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Kapitel 5 mit Übungsaufgabe
Leserbeiträge
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16009
von hinten wurde ich bei einem fussballspiel mit einem steilpass auf die reise geschickt. mein gegenspieler verfolgte mich auf gleicher höhe. ich versuchte den ball unter kontrolle zu halten, indem ich das linke bein über den ball hielt. doch o weh...irgendwie rutschte ich auf dem ball ab...und was ich dann verspürte, war ein stechender schmerz im linken knie.
das erste, was ich nach dem sturz erblickte, war mein freund, der sich mit schreckverzerrter miene abwandte, nachdem er einen blick auf mein bein geworfen hatte. ich schaute an mir herunter. und was ich sah, trieb mir die tränen in die augen. meine kniescheibe war ausgerenkt. das spiel wurde sofort unterbrochen. ich lag auf dem rücken. der trainer nahm meinen kopf in seine hände und beruhigte mich. dann verlangte man nach der bahre. vorsichtig wurde ich darauf gelegt. die kniescheibe war immer noch ausgerenkt. in der garderobe angelangt, legte man die bahre mit mir drauf auf den boden. leider war die arzt nicht sofort zur stelle. in der wartezeit stiess ein unvorsichtiger spieler, der die garderobe betrat unglücklich an die bahre, so dass es eine leichte erschütterung ergab. dies genügte, um die kniescheibe wieder
in die richtige lage zu befördern.
leider waren aber 20 minuten seit dem unfall vergangen...und die seitenbänder hatten schaden genommen. ein schaden, der zu vermeiden gewesen wäre, wenn die kniescheibe sofort eingerenkt worden wäre.
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15999
Unfall
-Rot an der AmpelKreuzung;
-stehe an zweiter Stelle;
-Gelb;
-Gelbgrün;
-bei Grün:Hinter mir scherrt das Fahrzeug aus, überholt auf der Abbiegespur und setzt sich vor die Schlange;
-vormir stehender Pkw hatte wohl verzögerten Start;
-es rollt doch los, ich kann auf der nun doppelten Fahrspur den Pkw direkt vor mir überholen;
-sehe nun den Schnellstarter...;
-beschleunige, will bei der nächsten Kreuzung daneben stehen, bin wütend;
-nun, als ich wieder klarsehe, meinen Körper vor mir sehe und ihn abtaste, eine Frau schaut zum Fenster herein, ich öffne die Scheibe ... " Ich habe alles gesehen, helfe ihnen und werde für Sie aussagen...";
kurz danach stützte ich mich auf einer Mauer am Straßenrand ab ...
in einer Rechtskurve ist mein Fahrzeug ins Schleudern gekommen, es ging wie im Flug, hinüber auf die zweispurige Gegenfahrbahn. Ein rotes Auto sah ich noch seitlich entgegenkommen ...
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15951
Ich war vielleicht 12 Jahre alt und verdiente mir nebenbei ein paar Mark, indem ich Zeitungen austrug. Jeden Mittwoch fuhr ich meine Runde, 200 Zeitungen verteilte ich. An jenem Mittwoch lief alles wie immer. Ich fuhr meine Runde, bis ich an eine Baustelle kam. Die ganze Straße war aufgerissen, neben der Straße wurde der Grünstreifen aufgegraben. Zu den Zeitungskästen kam ich nur noch, indem ich mir meinen Weg über Bretter, die eine Art improvisierte Brücke darstellen sollten, bahnte. Das war gar nicht so einfach, denn ich hatte mein Fahrrad neben mir, diese Brücken waren jedoch kaum einen halben Meter breit.
An einer der Brücken geschah es dann auch. Ich verlor das Gleichgewicht und stürzte. Mein Fahrrad viel auf mich, einige der Zeitungen verflüchtigten sich in alle Richtungen. Zunächst war ich total geschockt, versuchte das Fahrrad hochzustemmen. Auch das erwies sich als gar nicht so einfach, schließlich war der Korb voller Zeitungen, das Rad entsprechend schwer.
Als ich das Fahrrad wieder aufgestellt hatte und selbst wieder auf die Beine kam, stand auch schon einer der Bauarbeiter neben mir. Er erkundigte sich nach mir (mir war Gott sei Dank nichts passiert) und half mir die auf dem Boden verstreuten Zeitungen einzusammeln. Obwohl ich noch einen guten Weg vor mir hatte schob ich nun erstmal mein Rad nach Hause. Ich war total zittrig und schämte mich für mein Ungeschick.
Heute weiß ich, dass das nichts ist, wofür man sich schämen braucht, doch damals war es für mich anders. Ich galt sowieso als eher ungeschickt und als Träumer, mochte diesen Ruf jedoch nie und wollte ihn durch solche Aktionen nicht noch bestätigen. Für einen Teenager ist die Welt noch so schwer zu verstehen...
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15947
Ein heisser, schwüler Sommertag im August. Ich bin 11 und im Reitstall. Die Pferde sind träge, manche auch nervös. Im Westen ist der Himmer dunkel. Wir führen unsere Tiere in die Halle. Wie jeden Dienstag beginnt die Reitstunde mit einer Runde lockeren Trabens. In der Halle auf einer Tribune an der Bande sitzt meine Mutter. Ich sitze auf einem mir vertrauten Pferd: Nina. Eine flinke rotbraune Stute. Kleines Stockmass. Gutmütig. Heute nicht. Unwillig wirft sie ihren Kopf hin und her. Wiehert zornig. Läuft dicht auf meinen Vordermann auf. Ich halte sie mit Mühe zurück. Ich schwitze. Endlich das Zeichen zum Galopp. Nina hängt sich in die Zügel. Ignoriert meinen Schenkenldruck und Zug am Halfter. Wir sind zu nah am Vordermann. Die Luft flimmert. Ich gewinne keinen Abstand. Pötzlich ein explosionsartiges Krachen. Donner. Ein Huf blitzt vor mir in der luft auf und das Pferd des Vordermanns schert aus. Nina ist gestreift. Panikt. Beide Pferde brechen los. Ich hänge wie eine Puppe im Sattel. Unter mir ein Tornado mit Hufen. Sie rast auf die Gruppe der anderen Pferde zu. Bremst plötzlich ab. Ich werde in die Luft geschleudert. Im Fallen sehe ich das grüne Gesicht meiner mutter. Schreie. Über mir Pferde und hufe. Es wird dunkel. Als ich die Augen öffne höre ich das Wort "Wunder". Ich liege auf der Tribüne. Vor mir meine Mutter. Ein Lichtstrahl blendet meine Augen. Meine Beine werden bewegt. Alles normal. der Sanitäter fasst an meinen linken arm. Heisses Eisen, messer die ihne durchbohren schiesst es mir durch den kopf alsich aufschreie. Mein Arm ist verdreht und gebrochen. Zum Gipsen werde ich ins Krankenhaus gefahren. Eine leichte Gehirnerschütterung wird außerdem festgestell. Meine Mutter tröstet mich. als sie sich unbeobachtet fühlt sehe ich, dass sie leise betet.
