80 Die Romanwerkstatt im Autorenhaus Verlag | Schreiben Sie mit! | Kapitel 37 mit Übungsaufgabe
(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 37 mit Übungsaufgabe

10.09.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 10.09.2008 von Irene Wegmann
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17529

Wenn ich vor Aufgaben gestellt werde, die beinhalten, dass ich mich in die Nähe von Sciencefiction bewegen muss, wenn ich Charaktere erfinden müsste, die Außerirdische oder ganz schrecklich entstellte Personen darstellen, dann ist für mich der Spaß am Schreiben vorbei. Für mich ist der Wohlfühleffekt beim Lesen, auch wenn die Handlung mal einen tragischen Verlauf einnimmt. das Wichtigste. Wenn ich realistische oder gar perverse Extreme sehen oder hören will, dann schlage ich Tageszeitungen auf und/oder schalte einschlägige TV Programme an. Ich weiss, dass es eine Klientel für diese Themen gibt, gut, aber wer nicht will, muss da nicht mitmachen.


Kommentar von Numungo

@reiner: Ja, du hast recht, ich habe mich wohl etwas zu oberflächlich ausgedrückt. Natürlich hat Gewalt ihren Platz in der Literatur, ist sogar notwendig (leider). Diesen Platz sehe ich allerdings nur dann, wenn jemand ein Trauma wie Krieg, Folter oder im kleineren Rahmen häusliche Entgleisungen aufarbeiten will. Dies gilt (für mich) allerdings nur dann, wenn ein Schriftsteller damit diese Gewalt anprangern, ihren Unsinn und ihre Menschenverachtung aufzeigen will. Nicht dann, wenn es nur darum geht, zu schocken oder einen "bequemen" Spannungsplott für eine Story zu entwickeln. Das heißt für mich, dass das meiste, was an "Gewaltliteratur" auf den Markt kommt, eben doch überflüssig ist. Trägt es nicht zu weiteren Verrohung der Gesellschaft bei? Viele Grüsse, Numungo.

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Irene! Nicht jeder kann über jedes Thema schreiben, das ist normal. Ich könnte, wie M.P. keinen Liebesroman schreiben. Irene, ich glaube,dass Du hier nur von der Möglichkeit sprichst, Dich im Forum einmal vor eine solche Aufgabe gestellt zu sehen. Stimmt das? Numungo, was Gewalt in Literatur angeht, bin ich anderer Meinung als Du. In einem Roman behandelte Gewalttaten, soweit dramaturgisch erforderlich, also ohne die primitive Freude am Verbrechen, halte ich für nichts Schlimmes. Das pervertierte Bedürfnis nach schockierender Gewaltdarstellung in Filmen, Videospielen und Büchern scheint mir oft ein Ventil für die erzwungen verdrängten natürlichen, gesunden Aggressionen, bevor das Kind den verantwortungsvollen Umgang damit lernen konnte. (Ein anschauliches Beispiel dafür, wie so etwas abläuft habe ich bei einem Ärztinnensohn in der Bekanntschaft erlebt. Während alle anderen Kinder bei uns friedlich zusammen spielten, ballerte er mit Knallpistolen rum, weil er das zu Hause nicht durfte. Seinen Schlafplatz durfte ich abends nicht absaugen: "Nicht staubsaugen, nicht staubsaugen, ich hasse Sauberkeit!" Weder zu Aggressionen noch zur Sauberkeit konnte er wegen seiner gutgemeinten Erziehung ein gesundes Verhältnis entwickeln. Gewaltdarstellung im Märchen z.B.hilft dem Kind, wenn beim Vorlesen die Bilder in seinem Innern entstehen. Vorgegebene, gezeigte Bilder in Märchenfilmen blockieren die kindliche Phantasie, machen Angst und können zerstörerisch sein. (Bettelheim: Kinder brauchen Märchen) LG Reiner

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Irene, ehrlich gesagt verstehe ich dein Problem nicht. Wozu sollst du etwas schreiben müssen, das du nicht willst? Horror- oder Gräuelszenen kommen in meinen Texten auch nicht vor und ich bin stolz darauf. Natürlich ist es schwieriger, gewaltfreie Texte zu schreiben, den Gewalt transportiert für die meisten Menschen Spannung viel leichter, als andere Dinge. Warum das so ist, weiß ich nicht. Mich wundert es auch ständig, das die Menschen in unserer gewalttätigen Zeit immer noch das Bedürfnis nach Gewalt in der Freizeit haben (Filme, Videospiele, Bücher). Wusstest du, dass Krimis in Deutschland (und wahrscheinlich auch in anderen Ländern) das meist gelesene Genre sind? Also schreib das was du willst und lass das weg, was du nicht willst. Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 11.09.2008

Kommentar von M.P.

Das ist ja nicht gerade ein Problem, das dich am Schreiben hindert, vielmehr ist es ein persönliches Problem der Thematik. So wie ich nie einen Liebesroman schreiben könnte, zum jetzigen Zeitpunkt.

Eingetragen am: 11.09.2008

Eingetragen am: 10.09.2008 von Metta Maiwald
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17526

1) Montagetechnik: Das Verknüpfen der fiktiven Elemente mit den Textstücken aus Briefen, Tagebüchern und Dokumenten erscheint mir im Moment ungeheuer schwer.

