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Kapitel 5 mit Übungsaufgabe
Leserbeiträge
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20351
Wir waren im Ferienlager, wie das häufig Kinder sind. Ich weiß nicht mehr genau wie alt ich war. Ich denke so ungefähr 14 Jahre. Wir waren in Mardorf, am Steinhuder Meer. Die Umgebung ist geradezu prädestiniert um mit Jugendlichen Radtouren zu machen. Es geht niergends bergauf oder bergab. Immer schön eben. Da ich und mein Freund bereits zu den älteren gehörten, durften wir in der Nähe der Jugendherberge auch ohne Betreuer Fahrradfahren. Alles lief gut, bis zur letzten Kurve vor unserem Ziel. Es hatte angefangen zu Regnen und ich wollte unbedingt der erste sein, der auf das Gelände der Jugendherberge einfährt. Ich habe also ordentlich Schwung geholt. In der letzten Kurve also, war ich einfach viel zu schnell. Und wieso auch immer, allen, die mich danach gefragt haben, konnte ich es nicht erklären, bremste ich mit voller Kraft - mit der Vorderradbremse. Selbstverständlich ist Sonnenklar, was dann geschah:)
Also: ich bremste und rutschte. Mein Fahrrad geriet immer mehr in Schräglage, bis ich schließlich stürtzte. Und da es vom Regen bereits schön feucht auf dem Asphalt war, rutschte ich noch einige Meter weiter.
Obwohl das eigentlich eine dramatische Sache ist, so ein Fahrradsturz, hatte ich nicht das Mitleid, sondern das Gelächter voll auf meiner Seite. Jedes Jahr, schaffe ich es irgendwie einen Fahrradunfall zu bauen. Irgendwie schaffe ich es auch, mir dabei nicht allzu sehr weh zu tun, so dass auch ich meistens darüber lachen kann.
Das T-Shirt, das ich bei dem Sturz trug, habe ich heute noch. Nur zum Fahrradfahren ziehe ich es nicht mehr an.
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20342
Der Unfall geschah vor über 30 Jahren und ich erinnere mich daran, als ob es gestern passiert wäre. Ich war damals 11 Jahre alt, jünger als meine älteste Tochter heute ist. Ich kam gerade von der Schule. Wir hatten an diesem Tag Schwimmunterricht und meine Haare waren noch nass und rochen nach Chlor. Es waren die ersten Woche auf meiner neuen Schule, doch den Schulweg kannte ich bereits von unseren vielen Einkaufstouren. Auch an diesem sonnigen Tag war ich mit dem Fahrrad unterwegs wie so häufig. Es war ein ganz normaler Schultag. Eilig hatte ich es natürlich immer, denn nach dem Schwimmunterricht in der Schule war der Hunger immer besonders groß und ich ersparte mir an diesen Tagen lange Umwege. Meistens fuhr ich die Strecke alleine, denn Freunde hatte ich auf der neuen Schule noch keine gefunden. So sollte es später auch wenig Zeugen geben, die genau hätten sagen können, wie es zu dem Unfall kam. Mit Schul- und Sporttasche schwer beladen fuhr ich den Radweg von der Schule am neuen Einkaufszentrum vobei. Den Taxi-Stand ließ ich links liegen und steuerte nur wenige Meter von meinem Elternhaus auf die stark befahrene Straße zu. An irgendeiner Stelle musste ich die Allee überqueren und wählte dafür meistens den Zebrastreifen. Der Überweg mit der Verkehrsampel wäre die sichere Variante gewesen, aber die Strecke über den Fußgängerüberweg war kürzer und fast genauso sicher. Aber eben nur fast. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass die Fahrbahn links und rechts frei war, überquerte ich im zügigen Tempo die Straße und kam man gerade bis zur Fahrbahnmitte. Ich kann mir bis zum heutigen Tage nicht erklären, wo dieser rote Sportwagen auf einmal herkam. Und da war es auch schon zu spät. "Nun ist es also passiert" - das waren meine Gedanken, an die mich noch heute wortwörtlich erinnern kann - als ob ich immer darauf gewartet hätte, dass eines Tages so etwas geschehen würde. Was sich danach ereignete, weiss ich nicht mehr. Die Splitter auf der Straße und in meinem Körper ließen die Vermutung zu, dass das Auto mein Vorderrad erfasste und ich vom Sattel im hohen Bogen auf die Windschutzscheibe prallte, um dann durch die luftige Höhe geschleudert etliche Meter weiter wieder auf dem harten Asphalt zu landen. Mit dem Kopf zuerst. Ich muss einen Schock erlitten haben, denn erinnern kann ich mich nur noch an meine Gedanken, aber nicht an das, was tatsächlich passierte. Ich hörte nicht den Krankenwagen, ich weiss nicht, wie ich ins Krankenhaus gekommen bin. Stunden später bin ich in meinem eigenen Bett wieder zu Bewusstsein gekommen. Mit ein paar Prellungen und einer Gehirnerschütterung bin ich glimpflich davon gekommen. Nur den Schock, den meine Eltern erlitten haben, als die Polizei bei uns vor der Tür stand, um die Nachricht zu überbringen, dass ihre einzige Tochter "überfahren worden sei", von diesem Schock haben sie sich ihr Leben lang nicht richtig erholen können.
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20323
Schon wieder waren wir so weit. Die Lebensgefärtin sammelte leise ihre Sachen, Hab und Gut. Ich versuchte, aber verstand dann, sie wich jedem Blick aus. Es hatte geregnet, den ganzen Sommer, ohne Ende. Und jetzt wollte sie mich verlassen. Da war keine Licht mehr zu sehen. Und das Heu stand noch draußen auf der Wiese. Wir hatten es noch wie früher von Hand gemacht, war irgendwie romantischer so. Ich weiß nicht, warum Beziehungen bei mir schlecht halten, aber das Heu musste rein, egal wie.
Ich war dann fast fertig mit meiner einsamen Aufgabe, als es geschah. Meine Lebensgefärtin hatte schon vor ein paar Tagen den Hof verlassen. Ohne den Blick zur Seite steuerte sie mit ihrem Auto in Richtung Stadt, den Schotterweg entlang. Ich hätte auch netter sein können, aber was hätte es geholfen, nächsten Sommer wird es auch so sein, da bin ich halbwegs sicher. Der Regen hat uns als Geiseln genommen, uns Bauern. Eigentlich habe ich mich nie für einen Bauern gehalten, immer versuchte ich einen gesunden Abstand zum Bauertum bewahren. Jetzt muß ich aber die Felder irgendwie bewirtschaften. Es wäre ja zu schade, nach ein paar hundert Jahren, einfach alles still liegen zu lassen und aufzuhören. Man kennt keine Jahresquartale hier auf dem Land und erntet nur, wenn etwas gewachsen ist.
Ich fuhr mit alten Traktor meines Vaters. Beide sind uralt, der Traktor und der Alte und machen vermutlich nicht mehr lange. Ich bin der Einzige im Dorf, der noch so Heu macht wie Früher und ich spüre das Mitleid. Die Leute hier sind pragmatisch und denken, „es gibt doch Maschinen und der Trottel kapiert es nicht“, und ich mache meine Trottelei weiter, von Jahr zu Jahr. Die Wolken hingen immer tiefer und ich hatte noch eine Ladung Heu auf der Wiese, als mir wie ein Dejavu einfiel dass es letztes Jahr genauso gewesen ist. Damals hatte sie die große Austellung in der Hauptstadt und es war die Ausstellung ihres Lebens. Viel wichtiger als die, ein Jahr vorher, als es auch mit der Arbeitskraft bei mir knapp war. Früher hatten die Bauern immer große Familien und Horden von Kindern tobten den gazen Sommer lang auf dem Dorfweg. Es war natürlich leicht die nach ein paar freien Tagen, nach der Schule auf die Felder ab zu kommandieren. So wie Bert Brecht schrieb: „Der Bauer kümmert sich um seine Acker/ Hält sein Vieh in Stand, zahlt Steuern/ Macht Kindern, damit er die Knechte einspart.-“. Ja Knechte und Mägde sind auch nur zwei romantische Wörter aus der Vergangenheit, wenn man nicht an die Vergütung der verschidenen Tätigkeiten in der heutigen Gesellschaft denkt. Dein Zeit läuft so schnell wenn du keine hast und heute ist sie Mangelware geworden. Und dazu noch der Regen.
Das Alles klingt nach Gejammer, aber so einfach ist die Aufgabe der Bauern nicht, nie gewesen. Ich war mal dabei, als eine Professorin von der Uni, auf eine Frage antwortete, ob es schwierig ist so ein Professor zu sein. Sie meinte, dass es villeicht noch schwierige wäre, Bauer zu sein. Und dazu noch der Regen. Die Kupplung im Traktor war hin, aber ich hatte fest damit gerechnet, daß sie noch diesmal durch durchhält. Noch ein Anhänger voll heu unter Dach und das wär's, finito für dieses Jahr. Und vielleicht kommt Sie auch zurück, wenn das Heumachen vorbei ist. Ich fuhr die Ladung Heu geschickt durch das schmale Tor in die alte Heu-Scheune hinein und atmete tief. Noch ein Stücktchen weiter, du Sysyphus. Der Heuhaufen war schon hoch. Jede menge zu Fressen, wenn die Tiere nur nicht so penibel wären. Dieses Jahr war das Heu wirklich von spärlichen Qualität. Immer nur Regen.
