwart nicht so, aber ist das nicht eine Sache für die Überarbeitung? Ist nicht das Wichtigste erst mal, die Worte zu finden, die am besten zur Idee passen? Es gibt ja auch komplette Romane in der Gegenwart. Vielleicht kannst Du Dich, wenn alles steht, mit einer Zeit anfreunden. LG Scacha

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Velarani

Hallo Bridget, was für ein schöner Text! Wird da jetzt sogar ein bisschen gezaubert bei Charly? Ich liebe Grammatik schon seit der fünften Klasse, aber ich habe auch schon Texte aus Versehen im Präsens geschrieben und es gar nicht gemerkt. Danach dann eben alle Verben geändert, und es war okay. Also schick den Zensor mal schön schlafen, und weck ihn rechtzeitig zur Grammatikprüfung wieder auf. War übrigens ein Lieblingsspiel von mir als Kind auf dem Schulweg, mir vorzustellen, ich könnte die Sachen auf Bildern zum Leben erwecken. LG Velarani

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Bridget, auch wenn du Grammatik hasst, so merkt man (ich) es deinem Text nicht an. Dieser gefällt mir übrigens auch inhaltlich sehr gut. Könnte fast von mir sein :-). Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 12.09.2008

Kommentar von Malea

Liebe Bridget! Ich glaube, keiner von uns ist frei von dem stahlharten Stimmchen. Und das ist auch gut so. Ohne Selbstzweifel würden wir unser Handeln nicht überprüfen, arrogant werden, und dann "im Ernstfall" um so kräftiger auf die Schnauze fallen. Es ist nur wichtig, dass wir die Selbstzweifel nicht in Selbstzerfleischung, Depression und Mutlosigkeit umkippen lassen. Aber dagegen gibt es ja Seelenbalsam von den Kommentatoren ;-) und ein gesundes Selbstvertrauen, dass tiefer als nur ein paar Seiten Text gründet. Stimmt`s? Zur Grammatik: Hallo Schwester im Geiste, bei mir klemmt die Vergangenheit auch ;-) Allerdings finde ich die Verben in deinem kleinen Text einwandfrei. Ich würde nur den Satz mit dem voreinander stehen ändern (kürzen, rausschmeißen?), außerdem stört mich die Betonung der Augenfarben ein wenig (vielleicht würde es im Zusammenhang klarer). Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 12.09.2008

Eingetragen am: 11.09.2008 von Malea
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17620

Mein Hauptproblem beim Schreiben ist der Mangel an Zeit. Ich kann und will mein Leben nicht grundsätzlich umkrempeln, ohne Erdung im Alltag wäre das Schreiben auch nicht gesund – eine gewisse Tendenz zum Schreibrausch mit eingeschränkter Sozialität ist vorhanden. Wie kann ich so viel Zeit fürs Schreiben finden, wie ich möchte? Die Tipps von L. Doughty aus den ersten Kapiteln (weniger Vorhänge waschen… welche Vorhänge?) sind nett, aber die Realität ist fintenreich und hart. Hat jemand noch eine gute Idee (außer Klonen)?

Das technische Problem, das mich im Moment am meisten beschäftigt, ist das Plotten. Gut und schön, alles chronologisch in Stapeln auf den Boden. Aber dummerweise bilde ich mir ein, dass mein Roman nicht linear erzählt sein will, sondern mit verwobenen Handlungssträngen, Zeitebenen und Rückblenden, mit wiederkehrenden Schlüsselszenen in immer genauerem Detail (vielleicht hat jemand die geniale Serie „Damages“ mit Glenn Close gesehen, da wird immer wieder ein Stück mehr von der Schlüsselszene gezeigt, aber immer nur bis kurz vor der Auflösung, die Spannung wird schier unerträglich). Die Trauben hängen hoch, noch sind sie mir nicht zu sauer und ich bastle an einer Leiter. Vielleicht hat jemand einen Bauplan für griffige Sprossen? Momentan taste ich mich szenenweise durch die Handlung und hoffe auf göttliche Eingebung, wie ich das Muster weben soll.

