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Kapitel 9 mit Übungsaufgabe
Leserbeiträge
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Es war vor vielen, vielen Jahren.
Weinend lag sie in ihrem Bettchen. Sie wollte sich umdrehen, aber es ging nicht. Etwas Schweres lastete um ihr linkes Bein. Sie versuchte sich zu setzen, aber das ging auch nicht. "Warum muss ich hier liegen, immer nur liegen?", dachte sie traurig. Manchmal hörte sie andere Kinder weinen und dann bewegten sich schwarze Gestalten an ihrem Bettchen vorbei, um die Kleinen zu beruhigen. Was hatte sie bloß getan? Warum waren mama und papa nicht hier? Warum immer nur diese Frauen in schwarzer Kleidung und Kopfbedeckung? Sie sahen aus wie große schwarze Vögel, fand sie. Ob diese Frauen auch Haare hatten? Jedenfalls konnte Miriam sie nicht erkennen. Ausgeweint lehnte sie sich zurück ins Kissen. In ihren blaugrauen Augen schimmerten noch Tränen und ihre Händchen hielten ihre Lieblingspuppe ganz fest umklammert.
"Mittagessen", ertönte eine schrille Stimme und es roch nach Spinat. Schwester Mathilde kam und wollte sie mit der Gabel füttern, aber Miriam hatte den Spruch ihrer Mutter noch im Sinn und sagte: "Messer, Schere, Gabel, Licht, dürfen kleine Kinder nicht. Mirjam möchte einen Löffel haben." "Nein", sprach die Nonne, "du kannst ruhig mit der Gabel essen, du wirsd doch schon bald zwei." Da machte Miriam den Mund überhaupt nicht mehr auf. "Das werde ich deinen Eltern sagen, wenn sie gleich kommen", bemerkte die Nonne steif. In ihrem Innern stieg ein wohlige Wärme auf. "Papa und mama würden gleich kommen? Ja, um sie hier raus zu holen. Endlich weg hier", dachte sie erleichtert. Die Nonne setzte das blässliche Mädchen in ihrem rosa Nachthemdchen ein wenig hoch, damit sie zur Türe gucken konnte. Aufgeregt schaute sie dort hin und endlich sah sie mama und papa kommen. Sie weinte und lachte vor Freude und erzählte, so viel sie nur konnte. Mama hörte zu und streichelte ihre feinen Haare. "Bald darfst du nach Hause", sagte Papa, "es sieht gut aus mit der Hüfte."
Sie blieben viel zu kurz und als sie gehen wollten, weinte Miriam wieder. An der Türe blieben sie stehen und winkten ihr zu. "Warum nimmt ihr mich nicht mit?", schrie es aus ihr heraus. "Warum geht ihr ohne mich? Ich bin doch euer Kind. Liebt ihr mich denn gar nicht mehr?" Am liebsten wäre sie hinterher gelaufen, aber ihr linkes Bein war schwer wie Blei.
Schwester Mathilde kam und versuchte das verstörte Mädchen zu beruhigen, aber es war einfach nur wütend und schlug um sich. Als die Schwester sich näher zu ihr beugte, riss Mirian ihr die Haube vom Kopf und erschrak. Blond gelockte Haare bedeckten wie ein Vorhang das rundliche Gesicht der Nonne. "Also doch Haare", dachte sie verwirrt und hörte auf mit Weinen. "Kind, tue das nie wieder!", sagte die Nonne trocken, riss die Haube aus der kleinen Hand und verließ den Raum.
Zwei Wochen später kam der Arzt und befreite sie von dem Gips, dass schon seit einem halben Jahr ihr linkes Bein gefangen hielt. Als mama und papa sie dann nach Hause holten, weinte sie vor Freude. Große starke Arme trugen sie fort aus dieser Kinderklinik und in ihren Augen funkelten tausend Sterne.
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5559
Die Glühbirne, die an dem kurzen Kabel von der Decke baumelte, verteilte ein fahles, gespenstisches Licht in den Raum. Die mit Kinderhand an die Wand gekritzelten Sprüche konnte ich nicht entziffern. Durch die Wände drangen in regelmässigen Abständen herzzerreissende Schreie. Sie verhalten an den bunten Graffitis an den Wänden. Dann Stille, eine Stille, die mich erschrecken liess und zum Glück nicht lange anhielt. Jemand, den ich nicht kannte, schrie sich seine Seele aus dem Leib.
Wo war ich?
Ich sass an dem kleinen Holztisch, dessen Oberfläche, wie ein vernarbtes Pockengesicht aussah, Verbrennungen, die die ausgedrückten Zigaretten auf ihm hinterlassen hatten. Die Luft war mit kaltem Rauch geschwängert. Der Stuhl war hart und unbequem. Mein Rücken schmerzte.
Ich stand auf und ging zu dem kleinen Fenster, um hinaus zu sehen. Durch die Gitterstäbe sah ich das Dunkel der Nacht.
Ich wollte schreien, aber kein Ton kam über meine Lippen.
Ich zündete mir eine Zigarette an und versuchte zur Ruhe zu kommen und mich zu erinnern, was geschehen war.
Warum war ich hier?
Hallo Ursula, ich stöbere gerade ein bißchen durch ältere Texte und bin jetzt wieder auf diesen hier gestoßen (ich hatte ihn schon mal gelesen). Und diesmal fand ich ihn ganz, ganz stark. In diesem Moment ist es nicht so wichtig, ob ich die Einzelheiten kenne darüber, was war oder was in der Geschichte noch kommen wird. Wichtig ist, daß du hier (in dieser ersten Version) eine unglaublich starke und dichte Atmosphäre schaffst. / Ich glaube, wir Teilnehmer dieses wunderbaren Romanprojekts sitzen manchmal zu dicht an unserer (Haus-)Aufgabe, und erkennen die wirklich literarischen Stärken manchmal erst später. LG Eva Marcuse
Ja, das wüsste ich auch gerne! Gitter? Entführt? Oder? Wann geht es weiter? LG Sylvia
Spannend, aber ich finde,die Geschichte verliert, an den "Ich" an den Satzanfängen.
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5547
Hallo Angela, Hallo Margyt! Vielen Dank für eure Kommentare! Margyt du hast richtig geraten, es geht um mich. Bei mir war es wie sicher bei vielen anderen auch, bevor es besser wurde, wurde es richtig schlimm... Ich musste auf schmerzliche Weise feststellen, dass nicht alles so war, wie es zu sein schien, dass nicht alle Menschen die ich meinte zu kennen, das waren, was sie vorgaben. Das hat mir erst mal den Boden unter den Füßen weggerissen, aber ich konnte schließlich wieder austehen, weil ich eine wunderbare Familie habe und wahre Freunde auf die ich mich hunderprozentig verlassen konnte. Ich bin noch nicht so alt und habe noch zu wenig Lebenserfahrung, als dass ich sagen könnte, dass das damals das Schlimmste war, das passieren konnte. Sicher müssen manche noch viel Schlimmeres durchstehen, aber die Erkenntnisse über einige Menschen haben gereicht, meine Welt ins schwanken zu bringen. Im Nachhinein, war es das Beste was mir passieren konnte, ich wurde irgendwie wachgerüttelt... und habe alles in Frage gestellt... und daraus bin ich als "neuer" Mensch hervorgegangen. Sicher ist vieles noch sehr schwer für mich... aber es wird jeden Tag leichter. Also nochmal vielen Dank für euren Zuspruch, ich wünsch euch was! LG
Liebe Karin, weißt Du zufällig noch, zu welchem Deiner Texte dieser Kommentar gehört und schreibst es mal hier drunter (mit "Kommentieren") - Du siehst, ab und zu verirrt sich doch noch mal jemand in die alten Kapitel. LG Metta
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5545
Aufzug, nein, danke!
Svenja stellte ihr neues Mofa vor der Tür des Hochhauses ab. Sie war stolz auf dieses neue Gefährt, das sie sich von ihrem allerersten Lehrlingsgehalt gekauft hatte.
Jetzt aber flott zum Aufzug. Es war schon 8 Uhr und sie musste noch in den 7. Stock. OK, fünf Minuten zu spät zu kommen war sicher nicht so schlimm, die anderen Arbeitskollegen waren auch nicht immer pünktlich.
Der alte Aufzug setzte sich ächzend in Bewegung. Sie öffnete die Tür und stieg hastig ein. Der kleine Raum war erfüllt von dem teuren Parfüm der Chefsekretärin. Die war also schon da. Wie der Chef das nur aushielt. So ein penetranter Geruch. Sonja kniff die Nasenflügel angeekelt zusammen und drückte auf Knopf 7.
Quietschend und ruckelnd setzte sich das alte Gefährt in Bewegung. 1. Stock. 2. Stock. 3. Stock. 4. Stock. Das Licht ging aus. Der Aufzug blieb mit einem Ruck stecken. Unter sich sah sie die halbe Tür vom 4. Stock, über sich die untere Hälfte des 5. Mist! Sie steckte fest. Was nun? Sie hämmerte an die Tür und rief laut: "Hallo, hallo, hört mich jemand? Ich stecke hier fest!"
Langsam zog sich Panik in ihren Magen. "Ganz ruhig, Svenja," versuchte sie sich zu beruhigen. "Hier fahren die Leute dauernd rauf und runter, da kommt sicher gleich Hilfe."
Sie hämmerte weiter und rief. Plötzlich sah sie vor der Tür über sich ein Paar braune Halbschuhe und grüne Hosenbeine. Gott sei dank! Jemand hatte sie bemerkt. Die Hosenbeine bewegten sich nach unten und ein Gesicht tauchte auf.
Der Hausmeister!
"Hallo, Mädchen! Keine Angst. Der verdammte Strom ist mal wieder ausgefallen. Das passiert bei diesem ollen Aufzug öfter. Aber kein Problem für Jupp. Ich geh in den Keller und bringe die mechanische Kurbel an. In fünf Minuten bist du wieder draußen."
Der Kopf verschwand und sie hörte seine hastigen Schritte die Treppe hinunter rennen. Sonja setzte sich auf den Boden der Kabine und wartete. OK, jetzt kam sie wirklich zu spät. Aber dafür konnte sie ja nichts. Das würde der Chef schon einsehen.
Ein Ruck ging durch die Kabine und der Aufzug setzte sich holpernd in Bewegung. Ganz langsam zogen die Stockwerke an ihr vorbei. 4. Stock. 3. Stock. 2. Stock. 1. Stock. Erdgeschoss.
Gott sei dank! Aber wieso fuhr der Aufzug weiter? Keller? Da wollte sie gar nicht hin. Mit einem Rütteln blieb der Aufzug stehen. Der Hausmeister zog die Tür auf und grinste sie an. "Na, Mädchen, alles klar? Das war`n Schreck, was? Bist noch nicht so lange hier, oder? Sonst wüsstesse Bescheid mit dem Scheiß-Aufzuch. Seit Jaaahren predige ich denen da oben, sie sollen einen neuen einbauen. Das Mistding ist auf. Aber nein, alle paar Tage muss ich ihn mit der Handkurbel wieder runterholen und wieder in Gang bringen. Aber auf sonnen blöden Hausmeister hört ja keiner. Als ob ich nix anderes zu tun hätte."
"Danke, dass sie mich hier rausgeholt haben. Aber jetzt muss ich los. Ich muss um 8 Uhr anfangen. Sonst kriege ich sicher Ärger mit meinem Chef."
Svenja gab ihm die Hand und wollte zu der grauen Metalltür gehen, hinter der sie den Ausgang vermutete.
Der Hausmeister hielt ihre Hand fest und grinste ganz merkwürdig.
"Auf die paar Minuten kommts jetzt auch nicht mehr an. Komm, trink n´Schluck auf den Schreck."
Er drehte sich um und marschierte zu einem Kühlschrank, der in einer Ecke des Kellers stand. Svenja blickte sich um. Der Hausmeister hatte sich ein richtiges Wohnzimmer hier unten eingerichtet. Ein großes rotes Sofa, ein Tisch davor, ein Schrank. Merkwürdig. Dabei wohnte er doch mit seiner Frau in der Hausmeisterwohnung im 1. Stock.
"Ach ja, ich heiße Toppmöller, aber alle sagen Jupp zu mir. Du kannst mich auch so nennen."
Er machte den Kühlschrank auf und holte eine angebrochene Flasche Sekt heraus. Auf dem Tisch standen zwei Gläser und er wollte einschenken.
"Danke, aber ich trinke nichts. Ich hab doch mein Mofa dabei und außerdem muss ich jetzt arbeiten."
Jupp sah sie an und machte einen Schritt in ihre Richtung. Langsam wurde es Svenja unheimlich. Was wollte der Typ? Und überhaupt; was grinste der denn so? Er kam näher und berührte ihren Arm. Sie zog ihn weg und machte einen Schritt zurück. Sie sah ihn genauer an und leichter Ekel überkam sie. Seine graugelben Haare klebten schmierig um seinen Kopf und sein Hausmeisterkittel schlackerte um seine schmächtige Gestalt. Er war gut einen halben Kopf kleiner als Svenja, obwohl sie gar nicht so groß war.
"Ein kleiner Wicht", dachte sie. "Was will der bloß?" Aber sie ahnte, was er wollte. Ganz ruhig bleiben, nur keine Angst zeigen. Ihre Kehle schnürte sich zusammen. Sie merkte, dass sie schwitzte. Hier unten war sie ganz alleine mit ihm. Hier würde sie niemand hören, wenn sie schrie.
Er kam näher und versuchte nach ihren kleinen Brüsten zu grapschen, die sich deutlich unter ihrem dünnen Pullover abzeichneten.
"Komm, Mädchen, lass mich nur mal anfassen, nur einmal, dann kannst du gehen!" winselte er wehleidig.
Sie schlug seine Hände weg und rannte in Richtung Tür.
"Bitte, lassen sie mich gehen! Fassen sie mich nicht an! Ich schreie alles zusammen, wenn sie mich anfassen." Panik machte sich in Svenja breit. Ihr war übel. Sie wollte nur weg. Weg von diesem schleimigen kleinen Mann.
Sein Gesicht verzog sich zu einer wütenden Fratze.
"Scheiß Weiber! Alle! Hau doch ab, du blöde Göre. Aber pass auf, wenn du das nächste Mal im Aufzug steckst, da komm ich nicht so schnell, verlass dich drauf."