Es sind vor mir schon mehrere Weiber weggelaufen, gute Frauen alle gar. Für die Einen war ich zu unruhig, für die Anderen zu ruhig. Ich habe betrogen und bin betrogen geworden, ist übrigens ein Satz von meinem Lieblingsschriftsteller, Jorge Luis Borges. Diese Einschätzung mag auch bei mir ziemlich gut zutreffen. Hauptwerk von Borges heißt, The Garden of Forking Paths. Mir sieht es auch so, dass die Pfade sich manchmal kreuzen und dann wieder zwangsläufig auseinander gehen. Wenn man genz kräftig ein Heubündel mir der Heugabel wirft, schafft man es bis an den hinteren Teil der Wand. Ich streue ein Handvoll Salz auf die Haufen, das soll den Schimmel fern halten. Hier gammelt alles. Über Zwanzig Jahre wurden hier keine Kühe mehr gefüttert, nür die Rentiere mit dem wenig Heu als Notfutter im tiefsten Winter, wenn das Schnee sehr hoch liegt. Auf dem Blechdach sagen die ersten Tropfen, dass du dich beeilen sollst. Wenn es nur mit dem regnen noch eine Weile warten könnte.
Als Kinder waren wir immer froh, wenn es regnete. Besonders in der Heumachezeit. Dann dürften wir wieder rumtoben und Unnsinn in jeden Form üben. Die Kinder halten nicht viel davon, wenn sie arbeiten müssen. Heute ist es ja anders und die Kinder bleiben zumindest rechtlich von den Schafferei verschont. Ich weiß nur nicht, ob es dann besser ist, wenn sie dann schwer bewaffnet nächtliche Raubzüge durch die Städte führen und üben. Und das alles im Internet, mitten dem schönsten Erntezeit. Hier auf dem Lande mußte man sich immer dem Wetter anpassen. Und wenn es dann mit dem Regnen aufhörte, dann marschierten wir wieder alle mürrisch aber schon eigentlich satt von spielen unseren Aufgaben nach. Meine beiden Söhne sind gut verschont geworden von körperlichen Arbeit und haben bestimmt schon genug physische Anstrengung beim schieben des Einkaufswagens. Das vorletzte Versuchskaninschen, also die Mutter der Söhne, hat sich selbst und die Kinder nach der Stadt geschleppt, wie es sehr üblich bei uns ist. Sie hielt von der Landluft noch weniger als die Lerzte. Und immer heftiger trommeln die dicken Wassertropfen auf das Blechdach.
Wenn es mir gelingen würde, heute das ganze Heu unter Dach zu kriegen, könnte ich morgen noch nach der Stadt fahren und mich ganz nett und freundlich bei ihr entschuldigen. Heumachen im Regen und auch noch Aufregung dabei, das ist nichts für meine Nerven. Wenn man genug Heu aufeinander legt wird es leicht ein instbiler Haufen und kann umfallen. Früher, als wir Kinder waren, war es unsere Aufgabe, da oben rumzuhüpfen und es hat auch Spaß gemacht wenn der Vater von hier unter Heu warf und wir da oben herumsprangen. Man musste nur aufpassen daß man nicht in der Heugabel landete. Ich schiebe mit der Gabel das Heu ein bißchen weiter nach, so dass ich mehr Platz kriege für das restliche Heu. Bin schon halbwegs zufrieden mit mir. Ich habe es denen wieder gezeigt. Die können mich mal. Die Landwirtschaft geht auch ohne Frauen. Die Männer springen auch hoch, vollbringen Leistungen. Der Regen hört auf, denke ich noch, und schon liege ich auf unten. Liege auf dem Boden. Die Heugabel ist sonst wohin geflogen und hat sich nicht durch meine Lunge gebohrt, trotzdem kriege ich keine Luft und ich krümme mich wie ein Igel auf dem Boden. Ein erwachsener Mann wird ein Igel.
Das restliche Heu habe ich noch rein geholt und das Boot aufs Land gezogen. Es hat zwei Tage verdammt weh getan und die Schmerzen waren nicht mehr zu genießen. Dann am dritten Tag bin ich ins Krankenhaus und man stellte anhand von Röntgenbildern fest, dass die Rippen elf und neun gebrochen waren, einfach nur durchgebrochen. Oder eigentlich war es eine Frau die das feststellte und sie war nun gar nicht böse auf mich. Sie meinte die Rippen heilen sich von selbst mit der Zeit. Zu meinen Zweifeln an ihrer Weisheit in dieser Sache und zu meinen männlichen Muster aus James Bond- Filmen, in denen der James aus Kilometerhöhe ohne Fallschirm auf dem felsigen Boden landet und dann von Blondinen im Brustkorb- Bereich mit Binden verpflegt wird, meinte sie, dass meine Kenntnisse schon veraltet sind und daß die Schmerzen erwa einen Monat lang anhalten werden, vielleicht auch drei. Sie meinte noch, dann hätte ich ja genügend Zeit auf die Blondinen zu warten. Sie war eher mehr so eine Schwarzhaarige. Und wenn ich ihr noch mal begegne, werde ich sie fragen, wie es kam, das die Zehnte Rippe heil blieb. Aber heutzutage haben es die Docktoren genau so eilig wie die Bauern, und das , das ganze Jahr über.
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20298
Vor ungefähr einem Jahr hatte ich einen Unfall, als ich zwei große Kiefern gefällt habe. Die erste Kiefer war die größere. Ich hatte mir vorher genau überlegt, wie ich vorgehen wollte. Zuerst wollte ich die dickeren Äste absägen. Da direkt neben den Bäumen eine Holzpergola stand, musste ich sehr vorsichtig vorgehen.
Ich band also die Äste mit einem dicken Seil an andere Äste an, damit ich sie langsam herunterlassen konnte, nachdem ich sie mit der Kettensäge vom Stamm getrennt hatte. Dabei musste ich schon feststellen, dass die Äste, sobald sie ihres Haltes beraubt waren, sich ganz anders verhielten, als vorher gedacht. Es gab aber keine gefährliche Situation; jedenfalls nicht für mich, allenfalls für die Pergola. Einen Ast sägte ich etwas weiter vom Stamm entfernt ab, damit ich dort noch die Leiter anlehnen konnte.
Dann kletterte ich in den Baum hinein. Ich nahm ein Seil mit, an dessen Ende die Kettensäge befestigt war. Ohne Kettensäge konnte ich besser klettern. Oben angekommen, habe ich mir die Kettensäge dann in den Baum gezogen und das obere Drittel des Baumes abwärts geschickt, wie man es in der Bedienungsanleitung der Kettensäge lesen konnte: Einen Keil in gewünschte Fallrichtung bis ungefähr zur Mitte des Stammes, dann von der anderen Seite ansägen, bis der Baum fällt. Da ich im Baum saß und mich so sehr dicht am Stamm befand, war das nicht so einfach, aber es hat letztendlich gut geklappt.
Die nächste Etappe war dran, das nächste Drittel. Dieses Mal stellte ich die Leiter an den Aststummel, den ich dafür habe stehen lassen. Auf diese Weise war ich jetzt nicht so dicht am Stamm wie beim oberen Drittel und konnte wesentlich besser sägen. Wieder die gleiche Prozedur: Einen Keil in Fallrichtung und dann von der anderen Seite ansägen.
Leider hat der fallende Stamm dann ein für mich gefährliches Eigenleben entwickelt. Ich stand mit meiner laufenden Kettensäge, die ich ja mit beiden Händen festhielt, auf der dritthöchsten Stufe der Leiter, Knie an den Aststummel gestützt, und beobachtete den ganzen Ablauf, der wie in Zeitlupe erfolgte. Der Stamm fiel erst ganz normal, vielleicht nicht ganz genau in die Richtung, in die ich ihn haben wollte, und deshalb auf einen anderen Baum. Dieser andere Baum neigte sich etwas, wollte den gefällten Stamm nicht einfach so durchlassen und katapultierte den sich jetzt in der Waagerechten befindlichen Stamm zurück. Der Stamm kam mit seiner Unterseite genau auf mich zu. Er traf mich in Bauchhöhe und stieß mich von der Leiter. Ich ließ die Kettensäge fallen, die noch am Seil befestigt war, und hielt mich mit beiden Händen am Stamm fest. Dieser kam einfach auf dem Ast und auf dem anderen Baum zum Liegen und blieb so.
Der Stoß in den Bauch war gar nicht so schlimm, weil ich wintergerecht dick angezogen war. Also kam ich schnell wieder zu Atem und hangelte mit dem Fuß nach der Leiter. Unter Verdrehungen und Verwindungen meines Körpers erreichte ich schließlich mit beiden Füßen die Leiter und kam wieder zum Stehen. Die Kettensäge baumelte ungefähr einen Meter über dem Boden, weil sich das Seil in der Leiter verfangen hatte.
Ich brauchte eine ganze Weile, um mich von dem Schock zu erholen. Als sich mein Puls normalisiert hatte, stieg ich die Leiter hinunter, stellte sie um, stieg mit Kettensäge wieder hinauf und sägte den Ast ab, auf dem der Stamm lag. Beides fiel hinunter und ich stieg hinab, um alles auf Kaminholzlänge zu sägen.