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15944
Ein Scharnier war angerostet und es hatte sich bereits eine Schraube gelöst. In der Bewegung beschrieben die Ruder eine Ellipse. Sie lagen sicher in den Ringen. Kurz vor dem Zurückziehen teilte jedes Ruder die Wasseroberfläche und bewegte die Massen in konzentrischen Kreisen hinweg. Das Scharnier knarzte. Die Ruderer hatten ihre Füße in den Bootsrumpf gestemmt. Ihre Arme streckten sich vor und die Handknöchel und Sehnen waren in der Midsommernacht gut sichtbar. Die Waden spannten sich an, vom Rundrücken ging es in den gestreckten Rücken hinein, während die Ruder nach hinten gerissen wurden. Das Boot bekam Schub.
Wir glitten über den See, heute würde es nicht dunkel werden. Verlorene Zeit oder gewonnene Zeit. Die Oberfläche des Sees lag unberührt da, wie eine Öllache. Nur die Ruder und das Boot suchten sich ihren Weg. Gelegentlich drückte man die Ruder in die Luft, die Kraft ging aus, das Boot glitt weiter. Die ersten Details des Ufers waren zu erkennen: die Peripherie des Sees stieß ohne Übergang an den kurzgeschnittenen Rasen. Steine dienten dem leichteren Aufstieg zum Sommerhaus. Die letzten Züge und mit einem Ruder wurde gegengesteuert, um frontal zum Ufer zu stehen. Die Ruderer stiegen aus und griffen nach dem Tau. Mit vier Händen und einem kräftigen Ruck wurde der Bootsrumpf aus der schwarzen Tiefe auf die abgelaufene Grasnabe gerissen. Die Passagiere hatten sich im Boot bereits aufgestellt. Im Moment des Rucks zog es die Füße nach vorne. Kopf und Rücken wollten dort bleiben wo sie sich gerade befanden. Nicht der dunkle Wald lag noch vor mir. Plötzlich sah ich direkt in den Himmel. Der Stoß übertrug sich vom Schädel auf den Kiefer und schmetterte die Zähne zusammen. Es war dumpf, schnell. Schnell vorbei. Schallendes Gelächter. Dieses Geräusch legte sich rücksichtslos auf die Stille. Helfende Hände, zu schnell hochgezogen. Das Boot kippte schnell von links nach rechts. Benommenes Taumeln während des Aufstiegs. Auf die Holzstufen vor dem Sommerhaus verfrachtet. Erneutes Gelächter. Die Frage, ob man nachts noch etwas grillen und in die Sauna gehen solle. Es war wichtiger als der Druck am Hinterkopf. Woher kam die Übelkeit. Stell dich nicht so an. Anekdoten werden ausgetauscht. Jeder versucht den anderen zu übertrumpfen. Ich springe auf. Ein Stolpern über Wurzeln, das Lachen wird leiser. Der Herzschlag wird lauter. Nur der Wald will wissen, was in mir ist.
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15942
Griechenland, eine wunderschöne Insel im Mittelmeer. Wir machten einen vierwöchigen Tramperurlaub mit Minizelt und Isomatten, waren vorher schon auf Kreta und Santorini gewesen und wollten nun unsere letzten schönen Tage in Ruhe auf Paros verbringen. Nachdem wir unser Zelt, übrigens erstmalig im gesamten Urlaub, es gab einfach zu viele kleine und günstige Pensionen auf den Inseln, auf einem einigermaßen schattigen Campingplatz aufgebaut hatten, beschlossen wir, die Insel zu erkunden. Zu diesem Zweck liehen wir uns im Ort einen Vesparoller und zockelten los. Spärlich bekleidet, natürlich ohne Helm und mit Badeschlappen fühlten wir uns frei, jung und fast wie echte Griechen. Nach einer ausgedehnten Rundtour mit diversen Stopps, unter anderem auf einem Markt, wo wir leckere kernlose Weintrauben genossen, machten wir uns am Nachmittag auf den Heimweg. Um die Insel zu überqueren, mussten wir über einen Berg... und wieder herunter. Eigentlich kein Problem, mein Freund war ein sicherer Fahrer und wir hatten alles im Griff. Wenn uns da nicht in einer Kurve ein Lastwagen entgegen gekommen wäre. Der Fahrer hatte großzügig ausgeholt und nahm die gesamte Breite der Straße in Anspruch. Geistesgegenwärtig wich mein Freund auf den unbefestigten Randstreifen aus, sonst wäre es mit Sicherheit zu einer Kollision gekommen. Das war gerade noch einmal gutgegangen. Bei dem Versuch, wieder zurück auf den Asphalt zu fahren, gerieten wir ins Schlittern. Die Räder der Vespa waren zu klein und hatten die grob geteerte Kante nicht geschafft. Rechts von mir gähnte der Abgrund, mein Badeschlappen flog an uns vorbei und landete ein Stück den Abhang hinunter. Im nächsten Augenblick rutschten wir auf unserer linken Seite über Schotter und Asphalt und kamen nach einer gefühlten Ewigkeit zum Liegen. Mein Ellbogen blutete leicht und ich hatte eine Schramme am Knie. Mein Freund aber hatte den Aufprall quasi mit seinem Körper abgefangen und sich die ganze linke Seite aufgeschrappt. Zum Glück waren es keine tiefen Wunden. Der LKW-Fahrer hatte von all dem nichts mitbekommen und fuhr weiter seines Weges. Die Vespa war leicht verschrammt, aber fahrtüchtig. Als unsere Beine endlich aufhörten zu zittern, setzten wir uns in Bewegung und fuhren zurück in den Ort. Der Motorradverleiher verzog das Gesicht, aber als er unsere Wunden sah, entschloss er sich, die Geschichte vom LKW-Fahrer und somit an unsere Unschuld zu glauben und die kleinen, neuen Beulen an der Vespa großzügig zu übersehen. Sorgenvoll schickte er uns zur Ambulanz. Dort bekam ich zwei Pflaster, mein Freund eine Tetanusspritze. Dann wurde von zwei eiskalten Krankenschwestern mit Jod förmlich übergossen und wäre fast in Ohnmacht gefallen, was den beiden Frauen lediglich ein müdes Grinsen aufs Gesicht zauberte. Sie machten keinen Hehl daraus, dass ein echter Mann so etwas wohl aushalten können müsse.
