340 Die Romanwerkstatt im Autorenhaus Verlag | Schreiben Sie mit! | Kapitel 5 mit Übungsaufgabe
(Foto: Christian Rohr)
„Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, eine Schriftstellerin zu sein, die noch nichts veröffentlicht hat: Man beißt sich mehr schlecht als recht durch und kommt mit Leuten in Kontakt, die ausgesprochen abweisend sein können. Und obwohl ich nun Teil dieser Branche bin, die sich manchmal Neulingen gegenüber wie eine uneinnehmbare Festung präsentiert, stehe ich instinktiv eher auf der Seite derer, die versuchen, die Mauern zu erklimmen."

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Kapitel 5 mit Übungsaufgabe

30.01.2008© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 07.02.2008 von ornella
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3172

Ein Unfall

„Was wäre, wenn Sie die Kontrolle aufgeben würden?“ Fragte mein Analytiker. Obwohl ich flach auf der Couch lag, fühlte ich mich unwohl. Keine Kontrolle? Wie meinte er das? Bedrohlich war der Gedanke auf jeden Fall und ich war überzeugt, dass mein Therapeut ziemlich daneben lag. Ich verließ ihn etwas benommen und stieg ins Auto.
Es schneite leicht und nass. Ich beachtete dieses Detail nicht. Auch die Kälte prallte an mir ab. Die Kontrolle verlieren! Pah!
Ich fuhr durch die Stadt auf die Autobahn. Der Schnee flog in schweren nassen Flocken gegen die Scheibe. Ich wollte heim. Also fuhr ich schnell. Die Autos vor mir fuhren langsam, ich überholte sie alle. Was haben die denn? Dachte ich. Ich raste auf der Überholspur. Kein Wagen vor mir, keiner hinter mir, ich bog in die rechte Spur. Vor mir Blaulicht, ach nein, das ist auf der Gegenfahrbahn! Die Erkenntnis kam zu spät: ich hatte schon gebremst und das Auto geriet außer Kontrolle. Es fuhr erst auf die Überholspur, ich riss das Steuer herum, da fuhr es die Böschung rechts hinauf. Ich hielt das Steuer fest. Vielleicht ist das mein Ende, dachte ich, vielleicht kannst du noch was retten, dachte ich. Ich hielt das Steuer, ging von der Bremse, die nichts nützte und landete auf dem Dach meines Autos auf der Fahrbahn. Ich stieg aus. Wie ich das gemacht hätte, wurde ich später gefragt. Durch die Scheibe, die nicht mehr da war, sagte ich. Doch das wusste ich nicht, ich tat es einfach. So schnell wie möglich das Auto verlassen, Motor aus. Die Scheibe war im Ganzen hinausgeschleudert. Später kratzte ich sogar die Vignette ab, ohne Erfolg natürlich. Ich stieg so schnell ich konnte aus: Das Pannendreieck lag direkt zu meinen Füssen. Ich stellte es auf, lief dann zur SOS-Säule um die Polizei zu benachrichtigen. Als ich zurückkehrte, war sie schon da und leitete den Verkehr an meinem Wagen, der noch immer die Scheinwerfer anhatte, vorbei.
„Was ist passiert?“ fragte der Polizist, während er in der glitschigen Schneemasse mit seiner Taschenlampe herumleuchtete.
„Vermissen sie etwas?“ fragte er.
„Ich weiß nicht,“ sagte ich,
„hier dieser Schlüssel, gehört er Ihnen?“
„Ach ja, das ist mein Hausschlüssel,“ er durchforstete mit mir die nähere Umgebung des Autos jedes Mal, wenn er etwas sah, blieb er stehen und leuchtete in das Nass. Ich bückte mich und sammelte: Die Schreibmaschine, das Ersatzband, nein das war das Farbband, die kleine gelbe Radierspule, die Abdeckplatte der Tastatur, die Unterlagen für den Unterricht morgen, ‚Ich muss morgen mit dem Zug nach Zürich, ich habe ja kein Auto mehr,’ dachte ich während ich mich bückte und die Sichtmäppchen zusammensammelte. Ein Paket Papiertaschentücher, meine Handtasche, aus der das Portemonnaie gefallen war. Die Autoapotheke, die Papiere, alle verstreut um mein Auto, das noch immer gespenstisch die Autobahn beleuchtete. Die Sachen fielen mir aus der Hand, während ich vor dem Polizisten, der mir leuchtete, immer wieder mich bückte um die Sachen zusammeln. Er blieb steif stehen. Es ärgerte mich. Schließlich hatte ich meine Tasche gefunden und die Sachen darin verstaut. Der Abschleppwagen kam und hievte mein Auto wieder in die Normallage.
„Totalschaden,“ diagnostizierte der Polizist. Dann fragte er, ob ich verletzt sei. Ich hatte keinen Kratzer. Doch! Auf der Hand blutete ich leicht, aber das merkte ich erst zu Hause.
Ich konnte es nicht fassen. Mein Auto lag auf der Bahn und in diesem Augenblick war keiner hinter mir. Was für ein Glück, ich hätte mir nicht ausmalen können, was geschehen wäre, wenn noch einer in mich gefahren wäre. Ein klarer Kopf. Schritt für Schritt wusste ich, was zu tun war. Ich war ruhig. Sonst verlor ich doch leicht die Nerven. Doch diesmal war ich überklar und ich erfasste sogar das. Von wegen Kontrollverlust!


Eingetragen am: 07.02.2008 von Smith
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3159

Als Fünfjährige lief ich während eines Spaziergangs mit meinen Eltern von einem Wegrand zum anderen und eine Radfahrerin fuhr mich an. Was mir von diesem Erlebnis geblieben ist, ist eine Narbe über meiner rechten Augenbraue und eine gewisse vorsichtige Aufmerksamkeit beim Überqueren von jeglichen Wegen.


Kommentar von Christiane

Ja, es sind manchmal so kleine Dinge, die an für sich nicht so schlimm waren, die man für sein ganzes Leben behält. Ich habe mich eben an einen Satz erinnert, den vor vielen Jahren mal eine Tante zu mir gesagt hat und den ich nie wieder vergessen habe.

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 07.02.2008 von susanne genee
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3151

wie hatte ich mich auf diesen tag gefreut, super wetter und endlich wieder reiten , schon am frühen morgen hatte ich jede stunde auf dei uhr geschaut , um aj nicht zu spät zu kommem. gegen mittag war es dann soweit, mein pferd war geputzt , gesattelt und schien ebenso wie ich darauf zu warten das es nun endlich losging. auf meine frage,wohin es denn gehen sollte, konnte ich meinen freunden nur ein vergnügtes grinsen entlocken. "Laß dich überraschen, sagte tanja lachend . Also machten wir uns auf den weg, eine weile ritten wir still hintereinander her und ich mußte mich anstrengen , meinen fuchs im zaum zu halten, anscheinesnd hatte ich viel zu wenig zeit für ihn. "wollen wir . "Tanja tauchte neben mir auf und war schon wieder weg, bevor ich ihr eine antwort geben konnte. aber an reden war jetz eh nicht mehr zu denken.. mein großer hatte beschlossen , tanj nach zu gallopieren und zwar so schnell das ich keine zeit mehr hatte, mich gedanklich darauf einzustellen. also versuchte ich eben so gut wie möglcih undirgendiwe im sattel zu bleiben und das zu tun was ich in den letzten monaten gelernt hatte. "versuche zu atmem , hörte ich garys stimme und tanja setzte nach, lächleund glaub an das was du kannst. " tatsächlich hatte ich mich nach wenigen minuten bruhigt und fing an diesen schnellen gallop zu genießen. alles wäre super gewesen , wenn ich diesen rieseigen ast gesehen hätte , der genau auf meiner höhe war und mich gnadenlos vom pferd sägte. einen kurzen augenblick blieb mir die luft weg und dann fiel ich wie ein apfel zu boden, überschlug mich und blieb keuchend liegen. schmerzen fühlte ich keine , nur mußte ich feststellen das allein aufstehen nicht drin war.
anscheinend hatten meine freunde nicht bemerkt das ich nicht mehr da war und so lag ich nun und überlegte was ich tun konnte. da ich mich nicht bewegen konnte , machte es wenig sinn , das sich mein handy in meiner jacke befand. wie lange ich so dalag weiß ich nicht, irgendwann wurde mir kalt und wenig später verlor ich das bewußtsein. als ich wieder aufwachte , stellte sich heraus , das ich einige rippen gebrochen , was mich allerdings nichtdavon abhielt nach drei monaten wieder in den sattel zu steigen, allerdings mache ich jetzt um tiefliegende äste einen großen bogen


Kommentar von Zauselina

"auf meine frage,wohin es denn gehen sollte, konnte ich meinen freunden nur ein vergnügtes grinsen entlocken. `Laß dich überraschen`, sagte tanja lachend." . Eine solche Textstelle ist es, die Sandi an die Art, wie Schulaufsätze geschrieben werden, erinnert. das "vergnügte Grinsen" wirkt nicht lustig, weil exakt diese Wendung schon hunderttausend mal irgendwo zu lesen war. Und die Adjektive sind einfach zu viele. Man bekommt das Gefühl, ein Grundschulkind sie gerade bei er Übung "Wie gestalte ich einen Aufsatz durch Adjektive spannender". Außerdem ist es ein logischer Sprung, wenn die Ich-Erzählerin nur ein GRINSEN etlocken kann, dann aber die angesprchene Person doch LACHEND antwortet.Das geht nicht!

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von sandi

Hallo, dein Erlebnis erinnert mich an die Art wie Schulaufsätze geschrieben werden. Ganz nett, aber nicht sehr dramatisch. Die Rechtschreibfehler verderben das Lesevergnügen, ebenso manche Sätze, z.B. ... wenn ich diesen riesigen Ast gesehen hätte, der genau auf meiner Höhe war und mich gnadenlos vom Pferd sägte ... (schiefes Bild) So weit, so gut, lass dich nicht entmutigen, mach weiter. Viel Erfolg dabei.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Angela Thies

Ein Unfall wie im Film, den du gut beschrieben hast. Da hast du ja Glück gehabt, dass nicht noch mehr passiert ist.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Mata

Hallo genee Warum schreibst du alles klein? Ist das ein Spleen oder Unvermögen? Ich denke, du solltest deinen Lesern schon so viel Respekt entgegen bringen, dass sie sich in und mit deinem Text wohl fühlen. Es ist aber äusserst schwierig, sich auf den Inhalt zu konzentrieren, wenn das Auge hilflos nach Grossbuchstaben Ausschau hält, um sich daran zu orientieren.

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von mirablau
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3124

Plötzlich diese vielen weißen Haare direkt vor mir, über mir, in den Himmel wachsend - ein kurzes Innehalten, Balancieren wie auf einem Grat stehend, dann der Überschlag. Mein Körper löst sich nur zögernd vom Leder, fällt auf hellen Sand, der andere Körper folgt nach, rollt sich dann zur Seite, herunter von mir.
Trotz Beckenbruch konnte ich aufstehen, in den Reitstall gehen, Hilfe suchen - sie brachten mich sofort zum Arzt. Glücklicherweise nur zwei Monate auf Krücken. Wie es passiert ist, weiß ich bis heute nicht.


Kommentar von carlottablau

Ich glaube , dass Du den Unfall tatsächlich so erlebt und in Erinnerung hast, fast wie eine Traumsequenz. Ich bin über viele Beiträge hier sehr erstaunt, da sie zwar wortmächtig daher kommen, vermutlich aber weder so in einem Gespräch mit einem Freund/einer Freundin fallen würden. Vor allem sind sie literarisch bearbeitet, was so auch nicht der Aufgabe entsprach.