Das Fällen des unteren Drittels verlief dann planmäßig, ohne Zwischenfälle. Auch dieses Holz zersägte ich und transportierte es ab.
Dann kam die zweite Kiefer dran. Diese war nicht so groß wie die erste, weshalb ich sie in einem Stück fällen wollte. Auf keinen Fall wollte ich wieder auf der Leiter mit der Kettensäge hantieren.
Der Baum sah sehr gerade aus, die Krone gleichmäßig verteilt. Es war für mich klar, dass er genau in die Richtung fallen würde, in die ich den Keil schnitt: schräg über den Graben auf die Straße.
Also peilte ich die Richtung an und machte mich an die Arbeit, nachdem ich die Straße abgesperrt hatte und zusätzlich meine Frau als Posten eingesetzt hatte. Wieder erst der Keil. Dann machte ich mich an den Einschnitt von der anderen Seite. Als noch ungefähr drei Zentimeter übrig waren … klemmte plötzlich die Säge. Es ging weder vor noch zurück.
Im ersten Moment wusste ich nicht was los war, dann wurde mir klar, dass der Baum in genau die entgegen gesetzte Richtung fallen wollte. In dieser Richtung stand ein Doppel-Carport, unter dem sich drei Pkws befanden. Ich ließ die Säge stecken und handelte.
Auf dem Weg zum Auto schnappte ich mir das längste Seil, das auf dem Hof lag. Während ich einstieg und vom Hof auf die Straße fuhr, rechnete ich ständig damit, dass mir der Baum gleich auf den Kopf fallen würde. Ich fuhr das Auto in die Richtung, in die der Baum fallen sollte, so weit weg, dass er nicht auf das Auto fallen konnte, und rannte dann zurück zum Baum. Auf dem Boden fand ich einen Ast, den ich an einem Ende des Seils verknotete. Den Ast warf ich dann über einen dicken Ast des unter der Windlast gefährlich schwankenden Baumes. Ich ließ den verknoteten Ast herunter, band ihn los, machte eine Schlaufe und zog das andere Ende des Seils durch. Das zog ich stramm, so dass ich ein Lasso um den Stamm gebildet hatte. Mit dem anderen Ende des Seils rannte ich zu meinem Auto, zog es leicht stramm und verknotete es an der Anhängerkupplung. Dann stieg ich ein und fuhr los. Ich musste nicht viel Gas geben, bis der Baum dann kippte.
Ich habe mir seitdem geschworen, nur noch Bäume zu fällen, wenn ich es vom Boden aus kann und wenn der Baum in eine beliebige Richtung fallen darf. Alles andere überlasse ich jetzt einem Profi.
Ich habe diese Unfälle ein wenig ausgeschmückt, aber im Großen und Ganzen sind sie so passiert.
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20261
Bei einer U-Bahnfahrt im Winter vor neun Jahren war mir plötzlich etwas unwohl. Ich fühlte mich plötzlich unsicher auf den Beinen und mir war flau im Magen. Ich befand mich zwischen den Sitzreihen im Ein-/bzw. Aussteigebereich, lehnte mich an die Rückwand einer Sitzbank und ließ mich langsam daran heruntergleiten. In dieser Stellung muss ich einige Zeit verharrt sein. Als ich mir und meiner Umgebung wieder bewußter wurde, fuhren wir gerade in den Bahnhof nach der Station ein, bei der ich eigentlich hätte aussteigen müssen. Ich schaffte es rechtzeitig aus der Bahn und ging auf die Rolltreppe Richtung Ausgang. Ich wollte nur an die frische Luft. Das nächste woran ich mich erinnern kann ist, dass sich ein jüngerer Mann über mich beugte und mich nach meinem Befinden fragte. Er sorgte dafür, dass mir nicht so kalt war, redete beruhigend auf mich ein, rief die Feuerwehr und berichtete über das Unfallgeschehen. Ich war auf der Rolltreppe zusammengebrochen und diese rückwärts heruntergefallen, bis er mich auffing. Ich war völlig verwirrt, nahm alles wie durch Watte war, der Kopf schmerzte, ich hatte Abschürfungen an der ganzen linken Körperhälfte meine linke Hand wurde dick, pulsierte und blutete. Im Krankenhaus wurde ich untersucht. Zunächst konnte niemand meinen Puls fühlen. Dadurch kam ich als Kassenpatient sogar in den Genuß einer Chefarztbehandlung: "Wo ist denn die Scheintote?". Auch musste ich mehrfach meine persönlichen Daten angeben. Augenscheinlich machten sich die Ärzte große Sorgen über evtl. Kopfverletzungen. Mir bereitete meine verletzte linke Hand viel mehr Sorgen. Schließlich arbeitete ich zu dieser Zeit als Bedienung und da ist die linke Hand als Tragehand unerlässlich. Nachdem abgeklärt war, dass ich keinerlei Verletzungen im Kopfbereich davon getragen hatte, musste ich stark intervenieren, bevor sich jemand gründlich meiner Hand annahm. Dann wurde festgestellt, dass ich mir einen komplizierten Bruch eines Handrückenknochens, des Kahnbeins, zugezogen hatte. Ich musste über ein halbes Jahr Gips tragen und habe bis heute - trotz intensiver Physiotherapie - nicht die vollständige Kraft über diese Hand wiedergewonnen. Meinen Retter habe ich nie wieder getroffen, ich konnte mich noch nicht einmal bedanken.
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20227
Die Intensität dieses Ereignisses hat die Erinnerungen an nebensächliche Umstände wie Wochentag oder Jahreszeit verdrängt. Die Bilder werden nie verblassen.
Elmer ist kaum drei Jahre alt. Ich arbeite wieder und habe die wunderbare Tagesmutter, Yvonne, gefunden, bei der er die Vormittagsstunden verbringt. Yvonne hat einen etwa gleichaltrigen Jungen, ist aber wieder schwanger und arbeitet deshalb nicht.
Als ich an diesem Tag auf den Parkplatz vor dem Haus der Tagesmutter fahre, höre ich das ausgelassene Juchzen und die übermütigen Schreie beider Kinder. Yvonne steht schon an der Haustür und ruft mir entgegen: „Das musst du dir anschauen!“
Ein Bild für die Götter! Die beiden Jungen rennen durch das Haus, immer in der Runde durch den Flur ins Esszimmer von dort ins Kinderzimmer und wieder in den Flur. Elmer kreischt dabei vor Vergnügen: „Meine Mami kommt! Meine Mami kommt!“ „Er hat dich kommen sehen!“, flüstert mir Yvonne zu. In diesem Moment passiert es. Elmer rutscht aus, stürzt und schlägt mit einer atemberaubenden Wucht mit der Stirn an einen vorstehenden Mauersims. Ich nehme dieses Geschehen wie in Zeitlupe war und löse mich erst aus meiner Erstarrung als ich die Blutfontäne sehe, die von der Stirn meines Sohnes bis an die Zimmerdecke schießt. Elmer schreit. Ich knie neben meinem Sohn, ohne zu wissen, wie ich dahin gekommen bin. Ich hebe ihn auf meinen Schoß und drücke ihn an meine Brust. Die Wand und die Zimmerdecke sind voller Blut. Auch auf dem Boden hat sich eine Lache gebildet und ich erinnere mich, überlegt zu haben, wie viel Blut ein dreijähriges Kind wohl habe. Yvonne kommt mit einem sauberen Handtuch und drückt es auf die Stirn meines Jungen. Ich habe das Gefühl, sein Schreien zerreißt mein Herz und beginne ihn sachte zu wiegen. Das kleine, blutüberströmte Bündel auf meinen Arm wird langsam ruhig, als ich anfange, sein Lieblingsschlaflied „Sieh nur, die Sterne“ zu singen. Irgendwo im Hintergrund nehme ich wahr, dass Yvonne den Notarzt anruft.
Der Rhythmus, in dem das Blut aus der klaffenden Wunde an der Stirn pulsiert, ist langsamer geworden. Trotzdem steigt eine unbändige Angst in mir auf, mein Kind könnte in meinen Armen verbluten.
Mein Zeitgefühl hat total versagt. Irgendwann kam der Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene. Yvonne meinte später, die seien schnell da gewesen.
Die Rettungskräfte wollen mir Elmer abnehmen, aber er klammert sich wie ein Ertrinkender an mich und sein Blick ist pure Angst. Ich nicke dem Arzt zum Zeichen, dass ich es schaffe, ihn zum Auto zu tragen, zu. Im Wagen lege ich ihn auf die Trage, wo er wieder zu wimmern beginnt. „Wie haben Sie es vorhin geschafft, ihn so ruhig zu halten?“, fragt ein Sanitäter. „Sein Lieblingslied“, antworte ich. „Singen Sie! Je ruhiger er ist, umso weniger Blut verliert er.“ Ich singe. Ich singe. „Sieh nur, die Sterne“. Elmer atmet gleichmäßig und langsam. Der Arzt versorgt die Wunde, ich singe. Im Krankenhaus kommt Elmer auf die Röntgenstation. „Wir müssen schauen, ob der Schädel gebrochen ist“, sagt man mir. Ich singe mit Bleischürze, meine Hand an seiner Wange, während der Röntgenapparat kurz surrt. Ich singe, während wir auf das Ergebnis warten. Der Schädel ist nicht gebrochen. Er hat Glück im Unglück gehabt. Aber die Wunde muss genäht werden. Auf dem OP-Tisch wird der kleine Körper mit einem grünen Tuch abgedeckt. Ich erschrecke, als ich die riesige Nadel der Betäubungsspritze sehe. Elmer auch, er fängt wieder an zu weinen.