Er riss die schwere Eisentür auf und Svenja rannte an ihm vorbei. Die Angst saß ihr im Nacken und sie nahm immer 2 Stufen auf einmal.
Als sie im 7. Stock ankam, war sie schweißgebadet und außer Atem. Sie sah auf ihre Armbanduhr. 8.20! Dabei war es ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen.
Sie holte tief Luft und öffnete die Bürotür.
Den Aufzug benutzte sie nie wieder, was ihrer Kondition zu gute kam. Heute gehört Svenja zur Spitze der Marathon-Läuferinnen des Münsterlandes.
Hallo, ihr Lieben, muss mal kurz noch ergänzen, was sonst noch so war. Also, diese Geschichte ist wirklich passiert. Später erfuhr ich dann, das der Hausmeister das schon bei fast allen Frauen versucht hatte. Irgendwie hat er mitbekommen, wenn eine allein im Aufzug fuhr. Sie haben es ihm aber nicht weiter krumm genommen, sonder sich darüber amüsiert. Da ich damals aber die einzige ganz junge Angestellte war, muss er so richtig heiß geworden sein. Allen anderen Frauen tat er nur Leid. Sie kannten seine Frau... Das mit den gelb-grauen Haaren ist aber nicht gelogen, sie waren wirklich so. Ich könnte die Farbe nachmischen. Allerdings bekamen wir ein halbes Jahr später einen neuen Aufzug, den ich aber nur noch im Notfall benutzte. Das ist bis heute so geblieben. Ich danke euch für die Kommentare und freue mich auf die nächste Aufgabe. LG. Maju
Super Idee, gleich zweimal "gefangen"! Ich dachte ja, das ganze wäre "nur" eine Aufzugeschichte und dann kam es erst richtig dicke, als der Hausmeister auftauchte. Beide Situationen (im Aufzug feststecken + von einem Mann bedrängt werden) stehen auch auf meiner Horrorliste ganz oben. Genau so wie Crissi musste ich unwillkürlich daran denken, ob der Hausmeister den Aufzug wohl absichtlich immer wieder dazu bringt, stecken zu bleiben, wenn eine Frau einsteigt. Dem Kritikpunkt von Isabel, dass der Typ nicht wehleidig winseln würde, kann ich mich allerdings nicht anschliessen. Ich habe da so einige Erfahrungen in meinem Leben gemacht und die Stimmung von solchen "Lüstlingen" kann sehr schnell umschlagen. Zuerst versuchen sies zärtlich, dann mitleidheischend, dann brutal. Würde gern mehr von dir lesen! LG Azahar
Die Grundidee könntest du zu einem echten Psychothriller machen: Der fiese Hausmeister, der den Aufzug manipuliert und junge Mädchen verschwinden läßt, dann würde die schwere Eisentür allerdings verschlossen bleiben...! LG Crissi P.S. Ich könnte Paula schicken...
Liebe Maju, habe endlich auch Deinen Text gelesen. Eine nachvollziehbare Geschichte und soweit gut geschrieben. Aber im letzten Teil sind nach meinem Empfinden einige Kleinigkeiten. Diesen Satz hätte ich gekürzt in: Er kam näher und versuchte nach ihren Brüsten zu grapschen. "Komm, Mädchen, lass mich nur mal anfassen, nur einmal, dann kannst du gehen!" winselte er wehleidig. – Wehleidig winseln erscheint mir hier nicht passend, da er noch in der Vorteilsposition war. Vielleicht ´bettelte er zynisch`? Und der letzte Absatz ab: „Sie holte tief Luft und öffnete die Bürotür . . . .“ Nach diesem Erlebnis erscheint mir das Mädchen zu gefasst. Sie hätte doch sicher erst jemanden gesucht, um ihr Herz auszuschütten oder sich lautstark über diesen ekligen Typen aufgeregt oder wäre völlig verstört an ihren Arbeitsplatz gegangen, unfähig, etwas zu machen. Ansonsten gut erzählt. Liebe Grüße Isabel
Sehr skurril. Die Charakterisierung der Personen finde ich insgesamt gelungen, die Sprache des Hausmeisters (das mit den graugelben Haaren vielleicht etwas übertrieben?), die kleinen Brüste unter dem dünnen Pullover... Ich habe bei Juttas Artikel an uns lieben Schreiberlinge (Nr. 5486) Deinen Kommentar kommentiert - da gehörte der Kommentar ja hin - mit einem Tipp fürs Treffen. Kannst ja nochmal nachschlagen.
Der rote Faden zieht sich ohne Unterbrechung vom Anfang zum Ende. Nicht immer straff gespannt, manchmal leicht kräuselig, gelegentliche Knoten. Macht nichts: Wo Tempo fehlt, kann ja der Leser schneller durch den Text fliegen.
Du hast recht, der Absatz könnte wirklich wegfallen. Ich habe die Geschichte ziemlich spontan geschrieben und wollte dem Ganzen noch eine positive Komponente geben. Und dann habe ich es so schnell abgeschickt, so dass jetzt nichts mehr dran zu ändern ist. Also, liebe Mitleser: denkt euch den letzten Absatz einfach weg. LG. Maju
Gute Geschichte! Die Zwangslage nach der "Befreiung" ist sehr gut und plastisch geschildert. Den letzten Absatz würde ich allerdings weglassen; er erscheint mir irgendwie zynisch (auch wenn es wahr sein sollte).
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5542
Auszug aus einem längeren Text (ist aus der Sicht eines Mannes geschrieben)
Mein Schädel dröhnt als ich erwache. Ich liege mit dem Bauch nach unten im Sand. Mühsam rappele ich mich hoch, bleibe auf den Knien hocken, klopfe den Sand von meinen Sachen.
Wo bin ich? Verwirrt schaue ich mich um. Ich bin umgeben von einer durchgehenden Wand. Grün. Ein hohes Rechteck von circa sechs mal zehn Metern und ich mittendrin.
Ich erhebe mich vollends, gehe auf die Wand zu, versuche, über sie rüber zu schauen, zu sehen, was sich dahinter verbirgt, suche nach Anhaltspunkten, die meinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen, wie ich hierher gekommen bin. Die Mauer ist doppelt so groß wie ich, der Blick dahinter ist mir nicht möglich. Ich suche den Ausgang, laufe die Wand ab.
Nichts! Meine Verwirrung steigert sich. Das ist unmöglich. Es muss eine Tür geben, ich habe sie sicherlich nur übersehen.
Wieder laufe ich die grüne Wand ab, diesmal langsamer. Meine Hände fahren tastend über die kühle Wand. Gleichmäßig bewege ich meine Arme hoch und runter, will eine möglichst große Fläche mit meinen Händen erfassen, will die Unebenheiten spüren, die auf eine verborgene Öffnung hindeuten.
Nichts!
Panik macht sich in mir breit. Scheiße! So etwas gibt es doch gar nicht. Diese Situation ist einfach zu grotesk.
Denk nach, schreit mein Hirn. Es muss eine logische Erklärung hierfür geben, es gibt immer eine logische Erklärung. Doch welche? Liege ich im Bett und habe ich gerade einen Albtraum? Ich atme tief durch und beruhige mich etwas. Ja, so muss es sein, diese Erklärung klingt plausibel. Irgendwann werde ich aufwachen und dieser ganze Spuk hier ist vorbei.
Ich setze mich in den Sand, lehne mit dem Rücken gegen die Wand, warte. Nichts passiert, ich wache nicht auf.
Es fällt mir schwer, weiter Geduld zu bewahren, nicht wie ein Irrer aufzuspringen und gegen diese blöde Wand zu trommeln wie Fred Feuerstein. Nur, dass er rein wollte, und ich will raus.
Warten ist nicht meine Stärke. Ich hasse solche Situationen. Wartezimmer beim Arzt sind mir ein Gräuel, genauso wie die Wartehallen auf dem Flughafen und bei der Bahn. Im Restaurant hasse ich es, wenn ich länger als eine Viertelstunde auf mein Essen warten muss. Sinnlose Zeitverschwendung. Bei mir muss immer alles Zack-Zack gehen. Das Leben ist schließlich kurz.
Ich komme ins Grübeln. Ist das der Grund für diesen Traum? Ruft mein Unterbewusstsein nach mir? Soll ich mich mehr in Geduld üben? Mein Leben auch mal in Slow-Motion genießen? In mich gehen? Mich ändern? – Ach, Blödsinn! Ich brauche keine Änderungen. Ich bin zufrieden, so wie es ist.
Doch wie ist mein Leben? Ich erinnere mich nicht.
Panik steigt erneut in mir hoch.
Das ist unmöglich, dass ich mich nicht erinnere. Ich weiß doch, dass ich nicht gerne warte, konnte mich doch gerade eben noch an Situationen beim Arzt und im Restaurant erinnern. Doch warum war ich beim Arzt? Bin ich ernstlich krank oder war ich dort zum jährlichen Check-up? Habe ich etwa einen Gehirntumor und dass alles hier entstammt meinen kranken Gehirnwindungen? Verdammt, ich will eine Antwort!
Meine Finger krallen sich in den Sand. Der Logik mit dem Gehirntumor will ich nicht folgen. Ich klammere mich an den Traum fest.
Ganz weiß ist er, eine ungewöhnliche Farbe für Sand. Ich hebe eine Handvoll hoch und betrachte ihn genauer. Er ist unterschiedlich gekörnt, besteht nicht aus gleichmäßig runden Körnern, sie sind flacher und platter, wie geschabt, von unterschiedlicher Größe, aber dennoch so klein, dass ich ihn im ersten Augenblick für gewöhnlichen Sand gehalten habe. Ich führe die Hand an meine Nase und beschnuppere ihn. Kein Sandgeruch steigt daraus empor, sondern ich habe das Gefühl an einem Toilettenstein zu riechen. Die Empfindung von Desinfektionsmitteln drängt sich mir auf. Angewidert werfe ich den Kunstsand zurück auf den Boden, wische meine Hände an den Hosenbeinen ab, rieche an den Fingern. Der Geruch bleibt, haftet an mir. Ich möchte mir die Hände waschen, sehe mich um – nichts. Nur weißer Sand und grüne Wände.
Ich muss aufs Klo.
Wann wird man mich herauslassen? Werde ich es schaffen, meinen Harndrang bis dahin zu unterdrücken? Leute, der Scherz hat lange genug gedauert, ihr könnt jetzt damit aufhören. Ist dies ein abgeschmackter Gag meiner Freunde? Haben wir gestern einen Zug durch die Gemeinde gemacht? Haben Sie mich mit Alkohol abgefüllt und hierher geschleppt? Wollen Sie sehen, wie ich reagiere, wenn ich erwache? Wo bin ich eigentlich? Ist das hier so eine Art Filmstudio? Big Brother? Werde ich beobachtet?
Ich schaue nach oben, suche nach Kameras. Und tatsächlich. Dort oben, im rechten Winkel, dort wo die Seiten der Wände aufeinander stoßen, sehe ich kleine silberne Kästchen. Sind das die Kameras? Sitzen meine Kumpels irgendwo nebenan und kriegen sich vor Lachen kaum noch ein?
„Jungs, Schluss damit“, schreie ich, „ich habe euch durchschaut. Ihr könnt jetzt mit euren albernen Späßchen aufhören. Holt mich hier endlich raus.“
Nichts geschieht. Ich habe erwartet, dass sich nun jemand zeigen würde, jemand kommen würde, der mich hier raus lässt, doch es lässt sich niemand blicken. Kein Geräusch lässt darauf schließen, dass sich in der Nähe noch andere Menschen aufhalten. Ich scheine allein zu sein.
Jetzt gibt es für mich kein Halten mehr. Ich muss hier raus. Obwohl ich genügend Platz und ausreichend Luft habe, glaube ich zu ersticken. Nun trommele ich doch noch wie Fred Feuerstein gegen die Wand. Die Geräusche, die meine Fäuste darauf verursachen, klingen dumpf. „Holt mich hier raus, ihr Schweine“, schreie ich und ich höre, wie sich meine Stimme hysterisch überschlägt. Ich mache mich gerade zum Affen. Das ist mir bewusst, doch ich kann nichts dagegen tun. Die Panik, die in mir tobt, hält mich umfangen und quetscht den Feigling aus mir heraus.
„Ihr verdammten Arschlöcher! Lasst mich endlich raus.“ Meine Stimme driftet ins weinerliche ab. Ich hasse mich dafür. Wo ist meine Würde? Noch in Jahrzehnten wird man mir diese Szene immer und immer wieder vorspielen und mich daran erinnern, dass ich kein Alpha-Männchen bin. Ich werde mich von meinen Kumpels trennen und mir einen neuen Freundeskreis aufbauen müssen, um diese Schmach zu vergessen.
Vergessen? Noch während ich weiter trommele und schreie, versuche ich, mir die Gesichter meiner Freunde ins Gedächtnis zu rufen. Es gelingt mir nicht. Wer sind sie? Woher kenne ich sie? Sind wir Arbeitskollegen, alte Klassenkameraden oder Nachbarn? Alles ist wie weggeblasen. Mein Trommeln verstummt. Ich sinke auf den Boden und weine. (...)
Liebe Angela, ich habe Deinen Text mit großem Interesse gelesen. Die Spannung darüber, was, wann, wo, durch wen und warum passiert ist, hat sich bis zum Ende gehalten. Du hattest ja bereits im Vorwort geschrieben, dass der Text nur ein Auszug ist. Dass er aus der Sicht eines Mannes oder einer Frau gesehen werden muss, ist zumindest in diesem Textabschnitt nicht relevant. Trotzdem schön, da wir sonst sicher keine Antworten erhalten hätten, dass Du in einem weiteren Kommentar uns aufgeklärt hast. Dein Text liest sich flüssig, aber Marc, der wirklich in seinen Kritikpunkten sachlich und konstruktiv ist, hat Recht. Oft ist es so, dass man es mit einigem Abstand selbst erkennt, jedoch diese Art von Hinweisen bringen einen schneller ans Ziel. Sie werden im Hinterkopf hängen bleiben und beim Schreiben des nächsten Textes Bedeutung erlangen. Ich bin gespannt auf Deine nächste Übungsaufgabe. Liebe Grüße Isabel
Angela, sehr spannend! Ich fand die Kommentare, besonders von Marc, auch sehr aufschlussreich und dankenswert detailliert. Ich habe bei dem Wort 'Wand' immer die Assoziation eben einer geraden, langen Wand gehabt und mich ständig gefragt, was denn auf der anderen Seite ist, ob es da offen ist, ob er nicht 'einfach' von der Wand weggehen kann... naja, offensichtlich nicht! Ich fand den inneren Dialog Klasse und beklemmend nachvollziehbar, auch die Assoziationen mit Freunden, die einen Streich spielen, oder Big Brother... auch wenn marc Gedanken an Freunde hier ausschließt... Mir gefällt das Surreale der Situation, die trotzdem eine total reale Ebene hat, obwohl dieser 'Raum' eindeutig merkwürdig ist. Wirklich spannend.