2) Es ist das erste Mal, dass ich eine Mischung aus Realität und Fikton schreibe, und es passiert mir immer wieder, dass ich Beschreibungen von Personen, Umgebungen oder äußeren Umständen auslasse, weil sie für mich selbstverständlich sind, die der Leser aber nicht kennen kann.

3) Ich denke manchmal sehr stark um die Ecke, so dass andere es nicht nachvollziehen können.

4) Es fällt mir schwer, meine Ideen zu beschränken, z.B. nur eines von zehn passenden Verben zu verwenden oder mich für eine einzige Metapher zu entscheiden.

Dazu ein Beispiel aus 15636
Die Dämmerung strich ums Haus, schaute durch die Fenster hinein, steckte ihre dünnen, grauen Finger durch die Gardinenschleier und tastete sich die lange Bücherwand entlang. Die Düsterkeit ergoss sich über den schweren Teppich, dessen Fransen lange keine Kinderhand gebürstet hatte, und schwappte an Tisch und Sofa hoch. Schließlich ließ sich die Dunkelheit in Großvaters breitem, braunen Ledersessel nieder.

Das sind drei Ausdrücke für ähnliche Lichtverhältnisse: Dämmerung, Düsterkeit, Dunkelheit - im ersten und letzten Satz als Personifikation, im mittleren Teil als Vergleich mit einer Flüssigkeit. Ich habe es jetzt wie folgt geändert:

Die Dämmerung strich ums Haus, schaute durch die Fenster hinein, steckte ihre dünnen, grauen Finger durch die Gardinenschleier und tastete sich die lange Bücherwand entlang. Dunkel schlich sie über den schweren Teppich (...), kroch am Tisch hoch und ließ sich schließlich in Großvaters breitem, braunen Ledersessel nieder.

BITTE WERFT EINEN BLICK AUF DIE PINNWAND WEGEN UNSERES TREFFENS BEI DER FRANKFURTER BUCHMESSE!


Kommentar von Azahar

Hallo Metta, erst einmal vielen vielen Dank für deinen Kommentar auf meinen Beitrag, du hast wirklich verstanden, was ich damit ausdrücken wollte und ich fühle mich bei meinem Vorhaben nun wieder sicherer. Was du im zweiten Punkt ansprichst, nämlich dass du Dinge auslässt, die für dich selbstverständlich sind, aber für den Leser eben nicht, kenne ich sehr gut, obwohl ich reine Fiktion schreibe. Ich habe schon einiges versucht, um dieses Problem in den Griff zu bekommen, aber am Ende hilft es meist nur, einen aufmerksamen Testleser zu haben, der laut aufschreit, wenn ihm etwas unstimmig vorkommt oder ihm etwas fehlt. Wenn die nur nicht so schwer zu finden wären... *seufz* Auch mit Punkt 4) konnte ich mich sehr gut identifizieren. Ich zähle mich durchaus ebenfalls zu der Spezies Schreiber, die, wenn ihnen etwas gelungen erscheint, gleich nochmal eins draufgeben. Und hundert ähnliche Wörter verwenden, wo eines vollkommen ausreichen würde. Andererseits finde ich diese Schreibeigenschaft gar nicht so schlecht, wenn man es schafft sich beim Überarbeiten an die eigene Nase zu greifen und diese Stellen zu verbessern. Dann hat man nämlich eine gute Auswahl an verschiedenen Ausdrücken und Bildern und braucht nur noch die besten auszuwählen. LG Azahar

Eingetragen am: 25.09.2008

Kommentar von Linda Cuir

Liebe Metta, die vielen qualifizierten Kommentare haben mich zuerst gebremst, hier auch noch meine Meinung hinzuzufügen. Ich finde aber den ersten Text so gefühlvoll, dass ich es trotzdem tue. Dieser Text sollte in dieser Form bleiben. Der Leser nimmt diese Stimmung wahr und seziert nicht den Text. Es ist ihm gleich ob Düsterheit, Dunkelheit etc. dort steht. Er ist fasziniert von dieser Szene. Die geordneten Teppichfransen gehören in diese Umgebung und Zeit. Meine Schwiegermutter zwang meinen Sohn früher ebenfalls, die Fransen nach dem Spielen mit dem Fransenkamm wieder zu ordnen! Ich freue mich auf deinen Roman. Liebe Grüße Linda

Eingetragen am: 24.09.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Doch doch, Deine sachliche Kritik und die hilfreichen Tipps und Hinweise sind überaus wertvoll. Du darfst unser Lob ruhig annehmen. LG Reiner

Eingetragen am: 20.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Ich bin doch gar nicht so toll... Ich wirke nur manchmal so.