Eingetragen am: 09.02.2008

Kommentar von Judith

Hallo mirablau! Ich finde Deinen Text sehr gut. Ich hatte das Gefühl, selbst vom Pferd zu fallen :-)

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von petra
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3109

Ich bin seit 13 Jahren eine unfallfreie Autofahrerin. Trotzdem musste ich einmal einen Unfall miterleben - als Beifahrerin. Gott sei Dank ist alles glimpflich ausgegangen, einen Schreck hat mir die ganze Geschichte aber trotzdem eingejagt.
Ich war mit meinem damaligen Freund Ravi, einem Inder, unterwegs im Norden von Wyoming. Es war - wie sollte es in den Rocky Mountains auch anders sein im Jänner - kalt und schneite. Und die Straßen waren spiegelglatt. Nach mehrstündiger Autofahrt waren wir fast an unserem Ziel angekommen. Wir hatten die Stadt erreicht, in der wir eine Freundin besuchen wollten. Ravi war wohl noch etwas zu schnell unterwegs und bemerkte erst spät, dass die Ampel vor uns auf rot schaltete. Zwar begann er zu bremsen, aber aufgrund der Eisfahrbahn artete der Versuch das Auto zum Stillstand zu bringen in eine Rutschpartie aus. Unsere Geschwindigkeit würde es nicht erlauben, noch rechtzeitig zum Stopp zu kommen, ich sah uns auf das stillstehende Auto vor uns zuschlittern. Immer näher rückte es, und ich wollte noch sagen oder vielmehr schreien: Wir werden in das Auto krachen. Ich bekam kein Wort heraus, alles kam mir wie in Zeitlupe vor. Plötzlich war es passiert, wir waren auf das Auto aufgefahren oder vielmehr aufgerutscht. Nachdem sich Ravi versicherte, dass auch mir nichts passiert war, zischte er mir nur zu, ich solle vor der Polizei auf keinen Fall erwähnen, dass die Fahrertür schon seit geraumer Zeit klemmte. Vielleicht könnten wir ja von der Versicherung dieses Problem bei der Reparatur des Schadens auch ersetzt bekommen.


Kommentar von Lillilu

Ich schließe mich Pollie voll an. Dein 1. Absatz könnte so in einem Bericht oder auch in einem Brief stehen. Er nimmt die gesamte Spannung weg. Wenn du sagst, dass alles glimpflich ausgegangen ist und die ganze Geschichte dir trotzdem einen Schreck eingejagt hat, dann ist das die zusammenfassende Meinung der Autorin. Der Leser möchte aber selber - am Ende - denken "Mann, noch mal gut gegangen, aber es stand auf der Kippe" . Und erreichen kannst du das, in dem du das beschreibst und nicht in dem du es bewertest.

Eingetragen am: 09.02.2008

Kommentar von Pollie Bley

Es war kalt und schneite. Wir waren unterwegs nach Wyoming. Wir hatten die Stadt erreicht, endlich. Auf spiegelglatter Fahrbahn ... Versuch es doch mal so. Bau Dramatik auf, Spannung ... Ich denke der Leser will schnell emotional erreicht sein. Wenn dein Einstieg langweilig ist, verlierst du den Leser schon nach den ersten Sätzen. LG und weitermachen

Eingetragen am: 09.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von MaMü
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3111

Der Unfall ereignete sich an einem frühen Sonntagmorgen im April.Ich fuhr mit meinem Auto auf der Autobahn.Plötzlich prallte mein Wagen mit einem lauten Knall gegen die linke Leitplanke,ich versuchte das Fahrzeug wieder gerade auf die Straße zu lenken,dass mißlang mir allerdings und der Wagen raste quer über die dreispurige Autobahn.Mit einem riesen Satz hüpfte mein Auto
dann noch über die erhöhte Abgrenzung der ankommenden Autobahnauffahrt bis ich es endlich mit durchgetretener Bremse rechts neben der rechten Leitplanke zum stehen gebracht hatte. Während mein Auto später abgeschleppt wurde erkannte ich was für ein Glück ich trotz allem gehabt hatte, denn knappe zehn Meter vor meinem Wagen ging es ca.20 Meter in die Tiefe.
Der Schock blieb mir noch eine ganze Weile, wenn ich diese Strecke fuhr,in den Knochen haften.


Kommentar von Angela Thies

Interessant wäre jetzt für mich, warum dein Auto gegen die linke Leitpranke geprallt ist?

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Start

"mit einem riesen Satz hüpfte", das hört sich sehr spaßig an. Ich hätte gerne mehr gewußt über das was sich bei einem solchen Unfall blitzartig abspielt und einen so hilflos macht. Dein Text erweckt den Anschein, wie wenn das ganze eine Situation war, die du bei vollem Bewußtsein unter voller Kontrolle hattest. Schade, da steckt mehr drin.

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von Angela Barotti
[ Lesezeichen ]

3115

An alle, die bisher noch gar nicht kommentiert haben (Autoren, die bisher nur ein, zwei Kommentare geschaltet haben, dürfen sich auch angesprochen fühlen): Eine Story posten und sich dann bequem zurücklehnen, gilt nicht. Wir wollen hier alle was lernen. Könnt ihr euch vorstellen, wie deprimierend es sein muss, auf seinen Beitrag keine Reaktion zu bekommen? (Ich spreche nicht von mir, aber hier habe ich genügend Einfühlungsvermögen) Ihr könnt nicht von der Handvoll Ständig-Kommentierenden erwarten, dass diese die ganze Arbeit erledigen.
Bisher ist erst ein Bruchteil der Storys kommentiert worden. Ihr habt also jede Menge Möglichkeiten euch auszutoben. Und bitte keine Angst vor kontroversen Meinungen. Gerade das ist belebend.
Wenn die Kommentar-Beteiligung nicht ansteigt, fürchte ich, dass bei der nächsten Übung noch weniger Storys eingesandt werden, da anscheinend der Frustpegel steigt, weil man keine Reaktion erhält. (Übung 1 = ca. 750 Beiträge, Übung 3 = ca. 490 Beiträge, Übung 5 = ca. 200 Beiträge).
An alle Autoren, die bisher noch keinen Kommentar erhalten haben: eure Geschichten sind deshalb keineswegs schlecht. Es ist einfach ein Zeitproblem, gerade bei längeren Texten. Bitte gebt nicht auf. Und wer gerne von mir einen Kommentar haben möchte, kann mir seine Beitragsnummer angeben.


Kommentar von Michelle Mancini

Exakt und treffend beschrieben! Die ehrlichen Kommentare sind eine Motivation weiterzumachen , ob diese nun positiv oder negativ ausfallen , ist eigentlich Egal , denn daraus kann man nur lernen. So sieht man , das die Storys überhaupt gelesen und beachtet werden. Innerhalb kürzester Zeit, habe ich nun sämtliche Übungen gemacht und den sehr guten Rat befolgt, einen Stacheldrahtzaun um meine wenige Freizeit zu ziehen , damit ich wenigstens meine Übungen schreiben kann. Der Verdacht drängt sich leicht auf, das die Storys nicht lesenswert sind, wenn keine Kommentare darauf kommen und man verliert leicht die lust am schreiben. Doch manchmal muss man den eigenen Blickwinkel etwas ändern und den Fehler nicht immer bei sich selber suchen, denn die knappe Zeit, spielt bei uns allen eine große Rolle. Ich werde mich bemühen , andere Schreiber öfters zu kommentieren. lg

Eingetragen am: 10.07.2008

Kommentar von Tinkerbell

Meine Unfallstory wurde zwar kommentiert aber nur, da die kommentierte Person einen psychologischen Hintergrund in meiner Story erkannte und nicht weil ich meine Story super toll geschrieben habe. Ich denke, es kommt auch auf die Geschichte drauf an und meine war evt. nicht so spannend wie die von Wladimir zum Beispiel. Aber es war meine Unfallstory die mich persönlich betrifft und ich habe sie in erster Linie für mich geschrieben. Ich schreibe hier zum Lernen und wenn ich mal besser bin, werden die Kommentare purzeln da bin ich mir sicher.Ich hätte auch eine interessantere Geschichte schreiben können, ob ich sie dann spannend schreiben könnte, das weiss ich nicht aber bestimmt hätten viele ihre Kommentare vor Entsetzen geschrieben. Denn ich hätte fast meine beste Freundin bei einem sehr schlimmen Autounfall verloren. I ging durch die Hölle letztes Jahr und helfe ihr immer noch die Narben zu vergessen, die sich auf ihrer jungen Haut verewigt haben. Wahrscheinlich hätten dann viele kommentiert. Ich wollte aber für mich etwas tun und meine für andere evt. „uninteressante“ Unfallstory schreiben. Ich schreibe nämlich um es zu lernen und üben. Haben wir nicht schon oft gehört, dass man das Schreiben lernen kann indem man schreibt? Ist doch egal ob jemand Kommentiert aber natürlich wäre es sehr schön. Ich denke, niemand sollte die Kommentare und eben wenn sie keine Kommentare erhalten persönlich nehmen. Wer fleissig übt und weiterhin schreibt kommt weiter...

Eingetragen am: 12.02.2008

Kommentar von Mata

@ Wladimir ... jaja, nur zu! ;-) Es spielt absolut keine Rolle, wie alt ein Autor ist, oder ob er mit harter Kritik umgehen kann. Wenn er sich dazu entschliesst, seine Texte zu veröffentlichen, dann muss er auch damit rechnen, dass sie auf Ablehnung stossen. Es ist nicht die Sache eines Kritikers, aus Mitleid weichgespülte Kommentare abzugeben, denn damit schadet er dem Schreiber mehr, als dass er ihm hilft. Es ist auch nicht Sache des Kritikers, sich darum zu sorgen, ob seine Kritik das Gegenüber dazu bringt eventuell aufzuhören. Ich wäre manchmal froh, das würde funktionieren, dann läse man weniger Schrott. Sorry, für die offenen Worte ... aber es ist doch so. Liest man sich Biographien von Autoren durch, die es "geschafft" haben, findet man kein einziges Wort darin, dass sie sich an harter Kritik gestört haben. Im Gegenteil, es hat sie dazu aufgestachelt, es besser zu machen, bzw. formte sich der Gedanke: Jetzt erst recht, denen zeige ich es doch allemal. Gerade die Anonymität ist - beim gegenseitigen Kommentieren - ein Vorteil, weil sie Ehrlichkeit erst möglich macht. Würden wir uns alle kennen, würden wir automatisch Sympathien verteilen ... und wer knallt einem Freund schon vor den Latz, dass er Mist produziert. Eben! Also ich werde weiterhin meine ehrliche Meinung abgeben, und es ist mir vollkommen schnurz, ob hinter einem Text ein sechzehnjähriges Sensibelchen, oder eine achzigjährige Oma steckt. Und diese Hippe nach politisch korrekten Kommentaren geht mir eher auf den Geist, als dass sie mir ein Nicken entlocken. Wenn ich keine Kommentare bekomme, dann ist das doch schon Kommentar genug, nicht wahr? Ich werde aber auch weiterhin lustig leben und schreiben...trotzdem, oder gerade weil. ;-) (Das war jetzt nicht spezifisch für und gegen dich, Wladimir. Ich war nur gerade so schön in Fahrt. *g)

Eingetragen am: 11.02.2008

Kommentar von Gerti Dräger-Weber

Es ist eine Kunst *gut* zu kommentieren, sowie es eine Kunst ist, gut zu schreiben! Beides sind Fähigkeiten der guten Wortwahl. Denn jede Geschichte hat ihren eigenen Ursprung und Inhalt, den man nur ahnen aber nie wirklich nachvollziehen kann. Muss man auch nicht! Das Erlebte kann für einige schon lange Zeit zurückliegen und wirklichkeitsfremd anmuten aber es muss dennoch nicht unwahr sein. Autoren sind sind die modernen *Märchenerzähler* und jedes Zeichen von Fantasie gepaart mit Wahrheit sind gut, solange der Leser jedes Kapitel freudig zu ende liest. Wir wollen schreiben lernen und dürfen hier *unsere Gedankenkinder* preisgeben aber wir sollten uns hüten zu streng zu kommentieren. Es sei denn....man ist wirklich ein neutraler Kritiker und wer kann das denn hier schon von sich behaupten. Ich lese fast alle Beiträge, mal mit Grübeln mal mit Freude und Oskar Wilde sagte schon: "Die Kunst spiegelt den, der sie ansieht, nicht das Leben." In diesem Sinne...man liest sich oder auch nicht...

