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Kapitel 5 mit Übungsaufgabe
Leserbeiträge
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11244
Es war Samstag, ein schöner Tag und ich wollte für eine Sache, die ich öffentlich nicht näher erläutern will, in eine andere Stadt. Ich suchte einen bestimmten Platz und hatte mir den Ort in mein GPS-System eingespeichert, das allerdings kein Kartenmaterial hat, außer für die USA, in die ich nicht unbedingt reisen muss. DA allerdings kann ich Ihnen bei Belieben jedes Restaurant zeigen und auch alle Straßen, die dorthin führen.
Ich dachte mir, ich könnte für die weiten Wege meine Inlineskates als Abkürzung benutzen, statt die ekelhaft ausgedehnten Strecken zu Fuß zu gehen. Zunächst musste ich mit meinen Skates über den einzigen erhalten gebliebenen Kopfsteinpflasterweg aus dem achtzehnten (?) Jahrhundert fahren, was mir schon sämtliche Nerven raubte, weil mein „Fahren“ darin bestand, zu versuchen, über das Pflaster zu laufen, wobei allerdings immer wieder neu die Rollen in Bewegung kamen, was dazu führte, dass ich ständig stockte und meine schwere Tasche mir stets erneut an den Schultern riss, die ohnehin schon obligatorisch schmerzten - mein Rücken ist schon seit einiger Zeit nur ein Fels in der Brandung, wobei mein Körper die Brandung und der Fels in diesem Fall nicht positiv gemeint ist.
Nachdem ich diesen etwas zermürbenden Weg hinter mich gebracht hatte freute ich mich schon darauf,jetzt endlich wieder über Asphalt fahren zu können, auch wenn es zunächst bergauf ging und ich dementsprechend sehr sehr kaputt war, als ich angekommen war. Da es sich um eine fremde Stadt handelte hatte ich um Steigungen und Gefälle nicht bescheid gewusst. Jetzt ging es leicht bergab, so wie ich es mag – zügig fahren können, kein zu steiles Gefälle, die eine oder andere Kurve für die Abwechslung... nur dass die Straße mittelmäßig stark befahren war störte mich etwas, war doch der Nervenkitzel etwas höher als gewöhnlich. Noch höher wurde er, als das Gefälle steiler wurde, aber ich hatte ja meine alten Scheibenbremsen, mit denen ich immer schon gut umgehen konnte auch wenn sie inzwischen abgenutzt und nicht mehr so gut waren.
Das Gefälle wurde noch steiler und noch steiler und meine Bremswirkung wurde schwächer und noch schwächer. Kurzerhand beschloss ich, die Straße rechts abzubiegen, um meinen Schwung ausrollen zu lassen, wobei sich die Straße rechts dummerweise schnell als Schotterweg entpuppte und ich auf meinem Hintern landete. Aufgestanden – stärker gebremst weitergefahren auf die Straße aus der ich kam. Das Gefälle wurde noch stärker und meine Bremswirkung nach kurzer Zeit noch schwächer und es ging steiler bergab und es kamen mehr Autos um die Kurve und ich wurde noch schneller und langsam merkte ich, dass ich nicht mehr stärker bremsen konnte und als ich geradeaus runter guckte sah ich, dass eine Hauptstraße quer verlief, auf die ich vermutlich gefahren wäre, wenn ich mich nicht spontan dazu entschlossen hätte, lieber mit der größeren Chance, nur latent verletzt zu überleben zu verunfallen. Ich versuchte noch ein letztes Mal stärker zu bremsen und es passierte: der linke Skate begann zu eiern, mein rechter Skate blockierte, ich drehte mich um die eigene Achse, überschlug mich direkt zweimal, fühlte, wie meine Arme den Boden küssten und lag ziemlich verdreht auf der Straße, als meine Tasche mir zu allem Überfluss auf den Kopf fiel.
Sofort setzte ich mich auf, betrachtete mit nassen Augen und zittrigem Atem meine Arme und stellte fest, dass meine linke Hand ein größeres Loch hatte, mein Handgelenk zwei böse Schürfwunden, meine Ellebogen hatten die größten Verletzungen, allerdings auch nur Schürfwunden an beiden Seiten, links heftiger als rechts. Die linke Wunde am Ellebogen erstreckte sich über gute 7cm, mein Knie war wie sich später herausstellte auch verletzt. Bevor ich mich langsam zitternd und bedacht den Berg in kleinen Kurven in Richtung bergauf heruntergearbeitet hatte setzte der Mann aus der Einfahrt gegenüber noch einen 'drauf: „Sie schon wieder? Haben Sie sich nicht schon da oben hingelegt?“
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11181
Mein Einkaufskorb, der auf dem Beifahrersitz stand, war randvoll. An der roten Ampel musste ich anhalten, die Sonne schien auf das Fruchteis, den Salat und das Grillfleisch. Als die Ampel auf Grün umsprang, fuhr ich deshalb schnell los, so zügig wie es mein kleines Auto zuließ. Aus den Augenwinkeln sah ich schattengleich einen dunklen Wagen auf mich zurasen. „Nein, nein,“ dachte ich. Ich glaube, ich habe es auch laut heraus geschrieen. Ein schwerer Wagen mit einem rauchenden alten Mann am Steuer, der ungeachtet seiner roten Ampel über die Kreuzung raste, prallte gegen den Kotflügel und das Rad meines Autos, riss dieses herum und schleuderte mich – durch die Wucht des Aufpralls überschüttet von meinen Einkäufen – hin und her.
Der Busfahrer, der an der Ampel neben mir gestanden hatte, rief Polizei und Krankenwagen, während der alte Mann ausstieg und mich lautstark beschimpfte, weil ich ihm die Vorfahrt genommen hätte.
Mehreren Zeugen gelang es kaum, ihn zu beruhigen, vor allem weil sie ihm vorwarfen, dass er die rote Ampel und damit meine Vorfahrt missachtet hatte.
Schon kurze Zeit später trafen die Rettungssanitäter ein und wollten mich ins Krankenhaus bringen, doch ich war überzeugt, dass nicht viel passiert sei. Wegen eines Blechschadens geht man doch nicht ins Krankenhaus!