Eingetragen am: 19.09.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Hallo Metta! Puh, was soll man da noch schreiben nach diesen vielen Kommentaren, die Du schon erhalten hast. Mein (recht früher) Kommentar ist der Umstellung auf einen anderen Provider für meine Domain zum Opfer gefallen - mit ein paar anderen Kommentaren. Die Arbeit nach Mitternacht war für die Katz! Die Dämmerung ist nicht düster, sie wirft ihre Schatten. Draußen wird es dunkler, im Haus wird es düster. Die Düsterkeit/nis schleicht, tastet... Wie wäre es, Briefe und andere schriftliche Quellen lesen zu lassen und den Text gleich aus den aufsteigenden Gefühlen des Lesers heraus zu kommentieren. Er wischt eine Träne weg, muss schlucken, sein Rücken schmerzt, der Druck im Kopf steigt, sein Bauch verkrampft, er hört den Puls im Ohr, schnappt nach Luft, weil er das Atmen vergessen hat, muss Wasser trinken, krallt seine Finger ins Haar, das Papier in seiner Hand wird schweißfleckig, sein Darm grummelt, er muss zum Klo ... Zu 4: Diese Entscheidung für ein Wort kann zum Schluss fallen, wenn das Buch im Rohbau steht. Dann wende doch Birgits Methode an. Und im Übrigen/übrigen (ist mir egal!) bin ich mir ganz gewiss, dass die "Probleme", die Du beschrieben hast, eigentlich nur Aufgaben für Dich sind, die Du mit Deinem anscheinend unendlichen Elan und Willen mit Bravour meisterst und an denen Du Deine Fertigkeiten trainierst. Wenn einer hier mit seinem Roman fertig wird, dann Du. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Dir für all die vielen Tipps, Hilfen und Hinweise in Deinen Kommentaren. Wenn man die liest, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass Dir überhaupt etwas Probleme bereiten könnte. Man fühlt sich dagegen ziemlich schwächlich, so dass man fast nicht traut, Tipps zu geben. Fast möchte ich jetzt mit "hochachtungsvoll" unterschreiben, aber ich glaube, LG reicht. Viel Erfolg weiterhin, Metta. LG Reiner

Eingetragen am: 18.09.2008

Kommentar von scacha

Hallo Metta, ist jetzt schon wieder her, aber DANKE für Deinen ausführlichen Kommentar zu meinen Beiträgen! Ich habe mir alle Deine vorgenommen, mit Spannung gelesen und habe auch ein paar Ideen dazu - ich sehe, dass Du sehr viele Kommentare bekommst und bekommen hast, aber Du bist sicher für weitere offen?:-) Ich hoffe ich komme bald dazu (vor Frankfurt), LG Scacha (PS scacha@web.de)

Eingetragen am: 17.09.2008

Kommentar von Eva Marcuse

Liebe Metta, obwohl ich mich so lange ausgeklinkt hatte, wage ich es, dir, der erfahrenen Schreiberin einen vielleicht hilfreichen Tipp zu geben. Ich gewinne viel Freiheit beim Ausformulieren, wenn ich es schaffe, die persönlichen Erlebnisse auf Distanz zu bringen. Wenn der Großvater oder wer auch immer quasi zu einer „fremden“ Person wird, oder wenn die Ereignisse sozusagen einer „anderen“ Person passiert sind, dann gewinne ich die Freiheit des Fabulierens, dann sortieren sich die Berge an Material besser; ich bin dann nicht mehr mit der Nasenspitze auf jedem einzelnen Wort, sondern gewinne eher eine neue, ganz eigene Emotion zu den Dingen und kann sie so besser gewichten. Viel Erfolg beim Sichten und Schreiben. Eva / Ob ich nach Frankfurt kommen kann, weiß ich noch nicht. Ich würde gerne.

Eingetragen am: 14.09.2008

Kommentar von Angela Barotti

Liebe Metta! Auf die Unstimmigkeiten (Punkt 2 bis 4) werden dich deine Testleser hinweisen. Hier und da eine kleine Überarbeitung, dann steht dein Text. Sehr schwierig stelle ich mir in der Tat Punkt 1 vor. Leider kann ich dir hierzu keine Tipps geben, denn ich schreibe ausschließlich fiktiv. Vielleicht Lillilu? / Deine Teppichfransen, die schon lange von keiner Kinderhand gebürstet worden waren, finde ich übrigens sehr gelungen. Dieses bisschen Text sagt sehr viel über den Charakter des Großvaters aus. Bitte nicht wegkürzen. Meine Oma war ähnlich. Sie besaß allerdings einen Teppichkamm, der wie eine kleine Friedhofsharke aussah. Ich fand dieses Getue wegen der Fransen immer völlig übertrieben und habe als Kind heimlich unzählige Minizöpfe hinein geflochten. Das hat meine Oma völlig in Rage gebracht und mir einen Satz heißer Ohren beschert. So viel zur Kreativitätsentfaltung im Hause Barotti. Es herrschten Seck’sche Verhältnisse. ;-)

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Ginko Korn

Nin, mach mal einen Punkt um die Ecke der Querdenker. Dort wartet die Fiktion mit den offenen Armen eines Reali - Täters und pinnt an die Wand: Kühlblauer Schrein mit beleuchteter Scheibe, / flammende Schrift an der Tafel im Bild, / schreibt immer fort unter zagendem Tupfen, / fragt nach Begehr, nach Woher und Wohin. / Nenne das Ziel mir, den Tag und die Stunde! / Willst du gen Frankfurt nur, nicht auch zurück? / Schweig, Menetekel, doch diene dem Kunden! / Spende ihm klingend das Fahrtdokument! / Brav nun getastet. Ein Sitzplatz bei Tische! / Liebst du die Aussicht? Ach, frei sollst du geh'n. / Hier, dein Papier für die Reise im Gleise! / Hüte es wohl und sei pünktlich am Ort!