Und natürlich plagen mich auch die üblichen Selbstzweifel und bad novel days - wenn der Roman sich einfach nicht frisieren lassen will… ;-) Manchmal befürchte ich, dass ich zu viel in meinen Roman packe, zu viele Figuren, zu viele Handlungsstränge, zu viel von allem. Schlicht und einfach, weil jetzt alle Ideen ans Licht wollen. Manchmal befürchte ich, dass ich beim jetzigen Tempo erst in zirka zehn Jahren ein fertiges Manuskript habe. Aber das gehört wohl zum Geschäft, und ich versuche, dem etwas Positives abzugewinnen, es als Triebfeder zu nutzen, besser, präziser und schneller zu werden.

Aber insgesamt gilt für mich beim Schreiben ein Lieblingszitat der Familie (entnommen einem unsäglichen Conni-Pixi-Buch über das neue Brüderchen, gefühlte millionenmal vorgelesen, Antwort der Oma auf Connis Frage, ob eine Geburt weh tue…)
„Die Freude ist doch immer größer als der Schmerz.“

Liebe Grüße an alle, ich freue mich darauf, möglichst viele von euch am 18.10. auf der Buchmesse zu treffen. Malea.


Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Malea, habe gehört, dass Du im Raum Frankfurt wohnst. Stimmt das? Ich hatte geplant, in Friedberg in einer mir schon bekannten Unterkunft zu übernachten, die es aber wohl nicht mehr gibt. Kennst Du vielleicht im Umland Frankfurts eine Unterkunftsmöglichkeit? Kann ruhig spartanisch sein. Für mich ist das Gebiet da wie fernes Ausland. Ich bin jetzt unter Reiner_Reinfeld@gmx.de zu erreichen. Da könnten wir ja auch fachsimpeln. Vielen Dank noch für Deinen Link zum Lageplan der Buchmesse, habe ihn gerade ausgedruckt. Da kann man sich ja immer noch verlaufen, wenn man schon in Frankfurt angekommen ist. LG Reiner

Eingetragen am: 23.09.2008

Kommentar von M.P.

Hallo Malea, ich bin zwar spät dran, aber das stört mich nicht. Das Problem Zeit scheint ja bei allen die größte Hürde zu sein. Du willst einen Tip? Mal sehen, ob Du mit meinem leben kannst. Ich bin Familienvater und kümmere mich um unsere Tochter, da meine Frau im textilen Einzelhandel ihren Lebensinhalt gefunden hat und die Arbeitszeiten dort eher Familienfeindlich sind. Nebenbei arbeite ich selbst noch 40 Stunden die Woche, mache die Wäsche, den Abwasch und was sonst noch so in einem Drei-Personen-Haushalt anfällt. Zeit zum schreiben gibt es da kaum. Weder an einem normalen Wochentag noch am Wochenende. Ich stehe zwei bis drei Mal die Woche um zwei Uhr Nachts auf und schreibe in völliger Ruhe. Zum Glück brauche ich nicht viel Schlaf, vielleicht geht es deshalb einigermaßen. Dann habe ich vier Stunden Zeit, vier Stunden, in denen keiner nervt. Meine Tochter will nichts zu trinken und meine Frau verlangt nicht nach Aufmerksamkeit. So gerne wie ich beide habe, aber in diesen vier Stunden der absoluten Stille bin ich unglaublich zufrieden. LG M.P.