„Wie kommen Sie denn gleich nach Hause?“ fragten die Sanitäter mich und warfen dem inzwischen neben uns stehenden Polizisten einen besagten Blick zu.
„Natürlich mit meinem Auto!“
Der Polizist legte mir den Arm um die Schulter, führte mich um mein Auto herum und meinte: „Das glaube ich nicht. Mit diesem Auto fährt niemand mehr.“
Erst als ich den Totalschaden sah, realisierte ich, dass meine Schmerzen keine Einbildung, sondern Folgen des Unfalls waren.
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11116
Ich wollte meiner Mutter Blumen zum Muttertag kaufen. Der Weg zum Blumengeschäft führte an einer stark befahrenen Straße entlang. Das Geld für die Blumen hielt ich in der Hand; während des Laufens glitt mir ein Geldstück aus den Fingern und rollte auf die Straße. Ich war gerade in Höhe einer Ampel, schaute kurz auf das Lichtzeichen und lief auf die Straße. Dann verlor ich das Bewußtsein. Als ich erwachte, stand eine Menschenmenge um mich herum und ich wurde in einen Unfallwagen gebracht. Der Sanitäter erzählte, dass mich ein Profiradfahrer angefahren habe, der in hohem Tempo um die Ecke gesaust kam. Ich sagte dem Mann, dass ich - bevor ich auf die Straße lief - auf die Ampel geschaut habe, sie leuchtete grün. Aus dem Unfall zog ich mir eine Gehirnerschütterung und eine Beinverletzung die genäht werden mußte zu. Eine Narbe am Knie erinnert noch heute an dieses Ereignis.
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10744
Dachlatten wurden vom Balkon heruntergeworfen und landeten mit einem dumpfen Knall in der Wiese. Es war inzwischen ein riesiger Haufen. Alle so durcheinander und übereinander als hätte ein Riese "Mikado" gespielt. Ich stand neben diesem Berg Holz, in Arbeitsklamotten
gekleidet, bei denen es nichts ausmachte ob sie dreckig oder kaputt wurden, mit Mütze und Gummistiefel in voller Montur.
Ich versuchte herauszufinden, von welcher Seite ich anpacken sollte das Holz wegzutragen. Ich trat zwischen die Hölzer und zog versuchsweise an ihnen. Doch sie hatten sich sehr verkeilt. Als ich zurücktrat, bemerkte ich,dass sich ein spitzer Gegenstand durch die gummistiefelsohle gebohrt hatte. Neugier erwachte in mir; `was das denn?` Und bin einen kleinen Schritt zur Seite getreten und somit erneut in den Nagel. Vor Schreck bin ich zur treppegehumpelt, voll panik den stiefel ausgezogen, darin fand sich bereits eine großer Fleck Blut. Der auch die Socke ruiniert hat. Mit bangem Herzem und einem Knoten der in meinem Magen beheimatet war, zog ich die Socke aus. Es schoß ein gewaltiger roter Schwall Blut aus den Wunden und versaute die Treppe, als es hinuntertropfte wie warmes Wasser. Mit Tempotaschentüchern könnte ich die Blutung stillen. Als
der Schock über die Veletzung vorbei war und es aufgehört hatte zu bluten, verband ich mir den Fuss mit Mullbinden. Ein weiteren Schreck bakam ich als meine Gedanken an die letzte Tetanusimpfung dachte, die schon ziemlich lange her war. Das hieß Arzt aufsuchen und wieder mal eine Ewigkeit im Wartezimmer sitzen.
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10717
Es war ein strahlender Sommertag, erschöpft stiegen wir in Los Angeles aus dem Flugzeug, harrten an der überfüllten Gepäckausgabe aus und sehnten dem Bett im Motel entgegen. Zum Glück mussten wir an der Autovermietung nicht lange warten und so saßen wir schon kurze Zeit später in der Limousine. Mein Vater konzentrierte sich auf das Fahren, meine Mutter döste vor sich hin und ich starrte aus dem Fenster, fasziniert von dem Wechsel zwischen Weite und Metropole.
Ungefähr 100 Meilen von Los Angeles entfernt, passierte es, gerade noch war die Welt in Ordnung gewesen, es herrschte Ruhe, Ausgeglichenheit und ich fühlte mich unsagbar sicher und wohlig.
Dann der Aufprall, woher er auch immer kam, ich konnte es nicht ausmachen oder sehen, ich erstarrte, fühlte mich steif und sprachlos. Meine Eltern waren ebenfalls still, keiner sagte etwas oder schrie, wir waren vollkommen versunken und gelähmt, unsere Körper bewegten sich im Rhythmus des Wagens, welcher Richtung Leitplanke schoss, sich dann drehte und ruckend zum Stillstand kam. Ich atmete leicht auf, schaute, ob meine Eltern wohlauf waren und seufzte erleichtert, dass sie es waren. Erst jetzt wagten wir es, uns anzusehen, wieder zu sprechen. Die Erleichterung übermannte uns, doch wir konnten nicht darüber sprechen, was passiert war, es wirkte wie ein Albtraum. Die Polizei tauchte wenige Minuten später auf, sperrte das Stück Straße und geleitete uns zum nächsten Rastplatz.
Im Nachhinein erfuhren und sahen wir, dass der rechte Vorderreifen geplatzt war und eine Stoßstange auf der Fahrbahn lag. Mein Vater hatte wohl gesehen, dass der Wagen vor uns etwas verloren hatte, aber es war zu schnell gegangen, er hatte nicht ausweichen können.
Zum Glück bekamen wir schnell einen neuen Mietwagen und konnten die weitere Urlaubsreise ohne jegliche Zwischenfälle fortsetzen. Trotzdem hatten wir noch länger an dem Unfall zu knabbern, uns wurde bewusst, wie dünn der Faden ist, an dem unser Leben hängt, wie schnell und unerwartet etwas passieren kann und wir danken Gott täglich, dass er unser Leben geschützt hat.