Eingetragen am: 12.09.2008

Kommentar von Karin

Liebe Metta, Du hast schon so viele Reaktionen auf Deinen Text erhalten; trotzdem füge ich noch einen Kommentar hinzu: Wenn Du Probleme siehst, die Briefe Deines Großvaters zu integrieren, könntest Du sie vielleicht als Gedankensplitter (Innerer Monolog des G.) einbringen? Liebe Grüße.

Eingetragen am: 12.09.2008

Kommentar von Birgit Jennerjahn-Hakenes

Vielleicht, nur veilleicht, ein kleiner Tipp zu 4): Du musst/willst Dich beschränken, hast z.B. zwei passende Verben, die Dir zusagen, welches nehmen? Mach die 49%/51%-Regel, denn 50/50 bringt Dich nicht weiter. Was sagt Dein Bauch, welchem Verb gibst Du 51%? Das ist dann wahrscheinlich das bessere. Sich selbst laut vorlesen hilft auch gut, ich denke aber, das tust Du eh. Danke auch für Deinen Kommentar bei mir. Ja, ich "musste" den Text einstellen, diese Aufgabe war mein Zugpferd, um am Ball zu bleiben. Zuzugeben, das mein größtes Problem das Durchhaltevermögen ist, hätte mir nicht gereicht. Liebe Grüße, Birgit

Eingetragen am: 11.09.2008

Kommentar von Inge K.

Ich muss zugeben, dass mir die zweite Fassung besser gefällt. Ich bin auch ein Liebhaber kurzer und prägnanter Sätze und werde (so geduldig ich auch sein mag) gelangweilt von soviel schnick schnack im Text. Selbst die zweite Fassung ist sehr schön beschrieben und gibt ein konkretes Bild, wie der Raum aussieht. Sie gefällt mir richtig gut! Deine Schwierigkeit, Dinge zu beschreiben, die eigentlich selbstverständlich für dich sind, kann ich gut nachvollziehen! Daher hab ich mir einen guten Freund gesucht, der meine Texte durchliest und mir das dann sagt. Wie man das Problem ansonsten in den Griff bekommt weiss ich nicht.

Eingetragen am: 11.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Interessant, dass jeder ein anderes Empfinden für einen stimmigen Text hat... Das Wort Düsterkeit gibt es! Habe sicherheitshalber eben noch einmal im Wörterbuch nachgesehen. Hier kommt auch wieder das zweite Problem zum Tragen: Ich kenne dieses Zimmer in Wirklichkeit. Es ist ein L-förmig geschnittener Raum (nur spiegelverkehrt). Das Fenster ist oben am L, Ulla sitzt in der Nische, die dem Fuß des Ls entspricht, und da dort nur ein ganz kleines Fenster ist, ist es dort nicht mehr dämmerig sondern bereits zappenduster. Die Dämmerung kann also, wenn sie im Sessel Platz nimmt, nicht mehr grau sein, sondern sie muss so schwarz sein, dass Ulla das Gefühl haben kann, dort säße noch ihr Großvater, weil sie absolut nichts mehr erkennen kann. Das mit den Kinderhänden ergibt sich aus dem größeren Kontext - dieser Absatz ist aus einer Szene, in der Ulla das letzte Mal im Haus ihres gerade verstorbenen Großvaters sitzt und die Kindheitserinnerungen Revue passieren lässt. Der Großvater war ein sehr ordnungsliebender Mensch. Um die Fransen am Teppich zu glätten, hatte er extra eine kleine Bürste mit Stiel, die Ulla als Kind sehr liebte, weil sie genau die richtige Größe für Kinderhände hatte. Die Verbindung von Fiktion und Dokumenten finde ich aus dreierlei Gründen schwierig: 1) Manches ist so gut geschrieben, dass ich es im Original übernehmen möchte. D.h. es muss Szenen geben, in denen jemand etwas entweder aufschreibt oder liest. Ich habe noch keine Ahnung, wie ich das in den Handlungsstrang integriere, ohne dass es zuviel oder zu langweilig wird ("Ach, schon wieder ein Brief!"). 2) Ich muss neu zusammenstellen, z.B. aus zehn Briefen meines Urgroßvaters einen machen, das ist also eine sehr systematische Arbeit. 3) Ich muss die Informationen aus Schriftstücken in Szenen umwandeln, ohne, dass die Authentizität verloren geht. Vielleicht muss ich wirklich einfach anfangen, aber z.Z. glotzt mich ein etwa 50 cm hoher Stapel alter Karten, Briefe, Rechercheergebnisse aus dem Archiv usw. an und sagt grinsend: Um mich zu bearbeiten, brauchst Du Jahre! - Jedenfalls vielen Dank für die Kommentare!