Ich singe „Sieh nur, die Sterne“.
Irgendwann sitze ich mit meinem schlafenden Kind auf dem Arm im Flur des Krankenhauses. Man hat mir ein Taxi versprochen. An die Fahrt habe ich keine Erinnerung mehr. Als ich aussteige und durch das Gartentor vor unser Haus trete, sehe ich meinen Mann dort stehen. Ich gebe ihm Elmer in den Arm und bemerke erst in diesem Moment, dass mein weißer Pullover vorne und am linken Arm mit Blut durchtränkt ist. Ich gehe ins Haus und schaue in den Spiegel im Flur. Mein Gesicht ist voller Blut und mein Haar hat einige verklebte Strähnen. Mein Mann kommt, nimmt mich in den Arm und sagt: „Er schläft.“ Endlich fange ich an zu weinen.
Heute ist Elmer 16 Jahre alt. Geblieben sind eine kleine, sehr sauber genähte Narbe, meine Erinnerungen und ein Lied, das unauslöschlich in mir klingt: „Sieh nur, die Sterne!“
Vorhin habe ich erst deinen Beitrag zu Übung 2 gelesen und kommentiert... Und jetzt habe ich gleich noch all deine anderen Beiträge mit Begeisterung gelesen. Ich bin wirklich beeindruckt von deiner Art zu schreiben. Beim Lesen bin ich richtig im Geschehen drin, weil du so lebhaft schreibst. Find ich super!
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20190
Ich zitterte am ganzen Körper da, stehend in dieser Bar, mitten in einer kleinen Schar von Erwachsenen. Jemand kam auf die Idee mir ein Glas Whisky trinken zu lassen. "Es wird dir gut tun" sagte mir die reife Barkeeperin. Ich kippte die amberfarbige Flüssigkeit in mich hinein. Sie schmeckte nach Seife. Als ich aus dem stark geneigten Glas die letzen Tropfen in meinen Mund gleiten ließ, schaute ich gezwungenermaßen ein wenig hoch. Mit dem linken Augenwinkel vernahm ich durch die gläserne Einganstür den Regen draußen auf der Straße und die zwei ineinander gekeilten Autos. Eins davon war der neue Mini Morris meines Schwagers, im anderen, keine Ahnung mehr was für ein Modell, lag die zu Tode verunglückte Frau.
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20169
Es war Anfang diesen Jahres. Ich war auf dem Weg zur Arbeit. Es war noch sehr früh, dennoch waren schon recht viele Fahrzeuge auf den Straßen. Ebenfalls Menschen, die zur Arbeit mussten oder nur ihre Angehörigen dorthin führen.Ich bog aus unserer Strasse raus und fuhr auf die nächste Kreuzung zu. Hinter mir erschien ein Auto. Ich bemerkte es nur, weil es wie ich die Scheinwerfer anhatte. An der Ampel bog ich rechts ab. Der Wagen hinter mir ebenfalls. Dann kam ein Kreisel. ich fuhr darauf zu und sah, dass noch ein Auto auf mich zufuhr, weil ich nicht erkennen konnte, ob es vor mir aus dem Kreisverkehr herausfährt oder drinbleibt und somit vorfahrtsberechtigt ist, bremste ich noch vor dem Kreisverkehr ab. Mein Wagen stand. Plötzlich gab es einen Ruck und mein Sunny stand auf der Kreuzung. Ich brauchte einen Moment, um zu realisieren, was soeben geschehen war. Ich drehte mich um und dachte, dass hier etwas nicht stimmt. Ich stieg also aus. Als ich um meinen Nissan herumging sah ich eine junge Frau, die mir in ihren rosa Plüschpantoffeln entgegenkam und mich fragte, ob alles in Ordnung sei.Ich schaute von ihren Pantoffeln auf und sah ihren Wagen, der aussah, als ob da etwas fehlen würde. Er sah irgendwie nackt aus. Ich konnte auch nicht erkennen um was für einen Fahrzeugtyp es sich bei dem Wagen handelte. Erst jetzt drehte ich mich zu meinem eigenen Auto wieder um und stellte fest, dass meiner ein zusätzliches Souvenir besaß. Ich schaute wieder zu dem Fahrzeug der jungen Frau hinter mir und sah, dass ihr Wagen fast zwei Meter von meinem entfernt stand. Es mußte gesprungen sein, schoß es mir durch den Kopf. Ich war verwirrt. Ich hatte an meinem Wagen eine Anhängerkupplung, naja für Anhänger zu ziehen, aber was ich jetzt sah, hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Mein Auto besaß drei Stoßstangen. Durch die Wucht des Aufpralls muss ihr Wagen vorne hochgeschossen sein, so dass ihre Stoßstange, nachdem sie selbst zum Stehen kam, aber meinen Wagen weiter schleuderte, von ihrem Fahrzeug abgerissen worden ist und auf meiner Anhängerkupplung hängen blieb. Als ich die Frau fragte, wie denn das hätte passieren können, antwortete sie mir, dass sie gedacht hätte ich führe durch. Nachdem die Polizei da war, ihre Stoßstange von meinem Auto entfernt und die Personalien aufgenommen waren versuchte ich, den Kofferraum zu öffnen, da man von außen keinen Schaden an meinem Wagen sehen konnte.Es knackte leicht, aber dann ging er auf.Erst jetzt sah ich die Ausmaße des Unfalls. Die Frau hatte gerade ihren Mann zur Arbeit gefahren, ihre Kinder unbeaufsichtigt allein zu Hause gelassen und wollte jetzt schnell, da sie nur ein paar Minuten von der Arbeitsstelle ihres Mannes wohnte, zu ihren Kindern zurück. Dadurch ist sie nahezu ungebremst auf mich aufgefahren. Die Aufhängung der Anhängerkupplung hat, was man aber von außen nicht sehen konnte, da sich das Ganze hinter der Stoßstange ereignet hatte, den Kofferraum gestaucht. Na nicht nur gestaucht, sondern geradezu gefaltet.
Lange Rede kurzer Sinn: es war ein Totalschaden.
Vier Wochen später
Aufgrund des Ausfalls meines liebgewonnenen Autos, dass ich mir vor gut zehn Jahren angeschafft und mich bis zu diesem Tage nie im Stich gelassen hatte, war nun ein neuer Wagen fällig. Ich entschied mich diesmal für einen Peugeot.
Er war schwarz und er war nagelneu und bildschön. Ich schaute auf den Tachometer und sah, dass er durch die Überführung bereits dreizehn Kilometer draufhatte.
Ganz stolz kam ich mit dem Wagen nach Hause. Ich wusch ihn fast täglich, da auf einem schwarzen Fahrzeug eben jeder Fussel zu sehen ist und sowas darf auf einem neuen Wagen nicht sein.Ich hatte etwa dreihundertachtzig Kilometer auf dem Tacho und es was Sonntag. Das Wetter war schön, der Wagen war frisch poliert und ich brannte darauf noch eine Tour mit ihm zu machen.Ich setzte mich also in den Wagen und fuhr die zehn Kilometer bis zu meiner Mutter. Gegen neunzehnuhrdreissig fuhr ich bei ihr wieder weg. Ich achtete genau auf die Schilder, da ich mich mit dem Fahrzeug noch nicht so gut auskannte. Dann war ein Motorradfahrer hinter mir und ich glaube, dass er mich irritiert hat, obwohl er nicht dicht auffuhr. Allein seine Scheinwerfer in meinem Rückspiegel machten mich nervös. Auf dem einen Schild stand siebzig also fuhr ich siebzig. Auf dem nächsten stand fünfzig, also fuhr ich fünfzig. Dann stand vor der Kurve sechzig, also fuhr ich sechzig. Auf einmal brach mein Wagen vorne aus. Ich weiß nur, dass ich das Lenkrad festhielt und nicht wild rumlenkte. Es einfach nur festhielt. Ich kam mir vor wie in einem Film.Ich saß am Steuer meines Wagens und ich zählte innerlich die Zeit mit. Eins, zwei, drei der Wagen überschlug sich, drehte sich dabei um seine eigene Achse und rollte auf dem hinteren Teil seines Daches ab, um wieder bei vier auf seinen Rädern zu landen. Ich saß hinter dem Steuer, schaute mich um und sah weißen Qualm unter der Motorhaube hervortreten. Ich dachte der Wagen würde, so wie man das aus Filmen kennt, gleich zu brennen anfangen. Also hob ich die paar Sachen, die ich in der kurzen Zeit, die ich ihn jetzt besaß auf und öffnete die Fahrertür. Dass es sich bei dem weißen Rauch nur um das Gas handelte, das aus den sechs Airbags geschossen war und sich langsam unter der Motorhaube den Weg in die Freiheit bahnte, erfuhr ich erst viel später.Der Motorradfahrer hatte angehalten und fragte mich direkt, ob alles in Ordnung wäre. Erst jetzt sah ich, dass ich an der Hand blutete. Ich sagte ihm, dass ich ok wäre.Wir warteten gemeinsam auf die Polizei und er bestätigte, dass ich die vorgeschriebene Geschwindigkeit nicht überschritten hätte.Der Abschleppdienst nahm den Wagen mit und die Polizei bestand darauf, dass ich mich trotzdem im Krankenhaus untersuchen lassen sollte. Bis dahin war mir zwar schlecht, dennoch fand ich es nur lästig jetzt noch ins Krankenhaus zu gehen.Ich wurde aber doch hingefahren. Im Krankenhaus angekommen brachen meine Nerven jetzt doch zusammen. Mein Körper vibrierte nur noch, so dass dem Arzt nichts anderes ubrig blieb, als mich ruhig zu stellen.Ich blieb zwei Tage dort. Anschließend wurde ich zum Abschleppdienst gefahren. Es wollte mir immer noch nicht in den Kopf gehen, was da passiert war. Ich war doch kein Fahranfänger. Als ich den Wagen jetzt bei Tageslicht sah, wurd mir ganz flau im Magen. Ich dachte nur: und da bist du fast heil rausgekommen? Das Dach war eingedrückt und lag auf der Rückbank. Sämtliche Scheiben waren geborsten. Der extra gut polierte Lack war voller Kratzer. Ich dachte darüber nach, dass ich ursprünglich meine Tochter mitnehmen wollte auf diese Fahrt.Aufgrund von erzwungenem Lerneifer aber doch unterlassen hatte sie mitzunehmen.Wenn sie hinten gesessen hätte....so schnell kann kein Mensch reagieren. Sie ist gut einsfünfzig groß. Ich mag gar nicht daran denken was ihr passiert wäre.