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9948
Emergency Room
Das erste an das ich mich erinnern kann ist das Quietschen von Rädern auf Linoleum, zuckende Lichter die an meinem Kopf vorbei ziehen und Jemand in einem weißen Kittel der neben mir läuft. Dann ist da wieder nur Dunkelheit. Weich und warm und viel zu kurz. Man zieht an mir, bewegt meinen Kopf. Übelkeit wandert meine Brust hinauf, in meinem Hals zieht sie sich zusammen und drückt mit Gewalt nach oben. Aus jeder meiner Körperöffnungen tritt etwas aus. Scham brennt und dann trifft die Panik mit voller Wucht ein. Ich will mich bewegen und komme nicht von der Stelle und dann ist sie wieder da die süsse Ruhe und das dunkle Vergessen.
Ein Unfall ist das nicht geworden eher die Folgen. Aber wie heisst es so schön: "Es wollte aus mir raus".
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9935
Vor einem guten Jahr, ich war zu der Zeit etwa im siebten Monat schwanger, ging ich mit meinem dicken Bauch einkaufen. Eigentlich kein Problem. Wenn da nicht immer die blöden Kommentare aller möglichen Leute wäre. Immer wieder hört man etwas wie "Schwangerschaft ist ja keine Krankheit". Siese Worte hatte ich also auch im Ohr, als ich vom Einkaufen wieder zu Hause ankam. Ich schlörte also die gesamten Einkaufskörbe und Saftkisten ins Haus und stellte sie vor die Kellertreppe. Ich wollte alles nach und nach hinunter bringen. Warum auch immer, ich änderte meine Absicht und trug meinen letzten Gang geradewegs zur Treppe. Ich ging an den Kisten, die ich vorher dort hingestellt hatte vorbei, blieb an irgendetwas hängen und sah mich nur noch fallen. Ich stieß einen lauten Schrei aus. Da aber niemand zu Hause war, konnte mich natürlich auch niemand hören. Ich rappelte mich langsam auf und fühlte alle möglichen Körperstellen ab. Mein Bein und mein Handgelenk taten ziemlch weh. Ich ließ mich in der Küche auf einem Stuhl fallen und atmete tief durch. Was war mit dem Baby? Mir war richtig schlecht vor Angst.
Den Rest des Tages verbrachte ich damit, darauf zu warten, ob ich Kindsbewegungen spürte. Als ich sie dann endlich wahr nahm, heulte ich vor Erleichterung erstmal.
(Das Baby wird übrigens jetzt ein Jahr! )
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9734
So fest ich konnte trat ich in die Pedalen.
Bloß nicht schon wieder zu spät kommen!
Mir fiel auf, dass der Beutel an meinem Lenker auf dem Hinweg viel leichter gewesen war, als jetzt mit den nassen Sachen.
Er pendelte hin und her.
Innerhalb einer Sekunde wußte ich, was passieren würde.
Und doch war es unmöglich noch etwas zu ändern.
Der Beutel mit den nassen Schwimmsachen traf senkrecht auf mein Vorderrad.
Der Lenker schien ein Eigenleben zu entwickeln und nur mit Mühe gelang es mir, ihn festzuhalten.
Ich hatte das Gefühl, als hätte jemand die Zeit eingefroren.
Ein Zipfel geriet zwischen die Speichen und machte ein schnarrendes Geräusch.
Der Beutel prallte ab und durch den Schwung der Speichen drehte er sich mehrere Male um sich selber.
Einen winzigen Augenblick lang schien er in der Luft zu verharren, dann bewegte sich wieder auf mein Vorderrad zu.
Diesmal wurde er nicht zurückgeworfen.
Langsam frass er sich zunächst an einer, schließlich an immer mehr Stellen zwischen die Speichen.
Ein absurdes Bild, wie er in kleinen Dellen in die dünnen Stahlstäbe gewebt war.
Plötzlich konnte ich die einzelnen Speichen deutlich sehen und kurz darauf begriff ich, dass sich das Rad nicht mehr drehte.
Als habe die Zeit darauf wie auf ein geheimes Zeichen gewartet, um mit der gewohnten Geschwindigkeit fortzufahren, wurde ich mit aller Macht nach vorn geschleudert.
Als meine Mutter schließlich im Krankenhaus eintraf, hatte ich eine gute Begründung für mein zu spät kommen.
Wenigstens an diesem Tag.
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9674
Ich war gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. War gerade aus dem Ort herausgefahren, als es plötzlich anfing zu Hageln. Mit runzelnder Stirn schaute ich durch die Scheibe in den Himmel. Da ich eh schon angefressen war, war es nicht verwunderlich, daß ich die Luft durch die Nase einzog.
Es war Ostermontag und ich war fast umsonst zur Arbeit gefahren. Sollte für einen Kollegen einspringen und war in der Planung letztendlich doch über gewesen. Eine Stunde Arbeit und der Vormittag war gelaufen.
Ich ging vom Gaspedal, denn die Fahrbahn wurde schnell weiß und rutschig. So glich ich die Geschwindigkeit der Witterung an. Doch, zu diesem Zeitpunkt wusste ich es nicht, war diese Maßnahme überflüssig gewesen. Naja, zum Teil jedenfalls.
Nachdem ich die kleine Anhöhe heruntergerollt war, wurde hinter der Senke das Fahrzeug langsamer, so daß ich wieder mehr Gas geben musste, um nicht zum Stillstand zu kommen. Ein fataler Fehler. Ob es am Untergrund oder an zuviel Gas lag, weiß ich nicht, aber das Fahrzeug brach aus und kam ins Schleudern. Alle Mühen waren umsonst. Die Fahrbahn war vereist und somit dem Schicksal ausgeliefert. Der Wagen rutschte in den Graben und beendete einen Tag, der eh schon schlecht angefangen hatte.
Doch dabei hatte ich Glück im Unglück. Da ich insgesamt schon sehr langsam gewesen war, kam es mir vor, daß ich wie in Zeitlupe in den Graben rutschte. Die Hände am Steuer, musste ich merken, daß ich nichts tun konnte. Alles in allem blieb das Fahrzeug heil, meine Person unbeschadet und einen Abschleppdienst in Auftrag.