Nach dieser Behandlung krochen wir todmüde in unser Zelt, machten aber in der Nacht kein Auge zu, weil mein Freund stark fieberte. Am nächsten Morgen suchten wir uns ein Zimmer in einer Pension. Klaus wollte auf keinen Fall nochmal in die Ambulanz, sondern so schnell wie möglich nach Hause. Dafür musste aber zunächst das Fieber sinken. Ich packte ihn ins Bett, machte Wadenwickel und versuchte, ihn so gut wie möglich aufzupeppeln. Er war sehr krank, konnte kaum etwas essen, weil er lauter Eiterbläschen im Mund hatte. Wahrscheinlich die Rache der leckeren Weintrauben. Zwei Tage später war das Fieber so weit runter, dass wir uns auf die Heimreise begaben. Zuerst mit der Fähre aufs Festland, dann mit dem Bus nach Athen. Dort gingen wir zum Lufthansa-Büro und buchten den nächsten Flug nach Deutschland. Zum Glück hatten wir uns vorher für den Notfall eine Art Studentenrabattschein zum Fliegen besorgt und konnten diesen nun nutzen. Leider ging der Flug erst am nächsten Abend. Also verbrachten wir eine Nacht in der Jugendherberge und überbrückten den versmokten heißen Tag auf einer Parkbank. Vom Rückflug weiß ich nicht mehr viel. Wir kamen irgendwann in der Nacht zuhause an und fielen todmüde in unsere Betten und konnten endlich tief und fest schlafen.
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15918
Ich war in der 5. Klasse und hatte ein neues Fahrrad. Es war aber ein wenig zu groß für mich und ich konnte nicht gut an die Pedale herankommen, aber ich war ja in der Pubertät und mit der Zeit würde es schon passen.
Der Schulweg ging entlang einer Reihe von Bungalows und führte durch ein Waldstück einen ziemlich steilen Weg hinunter. Da ich mit dem Fahrrad noch nicht sehr vertraut war, versuchte ich hin und wieder mit der Bremse etwas langsamer zu fahren, doch es gelang mir nicht, das Fahrrad unter Kontrolle zu bringen. Es fing an zu rütteln und ging immer schneller auf dem baumgesäumten Weg hinunter. Danach habe ich keine Erinnerung mehr... Ich weiß noch, eine Weile später, ganz ohne Zusammenhang mit dem vorherigen Moment, lag ich auf dem Boden und jemand musste mich mit den Kopf auf den Schulranzen gelegt haben. Wieder endete die Erinnerung...
Dann wachte ich im Krankenhaus auf. Da habe ich erst einmal gekotzt, das ist wohl so bei einer Gehirnerschütterung. Zwei Wochen blieb ich im Krankenhaus.
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15906
Es war in den sechziger Jahren und ich war vielleicht so 4 Jahre alt.
Mein Vater wollte mit mir mit dem Fahrrad in den Kleingarten fahren. Er packte mich auf den Gepäckträger. Ausgefeilte Kindersitze gab es noch nicht. Gerade wollte er los fahren, als meine Mutter ihm etwas aus dem ersten Stock zu rief. Ein längeres Gespräch entwickelte sich. Mir war langweilig und es war ungemütlich zu sitzen.
Endlich sollte es los gehen. Mein Vater trat in die Pedale und ich schrie... und schrie.
Erschrocken sprang mein Vater vom Rad. "Was ist los?" "Mein Fuuuuß!!"
Er besah den rechten Fuß im dicken weißen Kniestrumpf. "Aber das ist doch nix." Ich schrie weiter. Meine Mutter rannte herbei. "Was ist los?" "Mein Fuuuß!"
Sie zog mir den Strumpf aus. Blut quoll hervor.
Während meine Eltern geredet hatten, parkte ich meinen rechten Fuß zwischen den Speichen. Das ich ihn da wieder raus nehmen musste, wenn mein Vater los fuhr, kam mir nicht in den Sinn.
Der Strumpf war wohl deutsche Qualitätsarbeit, denn er ließ kein Blut durch.
Ich habe meinem Vater verziehen, aber ob meine Aversion gegen Kleingärten aus dieser Zeit stammt? Wer weiß.
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15904
Mit 20 hatte ich einen Autounfall. Ich erhielt zwei Tage vorher einen Brief von einer Anwaltskanzlei aus München, die drohte, mich zu verklagen, weil ich eine CD bei Ebay eingestellt hatte, die ich gar nicht hätte haben dürfen. Ich war mit meiner Mutter als Beifahrerin unterwegs zu unserem Anwalt, als ich mitten während der Fahrt einen epileptischen Anfall bekam und dadurch die Kontrolle über das Auto verlor. Meiner Mutter gelang es, dass Auto von der Straße zu bekommen, allerdings prallten wir dann mit ca. 70 km/h gegen eine Mauer. Ich kam erst wieder zu mir, als ich schon im Krankenwagen lag. Glücklicherweise sind wir nur leicht verletzt worden, denn der Unfall hätte auch schlimmer ausgehen können. Meine Mutter hatte Monate später noch Angst zu mir ins Auto zu steigen.