Ich finde die Idee und den Versuch gut, in die Haut des Mannes zu schlüpfen. Es zeigt sehr deutlich die unterschiedliche Wahrnehmung. Bin überzeugt, dass es dir gelingen wird, den Text authentischer zu machen, gut ist er. Marcs Kommentare sind sicher hilfreich.
Herzlichen Dank an alle, die diesen langen Text gelesen und kommentiert haben. Ein extra dickes Dankeschön geht an Marc, der sich für mich sehr viel Zeit genommen und mir damit eine große Freude bereitet hat. Aus Ginkos Kritik konnte ich bereits entnehmen, dass hier noch jede Menge geändert werden muss, aber Marcs Kritik war wesentlich detaillierter und damit hilfreicher. Werde mich am Wochenende ransetzen und fleißig umarbeiten. Der Text hat übrigens keine Vorgeschichte, sondern fängt mit dem an, was ihr hier lesen könnt. Erst nach und nach erfolgt die Aufklärung darüber, was den Protagonisten in diese Lage gebracht und weshalb er einen partiellen Gedächtnisverlust erlitten hat. (Flugzeugabsturz). Er wird von den Ärzten im künstlichen Koma gehalten (dargestellt durch die grüne Wand, die er nicht überwinden kann. Grün deshalb, weil in meiner Stadt die Ärzte grüne Kittel tragen). Die Story endet damit, dass der Prot. auf der Mauer sitzt und zur anderen Seite hinab springt. (Ob er ins Leben oder in den Tod springt bleibt offen) Der ganze Text war für mich ein Versuch, mal aus der Perspektive eines Mannes zu erzählen und mich in dessen Gefühlswelt ‚reinzuschreiben’, denn das Ganze basiert z. T. auf den Schilderungen eines Freundes, der 14 Tage im künstlichen Koma gehalten wurde und sich später noch sehr genau an seine merkwürdigen Gedanken und Träume während dieser Zeit erinnern konnte. Mir hat das Schreiben Spaß gemacht, aber ich sehe ein, dass ich noch weit von der ‚Männerschreibe’ entfernt bin.
Deinen Text habe ich mit großem Interesse gelesen und finde die geschilderte Situation sehr spannend. Ich empfand deine Ausdrucksausrutscher nicht so drastisch wie Ginko, aber im Wesentlichen hat er Recht. Zum Beispiel Mann! Ich bin, zumindest biologisch, selbst einer und Mann denkt eine andere Logik. Der Raum ist ein Rechteck mit vier Ecken, ohne andere Person, ohne Tür, mit natürlichem oder künstlichem Sand! Für einen Mann kein Problem zum pinkeln! Keine Tür? Okay! Was ist mit dem Himmel? Gebäude oder Freiland, Zelle oder Grube? Das hat für einen Mann technisch hohen Wert, um einen Ausweg zu finden. Nun zum Ausdruck. Da ich dich als aufmerksame Leserin und konstruktive Kritikerin kenne, wirst du auch wissen, dass ich ein Kürzungsfetischist bin – nichts muss, aber kann! „Ich liege mit dem Bauch nach unten im Sand.“ Nach unten – kann raus. „rappele“ klingt zu kindisch, im Verhältnis zum Ernst der Lage. Besser vielleicht: quäle. „durchgehenden“ könnte gestrichen werden, denn „umgeben“ sagt das Gleiche aus. Entbehrlich ist auch: vollends / rüber . Grüne Wand, kühle Wand – kühl hat im weiteren keine Bedeutung, lass die Wand grün bleiben. Panik / und Ausruf: Scheiße! - passt nicht. Panik ist Affekt. Scheiße! - ist Wut oder Zorn. „Denk nach, schreit mein Hirn.“ – finde ich extrem gut, passt zu Panik. „es gibt immer eine logische Erklärung. Doch welche?“ – Doch welche? Kann raus, die vorhergehende Erklärung ist Frage genug. Hier höre ich mit dem Kleinkram auf, du weist jetzt was ich meine. An Freunde wird ein (richtiger) Mann nicht denken. So einer versucht immer seine Probleme selbst zu lösen. Zudem würde ich eine solche Situation nicht als Scherz auffassen, denn eher als bedrohlich, also passend zu Panik, zu unbekannter Gefahr. Wut oder Zorn, also: „Ihr verdammten Arschlöcher! Lasst mich endlich raus.“ – ist eher etwas gegen bekannte Rivalen. All das, ist nur meine subjektive Meinung. Deine Prämisse ist sehr gut und ich sehe viele Möglichkeiten für weitere spannende Handlung.
Hallo Angela, es grüßt dich Angela! Als ich deinen Text las, hatte ich erstmal die Vorstellung ein Mann ist in eine Falle geraten. Er liegt in einem Loch im Dschungel, wie ein Tier, das in eine Falle geraten ist. Dann Fragen: Was sieht er, wenn er nach oben guckt, außer der Kamera? Den Himmel oder eine Wand? Seine Erinnerung ist verschwunden, aber warum erinnert er sich daran, ungeduldig zu sein? Vielleicht könnte ich deinen Text besser verstehen, wenn ich die Vorgeschichte kennen würde. Und wie es weiter geht interessiert mich jetzt umso mehr. Neben all diesen Fragen finde ich deine Wortwahl sehr gut und die Geschichte spannend.
Ich will da auuuch rauuus... Wo is' der denn jetz'??? Muss ja doch was Surreales sein, denn ohne Öffnung kommt ja auch keiner in den Raum rein. Oder ist der eingemauert? Die Panik wirkt ansteckend. Aber als Mann würde ich mich, glaube ich, nicht selbst als Alpha-Männchen bezeichnen.
Aus der Sicht eines Mannes liege ich auf dem Bauch, klopfe den Sand von meiner Kleidung, bewege die Arme auf und ab, kann ich nicht gleichzeitig panisch und logisch sein, kann ich im Traum nicht grübeln, fühle ich mich an Desinfektionsmittel erinnert, weiß ich nicht wie man als Fred Feuerstein trommelt. Wenn Panik in mir tobt, kann sie mich nicht gleichzeitig umfangen. Die Bezeichnungen lassen erkennen, was gemeint sein soll, doch wirken sie um eine Kleinigkeit verschoben, ver-rückt. Ein Verrückter in der Gummizelle hat wohl auch verrückte Gedanken. Die Autorin sollte aber ihre Wortwahl noch im Griff haben.
Hallo Angelo, Eine sehr spannende Geschichte, auch sehr gut, aus der Sicht eines Mannes geschrieben. Wäre neugierig auf die Fortsetzung.
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5550
Ich wurde von aufgeregtem Vogelgezwitscher vor meinem Schlafzimmerfenster geweckt. Es war noch dämmrig draußen, aber diese Piepmätze waren offensichtlich fit und voller Lebensfreude. Ich stand auf und verließ leise das Schlafzimmer. Mein Hund hob kurz den Kopf und blickte mich erstaunt an, als ich im Schlafanzug ins Wohnzimmer kam. Um diese Zeit erwartete er mich nicht. Außer den Vögeln, die sich angeregt unterhielten, war es noch absolut still im Haus und in der Nachbarschaft. Ich begann durchs Haus zu wandern. Betrachtete die Bilder an den Wänden, alles Mitbringsel von vielen vergangenen Reisen, die kleinen Statuen und Dinge, die irgendwann einmal irgendwo gekauft worden waren und nun hier mit anderen verstaubten. Ich lief die knarzenden Treppen auf und ab, stellte mich im Büro ans Fenster und blickte in den von morgendlichen Tau bedeckten Garten. Etwas Weiches, Warmes war plötzlich an meinem rechten Bein. Mein Hund hatte sich ganz still neben mich gesetzt und sah mich erwartungsvoll an. Und plötzlich, ganz ohne Vorwarnung, wurde mir bewusst, dass ich gefangen war. Gefangen in einem Haus, für dass ich noch sehr, sehr lange Raten an die Bank bezahlen musste, gefangen zwischen Stücken der Erinnerung, die mir schon lange nichts mehr bedeuteten, gefangen in einer Partnerschft, die bereits vor vielen, vielen Monden abhanden gekommen war und deren Schein wir nur mehr mühsam aufrecht erhalten konnten. Ja selbst gefangen in meiner abgöttischen Liebe zu diesem wunderbaren Tier, das zu meinen Füßen saß. "Was meinst Du", sagte ich und strich ihm über den Kopf, "sollen wir zwei nochmal von vorn anfangen?" Er wedelte vorsichtig mit dem Schwanz.
Liebe Angela Thies, herzlichen Dank für Ihren freundlichen und wohlwollenden Kommentar über den ich mich sehr gefreut habe. Herzlichst Kirsten Erlenbruch
Du hast diesen stillen Moment im Morgengrauen sehr gut vermittelt. Deine Wortwahl und auch die Sätze sind sehr stimmig und fließend. Für mich stellte sich eine sehr friedliche Stimmung in einem schönen harmonischen Heim ein, die jäh unterbrochen wird und anscheinend nur oberflächlich ist.
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5551
Still! Dort ist es wieder ... Jeden Muskel in meinem Körper anspannend, lausche ich angestrengt in die dunkle Nacht. Ich wage kaum zu atmen. Ich höre ... das aufgeregte Klopfen meines Herzens, das mir fast den Brustkorb sprengt und sich in meine Kehle zwängt, mich mühsam trocken schlucken lässt, Besitz ergreift von meinem Kopf und ... dann öffnet sich spontan und ungewollt ... mein Mund mit einem lauten Stöhnen.
Erschreckt von diesem kläglichen Ton, setzt nun wieder meine Atmung ein, die ich vergaß vor lauter Angst, Angst vor ... Ja, richtig, da war doch was, vor meinem Schlafzimmerfenster. Ich spitze die Ohren und höre ... nichts. Das kann nicht sein, denn gerade eben noch ... hörte ich ... Was?
Dumpfe Schritte in meinem Garten, unheilvolles Raunen unter dem Fenster, schabendes Werkzeug an Holz und Glas?
Doch, doch, ich bin mir ganz sicher. Gerade eben noch ... Nun ist alles still. Viel zu still. Unheimlich still. Genauso wie im Gruselfilm.
Völlig verkrampft und vor Furcht gelähmt, liege ich wehrlos in meinem Bett. Ausgeliefert der finsteren Nacht und - in meinem Nacken sträubt sich jedes Haar - ausgeliefert dieser finsteren Macht, die dort draußen ungeduldig lauert. Lauert nun auf jenen günstigen Moment, in dem ich von Müdigkeit überwältigt, in einen tiefen Schlaf versunken, dem grausamen Schicksal preis gegeben bin, um mich dann ...
Verdammt, hätte ich doch nicht - vor dem Schlafen gehen diesen fiesen Thriller gesehen.
Liebe Sonja, dein Jakobsweg war toll und dies hier ist auch sehr gut geschrieben. LG Lillilu
Mit der Protagonistin konnte ich mich sehr gut identifizieren. Genauso habe ich mich früher gefühlt, wenn ich Aktenzeichen xy...ungelöst gesehen habe. Ich finde deine Beschreibung sehr gut.
Wirklich sehr, sehr gut beschrieben - ich finde nichts zu kritisieren:-).
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5528
Ich danke euch für die netten Kommentare, das hat mir Mut gemacht, weiter zu machen.
@Sylvia, schön zu wissen, dass ich nicht die einzige Anfängerin bin, ich werde versuchen, das Kind mit dir gemeinsam zu schaukeln...*ggg*
Liebe Grüße Haribo
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5509
Ich wachte auf. Es war früh am Morgen. Endlich! Das neue Buch war da. Schnell sprang ich aus meinem Bett. Meine Schwester war auch schon wach. Ich weiß nicht mehr ob wir etwas zum Frühstück aßen, ich weiß nur noch, dass wir gleich anfingen zu lesen. Erst las ich ein Kapitel vor, dann meine Schwester. Den ganzen Vormittag lang. Mutter war auf Arbeit. Mittag fiel aus. War uns auch egal. Das Buch war spannender. Wir lasen weiter. Kein Hungergefühl, kein Durstgefühl. Lesen. Immer weiter. Wir konnten nicht mehr aufhören. Es wurde Dunkel. Meine Stimme tat mit schon weh. Kopfschmerzen setzten ein. Doch ich las weiter. Es war nach 23 Uhr. Meine Mutter kam von der Arbeit nach Hause. Wir hatten immer noch nichts gegessen. Jetzt wurden wir gezwungen. Ich fand es aber auch nicht schlimm, das Lesen mal kurz zu unterbrechen. Die Kopfschmerzen waren unerträglich. Ich konnte kaum noch reden. Nach dem Essen erbarmte sich Mutter für uns. Wir hatten das Buch bald durch. Nur noch drei Kapitel. Die las sie uns noch vor. Endlich hatten wir das Buch geschafft. Endlich ließ es uns aus seinem Bann. Keine Ahnung wann ich eingeschlafen bin... So etwas ist mir nie wieder passiert.
Gefangen von der Handlung eines Buches. Schön beschrieben und schön ist auch, dass anscheinend die ganze Familie lesebegeistert ist. Was mir jedoch nicht ganz klar ist - wo kam das Buch nach dem Aufstehen plötzlich her? Hatte die Mutter es von ihrer Nachtschicht mitgebracht?