So stand ich dort und wartete auf Hilfe, die sich auch schnell einfand, und zwar in Form eines netten älteren Ehepaars, die zufällig vorbeigefahren kamen. Ich konnte einen Telefonanruf tätigen und bedankte mich herzlich für die angebotene Hilfe, die heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist. Sie waren nur eine von drei Fahrzeugen, die anhielten und ihre Hilfe anboten. Von acht vorbeigefahrenen Fahrzeugen ... Naja, umso höher ist die Hilfe einzuordnen.
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9567
Im April `85, hatte ich einen schweren Autounfall. Es kam dazu, nachdem ich bei einem Namensvetter ein Glas Sekt getrunken hatte und mit noch nicht einmal überhöhter Geschwindigkeit auf einen Holzpfahl zuschoss. Es konnte möglich sein, dass jemand einfach die Schrauben an einem Rad locker gedreht hatte, sodass dieses Unglück aussehen musste, wie ein Unfall. Natürlich hatte es jemand auf mich abgesehen und erst dadurch wurde mir der Ernst der Situation bewusst.
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9555
Nach zehn Jahren besuchte ich zum ersten Mal wieder eine Disko. Mit der am Nachmittag gekauften, ärmelfreien Bluse schlich ich am glatzköpfigen 2-Meter-Türsteher vorbei. Ich wollte nicht, dass ein Bekannter sah, wie ich diesen Schuppen betrat. Wenig später servierte ich Teenies, die höchstens halb so alt waren, wie ich selbst komplizierte, kleine Cocktails. Sie freuten sich über knisternde Wunderkerzen, Ananasscheiben und Plastikdelphine, die in ihren bunten Gläsern rumtollten und bedachten mich großzügig mit Trinkgeld.
Es wunderte mich, wie sie mit ihrem Taschengeld um sich warfen, während die mit der Bardame flirtenden Geschäftsmänner unvorstellbar geizig waren. Die Schwarzhaarige mochte mich nicht, unter ihren langen Wimpern taxierte sie mich abschätzig, sie hielt mich wohl für zu alt und zu dick. Dabei war nur mein bis zum Po reichender Zopf schwer und üppig. Sie, die vielleicht fünf Jahre jünger war, kommandierte mich herum, während sie an ihrem langstieligen Glas nippte. Selbst nach Stunden erlaubte sie mir weder Pause noch etwas zu Trinken. Heimlich schlich ich mich in den kleinen, dunklen Abstellraum, wo die Getränke lagerten und öffnete eine der kleinen Mineralwasserflaschen. Während ich die ersten Schlucke gierig in mich hineinschüttete, zog es mich zum Fenster. Aber ich hatte nicht mit dem Podest gerechnet, das diagonal den Raum halbierte. Mit schmerzenden Knien fand ich mich zwischen den Bierkästen wieder. Ich konnte kaum aufstehen. Zum Glück war die Schwarzhaarige so sehr mit ihrem Flirt beschäftigt, dass ich unbemerkt aufs Klo huschen konnte. Nicht nur die Strumpfhose war zerrissen, auch die Knie bluteten, aber niemand bemerkte in dem Gedränge mein Humpeln und das Schwarzlicht ließ meine Bluse und mein Dekollete aufleuchten und mein Missgeschick gnädig im Dunkeln verschwinden. Eigentlich konnte ich so nicht weiterarbeiten, aber ich brauchte so dringend das Geld. Entweder ich verdiente etwas oder ich konnte mein Zweitstudium aufgeben. Am Ende der Woche ging ich nachmittags zum Baumarkt und wollte eine der Rosen aus der Rabatte abbrechen. Die vor der Ampel stehenden Autofahrer beobachteten mich gelangweilt und als ich aufstehen wollte, verdrehte sich mein Knie so stark, dass ich fast aufgeschrieen hätte. Am nächsten Morgen war es auf die Größe eines Kinderfußballs angeschwollen. Der Arzt bandagierte es und gab mir eine Flüssigkeit zum Einreiben mit, die ich in den Kühlschrank stellte, denn es war sehr heiß draußen. Den ganzen Sommer humpelte ich, überquerte einbeinig den Baggersee und übte noch im nächsten Frühjahr mit meinem Physiotherapeuten jeden Donnerstag das Bein schmerzfrei zu bewegen.
Die Orthopädin, die mein Knie geröntgt hatte, sagte, es sähe aus wie bei einer 90jährigen. Kniearthrose, Knorpeltotalschaden. Aber damit können Sie ohne Weiteres 100 werden, was ich auch vorhabe.
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9386
Ich war 14 Jahre alt, habe den ganzen Tag nichts gegessen weil ich dachte ich wäre zu dick. Es war Sommer und sehr heiss, meine Freundin und ich saßen im Bus und waren auf dem Weg nach Hause vom schwimmen. Als wir ausstiegen mußten stand ich auf und mir wurde ganz schwindelig, ich merkte nur das ich nicht mehr stehen konnte. Aus dem Bus kam ich noch raus, aber dann fiel ich um. Eine Frau kam angerannt, sie stützte meinen Kopf und sie schickte meine Freundin Wasser holen. Mir tat der Kopf sehr weh da ich da drauf gefallen bin. Die Frau war sehr nett und sie wollte mir sogar einen Krankenwagen rufen, aber das war wirklich nicht nötig.
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9174
Der Unfall liegt schon viele Jahre zurück, deswegen kann ich mich nicht mehr unbedingt an alle Einzelheiten erinnern.
Bei einem Ballsport in der Halle rannte ich auf den Ball zu. Eine Spielerin des gegnerischen Teams tat es mir gleich und wir stießen zusammen. Der Zusammenprall und der eigentliche Aufprall waren nicht schmerzhaft, jedoch war ich mir beim Stolpern, bevor ich fiel, unglücklich aufgetreten und mein Knöchel schmerzte. Leidend stand ich vorsichtig wieder auf, doch jeder Schritt auf meinem rechten Fuß schmerzte. Ich hoffte, dass der Schmerz nur kurzzeitig wäre, dennoch machte ich mich auf in die Umkleide, um den Fuß unter kaltem Wasser zu kühlen.