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Hi, vor dem Wochenende war Dein Beitrag noch nicht freigeschaltet... Zur Verknüpfung der Handlungsstränge kannst Du die Teppich-Methode und die Diagramm-Methode verbinden, indem Du den Hauptstrang wie die weißen Klaviertasten unten und die Nebenstränge wie die schwarzen Tasten oben anordnest. Im Film werden manchmal einfach Bilder für eine Rückblende verwendet, z.B. gießt die Mutter dem Jungen ein Glas Milch ein und plötzlich sitzt er als junger Mann in einer Kneipe vor einem Glas Bier. Das wären dann die Stecknadeln in Ginkos Diagramm. Ein befreundeter Literaturprofessor hat, von mir zur schriftstellerischen Qualität von Harry Potter befragt, die Sprache als mittelmäßig, die Verknüpfung der Handlungsstränge jedoch als beachtlich bezeichnet. Hab mir daraufhin mal einen Film angesehen und mitgeschrieben, wie J. K. Rowling das macht. Ich selbst werde mich noch mit demselben Problem herumschlagen müssen. Mein Roman wird auf vier Zeitebenen spielen, einen Schritt vor (bis zu einem Wendepunkt) und zwei zurück (zum Auslöser der Ereignisse), dazwischen werden Andeutungen gestreut, die Rätsel aufgeben. - Was die Anzahl Deiner Romanfiguren angeht, würde ich prüfen, auf wieviele Personen Du die Handlungen minimal begrenzen kannst, wieviele Ex-Lover braucht Sabine, mit wievielen fiesen Lehrer und Freundinnen kommt Susanne aus? Ein absolutes Negativbeispiel findest Du in dem Buch "Neues vom Ponyclub" (Sammelband), wo am Beginn jedes Buches alle Reiterinnen mit Pferden vorgestellt werden, und die wechseln auch noch von Buch zu Buch! Wenn Du Deine Figuren langsam und nacheinander einführtst, ohne den Leser mit zuvielen Details zu überschwemmen, können es glaube ich gern ein paar mehr sein. Da Du immer sofort in die Szenen einsteigst, habe ich bei Dir keine Sorge, dass es misslingt. Deine Figuren sind so ungewöhnlich und einprägsam, dass keine Gefahr besteht, sie zu verwechseln oder in die Beliebigkeit abzuschweifen. Wer könnte schon die "uralte, kleine, dicke, lesbische Halbinderin Anjali Meier, genannt Engelchen" je vergessen? LG Metta

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von Malea

Danke, ihr Lieben! Das ist eine der vielen Sachen, die ich an diesem Forum liebe. Tipps, die mir wirklich weiterhelfen. Von "alten Hasen", denn ich bin keiner, schreibe noch nicht mal ein Jahr... @ Numungo: Habe mir das Programm runtergeladen, sieht vielversprechend aus. Genau so eine Pinnwand brauche ich, in natura geht die nicht, also virtuell ideal. Danke für den Tipp! @ Bridget Olliver: Der Deal steht, in 10 Jahren ;-) Aber dazu musst du dann aus deiner Ecke in der Bücherei rauskommen...Meine geliebten Schreibfeinde sind jetzt im Bett und es ist Nachteulenzeit, das ist meine Alternative zum öffentlich-bibliothekarischen Brockhaus-Werfen... @ Angela Barotti: Ich kenn mich auf der Buchmesse ein wenig aus, leider weiß ich nicht mehr, ob und wenn ja, was für Namen die Cafès haben. Ich hatte schon mal Velarani eines vorgeschlagen, aber ich versuche noch mehr Infos zu kriegen, dann poste ich es offiziell. Freue mich auch schon auf ein Treffen :-) @ guenni: Danke für den interessanten Hinweis. Ich denke, zu mir passt so eine Mischung aus Kreativität plus Technik. Muse mit organisiertem Ablagesystem ;-) @ Ginko Korn: Gut zu wissen, dass ich das Rad nicht neu erfinden muss. Ich mag auch gerne die Kombination aus PC und Haptischem. Das Diagramm klingt verlockend. Kannst du Kurse bei Arwed Vogel empfehlen? Aber vielleicht können wir uns darüber ja in Frankfurt unterhalten ;-) @ Reiner Reinfeld: Yo, durchhalten ist klar, ich will nur nicht meine Zeit mit der falschen Technik verplempern und immer gerne was Neues dazulernen. Freue mich, dich am 18.10. zu treffen :-) Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 15.09.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Malea! Keine Tipps, grüble selbst. Nur zur Ungeduld: Durchhalten, durchhalten, durchhalten. Ich arbeite seit 2005 an einem Buch, glaubte es vor einem Jahr fertig zu haben, kürze, überarbeite und brauche wenigstens noch ein Jahr. Übernehmen wir ein Tourneemotto der Dubliners: Es ist zu spät aufzuhören. Machen wir einfach weiter. Vielleicht sehen wir uns dann ja am 18.10. LG Reiner

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von Ginko Korn

Zu Deinen Fragen, liebe Malea: Das Knäuel der Handlungsfäden wird entwirrt in einem zweidimensionalen Diagramm, das Haupt- und Nebenfiguren mit gerichteten Linien verbindet. Verschiedene Farben werten das Gewicht der Charaktere. Ereignisse sind durch Symbole gekennzeichnet. Diese Technik habe ich in einem Kurs bei Arwed Vogel gelernt (Die Haut der Steine). Auf nur einem Blatt kann ich mit bunten Stecknadeln markieren, an welcher Stelle die Handlung in welche Richtung weiter führt und sehe auch, was auf diesem Abschnitt seitlich einfließt, mit zu nehmen ist, oder aus dem Weg geräumt werden muss. Diese Hilfe kann ich auch auf den Bildschirm holen, nur finde ich das ständige Umschalten sehr lästig. Für neue Konstruktionen aber ist mir der Computer angenehm.