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5508
Kleine rote Äderchen. Die Sonne scheint, ich sehe es hindurch, durch die Haut. Es ist warm. Ich habe meine Beine angezogen. Geräusche dringen dumpf zu mir hinein. Hoffentlich ist es bald soweit. Es wird eng. Ich wachse, kann nichts dagegen tun. Ich warte.
Meine Augäpfel wandern unruhig unter den Lidern. Es ist warm und hell, ich darf mich nur nicht bewegen. Ich will nicht mehr warten. Das ist nicht das wirkliche Leben. Das hier ist ein Traum. Ich muß nur die Augen aufmachen, dann bin ich da, im wirklichen Leben. Mach die Augen auf. Mach sie auf!
Es ist eng, zu eng. Ich strecke die Beine aus und stoße an den großen alten Schrank, der über die Hälfte des Zimmerchens einnimmt. Komisch, früher hat das immer gepasst. Jetzt ist es so als wollten mich die alten Sessel, die Mutter mit neuen Polstern versehen hatte, die niemand mochte, weil die Möbel ja doch die alten Möbel blieben, griesgrämige, bittere alte Möbel, als wollten also die alten Sessel mich mit ihrem ungeschickten neuen Weiß in die Zange nehmen und zerquetschen. Ich muß hier raus. Kann mich nicht irgendjemand auf die Welt bringen? Darf ich nicht den erlösenden Schrei hören, der mich in das wirkliche Leben entlässt. Nein. Die Stimmen im Haus sprechen, aber sie sprechen nicht mit mir. Ich bin satt und warm. Ungeboren und schon tot. Ich lebe in einer Blase, die meinen Tod am Leben hält.
Unten im Haus geht eine Tür auf. Geklapper und eine klare Stimme ruft. „Essen ist fertig.“ Ich stehe auf…
Diese Gedankenspiele faszinieren mich. Es gibt ja einige zu diesem Thema hier, und immer sind es Frauen, die Gedanken haben. Männer haben keine, so scheint es. "Kann mich nicht irgendjemand auf die Welt bringen?" Dieser Satz zeigt die komplette Verzweiflung in der sich die Protagonistin befindet.
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5501
Diese braunen Augen!
Wahnsinn, wenn sie mich anschauen.
Dieses schwarze wellige Haar!
Wahnsinn, gern würde ich es zerwühlen.
Dieser muskolöse Körper!
Wahnsinn, gern würde ich mich an ihn kuscheln.
Das ist der Mann, den ich schon seit zehn Jahren liebe.
Ich fühle, daß er es auch tut. Oder bilde ich mir alles nur ein?
Er ist ein Kollege, den ich fast täglich sehe. Schon zehn lange Jahre. Wir flirten und ich spüre die Schmetterlinge in meinen Bauch tanzen. Doch mehr war nie, und ich warte und warte.
Er ist verheiratet.
Ich auch, aber leider nicht mit ihm.
Mein Leben ist die Hölle.
Ein Gefängnis.
Ich bin einsam.
Mein Mann sieht mich nicht und achtet mich nicht.
Ein Aschenputtel-Dasein.
Ich lebe in meinen Träumen,
sehe diese braunen Augen,
schwarzen Haare
und diesen gut geformten Körper.
Mein Chef mag mich nicht. Er nörgelt, er mobbt und ich ertrage es dort zu arbeiten,
Wegen diesen braunen Augen,
schwarzen Haaren
und diesen tollen Körper.
Zehn Jahre gefangen in einem Leben, wegen einen Mann der mir das Gefühl gibt, dass er mich ganz besonders mag.
Der mir aber nicht gehört.
Ich werde fliehen aus dieser Gefangenschaft.
Ich werde meinen Mann verlassen, mir eine Wohnung nehmen und mir einen neuen Job suchen.
Ich werde mir einen Mann suchen
mit braunen Augen,
schwarzen Haaren
und einen tollen Körper,
Der mir ganz allein gehört.
Klingt nach einem Romanentwurf. Das ist das Problem, so sieht der normale Tag aus und das ist die Konsequenz die ich ziehe. Dann wird daraus ein Roman werden. So fang ich an, das werde ich beenden und so schön könnte es sein. Bis jetzt fehlt noch eine ganze Menge, vor allem Gefühl. Aber das wird schon! LG :o)
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5507
Mit 14 weiteren Patienten saß ich an einem Tisch. Wir waren dabei unser Frühstück einzunehmen. Keiner war dazu besser in der Lage als der Andere. Die Tablettendosis war bei einigen soweit herabgesetzt worden, dass sie nur noch zitternd ihr Messer halten konnten, um damit das Brötchen mit Buter zu bestreichen. Einige bekamen schon am frühen Morgen einen epeleptischen Anfall. Hilflos und verängstigt sah ich mir meine Leidensgenossinen und Genosssen der Reihe nach an. Ich dachte nur, hier willst du nich bleiben. Ich fühlte mich gefangen im eigenem Körper. Die Sehnsucht nach meinen Kindern und meinem Mann hatte das Ausmaß des unerträglichen erreicht, ich musste hier weg. Neben mir fing eine junge Frau an zu schreien und unartekuliert mit ihren Armen in der Luft herum zu fuchteln. Ich bekam so einen Schreck, dass ich kurz aufschreien musste. Die anderen Patienten sahen mich fragend an (so nach dem Motto, du weißt doch was uns fehlt), also stell dich nicht so an. Nach drei wochen brach ich meinen Aufenthalt in der Klinik ab. Ich entließ mich selber. Dabei habe ich großes Glück gehabt, denn nach dieser schrecklichen Zeit, konnte ich zu hause endlich anfallsfrei leben, obwohl ich eher gegangen war. Ich konnte das Gefängnis meiner Krankheit die mich gefangen nahm und mir meinen Alltag im Leben diktierte verlassen. Endlich!
Das hört sich an, als hätte der Aufenthalt dir einen solchen Schock bereitet, dass dein Körper dadurch gesundet ist. Ich finde das Thema seht interessant und hätte mir mehr Gefühle und Gedanken zu der Situation am Tisch gewünscht.
Sprachlich finde ich Deinen Text sehr schön. Das Thema ist gewiss enorm interessant, aber leider nur angerissen. Ich hätte den Mittelteil noch weiter ausgebaut, den Anfall meiner Tischnachbarin deutlicher beschrieben und meine Gefühle darauf näher erleutert. Ach ja, das Wort "unartikuliert" passt in dem Zusammenhang nicht. Mit artikulieren ist reden gemeint, das können auch Hände, sicher, ist aber bestimmt nicht gemeint. LG
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5495
"Hier ein Anruf für dich."
Meine Kollegin gab mir das Telefon.
"Für mich?"
Ich verzog das Gesicht. Wer wollte denn jetzt etwas von mir?
"Mami, im Haus ist ein Einbrecher",hörte ich die ängstliche Stimme meiner achtjährigen Tochter.
"Waaas?"
"Ich geh nicht mehr nach Hause."
"Ich komme."
Hektisch nahm ich meine Jacke und wollte sofort nach Hause fahren.
Meine Kollegin gab mir widerwillig frei, denn die ganze Arbeit blieb an ihr hängen.
Zwanzig Minuten später parkte ich vor unseren Haus. Hanna, meine Tochter stand zitternd auf dem Bürgersteig, neben ihr Frau Krause, unsere Nachbarin bei der sie auch das Telefonat führte. der Schulranzen lag noch vor der Waschküche, die zu den Kellerräumen gehörte. Von dort betraten wir immer das Haus.
Hanna hatte Recht, auch ich nahm Geräusche wahr, als ich die Tür aufschloß.
Mein Herzschlag vibrierte im ganzen Körper.
Ich riß die Tür rasch auf, die Kleine klammerte sich an mich.
Nanu! Was war denn das?
Dieses merkwürdige Geräusch kam doch aus der Waschmaschine, die wenige Meter von uns entfernt stand.
Seltsam! Das konnte doch kein einbrecher sein.
Ängstlich wagten wir beide uns vor.
Ein klägliches Mauen war zu hören.
In meiner Waschmaschine, ein Toplader, hatte sich Minka unsere Katze verfangen. Sie klemmte zwischen Trommel und dem Gehäuse der Maschine. Sie krallte sich an der Trommel fest, die sich aber immer wieder nach unten bewegte.
Unsere arme Minka hatte keine Chance. Sie war völlig erschöpft, als ich sie befreite. Minka war vom Restwasser ganz naß..
Das Fenster war angekippt, und sie hatte es geschafft ins Haus zukommen.
Wir nahmen unsere Katze liebevoll in die Arme.
Hanna und ich konnten jetzt unseren Alltag beruhigt fortsetzen.
Arme Mietze. Vielleicht ein bißchen zu früh aufgelöst, ich hätte den Leser noch versucht in die Irre zu führen. Es fehlt auch ein wenig die Spannung, da geht noch was.
Jaja, so ein Stubentiger ist unberechenbar. Aber ich bin froh, dass diese Geschichte gut ausgegangen ist. LG miss0816
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5486
Hallo liebe Schreiberlinge,
ich möchte an dieser Stelle einmal ein großes Lob an alle aussprechen.
Ich bin überrascht, wie viele gute Beiträge zu lesen sind.
Ich würde gerne auch mehr kommentieren, doch leider habe ich nicht die Zeit alle Texte zu lesen.
Ich wähle oft durch Zufall aus, was nicht heisst, dass mir andere Texte nicht gefallen.
Liebe Grüße Jutta
Ich schließe mich euch vollkommen an: Sowohl Nachrichtenfunktion, Forum als auch Treffen sind eine gute Idee :-) Irgendetwas sagt mir, dass sich die Zahl der regelmäßigen Schreiber im Laufe der Zeit noch weiter reduzieren wird - dann wird es umso kuscheliger hier. Da wir mit unseren Texten hier teilweise sehr Persönliches preisgeben, dessen Bedeutung Nicht-Autoren oft verschlossen bleibt, bedeutet dieses Portal für viele wahrscheinlich mehr als sie zugeben würden - und dementsprechend ist der Wunsch nach intensiverem Austausch wohl nur natürlich. :-)
Die Idee mit der erweiterten Suchfunktion nach Namen finde ich sehr gut. Sitze nämlich schon seit 2 Stunden hier, weil ich einen bestimmten Beitrag suche, lese dann noch die ein oder andere Geschichte, kommentiere sie aber deshalb nicht, weil dann die Suche wieder von vorne beginnt. Das ist sehr schade. Aber vielleicht klappt es ja demnächst, wenn erkannt wird, dass wir alle diesen Wunsch haben. LG Maju
Maju hat in einem neuen Beitrag Nr. 5785 noch was dazu geschrieben.
Liebe Jutta, ich schließe mich voll und ganz deinem Kommentar an. Ich wähle auch per Zufall aus bzw. schreibe ich zumindest an diejenigen, die meinen Beitrag kommentieren, sofern ich deren Geschichten finden kann. Doch es schreibt schon Joyce Carol Oates in ihrem Buch "Beim Schreiben allein" (Autorenhaus): "Die Befriedigung liegt in der Arbeit und nur selten in der daraus folgenden Belohnung, falls es nur eine gibt."