Eingetragen am: 11.02.2008

Kommentar von Wladimir

Mata hat meinen Kommentar kommentiert. Das möchte ich nicht unkommentiert lassen. Natürlich bin ich nicht hier, um mir den Bauch oder sonst was streicheln zu lassen und auch ich weiß, dass man durch Fehler und Kritik lernt. Aber ich glaube, man muss doch einen Unterschied machen, ob man sich z.B. in einer Autorengruppe befindet, in der man sich kennt und in der vorher Kriterien des Kritisierens festgelegt worden sind, oder ob man in einen recht anonymen Kommunikationszusammenhang sich befindet wie eben hier. Wenn ich weiß, da ist ein/e Autor/in, den/die ich für gut halte, kann ich natürlich "feste druff" schlagen. Einige Leute brauchen genau die harte Kritik,die Mata fordert, andere geben bei Kritik im falschen Moment allzu früh auf. Ich weiß ja nicht einmal, wie alt der Kritisierte ist ( ist ja auch okay)und deshalb nehme ich mich lieber zurück, wenn ich einen Text einfach nur schlecht finde. Aber Mata, wenn ich Deinen nächsten Text finde, werde ich so richtig knallhart zuschlagen. Einverstanden?

Eingetragen am: 09.02.2008

Kommentar von Lillilu

Scharfer Text von Ginko Korn! Habe ich sehr genossen. Ansonsten gibt's, wie immer, solche und solche. Manche wollen nur Spass, andere wollen Schriftsteller werden, haben vielleicht schon viel Mühe investiert und wieder andere verwechseln einen Polizeibericht mit Literatur. Das Jahr ist ja noch jung, wird schon werden. Jedenfalls finde ich es toll, dass wir uns hier austauschen können.

Eingetragen am: 08.02.2008

Kommentar von andi

Hallo liebe Kritiker und Nichtkritiker, ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn jemand nur dann einen Kommentar abgeben möchte, wenn ihm eine Geschichte gefällt. Ich selbst halte mich nicht für kompetent genug, den Stil eines Schreibers zu kritisieren und ihm dadurch vielleicht sogar die Motivation zum Weiterschreiben zu nehmen. In diesem Rahmen hier gebe ich grundsätzlich nur ein Feedback, wenn es positiv ist. Die meisten von uns schreiben unzensiert ihre Beiträge und haben keine Möglichkeit, im Nachhinein Rechtschreibung oder Sätze zu ändern.Ich betrachte diese Übungen als Spass und es freut mich,wenn ich eine Geschichte schreibe,die anderen gefällt. Bleibt sie unkommentiert, so kann ich trotzdem damit weiterleben.

Eingetragen am: 08.02.2008

Kommentar von Kirsten Levene

Hallo, ja da fasse ich mir schon auch an die eigene Nase .... Aber bei mir hat die Zurückhaltung beim Kommentieren ein wenig mit der schwierigen Technik zu tun. Nie finde ich einen Beitrag wieder. Am Anfang habe ich mir die Nummern nicht aufgeschrieben, schwerer Fehler. Nun bemerke ich, dass auch das Nummernmerken nur bedingt hilft, denn alles gerät irgendwie durcheinander. Rückt ein Beitrag hoch, wenn er kommentiert wurde? Ich würde gerne zu meinem zuletzt kommentierten Beitrag zurück und da dann weiterlesen - ist mir noch nicht gelungen. Wieder muss ich minutenlang Zeilen vor meinen Augen verschwimmen lassen. Meine eigenen Nummern hab ich mir natürlich am Anfang auch nicht gemerkt, nur das Datum, aber das scheint nicht viel zu helfen. Vorsicht Ironie:wenn ich mir mein wehleidiges Geschreibsel so durchlese, finde ich 3 Kommentare bis jetzt gar nicht so schlecht. Trotzdem allen weiterhin viel Erfolg und liebe Grüße! Kirsten

Eingetragen am: 08.02.2008

Kommentar von Angela Thies

Ich war froh, als ich diese Internetseite durch Zufall fand und hier die Möglichkeit habe viel über das kreative Schreiben zu lernen - dazu noch kostenlos. Dennoch bleibt mit Familie und Arbeit wenig freie Zeit dafür. Ich möchte schreiben, weil es mir Spaß macht – was ich nicht möchte, ist dem Druck ausgeliefert sein, hier eine besondere Leistung zu bringen. Natürlich motiviert es mich, wenn ich einen Kommentar erhalte, der konstruktiv ist. Ich habe schon viele davon gelesen, aber auch viele, die destruktiv sind. Ich finde das muss nicht sein – wenn ein Text nicht gefällt, kann das auch immer in einer Form vermittelt werden, die motiviert genauer hinzusehen und weiter zu machen. Gerade daran lernt man ja. Für mich ist es in Ordnung, wenn man hier mitmacht, auch wenn man nicht so viel kommentieren möchte oder kann – ich lerne auch, indem ich die Übungsaufgaben mitmache und versuche möglichst viele Beiträge zu lesen.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Mata

@ Wladimir Zitat: Aber da ist noch ein weiteres kleines Problem. Was ist, wenn mir ein Text nicht gefällt? Ich mag mich nicht gern als Richter über andere Autoren aufspielen und sage in so einem Fall lieber gar nichts. Ich glaube, Zeitknappheit und die Scheu andere zu verletzen sind die Hauptgründe für so wenig Kommentare. Meist bringt dem Autor ein/e ehrliche/r Kritik/Kommentar mehr, als Lobhudelei oder ein schlichtes ‚gefällt mir’. Nicht, dass man nicht auch loben sollte, aber nur dort, wo Lob angebracht ist. Sich gegenseitig die Eier zu kraulen, bringt keinem etwas. Was ich damit meine. Bist du hier, um von allen gemocht zu werden oder weil du dein Schreiben verbessern willst, bzw. um deine Sichtweise anderen mitzuteilen? Mit Richter spielen hat kritisieren wenig zu tun. Du sagst jemandem deine Meinung – positiv oder negativ – und dann liegt’s am Gegenüber, was er damit macht. Einige sind in der Lage, daraus etwas zu ziehen – auch wenn man bei negativem Feedback sicherlich schlucken muss -, andere ziehen sich schmollend in ihr Schneckenhaus zurück und grämen sich, weil angeblich niemand ihr Talent zu würdigen weiss. Das Literaturgeschäft ist aber ein hartes, trockenes Brot, das es zu kauen gilt. Man muss sich eine dicke Haut zulegen, damit man darin bestehen kann, bzw. sich nicht persönlich angegriffen fühlt, wenn der eigene Text kritisiert wird. Denn darum sollte es bei Kommentaren gehen: um den Text! Und nicht um die Person, die sich dahinter verbirgt. Wer das trennen kann, ist schon ein gutes Stück gegangen. Und eine fundierte Kritik aufzusetzen ist auch immer eine gute Übung für den Verfasser, weil er mit der Zeit erkennt, welcher Stil ihn begeistern kann und was er selbst tunlichst vermeiden sollte. Also feste druff, Wladimir ... es tut nur beim ersten Mal so richtig weh! ;-)

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von herbert

An Angela Barotti und alle Vorbeileser, jetzt wollte ich Dir mal einen eigenen Beitrag widmen. Beitrag zu Deinem Beitrag 3115. und die Frage die sich für mich stellt: Wie kritisch soll's denn sein ???????? Aber zuerst 1.) Danke für Dein GROSSES Einfühlungsvermögen Angela und dass Du dieses Thema hier extra kommunizierst. 2.) Ich finde, trotzdem muss Mann oder Frau mit dem kommentieren vorsichtig sein, denn SCHRIFSTELLER SIND OFT LICHTSCHEUE WESEN und Kritik kann bei manchen zur Entmutigung führen. Schreiben ist ja ein Prozess und Mut dabei ist wichtig. 3.) Ich schicke gerne meinen Kommentar nach zufälliger Auswahl, denn dadurch kann ich etwas lernen. Allerdings bin ich mir nie sicher, wie kritisch es denn sein soll, da ich ja die Personen nicht kenne. Wer dazu einen Tipp für mich hat, dem bin ich dankbar. Liebe Grüße an Dich Angela und alle Teilnehmer.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Ginko Korn

Microsoftgestützte Texte, dudenfernes Wortgetümmel, tausendfach gelallte Sätze. Immerhin zensiert : die Lümmel, die, am Stammtisch nicht geduldet, Wörtervandalismus treiben, obendrein vielleicht noch glauben, solches Wüten hieße Schreiben. Doch ihr zarten sprachverliebten Schöpfer ausgesuchter Zeilen, seid gesegnet. Eure Hilfe gibt mir Kraft, am Sinn zu feilen.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Wladimir

Hallo Angela, Du hast Recht. Wenn ein Text nicht kommentiert wird, hat der Autor beklemmende Gefühle. Ist mein Text vielleicht zu langweilig, was habe ich falsch gemacht, habe ich ein Tabu gebrochen?Oder was, oder was, oder was?? Andererseits: Über 200 Eintragungen, wie soll man die bewältigen? Ich schaffe das nicht. Manchmal bin ich schon froh, die Aufgabe -also den eigenen Text - zu schaffen.Ich habe mir vorgenommen, wenigstens die Texte der Kommentatoren zu kommentieren. Doch auch das erweist sich als schwierig: man muss erst umständlich die Texte suchen. Also: Ich gelobe Besserung! Wer keine Kommentare bekommt, kann ja kommentieren,in der Hoffnung, dass die Kommentierten so vorgehen wie ich. Aber da ist noch ein weiteres kleines Problem. Was ist, wenn mir ein Text nicht gefällt? Ich mag mich nicht gern als Richter über andere Autoren aufspielen und sage in so einem Fall lieber gar nichts. Ich glaube, Zeitknappheit und die Scheu andere zu verletzen sind die Hauptgründe für so wenig Kommentare. Vielleicht schrumpfen wir ja noch mehr, dann löst sich die Frage von selbst.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Start

Ich begrüße es, wenn es weniger werden. Die Gruppe wird dann übersichtlicher. Bis zu 750 Beiträge lesen ist sehr anstrengend. Vor allem wenn sie so lange sind.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Ainee

Ich habe versucht viel zu Kommentieren, bisher 1 Kommentar erhalten und das ist okay. Ich hoffe mal, dass der Austausch sich noch potenziert.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Mata

Ich denke nicht, dass weniger Beiträge gepostet werden, weil sie keine Kommentare erhalten. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass die Anfangseuphorie ein wenig nachgelassen hat, weil Schreiben mit Arbeit verbunden ist und auch eine gewisse Disziplin erfordert. Mal schnell ein paar Sätze in den Computer tippen, mit der Vorstellung, man hätte "das Zeug" dazu, ist leicht getan, sich aber täglich neu zu motivieren - und auch kritisch mit den eigenen Fähigkeiten zu sein - braucht schon etwas mehr Überwindung. Aber du hast natürlich Recht. Ich werde mich wieder vermehrt bemühen, meine bescheidene Meinung abzugeben. Auch wenn sie vermutlich keinen gross interessiert. ;-)