Gut, dass sie nicht dabei war!
Der Tacho stand genau auf vierhunderteins Kilometer.
Der Unfall stand in verschiedenen ortsansässigen Zeitungen. Ich bekam immer wieder zu hören, dass ich wohl zu schnell war, keine den Witterungsverhältnissen angepaßte Fahrweise an den Tag gelegt hätte und vieles mehr. Ich weiß nur, dass die Strasse trocken, nicht glatt, keine Blätter oder sonst irgendwelche anderen Faktoren im Spiel waren, die einen solchen Unfall gerechtfertigt hätten.
Fakt ist, dass der Abschleppunternehmer mir noch am Unfallort sagte, dass er in dieser Kurve jede Woche mindestens zwei Autos aus dem Graben zieht, die genauso dastehen würden, wie meiner jetzt auch stand.
Was solls... die Musikanlage hatte eh keinen besonders guten Sound und was mich dazu bewegt hat ein Auto als Dreitürer zu kaufen kann ich auch nicht mehr nachvollziehen. Jetzt hab ich mir den gleichen Wagen wieder gekauft, aber als Fünftürer, in dem die Türen kleiner sind, so dass man auf dem Parkplatz keine Angst mehr haben muss, dass die lieben Kleinen sämtliche nebenstehenden Fahrzeuge dengeln und mit einer JBL Anlage drin, die meinen Vorstellungen von einem guten Sound um einiges mehr entgegenkommt.
Es gibt halt Leute, die alles tun, um einmal in der Zeitung zu stehen.
Ich glaube es ist nicht mein Jahr, aber Sylvester kann man ja auch nicht vorverlegen, also muss ich da durch. Wie hoch ist die Chance, dass einem zwei Unfälle hintereinander in so kurzer Zeit passieren? Ist die Chance höher oder niedrieger als wenn man Lotto spielt? Ich wußte es nicht und weiß es auch immer noch nicht. Ich habe also gedacht, dass ich es dann mal mit Lotto versuche. Loto ist ja auch nicht mehr als Glück oder Zufall. Also hab ich es gewagt. Ich hatte aber noch nicht mal drei Richtige, also hab ich das wieder gelassen. Man soll sein Glück auch nicht überstrapazieren. Dass das Ganze so glimpflich ausgegangen ist, ist wohl auch genug Glück gewesen.
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19931
Mein Mann war von Anfang an gegen das Reiten gewesen. Sowohl Pferde als auch deren Reiter waren ihm suspekt. Meiner Meinung nach hatte er ganz einfach Angst vor Pferden. Im Gegensatz zu mir. Ich liebte Pferde. Und ich liebte es zu Feiern. Beides ließ sich bestens in unserem Reitstall vereinen.
Ein besonderer Höhepunkt im Jahr war der Ball nach dem großen Turnier. Das aktuelle Motto war Lateinamerika. Schon Wochen vorher war ich mit Überlegungen zu meinem Kostüm beschäftigt. Als ich am Tag des Balls aus dem Haus ging, hallte die Frage meines Mannes noch lange nach, ob ich denn unbedingt auf dieses alberne Fest gehen müsse.
Der Ball lief auf vollen Touren. Die Musik schepperte aus zahlreichen Lautsprechern, er herrschte dichtes Gedränge auf der Tanzfläche. Es roch nach Pferd, dick aufgetragenem Parfum, und nach Wein, Bier und Schweiß. Mein Tanzpartner stampfte mit den Füßen wie ein Weinbauer, der seine Trauben mit Füßen auspresst und riss seine Arme hoch. Ich sprang ihm entgegen, lachte, kreischte, er packte mich in der Taille und stieß mich nach oben. Ich schnellte hoch blieb kurz oben, schwebte wie eine Königin über allen, schwankte und stürzte kopfüber über seiner linken Schulter zu Boden.
Ich fühlte nichts. Ich hörte nichts. Ich sah nichts. Alles war weiß und hell und heiß und kalt. Irgendetwas zerrte an mir, schob mich, in der Ferne ein verwaschener Hall.
Die Bank in der Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses war kalt und hart. Ich saß ganz still. Bewegte mich nicht einen winzigen Millimeter bewegen. Sonst würden die Messer in meiner linken Schulter ihre Arbeit wieder aufnehmen. Mein Rüschenkleid, meine grellrot geschminkten Lippen, die Blume in der passenden Farbe in meinem Haar und meine hohen Hacken erschienen mir albern und grotesk.
Neben mir auf dem Boden war eine große Blutlache. Sie sah frisch aus, eilig zusammengewischt, und verströmte einen merkwürdigen Geruch. Ich würgte. Es gab schlimmere Gründe hier zu sein.
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19910
Es passierte schon vor einigen Jahren, hat sich aber unauslöschlich in mein Hirn gebrannt. Ich war damals gerade einkaufen, und ziehe meinen alten, blauen Einkaufsroller hinter mir her. Ich muss wohl sehr intensiv an etwas gedacht haben, was mich beschäftigte, denn anders kann ich mir meine Unaufmerksamkeit nicht erklären.
Ich betrete eine ziemlich befahrene Strasse, schaue brav nach links, um zu erkennen, wann ich die ziemlich breite Fahrbahn betreten kann. Als kein Auto in Sichtweite ist, gehe ich los. Marschiere flott bis zum Mittelstreifen, wo ich doch wie immer anhalten sollte, um nach rechts zu schauen und dann lebend und unbeschadet, bei festgestellt freier Fahrbahn weiter zu gehen.
Alleine, ich bleib nicht stehen und ich schau auch nicht nach rechts. Bis heute ist es mir ein Rätsel, warum ich einfach, ohne nur den kleinsten Blick in die richtige Richtung zu riskieren, weitergegangen bin. Ich tue es jedenfalls, und schau erst während ich schon mitten am zweiten Fahrstreifen bin, nach rechts. Ab dann läuft alles in Zeitlupe ab. Das ist jetzt nicht nur so dahergesagt, es hat sich wirklich alles verlangsamt. Ich sehe ein Auto, das auf mich zuschlittert, weil der Fahrer verzweifelt auf die Bremse gesprungen ist. Ich kann ihn und seinen entsetzten Gesichtsausdruck deutlich sehen. Mir ist klar, dass sich das einfach nicht ausgehen kann. Aber ich scheine gerade ein Heer an Schutzengeln zu beschäftigen, die unglaublich präzise arbeiten. Und sie halten die Zeit für mich an. Also kann ich diesen einzigen, nötigen großen Schritt nach hinten machen,falle dabei auch nicht über meinen blauen Einkaufsroller, was an sich schon ein Wunder ist, das Auto schlittert langsam, sehr langsam weiter auf mich zu, ich kann alles genau erkennen, sehe, dass es sich haarscharf ausgehen könnte und ziehe noch meinen Bauch ein, damit der Seitenspiegel Platz hat, was nötig ist. Der Vorderreifen berührt eine meiner großen Zehen, ich weiß nicht mehr, welche. Aber er berührt sie nur und überfährt sie nicht.
Ich bleibe völlig unverletzt.
Dann sind auf einmal alle Geschwindigkeiten wieder ganz normal. Das Auto ist direkt vor mir stehengeblieben, d.h. mein Bauch befindet sich zwei Zentimeter von der Seitenscheibe entfernt. Das sehr bleiche Gesicht des Autofahrers starrt mich durch dieses Seitenfenster an. Ich entschuldige mich sofort und schonungslos bei dem armen Mann, es war wirklich ganz und gar meine Schuld. Ich hoffe, er hat danach keine schlaflosen Nächte gehabt. Ich überquere die Strasse sehr vorsichtig und habe sie niemals mehr an dieser Stelle betreten.