Eingetragen am: 11.09.2008

Kommentar von Karin

Liebe Metta, erst einmal danke für Deine Nachricht wegen des Treffens zur Frankfurter Buchmesse. Ich hätte gaaanz doll Lust, Euch inzwischen so lieb gewordenen Kommentatoren kennen zu lernen! Aber es sieht im Moment sehr wenig hoffnungsvoll aus. Ich tröste mich damit, dass es bestimmt nach Beendigung dieses Projektes ein Kennenlernen geben wird. Und nun zu Deinen "Schreibschwächen": Ich fand alle Deine bisherigen Texte ohne Tadel, sie sprachen mir sogar stets aus der Seele und ich wüsste nicht, was Du daran verbessern könntest. Gut, natürlich könnte man in Deinem heutigen Beispiel Adjektive einsparen. Die Dämmerung ... streckte ihre Finger (die D. ist ja schon grau und ausgestreckte Finger sind lang)..., aber Großvaters Sessel ist in der Erinnerung breit und braun, muss es deshalb auch bleiben. Ich finde den zweiten Text auch besser, kroch ist passender als schwabte. Liebe Grüße. Karin

Eingetragen am: 11.09.2008

Kommentar von Numungo

Hallo Metta, ich habe noch nie Zeitdokumente mit Fiktion verbunden und doch stelle ich es mir nicht so schwer vor. Das Problem ist wahrscheinlich, dass du zuviel darüber nachdenkst. Lies deine "Zeitdokumente" einfach durch, lass sie auf dich einwirken und schreibe dann drauf los. Ohne zu korrigieren, ohne weiter darüber nachzudenken (über die Verbindung). Das kannst du immer noch während der Überarbeitung tun. Deinen Beispieltext finde ich übrigens sehr gelungen. In der ersten Fassung stören mich nur zwei Dinge: 1. Düsterkeit (gibt es dieses Wort überhaupt?). Ich würde es durch Düsternis ersetzen. 2. die bürstenden Kinderhände. Die zweite Fassung ist für mich (zumindest nachdem ich die erste Fassung kenne) zu stark gekürzt. Mein Vorschlag: "Die Dämmerung strich ums Haus, lugte durch die Fenster hinein, steckte ihre dünnen, grauen Finger durch die Gardinenschleier und tastete sich an der langen Bücherwand entlang. Düsternis ergoss sich über den schweren Teppich, schwappte an Tisch und Sofa hoch und ließ sich schließlich in Großvaters breitem, braunen Ledersessel nieder." Viele Grüsse, Numungo (17556)

Eingetragen am: 10.09.2008

Kommentar von Gerhild Bauer

Mir gefällt deine erste Fassung recht gut, nur mit "Fransen, die schon lange keine Kinderhand...." kann ich nichts anfangen. Die Düsterkeit würde ich vereinfachen..z. B. Düster ergoss sie sich.... Die Dunkelheit im dritten Satz würde ich einfach streichen und die letzten beiden Sätze mit einem einfachen "und" verbinden. Deine zweite Fassung gefällt mir auch gut, ich würde nur "dunkel" weglassen : sie schlich über den.... Sonst würde ich nichts streichen. L.G. Gerhild

Eingetragen am: 10.09.2008

Kommentar von MaDe

Hallo Metta, sicherlich ist dies ja nur ein Ausschnitt aus einem größeren Text. Daher bin ich mir gar nicht so sicher, ob man wirklich eine Version favorisieren sollte. No.1 gibt mir ein genaueres Bild vom Zimmer No.2 fängt mehr die Stimmung ein. Es sollte einfach zum Kontext passen. lg MaDe

Eingetragen am: 10.09.2008

Kommentar von Nobby

Hallo Metta, in der zweiten Fassung finde auch ich den Text schöner. Aber ich denke, lieber etwas zu viel um die Ecke denken, als gewöhnlich zu sein! Schöne Grüße Nobby

Eingetragen am: 10.09.2008

Kommentar von M.P.

Hallo Metta, du bist wie immer sehr offen, das bewerte ich positiv. Wer seine Fehler kennt, weiß wo er ansetzen muß. Mit viel Fleiß und Selbstkritik kommt man dann zu so einem Ergebnis, wie deinem überarbeiteten Text. Den ich jetzt viel stimmiger erlebe. Ein paar Wörter würde ich noch entfernen: 'Dunkel' im zweiten Satz ist zu viel. Diese Dämmerung ist dunkel, du erwähnst es kurz vorher mit den 'grauen Fingern'. Im ersten Satz würde ich noch 'dünnen' und 'lange' streichen. Im letzten Satz solltest du überlegen, welche nähere Erläuterung für den Sessel wichtig ist. Breit oder braun? LG M.P. Frankfurt klingt gut! ;O)

Eingetragen am: 10.09.2008

Kommentar von Sarah Jakob

Hallo Metta, dein Beitrag beruhigt mich ungemein. Fiktion und Realität verbinden ist schwer. Vor allem dann, wenn es um eine Realität geht, die jeder kennt. Zum Zweiten gefällt mir deine Änderung des Beispiels ganz gut, bis auf eine Sache: Ist Dämmerung ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht immer dunkel? Trotzdem gefällt mir die Beschreibung sehr gut. Es bringt auch nichts, weiter zu kürzen, denn dann geht das tolle Bild womöglich verloren. Einige meiner Sätze habe ich auch immer weiter zusammen gestrichen. Letztendlich habe ich sie ganz weggelassen, weil das schöne Anfangsbild verschwunden war. Liebe Grüße Sarah