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Die Schneiderin

Einerseits pflichte ich Dir bei, Angela. Und Sylvia, auch mir fehlt die Zeit, Kommentare zu schreiben. Aber ich möchte doch noch eine andere Sichtweise einbringen. Das Zurückgehen der Beiträge würde ich nicht unbedingt auf die fehlenden Kommentare zurückführen. Sondern eher auf die Tatsache, dass anfangs viele voller Enthusiasmus einsteigen, und nach ein paar Wochen sich erst herausstellt, wer wirklich dranbleiben will, das Kapitel jede Woche lesen will, daran wachsen will und erst noch seine Beiträge veröffentlicht. Von daher würd ich es mal gelassen ansehen. Besser für alle, wenn am Schluss nur die mitmachen, die wirklich was wollen. Dann gibts auch nicht so viel zu kommentieren ;-) Liebe Grüsse Maria Ach, und dann hab ich noch was vergessen: Wenn das Ganze wie ein Blog gebaut wäre, mit Kommentarfeed z.B., dann würde es viel leichter und zeitsparender sein, zu kommentieren. Immerhin wird man ja jetzt informiert, wenn man einen Kommentar zum eigenen Beitrag erhält. Gruss Maria

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Eva Marcuse

Dass mit jedem neuen Kapitel immer weniger Beiträge eingesendet werden, kann viele Gründe haben und muß nichts mit fehlenden Kommentaren zu tun haben. Und es bringt doch auch niemand weiter, wenn ich mir eine Anmerkung aus den Fingern sauge, nur damit jemand ein Feedback bekommt. Ehrlich kommentieren kann ich doch nur, wenn mich ein Text anspricht. Außerdem ist Schreiben halt eine einsame Arbeit. Das aushalten lernen gehört glaube ich, auch dazu.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Sylvia M.

Hallo Angela! Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich hab mir zum Anfang auch viel Mühe mit Kommentaren gegeben - und auf meinen Text bekam ich lange keinen. Da zweifelt man an sich! Da hätte ich mir hier auch mehr erwartet. Der konstruktive Austausch untereinander ist zu wenig. Ich bin beruflich sehr eingespannt und habe einfach nicht die Zeit, selbst viele Kommentare abzugeben, aber immer mal einen. Und wenn das jeder täte - hätten doch bald alle zumindest einen (hilfreichen) Kommentar zu ihrem Text! Wir wollen doch alle weiterkommen -also gebt Euch einen Ruck!

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von ju bli
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3110

Der Landler Fenstersturz

Der 18. August 1972 war ein Tag wie aus dem Ferienkatalog. Die Sonne knallte vom kobaltblauen Himmel, den nicht ein Wölkchen trübte. Die Vögel zwitscherten fröhlich, die Kirchturmglocke unserer Dorfkirche läutete zur zwölften Stunde und meinen Eltern gefiel es, mich zu dieser Zeit zwecks Mittagsschläfchen ins Bett zu stopfen.
Diese undankbare Aufgabe kam meiner acht Jahre älteren Schwester zu. Denn für gewöhnlich hielt ich kleiner Trotzkopf nicht viel von dieser Idee und wehrte mich verbissen gegen das Einschlafen. So musste meine Schwester am Bettchen wachen, bis ich ruhig und gleichmäßig atmete, und vermeintlicher Weise gut schlief. Dann schlich sie leise raus. Die Erfahrung hatte mir bereits beigebracht, dass das tägliche Drama auch für mich viel einfacher zu ertragen war, wenn ich mich fügte, einfach ins Bett legte und schlafend stellte. Oft gelang das, und manchmal schlief ich trotzdem ein.
An diesem Tag gelang es. Ich hörte, wie meine Schwester leise das Zimmer verlies. Sicherheitshalber hielt ich meine Augen noch einen Moment lang geschlossen, um bei ihr keinen Verdacht zu erregen. Lauschte sie etwa noch vor der Türe? Stand sie da? Ich strengte mich an und horchte gebannt. Doch was ich hörte, drang von draußen, von der Straße zu mir herein. Ein Auto fuhr vor und bremste. Türen schlugen auf und zu. Schritte trippelten über den Asphalt und jemand lachte.
Das war gemein! Da draußen war was los. Da war es lustig. Und ich sollte in diesem dunklen Zimmer den schönen Tag verpennen. So nicht! Ich schlüpfte aus meinem Bett und ruckte einen Stuhl unter das Fenster, um den Vorhang einen Spalt zu öffnen. Vielleicht konnte ich ja etwas mehr von draußen mitbekommen. Ich hörte Leute miteinander reden und wieder Gelächter. Was gab’s da zu lachen? Was? Ich stand auf dem Stuhl am Fenster, und als ich den Vorhang wegzog, entdeckte ich, dass das Fenster gar nicht geschlossen, sondern nur angelehnt war. Toll! Wenn ich es auf die Fensterbank schaffte, dann könnte ich mich ein Stück raus lehnen und besser hören, was da unten so lustig war. Vielleicht konnte ich sogar sehen, wer da war. Doch die Balkonblumen waren ein so dichtes Gestrüpp, dass ich nicht darüberblicken konnte. Aber nun war ich schon so weit gekommen. Und ich wollte doch unbedingt wissen, wer da unter meinem Fenster, und warum, so eine Gaudi hatte. Also beugte ich mich noch weiter über die pralle Blumenkiste.
Bis dahin kann ich mich bis heute tatsächlich noch erinnern, obwohl ich damals keine drei Jahre alt war. Was danach geschah, weiß ich aber nur aus Erzählungen. Doch ich habe auch noch eine dumpfe Ahnung von lautem, aufgeschrecktem Geschrei, von Schritten die hektisch auf den Asphalt trommelten, von Stimmen, die meinen Namen riefen.
Jedenfalls, so die Erzählung, kam der Dorfpfarrer schräg gegenüber aus seinem Pfarrhaus gestürzt, mit dem Rosenkranz in der Hand. Und alle schrieen immerzu, dass die Kleine da, dort oben aus dem Fenster gestürtzt sei. Mein Gott! Aus dem zweiten Stock, direkt auf die Straße. Der Doktor kam, und der Rettungswagen. Doch den konnten meine Eltern wieder wegschicken. Denn der Doktor stellte fest, dass ich den Sturz tatsächlich ohne Kratzer überstanden hatte. Kein Blut, keine Brüche ... nicht einmal Geschrei soll es von mir gegeben haben. Der Pfarrer sprach von einem kleinen Wunder. Von einem Zeichen, dass der Schutzengel eben doch ein Auge auf die Kleinen hätte.
Seitdem habe ich einen fixen Platz in seiner Sonntagspredigt, jedes Jahr, am 2. Oktober, dem Schutzengeltag. Denn da berichtet er der Gemeinde, wie mein Schutzengel mich an jenem 18. August 1972 zur Erde segeln lies. So sanft und weich, dass ich nicht einmal ein Schramme am Knie davontrug. Ich kann mich an diese Predigten noch lebhaft erinnern, denn ich kam mir als Kind in der Kirche dann immer sehr wichtig vor. Angeblich predigt der Pfarrer heute noch von mir und meinem Schutzengel. Aber das weiß ich nicht aus eigener Kenntnis, sondern nur aus Erzählungen.


Kommentar von Judith

Hallo ju bli! Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Vor allem den Übergang, wo Du sagst, ab diesem Zeitpunkt weisst Du nicht mehr, was passiert ist, sondern hast es Dir erzählen lassen. Die ersten beiden Sätze gefallen mir auch nicht so gut. Aber ich denke, Du wolltest damit sagen, dass Du bei so einem schönen Wetter einfach keinen Mittagsschlaf halten wolltest. Viele Grüße Judith

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von ju bli

Danke Lillilu für die Anregungen. Was du sagst, trifft echt zu! Jetzt mach ich mich auf die Suche nach deinem Werk ... LG Ju Bli

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Lillilu

Hallo ju bli, das liest sich leicht und locker, mit gutem Sprachgefühl: "..es gefiel meinen Eltern..." und die "pralle Blumenkiste " sind u.a. kleine Sprachperlen. Ich würde aber unbedingt folgendes ändern: 1. "Die Sonne knallte vom kobaltblauen Himmel, den nicht ein Wölkchen trübte" ist in meinen Augen doppelt gemoppelt. 7. Zeile von oben , der "kleine Trotzkopf": das schmeckt sprachlich etwas altklug im Vergleich zu der restlichen lockeren Sprache. Wirf ihn besser raus. Und den letzten Satz würde ich vollständig streichen, weil auch er wieder so "erwachsen" klingt. LG Lillilu

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von Benita Kraft
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3104

Ich war zwölf und erinnere mich noch gut an diesen Winter in den Siebzigern.
Ich wuchs in einer wunderschönen Idylle in einen kleinen Dorf auf einem Bauernhof auf.
Jeder traute jedem. Kriminalität war ein Fremdwort.
Doch eines Tages sah man im Ort an jedem Lichtmasten und Schaukasten Suchplakate von einem bewaffneten Verbrecher. Für uns Kinder war das spannend. Die älteren Bewohner ließen sich nicht beirren.
Was sollte der auch hier. Man schloss tagsüber die Haustüren nicht ab. Es gab nicht mal eine Klingel an der Tür, wenn jemand kam konnte er ungehindert den Flur betreten. Es wurde dann an die Wohnungstür geklopft und auf ein " Herein" gewartet.
Das kleine Häuschen in dem wir wohnten, bauten meine Eltern um. Es wurden neue Räume errichtet. Mein kleiner Bruder und ich bekamen eigene Zimmer. Auch für meine Großeltern wurde ein neuer Wohnraum geschaffen.
Unser ganzes Haus war eine Baustelle. Im Flur wurden Baumaterialien gelagert und elektrische Leitungen waren dort noch nicht gelegt.
An diesem Morgen im Januar bereiteten mein kleiner, nervlicher und immer ängstlicher Bruder uns für die Schule vor. Den Frühstückstisch hatte meine Mutter gedeckt. Sie hatte mit meinen Vater schon eine halbe Stunde vorher das Haus verlassen um in der naheliegenden Fabrik zu arbeiten. Wie immer hatten sie das haus nicht verschlossen.
Wem störten auch schon diese Suchplakate! Was sollte ein Verbrecher hier!?
Nach dem Waschen kämmte ich meine langen braunen Haare zu Zöpfen. Mutter nannte sie immer Rattenschwänze. Danch frühstückten wir. Es gab selbstgebackenen Blechkuchen. Auf gesunde Ernährung legten meine Eltern keinen Wert. Wir trödelten gern und packten nach dem Frühstück unsere Pausenbrote in den Ranzen, die Mutter vorher zubereitet hatte. Aber jetzt mußten wir doch schleunigst das Haus verlassen. Unsere Großeltern schliefen noch.
Wir hatten unsere dicken Winterjacken angezogen.
Ich öffnete die Wohnzimmertür, mein kleiner Bruder lief vorraus.
Als ich den dunklen Flur betrat erschrak ich gewaltig.
Bewegungslos stand ich da.
Mit dem schweren Ranzen auf dem Rücken sackte ich in die Knie. Urplötzlich schoß es kalt durch meinen Körper, als würde mein Blut gefrieren.
Die einzigste Lichtquelle in diesem Raum bot die Hoflampe der Nachbarn. Durch das kleine Flurfenster flutete es spärlich hell.
Zwischen hochgestapelten Dämmplatten stand ein Mann, nur wenige Meter von mir entfernt.
Ich fühlte pure Angst, die ich vorher nie gekannt hatte. Er stand still und wollte sicher unbemerkt bleiben. Wenige Sekunden später hatte ich mich gefaßt und lief so schnell ich konnte den dick verschneiten Weg zur Hoftür. Mein Bruder wartete dort und schaute mich sprachlos an. Erst bei ihm angekommen, schrie ich laut und unnatürlich auf.
Ich gab den Kleinen einen Schubs an die Schulter und sagte kurz,"Lauf und mach die Haustür zu." Mein Atem war flach.
Er trottete zurück und klinkte die Tür ein. In meiner Panik war mir das nicht möglich gewesen.
Als wir dann endlich auf der verschneiten Straße zur Schule gingen, erzählte ich meinen Bruder von dem schrecklichem Erlebnis. Er hielt alles für eine Spinnerei, genau wie meine Klassen kameraden, denen ich das Erlebte auch erzählte.
Ich war froh, dass es taghell war als ich aus der Schule kam. Ich fühlte mich sicherer durch den Flur zu gehen.
Natürlich war von dem Mann nichts mehr zu sehen.
Meine Familie glaubte mir auch nicht. Das machte mich traurig.
Das Dorf war noch voller Suchplakate.
Ich hatte unendliche Angst.
Warum glaubte mir keiner?
Sicher hatte der Gesuchte in unserer naheliegenden Scheune genächtigt, hat meine Eltern beobachtet beim Verlassen des Hauses und hat sich dann hinein geschlichen um nach Eßbaren zu suchen.
Das war meine Theorie. Doch nicht schlecht! Aber was nützte das.
Am nächsten Morgen mußte mein Bruder für drei Wochen zur Kur.
Ganz allein saß ich dann im Wohnzimmer und mußte durch den dunklen Flur. Das konnte ich nicht. Die Angst nahm mir sogar meinen doch so guten Appetit für das Frühstück. Bei jedem kleinem Geräusch zuckte ich zusammen.
Mein einzigster Ausweg war, aus dem Küchenfenster zu klettern, was ich dann auch in die Tat umsetzte. Es war klein und ich schlank. Eine bessere Lösung gab es nicht. ich brauchte nicht durch diesen Horrorflur.
Meinen Ranzen warf ich zuerst hinunter. Mit Schwierigkeiten und ohne Verletzungen schaffte ich es aus den kleinen Fenster auf den verschneiten Fußweg zu springen.
Das Fenster stand dann offen und die eiskalte Luft drängte sich in die Küche.
Meine Großeltern haben nie gefragt,warum ich bei dieser Kälte das Fenster auf ließ. Vielleicht konnten sie es sich denken.
Einige Tage mußte ich das alles wiederholen, fand es sehr blamabel, denn es hätte mich jemand beobachten können.
Nach einiger Zeit stand in der Zeitung, dass der Gesuchte von der Polizei gefaßt worden ist. Nur wenige Kilometer von meinen Heimatort in einer Scheune fand man ihn schlafend.
Endlich konnte ich wieder normal leben.
Die Suchplakate wurden von den Witterungsverhältnissen unkenntlich gemacht oder von Kindern achtlos zerrissen.