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von guenni

Liebe Malea, ich glaube, die meisten Autoren haben keinen "Bauplan", noch nicht einmal einen ganzen Plot. Sie haben nur Figuren, die gemäß der Buchidee zueinander in Beziehung gesetzt werden, wie z.B. bei Louis Sachar in "Holes" (US-Jugendbuchpreis). - Das "Verweben" geschieht hier in Rückblenden, z. B. beim Graben der Löcher. Die einzelnen Elemente des Buches setzen sich zusammen aus Familiengeschichte der Hauptfigur, texanischer Kriminal-Geschichte, Flora und Fauna (gelbgefleckte Eidechsen, Skorpione, Klapperschlangen) sowie dem heutigen Teenagerleben. - Der Leser fühlt mit dem Helden und mit den Nebenfiguren. - Die endgültige Version des Buches ist seine dritte Überarbeitung. Niemand, auch nicht die Familie von Louis Sachar, durfte das Manuskript lesen, bevor es für ihn "fertig" war. - Geschrieben hat er "Holes" in 8 Monaten. Auch die Buchgeschichte erstreckt sich über acht Monate - der Gefängnisstrafe für die Hauptfigur... Ich hoffe, Du kannst etwas davon gebrauchen, guenni

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Angela Barotti

Liebe Malea! Leider kann ich dir nicht mit irgendwelchen Tipps weiterhelfen. ‚Damages’ kenne ich nicht und meine Manuskripte beinhalten meist nur einen kurzen Zeitraum (nie mehr als zwei Jahre), in denen sich die Handlung abspielt. Das bekomme ich wunderbar linear hin, zudem die Anzahl meiner Protas streng begrenzt ist (2 – 3). / Ich freue mich sehr auf das Treffen mit dir. Kennst du dich auf der Frankfurter Buchmesse aus und könntest du uns einen geeigneten Treffpunkt vorschlagen?

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Bridget Olliver

Hallo Malea, als ich Deinen Text las, habe ich abwechselnd gelacht und mit dem Kopf genickt. Besonders die eingeschränkte Sozialität hat mir viel Freude bereitet. Mittlerweile verschanze ich mich immer öfter in die hinterste Ecke der Stadtbibliothek, nur um nicht angesprochen zu werden während ich schreibe. Wenn einer zu lange um das Regal schleicht ist er vor sengenden Blicken nicht sicher und kann sich eigentlich freuen, dass er nicht den Brockhaus-Gesamtausgabe an den Kopf geschmissen bekommt. Zu Hause lauern meine geliebten Schreibfeinde - meine Familie. Du hast ja schon sehr klare Vorstellungen davon, wie Dein Roman aufgebaut sein soll. Zehn Jahre sind eine lange Zeit und wir sprechen uns dann... ;-) Damages kenne ich leider nicht, ist aber eben auf die Liste der auszuleihenden Filme gesetzt worden. liebe Grüße Bridget PS: Das Pixi-Zitat kenne ich ebenfalls von meiner Oma auch im Zusammenhang mit Geburten. Du hast Recht, zum Schreiben paßt es auch!