Eingetragen am: 10.09.2008

Eingetragen am: 10.09.2008 von Ginko Korn
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Als katholisches Knäblein hatte ich vor dem Beichtgang anhand des Katalogs im Gesangsbuch eine Gewissenserforschung zu betreiben. Darunter: "Habe ich Unkeusches gedacht, angeschaut, getan? Allein, mit anderen?" Hey! Da gab es bereits Romanstoff, doch damals ahnte ich noch nichts davon. Der Kaplan im Beichtstuhl bekam Erfundenes zu hören; erste literarische Versuche.
Heute entspricht die verinnerlichte Grammatik meinem tadellosen Stoffwechsel, insofern hat eher das Publikum Schwierigkeiten mit dem, was ich sagen will. Wenn ich einen Sachverhalt erklären muss, der mir geläufig ist, produziere ich zunächst belehrende Langeweile. Erst das Backpulver der Gleichnisse und Metaphern lockert dann den Teig der Mitteilungen auf. Mehrheitlich finden Gammaleser und -hörer in der Textarena eine solche Erläuterung am verständlichsten, die in wörtlicher Rede ausgearbeitet worden ist, am besten als Dialog. Meine Kommentare waren vorwiegend dann abgelehnt worden, wenn ich lediglich in formaler Beckmesserei auf Regeln gepocht hatte.
Niemand wird gern ge-maß-regelt. Auch ich fühle mich dabei unbehaglich. Das Negative bei Zweideutigkeiten suchten sich meistens diejenigen heraus, die sich unsicher fühlten.
Wie soll ich nun diese Hausaufgabe angehen und welche Lebensreize kann ich reuelos dem Zeitaufwand des Schreibens unterordnen?
Das schwankt, je nach Qi-Bewegung.
Bei linnenlosem Laufen entlang des Strandes zwischen Wustrow und Ahrenshoop erstarkten während des Nachsinnens die Figuren der gelesenen Urlaubswälzer für mich zu merk-würdigen Gestalten. Allesamt erkannte ich sie wieder in der Warteschlange vor einer Aalräucherei, in Küstereien der Kirchen und in den Künstlerkaten. Jeder Gesprächspartner freute sich über meine Fragen, und die Antworten waren wenigstens ein Romankapitel wert. Reichliche Auskünfte erhielt ich immer dann, wenn der Gegenstand eine Leidenschaft des Gesprächspartners zu sein schien, vorneweg das Essen und Trinken. Einmal erklärte mir ein Radfahrer, den ich um Hilfe wegen meiner widerspenstigen Kette gebeten hatte, die Geheimnisse der Vielgangschaltung mit Einzelheiten, von denen ich noch nie gehört hatte. Frohgemut hatte er während seines Vortrags auch noch meine Panne behoben und anschließend pichelten wir am Kiosk bei den Drachensurfern, wobei sich weitere Neuigkeiten kaum abwehren ließen.

In der Rangliste meiner Schwierigkeiten steht ganz oben der bescheidene Wortschatz des Programms "Open Office Writer". Selbst nach fünfmonatiger Benutzung schlägt es mir surrealistische Alternativen vor. Die gleiche Zeit, die ich für das Schreiben brauche, geht dahin, indem ich diesem Blödian meine Schöpfungen als Neuaufnahme hineindrücken muss.
Es folgt mein Kampf gegen die Ideenflucht, dergestalt, dass ich jeden Entwurf nach unterschiedlicher Reifezeit von Abschweifungen zu befreien habe, damit ein Betaleser das Wesentliche erkennt.
Drittens gelingt eine Sofortkorrektur nur auf Kosten der Grammatik, was viertens
weitere Zeit beansprucht, die Sprachlogik wieder herzustellen.


Der Romanheld Jasper ist froh, eine bürgerliche Existenz gefunden zu haben. Hier in der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau genügen seine Stegreifkenntnisse vollauf, um die Versuchsreihen zu handhaben. Er bewohnt zwei Zimmer des angeschlossenen Studentenheims, wo die oberste Hausmeisterin tiefes Misstrauen gegen ihn hegt, weil er auch nächtens durch die Institutsgebäude geistert. Amüsiert bedient er die Rolle des Asok (kein Klassiker, recherchierbar bei Dilbert). Dabei äußern sich seine Gedankengänge in scheinbar verrücktem Verhalten und führen doch zum Ziel, nur aus anderer Richtung als herkömmlich. Seine außergewöhnlichen Sinne aber treiben ihn auch in ein Dilemma.
Einerseits glaubt er zu verstehen, wie sich eine nichtmenschliche Intelligenz äußert, andererseits beißt er auf Granit bei den Entscheidungsträgern, deren Hilfe er benötigt. In Gedanken kreist Jasper spiralig zum Punkt der Erkenntnis, doch bevor er zum Schluss kommt, werfen neue Hinweise ihn wieder aus der Bahn. Seine Zerrissenheit steigert sich noch, als ihm Fortschritte gelingen durch eine Mitarbeiterin, die ihn scheu bewundert. Er enttäuscht diese Frau, weil er sich in eine andere verliebt. Der ersten gegenüber fühlt er sich verantwortlich, was wiederum dem Nachspüren seiner Entdeckung abträglich ist. Immer mehr Bälle muss er jonglieren und droht daran zu scheitern, bis ihm klar wird, dass nicht er der Spielende ist, sondern ... siehe Roman.