Kommentar von Lillilu

Das ist so ein richtig gutes Grundlagenmaterial für eine spannende Kindergeschichte, die dann natürlich anders ausgehen muss! Hier noch ein paar kritische Anmerkungen: Ich weiß nicht, was ein "nervlicher" Bruder ist. Die Fabrik und die Scheune waren nicht "naheliegend", sondern nahe gelegen, was ein Unterschied ist. Das Wort "einzigst" gibt es nicht, auch wenn man es oft hört. "Einzig" lässt sich nicht steigern. Also muss es heissen "Mein einziger Ausweg war.." Auf jeden Fall warst du ja ein helles, kleines Mädchen! LG Lillilu

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von Gabi J.
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3088

Während meiner beruflichen Tätigkeit als Lehrerin in den Achtzigerjahren nahm ich an einer Bildungsreise nach Berlin teil. Es war der erste Flug meines Lebens, und ich war ziemlich aufgeregt. Ich kannte noch niemanden aus meiner Reisegruppe, und so zog ich am ersten Abend und auch am nächsten Tag alleine los, um mir die Stadt anzusehen. Es war interessant und spannend.
Am dritten Tag wohnten wir dem Unterricht in einer Schule bei, in der behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen unterrichtet wurden – das war damals noch etwas ziemlich Ungewöhnliches. Nach diesem eigentlichen Zweck unserer Reise hatten wir wieder Zeit zur freien Verfügung. Ich ging wieder alleine bummeln. In einer sehr belebten Straße stieß ich plötzlich mit voller Wucht mit einer großen kräftig gebauten Frau zusammen und kam zu Sturz. Zum Glück ging meine Brille nicht zu Bruch. Die Frau war bestürzt darüber, dass ich sie gar nicht gesehen hatte, und half mir auf. Ich dankte ihr und meinte, es sei ja nichts passiert.
Doch als ich meinen Weg allein fortsetzte, begann mein linkes Handgelenk immer stärker zu schmerzen. Es wurde immer schlimmer, und bis zum Heimflug am nächsten Morgen konnte ich mit der linken Hand überhaupt nichts mehr tun. Meine Mitreisenden mussten mir bei allem helfen.
Das letzte Stück der Heimreise legten wir mit dem Bus zurück. In Gratkorn stiegen zwei andere Lehrer und ich aus. Dort holte mich eine Nachbarin meiner Eltern ab und fuhr sofort mit mir ins Unfallkrankenhaus. Ich erhielt eine Schiene und konnte sogar gleich wieder arbeiten gehen, da ich ja Rechtshänderin bin.
Aus Scham über mein schlechtes Sehvermögen erzählte ich jedem - sogar meiner Familie – dass meine Verletzung von eine schweren Tür in einem Restaurant herrührte, die mir draufgefallen war. So schwer fiel es mir damals noch, zu meiner Sehbehinderung zu stehen!


Kommentar von Gabi J.

danke für den Kommentar! In der Vorgabe für diese Übung hieß es, wir sollten beim Schreiben nicht über den Stil nachdenken, sondern die Geschichte so aufschreiben, als würden wir sie einem Bekannten bei einer Tasse Tee erzählen. Genau das habe ich versucht umzusetzen. Sonst würde sie sich mit Sicherheit ganz anders lesen.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Gabriele

Ich habe nach dem Lesen dieses Berichts das Gefühl, dass hier eine Geschichte noch im Verborgenen schlummert, die zu erzählen sich lohnt. In den Andeutungen und Nebensätzen scheint mir durchzuscheinen, worum es hier gehen könnte, aber sicher bin ich nicht. "Am dritten Tag wohnten wir dem Unterricht in einer Schule bei, in der behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen unterrichtet wurden – das war damals noch etwas ziemlich Ungewöhnliches. Nach diesem eigentlichen Zweck unserer Reise hatten wir wieder Zeit zur freien Verfügung." Das ist interessant. Der Zweck der Reise war also, behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen zu bringen? Und die Ich-Erzählerin mit ihrem schlechten Seh-Vermögen ist - was? Eine Lehrerin? Von? Behinderten Kindern? Was passiert noch so alles während dieser drei Tage? Das muss doch total aufregend und anregend gewesen sein!? Und dann der Unfall. Die Frau. Wie sah sie aus? Wie äußerte sich ihre Bestürzung? Was genau ging in der Ich-Erzählerin vor? Am liebsten würde ich in ihren Kopf hineinschauen, ihren inneren Dialog lesen können, damit ich weiß was hier passiert. Möglicherweise ist das Thema der Geschichte die Scham? Das ist ein Thema, mit dem sich jeder verbinden kann und damit die Brücke zu uns Lesern. Ich glaube, hier ist ein fetter Brocken Gold, der sich heraus zu arbeiten lohnt. Nicht nur, weil das Schreiben über unsere tiefsten Themen, besonders die, die Angst-und Schambesetzt sind, uns hilft diese Themen zu bewältigen, sondern auch, weil das die spannendsten Geschichten sind. :) Diese hier würde ich sehr gerne lesen!

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Start

Was steht jetzt im Mittelpunkt: die Reise? Der Zusammenprall? Die Sehbehinderung? Warum ist es für mich z. B. wichtig zu wissen, "das letzte Stück der Heimreise legten wir im Bus zurück"? Mein Tipp: alle irrelevanten Informationen streichen und dichter erzählen.

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von Verena Dahms
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3085

Eigentlich hatte ich selber noch nie einen schlimmen Unfall erlebt. Zum Glück.
Kleinere Blessuren schon, aber die waren für mich nie der Rede wert.
Aber diese Sache mit meinem Mann, damals vor gut einem Jahr, das beschäftigt mich noch heute.
Er fühlte sich den ganzen Morgen recht müde, abgeschlagen und irgendwie ausgebrannt. Er meinte, dass es sich etwas hinlegen wolle, dass es ihm dann schon wieder besser gehen werde. Die Grippe hat ihm doch mehr zugesetzt, dachte ich und begab mich an
meinem Computer und erledigte administrative Arbeiten, denn wir waren vor kurzem von der Schweiz nach Frankreich gezogen.
Plötzlich hörte ich, wie er sich im Badezimmer übergab, ziemlich heftig. Nun hat ihn auch noch die Darmgrippe erwischt, dachte ich bei mir.
Er verlangte nach einem neuen T-Shirt, das ich ihm brachte. Und dann sah ich die Bescherung. Das Bad sah aus wie nach einem mörderischen Gemetzel aus einem Horrorfilm. Alles voller dunklem, fast schwarzem Blut. Ich gab ihm das Shirt und war absolut ruhig, alles war kalt in mir. Keine Hysterie, mein Gefühl war wie weggeblasen.
Ich meinte, immer noch absolut ruhig, ich hole unseren Nachbarn(wir leben auf dem Land, aber unsere nächsten Nachbarn wohnen nur ein paar Minuten von unserem Haus entfernt). Als Gerard mich sah, liess er alles stehen und liegen und rannte zu unserem Haus. Mein Gesicht muss, im Gegensatz zu meiner äusseren Ruhe, Bände gesprochen haben.
Ja, und dann ging alles sehr schnell. Die Pompier die in Frankreich erste Hilfe leisten, waren innert Minuten auf unserem Hof. Unser Hausarzt kam etwa zur gleichen Zeit. Das war gut so, denn sonst wäre mein Mann heute nicht mehr am Leben. Er hatte einen Magendurchbruch und einen schweren Herzinfarkt. Kein Unfall zwar aber ein einschneidendes Erlebnis, das mir aufzeigte, wie nah Leben und Tod sein können, und wie wichtige Dinge plötzlich nicht mehr so wichtig sind, und man für jeden Tag an dem man die Sonne aufgehen sieht, dankbar sein soll.
Ich werde diese Stunde nie mehr vergessen.


Kommentar von Velarani

Liebe Verena! Was für eine dramatische Geschichte! Mir ist es schon beim Lesen ganz schlecht geworden, wie du so plötzlich zum "mörderischen Gemetzel aus einem Horrorfilm" kommst. Du beschreibst das so cool und sachlich, aber ich hoffe, ihr habt es gut überstanden und wundere mich nicht, dass dich das jetzt noch beschäftigt. Liebe Grüße!