Liebe Maju, 1. Ich habe eine E-Mail, mit der Bitte ein Forum zu errichten, verschickt. Bisher habe ich jedoch leider keine Antwort bekommen. Ich warte noch ein Weilchen und frage dann ernauet nach. Vielleicht sollten mehr Autoren diese Bitte stellen. 2. Ich habe hin und her überlegt, ob ich den Titel nennen soll. Vielleicht nimmt mir der eine oder ander das übel, weil er denken könnte, dass ich hier nur Werbung für mein Buch machen will. Doch dann dachte ich mir, das ich hier nicht nur lernen möchte, sondern, dass ich dem einen oder anderen vielleicht ein wenig helfen kann. Es kann nämlich auch sehr deprimierend sein, wenn die vielen Absagen der Verlage kommen. Wenn man dann jemanden hat, der an dich glaubt, ist das wirklich sehr hilfreich. Ich dachte oft daran aufzugeben und war über manch Aussage der Verlage erst traurig, dann wütend. Zum Glück habe ich liebe Menschen um mich, die mich immer wieder aufgebaut und aufgefordert haben weiterzumachen. Ich könnte jetzt noch so viel schreiben, um einiges zu erklären. Aber ich glaube, dass würde den Rahmen sprengen. Ich habe mich dann doch entschieden, den Titel und mein Pseudonym zu nennen. Der Titel ist: Ca-Do-Cha Das Geheimnis der verlorenen Seele. Und mein Pseudonym lautet: Barbara Creep Liebe Grüße Jutta
Buchtitel? Da müsst Ihr mal googlen! Hab's auch schon gefunden ;-)
Hallo zusammen, auch ich bin von diesem Projekt begeistert. Irgendwie habe ich mir zwar alles anders vorgestellt, doch es ist auch so gut. Ich bin überrascht über die Vielzahl der Beiträge und muss gestehen, dass ich nicht die Zeit finde, alle zu lesen (schließlich muss ich in der wenigen Zeit, die ich finde, auch noch mein aktuelles Projekt zu Ende schreiben). Übrigens ist aus einer Aufgabe und euren Kommentaren ein Prolog dazu entstanden. Bei vielen Beiträgen schreiben sich die Autoren einfach ihren Frust oder ihr Leid von der Seele und wenn ihnen das hilft, ist es auch gut so. Es gibt aber auch überraschend viele Beiträge, die "literarisch wertvoll" sind, zumindest aus meiner Sicht. Da ich wie gesagt nicht alles lesen kann, habe ich bei der Redaktion den Antrag gestellt, die Suchfunktionen nach den Namen der Autoren/Pseudonyme zu erweitern, denn wenn ich einen Beitrag finde, der mir gut gefällt, interessiert es mich, was die betreffenden Autoren/innen sonst noch geschrieben haben, ohne gleich alle inzwischen fast 6000 Beiträge durchsehen zu müssen. Und es werden ja hoffentlich noch mehr! Der Vorschlag soll unter Kostengesichtspunkten geprüft werden. Wenn Ihr ihn für gut befindet, könnt ihr dies der Redaktion ja auch mitteilen; vielleicht fällt dann die positive Entscheidungsfindung leichter. Viele Grüsse Numungo
Liebe Jutta, verrätst du uns den Titel deines Buches? Ich kann mir vorstellen, dass viele von uns das gerne lesen würden. LG. Maju
Hallo Jutta, die Idee mit dem Forum finde ich super! Das habe ich mir nämlich auch schon des öfteren gedacht, dass es wunderbar wäre, wenn man sich mit den anderen Autoren auch ausserhalb der jeweiligen Übungsaufgaben austauschen könnte. bzgl. dem Kommentieren geht es mir wie allen. Ich würde so gerne mehr machen, aber ich habe einfach keine Zeit dazu. Die letzte Woche z.B. war ich beruflich so eingespannt, dass ich noch nicht einmal dazugekommen bin, die Übungsaufgabe zum Kapitel 9 zu schreiben. Treffen wäre natürlich toll, allerdings wäre der Weg da für mich ein bisschen weiter, ich wohne nämlich in Valencia (Spanien). Sollte es am Ende der 52 Wochen aber dazu kommen, würde ich so eine Reise schon irgendwie hinkriegen ;-) LG Azahar
Hallo Metta, schade, dass sich kaum jemand für Deine Schreiberei interessiert. Ich kann mich sehr gut in Dich hineinversetzen. Da hat man gerade eine Geschichte beendet und brennt daruf zu erfahren, wie sie z.B. dem Ehemann gefällt. Oft hat der derjenige jedoch keine Zeit, oder ist weniger am Lesen interessiert. Ich kenne das auch. Aber selbst wenn man, so wie ich vor Kurzem, bereits ein Buch veröffentlicht hat, ist das keine Garantie, ob dieses Buch beim Leser ankommt. Im Gegenteil, es ist noch schlimmer. Nun wirst Du sicher sagen, was will sie denn, sie hat es doch geschafft. Weit gefehlt, es ist noch ein weiter Weg für mich und ob meine Geschichte beim Leser ankommt, werde ich spätestens in einem Jahr erfahren, wenn meine Abrechnung kommt. Mehr interssiert es mich daher, wie meine Geschichten aufgenommen werden, was ich besser machen kann u.s.w.. Daraus kann ich dann, genau wie Du, einige Schlüsse ziehen und viel lernen. Ich bin noch ein Neuling auf dem Buchmarkt, und die haben es bekanntlich sehr schwer. Noch schwerer ist es, einen Verlag zu finden. Ich hatte wahrscheinlich großes Glück. Doch was daraus wird, ist eine andere Frage. Gut fände ich es auch, wenn man sich austauschen könnte. Vielleicht ist es möglich, auf dieser Seite ein Forum einzurichten. Ich werde diese Frage stellen. Liebe Grüße Jutta
Lasst uns noch nicht an das Ende denken. Es bleibt ja noch so viel Zeit. Wir können noch so viel schreiben in diesem ganz besonderen Universum, in das ich mich immer so gern beame. Mein Leben hat das hier spannender gemacht und es bringt mich nach vorne, wenn ich wieder in die Vergangenheit gehe. Verrückt, was einem alles wieder einfällt, wenn man nur wühlt. Was ich hier tue, macht mich irgendwie sicherer im wirklichen Leben. Ich freue mich wieder auf die Zukunft. Das geht sicher einigen hier so. Ein Treffen würde mir auch gefallen. Wer weiß, was daraus Tolles entsteht. Grüße aus HH, besonders in den Westen, wo ich "wechkomme".
Ich merke, wie wichtig das Romanprojekt für mich geworden ist, weil ich mich endlich mal mit anderen Interessierten austauschen kann, während ich hier zu Hause eigentlich keinen habe, den meine Schreiberei wirklich interessiert. Gerade, wenn man noch nichts veröffentlicht hat, ist diese Resonanz sehr wichtig, d.h. zu erfahren, ob das, was ich schreibe, andere überhaupt anspricht. Ja, es ist schon fast so eine kleine "Familie". Und anders als in einer Schreibwerkstatt an der Volkshochschule ist man zeitlich unabhängig und genießt auch eine gewisse Anonymität, denn viele von uns benutzen ja ein Pseudonym. / Sylvia, Du hast sicher Recht, dass hier manchmal Fiktion für Realität gehalten wird, da die Grenze nicht immer klar ist. Umgekehrt haben sich hier ja wirklich einige ihr persönliches Leid von der Seele geschrieben und das mehr oder weniger gut literarisch umgesetzt, dementsprechend manchmal auch eher persönliche als literaturkritische Kommentare bekommen. Die Trennung zwischnen Protagonisten und Autoren ist also nicht nur beim Kommentieren, sondern auch beim Schreiben wichtig. Für mich ist es bei einigen Texten ok, wenn sie als autobiografisch erkennbar sind, bei anderen (vor allem, wenn wirklich lebende Personen darin in negativer Weise dargestellt werden) gut, wenn ich merke, dass mir die Verfremdung so gelungen ist, dass die Kommentare sachlich bleiben. Bevor man einem vermeintlichen Vergewaltigungsopfer oder einer Alkoholikerin sein Mitleid ausspricht, ist es vielleicht tatsächlich besser, grundsätzlich von "der Protagonistin" oder "dem Erzähler" zu sprechen. Wenn mein Text so gut geschrieben ist, dass er Betroffenheit auslöst und Gefühle transportiert, ist es für mich als Autorin genauso tröstlich, wenn jemand z.B. "die Hilflosigkeit der Frau gegenüber ihrem fiesen Chef" nachempfinden kann, als wenn jemand schreibt: "Kopf hoch, Metta, du findest schon einen neuen Job"./ Die Idee mit den persönlichen Nachrichten finde ich gut, weil hier manchmal auch Nachrichten für die Autoren stehen, die sich nicht auf diesen Text sondern auf den Kommentar zu einem anderen Text beziehen. Das ist für die anderen Lesenden verwirrend./ Maju, es muss nicht notwendigerweise so sein, dass tatsächlich fast 700 Teilnehmer/innen abgesprungen sind - ich habe z.B. bei den Unfallszenen und auch beim Verirren mehrere Artikel geschrieben, wie einige andere auch. Da Münster ja so schön in der Mitte von Deutschland liegt - ok, in Nord-Süd-Richtung zumindest - könnten wir uns ja dort treffen. Richte doch zum Jahresende ein E-Mail-Postfach neu ein, gib uns hier die Adresse, und wir schreiben Dir dann, ob wir kommen. Dann kannst Du in einem Lokal entsprechend Plätze reservieren (da gibt es übrigens auch BookCrossing-Zonen - wer das nicht kennt, mal bei bookcrossers.de nachsehen, tolles Projekt für Literaturfans - nämlich im Café Malik und Café Weltbühne). LG Metta aus Schleswig-Holstein Jetzt muss ich wohl noch mal einen Text von Sylvia und einen von Maju suchen, damit ich sie auf meien Kommentar zum Kommentar hinweisen kan ;o)
Liebe Jutta, das ist eine schöne Idee! Kann dir nur zustimmen!!! Ich bemühe mich viele Kommentare zu schreiben, da ich weiß, wie sehr man sich darüber freuen kann! Mir geht es genauso! Ich würde mir noch wünschen, dass die Leser Protagonisten und Autoren trennen. Zudem möchte ich anregen, dass der Austausch verstärkt werden sollte! Zum Beispiel durch die Einrichtung privater Nachrichten! Nur als Vorschlag an die Redaktion! Freue mich schon auf die nächsten Übungen! LG Sylvia
Mir geht es leider genau so. Manchmal ist alles schon so gut kommentiert, das man mehr dazu nicht sagen könnte und vor allem nicht besser. Aber habt ihr schon gemerkt, dass vom 1. Kapitel (805 Einträge) bis zum 7. Kapitel (207 Einträge) 698! Mitschreiber irgendwie verlorengegangen sind? Wie wird es wohl bei Kapitel 52 sein? Vielleicht wird es dann ja übersichtlicher. Und wer weiß, vielleicht kann man am Ende des Projektes ja mal ein großes Treffen organisieren. Ein Treffen, bei dem all die anonymen Namen plötzlich ein Gesicht bekommen? Ist nur so ein spontaner Sonntagnachmittags-Gedanke von mir. Denn ob ich bei Kapitel 52 noch dabei bin, ob ich weiter mithalten kann was die Qualität betrifft, das muss sich erst noch zeigen. Und an @ M.P.: Ich wohne in der Nähe von Münster. Und wo wohnt IHR ALLE?? Liebe Grüße Maju
Da kann ich Dir nur zustimmen. Auch mir fällt es schwer, alle Beiträge zu lesen und erst recht zu kommentieren. Manchmal schmerzt es richtig, aber dann haben andere im Prinzip schon alles gesagt und warum nur auf einer Welle reiten die schon gebrochen ist. Ich bin Begeistert von dem enormen Potential zukünftiger Autoren. Ich wünsche mir auch weiterhin so tolle Beiträge, auch wenn es in Zukunft schwerer wird. Bedauernswert ist für mich, zum jetzigen Zeitpunkt, dass wir uns vielleicht irgendwann aus den Augen verlieren könnten. Denn diese Seite wird es nach einem Jahr nicht mehr geben und keiner weiß was dann wird. Um dem aus dem Weg zu gehen und falls es jemanden interessiert, ich wohne in Krefeld.
Hallo liebe Autoren, mir geht es genauso wie Jutta Wolk. meine Freizeit ist sehr knapp. Leider kann ich nicht alles lesen, obwohl ich sehr überrascht bin über die vielen interessanten Texte. Liebe Grüße Benita
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5484
Sie wirft nochmal einen Blick auf das Schreiben, bevor sie an der Tür des Hauses Nummer 88 klingelt.
Kabarett Die Lachnummer
Dr. Gerhard Poltat - Direktor
Pasinger Straße 88
München
Frau Marcuse? fragt eine quäkende Stimme.
Ja.
Der Türöffner summt, sie geht hinein. Die Tür zum Büro steht offen, Dr. Poltat kommt ihr bereits entgegen.
„Ja Grüß Gott, Frau Marcuse, ja ... so ...gell ... kommen'S doch herein ... da geht’s lang. Bittschön, nehmen'S doch Platz. Mögen'S aa a Haferl Kaffee?“
Sie setzen sich in der gemütlichen braunen Couchgarnitur, die in der gemütlichen Ecke steht.
Er blättert in ihren Bewerbungsunterlagen, die vor ihm auf dem Couchtisch liegen.
Sie kommen jetzt also vom Jobcenter und wollen sich bei uns als Kabarettistin bewerben?
Ja, ich wollte ..
Sagen Sie mir einmal, wie viele gute Kabarettistinnen kennen Sie denn, gute Frau? Sagen Sie mir EINE einzige!
Ich meine, es gibt doch ..
Also, ganz unter uns, Frau Marcuse. Man darf so was ja offiziell gar nicht sagen, wegen Political Correctness und so, aber es gibt da ein ganz altes Gesetz; an dem kommen Sie auch nicht vorbei: Frauen sind Streber und haben keinen Humor. Und sie haben Launen. Punkt. Und so was können wir hier im Kabarett einfach brauchen, gell. ... Nix für ungut. Wissen Sie, es ist doch kein Zufall, dass ..
... Darf ich Ihnen vielleicht was vorführen ..
Ja was denn, was wollen'S denn darstellen? Was können'S denn überhaupt?
Ich könnte zum Beispiel den Stoiber machen ... daas ist wie so ein Sprrrühen in die lodernde Blut ... äähhh, in die in die ...ääähh in die glodernde Flut ... ääähh ... wenn ich das so sagen darf.
Dr. Poltat wird jetzt sehr ungeduldig:
Also so geht's ja schon überhaupt nicht, Frau Marcuse. Hier in der „Lachnummer“ arbeiten Profis - Hund' samma schon – Sie kennen sich aus, gell, Sie wissen schon, hihihi ...(wieder ernst) ... Ihre Stimme passt halt für den Stoiber schon einmal rein gar nicht. Viel zu tief und zu weich. Da kann doch kein Mensch erkennen, wer das sein soll. ... Das ist ja das Problem: Frauen können keine Männer derblecken. Merken Sie sich das! Das geht nur umgekehrt! (derblecken = parodieren. Anmerkung des Übersetzers)
Ich könnte aber auch noch eine Valentin-Nummer vorführen ... Frrrremd ist der Frremde nurrrr in der Frrremde ... Ich kann das sogar als Schellack-Platte live, mit dem original Rauschen und Knistern ..
Jaaa, Jessas Herrgottsakradi, was wollen'S denn heutzutage mit einem Valentin? (er denkt nach) ... Aber wenn's unbedingt sein muss: Haben Sie denn keine Frauennummer in Ihrem Repertoire?
Ja, doch, zum Beispiel die Gabriele Pauli ..
Aaaah, die Frau Pauli, dieses Luder, die rothaarige Hexe, die den Stoiber gemeuchelt hat. Ja das geht nicht, und schon gar nicht mit Ihrer Visage! Sie schau'n einfach nicht gut genug aus für die Pauli. Das können Sie sich sofort abschminken.
...... (schluck)
Na ja, jetzt ...ähh ... was machen wir denn jetzt mit Ihnen. Ich kann Sie ja auch nicht einfach wieder so wegschicken. Ich hab halt ein gutes Herz ... (denkt erneut nach) ... Also, hmm, wir haben in unserem neuen Programm eine Guantánamo-Nummer, da gibt's einen Gefangenenchor. Da könnten Sie als Selbstmordattentäterin auftreten. Dafür brauchen'S wirklich nicht viel können. Einfach nur im Gitterkäfig stehen und abgestumpft ins Publikum schauen. Das schaffen sogar Sie.
Und jetzt nochmal @Alle: 1. Stimmt, ich hätte das Ganze nochmal durchformatieren sollen, damit sich der Dialog besser liest, dann kann man auch auf die Anführungszeichen verzichten, glaube ich. 2. Das 'schluck' ist Regieanweisung wie „denkt erneut nach“. Das sollte signalisieren, dass es Kabarett im Kabarett ist. 3. Danke für „Die Schwestern der Gnade“. Ist ein guter Tipp.