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19817
Meine Mama und ich fuhren zum Friedhof um das Grab meiner Oma zu pflegen! Wir befreiten es vom Laub und gossen die Pflanzen! Ihre Schwester wohnte nicht weit vom Friedhof entfernt und wir waren zusammen verabredet. Ich bin mit dem Auto zu Ihr gefahren um Sie abzuholen. Meine Mama blieb auf dem Friedhof um das letzte Grünzeug wegzuräumen. Meine Tante und ich kamen wieder, und meine Mama war weg. Verschwunden! Ich rief Sie und bekam keine Antwort! Wir liefen über den Friedhof und hörten auf einmal meine Mama rufen! Ich schaute, sah nichts und dann ging ich über einen Hügel und dahinter lag meine Mama in einem Grab. Das Bein stand merkwürdig gekrümmt in seitlicher Position! Sie stand unter Schock und lachte uns an. Ich wollte mein Handy aus der Tasche ziehen, es lag aber noch im Auto, ich habe meine Handy immer dabei und ausgerechnet jetzt nicht. Ich rannte zum Auto und rief den Krankenwagen und Notarzt. ich lief zurück zu meiner Mama und wollte mir das Bein mal genau anschauen. Sie sagte mir, es tut nichts weh. Ich hob das Bein ein wenig an, und hatte nur die Wade in der Hand, wenn nicht die Haut um das Bein gewesen wäre, hätte ich damit weglaufen können! Ich stand jetzt selber unter Schock! Meine Tante guckte nur ganz hilflos und meine Mama lachte! Der Notarzt kam, verpassten meiner Mam eine dicke Beruhigungsspritze und zogen Sie aus dem Grab heraus. Verpackten das Bein in ein Luftschiene und waren immer noch ein wenig entsetzt über meinen Notruf: Ich brauche einen Arzt, meine Mutter liegt auf dem Friedhof in einem Grab und ich denke Sie hat sich das Bein gebrochen! Wenn die ganze Situation nicht zum Heulen gewesen wäre, dann hätte ich glatt lachen können! Sie wurde also in den Krankenwagen geschoben und zur sofortigen OP ins nächste Krankenhaus gefahren. Doppelter Wadenbein-/Schienbeinbruch. Als der Krankenwagen losfuhr bin ich umgefallen, mir war so übel und schwindelig das ich mich neben dem Grab legte und erstmal fünf Minuten durchatmen mußte. Meine Tante war dem Heulen nahe! Danach sind wir zusammen ins Krankenhaus gefahren, und die OP ist super verlaufen, meine Mama läuft heute wieder wie ein junger Gott. Allerdings lassen wir Sie nie wieder alleine auf einem Friedhof, trichtern Ihr immer ein, sie solle die ordentlichen Gehwege benutzen und ich gehen ohne mein Handy nirgendwo mehr hin. (Die Geschichte hört sich verrückt an, ist aber so in Wirklichkeit passiert, ich selber hatte noch nie einen wirklichen Unfall)
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19815
Der 3. November 1979 war ein kalter, unfreundlicher Tag. Dichter Nebel hing seit Wochen über dem grauen Flachland und machte keine Anstalten darin etwas zu verändern. Langsam hing mir das feuchte Wetter zum Hals raus, am liebsten hätte ich mein bescheidenes Hab und Gut gepackt und wäre in den Süden verreist. Doch ich hatte keinen Job und kein Geld und lebte noch bei meinen Eltern. So begnügte ich mich, abends in ein Dancing zu gehen und mir den Frust aus der Seele zu tanzen.
An diesem 3. November 1979 lernte ich Nicola kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb, hatten viel Spass miteinander, tanzten, lachten und tranken viel. Ich hielt mich zwar etwas zurück, da ich versprach uns nach Hause zu fahren, doch bis wir das Dancing verliessen, hatte ich schon drei oder vier Cubalibre durch meine Adern fliessen lassen.
Als ich mich in seinen Fiat setzte, wurde ich fast nüchtern, vom Anblick des Schalthebels am Lenkrad. Noch nie hatte ich so eine Schaltung gesehen und jetzt sollte ich noch so fahren! Mir war nicht mehr wohl dabei doch irgendwie mussten wir nach Hause kommen und Nicola war ganz sicher nicht in der Lage zu fahren. So liess ich mir die Schaltung kurz erklären und wir fuhren los – bis zu der ersten Kurve. Als ich in den dritten Gang schalten wollte, bewegte ich das Lenkrad etwas zu viel nach links, korrigierte gleich nach rechts, wieder links und schon war das Korrigieren nicht mehr möglich. Ich verlor die Kontrolle über den Wagen, wir schleuderten einige Hundert Meter über den mit dünner Eisschicht bedeckten Asphalt, das Tempo wurde immer höher und schliesslich rasten wir in einen elektrischen Mast. Kurz vor dem Aufprall schoss mir noch ein verzweifeltes „Warum?“ durch den Kopf…
Es tat nicht weh, als meine Stirn auf den Innenspiegel schlug, nur ein grelles Licht blitzte kurz vor meinen Augen auf. Ich war nicht einmal bewusstlos geworden. Habe ich wirklich den Aufprall mit meinen Oberarmen auf dem Lenkrad etwas aufhalten können? Es scheint so gewesen zu sein, denn Nicola hatte nicht so viel Glück gehabt. Er schlug voll mit dem Kopf auf die Frontscheibe und sank wie eine Stoffpuppe in sich zusammen. Da die Wagentüren glücklicherweise nicht verklemmt waren, konnte ich aussteigen und Nicola herausholen. Bis heute weiss ich nicht wie ich das geschafft habe.
An Nicolas Stirn klaffte eine grosse Wunde, das Blut strömte über sein Gesicht, doch er lebte. Die Strassenlampe auf dem eingeknickten Mast funktionierte noch und auch das Licht des Wagens brannte. Wir waren also gut sichtbar und doch hielt niemand an. Alle fuhren eilig an uns vorbei und nicht einmal als ich winkend mitten auf die Strasse stand, erbarmte sich jemand unseres Schicksals. Es gab damals noch kein Handy und eine Telefonzelle war nirgends zu sehen. Immer wieder verlor Nicola das Bewusstsein und ich gab ihm immer wieder eine Ohrfeige um ihn wachzuhalten, ich wollte nicht alleine sein. Das aus meiner Stirn fliessende Blut brannte wie Feuer in meinen Augen und ich wischte es immer wieder mit meinem Handrücken ab. Ich hatte furchtbare Angst, dass Nicola sterben würde, falls wir nicht bald in ein Krankenhaus kommen.
Gott sei Dank gibt es auch hilfsbereite Menschen und so einer hielt an und fuhr uns in das naheliegende Krankenhaus. Bett an Bett lagen Nicola und ich in der Notaufnahme, nur ein Paravent trennte uns. Ich sah ihn an, doch er war wieder weg. Nach einer Weile fuhren sie ihn in weg, er muss operiert werden, sagten sie mir. Ich blieb alleine und wartete auf die Polizei. Eine Blutprobe wurde mir entnommen. Dann wurde auch ich behandelt. Ich war nur leicht verletzt, eine Gehirnerschütterung, eine Wunde am Kopf und mehrere an den Knien. Der diensthabende Polizist, ein guter Freund von mir, erkannte mich zunächst nicht. Dann führ er mich nach Hause, vorher hielten wir auf der Polizeistation an, um den Protokoll zu unterschreiben. „Hey Mädchen, was macht du für Sachen“, sagte er und fuhr mit dem Handrücken zärtlich über meine Wange. Dann hielt er mir den Kugelschreiber hin. Ich konnte kaum sehen, was auf dem Blatt stand, doch eins interessierte mich brennend „Wieviel Promille hatte ich?“ „Wenn Nicola wieder gesund wird, null, ansonsten kann ich dir nicht helfen“.
Nicola wurde gesund doch ich kämpfe heute noch, um die Kontrolle wieder zu erlangen, die mir an diesem 3. November 1979 abhanden gekommen war.
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19798
Es war an einem Abend im August 1998. Meine Frau war bei Freundinen eingeladen und ich mit unseren zwei Mädchen, acht und zwölf allein zu Hause. Sie saßen vor dem Fernseher und ich war in der Küche (glaube ich) als mich der Drang zur Toilette übermannte. Auf dem Weg dorthin hörte ich noch aus dem Wohnzimmer das gemurmel meiner beiden Mädchen und den Fernseher laufen. Als ich dann in der Toilette stand wurde es stockdunkel. Nach einiger Zeit (ich hatte kein Zeitgefühl mehr) wurde ich wach und lag verkrümmt am Boden. In einem Raum der 1,20 x 1,20 mißt, lag ich mit meinen 1,78 zusammengerollt wie ein Baby und hatte die höllischsten Kopfschmerzen die ich je in meinen 38Jahren gehabt hatte. Raus hier und Hilfe dachte ich und wälzte mich zur Tür hinaus. Ich schrie und lag zuckend im Vorraum als meine beiden Töchter herbeieilten. Ich kann mich an Ihre Gesichter und die der anderen Menschen die an diesem Abend auf mich sahen nicht mehr errinnern. Meine Frau erzählte mir später das es furchtbar für alle war. Aber für Sie und meine kleine Mädchen muss es ein Trauma gewesen sein, das glaube ich auch heute noch vorhanden ist. Ich war mal da und mal weg. Als ich klar war fragte ich was den hier los sei und im nächsten Moment überkam mich wieder der Schmerz und ich schrie und weinte in meinen Polster hinein. Im Spital war ein Turnusarzt, der den Ernst der Lage erkannte und eine Verlegung in eine Spezialklinik beantragte. Die Leute in unserem Spital waren sicher froh, denn ich hatte die Ambulanz ziemlich vollgekotzt. Nachdem der junge Arzt mit meiner Frau telefoniert hatte und ich ein Schmerzmittel bekommen hatte ging die Reise los. Ich sprach noch mit meiner Frau und erklärte Ihr, Sie solle sich keine Sorgen machen. Was der Arzt da über Lebensgefahr gesprochen hatte, hielt ich für nicht Real. Ihrer weinerlichen Stimme zu entnehmen, glaubte Sie mir nicht wirklich. Noch heute leide ich etwas an den Folgen meiner Gehirnblutung, aber ich bin froh das ich dank dieses jungen Arztes überlebt habe und diese Zeilen heute schreiben kann.