Kommentar von Maju

Hallo Ginko, das mit dem Beichten kenn ich nur zu gut. Ich habe als letzte Sünde immer angeführt "Ich habe gelogen", das hat der Pfarrer aber nicht so verstanden wie ich es gemeint habe. Auf deinen Jasper-Roman kann man wirklich gespannt sein, denn du bist ein genialer Sprachkünstler. Sag uns doch, unter welchem Namen du ihn veröffentlichen wirst, denn dieses Buch wird sicher ein Bestseller und viele aus diesem Forum werden es besitzen wollen. LG. Maju

Eingetragen am: 22.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Ich weiß, ich bin am Zug, aber ich weiß noch nicht, wann... Entweder Donnerstag- oder Freitagnachmittag, zurück am Sonntag. Wenn Dich nach nicht metaphorischer Fahrgemeinschaftenabsprache gelüstet, oder nach Teilnahme an einem kleinen Treffen in HH (mit Frog und Wladimir), sach ma' Beescheeiiid (nicht Dilbert, Werner!) bei Metta_Maiwald@web.de

Eingetragen am: 18.09.2008

Kommentar von Karin

Sicherlich ist es für Dich nichts Neues, dass Du ein besonders talentierter, intelligenter und origineller Schreibender bist! Ich bin jedesmal begeistert und amüsiert von Deinen Texten, fühle mich im Vergleich dazu sogar manchmal reichlich einfach strukturiert. Einen Roman von Dir zu lesen, stelle ich mir allerdings anstrengender vor als einen ganzen Tag schwerer Arbeit. Aber vielleicht werde ich auch, wenn es so weit ist, völlig anders reagieren. Schauen wir mal, und lass Du Dich bitte nicht von irgend welchen Kommentatoren verunsichern. Liebe Grüße.

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Angela Barotti

(Grins) Schade, dass ich mich im August nicht in Fischland herumgetrieben habe. Mein Urlaubsrevier war der Darß und der Zingst. Wäre doch lustig gewesen, wenn wir uns am FKK-Strand über den Weg gelaufen wären – ohne voneinander zu wissen. / Eine Schwierigkeit von dir habe ich vermisst: Das Annehmen von Kritik. Hast du hier Fortschritte gemacht? Und wie sieht es mit dem gegenseitigen Necken aus? Alles im grünen Bereich für dich? Oder steht die Ampel für mich schon auf rot? @alle: Unter 17427 hat mp zum Thema Kritikannehmen eine ganz wunderbare Story gepostet.

Eingetragen am: 11.09.2008

Kommentar von Numungo

Tja, was soll ich dazu sagen? Literaturförderung im Beichtstuhl! Das gibt es nicht überall. Doch wenn der Beichtvater sich gerne an erfundenen Geschichten ergötzt, sind der Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Meist scheint jedoch das Genre etwas eingeschränkt? Gab es damals auch einen Literaturpreis? Wäre ja auch mal etwas anderes: ein Literaturbeichtstuhlpreis oder ein Beichtstuhlliteraturpreis oder ... Dein Problem mit der Rechtschreibhilfe von OpenOfficeWriter kann ich nachvollziehen; ich nehme es schon gar nicht mehr ernst. Im Zweifel wende ich mich an die Office-Bibliothek von Duden, hier ist mehr Hilfe zu erwarten. Inzwischen gibt es jedoch einen Open-Office-Korrektor von Duden (ca. 20.- Euro). Ich bin allerdings noch nicht dazu gekommen, ihn zu testen. Vielleicht kannst du das ja für uns machen? Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 11.09.2008

Kommentar von Malea

„Ich habe gelogen, ich habe gestohlen, ich habe die Katze beim Schwanze gezogen“ – das hatte mir mein Vater mit einem Augenzwinkern für die Beichte empfohlen. Was zu einem Drittel unmittelbar beichtbare Sünde wird, da beißt sich die Katze sozusagen in den Schwanz (herrje…). Deine Selbstkritik ehrt dich. Wir sind uns einig, es ist müßig zu diskutieren, wie viele Metaphern auf eine Nadelspitze passen ;-) Zu deiner Hauptschwierigkeit: Open Office Writer ist eine Qual, manche mögen es, ich habe mir zu Anfang des Jahres den Luxus gegönnt, und mir endlich ein anständiges Word-Programm gekauft. Das ist nicht ganz so dämlich, und hat ein paar angenehme Fähigkeiten. Obwohl die surrealen Wortvorschläge ihren eigenen irren Reiz haben. Aber du musst auch nicht unbedingt mit dem Biest kämpfen, du könntest einfach sein Unwissen ignorieren. Kannste nich? Männer… ;-) Abschweifungen, ja, das Problem kenne ich auch. Dafür ist es hilfreich, sich genaue Ziele zu setzen, die Szene vor dem Schreiben zu planen. Bloß hat die Muse dann manchmal Migräne. Aber genau daran müssen wir arbeiten, denn Schreiben ist Arbeit und nicht nur Geknutsche ;-) Sofortkorrektur: Vielleicht machst du die schon im Kopf ohne es recht zu merken? Dann ist das Niedergeschriebene eine gute erste Version, die nur noch ein paar Reifestadien braucht – ein bisschen Barrique, ein wenig Politur … Dass auch du Dilbert schätzt, wundert mich nicht. Dein Jasper-Plot klingt anspruchsvoll, wie schaffst du es, alle Nebenstränge und Verästelungen so unterzubringen, dass du den Spannungsbogen hältst, dich nicht in Details verlierst und sich alles griffig und folgerichtig entwickelt? Das wüsstest du auch gerne? Liebe Grüße, Malea.