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von Haribo
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3082

An einem Sonntag im Herbst 1984. Gartenarbeit war angesagt und ich wollte natürlich helfen. Ich wohnte erst seit kurzer Zeit bei meinem jetzigen Mann, der noch bei seinen Eltern ein Zimmer hatte.
Mein Mann Dieter, sein Vater Helmut und ich gingen nach dem Mittagessen in den Garten hinunter, um ihn rechtzeitig winterfest zu machen. Mein Schwiegervater wollte die Stämme der alten Pflaumenbäume auf der Kreissäge zerkleinern.
Da ich auf dem Dorf groß geworden bin und durch den Tod meines Vaters sehr früh lernen musste, zuzupacken, wollte ich die Arbeit ander Säge übernehmen. Dieter suchte mir im Schuppen eine alte Hose von sich und auch eine Arbeitsjacke und ein Paar Handschuhe. Ich zog also die Hose an, die mir leider viel zu groß war, aber dem schaffte ich Abhilfe, in dem ich mir ein Stück Kabel durch die Schlaufen zog und dies vorne zusammenband, die Hosenbeine steckte ich in Gummistiefel. Dann zog ich die Arbeitsjacke, so eine blaue, wie sie Männer oft tragen, an und die Handschuhe, die leider auch zu groß waren. Doch ich dachte mir, das geht schon so.
Ich legte mir den ersten Stamm auf die Säge und schaltete sie ein. Es ging auch ganz gut und dauerte nicht lange, hatte ich den ersten Stamm in zwei Teile gesägt. Als ich den zweiten Stamm gerade am Sägeblatt ansetzen wollte stand plötzlich mein Schwiegervater hinter mir und sprach mich an. Da ist es dann passiert, dass ich nach ihm sah und nicht auf meine Finger geachtet hatte. Ich habe die Säge in meinem rechten Zeigefinger gespürt und habe aus einem Reflex heraus die Hand weg gezogen. Jetzt stellte sich heraus, dass es ein Glück war, dass die Handschuhe zu groß waren, sie haben mir warscheinlich meinen Finger gerettet, denn er war noch dran. Dieter kam sofort angelaufen und hielt mich fest, denn in dem selben Moment sackte ich in mir zusammen, denn die Säge hatte ja meinen Finger getroffen. Er verband meinen Finger mit einem Taschentuch und fuhr mit mir zur Notaufnahme.
Der diensthabende Arzt guckte mich von oben bis unten an und konnte sich das grinsen nicht verkneifen. Schließlich hatteich diese zu große Hose mit dem Kabel, diese blaue Arbeitsjacke und die Gummistiefel noch an, denn zum Umziehen blieb keine Zeit.
Der Arzt war einsehr junger und gutaussehender Assistenzarzt. Er meinte, dass die Wunde so frisch ist, dass wir nicht nähen brauchen und so verband er mir den Finger und schickte mich mit einem Kontrolltermin in der Tasche nach Hause. Eine Woche war ich krank geschrieben und dann bekam ich einen Schonplatz, ich durfte Ediketten sortieren. Seit dieser Zeit strecke ich den Zeigefinger immer etwas weg, ich schreibe sogar mit dem Mittelfinger, weil ich damals den großen Verband ja auch immer weg strecken musste.
Wenn es kalt wird merke ich meine Narbe am Finger kribbeln. Sie ist etwa 1,5 Zentimeter lang und geht über das erste drittel des Zeigefingers.


Eingetragen am: 06.02.2008 von diabola
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3083

Früher hat er nicht auf mich gewartet. Jetzt versetze ich ihn in Erstaunen, den Mann meiner Träume. Er steht am Fuße des Abhangs und sieht zu mir hoch. Er, der verwegene Skiläufer, fühlte sich bisher beim Abfahrtslauf ausgebremst, wenn er auf eine Skiläuferin wie mich warten sollte. Doch jetzt beeindrucke ich ihn offensichtlich, so dass er innehält.
Man sieht ihm seine sportliche Überlegenheit an. Kein Gramm Fett zu viel und dazu dieser offene, sonnige Blick. Er könnte für ein Produkt werben, so wie er aussieht.
Ich bin kein sportlicher Typ. Aber ich wachse gerade über mich hinaus. Diese Unkenrufe „Gehe nie auf die Piste ohne vorherige Gymnastik!“, alles Humbug, denke ich Was letztlich zählt, ist Spaß und ein bisschen Mut. Mein Mut wächst gerade zu einer Riesenblase. Ich vollführe einen regelrechten Tanz auf den Brettern. Das wird ihm gefallen. Sein bewundernder Blick gibt mir Recht und verführt mich dazu, noch eins draufzulegen. Dieser Blick, der manchmal etwas zu gierig jungen Frauen hinterhersieht. Jetzt gilt er nur mir. Er soll sehen, wozu ich fähig bin. Mit leichtem Schwung wedele ich ihm entgegen. Ich fühle mich so leicht, als hätte ich Flügel.

Ich bemerke die langbeinige junge Frau neben mir erst, als sie mich überholt. Sein Blick ist auf sie geheftet. Die von ihr verdrängte Luft ist wie ein Schlag in meine Flanke. Und während ich in hohem Bogen stürze, höre ich meine Illusionen wie Seifenblasen platzen.


Kommentar von Sylvia

Na, das freut mich aber, dass du darüber nachgedacht hast! Ich meine wirklich nur Kleinigkeiten. Als Erläuterung: Vielleicht sind es die Adjektive wie bewundernder Blick, nur Blick, der Recht gibt, lässt etwas mehr Fantasie offen. Den Satz Er soll sehen, wozu ich fähig bin, wird aus der Situation so offensichtlich, dass er überflüssig wirkt. Vielleicht lese ich auch gerade privat zu viele Texte Korrektur und bin sehr sensibilisiert. Andererseits denke ich, dass uns nur konstruktive und genaue Kritik weiter bringt als pauschales Lob! Für mich zeigt der Text großes Potenzial! Nutze es! Lieben Gruß Sylvia

Eingetragen am: 10.02.2008

Kommentar von diabola

Danke für a l l e Anmerkungen. Hier bietet sich ein gutes Forum, mit den Sichtweisen der anderen umzugehen. Ich finde, das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, seine Texten "öffentlich" zu machen. Der persönliche Geschmack spielt dabei bestimmt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Kommentar von Zauselina hat mir natürlich gutgetan. Sie hat auf den Punkt gebracht, was ich ausdrücken wollte. Die Geschichte habe ich vor langer Zeit so erlebt. Über den Einwand von Sylvia "weniger wäre mehr" habe ich lange nachgedacht. Aus meiner Sicht ist das wirkliche Leben oft so unglaublich prall, dass das, was nach Übertreibung aussieht, noch untertrieben ist.

Eingetragen am: 09.02.2008

Kommentar von Zauselina

Ich persönlich find´s nicht zu viel. Mir gefällt die Geschichte ganz und gar. Auch die Andeutungen auf die falsche Wahrnehmung ("Mein Mut wächst gerade zu einer Riesenblase" / "...höre ich meine Illusionen wie Seifenblasen platzen" ) sind kunstvoll gesetzt, ebenso wie die Vorausdeutungen auf die Blamage ("Tanz auf den Brettern" / "...wedele ich ihm entgegen"). Was hier als ein Zuviel erscheinen mag, ist sicher absichtlich von dir gewählt, denn die Protagonistin steigert sich in ihre Illusion, geliebt und bewundert zu werden, so stark hinein, dass es ja auch ein Zuviel ist. Das drückst du sprachlich. aus. Deswegen passen die Aussage und der Schreibstil zueinander. Finde ich wirklich gut !

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von herbert

Hallo Diabola, die Geschichte gefällt mir, aber mit der Erzählweise habe ich so meine Probleme. Ich denke, es liegt an der Sprache. Es sind so Vergeliche wie: "der Mann meiner Träume, kein Gramm Fettt zu viel, sonniger Blick..." Und "bei so leicht als hätte ich Flügel", denke ich an Redbull und stürze ab. Vielleicht findest Du Deine eigene Sprache, dann wäre der Text sicher noch viel spannender. Liebe Grüße Herbert P.S. Immer wieder spannend, wie unterschiedlich Kommentare doch sein können....

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Sylvia

Hallo Diabola! Ich bin hin- und hergerissen! Die Idee ist gut! Es ist auch witzig erzählt, aber mir ist es zu viel! Zu viel auf einmal! Zu viel beeindrucken wollen. Ich denke hier ist weniger mehr - und es wird richtig gut! LG Sylvia

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von fish

Irgendwie witzig. Habe jedoch schwierigkeiten, mich in den erzähler reinzudenken. Denke auch wenn es in diesem Stil länger weitergehen würde, würde ich aufhören zu lesen. Kann ich aber leider jetzt momentan ehrlich nicht begründen warum. Ist einfach ein gefühl. :-)

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von SylviaM.

Liest sich total locker und flüssig. Mehr bitte!

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Frog

Gefällt mir. Diese Gefühle kenne ich. LG

Eingetragen am: 06.02.2008

Kommentar von Angela Barotti

Gut geschrieben und kurzweilig zu lesen. Super.

Eingetragen am: 06.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von Fred Weber
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3078

Es war an einem Wintertag Mitte Dezember. Das Wetter wusste nicht so recht, was es wollte. Am Tag war Schnee gefallen, nicht viel, aber genug, um die Straße in eine ziemlich glatte Piste zu verwandeln. Die flach stehende Sonne bemühte sich, den Schnee tauen zu lassen, aber er war schon zu fest gefahren. Ich fuhr mit meinem Auto auf dieser Straße, langsam, den Straßenverhältnissen angepasst. Vor mir waren drei oder vier Autos, die ebenfalls vorsichtig fuhren. Hinter mir fuhren auch Autos, ich weiß nicht mehr, wie viele. Am Ausgang einer Linkskurve jedenfalls setze der Wagen hinter mir zum Überholen an, kam mit seinem rechten vorderen Kotflügel an den linken vorderen Kotflügel meines Autos und schob mich nach rechts von der Straße herunter in den flachen Straßengraben. Verdammt, dachte ich, warum tut der das? Er wäre doch sowieso nicht weit gekommen. Im Graben kam mein Auto zu Stehen. Der dann folgende Wagen musste wohl aufgrund der Situation bremsen. Doch die Straße war glatt und er rutschte mit seinem Wagen und fuhr auf meinen Wagen auf. Was geschah weiter? Wir riefen die Polizei, tauschten die Personalien aus und fuhren dann weiter, mit kaputten Autos. Jeder meldeten seine Ansprüche bei den gegenerischen Versicherungen an. Der Fall wurde schnell für mich entschieden, ich bekam meinen Schaden ersetzt. Ein Unfall, der nicht hätte passieren brauchen, wenn der junge Mann, der der Unfall eingeleitet hatte, nur ein paar Minuten mehr Zeit gehabt hätte.


Eingetragen am: 06.02.2008 von Angst und Bange
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3080

Ich hatte schon viele Unfälle -
es begann damit, dass ich selbst auch schon gleich ein Unfall war...
In späteren Jahren hatte ich dann immer mal wieder mit Gehirnerschütterungen,Prellungen, angebrochenen Rippen, Blutergüssen und in einem Fall auch mit einer ausgekugelten Schulter zu tun.Alles nur, weil ich immer wieder so ungeschickt war, "gegen die Tür zu laufen" oder "die Treppe hinunter zu fallen"..
So etwas passiert einem, wenn man mit dem falschen Bein beginnt in`s Leben los zu gehen und zu dumm und unerfahren ist, um rechtzeitig zu erkennen, welche Schritte die Richtigen sind um sicher durch die Tage und Jahre zu kommen.
Irgendwann gab es dann auch mal einen stinknormalen Autounfall für mich, von dem ich hier eigentlich leidenschaftslos berichten könnte..
Mein schlimmster Lebensunfall ereignete sich aber im vergangenen Jahr.
Längst hatte ich dann doch noch gelernt, nötige Schritte zu tun, meine Schrittfolge zu verbessern und mich von meinem ersten Leben "frei zu strampeln".
Auf dieser Grundlage war konnte ich noch einmal eine neue, schöne, liebevolle und unfallfreie Partnerschaft leben und mich an einer hellen, bunten und fröhlichen Welt erfreuen.
Eines Tages jedoch ereilte meinen Mann ein Krankheitsunfall...Es war ein Ekel erregendes Schalentier, das sich an und in ihm verbissen hatte und nicht bereit war, ihn wieder frei zu geben...
Schliesslich war ich diejenige, die freigeben und loslassen musste..
Nun bin ich zwar körperlich unversehrt und muss dennoch mit vielen Einschränkungen leben.
Denn: meine Füsse weigern sich, vorwärts zu gehen, mein Kopf kann nicht mehr geradeaus denken und meine Augen können kein Licht mehr erkennen..
Meint Ihr, es lohnt sich trotzdem, vom Autounfall zu erzählen..??