Nach der Sportstunde waren die Schmerzen nicht verschwunden, doch hatte ich das Gefühl es ginge schon besser als direkt nach dem Unfall, also machte ich mich auf den Weg nach hause. Ungefähr zwei Stunden nach meiner Ankunft wurden die Schmerzen jedoch wieder um einiges Schlimmer und ich ging zum Arzt. Es wurde festgestellt, dass der Fuß verstaucht war und ich mir die Bänder angerissen hatte, also musste der Fuß eingegipst werden.
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9150
Wir waren auf irgendeiener kleinen grichischen Insel mit einem geliehenen Moped unterwegs. Es war heiß, die Straße aus staubigem Sand führte in Serpentinen über die Berge. Ich war zum ersten mal verliebt. Nach dem Baden in einer Bucht und einem kleinen Imbiss, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Diesmal fuhr ich und mein Freund saß hinter mir. Ich kann heute nicht mehr sagen, ob wir überhaupt Helme dabei gehabt haben, wahrscheinlich eher nicht. Unsere Kleidung war auf jeden Fall sommerlich und Beine und Arme waren kaum bedeckt. In einer scharfen Rechtskurve wollte ich unser zu hohes Tempo auf Grund des nahenden Abgrunds drosseln, dabei blockierte die eine Bremse, so dass ich kurzerhand die Handbremse benutzte. Das Mopet rutschte zur Seite weg, mein Begleiter flog durch die Luft an mir vorbei, während ich mich an die Maschine klammerte. Dann war erstmal Ruhe.
Wir hatten viel Staub aufgewirbelt und waren beide erschrocken und in Sorge um einander. Schnell standen wir wieder und begutachteten den Schaden. Abgesehen von einigen nicht so schlimmen Hautaufschürfungen und ein paar Schrammen am Mopet, von denen allerdings unklar war welche sich schon vor dem Unfall dor befunden hatten, schien weiter nichts schlimmes passiert zu sein. Noch wärend wir mit der Bestandsaufnahme beschäftigt waren, erschien ein sehr kleiner, alter Mann, den der Lärm neugirig gemacht hatte. Schnell erkannte er die Situation und fordete uns sehr bestimmt auf, ihm zu folgen. Nach einigen Metern kamen wir zu seinem Haus. Auf der Terasse befanden sich etwa 15 weitere, sehr alte Menschen, die mit großem Interesse unsere Ankunft beobachteten und lauthals das Geschehen besprachen. Plötzlich kam Leben in die Gesellschaft, uns wurden Stühle angeboten, Getränke gereicht und ich hatte gleichzeitig vier Leute um mich, die mit kleinen Fläschchen in der Hand, meine Wunden verarzten wollten. Das war der Moment in dem ich dann auch in Ohnmacht fiel.
Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf einem großen, schweren Sofa in eiem abgedunkelten Raum. Eine reizende alte Dame fechelte mir mit einem großen Blatt Luft zu. Auf einem kleinen Beistelltisch befand sich ein Teller mit etwas zu Essen. Als nächstes bekam ich einen Schnaps. Ich erhohlte mich recht schnell. Leider war die Verständigung nur mit Händen und Füßen möglich. Nach einiger Zeit war diese Form der Kommunikation jedoch erschöpft, so dass wir uns von einander verabschiedeten, um uns auf den Rückweg zu machen. Inzwischen war es dunkel geworden und ich war froh das mein Freund das Steuer übernahm. Bis zu unserer Unterkunft dauerte es noch eine gute halbe Stunde, die ich angespannt und verkrampft auf dem Rücksitz verbrachte. Seither habe ich lange Zeit einen großen Bogen um Motorräder gemacht.
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9069
Schon hat man mich auf dem "linken Fuß" erwischt. Eine Begebenheit, hier einen Unfall, aus dem Stegreif zu erzählen bzw. niederzuschreiben. Ich grüble und grüble...schiebe Zeit und ärgere mich über mich selbst, dass mir absolut nichts einfallen will..Ob ich doch hier fehl am Platz bin ???
Aber, ich möchte es
- das Schreiben -
doch auch so gern können !!!
Ich hatte-zum Glück-noch nie einen Unfall, aber dennoch eine schlimme Erfahrung machen müssen.
Es war der schwärzeste Tag in meinem Leben.
Es ist samstags, vormittag. Ungefähr gegen 10 Uhr will ich aus irgendeinem Grund mit meiner Mutti telefonieren. Mein Vati nimmt ab und erklärt mir sorglos, dass sie noch immer im Bett ist und schläft. Was ist eigentlich schon dabei? Nein! Es durchfährt mich eiskalt, ein unwohles unbekanntes Gefühl. Panik steigt in mir auf. Irgendetwas stimmt hier nicht. In Windeseile bin ich angezogen und stehe bei meinen Eltern vor der Tür. Noch immer sorg- und ahnungslos öffnet mein Vater mir. Im nächsten Moment stehe ich an der Tür zum Schlafzimmer. Leise und behutsam öffne ich. Mein Herz rast. Ich traue meinen Augen kaum. Mein inneres ungutes Gefühl hatte so recht. Meine geliebte Mutti lag apathisch in ihrem Bett, halb wach und doch für uns nicht anwesend.
In der nächsten Minute hing ich schon am Telefon und alarmierte den Notarzt. Wir warten. Doch die wenigen Minuten wollen wie Stunden vergehen. Wir sind endlos traurig und große Angst macht sich breit. Die Tränen kullern haltlos über mein Gesicht. Ich wollte doch stark sein.
Endlich ertönt das Signal des heranrasenden Krankenwagens. Die ankommenden Ärzte können vor Ort zunächst nicht tun. Wir sind verzweifelt. Wird es im Krankenhaus Hilfe für unsere Mutti geben? Wie konnte es überhaupt geschehen? So plötzlich? WARUM?
Die Antwort dafür wird uns schonungs- und gnadenlos von einer Schar von Ärzten im Krankenhaus präsentiert: Hirntumor an einer sehr gefärlichen Stelle - es ist keine OP möglich und somit auch keine Heilungschance.