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Malea, um Ordnung in deine Handlungsstränge zu bekommen auch die der Tipp: writerscafe.co.uk Dort kannst du dir eine Testsoftware runterladen. Ich habe sie seit zwei Jahren und bin besonders von der neuen Version (2.14) begeistert. Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 12.09.2008

Eingetragen am: 11.09.2008 von Franziska Dunkel
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17612

Eure bisher eingestellten Beiträge zu diesem Kapitel finde ich außerordentlich interessant, und ich würde am liebsten viele davon kommentieren, wofür mir leider die Zeit fehlt (Ich danke hier nochmal ausdrücklich allen, die sich ihrerseits Zeit genommen haben für Kommentare zu meinen literarischen Produktionen. Vieles war sehr hilfreich!). Betrachtet also bitte das folgende auch als Kommentar zu Euren Beiträgen:

1. Mehrere haben sich zum Thema Rechtschreibung geäußert. Ich fühle mich in alter Rechtschreibung und Grammatik relativ sicher, mit der neuen werde ich nicht warm (vielleicht auch, weil ich es nicht wirklich will??). Eines Tages, als ich die Bücher von Pascal Mercier gelesen habe, die in alter Rechtschreibung geschrieben sind, habe ich beschlossen, grundsätzlich auch so zu verfahren und die Angleichung meiner Texte an das genau dann Gültige dem sicher noch fernen Tag einer Veröffentlichung zu überlassen. Das war ein Befreiungsschlag für mich: wenigstens ein Problem, das man sich kurzerhand vom Hals schaffen kann. Im übrigen tue ich mich mit Lesemonstern wie Programmmusik oder Seeente verdammt schwer und weigere mich, zu dem für das Deutsche so untypischen Bindestrich zu greifen. Und die Konjunktion „daß“ habe ich schon als Kind geliebt, weil sie so schön aussieht, weshalb ich auch heute darauf nicht verzichten möchte.

2. Wie man am Punkt 1. sieht, habe ich immer den Drang nach langen, verschachtelten Sätzen, was nicht unbedingt lesefreundlich und in wörtlicher Rede oft geradezu hinderlich, mindestens aber unglaubwürdig ist. Der kurze, knackige, umfassend aussagekräftige Hauptsatz ist mein Ziel, an dem ich permanent scheitere. Anscheinend denke ich zu kurvenreich und verliebe mich zu leicht in eine wie ein Räderwerk ineinandergreifende Sprache (Ginko Korn, mein großes Vorbild! Warum eigentlich nicht Ginkgo, Du bist doch wohl irgendwie Biologe oder etwas in der Art??). Straffen, Umständlichkeiten vermeiden, kürzen, alles fromme Wünsche für mich.

3. Woher weiß ich, wann es für den Leser langweilig wird, wann ich zu viele Details anführe, von denen ich selbst glaube, daß sie wahnsinnig interessant sein müßten? Wie merke ich, wenn der Leser etwas längst kapiert hat, während ich noch daran bastle, die Zusammenhänge klarzulegen? Woran erkenne ich, ob der Rhythmus von verlangsamenden und beschleunigenden Episoden stimmt? In welchem Verhältnis sollte ich Dialoge und erzählende Abschnitte abwechseln lassen und welche Inhalte diesen beiden Darstellungsformen zuordnen? Über diesen Entscheidungen könnte ich verzweifeln. Wenn ich meine Texte mit zeitlichem Abstand lese, merke ich zwar, wenn da etwas nicht stimmt, aber ich finde nicht heraus, in welcher Weise ich es ändern müßte.

4. Hier noch eine Anmerkung zu einigen Beiträgen von Euch: Zu dem Problem, wie der Schluß einer Geschichte oder des Romans aussehen sollte, bin ich bisher am besten damit gefahren, spätestens nach dem ersten Drittel das Schlußkapitel/die Schlußszene zu schreiben und danach die Lücke zielgerichtet daraufhin aufzufüllen. Wenn dann das Personal zwischendrin andere Vorstellungen bekommt als von mir geplant, kann ich den Schuß immer noch anpassen, aber ich finde, man muß sich doch einigermaßen darüber im Klaren sein, worauf man hinaus will, nicht nur beim Krimi.

5. Je länger das Forum läuft, desto besser wird es und desto mehr kann man davon profitieren. Auch bin ich froh, daß es offenbar eine Reihe von Teilnehmern/innen gibt, die wie ich schon zu den reiferen Jahrgängen gehören, ich also nicht allein unter lauter jungen Leuten bin, wie mir das bei verschiedenen VHS-Kursen ergangen ist. Auch schön, daß Ihr alle ausgesprochen interessante Persönlichkeiten zu sein scheint mit sehr eigenwilligen Kreationen.