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15891
Als ich sechszehn war hatte ich einen Autounfall. Meine Freundin Inge und ich sind, wie jedes Wochenende, getrampt um in die Disco zu kommen. Es war Sommer und es war noch hell. Der Fahrer des gelben Polos hielt an und hatte erfreulicherweise das gleiche Ziel wie wir. Ich saß hinten im Auto und meine Freundin vorn auf dem Beifahrersitz. Wir unterhielten uns angeregt mit dem Fahrer, soviel weiß ich noch. Das nächste, an das ich mich erinnere, ist mein Erwachen im Auto, meine Hand an meinem Kopf, der ziemlich wehtat. Es dauerte ein paar Minuten bis ich begriff, was passiert war und wo ich mich befand. Das Tageslicht war inzwischen ganz verschwunden. Um uns herum Lichter und Feuerwehrleute. Vorn am Lenkrad stöhnte der Mann, der uns mitgenommen hatte. Meine Freundin klagte laut über Schmerzen. Die Feuerwehr hatte Mühe sie aus dem Unfallauto herauszubekommen. Ihr Bein war eingeklemmt. Schließlich gelang es, wir wurden beide in einen Krankenwagen gebracht und in das nahe gelegene Krankenhaus gefahren. Inge hatte einen Beinbruch, der geschient wurde. Ich kam mit einer Gehirnerschütterung davon. Der Fahrer verlor nach dem Aufprall auf das Lenkrad ein paar Schneidezähne, blieb ansonsten unverletzt. Im Nachhinein erfuhren wir, dass unser Fahrer ein Stoppschild übersehen hatte und geradewegs auf eine viel befahrene Bundesstrasse fuhr. Ein von rechts kommendes Auto mit hoher Geschwindigkeit fuhr direkt in die Seite unseres Fahrzeugs. Wir hatten sehr großes Glück, dass der Unfall so glimpflich verlief.
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15758
Dem Umstand neuer Turnschuhe, auf die ich im übrigen verdammt stolz war, verdanke ich, dass mein Fuß noch voll funktionsfähig ist. Ich war 11 als ich von einem meiner Besuche bei meiner Freundin Barbara mit dem Fahrrad nach Hause fuhr. Grund meines Besuchs waren unser gemeinsames Hobby Pferde und natürlich meine neuen Turnschuhe, die ich ihr umgehend präsentieren musste. Der Heimweg führte durch einen asphaltierten Waldweg, der gleichermaßen von Autos, Fahrradfahrern und Fußgängern benutzt wurde. Als es bergauf ging hatte ich ganz schön viel zu tun und musste irgendwann aufstehen um im Stehen zu trampeln, was die Sache enorm erleichterte. Überglücklich über meine neuen Turnschuhe, den schönen Tag den ich erlebte und die Tatsache endliche diese Anhöhe überwunden zu haben trällerte ich vor mich hin und ließ meine Beine beim bergab fahren einfach baumeln. Ich schlenkerte mit ihnen nach vorn und nach hinten, nach vorn und wieder nach hinten, immer im gleichen Rhythmus. Bei jeder Vorwärtsbewegung wurde ich schneller und bei der Rückwärtsbewegung meiner Beine wieder langsamer. Der Fahrtwind fuhr mir durchs Gesicht und durch die Haare und ich war überglücklich, als sich plötzlich mein rechter Fuß in die Speichen drückte und so das Vorderrad zum abrupten Stillstand kam, was zur Folge hatte das ich samt Fahrrad kopfüber ein Salto machte und mich auf dem Rücken liegend auf dem Asphalt wieder fand. Ich schaute nach oben und sah im Zeitlupentempo mein Fahrrad von oben auf mich zu kommen. Mir ging nichts weiter durch den Kopf, ich sah nur mein Fahrrad langsam in der Luft auf mich zustürzen. Dann ging alles plötzlich wieder sehr schnell. Der aus meiner Perspektive linke Griff des Lenkers knallte direkt links neben meinem Kopf auf den Boden und ließ den Rest des Fahrrads auf die linke Seite fallen. Merkwürdiger Weise war ich nicht erschrocken und es ging mir auch nicht schlecht. Ich setzte mich auf und überprüfte meinen Körper auf irgendwelche Blessuren. Nachdem ich feststellte, dass alles in Ordnung war stand ich wieder auf, schlug den Schmutz von meinen Klamotten und setzte mich aufs Fahrrad um sofort wieder weiter zu fahren als sei nichts passiert. Die erstaunten und erschreckten Gesichter der Spaziergänger werde ich wohl nie vergessen.
Hallo Judith, den unteren kopierten Teil deiner Geschichte finde ich toll erzählt. Richtig plastisch und einprägsam. Gruß Melissa Überglücklich über meine neuen Turnschuhe, den schönen Tag den ich erlebte und die Tatsache endliche diese Anhöhe überwunden zu haben trällerte ich vor mich hin und ließ meine Beine beim bergab fahren einfach baumeln. Ich schlenkerte mit ihnen nach vorn und nach hinten, nach vorn und wieder nach hinten, immer im gleichen Rhythmus. Bei jeder Vorwärtsbewegung wurde ich schneller und bei der Rückwärtsbewegung meiner Beine wieder langsamer. Der Fahrtwind fuhr mir durchs Gesicht und durch die Haare und ich war überglücklich, als sich plötzlich mein rechter Fuß in die Speichen drückte und so das Vorderrad zum abrupten Stillstand kam, was zur Folge hatte das ich samt Fahrrad kopfüber ein Salto machte und mich auf dem Rücken liegend auf dem Asphalt wieder fand. Ich schaute nach oben und sah im Zeitlupentempo mein Fahrrad von oben auf mich zu kommen. Mir ging nichts weiter durch den Kopf, ich sah nur mein Fahrrad langsam in der Luft auf mich zustürzen. Dann ging alles plötzlich wieder sehr schnell. Der aus meiner Perspektive linke Griff des Lenkers knallte direkt links neben meinem Kopf auf den Boden und ließ den Rest des Fahrrads auf die linke Seite fallen. Merkwürdiger Weise war ich nicht erschrocken und es ging mir auch nicht schlecht. Ich setzte mich auf und überprüfte meinen Körper auf irgendwelche Blessuren. Nachdem ich feststellte, dass alles in Ordnung war stand ich wieder auf, schlug den Schmutz von meinen Klamotten und setzte mich aufs Fahrrad um sofort wieder weiter zu fahren als sei nichts passiert. Die erstaunten und erschreckten Gesichter der Spaziergänger werde ich wohl nie vergessen.