Kommentar von Angst und Bange

Liebe Kommentatoren, ich wollte Euch noch für Eure hilfreichen Texte danken - konnte sie leider erst gestern abend lesen.. Wie(!) distanziert und von aussen beschrieben mein Text auf Euch wirken musste, ist mir wirklich erst nach Euren Kommentaren klar geworden.. @Angela Barotti: Zu viele Rätsel...: ja, Du hast recht, bin aber froh, dass Du die richtigen Schlüsse gezogen und Dir dafür auch die Zeit genommen hast!! @Frog: Danke für die Umarmung! Zum Austausch bin ich gern bereit.. Ja, ich werde also versuchen, alles noch einmal "aufzudröseln", neu zuzulassen und mir von der Seele zu schreiben.. Danke für`s Mut machen!!!!

Eingetragen am: 09.02.2008

Kommentar von Start

Ich spüre bei deinem Text Distanz zu den Dingen. Die hat dir das Leben antrainiert. Und genau das macht den Text für mich so faszinierend, dass ich gerne mehr lesen möchte. Beschreib was du erlebt hast. Ich lese es - mit Spannung.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Lillilu

Liebe Angst und Bange! Ich glaube du bist auf dem richtigen Weg. Noch drückst du dich kryptisch und ironisch aus,weil das deine Verletzungen schützt. Aber bald kannst du offener schreiben - es liest sich, als wenn das Schreiben dein Medium wäre.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Frog

Nein, das willst Du doch auch gar nicht. Du musst von Deinem Lebensunfall erzählen, damit Du wieder laufen lernst. Du wirst das können, weil Du es schon geschafft hast, dies hier so wunderbar aufzuschreiben. Mit ist das auch passiert, nur ist es schon 15 Jahre her. Da war es ein Wackerstein auf meinem Rücken, und ich bewegte mich wie in Trance. Jetzt laufe ich meistens leichter,und der Stein ist nur noch so groß wie eine Clementine. Aber ich habe ihn immer bei mir. Er steckt in meiner Tasche und wird es immer tun. Vielleicht sollte ich die gewaltsame Schalentier-Story doch auch mal rauslassen...? Vielleicht können wir uns ja mal austauschen. Fühl Dich umarmt.

Eingetragen am: 06.02.2008

Kommentar von Sabine Mucha

Hallo Angst und Bange! Ich würde sehr gerne etwas vom Autounfall lesen. Deine Sätze machen mich neugierig, auch wenn ich deinen Text dreimal lesen musste. Fang einfach an zu berichten. Viel Glück und liebe Grüsse.

Eingetragen am: 06.02.2008

Kommentar von Angela Barotti

Das sind mir zu viele Rätsel. Dein 'gegen die Tür laufen etc.' interpretiere ich so, dass du nach Strich und Faden verprügelt worden bist. Und zwar so sehr, dass dagegen dein Autounfall ein 'Klacks' war. Und als du endlich an den Richtigen geraten bist, ist er an Krebs gestorben. Ein schreckliches Schicksal, keine Frage, aber es hat mich beim Lesen nicht wirklich berührt, weil ich damit beschäftigt war, die Fragezeichen in meinem Kopf mit Text zu füllen, den ich besser verstehen konnte. Und nein, ich will nichts von deinem Autounfall hören. Aber ich möchte mehr über dein 'Treppen runter fallen' hören und woher du die Kraft nahmst, deinem Leben doch noch eine andere Richtung zu geben.

Eingetragen am: 06.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von Thomas Gohlke
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Mit meinem älteren Bruder fuhr ich als Kind gern Fahrrad. In der Nähe unseres Wohnhauses gelegen, war ein Müllberg. In den Jahren fuhren wir dort immer hinauf und brausten mit riesem Tempo hinunter, mein älterer Bruder war immer schneller.
Eher oben und schneller wieder unten, damit hänselte er mich.
Was ich wohl für ein lahmes Kamel wäre und das ich nicht mutig genug wäre ohne zu bremsen hinunter zu fahren. Und er hatte recht, mir fehlte die Kraft schnell den Berg hinauf zu fahren und mir fehlte der Mut, ohne zu Bremsen hinunter zu rasen.
Einen schönen Sommertages, wir fuhren wieder zum Müllberg, da hänselte er schon auf der Fahrt zum Berg. Schau mal wie schnell ich bin, schau mal dies schau mal das. Wer als erstes oben ist rief er schon mit fünfzig Meter Vorsprung.
Ich blieb stehen und schloß am ende des Weges die Schranke, die vor einigen Tagen angebracht wurde. Dann fuhr ich mit dem Fahrrad auch nach oben. Mein Bruder wartete schon und lachte lauthals, lahmer Esel. Dann raste er nach unten, ich rollte mit schlechtem Gewissen bremsend hinterher.
Unten angekommen lag er auf dem Boden hinter der Schranke und schrie vor Schmerz, sein Shirt war an der Schulter total zerfetzt und es blutete stark. Sein Fahrrad war in der Schranke verknotet.
Ich brachte ihn nachhaus, sein Schulterblatt war gebrochen und die Wunde mußte mit zehn Stichen genäht werden. Wir waren nie wieder gemeinsam auf dem Müllberg.


Kommentar von Start

ich fühle mit dir und kann mir sogar den Gesichtsausdruck vorstellen, den du hattest. Mir gefällt die nüchterne Berichterstattung ohne viel Schnickschnack in der Sprache. Prima!

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Mata

Hallo Thomas Du hast ein Faible für das Wort 'fahren', nicht wahr? ;-) Wortwiederholungen - vor allem in so kurzen Texten - sind ein Spannungskiller. Nutze doch den Thesaurus im Textverarbeitungsprogramm, oder leg dir ein Synonymwörterbuch zu. Auch sind ein paar Rechtschreibfehler - z.B. eines schönen Sommertages ... - enthalten. Nenn mich pingelig, aber an solchen falschen Wendungen bleibt man leider (negativ gesehen) hängen.

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von GKH
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3073

Der Unfall
An einem feuchten, diesigen Herbsttag passierte es. Es war ein ganz normaler Samstag, voll gestopft mit alltäglichen Arbeiten im Jahre 1975. Nachdem Frühstück aufräumen und saubermachen, einen Einkaufszettel schreiben. Spät am Vormittag lag meine eineinhalbjährige Tochter in ihrem Bett und schlief. Ich zog mich und meinen viereinhalbjährigen Sohn an und wir fuhren nach Gifhorn, zum Einkaufen.
Wie so oft benutzte ich die Bundesstraße 4, um über die Westzufahrt in das Städtchen zu fahren. Auf der einspurigen Fahrbahn, fast auf der Hügelkuppe, kamen mir zwei Wagen entgegen, nebeneinander. Ein Wagen raste auf meiner Fahrbahn auf mich zu! Wohin? Ausweichen? Die Fahrbahn gab es nicht her. Wohin? Frontalzusammenstoß? Vollbremsung? Die Fahrbahn war feucht! Wie würde ich rutschen?
Ich wich ganz nach rechts aus, in der Hoffnung, dass die Straße doch für drei Fahrzeuge breit genug war. Es passte. Die beiden Wagen waren ohne Berührung vorbei. Und dann geschah es. Ich war von der Fahrbahn auf den Grünstreifen gerutscht. Als ich zurück wollte, rutschte mein Wagen weg. Ich knallte gegen einen Leitpfosten und drehte mich mit Pirouetten auf die Fahrbahn zurück. Einmal, zweimal um die Längsachse? Waren es nur eineinhalb Umdrehungen? Oder waren es doch mehr? Ich weiß es nicht. Dann stand ich mit laufendem Motor in die entgegensetzte Richtung und mit beiden Füßen auf den Pedalen. Meine Hände umklammerten das Lenkrad. Mein erster Gedanke galt der Verfolgung der beiden Wagen. Ich legte den ersten Gang ein und fuhr den Hügel hinauf. Oben sah ich, dass beide Fahrzeuge angehalten hatten. Meinen Wagen stellte ich auf der linken Seite bei den abgefahrenen Leitpfosten ab, machte den Motor aus und atmete tief durch.
Martens weinen drang in mein Bewusstsein. Ich schaute mich um. Er saß in seinem Kindersitz. Offensichtlich war ihm nichts passiert. Nur der Schreck lies ihn weinen. Zwei Männer kamen auf mich zu. Ich gab meinem Sohn seinen verlorenen, heiß geliebten Schnuller. Noch einmal schluchzte er auf, nuckelte und war ruhig. Für mich ein gutes Zeichen, dass ihm nichts Ernstes passiert war.
Ich ging um meinen Wagen und schaute mir die Beifahrertür an. Sie war stark eingedrückt. Erst jetzt begriff ich mein Glück. Es war kein weiteres Fahrzeug auf der sonst so stark befahrenen Straße gewesen. Kein Fahrzeug war meinen Pirouetten im Weg gewesen. Wir hatten Glück und kamen glimpflich davon. Ich bekam die für die Unfallmeldungen so nötigen Adressen und fuhr nach Hause. Zum Einkaufen war mir an diesem Tage nicht mehr.


Kommentar von GKH

Ja, meine Tochter war allein zu Hause. Es war zumindest früher durchaus üblich, Kinder ein bis zwei Stunden allein zu lassen. Allerdings war ich damals schon darauf bedacht, dass meine Kinder nur gesichert ins Auto kamen. Wo man heute ja durchaus anderes noch beobachten kann.

Eingetragen am: 07.02.2008

Kommentar von Samira

Wie gut, dass euch beiden nix passiert ist!! Aber mal ne Frage, die mir auf dem Herzen liegt: Hattest du deine kleine Tochter allein im Bett gelassen?? Es kann ja schliesslich immer was passieren...

Eingetragen am: 06.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von Arimadon
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3075

Lilly zog an ihrer Leine. Sie wollte nach Hause. Schließlich wusste sie, dass dort, wie jeden Morgen der gefüllte Napf auf sie wartete. Ich schloß die Haustür auf, und in diesem Moment hörte ich erst einen entzetzlichen Knall, dann das knirschende Geräusch berstenden Metalls.
Ich drehte mich um und sah in der Mitte der Straßenkreuzung zwei Kleinwagen stehen, die miteinander kollidiert waren. Der eine Wagen wurde dann langsam an der Straßenrand gefahren, während im anderen Wagen nur zappelnde Beine zu sehen waren. Ich ließ Lilly in den Hausflur, zog die Tür zu und eilte zur Kreuzung. Die Fahrertür war verkeilt und nicht zu öffnen. So ging ich um den Wagen herum, um
den Fahrer zu befreien. Er tobte im Innenraum. Als ich die Beifahrertür aufmachte, fiel er mir, wohl fast wahnsinnig vor Schmerz, entgegen, hielt sich seine Stirn und rief unentwegt: "Ich hatte doch Grün, ich hatte doch Grün...."
Er war nicht angeschnallt gewesen und beim Aufprall mit der Stirn gegen die Windschutzscheibe
geprallt.....Ein Motorradfahrer kam hinzu. Ich bat ihn, dafür zu sorgen, dass die Unfallstelle gesichert wurde und einen Krankenwagen zu rufen, während ich mich bemühte, den jungen Verletzten zu beruhigen und auf die Seite zu legen. Dann kam uns ein Mann zu Hilfe, der eine große Tasche bei sich hatte und sich als Arzt zu erkennen gab. Er raunte mir zu: " Der Mann beruhigt sich gleich. Momentan sind die Schmerzen enorm. Sobald es mehr einblutet, wird er das Bewußtsein verlieren.." Die Fahrerin des anderen Fahrzeugs war nur leicht verletzt und saß in ihrem Auto. Sie hatte als Linksabbiegerin die Vorfahrt des jungen Mannes mißachtet. Der Rettungswagen traf ein,und als der schwer Verletzte auf die Trage gehoben wurde, war er bewußtlos geworden. Ich habe nie erfahren, ob und wie er den Unfall überlebt hat.