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19757
Als kleines Mädchen bin ich immer direkt beim Bauern Milch holen gegangen. Der Weg war zwar nicht so weit, dennoch bin ich meistens lieber mit dem Fahrrad dorthin gefahren. Auf dem Hinweg gab es meistens keine Schwierigkeiten, denn die Milchkanne war zu diesem Zeitpunkt noch leer. Es sollte sich immer erst auf dem Rückweg als schwieriger gestallten die Milchkanne gefüllt nach Hause zu bringen.
An dem besagten Tag wo der Unfall geschah war es allerdings umgekehrt. Ich war circa 7 Jahre alt und mal wieder mit dem Fahrrad auf dem Weg zum Bauern. Ich fuhr wie immer sehr schnell und machte dabei allen möglichen Faxenkram. Ich brachte mein Fahrrad zu einem gewissen Tempo und nahm meine Füße von den Pedalen, strecke sie in die Luft, zur Seite und nach vorn. Nach einer Zeit legte ich meine Beine sogar auf das Lenkrad drauf.
Am Anfang ging alles noch gut, doch dann fuhr ich über einen Stein der mein Fahrrad ins schwanken brachte. Ich verlor die Kontrolle und raste mit meinem Rad auf eine Kuhwiese zu die mit einem Stacheldrahtzaun umzäunt war. Mein Rad kippte und ich flog im hohen Bogen auf den Zaun zu, während mein Rad weiter rollte und schließlich umkippte.
An den Aufprall erinnere ich mich nicht mehr so gut und auch nicht mehr daran wie ich geflogen war, denn ich hatte vor lauter Angst meine Augen zugekniffen. Als ich sie auf machte konnte ich nur noch überall Blut sehen. Vor lauter Schreck spürte ich keine Schmerzen.
Ich fuhr weinend nach hause und als ich meine Mutter sah fingen nun plötzlich auch die Schmerzen an. Meine Mutter bekam einen Schock als sie mich sah und machte sich sofort daran meine Wunden zu verarzten, während sie mich tröstete.
Zu meinem Glück im Unglück, war ich nicht sehr stark verletzt. Es sah schlimmer aus als es wirklich war. Denn letztendlich waren nur meine beiden Arme und etwas Haut auf meiner Brust vom Stacheldraht aufgerissen. Mein Gesicht und der Rest meines Körpers war völlig verschont geblieben.
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19735
Es ist schon ziemlich lange her. Ich glaube so an die 10 Jahre. Die Narben habe ich aber noch heute, sie sind nicht mehr so deutlich sichtbar, aber eben noch sichtbar. Welcher Teufel mich an diesem Tag geritten hat weiß ich nicht mehr. Normalerweise bin ich ja ein sehr vorsichtiger Mensch aber an dem Tag hat mich, glaub ich, mein Verstand verlassen. Auf alle Fälle hatte ich so einen kleinen Gaskocher den man für Campingausflüge benutzt um sich Wasser für Kaffee oder Tee zu wärmen oder für kleinere Speisen. Am Morgen bevor wir zu diesem Ausflug aufbrachen hatte ich die Gaskocher noch aufs Fensterbrett (also außen)und ganz aufgedreht. Er war zwar schon leer, aber ich wollte sicher gehen. Kurz vor unserem Ausflug habe ich ihn dann eingepackt aber vergessen die Kartusche zu tauschen. Am Campingplatz war uns dann irgendwann nach Kaffee und ich mußte das nachholen. Ich nahm also den Kocher und eine neue Kartusche und entfernte mich von unserem Lagerfeuer. Am Weg weg vom Feuer nahm ich die leere Kartusche heraus in dem ich die Hebel, mit der diese links und rechts befestigt und gleichzeitig gesichert wird, öffnete und die Kartusche herausnahm. Ungefähr 3m vom Lagerfeuer entfernt blieb ich stehen entfernte die alte endgültig und begann in umgekehrter Reihenfolge die neue einzusetzen. Das ist ja nicht weiter tragisch genaugenommen sogar so vorgesehen. Nur machte ich dann einen entscheidenden Fehler. Während ich die neue einsetzte und bevor diese befestigt und gesichert im Kocher war ging ich wieder zu meinen Freunden in Richtung Lagerfeuer. Weil dieses Dummheit noch nicht genug war vernachlässigte ich die Sicherung des Kochers weil ich mich ja unbedingt an dem Gespräch meiner Freunde beteiligen wollte. Schlau nicht! Dabei muß ich die Sicherung sehr schlecht befestigt haben denn die Kartusche rutschte ab, fing Feuer und mit ihr meine ganze linke Seite, vom Unterarm bis zum Unterschenkel. Verbrennungen 3.Grades wie im Krankenhaus festgestellt wurde. Tja. Dummheit gehört bekanntlich bestraft.
Bis heute bin ich nicht in der Lage mich Gasgeräten ohne Schweißausbrüche zu nähern.
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19732
Als ich gestern bei meiner besten Freundin zu Besuch war und gerade meine Kaffeetasse in die Hand nehmen wollte,fluchte sie auch schon los.
Ich fragte sie, was sie denn für ein Problem habe und wie ich ihr helfen könne. Aber dar war es auch schon zu spät. Die Schranktür ihres Hängeschrankes in der Küche war weit geöffnet. Sie wollte irgendetwas aus diesem Schrank holen, keine Ahnung was. Hätte sie mal lieber lassen sollen! Kaum zog sie an diesem, was auch immer, fiel ein Topfdeckel aus diesem Schrank.
Dieser schlug direkt auf die Arbeitsplatte und riss noch dazu einen vollen Teller mit Nudelsuppe mit sich. Die Nudeln spritzten durch die gesamte Küche.
Meine Freundin schrie vor Wut und ich musste direkt anfangen zu lachen. Kaum vorstellbar,wie lustig sie aussieht wenn sie so wütend ist.
Und als sie sich umdrehte, um mich anzuschnauzen, weil ich so am Lachen war, stieß sie mit ihrem Ellbogen den Topfdeckel, der sich irgendwie auf der Arbeitsplatte gehalten hatte, hinunter. Natürlich fiel er geradewegs auf ihre nackten Füße. Wie sie so auf einem Bein hüpfte und den Zeh festhielt war ein echter Knüller. Ich konnte nicht mehr vor Lachen. Einfach unglaublich diese Frau.
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19719
Ganz genau kann ich nicht mehr sagen, wie es dazu gekommen ist. Ich hatte den Staubsauger schon gesehen. Aber weshalb er auf einmal im Weg war, weiß ich nicht mehr. Ich muss gestolpert sein. Ganz klar, ich bin gestolpert, und als ich mit etwas Akrobatik versucht habe, mein Gleichgewicht zu behalten, ist es dann passiert. Mein Fuß auf Kollisionskurs mit dem Staubsauger. Genauer, mein kleiner Zeh. Das hat erst mal höllisch weh getan. Naja, selber schuld. Bloß, das es nach einer Stunde noch nicht besser war, und dick und heiß war der Zeh inzwischen auch noch. Ich bin dann ins Krankenhaus gehumpelt. Mein Freund hat sich schief gelacht. Von wegen abholen und hinfahren, ich soll nicht so wehleidig sein. Aber auch die im Krankenhaus haben etwas ungläubig auf das Röntgenbild geschaut. „Jaja, die meisten Unfälle passieren im Haushalt!“ hat der Arzt gesagt, als er mir die Bruchstelle gezeigt hat. Ein sauberer Bruch des rechten kleinen Zeh, kommt anscheinend nicht so häufig vor. Zumindest nicht in Zusammenhang mit einem Staubsauger. Und natürlich kann man kleine Zehen nicht eingipsen. Er wurde stattdessen getaped. Vom Krankenhaus bin ich anschließend direkt in unser Lieblings Cafe, und habe mich dort mit meinem Freund getroffen. Auf den Schock hin, habe ich erst einmal etwas zum Essen gebraucht. Und Schokoladenkuchen. Und den Zitronenkuchen auch noch. Gezahlt hat mein Freund. Ich hab ihn auch gerne gelassen- dafür, dass er mich und meinen kleinen Zeh nicht ernst genommen hat.
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19528
Ich war vier oder fünf und litt zum ersten Mal an Selbstüberschätzung. In den Sommerferien war ich einfach immer draußen und spielte mit meinem besten Freund Sebastian. Irgendeine Dummheit ist uns garantiert immer eingefallen.