Ganze fünf Monate musste sich meine geliebte Mutti mit Therapien, starken Medikamenten, Ohnmachtsanfällen, Aussetzen mancher Gehirnzellen, quälen bis ihr Herz - in unserem Beisein - einfach aufgehört hat zu schlagen.
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8915
Ich hatte noch nie einen Unfall, aber ich lebe ständig in Angst. Wenn ich einen Krankenwagen sehe oder höre. Rufe dann zuerst zu Hause an. Ob mein Sohn zu Hause ist. Er hat seit sechs Jahren Epilespie. fiel zweimal vor die U- Bahn im Anfall wenn er von der Arbeit kam und erst vor kurzem fiel er auf die S- Bahngleise. Ein Kollege mit dem er kam zog ihn schnell hoch und rief sofort die Bahnhofpolezei dass die S- Bahn halten konnte. Aber durch den harten Aufprall auf die Gleise hat er sich die Rippen angebrochen. Nachts um halbdrei bekamen wir den Anruf aus dem Krankenhaus.Kurz davor hat mich seine Frau angerufen dass er noch nicht zu Hause ist und sein Handy auch zu ist.
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8896
Heute steht ja die Aufgabe über einen Unfall zu berichten.
Lange habe ich überlegt, welches meiner mehr oder weniger spektakulären Ereignisse ich hier niederschreibe.
Nehme ich den Schlangenbiss der meine ersten Sommerferien zu Nichten machte, oder meinen Sturz mit dem Treppengeländer in den nächsten Stock? Vielleicht auch den Unfall auf der Autobahn als ich am Ende des Staues zusammen geschoben wurde.
Doch all dies ist einfach nur zur dramatisch obwohl alle Unfälle ohne größeren Schaden ab gegangen sind.
So habe ich mich entschieden über einen Unfall zu schreiben der mich nur indirekt betroffen hat.
Es war ein wunderschöner Dienstagabend im Mai mitten in den achtziger Jahren. Am nächsten Tag wurde mein Mann zum Bund einberufen.
Ich öffnete das Küchenfenster unserer kleinen Dachwohnung und frische lauwarme Frühlingsluft zog durch das Zimmer.
Ich überlegte wie ich diesen Abend zu einem ganz besonderen gestalten könnte, dabei dachte ich: „ Ab morgen ist alles anders .Die traute kleine Familie zum Abendbrot gemeinsam am Tisch wird es so schnell nicht mehr geben.“
Unser Sohn ging mit seinen Kinderspaten auf den Wiesen am Wald entlang. Wie immer trug er seine roten Gummistiefel die einfach notwendig waren wenn er dort spielte, da gerade im Frühling vor der ersten Grasmaat einige Nester mit Blindschleichen auf dem Gelände zu finden waren. Diese sind ja harmlos aber sicher sehr unangenehm wenn sie über die Sandalen huschen.
Björn stiefelte frohen Mutes den kleinen roten Spaten auf dem Rücken und sein blaues Eimerchen in der Hand in Richtung Wald.
Plötzlich kam Hugo der Haus und Hof Hahn angeflogen. Groß und stolz mit breiter Hühnerbrust.
Rot war führ ihn die Signalfarbe wie bei einem spanischen Stier in der Arena. Die Stiefeln und der Spaten waren Hugo ein Dorn im Auge. Der Zuchthahn landete stellte sich auf die Ballen, stellte die scharfen Krallen auf, schlug wie wild mit den Flügeln um sich, senkte den Kopf und krähte bedrohlich.
Ich stand wie gelähmt. Kein Laut kam über meine Lippen.
Hugo nahm einen erneuten Angriff im Tiefflug vor, schnellte nach vorn den Kamm aufgestellt. Unser Junge versuchte ihn mit dem Spaten abzuwehren. Das reizte den Vogel, noch wütender steuerte er erneut das Kind an flog gegen den schmalen Körper, warf ihn um und hackte ihm ins Gesicht.
Hahnen- und Kindergeschrei vermischten sich, ich rannte wie um mein Leben, die Treppe hinab durch den Garten. Unfähig einen klaren Gedanken zu fassen griff ich den Spaten und schlug auf das Tier ein. Das hatte Wirkung, Hugo begann zu taumeln. Ich zitterte am ganzen Körper sah mein Kind blutüberströmt im Gras liegen. Entschlossen nahm ich ihn auf meine Arme sah das Loch oberhalb der Augenbraue und sprintete los. Wischte dabei das Blut aus dem Gesicht des weinenden Kindes.
Mein Mann nebst Nachbars Schwiegersohn saßen in der Garage auf einer Holzpallette und grölten lauter als der plärrenden Kassettenrekorder das vierte Bier köpfend: „ Abschied von Sex und geilen Weibern. Abschied wir müssen zur Armee.“ Weder Text- noch Melodiefest.
Bierselig starrten uns beide an.
Ich schrie: „ Wir müssen los, suche den Vater, er muss uns fahren.“
Was bis jetzt keiner wusste. Vater hatte unter dem Auto gelegen um etwas schrauben. In dem Moment als sein Enkel anfing zu schreien kam er automatisch hoch stieß sich den Kopf und blieb liegen.
Als ich um die Ecke bog zog Mutter gerade den schweren Mann unter dem Auto hervor. Aus der riesigen Platzwunde quer über die Stirn sickerte das Blut.
Ich schaute auf mein Kind bei ihm schoss die rote Brühe nur so.
Ich gab hektisch Anweisungen. „ Hol den Autoschlüssel Mutter ich suche Verbandszeug und die Versicherungskarten.“
„ Und Du passt auf die Beiden auf, dass wirst Du wohl noch schaffen, “ brüllte ich meinen Mann an und funkelte böse mit den Augen.
Schnell verarztete ich notdürftig die beiden Opfer und setzte sie auf die Rückbank. Meinen Gatten in die Mitte.
„ Nimm den Autoschlüssel und starte endlich…“ fauchte ich panisch die Mutter an.
Sie fuhr tatsächlich obwohl sie seit Jahren nicht mehr selber ein Fahrzeug gesteuert hatte. Björns lautes Weinen ging langsam in leises Wimmern über.
Nach 20 Minuten und gefühlte fünf Stunden war sie endlich in Sicht---- Die Notaufnahme.