Ich muss unbedingt klarstellen: Der Text ist blanke Fiktion. Ich habe bei Gerhard Polt nur den Duktus seiner Art zu reden geklaut. Ob das gelungen ist, ist eine andere Frage. Der gesamte Text hat weder mit G.P.s Leistung als Kabarettist zu tun (ich liebe seine Art), noch mit ihm als Privatperson - ich kenne ihn nicht persönlich. @Ginko: Es gibt bitterböse Satire zu allen Themen in dieser Welt – Beispiel Titanic. Ich wollte hier das Gefangensein in den Klischees zeigen (nicht in Guantánamo, das ist Teil des Programms der „Lachnummer“). Das könnten genauso rassistische Vorurteile sein, oder eben – wie hier - über Frauen. Was ich hier zeige, ist zugespitzt das, was es tatsächlich gibt. Hör dir doch einfach mal an, was von Harald Schmidt zum Thema Frauen kommt. Da musste ich kaum etwas erfinden. Der Text ist gedacht als Kabarett im Kabarett. Warum sollte in einem Kabarett-Programm nicht auch das Thema Guantánamo vorkommen. Deine Reaktion könnte ein Hinweis darauf sein, dass man als Frau so böse Sachen nicht sagen sollte. Das ist doch Männersache, oder? Außerdem halte ich auch das Thema Kabarett für durchaus diskussionswürdig.
Das gefällt mir sehr gut - ist vielleicht eher etwas für Leser südlich des Mains. Aber macht nix! Diese Art von Gefangenschaften so kurzweilig geschildert - das imponiert mir!
Mein Gott, wenn das wahr ist! Aber es ist zu gut, um erfunden zu sein!
Mir gefällt, das du im Dialekt geschrieben hast. Es hat Spass gemacht, deinen Beitrag zu Lesen. Zum Inhalt kann ich nur sagen: "Oh Gott, gibt es solche Leute wirklich?"
Hallo Eva, Dein Ausflug in diese Materie, eine Frau, die versucht in der von Männern dominierten Welt einzudringen, ist dir wirklich gut gelungen. Auch der Dialekt kommt gut rüber (der Stoiber war richtig gut!). Es gibt vielleicht nur eine Kleinigkeit, die mich stört. Dialoge lassen sich einfacher lesen, wenn sie einen Anfang und ein Ende haben. Du hattest ja auch zu Beginn kurz Anführungs- und Ausführungszeichen verwendet, es aber leider wieder verworfen. Was mir allerdings richtig gut gefällt, sind die Emotionsbeschreibungen - (denkt erneut nach) - zum Beispiel. Super.
Halleluja sag i! Das g'fällt mir! Klasse Dialog! Bist du gefangen in Vorurteilen! Kenne ich auch, hier im Norden. "Wat? Sie ham Film studiert und woll'n jetzt Ton machen? Können ja keene Angel halten! Wo sind denn Ihre Muckies?" Gruss Lillilu
Uiii, wiiieee böööse!!! ;-) Könnte ja glatt mein norddeutsches Vorurteil gegen die Leute jenseits des Weißwurstäquators bestätigen. Nein, mal ehrlich (abgesehen davon, dass ich da einige sehr nette Bekannte und Verwandte habe): So ein Text im bayerischen Dialekt hat seinen ganz eigenen Charme. Und dies, hier ja doch etwas überzogen dargestellte Dummchen-Gefühl, kennen bestimmt viele von uns. - Ich habe übrigens (ja, ja, Frau Marcuse, so überzeugend warst Du für mich als Protagonistin) tatsächlich im Online-Telefonbuch nach diesem Kabarett gesucht, und DA einen passenden Arbeitgeber für Dich gefunden: Schwestern der Gnade Kabarett. Echt!
Hallo? Gibt es den wirklich? Mir grausts im Bauch! Super geschrieben wie immer, Eva! Da bleibt einem das Lachen im Hals stecken! Grrr. Hast du die Anführungszeichen absichtlich weggelassen? Lieben Gruß Sylvia
Ich finde den Dialog gut. Ein perfekter "Mordanschlag" auf das Selbstvertrauen der Bewerberin bis hin zum bitteren Ende ( im Gitterkäfig stehen und abgestumpft blicken...) Das 'schluck' in der Klammer könnte man meiner Meinung nach weglassen. Es erinnert mich zu sehr an Komiktexte.
Hihi! Also wenn der Polt (Verzeihung: Poltat) am End gar privat auno so trocken und bös ist, ja dann gutnacht sag ich da. Hab mich sehr amüsiert!!! Konnte mir die Szene prima vorstellen und saß wie ein Mäuschen unter der gemütlichen Couchgarnitur (die in der gemütlichen Ecke steht) Hoffe wirklich, es gibt einen Ausweg aus dem Gitterkäfig!! :-)) (PS: Und derb-lecken können Frauen Männer schon, also wirklich jetzt bin ich zu weit gegangen und entschuldige mich höflichst in aller Form für derart zotige Witzelei- is ja gar nich meine Art, wirklich!- aber ich konnts mir nicht verkneifen :-))
Aua...Sag mal, ist dir das wirklich passiert? Das finde ich ja voll hart. Hast es aber so schön geschrieben. Gefällt mir!
Gefangen sein als Lachnummer : schwierig. Als Todeskandidat : unmöglich. G.P. kann mit Absurditäten umgehen und schafft auch das scheinbar unmögliche. G.P. nachzueifern ist sicher ein löbliches Unterfangen, aber mittels politischer Eintagsfliegen recht arm an Substanz.
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5470
Eilige Schritte hallen im Treppenhaus und sie wartet, bis sie die schwere Eingangstür unten zufallen hört. Sie muss ins Bad. Doch als sie sich vom Bett erheben will, bohrt sich der Schmerz wie ein Pfeil in ihre Schläfe. Fluchend lässt sie sich zurückfallen und betastet vorsichtig ihre linke Augenbraue.
Bemüht, das Zittern ihrer Finger vor sich selbst zu verbergen.
Es blutet kaum, sie hat Glück gehabt.
Ohne sich umzudrehen, greift sie hinter sich und rupft ein Kleenex aus der Dose, welche immer bereit auf der Ablage am Kopfende des französischen Bettes steht. Das Tuch mit der linken Hand auf die Wunde gepresst, hangelt sie sich mit der Rechten durch den spärlich möblierten Raum bis zum Bad. Kaum größer als ein Vier-Personen-Aufzug. Oft kommt sie sich darin vor, als ob sie in einem kleinen Lift stünde, der sie entweder nach oben oder nach unten zog. Meistens gings bergab, so wie jetzt.
Sie stützt ihre unendliche Schwere mit beiden Armen auf dem Beckenrand ab und starrt in den Spiegel. In ein Gesicht, das ihr lange schon fremd geworden ist.
Stumpfes Haar hängt strähnig herab. Hat nichts mehr gemein mit dem strahlenden Blond ihrer Kindheit. Zu viele Färbungen. Und Enttäuschungen.
Himbeerrot verschmierte Lippen, verkniffen schmal, unter ausdruckslosen Augen, welche längst keine bestimmte Farbe mehr haben.
Die offene Braue, als Mal kurzer männlicher Unbeherrschtheit, passt ins Bild. Rundet es irgendwie ab, als ob etwas fehlen würde sonst.
Erst jetzt nimmt sie die feuchte Kühle wahr, die ihr mit zähem Sperma in klebrigen Rinnsalen die Innenseiten ihrer Schenkel hinabläuft. Mit der Übung tausender Male führt sie das zerknäulte Papiertuch in ihrer Faust einer weiteren Aufgabe zu, um es dann bedächtig aufs Becken zu legen.
Wie eine Sammlung von Beweismaterial.
Als ob es für diesen Scheißkerl mit Gummi irgendeinen Unterschied gemacht hätte!
Für sie bedeutete es nun wieder Wochen des Wartens und Bangens, ein Zustand, dessen Ende für sie zunehmend unklarer zu definieren wurde.
Die Klobrille knarrt leise unter ihrem Gewicht und der Strapsgürtel schneidet ihr beim Sitzen ins Fleisch. Man gewöhnt sich an alles. Gleichgültig angelt sie sich eine Zigarette vom Regal über sich.
Nur eines ist wichtig jetzt: Loslassen! Rauslassen, was da irgendwo in ihr drin ist. Der einzige Zustand, in dem sie ihren Unterleib noch spürt. Wenn er sich entleert von allem.
Im Zimmer nebenan läuft Musik. Beschwörende Klänge dringen durch das dünne Gemäuer zu ihr herüber. Durchwehen ihr Gehör, am Bewusstsein vorbei:
"...als ob es tausend Stäbe gäbe...
und hinter tausend Stäben keine Welt..."
Fahrig fischt sie sich eine weitere Zigarette aus der Packung. Steckt sie zwischen das spröde Himbeerrot und löst mit einer zügigen Bewegung am Rücken die Haken ihres knappen BH's. Beugt sich dabei etwas vor, um nicht versehentlich die Klospülung zu betätigen. Das hasst sie.
"...der sich in allerkleinstem Kreise dreht...
Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte..."
Was, wenn es wieder einmal geschnackelt hätte? Sie zählt die Tage durch, hat Mühe sich zu konzentrieren, und wieder und wieder. Bingo! Das wäre dann das vierte Mal. Vier Abtreibungen in acht Jahren. Und wieder zwei Wochen Verdienstausfall.
"...in der betäubt ein großer Wille steht..."
Ihre blutroten Nägel kratzen an dem juckenden Streifen, den der BH auf ihrer trockenen Haut hinterlassen hat. Nur unter ihrer schweren Brust ist es weich und warm. Ohne sich dessen bewusst zu sein, schiebt sie eine Hand darunter und lässt sie verweilen unter dem Schutz.
Was? Und was, wenn sie das Baby behalten würde diesesmal?
"...nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf - dann geht ein Bild hinein..."
Für ein paar Sekunden sieht sie sich mit einem kleinen Mädchen vor der Schule stehen. Der Ranzen viel zu mächtig auf den zarten Schultern. Sie geht vor dem Kind in die Hocke und küsst es auf die Stirn. Das Mädchen lacht, und es ist, als könne sie den Duft seines samtig blonden Haares atmen.
"...dann geht ein Bild hinein..."
Sie drückt die Kippe am Beckenrand aus und schnippt sie zwischen ihren gespreizten Schenkeln ins Klo. Schwerfällig erhebt sie sich. Betätigt die Spülung und verfängt sich im Strudel.
"...dann geht ein Bild hinein..."
Die Kippe verschwindet und ihr müder Blick geht zur Uhr. Zwanzig Minuten, bevor der Nächste kommt.
"...geht durch der Glieder angespannte Stille..."
Die Leere dröhnt in ihrem Kopf.
"...und hört im Herzen auf, zu sein."
Hallo Samira, habe mich zufällig noch mal in die alten Kapitel verirrt und, weil ich über einen Deiner Beiträge gestolpert bin, Deinen Namen gesucht. Hast Du das Schreiben aufgegeben? Du schreibst wirklich gut! - Ich habe im Moment allerdings selbst kaum Zeit, kann es also verstehen. Trotzdem: Ich freue mich, wenn Du wieder mitmachst! LG Metta
Ich wusst sofort um was es da geht. Für mich, fesselnd und gut genug geschrieben um Wort für Wort bis zum Schluss zu lesen. Viel Glück weiterhin und LG
Samira, ich bin sprachlos. Wie Du den Panther, das wohl eindringlichste Gedicht über Gefangenschaft, das ich kenne, in diese tragische Bilanz einwebst, ist großartig. Und wie Du selbst zu diesem Panther wirst und dem Gedicht damit eine neue Form verleihst – ich vermag es kaum auszudrücken, das können andere besser, aber große Kunst!
Es gibt Texte, die liest man einfach und findet sie gut. Stil ist gut, Thema und Wortwahl finden eine Linie. Und dann wieder liest man Texte, die einen packen. So wie diesen hier.
Wenn mich nicht alles täuscht, ist das Lied ein Gedicht, das du sehr passend in deine Geschichte eingebaut hast. Ich habe länger gebraucht, um zu verstehen, um welcher Art Beziehung es sich handelt. Ich finde auch, dass du zum Ende des Textes runder, flüssiger schreibst. Eine gute und mutige Geschichte.
Toll beschrieben, die Selbstbetrachtung im Spiegel, aus der die Situation langsam deutlich wird. Wachsende Beklemmung, Ekel. Ein kurzes Aufleuchten des Menschen, der hinter diesem kaputten Leben steht, der sich nach Liebe sehnt. Ihr Kind ist auch das Kind in ihr, also sie selbst. - Das Gedicht ist von Rilke, heißt "Der Panther" und hat noch ein paar Zeilen mehr: Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe, und hinter tausend Stäben keine Welt. Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich... (s.o.). Das Urheberrecht erlischt glaube ich 70 Jahre nach dem Tod, trotzdem würde ich sicherheitshalber eine Quelle angeben oder in den Text einbauen. "...Musik. Jemand singt. Rilke." (Würde natürlich eine gewisse Bildung der Frau voraussetzen.) Habe das Gedicht übrigens noch nie vertont gehört außer von der Musik-AG meiner alten Schule. Sonst aber eine gute Idee, diese Verflechtung.
Ganz schön heftig, was Du dem Leser zumutest. Doch das ist gut so; über banale Dinge zu schreiben, lohnt sich ohnehin nicht. Mach weiter so!
Mir sträuben sich die Nackenhaare! Heftige Geschichte - gut umgesetzt! Worüber ich inhaltlich stolpere, ist das fehlende Kondom bei einer Prostituierten. Aber in einer Geschichte ist ja alle möglich. Ich würde gerne weiter lesen! Lieben Gruß Sylvia
Zwischen Rilkes Zeilen zu lesen, wirkt oft gespenstisch. Diese Zwischenräume mit Wirklichkeit zu füllen, bedeutet Fleisch auf dem Knäckebrot, wenn auch nur Gammelfleisch.
Du schreibst von einer Prostituierten, dass ist nach den ersten Sätzen schon klar, ohne dass Du es explizit erwähnst. Schön! Die Geschichte gefällt mir gut, und die Idee mit dem Lied (gibt es das wirklich?)ist klasse. Sprachlich könnte man noch dran feilen, vor allem am Anfang. Ich finde, Du steigerst dich; ab dem Satz mir der Klobrille ist es auch stilistisch gut gelungen.
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5467
Gefangen.