Bitte, laßt Euch trotz aller Hürden nicht vom Schreiben abbringen, schon allein wegen aller Leser dieses Forums! Es ist außerdem eine sehr umweltfreundliche Freizeitgestaltung: macht keinen Lärm, stinkt nicht, produziert extrem wenig Müll (das bißchen Papier von Ausdrucken verunglückter Texte!), verbraucht sehr wenig Strom und relativ wenig Platz ... Welcher Autobastler, Golfspieler, Segelflieger, Hobbykoch könnte das von sich behaupten? (Für die, die ein aktuell gern gehörtes Rechtfertigungsargument für ihr Tun brauchen.)

Liebe Grüße
Franziska


Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Franziska! Danke für die Aufforderung zum Weitermachen und für Deine Gedankenanstöße. Deine Haltung zur Rechtschreibung finde ich sehr gesund. Nur in einem Punkt sind wir da nicht einig: Die Neuregelung in Punkto s, ss und ß finde ich gut. Bei der Zusammen- und Getrenntschreibung sollte man nicht dem Duden, sondern dem Sprachgefühl folgen, das wir (älteren) zur Zeit der richtigen Rechtschreibung entwickelt haben. Hoffen wir, dass der Duden irgendwann wieder dem Sprachgefühl derer folgt, die mit Sprache umgehen können. Die "Beckmesser" (vom Literaturnobelpreisträger Günter Grass so beizeichnet), die die Spracheregelung so verhunzt haben, gehören von den Sprachnutzern ignoriert! Lange Schachtelsätze verständlich schreiben geht, das zeigt Heinrich von Kleist. Zu viele kurze Sätze hintereinander ermüden den Leser auch. Abwechslung ist angenehm. Ein Mittelding zwischen den Extremen ist wohl angebracht. Zu Ginko Korn habe ich an anderer Stelle geschrieben, das ist leider verlorengegangen. Das hole ich dort aber noch wieder nach. Ich bewundere sein Wissen, seinen Fleiß und sein Können. Mich schreckt aber seine Arroganz ab. LG Reiner

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von scacha

Ah, danke für das Argument der umweltfreundlichen Freizeitgestaltung! :-) Interessanterweise habe ich noch nie darüber nachgedacht, ob und wann und wie oft ich von Dialogen zu Lauftext oder andersrum wechseln sollte. Was gerade geschrieben werden will, wird geschrieben. Aber das hilft Dir jetzt ja auch nicht weiter. Wahrscheinlich hilft dabei und bei der Unsicherheit bzgl. dessen, wie ausführlich Erklärungen sein müssen, nur der ständige Austausch, oder? Liebe Grüße, scacha

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von ml

Hallo Franziska, auch ich bin schon ein älterer Jahrgang und ich weigere mich strikte Dinge wie Strauch dieb, Mauer schütze und dergeleichen schrecklicher Dinge zu schreiben. Wie sollen die Kinder da wissen, wann der Dieb groß und wann klein geschrieben wird? Aber manches andere wie an kommen, weiter gehen und so weiter finde ich wieder nicht so schlimm. Ich bin leider nicht konsequent. Ich übernehme, was ich vertreten kann, aber was meine Augen nervt, übernehme ich nicht. Auch ich muss ständig mit Schachtelsätzen kämpfen, die immer wieder behaupten eine Daseinsberechtigung zu haben. Aber die Leute, die solche Sätze kritisieren, haben eindeutig Recht. Damit kann man keine richtige Spannung erzeugen. Wir werden einfach versuchen müssen, einen Kompromiss zu schliessen. Ich wünsche uns beiden viel Erfolg dabei. Bis bald ml

Eingetragen am: 12.09.2008

Eingetragen am: 11.09.2008 von ruth
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17605

Diese Übung mache ich gerne.
Es gibt vieles was mir Schwierigkeiten bereitet.
1. Die Kommas und ihr Platz im Satz und wo sie nun hingehören und wo nicht werden für mich immer ein Geheimnis bleiben.
2. Dann habe ich manchmal das Gefühl zu wenig Worte zu kennen, schöne, treffende Worte.
3. Meine Figuren sind oft Scheidungskinder!, obwohl ich keins bin.
4. Meine Figuren kämpfen oft in ihrer Welt. Aber sie haben keinen gleichstarken Antagonisten.
5. Und manchmal weiß ich nicht warum ich das alles mache, dass ich nun schon über einige Jahre regelmäßig und konsequent schreibe ohne mal wenigstens eine einzige, kleine Kurzgeschichte zu haben die auf der Liste meiner Veröffentlichungen erscheint.
.... Das tat gut.


Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Ruth! Seit der Rechtschreibreform hast Du viele Leidensgenossen. Ist die Rechtschreibung und Zeichensetzung dadurch nicht sowieso ziemlich egal geworden? Es weiß doch keiner mehr, was richtig ist. In Zeitungen und Büchern geht doch alles wild durcheinander. Ich versuche natürlich, das richtig zu machen. Siehst Du: Nach Duden dürfte vor diesem erweiterten Infinitiv mit zu kein Komma mehr stehen. Ich setzte es aber nach wie vor. Der Satz wird dadurch verständlicher und übersichtlicher, und das ist doch die Hauptsache. Auch dieses Komme dürfte hier nicht stehen. Aber warum sollte ich Dich aufs Glatteis führen? Stünde, stände das Komma nicht, kämest Du doch ins Stolpern und würdest eine Aufzählung erwarten. Also, lernen und trotz Duden den eigenen Kopf gebrauchen und das Sprachgefühl nicht kaputtmachen lassen. Und manchmal weiß auch ich nicht - Komma - warum ich das alles mache. (Nebensatz!)Doch: Alle hier im Forum spüren den Drang zu schreiben! Reicht das nicht? Soll man aufhören, weil man noch nichts veröffentlicht hat? Wir können später nur veröffentlichen, wenn wir j e t z t schreiben! Stell Dir vor, es ist schon etwas veröffentlicht! Was ist das für ein Gefühl?! Und mit dem Gefühl schreibe jetzt. Was später kommt, wer weiß das schon. Außer wenn Du nicht schreibst, dann wird auch nichts veröffentlicht. Viel Erfolg! LG Reiner

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von ml

Hallo Ruth, herzlichen Glückwunsch. Wer zeigt schon gerne seine Schwächen? Du schon! Obwohl ich mir einbilde, nicht vollkommen schlecht in Grammatik und Interpunktion zu sein, muss ich zugeben, dass diese elenden Kommata auch bei mir manchmal einfach auftauchen, wo sie nicht hingehören und verborgen bleiben, wo sie wichtig wären. Es sind so verdammte kleine Schlingel, die man auch beim fünften Mal querlesen nicht entdeckt. Du machst es, weil es Dir Spaß macht. Ich finde, dass ist ein sehr guter wichtiger Grund. Bis bald.... ml

Eingetragen am: 12.09.2008

Eingetragen am: 11.09.2008 von guenni
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17602

Intelligente Dialoge, kein Blabla.


Kommentar von guenni

Vielen Dank für eure Kommentare, ihr habt mir wirklich sehr geholfen.

Eingetragen am: 22.09.2008

Kommentar von Benita

Hallo Guenni, ich liebe Dialoge über alles. Wenn es dir schwer fällt, nimm doch mal Dialoge aus dem Fernseher auf DVD auf, laß sie immer wieder abspielen. Ich weiß nicht, aber ich denke so könnte man es üben besser an die Sache heran zugehen. Gruß Benita

Eingetragen am: 21.09.2008

Kommentar von M.P.

Ich merke in Gesprächen, ob das was ich sage ankommt oder nicht, dann entscheidet sich auch der Verlauf eines Dialoges. Wenn ich schreibe, versuche ich Bruchstücke von Gesprächen zu verwenden und auf meine Gestalten zu kopieren, das funktioniert. Ob sie dadurch immer intelligent wirken weiß ich nicht, liegt sowieso im Auge des Betrachters. LG M.P.

Eingetragen am: 21.09.2008

Kommentar von Malea

Na zumindest kannst du Beiträge ohne Blabla ;-) Scherz beiseite, Dialoge sind schwer, weil sie so leicht und selbstverständlich aussehen müssen. Gute Dialoge würden im realen Leben zwischen normalen Menschen nie so stattfinden, sondern sind liebevoll filigran gezimmerte Gebilde, aber das darf kein Schwein merken ;-) Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 12.09.2008

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