Kommentar von Start

"knirschende Geräusch berstenden Metalls" - bersten heißt doch zerspringen, oder? Das ist zu kompliziert beschrieben und löst bei mir keine Vorstellung im Kopf aus. Sag doch einfach was du genau gehört hast.

Eingetragen am: 07.02.2008

Eingetragen am: 06.02.2008 von Kleopatra
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3072

Jesus Christ Superstar

Es war ein Sommermorgen in Biarritz. Ich fuhr direkt auf das Meer zu. Die Wellenkämme glitzerten in der schräg stehenden Morgensonne. Ich empfand Freiheit, grenzenlose Freiheit, als ich auf meinem geliehenen Mofa in Richtung Stadt tuckerte.
Noch nie hatte ich ein Mofa besessen oder gefahren. Alleine diese Tatsache gab mir ein Gefühl von Freiheit. Es war als schwebte ich allen Zwängen davon. Ich sah eine helle weite grenzenlose Zukunft vor mir und genoss das Gefühl des Fliegens.
Mein rotes Zweirad tuckerte unter den Alleebäumen entlang, im Halbschatten. Durch meine dunkle Sonnenbrille und den starken Kontrast zum gleißenden Himmel schien die Straße noch dunkler. Aber ich schaute in die Weite, da wo Meer und Himmel sich zu begegnen schienen. Es war, als verspreche der Horizont ein Stückchen Ewigkeit. Als würde ich gleich abheben und diesem Traum entgegenfliegen.
Das Quietschen von kreischenden Bremsen holte mich jäh in die Realität zurück. Die Baumkronen über mir hatten sich für eine Kreuzung geöffnet, der Himmel war noch gleißender als zuvor.
Von links schob sich unter den Bäumen ein gräulicher LKW hervor, kein großer Truck, mehr wie ein Auslieferwagen eines kleinen Familienunternehmens. Wie weit war er noch entfernt, waren es drei Meter oder eher fünf Meter? Auch wenn er auszuweichen würde, ich könnte ihm nicht mehr entrinnen. Der Zusammenstoß war vorprogrammiert. Unsere Bewegungslinien kreuzten sich unausweichlich. Ihr Schnittpunkt tanzte vor meinem geistigen Auge auf und ab. So als sei er in mein Hirn gemeißelt.
Ich erkannte messerscharf, dass ich völlig ungeschützt mit meinem kleinen Mofa, auf dieses elefantengraue Blechmonster zufuhr. Ich sah den Zusammenstoß in allen Details vor meinem geistigen Auge ablaufen. Das einzige, was ich noch tun konnte, war zu vermeiden, vor oder unter, die Räder des Kleinlasters zu kommen.
Ganz realistisch schätzte ich meine Chancen ein: Ein Drittel, dass ich den Unfall nicht überlebe, ein Drittel, dass ich ihn überlebe, aber für den Rest meines Lebens schwerstbehindert bin, und ein Drittel, dass ich den Sturz mit kleineren Blessuren überlebe.
So schnell ich konnte drehte ich den Lenker nach rechts. Ob langsam oder schnell, das weiß ich nicht mehr. In diesem Moment flog ich bereits durch die Luft, in diesen unendlichen gleißenden Himmel.
Ein Tor öffnete sich. Und so flog ich noch weiter in den weiten weißstrahlenden Himmel. Frei wie eine Taube, getragen von den Flügeln der Ewigkeit. Ich schaute auf die Erde, den blauen Planeten mit den grünen Alleebäumen, hinab. Während mein Bewusstsein mich immer weiter noch oben katapultierte, wurden die weißen Häuser, das rote Mofa, das junge Mädchen im zitronengelben Kleid und die spiegelnde Sonnenbrille auf der Asphaltstraße immer kleiner, bis sie fast ganz verschwanden.
Meine Geburt tauchte vor mir auf. Ach, ja, so war das. Das also war die Idee meines Lebens, mein Lebensentwurf und mein Lebensplan für diesen Planeten. Ja, das sind die Eltern, die ich mir ausgesucht habe. Auf einmal machte mein kleiner Fahrradunfall vor über zehn Jahren, den ich nie so ganz verstanden hatte, Sinn. Und ich verstand, warum ich in genau dieser Schule an diesem Ort Rechnen, Schreiben, Sozialkunde, Mathematik, Englisch und Französisch gelernt habe. Ich verstand, warum ich permanent Puppen geschenkt bekam und keine Eisenbahnen. Warum ich keine Geschwister hatte. Und warum ich so oft nießen musste, dass mir fast die Nase platzte und der Kopf dröhnte. Schlagartig war mir mein Leben völlig klar. Auch wenn ich erfaßte, dass es auf dieser Welt noch viel zu erleben gab: Es wäre völlig okay gewesen, nicht mehr zurückzukehren. Denn nun hatte ich mein Leben ja verstanden.
Gerne hätte ich diese Sekunde der Weisheit noch länger ausgekostet. Dieses Wissen, was mich von der Banalität des Alltags abhob. Doch meine Bewusstsein zoomte mich unermittelt und schlagartig zurück. Von der silbrig-leuchtenden-watte- und federleichten Einheit durch das magische Tor bis ich die blaue Kugel wieder sah. Dann den Atlantik, gesäumt von weißen Häusern, das anthrazitfarbene Straßenband mit den grünen Alleebäumen. Das Mädchen mit den haselnussbraunen Haaren und dem kurzen hellgelben Kleid lag auf dem Asphalt.
Ich erkannte, dass ICH diejenige war, die da zusammengerollt auf dem Boden lag. Buntes Stimmengewirr umschwirrte mich. Ich verstand kein Wort, es war wie eine andere Welt. In dem Moment, als mir das bewusst wurde, bedauerte ich außerordentlich, wieder in diese Welt zurückkatapultiert worden zu sein. Denn ich hatte stechende Schmerzen über die gesamte linke Seite des Körpers. Ich hätte liebend gerne ein Vermögen dafür gegeben, nicht aufwachen zu müssen.
Doch ein Mann rüttelte an mir. Er schüttelte mich, klopfte mein Gesicht, machte Faxen mit seiner Mimik. Mehrere Köpfe schwebten über mir, mal höher, mal tiefer, wie Marionetten, die von einer fernen Macht gezogen wurden. Die Stimmen schwebten wir in Wellenlinien über mir und um meinen Kopf herum. Ich hörte immer wieder quietschende Laute, die wie Sirenen in meinen Ohren dröhnten.
Meine Hochrechnung war in so fern aufgegangen, dass ich nun wusste, dass ich überlebt hatte. Diese Tatsache nahm ich ungern zur Kenntnis, da sie außerordentlich schmerzhaft war. Aber ich war zurück in der Welt der Materie und damit des Schmerzes. Die Rückreise in die Welt der Leichtigkeit, des Schwebens war mir verwehrt. Diese Botschaft war deutlich, auch wenn ich keine Quelle ausmachen konnte.
Den Schmerzen nach zu schließen, waren die Unfallfolgen nicht zu bagatellisieren. Es bestand also das Risiko, dass ich sehr, sehr schwer verletzt war. Verständlich, dass ich mich dieser Realität nicht stellen wollte. Langsam konnte ich die Schmerzen besser orten. Die Beine und die Arme brannten wie Feuer. Pulsierende Schmerzen tosten auf meinen Schläfen und rund um das linke Auge. Sehen konnte ich nur vernebelt. Die Hüfte pochte. Am schlimmsten aber war der Rücken. Als bohrten sich Stiche in mein Herz und meine Lungen. Wie kann ein Mensch mit diesen Schmerzen überleben?, fragte ich mich. Warum durfte ich nicht sterben?
Langsam konnte ich die Worte besser identifizieren. Opitall, opitall, trommelt es an mein Ohr. Non, non, piepste ich. Zumindest dachte ich, ich würde die Laute hervorbringen. Denn die Furcht vor einem Transport und den zu erwartenden Schmerzen war gigantisch. Dann lieber doch sterben. Denn die Reise in das Reich des Lichts war ja gar nicht so übel.

Nachtrag für Neugierige:
Ich habe den Unfall mit Hautabschürfungen, kleineren Narben und Rippenbrüchen überlebt. Letztere quälten mich allerdings noch eine ganze Weile. Offensichtlich hatte ich mich seitlich abgeworfen und über den Brustkorb abgerollt – eine Übung, die mir dank meines Tanztrainings für eine Beatles-Performance vertraut war - danke „Jesus Christ, Superstar“!


Eingetragen am: 06.02.2008 von Katja
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3066

Es war an einem dämmernden Montagmorgen. Ich fuhr meine Kollegin und mich zur Berufsschule. Wir unterhielten uns gerade und ich weiss noch, wie ich sagte: "Unsere Schichtleiterin ist.........". Da gab es einen lauten Knall und irgendwas rannte davon. Ich schaute verdutzt auf meine Motorhaube. Mir blieben die Worte im Hals stecken. Meine Kollegin ist auch verstummt. Ich nahm den Fuss vom Gas. Das Auto wurde langsamer, bis ich es stoppte. Wir sahen uns kurz an und waren uns wortlos einig. Völlig erschrocken stiegen wir aus. Die Motorhaube war ein einzigster Matsch. Haare und Blut klebten daran. Wir sahen uns suchend um. Gingen auch den Strassengraben und das Feld ab, aber vom Wild war nichts mehr zu sehen. Es waren kaum Autos auf der Strasse. Einmal kam uns ein Wagen entgegen, aber der schaute auch nur kurz rüber. Wir setzten uns wieder ins Auto und dachten auch nicht einen Moment daran, dass es vielleicht gar nicht mehr fahren könnte. Es sprang an und ich wendete. Wir fuhren in die nächste Ortschaft und sogleich zur Polizei. Nachdem wir alles abgewickelt hatten, viel erstmal der Schock von uns und ich beendete wirlich noch meinen Satz.


Kommentar von Bärbel

Gerade diese knappe Schilderung,die sich auf das Wichtigste beschränkt und durch das Offenlassen Spannung und Neugier erzeugt, gefällt mir sehr! Auch der Schluss - er lässt mich schmunzeln, aufatmen.

Eingetragen am: 08.02.2008

Kommentar von Start

Der Text ist sehr schön geschrieben, aber die Abfolge der Ereignisse und was wirklich passiert ist mir zu ungenau beschrieben. Ständig begleiten mich Fragen (Was für Haare? Mensch oder Tier? Wie sieht der Matsch genau aus?), oder ich gleiche unbewußt ab, wie ich reagiert hätte (Bei einem lauten Knall trete sofort auf die Bremse und nehme den Fuß nicht erst später vom Gas.) Und noch eine Kleinigkeit: "Einmal kam uns ein Wagen entgegen, aber der schaute auch nur kurz rüber." Der Wagen oder der Fahrer? Ich wünsche Dir, dass du deinen guten Schreibstil dafür einsetzt, die Fakten so zu beschreiben, dass dem Leser ein klares nachvollziehbares Bild entsteht.

Eingetragen am: 07.02.2008

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