Am Tag zuvor war ich mit Papa im Garten ums Haus und er reinigte die Schächte vor den Kellerfenstern. Einer davon befindet sich direkt neben der Haustür. Er wird von einem ziemlich schweren Gitter verschlossen. Ich habe beobachtet, wie Papa das Gitter einfach hoch hob und zur Seite legte. Er erklärte mir, dass ich mich von dem tiefen Loch fernhalten musste, um nicht hinein zu fallen.
Am nächsten Tag hatte ich keine Lust Papa bei der Gartenarbeit zu helfen. Also war ich mal wieder mit Sebastian ums Haus unterwegs. Ich erzählte ihm ganz stolz, wie ich Papa gestern geholfen hatte. Der war hinten im Garten beschäftigt und vorne war niemand zu sehen. Das war die Gelegenheit Sebastian zu zeigen, dass ich alles konnte war Papa auch kann! Der würde vielleicht Augen machen! Also gingen wir zu dem Schacht direkt neben der Haustür und ich schob meine kleinen Finger durch die Löcher des Abdeckgitters. Erst dachte ich, es wäre so schwer, dass es sich gar nicht bewegen lässt. Aber dann tat sich doch etwas. Ich musste es also nur noch hochheben und wir könnten hineinsehen. Es bewegt sich durch meine Kraft noch ein paar Zentimeter und war dann so verschoben, dass die gesamte Kraft seines Gewichts wirkte und mit mir in den Schacht stürzte! Es ging Kopf voraus in den Schacht und meine kleinen Finger waren immer noch zwischen den Gitterstäben. Mein Gesicht knallte mit voller Wucht gegen das Gitter!
Meine nächste Erinnerung besteht daraus, dass ich beim Arzt liege und um mich ist alles dunkel. Ich hatte mir die Oberlippe direkt unter der Nase so aufgeschlagen, dass sie mit 5 Stichen wieder angenäht werden musste.
Es schmerzte noch ein paar Wochen höllisch, so dass ich nachts öfter mal zu Mama ins Bett wollte. Die Gitter auf den Schächten habe ich nie wieder angefasst!
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19493
Anlässlich meines 16.Geburtstags feierten wir in einer Kneipe in H., anschließend beschlossen wir, inzwischen alkoholisiert, auf unseren Mofa´s nach W. zu fahren, um in der dortigen Wirtschaft den Abend ausklingen zu lassen.
Ich saß also auf dem Gepäckträger des Mofa´s meines Freundes. Das ging nicht lange gut, denn J. wendete sich mir während der Fahrt zu, um mir etwas anscheinend unglaublich wichtiges zu erzählen. Dies führte dazu, daß wir auf ein geparktes Auto prallten und auf die Straße purzelten.
Schon beim Aufstehen bemerkte ich den Schmerz im Schienbein, hatte aber keine Zeit, ihn weiter zu beachten, den J. drängte darauf, wieder aufzusteigen und zu machen, das wir wegkämen, um Ärger zu vermeiden. Es gab wegen des Pkw´s niemals Probleme, anscheinend hatte er keinen Schaden davongetragen.
In W. angekommen, mussten meine Freunde mich links und rechts unterhaken, allein konnte ich nicht mehr gehen. Ich ging von einer Prellung aus, an Schlimmeres dachte ich nicht.
Schließlich brachten mich J. und die anderen nach Hause. Mein Vater trug mich ins Haus und in mein Bett. Selbstverständlich gab´s noch eine Standpauke, die ich damals wie heute für völlig unnötig hielt und halte. Das naheliegendste, nämlich mich ins Krankenhaus bringen, wurde allerdings tunlichst vermieden.
Ich litt in den nächsten zwei Tagen unglaubliche Schmerzen, konnte mich so gut wie nicht bewegen. Zur Toilette schleppte ich mich mittels zweier Skistöcke, und nur im äußersten Notfall.
Erst am Montag, der Unfall geschah Freitag abend, rief meine Mama einen Arzt, der mich augenblicklich ins Krankenhaus einwies, via Taxi. Dort stellte man fest, das mein Schienbein gebrochen war. Mein Bein kam einschließlich Oberschenkel in Gips, diese Art der Behandlung von Knochenbrüchen war zu der Zeit noch gang und gäbe.
Zu den Abschlußprüfungen in der Realschule brachte mich mein Vater, denn ich konnte weder gehen noch mit dem Bus fahren. Dafür hat er sich extra Urlaub genommen, das bekomme ich heut noch zu hören.
Ich trug den Gips so lange, bis auch die letzte Freundin lieber mit den anderen ins Freibad verschwand, anstatt sich mit mir gemeinsam zu langweilen. Das blieb auch so, als der Gips ab war. Ich hatte den Anschluß völlig verloren, und so fühlte ich mich auch: völlig verloren.
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19459
Es war einer dieser lauwarmen Maiabende. Unser Unterricht war zu Ende und wir vier Umschüler beschlossen, noch auf ein Bier und eine Pizza nach Gö. zu fahren.
Andreas setzte sich hinter das Steuer seines roten Ford Capri, Jochen und Corinna schoben sich auf den Rücksitz. So blieb für mich der Platz auf der Beifahrerseite. Das Auto war so modern, dass es schon über Sicherheitsgurte verfügte, eine Anschnallpflicht gab es aber noch nicht. Trotzdem griff ich nach dem Gurt und ließ das Ende etwas ungeschickt ins Schloss schnappen.
Wir fuhren los, die Stimmung war ausgelassen. Lachend parodierten wir die Lehrer und amüsierten uns über einige Mitschüler aber auch über uns selbst. Andreas fuhr schnell und sicher. Er drehte das Radio lauter und nun grölten wir alle im Chor den Hit „It’s my Life“. Dann folgte „ Highway to Hell!“ und ich hatte den Eindruck, wir flogen nur so über die Straßen.
Plötzlich tauchte im Scheinwerferlicht eine scharfe Rechtskurve auf. Das Fahrzeug wurde förmlich aus der Kurve hinausgetragen und wie im Zeitraffer sah ich eine Betonwand auf mich zukommen. Wir schrieen auf… oder war es nur ein innerer Schrei?
In Sekundenbruchteilen liefen wichtige Stationen meines Lebens vor meinem geistigen Auge ab.
Ich, als kleines Mädchen, weinend, Seife in den Augen. Schlaksig als Schülerin, Siegerin im Vorlese-Wettbewerb. Als Teenager, missmutig, rebellisch, mit Pickel im Gesicht. Der erste Kuss, das erste Mal…
Dann sah ich das griesgrämige Gesicht meines Vaters vor mir. Es hellte sich auf, als ich ihm mitteilte, dass ich doch noch ein Studium wagen würde.
„Oh, Gott!“ dachte ich nur, dann krachte es ohrenbetäubend…
Stille! Absolute Stille. Kein Gefühl, kein Gedanke. Kopf leer, Seele leer.
Wir waren alle wie betäubt. Plötzlich zischte es laut und bedrohlich, weißer Qualm stieg auf. Wir lösten uns aus unserer Starre.
„Raus hier!“ schrie Andreas. „Wir müssen hier raus, die Karre brennt!“
Hinter mir hörte ich Corinna wimmern. Jochen fragte „Was für einen Tag haben wir heute?“
Ich versuchte die Beifahrertür aufzudrücken, doch es ging nicht, sie klemmte. Panik stieg in mir hoch. „Ruhig“, dachte ich, „ganz ruhig!“ Mit zitternden Fingern löste ich den Sicherheitsgurt, es gelang beim zweiten Versuch.
„Ich will hier raus“, weinte Corinna. Der Dampf stieg weiter auf. Mir wurde heiß.
„Gleich“, sagte ich, „warte.“
Andreas war schon draußen, Jochen offenbar auch. „Wie spät ist es?“ fragte er.
Andreas war plötzlich an der Beifahrerseite, er zog und zerrte an der Tür. „Tritt dagegen!“ rief er mir zu. Ich bekam kaum meine Beine hoch, das Radio befand sich unmittelbar vor meinen Knien. Endlich gelang es mir, mich ein Stückchen zu drehen. So fest ich konnte, trat und drückte ich mit dem rechten Fuß gegen die Tür. Endlich gab sie nach, das Blech kreischte, als wir sie so weit öffneten, dass eine Person durchschlüpfen konnte. Ich zwängte mich hinaus, um mich gleich wieder hinein zu beugen. Der Beifahrersitz ließ sich nach vorne klappen. Ich nahm Corinna an den Händen und zog sie ins Freie.
Zu dritt rannten wir über das Feld, um einen sicheren Abstand zu dem immer noch qualmenden Autowrack zu bekommen. Jochen lief in größerer Entfernung im Kreis und fragte“ Was für einen Tag haben wir heute?“
Plötzlich brach Corinna mit einem lauten Aufschrei zusammen. Erschrocken beugten wir uns über sie. „Mein Fuß, mein Fuß!“ jammerte sie. Jochen fragte „Wie spät ist es?“
In der Ferne hörten wir die Sirenen.
Wie sich später im Krankenhaus herausstellte, hatte Corinna sich den rechten Fuß gebrochen. Jochen erlitt eine Gehirnerschütterung und einen schweren Schock, Andreas kam mit Platzwunden davon. Ich hatte mir eine Gurtprellung zugezogen. Jeder, der das Autowrack später sah , war sicher, dass der Beifahrer nicht überlebt haben konnte.
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