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15734
Es gibt zwei Unfälle in meinem Leben, an die ich mich am deutlichsten erinnere.
Der erste geschah, als ich noch zur Grundschule ging. Ich weiß gar nicht mehr, welche Klasse ich zu der Zeit besuchte, (zumindest aber waren mir bereits alle Milchzähne ausgefallen und ich hatte schon die festen Zähne) aber ich weiß noch, dass wir jede Pause immer ein und das selbe Spiel gespielt haben, draußen auf dem Pausenhof. Unser Pausendach wurde von Eisenstangen getragen, die in vier verschiedenen Farben angestrichen gewesen sind. Rot, Grün, Gelb und Blau. Wir haben „Stangenfangen“ gespielt. Es ging quasi darum, einen anderen zu fangen. Nur an den blauen Stangen war Spielstopp. Da durfte man nicht gefangen werden.
Ich weiß noch, dass wir unheimlich wild gewesen sind und dass wir laut gelacht haben und ich erinnere mich auch noch an das kribbelige Gefühl, wenn jemand von den Fängern knapp hinter mir waren.
Manchmal waren wir zu wild.
Von dem Unfall selbst weiß ich kaum noch Details. Ich weiß nur noch wie ein anderes Mädchen mit voller Wucht auf mich fiel und mich nach vorne riss. Ich war mitten im vollen Lauf und fand keinen Halt mehr. Ich spürte nur noch den schweren Körper des Mädchens auf meinem.
Dann kam der Schmerz und das Brennen des eiskalten Metalls auf meinen Lippen. Das nächste was ich fühlte war wie das Blut in meinen Mund lief und die Angst.
Dann erst fing ich an zu schreien.
Seitdem mied ich die blauen Stangen, ich bin froh gewesen, als ich sah, dass Jahre später die Eisenstangen nur noch in Gelb und Rot gestrichen waren.
Der zweite Unfall in meinem Leben war vielleicht zwei oder drei Jahre später. Ich war eine begeisterte Reiterin und bin in jeden Ferien auf einen Ponyhof in unserer Nähe gefahren. Morgens hatten wir Reitstunden, nachmittags andere Aktivitäten auf den Tieren.
An einem Tag sollte ich Teddy reiten, ein schwarzes Shetty (ja ich bin auch mit zwölf noch ziemlich klein gewesen und Teddy war recht „groß“, muss also noch was anderes mit drin gewesen sein) und unsere Betreuer hatten mir versprochen, dass Teddy auch zugeritten war und dass nichts passieren würde.
Sie hatten Recht, im Schritt war Teddy ein Engel. Erst als ich zu traben begann, wollte das Pony mit dem süßen Namen nicht mehr so, wie ich es wollte. Im Großen und Ganzen konnte ich mich vielleicht zwanzig Sekunden auf dem Pony halten. Dann schon machte ich einen Salto über seinen Kopf und landete vor ihm auf dem Boden. Der Aufprall nahm mir für einen Moment die Besinnung, aber ich kam fast sofort wieder zu mir, als ich Teddys Hufe in meinem Gesicht spürte, wie sie sich kurz verfingen und dann weiter traten. Ich weiß dass mir ein Gedanke durch den Kopf schoss, mehr ein Gefühl, als klare Worte, ich war dankbar, dass man mich gezwungen hatte einen Helm zu tragen. Dann war ich wieder weg.
Jetzt im Rückblick erinnere ich mich deutlich daran, dass Katja, eine der Betreuerinnen mich vom Reitplatz führte und meine Nase blutete und eine Wunde an meinem Kopf. Alles war so laut um mich herum, alles dröhnte, und ich dachte an Teddy, dass ihn jemand einfangen musste und dann knickte ich in den Knieen ein.
Wieder fehlt ein Teil meiner Erinnerung.
Als nächstes sehe ich mich auf einer kalten Bank liegen, auf der Veranda des Hauses und diesmal schreie ich. Der Schock, nehme ich an. Und ich schreie nach Lara, einer anderen Betreuerin. Ich weiß, dass ich erst damit aufhören konnte, als sie zu mir kam und mich bei der Hand nahm. Im Krankenhaus war ich froh, dass Lara bei mir war.
Aber ich wunderte mich über die banalen Gedanken, die ich gehabt hatte, als ich gefallen war.
Heute weiß ich, ich hätte nach Anna schreien sollen. Anna, hatte mich lieb, Anna hat sich Sorgen gemacht. Anna war der bessere Mensch, aber ich war noch jung, und hatte kaum etwas von dem verstanden, was geschehen war.
Vorletztes Jahr zu Weihnachten habe ich Anna angerufen, (wir hatten seit sechs Jahren nicht mehr miteinander gesprochen) und ich habe ihr von damals erzählt, es war mir ein Bedürfnis, mich zu entschuldigen und ihr zu sagen, dass es richtiger gewesen wäre, wenn ich nach ihr geschrieen hätte. Aber ich habe es nicht getan.