Es gibt eine wirklich entsetzliche Art der Gefangenschaft.
Andere nicht erreichen zu können.
Sich nicht mitteilen können.
Wortlos sein.
Das Gefühl, dass kein Kloß, sondern ein Felsblock den Hals versperrt.
Kein Buchstabe kann durchkommen.
Ich ersticke.
Wenn das Wort nicht durch den Hals kann, dann gibt es noch die schriftliche Variante, um sich mitzuteilen. Dies praktizierst du hier. Warum fühlst du dich dennoch wortlos, glaubst, dich nicht mitteilen zu können? Oder meintest du: Sich nicht mitteilen zu DÜRFEN?
Hast Du etwa eine Schreibblockade? Also ich fühle mich so, wenn ich eine habe! Es gibt auch etwas, was dagegen hilft, für mich. Ich schreibe, Du auch oder! Ich finde Deinen kleinen, emotionale Text klasse.
Wieviele halten es für ihre selbstverständliche Freiheit, plappern zu dürfen vor dem Denken? Geräusche zu produzieren, von denen sie glauben, es wären Worte? All denen einen Felsblock!
Sorry, mir ist der Text zu abstrakt, zu theoretisch, zu wenig atmosphärisch. Nicht erzählen, zeigen!
Oh, diese Gefangenschaft ist so schlimm! Mit wenigen Worten hast du sie treffend geschildert.
Sehr gut auf den Punkt gebracht. Gefangen in sich selbst. Das ist wahrlich entsetzlich. Ich möchte gerne lesen, was in dieser "Inneren Welt" passiert.
Sehr treffend beschrieben, gut. Anstatt dem Wort Buchstabe, würde ich das Wort Laut nehmen. Vielleicht noch ein bisschen genauer darstellen, wo der Hemmschuh liegt. Was macht stumm?
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5458
Melanie öffnete die Augen und schaute sich suchend um. Sie lag in einem Krankenhausbett, das Bett neben ihr war leer. Wo war sie? Ihre Schläfen dröhnten und sie konnte sich nur dunkel erinnern. Sie versuchte sich aufzurichten und schaffte es langsam die Bettdecke zurück zu schlagen und die Beine zur Seite zu drehen. Sie sah an sich herunter, sie hatte einen blauen Schlafanzug an, auch er kam ihr unbekannt vor, war er wirklich ihrer? Es hätte auch ein Anzug von ihrer Bettnachbarin sein können, sie wußte es nicht. Sie hatte keine Hausschuhe, nur ihre weinroten Halbschuhe standen verstreut vor dem Bett, wo waren die Socken? Kurzerhand versuchte sie die Schuhe barfuss anzuziehen. Als sie sich nach vorn beugte, um sie zuzubinden, hämmerte es wieder in ihrem Kopf. Plötzlich erinnerte sie sich an Bruchstücke des gestrigen Tages. Ihr Mann und ihre Mutter hatten sie auf einen großen Hof gefahren. Dann war Michael mit einem roten Zettel weggelaufen und später wiedergekommen mit einem Arzt. Sie hatten ihr gesagt, dass sie mitkommen solle. Aber Melanie hatte auf einmal Angst bekommen. Den ersten Schuh hatte sie mit Mühe zubekommen, aber die zweite Schleife wollte ihr einfach nicht gelingen. Sie probierte es noch zweimal, dann hatte sie es geschafft, auch den zweiten Schuh zuzubinden. Ihre Finger gehorchten ihr nicht wirklich. Melanie schaute auf. Aus dem Fenster sah sie einen kleinen Garten mit zwei weißen Bänken, der von einem zwei Meter hohen Zaun umgeben war. Wo war sie? Was war geschehen? Langsam ging sie zur Tür und spähte vorsichtig hinaus. Der Gang war leer und dunkel. Melanie fragte sich, wieviel Uhr es wohl war. Aber an ihrem Handgelenk befand sich keine Uhr mehr. Zögernd ging sie ein paar Schritte den Gang entlang. Mehrere geschlossene Türen folgten auf der rechten und linken Seite. Dann machte der Gang einen Knick nach links und sie fand sich vor einem Zimmer mit einer großen Glaswand davor wieder. Dahinter saß eine Krankenschwester. Schüchtern kloppfte sie an, aber die Schwester hatte sie schon längst gesehen. "Wo bin ich hier?" fragte Melanie. Schwester Agate antwortete:"Auf der geschlossenen Station der Psychiatrie. Haben sie schon ihre Medikamente bekommen?" Melanie schüttelte den Kopf. Medikamente? Wofür oder wogegen? Sie riss sprachlos den Mund auf, als Schwester Agate von einem Tablett ein Tablettenschälchen nahm und ihr reichte. "Hier sind sie ja." sagte sie. Wortlos schluckte Melanie die Pillen herunter, eine rosane, eine blaue und eine ganz dicke weiße. "Ist noch was?" fragte Schwester Agate. Aber Melanie schüttelte stumm den Kopf. Natürlich schwirrten ihr tausend Fragen durch den Kopf, aber sie fühlte sich einfach nur müde. Langsam schlich sie zu ihrem Zimmer zurück, sie erkannte es nur daran, dass sie die Tür offengelassen hatte. Plötzlich kam ihr ein Gedanke. Sie hatte gestern nicht mit dem Arzt mitkommen wollen und sich gewehrt. Wieder sah sie die vielen Hände, die nach ihr griffen, sie festhielten und mit einer Gewalt, die sie noch nie gespürt hatte, auf einem Bett festschnallten. Sie hatte geschrieen und getobt, dann hatte sie am Arm einen Schmerz gespürt und eine Ärztin mit einer Spritze in der Hand gesehen. Es war dunkel um sie geworden. War das gestern gewesen? Oder schon vor ein paar Tagen. Wie lange musste sie hier bleiben? Psychiatrie? Warum?
Viele offene Fragen die neugierig machen. Solche Texte erinnern mich immer an das Buch "Einer flog über das Kuckucksnest", das mich sehr beeindruckt hat. Du hast das schwierige Thema gut umgesetzt.
Am Anfang machst Du ein paar logische Fehler: Zuerst erkennt die Protagonistin, dass sich in einem Krankenhausbett ohne Nachbarin liegt, dann frag sie sich, wo sie wohl sei und denkt, der Schlafanzug könnte auch ihrer Bettnachbarin gehören. Ich kenne ein paar Psychiatrien von Innen, da gibt es keine Krankenhausbetten im klassischen Sinne, aber das muss ja nicht überall so sein, vermute ich. Die Medikamente allerdings werden nach Plan verabreicht, soweit ich weiß. Was ich ganz unverzeihlich finde, ist "rosane". Entweder "rosafarbene" oder "in rosa", aber auf gar keinen Fall "rosane". Insgesamt finde ich deinen Text aber gut zu lesen und den Plot nicht schlecht. Nichts für ungut. :O)
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5460
Gefangen
Jahrelang hatte er dieses Zimmer gemieden. Selten schaute er kurz nach, ob sein Hass noch dort saß.
Er teilte sich den Tag in Arbeit ein, mit der er äußerlich vor seinen Depressionen fliehen konnte und der inneren Flucht auf, die er ausübte,wenn er abends zurückkehrte. Er fräste sich einen Weg durchs Haus, durch die Gespräche seiner Kinder, die zur Seite stoben, wenn er das Treppenhaus betrat, durch die Küche, wo er alleine aß, und durch die Psyche seiner Frau, die zusammenzuckte, wenn sie ihm im Haus begegnete.
Jetzt, wo er im Ruhestand war, hatte er das ganze Haus mit Beschlag belegt: bis auf das Zimmer.
Die Entscheidung fiel durch ihren Unfall. Sie lag in einer Blutlache in ihrer Küche, das Gesicht voll Blut und rot und schwarz. Sie hatte trotz Gehbehinderung versucht, auf Schuhen mit Absatz den Hausputz zu erledigen. Ihre Arme mehrfach gebrochen, ein elender Anblick, wie sie nach seinem Anruf von den Pflegern auf die Bahre gehoben wurde.Im Krankenhaus mehrfach operiert und nachoperiert, konnte sie nicht an seinem runden Geburtstag teilnehmen. Bei seiner Ansprache brach er in Tränen aus.
Er besuchte sie täglich. Als sie nach wochenlanger Rekonvaleszenz zurückkehrte, saß er tagsüber neben ihrem Sessel in ihrem Zimmer. Er saß dort mit einer Wolldecke, aß von dem Obst, das sie schnitt und nahm an den Telefonaten teil, die sie führte.
Noch vor ein paar Jahren hatte er ihr ganz offen den Tod gewünscht: ich will, dass Du tot bist, hatte er ihr herübergeranzt, eine Altersausrutscher, wie die Kinder vermuteten.
Schaute er jetzt nach draußen, sah er den Tod, schaute er neben sich, sah er seine Frau.
Er reihte seine Höflichkeitsgesten hintereinander und dienerte sich nun durch das Haus.
Vielen Dank für Eure Kommentare! Ich werde den Text in jedem Fall überarbeiten. Ein paar Anmerkungen: Die Frau ist bei dem Unfall direkt und heftig aufs Gesicht gefallen. Es gab Platzwunden,daher ist der Boden rot von Blut.Durch den Sturz zog sich über die ganze Gesichtsfläche ein riesiger Bluterguss, der sich im Gesicht erst schwarz darstellt,dann blau, dann grün wird. Die Frau ist zum Schluss auch nicht gestorben, sondern lebt mit dem Mann in dem Haus zusammen. Der Mann ist in seiner Altersdepression gefangen so wie er früher in seinen Verstimmungen gefangen war. Ob eine klinische Depression vorliegt? Der Unfall seiner Frau zeigt ihm, dass der Tod sich sehr schnell ereignen könnte. Jetzt stellt er sich vor die Wahl: 1)sich entweder mit seinem Hassobjekt anzufreunden und den Streit zu befrieden oder 2)sich noch mehr in seinen Hass und seine Todesangst zu vertiefen
Das ist sehr wirr zu lesen, es strengt mich an. Ich steige nicht dahinter, was Du sagen willst. Es gibt ein paar Sätze, die mich neugierig machen. Warum wünschte er ihr den Tod? und dann sind da wieder Sätze, die sich mir nicht eröffnen. Warum ist das Gesicht voller Blut und rot und schwarz? Da steige ich nicht hinter, tut mir leid.
Hi Carlottablau, ich muss Dir leider sagen, dass ich die Zusammenhänge in Deinem Text sehr schwer verständlich fand. Welcher Hass, welche Entscheidung? Den letzten Satz habe ich gar nicht begriffen. Es fehlen Zusammenhänge und die Zeitsprünge sind mir durch fehlende grammatische Herausarbeitung unklar. So müsste wohl der Mittelteil des ersten Absatzes im Plusquamperfekt stehen. Der Satz mit der äußeren und inneren Flucht ist vom Satzbau ziemlich durcheinander. Außerdem ist mir der Text zu sehr "von außen" betrachtet: Jemand, der eine klinisch manifestierte Depression hat, kann nicht mehr geplant handeln und bewusst seiner Krankheit durch Arbeit entfliehen, geschweige denn, als Erzähler in der dritten Person sein Verhalten analysieren oder benennen. Unstimmig fand ich auch das Bild mit den Kindern im Treppenhaus. Und eine Bahre - hat mir der Sani vom Erste-Hilfe-Kurs mal gesagt, ist das, wo man drauf kommt, wenn's zu spät ist. Das andere heißt Trage. Zum Schluss noch ein Lob: Die Metapher, dass der Hass in einem Zimmer sitzt - gib ihm ruhig noch einen Sessel - gefällt mir. Dann aber bitte nicht noch den Tod in den Garten stellen und die verstorbene Frau in den anderen Sessel setzen. - Versuch mal, Deine Gedanken mehr zu strukturieren, Du kannst bestimmt besser schreiben! LG Metta
Die Personifizierung des Hasses, der im Zimmer sitzt, wirkt als Einladung zum Weiterlesen. Leider ist das Zeugma im dritten Satz nachlässig konstruiert. Ich würde mehrere Sätze verwenden. Tolle Experimente mit Verben : "fräste sich durchs Haus", "dienerte sich durchs Haus". Im Januar hatten wir definiert, dass Lebende auf Tragen liegen, Tote auf Bahren. Unklar bleibt mir, welche Entscheidung durch den Unfall gefallen war.
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5457
Lebenslänglich
Elsa zieht die Tür hinter ihnen zu und stellt die beiden kleinen Koffer ab. Sie sind im Garagenhaus, einem Fachwerkhäuschen im Weinmeisterweg in Potsdam-Sacrow. Die Garage selbst ist leer ,weder ein Auto noch einen Chauffeur war ihnen mehr gestattet. Und so können sie nun oben, in den zwei Zimmern ihres ehemaligen Chauffeurs wohnen.
Sie hilft Paul die Treppe hoch. Er ist sechs Jahre älter als sie und es schmerzt sie zu sehen, wie dünn er in den letzten Jahren geworden ist. Sein Anzug wirft Falten über der Brust und seine Haare und sein Schnurrbart sind grau. Aber das ist nicht das Schlimmste. Sie spürt jeden Tag, dass er nicht mehr kann und nicht mehr will.
Paul legt sich unter das Federbett seines Chauffeurs - Elsa hatte es den Tag zuvor noch geschafft die Betten frisch zu beziehen. Wenigstens etwas Bettwäsche hatten sie mitnehmen dürfen, auch Leibwäsche und Schuhe. Jeder einen Koffer voll. Aber sie hatte alles auf einer Liste aufführen müssen und sie war dabei gründlich gewesen, so wie ihr ganzes Leben lang. Ihre Möbel hatten sie in ihrem Haus in der Kladower Strasse zurücklassen müssen.
Sie versucht ihren Mann aufzumuntern: "Denk an Martha und Lilli! Für sie müssen wir stark sein, dieser Alptraum geht bestimmt bald vorbei." Martha, ihre Tochter und Lilli, ihr Enkelkind. Elsa liebte Paul auch jetzt noch. Sie hatte ihn immer geliebt, war für ihn von Stuttgart nach Berlin gezogen und hatte sich von ihrem ersten Ehemann scheiden lassen, was ihr viel Ärger in der Familie eingebracht hatte. Es musste irgendwie weitergehen, es konnte hier in Sacrow, im Garagenhaus, nicht die Endstation ihres Lebens sein!