Wir waren da.
Meine Mutter mit flatternden Knien die Kittelschürze immer noch umgebunden, mein Mann mit gläsernem Blick, die zwei Verletzten mit blutigen Verbänden und ich mit dreckverschmierten verheultem Gesicht.
Der Notarzt hatte eine dicke schwarze Hornbrille auf der Nase, schaute uns ungläubig an und rückte seine Sehhilfe nach oben.
Sicher dachte er, die Nachfolger der Familie Flodder seien eingelaufen.
Eine ältliche, dicke Schwester starte uns mit offenem Mund an. Man konnte förmlich sehen was hinter ihrer Stirn los war.
Nur eine beherzte junge Frau mit blütenweißen Kittel brach das Schweigen und sagte lachend: „ Dann mal los, ihr zwei auf einen Streich.“
Eine Stunde später ging es wieder in Richtung Heimat.
Peter immer noch angesäuselt, meine Mutter souverän als hätte sie nie etwas anders gemacht als auf der Landstraße zu fahren, die zwei Verletzten einer mit Kinderpflaster, der Andere mit Kopfverband ein bisschen blass doch guter Dinge und ich froh das alles nur halb so schlimm war.
So endete der letzte Abend der ein ganz besonderer sein sollte.
Mein Mann rückte am nächsten Morgen ein.
Der Zuchthahn Hugo, Gewinner einiger Rassegeflügelschauen, landete im Suppentopf. Gegessen hat ihn niemand.
Nur zwei kleine Narben sind übrig geblieben und jede Menge Gesprächsstoff wenn es wieder mal heißt.
„ Weißt Du noch? Damals...“
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8482
Es war Dienstag, und ich hatte schlechte Laune. Nicht, dass ich einen Grund gehabt hätte – nur das Wochenende und der Montag waren Höhepunkte gewesen, auf die ich mich wochenlang gefreut hatte. Die waren nun vorbei, und der Alltag war wieder eingezogen, was mich nur langweilte und anödete. Ich wollte wieder Höhepunkte, wollte wieder mit den Freunden zusammen sein, die jetzt ebenso wie ich wieder in ihren Alltag zurückgekehrt waren, und von denen ich nicht wusste, wann wir uns wieder sehen würden. Stattdessen saß ich hier auf dem Sofa und verfluchte mein langweiliges Alltagsleben.
So verbrachte ich den ganzen Tag. Abends hatte ich allerdings noch einen Termin. Auch zu dem hatte ich keine Lust, es war mehr so eine Pflichtveranstaltung des Kindergartens, in dem mein Sohn gerade aufgenommen worden war.
Widerstrebend machte ich mich also zurecht, zog mir – wohlgemerkt flache – Straßenschuhe und meine leichte Sommerjacke über und verließ die Wohnung.
Es war bereits dunkel. Der Mond stand am Himmel und schien durch eine lockere, flockige Wolkendecke. Ich schaute nach oben. Es war ein wunderschöner, lauer Sommerabend und der Anblick dieser Mond durchleuchteten Wolkenformation war wirklich traumhaft. Kurzfristig durchzuckte mich der Gedanke, was es für eine Verschwendung gewesen war, den ganzen Tag mit schlechter Laune zu verbringen, anstatt raus zu gehen und einfach zu genießen, was dieser Sommer zu bieten hatte. Doch lange hatte ich keine Freude an dieser Erkenntnis: Da ich während des Laufens den Himmel bewundert hatte, statt auf meinen Weg zu achten, war ich unglücklich in eines der Schlaglöcher direkt vor unserer Haustür getreten. Trotz der flachen Absätze knickte ich um. Ein scharfer Schmerz durchzuckte meinen Knöchel, verbunden mit einem hässlich knackenden Geräusch. Ich schrie auf. Für einen Moment blieb ich benommen liegen, aber da außer mir niemand auf dem Hof war der mir hätte helfen können, rappelte ich mich mühsam auf und ging – unter Schmerzen und zu Fuß – Schritt für Schritt zum Krankenhaus, welches gegenüber dem Kindergarten lag zu dem ich eigentlich wollte, und in dem mein Mann als Pfleger arbeitete.
Der schickte mich direkt in die Röntgenabteilung.
Nach längerer Wartezeit, diversen ausgefüllten Formularen und schmerzhaften Untersuchungen verließ ich das Krankenhaus mit einem dekorativen Gipsbein - der Knöchel war gebrochen. In den nächsten sieben Wochen war mein Drang nach Aktivität, Höhepunkten und Mobilität arg gebremst. Dafür versuche ich seitdem, mich öfter an Himmel, Wolken und dem Mond zu erfreuen.