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15731
An einem nebelnassen Sommertag, zwei Tage vor meinem zehnten Geburtstag, wuchs auf dem Scheitel meiner Mutter das bis dato erste Büschel grauer Haare. Schuld daran war ein überraschend von Norden abgedrängtes Tiefdruckgebiet mit prallvollen Regenwolken. Und meine Unachtsamkeit. Aber der Reihe nach. Morgens um 6:35 Uhr – kurz nachdem ich auf unserem Frühstückstisch eine Rabatte aus fünf Sorten Morgenmarmelade aufgereiht hatte und meinen Lieblingssender eingestellt hatte, klingelte im Korridor das Telefon. Am anderen Ende meine Klassenlehrererin: Frau Grews klang blechern und kraftlos, als riefe Sie aus einer Telefonbox in Wladiwostok an. "Olaf? Es regnet zu stark. Der Radausflug muss ausfallen." Ich sollte die Radstaffette auslösen und der nächsten Mitschülerin auf der Liste Bescheid sagen, dass es heute Essig war mit Radfahren und Schwimmen im Domjüchsee. Mein Name stand auf der Liste ganz oben, weil meine Familie als einzige in unserer Klasse einen Telefonanschluss hatte. Dazu kamen wir, weil mein Vater bei der örtlichen Stromversorgung arbeitete und bei Sturm regelmäßig an entlegenste Kaffs im mecklenburgischen Nirgendwo beordert wurde - zum Stromleitungen flicken. Wenn diese Anrufe ankamen – manchmal mitten in der Nacht – schrieb mein Vater sich die Koordinaten stets in ein winziges taubengraues Heft. Das verstaute er zusammen mit einem faustdicken Bündel Teewurststullen in der Brusttasche seines Ölparkas. Dann stapfte er mit einem theatralischen „Sooooo!“ die zwei Treppen zu seinem Trabant Kübel, in der einen Hand eine Werkzeugtasche von den Ausmaßen eines toten Bernardiners. In der anderen eine riesige Taschenlampe. Doch diesmal galt der Notruf nicht meinem Unwetter-erprobten Vater sondern mir. Der Name unter mir auf der Liste lautete Krug, Michala Krug. Sie wohnte knapp 3 Kilometer entfernt in einer etwas heruntergekommenen Villa direkt am Bahndamm. Meine Mutter machte sich Sorgen, ob ich bei den Weg finden würde. Obwohl ich den im Sommer zuvor gut 100 mal zu Fuß gegangen. In einer Praxis, zwei Steinwürfe entfernt hatte eine Ketten rauchende Schönheit immer Montags, Mittwochs und Freitags dafür gesorgt, dass ich meinen linken Arm nach einem Trümmerbruch wieder beugen und strecken lernte. Doch dieser Morgen war anders. Es war Dienstag und aus dem Himmel fielen dicke kalte Wassertropfen, so dicht, dass man kaum weiter als zehn Meter sehen konnte. Das satte Platzen der Tropfen übertönte jedes andere Geräusch. Meine Mutter bestand darauf: Sie würde mich mit Ihrem Alte-Damen-Fahrrad begleiten. Zumindest bis zum Rummelplatz. Von dort aus wären es ohnehin nur noch ein paar Dutzend Meter bis zu Michaelas Auffahrt mit dem blank geputzten Lada Niva ihres Vaters. Ich verbiss mir meinen Frust über die Nerven aufreibende Langsamkeit, mit der meine Mama mich eskortierte. Mit meinem so-gut-wie neuen 26er Diamant-Rad hätte ich den Weg in weniger als 6 Minuten geschafft. Dank meiner Mutter verdoppelte sich die Fahrtdauer locker. An jedem Bordstein stieg sie umständlich von den Pedalen. Mit Tippelschritten führte sie ihr mit durchsichtigem Plastik abgedecktes Rad durch gefährliche Modderwüsten. Wenn ich eine tiefe Pfütze mit abgespreizten Beinen durchfuhr, umkurvte sie das Hindernis weiträumig. Meine Schirmmütze (den Begriff Baseball-Kappe kannten damals nicht einmal Kinder mit Westverwandschaft) war längst durchnässt. Sie fühlte sich speckig an und die Pappe, die dem Schirm normalerweise seine Form gab, verlor zusehends an Spannkraft. Als ich nach gefühlten 20 Minuten am Rummelplatz ankam, hing der Mützenschirm wie das Ohr eines Rottweiler-Welpen herab. Da der Gehweg am Rummelplatz unter Wasser stand, und ich mit meinen Wildleder-Turnschuhen nicht in den Modder steigen wollte, balancierte ich mein Rad im Schritt-Tempo durch den aufgeweichten Kies. Um unter dem Schlabberschirm meiner Mütze überhaupt etwas zu sehen, neigte ich meinen Kopf weit in den Nacken. Mein Unmut über den unerwünschten Begleitschutz durch meine Mutter kannte inzwischen keine Grenze. Ohne sie hätte ich längst wieder zu Hause sein können. Bis zum Rummelplatz hatte sie gesagt. Gut, das war der Rummelplatz und sie war endlich auch angekommen. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie sie ihr Schlachtross stoppte und laut patschend mit beiden Füßen in den Schlick einsank. Ohne mich umzudrehen rief ich: „Alles klar, danke Mama, Tschüss!“ und beschleunigte. Wie Stoßfedern fingen meine Knie den leichten Stoß ab, als mein Rad vom Bürgersteig auf die Fahrbahn schnellte. Was gab es denn noch zu besprechen? Ich musste nur noch über diese Straße überqueren. Danach könnte ich mich bis zu Michaela sanft bergab rollen lassen. Ich genoß die wiedergewonnene Freiheit und beschleunigte weiter. Etwa am Mittelstreifen hörte ich zwei Dinge: Den heiseren Schrei meiner Mutter und das rasch näher kommende Sägen eines Motorrads. Ich reckte den Kopf nach beiden Seiten doch unter dem Mützenschirm konnte ich nur noch meine Hände am Lenkrad erkennen. Wie ein heißer Nackenumschlag traf mich der Schreck. Bis zum Zusammenprall mit dem Motorradfahrer konnten es nur noch Millisekunden sein. Jetzt hörte ich es deutlich. Das Motorengeräusch kam von rechts. Ich brachte mein Rad zum Halten und sprang links vom Rad. Plötzlich veränderte sich das Geräusch und ich sah auch, warum: Der Motorradfahrer war beim Versuch abzubremsen seitlich weggerutscht. Auf der regennnassen Fahrbahn schlidderte der Mann mit seiner Maschine auf mich zu. Doch der Schlag, mit dem das Motorrad mich traf, war nicht halb so hart, wie erwartet. Der Motorradfahrer war durch mich nur leicht abgelenkt worden. Seine Rutschpartie ging weiter. Erst gute zehn Meter hinter mir kamen Mensch und Maschine zum Liegen. Ich weiß nicht wieso, aber ich fing an, hysterisch zu Lachen. Ich zerrte mein Rad auf die andere Straßenseite, riss mir die Mütze vom Kopf und schaute. Gegenüber auf der anderen Seite, stand noch immer meine Mutter. Mit puterrotem Gesicht schrie sie: „Mööönsch, was machst DUUUU denn?