Das Essen macht ihr Sorgen. Sie dürfen keine Lebensmittelmarken mehr haben. Wenn die kleine Irmi, die Tochter des Kolonialwarenhändlers in Sacrow, nicht ihr gelegentlich heimlich Salz, Mehl und Brot brächte, müssten sie hungern.
Aber das Garagenhaus steht auf einem großen Grundstück von mehreren tausend Quadratmetern und es grenzt an den Schiffgraben, der den Sacrower See mit der Havel verbindet. Sie könnten vom alten Kahn aus angeln und sie haben Kartoffeln und Setzlinge für Gemüse mitbringen können. Zum Einkaufen nach Berlin-Kladow ist es zu Fuß zu weit und was sollen sie dort auch ohne Lebensmittelmarken und Zutritt zu den Geschäften? Irmis Vater hatte, genau wie die Geschäftsleute in Berlin, das Schild "Juden unerwünscht" an die Eingangstür gehängt.
Das war nicht immer so gewesen! Vor wenigen Jahren noch spielten Irmi und ihre Schwester mit Lilli hier zusammen auf dem Grundstück. Sie feierten Geburtstage, Lilli wurde in einer Schubkarre herum gefahren und wenn Irmi im Sommer über den Weinmeisterweg lief, kam sie ihr schon strahlend entgegen. Lilli mit den blauen Augen und der wilden Mähne, die keine Haarbürste bändigen konnte.
Gottseidank war sie in Sicherheit! Sie und ihre Eltern, Martha und Paul Bernstein, waren schon vor einigen Jahren nach Belgien geflohen. Auch Elsa und Paul Redelsheimer hatten Ausreiseanträge gestellt, ebenfalls nach Belgien und dann nach Kuba, aber sie waren nicht genehmigt worden, obwohl sie die neue Reichsfluchtsteuer schon längst gezahlt hatten.
Wenn nur kein Krieg kommt, dachte Elsa. Ihre Familie war alles, was ihr geblieben war. Selbst ihre eigenen Namen hatten sie verloren. In ihren Ausweispapieren stand jetzt "Zilla" statt Elsa und Paul hiess offiziell "Gideon". Sie hatten ihr Geschäft auf dem Kurfürstendamm entschädigungslos abgeben müssen und Elsas persönliche Einlagen waren an die neuen, arischen Eigentümer gegangen, "Reichsbürger im Sinne der Nürnberger Gesetze"! Die Oberfinanzdirektion hatte ihnen mitgeteilt, dass sie über keines ihrer Konten oder Depots mehr verfügen könnten. Auch ihre kleine Villa in der Kladower Strasse in Sacrow hatten sie verloren. Der Kaufpreis ging auf ein Sperrkonto bei der Deutschen Bank, Adolf-Hitler Platz 2 in Berlin-Charlottenburg 9.
Dieses Garagenhaus schien sicher zu sein. Hier würden sie unauffällig leben, Gemüse anpflanzen und auf Irmis kleine Zuwendungen warten. Und gleich morgen würde sie einen Brief an die Oberfinanzdirektion schreiben und fragen, ob sie nicht doch einen gewissen regelmässigen Betrag würden abheben dürfen, man könne doch nicht wollen, dass sie hier eingesperrt und hungernd ihr Leben fristen müssten!
Aber man bemerkte sie doch! Die Endlösung rollte an und im Oktober 1942 wurden sie im Weinmeisterweg im Auto abgeholt. Eine Freundin Irmis sah, wie sie wegfuhren: "Frau Redelsheimer hat uns zugewinkt und ich habe zurückgewinkt!" Das hatte eine sofortige Verwarnung der Gestapo zur Folge: "Achten Sie darauf, mit wem Ihre Tochter Kontakt hat!"
Elsa und Paul wurden in die Sammelstelle für die jüdischen Alterstransporte in der Grossen Hamburger Strasse in Berlin-Mitte gebracht und für 3 Tage hinter verschlossenen Türen verwahrt, bis sie am 4.10.1942 zusammen mit 1021 anderen Menschen verriegelt und verrammelt im Zug nach Theresienstadt kamen, wo Paul innerhalb von vier Wochen starb.
Elsa Redelsheimer überlebte Paul - wenn man es so nennen darf - um ohne ihn am 16.5.1944 nach Auschwitz-Birkenau transportiert zu werden und wo große Eisentore mit Bullaugen die Gaskammer schlossen.
Danke Birgit, Velarani und Numungo! @ Velarani: Es war hilfreich zu lesen, dass dich zuerst die Geschichte der Redelsheimer (so hieß Elsa) nicht beeindruckte. Denn obwohl mich persönlich die ganze Sache sehr mitnimmt und ich seit Jahr und Tag mich damit beschäftige, habe auch ich gemerkt, dass es nicht reicht nur Betroffenheit oder Trauer oder Wut als Autor zu empfinden. Ich will es schaffen einen Spannungsbogen aufzubauen, obwohl jeder weiß wie es endet. Und natürlich sollten zumindest die subjektiven Passagen literarische Qualität haben. Das ist noch ein langer Weg. „Meines Vaters Land“ wollte ich schon immer kaufen. So weit ich weiß ist es von Wibke Bruhns und es ist die Geschichte ihrer Familie. Falls sie da noch persönliche Briefe und Fotos hat ist das natürlich noch etwas einfacher die Toten lebendig darzustellen. @ Numungo: Danke für deine Überlegungen zur Struktur des Buches, ich fühle mich bestärkt. Ich habe mir auch schon ähnliche Gedanken gemacht. Im Moment arbeite ich an einer Zeitschiene der Familie Redelsheimer , alle Daten und Fakten auf einem Leporello-Faltblatt. Die 2. Zeitschiene ist meine eigene Recherche-Schiene und meine persönlichen Erlebnisse mit den Spuren der Toten und zu guter letzt den Nachkommen von Elsa Redelsheimer. Es wird immer wieder kleine Szenen (Vignetten?) geben, in denen ich Elsa meine Gefühle leihe, oder auch ihrer kleinen Enkelin Lilli, die ich sehr liebe. Auf jeden Fall soll es einen dokumentarischen Teil geben, der dann ganz unliterarisch daherkommt. Im Übrigen habe ich evtl. die Möglichkeit hier in Sacrow eine kleine Ausstellung zu organisieren, mit Stelltafeln, Fotos, Lebensläufen und 1 – 2 Interviews und einigen Möbelstücken von Paul Redelsheimer. Auch eine Lesung in diesem Zusammenhang wäre möglich. Werd ich die nächsten Jahre sehr beschäftigt sein. LG Lillilu
Hallo Lillilu, es gibt viele Möglichkeiten, ein solches Thema anzugehen. Eine davon ist, den Roman in zwei oder mehrere Handlungsstränge aufzuteilen. Diese können irgendwann z.B. zum Ende oder zum Höhepunkt des Buches zusammen laufen, müssen das jedoch nicht. Weiter kannst Du die verschiedenen Handlungsstränge alle aus einer Perspektive oder aus mehreren erzählen. Es ist auch denkbar, dass ein Handlungsstrang ein rein dokumentarischer ist, der lediglich Fakten erklärt und parallel zum eigentlichen Geschehen geschildert wird (siehe "Die Elenden" von Victor Hugo) (aber bitte nicht so langatmig wie bei Hugo). Dieser "dokumentarische" Handlungsfaden kann in Form von Kapiteln oder z.B. als kurze Pressemeldung zwischen den Kapiteln eingeschoben werden. Viel Erfolg Numungo
Liebe Lillilu! Danke für deine Erklärungen, so wird es verständlicher, zunächst fand ich die Geschichte wenig beeindruckend, sorry. Dein Thema ist einfach zu umfangreich, um es in einer kurzen Geschichte unterzubringen. Es wird ja ab nächster Woche noch viele Anregungen geben, wie du (und wir alle) aus deinem Stoff Literatur machen kannst, hoffe ich doch. Ist wirklich sehr schwer, finde ich, über existierende Personen so zu schreiben, dass sie lebendig werden, ohne ihnen Unrecht zu tun. Du kennst doch sicher "Meines Vaters Land"? Da wird sehr viel Dokumentarisches verwendet, und es ist absolut beeindruckend, aber ich habe das Buch nicht da und kann nicht nachschauen, wie sie es gemacht hat. Liebe Grüße!
Das ist auf jeden Fall Stoff für mehr!
Erst einmal euch allen vielen dank! Es ist in der Tat ein schwieriges Thema und da ich diese Familie nun schon seit vielen Jahren recherchiere und versuche über sie zu schreiben, freue ich mich über JEDEN KOMMENTAR. Ich brauche an allen Ecken und Kanten Hilfe! Dies sind meine Probleme: 1. Ich versuche persönliche Szenen von Elsa und Paul nach dem uns allen bekannten Muster zu erzählen. Ich "leihe" Elsa meine Gefühle und Meinungen, insofern ist es autobiografisch. So geht es mir beim Schreiben nicht so gut. Es gibt auch noch andere authentische Bande, die ich erst einmal hier nicht offenlege. 2. Ich kann nicht über die Viehwaggons, das Lager oder gar Auschwitz schreiben. Es gibt Bücher darüber, aber da lag der Schwerpunkt meist auf dem Versuch zu leben (von Überlebenden geschildert). Elsa fährt direkt in den Tod, dafür kann ich ihr meine Gefühle nicht mehr leihen. Ich reihe deshalb einfach die Fakten aneinander wenn dieser Punkt erreicht ist. 3. Alle Fakten sind belegt. Es soll bewusst jede Adresse und jeder Name öffentlich gemacht werden, denn ich will die Familie Redelsheimer wieder in die Erinnerung zurückbringen. Dies ist mit den Nachkommen abgesprochen. Das Ziel ist Öffentlichkeit für alle. Dass z.B. die Deutsche Bank immer noch an genau derselben Adresse anzufinden ist, halte ich für bedeutsam, denn sie haben ja auch immer noch das Geld der Redelsheimer! 4. Ich mische Dokumentarisches + Persönliches (Lillilu erscheint in diesem Buch an anderer Stelle auch als Ich-Erzählerin) und trotzdem soll es einen allwissenden Erzähler geben, denn Elsa konnte die Daten nicht kennen und Lillilu erfuhr sie auch erst Jahrzehnte später. Hab Sorge, dass ich alles durcheinander bringe! 5. Ja, die Tempi stimmen noch nicht. Dankle für den Hinweis. 6. Ich stelle hier eine geänderte Fassung demnächst ins Netz und gebe dann hier die Nummer an. @Metta: Es gibt ein "Verzeichnis der jüdischen Vornamen", die von der Führung des Zwangsvornamen "Israel" und "Sara" befreiten, u.a. Gideon und Zilla. (Ministerialblatt des Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern, 24. 8.1938, Sp 1348). @Ginko: "unter das FEDERbett", aber ich ändere es so wie du vorschlägst, damit es kein Missverständnis gibt. "Die Endlösung rollte an" ist der allwissende Erzähler. Dass es unlogisch ist, wenn Elsa an die OFD schreibt und sich gleichzeitig verkriecht stimmt, habe ich auch schon gedacht. Muss schauen, wie ich das ändere. @Numungo: "Und" muss raus, ja. Danke.
Ein Text zur deutschen Vergangenheisbewältigung. Das Thema ist so vielfältig, und Dir ist es gelungen, mich kurz wieder daran zu erinnern, was jeder versucht zu verdrängen. Es wurden schon viele Bücher darüber geschrieben, Deins würde ich aber auch noch lesen. Du schreibst sehr Detailgetreu.
Du beginnst die Geschichte sehr persönlich (und der Abschnitt gefällt mir viel besser), streust Namen und Orte anfangs nur so ein, dass die Atmosphäre deutlich wird (Schiffgraben, der den Sacrower See mit der Havel verbindet), und wirst dann zunehmend dokumentarisch, was ich sehr schade finde. Wahrscheinlich eine wahre, selbst recherchierte (Familien-)Geschichte? Verzichte trotzdem lieber auf genaue Adressangaben oder mach es bildhafter, indem Du z.B. Elsa selbst in die Deutsche Bank gehen lässt und auch die Straße und das Gebäude beschreibst. - Die Zeiten sind Dir etwas durcheinander geraten: Du beginnst im Präsens, hast dann einen Rückblick (bis zur Bankadresse), schreibst dann aber im Präteritum weiter und schiebst so spätere Ereignisse von 1942-44 vor die Zeit, in der Elsa und Paul in die Garage einziehen. Übrigens stimmt das mit den Namen Zilla und Gideon meines Wissens nicht. In der Namensverordnung vom 17.08.38 mit Inkrafttreten zum 01.01.39 mussten alle Jüdinnen den Zweitnamen Sara tragen, alle Juden den Namen Israel.
Ein schweres und wichtiges Thema, das nicht vergessen werden darf. Gut und anschaulich erzählt! Ein paar kleinere sitilistische Mängel (z.B. im letzten Satz: ersetze das "und" einfach durch ein Komma.
Die Geschichte ist klar und geradlinig erzählt. Über einige Formulierungen würde ich noch einmal nachdenken: "zieht die Tür hinter ihnen zu" , das klingt zunächst, als bliebe Elsa hinter anderen Personen zurück. "Paul legt sich unter das Bett" , warum nicht hinein? "Die Endlösung rollte an" , impliziert Wissen um das Unausweichliche, obwohl Elsa hofft. Unlogisch: Wenn sie nicht bemerkt werden wollte, kann Elsa doch nicht an die OFD schreiben. Die beiden letzten Riesensätze würde ich teilen, oder die genauen Daten gesondert mitteilen, weil sie den Lesefluss hemmen.
Liebe Lillilu, danke für deinen Kommentar auf meinen Beitrag. Habe schon auf deinen Beitrag gewartet und es hat sich gelohnt! Deine Geschichte hat mich sehr bewegt. Schön geschrieben! Weiter so! Lieben Gruß Sylvia
Dein Text hinterläßt mich nachdenklich und traurig - die Vergangenheit. Du hast die Geschichte dieses Ehepaares eher sachlich beschrieben, und doch war ich sehr bewegt beim Lesen.
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