Eingetragen am: 11.09.2008

Kommentar von M.P.

Noch steht hier kein Kommentar und doch kenne ich die Reaktionen auf deinen Beitrag. Einzigartig, Sprachwunder, mach weiter so, laß dich nicht beirren. Wir sind ja alle ein bißchen wie Raubtiere, belauern uns, hin und wieder wird gebissen. Ich hatte zu Beginn Probleme, deine Kommentare zu entschlüsseln. Zum Glück hast du mich weitgehend „verschont“. Dann habe ich mich darauf eingelassen und versuchte deine kryptische Sprache zu entwirren. Die Erkenntnisse sind gut, manchmal übertrieben Eigensinnig, selten gemein. Aber entscheidend ist doch, wie kommen deine Texte an. Und die sind über dem Durchschnitt. Dein Thema verlangt nach einer anderen Ausdrucksform und muß sich von der Masse abspalten. Dass du damit aneckst sollte dich nicht wundern. (Ich habe mit meiner Familie vor drei Jahren Urlaub in Dierhagen gemacht. Wir waren auf der schönsten Landzunge der Welt und nächstes Jahr fahren wir wieder hin. Ich könnte gut dort leben.)

Eingetragen am: 11.09.2008

Eingetragen am: 10.09.2008 von m.petersen
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Das letzte Thema hat es gezeigt und ich stehe zu meiner Schwäche. Ich verwende ungern Metaphern, um einen Text aufzuwerten. Natürlich kommen sie vor, aber ich muß sie immer wieder erklären. Personen gebe ich gerne eine Metapher mit, wie der Dicke oder der Lange. Naja, und geschwollene, blumige Sprache liegt mir nicht. Irgendwie komme ich mir kindisch vor, wenn ich die Wolke am Himmel in rosa Watte packen soll. Außerdem ist das auch nicht mein Genre, ich will gerne Krimis schreiben, da ist weniger oft mehr.
Wenn ihr auch noch wißt, was ich nicht kann, dann raus damit.


Kommentar von m.petersen

Danke dafür, dass ihr meinen Eintrag gelesen habt und auch danke, dass ihr euch die Mühe gemacht habt meine Gedanken zu kommentieren. Und Danke Metta, dass du soviel gefunden hast, kannst mal sehen wie oberflächlich ich meine eigenen Texte lese, peinlich. :] Das ist natürlich nicht mein einziges Problem, im Gegenteil, aber ich wollte hier nicht meinen Müll abladen und euch damit belasten. Im Prinzip haben viele die gleichen Probleme wie ich, aus den Antworten der klugen Kommentatoren nehme ich mir das heraus, was ich auf meine eigenen projezieren kann. (@Antigone, deine Worte bauen mich auf, das habe ich mal gebraucht.)

Eingetragen am: 23.09.2008

Kommentar von Metta Maiwald

Oh, ich habe noch mal in Deinen alten Beiträgen gestöbert - gleich im ersten wollten Deine Geschichten frische Luft schnuppern. Rosa Watte habe ich nicht gefunden, dennoch... Der alte Sack hat Scheiße erzählt: Da ist eine Vielzahl Metaphern versteckt, die wie eine eklige Fratze auftauchen, da könnte man vor Wut explodieren! Sieh doch, wie Anton, ganz und gar nicht zum Anbeißen, an einem Strom aus schwarzem Tod steht.

Eingetragen am: 18.09.2008

Kommentar von Reiner Reinfeld

Schon wieder ist in den voraufgegangenen Kommentaren alles gesagt. Also, sei glücklich, wenn das Deine größte Schwäche ist. LG Reiner

Eingetragen am: 13.09.2008

Kommentar von Antigone

"Die Wolke am Himmel in rosa Watte verpacken" ist klasse formuliert. Du kannst die blumige Sprache also auch! Und Du überzeugst in Deinen Texten mit einem klaren, schnörkellosen Stil. Dazu gelingt es Dir gut, Spannung aufzubauen. Sei zufrieden und mach weiter so. LG Antigone

Eingetragen am: 10.09.2008

Kommentar von Numungo

Mach dir da mal keine Sorgen! Kein Mensch setzt sich hin (ausser vielleicht in der Schule) und sagt: "So, jetzt schreibe ich mal eine Metapher." Und wenn jemand einen Text mit Metaphern spikt, heißt das noch lange nicht, dass der Text dadurch gewinnt. Vielleicht solltest du deine Texte mal gezielt untersuchen. Wahrscheinlich findest du mehr Metaphern als du denkst. Und wenn nicht, können die Texte trotzdem gut sein. Auch - oder gerade - weil es keine rosa Wolken sind. Wenn das also deine einzige Schwäche ist, kannst du dich glücklich schätzen. Viele Grüsse, Numungo (17556).

Eingetragen am: 10.09.2008

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