“. Sie hatte Ihr Rad fallen lassen. Rechts von mir kletterte der Motorradfahrer unter seiner 250er MZ hervor. "Ist Ihnen 'was passiert?" rief ich, während ich zu ihm sprintete. Mein Herz raste dabei. Was, wenn er sich verletzt hatte? Ich war schuld. Alles war meine Schuld. Warum hatte ich nicht nach rechts und links geschaut. Nach ein paar Schritten merkte ich, wie warm und wattiert sich mein rechtes Schienbein anfühlte. Der Motorradfahrer sprach russisch. Was er sagte, klang wütend, trotz der weichen, kehligen Sprache, in der er mich einen Gott-weiß-was nannte. Ich lernte seit zwei Jahren an einer Spezialschule Russisch, aber diese Vokabeln hatte ich zuvor noch nie gehört. Schon gar nicht in dieser Lautstärke. Der russische Biker musterte mich, zischte ein letztes mal und machte sich hastig daran, die völlig zerkratzte Maschine zu starten. Als das nach ein paar Pedalkicks gelang, sprang er auf und verschwand, ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen. Sein Motorrad funktionierte noch. Mein Rad war nur noch Schrott. Der Rahmen wies genau in der Mitte einen abrupten Knick auf. Reparatur unmöglich! Doch dafür hatte meine Mutter in diesem Moment keinen Blick übrig. Sie war inzwischen zu mir gestürzt und nahm mein Gesicht in ihre Hände. Sie fragte immer wieder, ob ich sie umbringen wolle und suchte nach Anzeichen einer Verletzung. Es zeigte sich, dass nur mein Fahrrad und mein rechtes Schienbein etwas mitbekommen hatten. Als meine Mutter mir Stunden später einen Eispack aufs blau unterlaufene Schienbein legte, sah ich sie: graue Haare. Gerade genug, um sie aus nächster Nähe in ihrem Scheitel zu erkennen. Als Mama mich in die Arme schloss, verschwieg ich ihr meine Entdeckung.
Von meinem Unfallgegner las ich Tage später in der Zeitung. Er war ein sowjetischer Soladat, den ich durch meine Unachtsamkeit beim Desertieren gestört hatte. Er hatte in der Nacht eine Garage aufgebrochen und die vollgetankte Maschine gestohlen. Er war erst ein paar Minuten unterwegs, als ich ihm mein Rad in den Weg schob. Seine Flucht war damit beendet, bevor sie begonnen hatte. Das angeschlagene Motorrad lief noch ein paar Kilometer, bis es seinen Geist in Höhe der Polizeischule in Alt-Strelitz aufgab. Der lädierte Russe fiel mit seinen durchnässten, zerrissenen Sommerklamotten sofort auf. Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist.
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15510
Die beiden Mädchen sitzen auf dem Schlitten. Die Straße ist glatt und steil. Sie endet in einer Kurve. Und schon saust der Schlitten los. Jippi.
In der Kurve taucht plötzlich ein
Pferdegespann auf. Es fährt in der Mitte der Straße. Die Mädchen auch.
Bremsen! Kinder, ihr müsst bremsen,
schreit jemand. Zu spät.
Ein Pferd steigt, der Huf trifft
ein Mädchenknie. Der Wagen rumpelt über einen Mädchenfuß.
Eine Frau im Wagen reißt die Arme hoch und schreit wieder: Kinder!
Da kommt von der Seite eine andere Frau, packt die Kinder, zieht sie
aus dem Gespann, dann den Schlitten.
Gerettet! Auch wenn eins ein blaues Knie hat und das andere einen dicken Knöchel. Es ging noch einmal gut.
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15508
Vor 6 bis 8 jahren war ich mit meinen Cusins unterwegs. Während ich auf dem Fahrrad fuhr, fuhren meine Cusins mit Inliner. Meine Oma und meine Tante folgten uns zu Fuß. Wir folgten einen Feldweg hinter meiner damaligen Schule, der zu einen zu einen skaterplatz führte. Dahinter war ein Hügel mit einem vielversprechenden Gefälle. Meine Cusins und ich fuhren hoch und beabsichtigten mit voller geschwindigkeit hinunterzufahren. Was ich dann auch tat. In voller fahrt schrie mir meine Oma nach, ich solle nicht so schnell fahren. Weil ich nicht verstanden hatte was sie mir zurief drehte ich mich leicht um und daher sah ich nicht, das auf dem Boden vor mir der Boden ganz uneben war. Ich fiel vorn über mein Fahrrad weg und streifte ein ganzes Stück am Boden entlang. Doch ich hatte Glück! Außer einige blaue flecken und leicht zerkratze Haare war mir nichts passiert. Mein Fahrrad hatte schon weniger Glück, der vodere Reifen konnte nur noch Eiern.
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15498
Eigentlich ist mir bisher noch nie wirklich etwas passiert. Ich hatte meistens Glück.
Nur einmal, ich war gerade dabei meinem Hund ein Stück Ochsenziemer zurecht zu schneiden. Wer das kennt weiß, wie hart eine solche Stange sein kann.
Also griff ich mir kurzerhand mein scharfes Brotmesser, legte den Ziemer auf die Küchenablage und zwar so, dass das Stück, welches ich abschneiden wollte, über der Spüle lag. So hatte ich Platz zum Schneiden.
Mit der einen Hand drückte ich die Stange auf die Ablage, mit der anderen säbelte ich los.
Das Zeug war zäh und gab kein Stück nach. Also stüzte ich mich mit aller Kraft auf den Ziemer und drückte beim Schneiden so fest ich konnte. Es ging nur mühsam voran.