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2000, drei freundinnen und ich waren auf dem weg zu einem konzert. es regnete schon seit stunden und es war ein dunkler dezemberabend. meine beste freundin sass am steuer, neben ihr marlen, im fond sassen katrin und ich. wir fuhren zügig, manchmal auch sehr schnell. unsere ausfahrt nahte und wir wollten uns schon rechts einordnen, aber dort fuhr recht langsam ein lkw, so dass meine freundin noch zu einem überholmanöver ansetzte, vor dem lkw wieder einscherte und so nicht mitbekam, dass der lkw ein schild verdeckte, auf dem stand, dass in der ausfahrt maximal 40 Kilometer pro Stunde zu fahren und dass es eine ziemlich kurvige ausfahrt wäre. und so nahm das unglück auch schon seinen lauf. noch mit überhöhter geschwindigkeit auf regennasser fahrbahn unterwegs, konnte meine freundin nicht mehr rechtzeitig genug die geschwindigkeit drosseln. aufgrund der regennassenen fahrbahn, war das bremsen nicht mehr möglich. durch eine blitzschnelle reaktion unserer fahrerin, wurde ein größeres unglück vermieden. meine freundin hielt das steuer gerade, so dass sie wieder auf die autobahn zurückschleuderte, noch mit der immer noch zu hohen geschwindigkeit mit dem auto in die kurve ging - dort hätten wir uns mit sicherheit überschlagen. nein, sie hielt das steuer gerade und fuhr nahezu ungebremst zwischen die leitplanken, die autobahn und abfahrt voneinander trennten. sie überfuhr ein überdimensionales schild und brachte das auto auf einer schräge des grabens, der sich hinter der leitplanke zur autobahn befand, zum stehen. sie machte das auto aus und wir vier mädels stiegen blitzschnell aus dem wagen. der schreck saß uns in den gliedern, aber wie durch ein wunder war niemand verletzt. einzig marlen hatte einen blauen fleck. sofort hielten die nachfolgenden autos an und die fahrer erkundigten sich, ob wir hilfe benötigten, aber da es uns allen gut ging, konnte diese weiterfahren. meine freundin rief in der zeit, in der wir anderen noch mit unserem schrecken rangen, sofort polizei und abschleppdienst an und regelte die bergung des autos. wir mussten über eine stunde auf den abschleppdienst warten, die polizei war da schneller. sie nahm den unfall auf und war schon fast wieder weg, als der abschlepper kam. immer noch mit zittrigen beinen, aber heilfroh und immer noch überrascht darüber, dass uns bei diesem unfall, bei dem das auto einen finanziellen totalschaden erlitten hatte, nichts weiter passiert ist, sahen wir zu, wie das auto auf den abschlepper verladen wurde. unsere butterweichen knie wurden langsam wieder stabiler und langsam begannen wir zu spüren, dass unsere kleidung durch den regen durchnässt waren und spürten die kälte dieser dezembernacht. wir freuten uns schon, ins warme auto des abschleppers zu kommen, aber das gab es ein problem. vier mädels, ein mann vom abschleppdienst und nur knappe vier sitze im abschlepper. was nun? die polizei war schon weg, die uns hätte mitnehmen können. nach kurzem überlegen wurde entschieden, dass ich als kleinste von allen, auf der rückbank des unfallwagens auf der laderampe des abschleppers liegen sollte, während die anderen mit im führerhaus platz nehmen konnten. ich kletterte also ins kaputte auto und meine drei freundinnen zu dem mitarbeiter vom abschleppdienst. nach kurzer fahrt kamen wir in der werkstatt ab, die formalitäten wurden erledigt und wir bekamen einen mietwagen. so kletterten wir in den mietwagen und machten uns wieder auf den rückweg. jede ausfahrt, die wir passierten, wurde von uns genauestens unter die lupe genommen und wir stellten fest, dass wir mit "unserer" ausfahrt ein ungemeines glück hatten. alle anderen waren dermaßen ungünstig konstruiert, dass wir mit sicherheit nicht mit einem riesenschrecken davon gekommen wären. doch dieser unfall, bei dem keine von uns zu körperlichen schaden genommen hatte, hinterließ bei mir spuren. noch acht jahre danach bekomme ich leichte panik, wenn ich als beifahrerin in einem auto sitze, es regnet und es nacht ist. fahre ich selbst, ist es etwas leichter, aber als beifahrerin oder mitfahrerin auf der rückbank bin ich jedes mal froh, wenn die geschwindigkeit gedrosselt wird oder ich aus diesem wagen aussteigen kann.
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Ein vergleichsweise harmloser Unfall, aber noch lange nicht unbedeutend, ereignete sich vor 15 Jahren in Südfrankreich.
Rahel und ich trennten uns für einen Tag von der restlichen Gruppe und fuhren mit unseren Motorrädern von der Ardèche ans Meer. Eine gemütliche Fahrt durch die Provance, die leider immer wieder durch Regenschauer unterbrochen wurde. Auf der Hinfahrt wurden wir vom Regen auf offenem Gelände erwischt und konnten gerade noch in einer Scheune Unterschlupf finden. Dort warteten wir im Stroh auf besseres Wetter. Ich legte mich auf den Boden und tat, als wenn ich müde wäre. In Wahrheit wartete ich nur, dass Rahel sich zu mir legen würde. Leider blieb sie aber an der glaslosen Fensteröffnung stehen und schaute gelangweilt über die weiten Weidefelder.
Während wir in der Scheune waren, so sollte sich später herausstellen, betrügte ihr damaliger Freund Roger sie mit seiner Exfreundin. Sie gestand mir ein halbes Jahr später, dass es sie ärgert, dass sie sich dort nicht (unwissentlich) an ihm gerächt hatte. Zum Glück wusste ich dies zum damaligen Zeitpunkt noch nicht, denn wenn sie sich schon ärgert, was soll ich denn erst sagen?
Nach einem gemütlichen Bummel in einem malerischen Fischerdörfchen an der Côte d`Azur, wo wir uns einen Café au lait gönnten, machten wir uns auf den Rückweg zum Camping. Schon nach wenigen Kilometern setzte der Regen wieder ein. Nun konnten wir aber nicht mehr stoppen, denn es war bereits spät und zu dieser Jahreszeit bereits um 18 Uhr dunkel. Auf der Hinfahrt fuhr ich die meiste Zeit mit meiner Ténéré 600 voraus, auf dem Rückweg wechselten wir. So folgte ich Rahel`s Super Ténéré 750 über die schmalen Landstrassen.
An einer Verzweigung, kurz vor dem Ziel, stoppte Rahel plötzlich, da sie nicht mehr wusste, woher wir gekommen waren.
Zu spät bemerkte ich, dass Rahel zwanzig Meter vor mir mitten auf der Strasse stand. Ich bremste noch, allerdings zu wenig stark, auch weil ich dachte, die Räder würden auf dem nassen, dreckigen Asphalt sehr schnell blockieren. Schon war es zu spät. Kurz bevor meine Maschine zum Stillstand gekommen wäre, krachte ich mit meinem Vorderrad in ihr Heck. Der Auprall war nicht heftig, doch Rahel drehte sich um und ihren Gesicht war nur Entsetzen.
Ich bin in ihr Motorrad gefahren!
Es ging ihr nicht um das Motorrad, dem war natürlich nichts passiert. Nein, ich, der für sie immer der vorbildliche, souveräne Motorradfahrer war, der sämtliche Situationen im Griff hatte, bin in sie hineingefahren.
Eine Welt brach für Rahel zusammen.
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