Mein Hund, mittlerweile ungeduldig, saß neben mir und sah mich erwartungsvoll an. Ich schaute zu ihm hin, immer weiter schneidend versteht sich, und dann - ohne Vorwarnung - hatte der Rest des Ziemers ein Einsehen, gab nach und war durch.
Vielleicht war ich zu überrascht oder einfach zu langsam. In jedem Fall habe ich noch ein paar Mal weiter geschnitten. Mir in den Finger!
Tja - und da ich etwas weinerlich werde, wenn Blut fließt, sass ich zum Schluss blutend auf dem Küchenboden, hielt mir den Finger, kämpfte mit meinem Kreislauf, der absolut kein Blut sehen kann und sich verabschieden wollte, während mein Hund selig an dem Stück Ochsenziemer kaute, das ich ihm abgeschnitten hatte!
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15425
Als ich gestern durch die Altstadt schlenderte kam mir ein junger Mann entgegen, der einen bunten Irokesenschnitt hatte. Seine Kleidung schien ziemlich mitgenommmen. Er schien etwas benommen zu sein und führte einen Hund an der Leine.
Die Szene schien mir doch sehr merkwürdig.
Dass man so völlig ohne Sinn in den Tag hinein leben konnte.
Und völlig im Gedanken dem jungen Mann hinterherschauend befand sich plötzlich eine Laterne in meinem Weg. Und so schnell wie der Schmerz kam, so schnell lies er auch wieder nach als das Knacken meines Nasenbeins verhallt war und das Blut mein verdutzes Gesicht hinablief.
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15389
Ich war drei Jahre alt als ich von meinem Cousin in ein volles Fass Wasser gepackt wurde. Er hielt meinen Kopf unter Wasser für einige Zeit. Mein Vater errettete mich aus dieser Situation. Ich erlitt einen Schock und stotterte von diesem Augenblick an.
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15378
Ich bin mal mit meinem Bruder Daniel und meiner besten Freundin zum Schützenhaus gegangen. Auf dem Weg dahin haben Daniel und ich ein bisschen rumgealbert. Ich wollte ihn ein bisschen ärgern, nahm anlauf, stütze mich auf seine Schultern und sprang hoch. Als ich wieder neben ihm stand, wollte er so tun als würde er mich schlagen. Das hab ich aber nicht gesehen und bin einfach weiter gegegangen. Er hatte voll ausgeholt und schlug mir aufs linke Auge. Natürlich nicht absichtlich. Mein Auge wurde richtig dick und blau. Svenja und Daniel brachten mich zum Schützenhaus, wo ich erstmal ein Kühlakku bekam. alle fragten was passiert sei und einer fand das auch noch lustig.
Naja, mein Bruder rief dann zu Hause an, aber es war besetzt. Svenja rief dann bei ihrer Mutter an, die dann auch sofort runter kam.
Wir mussten dann noch schnell meine Krankenkassenkarte holen und fuhren dann zum Krankenhaus. Da wurde mir gesagt, dass ich vielleicht eine prellung im Augapfel hab.
Zu Hause hab ich mir das Auge dann erstmal angesehen: Schön bunt und dick. Naja, angefühlt hat es sich nicht so toll...
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15121
Zwei Monate nach meinem elften Geburtstag machten wir einen Schulausflug. Ich war in der sechsten Klasse. Wir gingen zu den Isteiner Schwellen. An den Hinweg kann ich mich nicht erinnern.
Bei den Isteiner Schwellen handelt es sich um Steinbänke im Rhein. Wir zogen uns Badekleider an, woran ich mich wieder nicht erinnern kann. Dann kletterten wir auf den Steinbänken herum. Unter der Wasseroberfläche waren sie mit Algen bewachsen und ganz glitschig. Ich rutschte an so einem Stein ab und wahrscheinlich in eine Scherbe hinein. Das war nicht zu erkennen.
Ich kann mich nicht erinnern, was ich gespürt habe. Ich bin aus dem Wasser raus. Die Mutter einer Freundin war Krankenschwester und begleitete die Klasse der Freundin, die sich ebenfalls die Schwellen als Ausflugsziel ausgesucht hatte. Sie schaute sich meinen Fuß an und klebte ein Pflaster über die Wunde.
Ich zog mich an. So kam es, dass ich praktisch als einzige angezogen war, als flussaufwärts die Schleusen geöffnet wurden und ein Schwall Wassers die Kleider der anderen Kinder fortspülte.
Ein Mädchen aus meiner Klasse wollte mein Bikini-Höschen leihen. Bis heute frage ich mich, warum. In meinem Bikini-Höschen fanden sich bräunliche Schleimspuren. Mit angeekeltem Gesicht wusch sie es aus. Ich kann mich nicht erinnern, was mit meinem Bikini geschah.
Zwei größere Mädchen schleppten mich zum Bus. Ich hatte keine Schmerzen, aber irgendwas stimmte nicht.
Zu Hause badete meine Mutter meinen Fuß in einem Bad aus Wasser und Kernseife. Dann bat sie eine Nachbarin, uns zum Unfallarzt zu fahren. Bis heute frage ich mich, woher sie wusste, dass etwas nicht stimmte.
Der Arzt untersuchte mich. Ich kann mich nicht daran erinnern. Nur daran, wie er in der Wunde stocherte, sie säuberte und nähte. Ich hatte mir eine Sehne im Fuß durchgeschnitten, der Schnitt war sehr tief. Ich durfte zehn Tage nicht in die Schule gehen, das konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen. Ich bekam einen Gips und musste hüpfen.
Ich kann mich nicht daran erinnern, wie wir heim kamen.
Als mein Vater von der Arbeit nach Hause kam, saß ich im Sessel im Wohnzimmer, das Bein mit dem Gips hoch gelagert und schaute fern. Ich hatte Schmerzen. Er lachte.
Wie hat meine Mutter gemerkt, dass ich das erste Mal meine Tage hatte?
Abends lag ich im Bett, den Gips am Bein und trug zum ersten Mal eine Binde.
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